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ÄHRINGl Siißi.
ÜRKUroENBUCH, GESCHICHTE UND BESCHREIBUNG
DER
THÜRINGISCHEN "KLÖSTER.
BEGRÜNDET
D^ WILHELM BEIN.
I. ICHTERSHAÜSEN.
WEIMAR
H E R M A N X B () H L A l. 1S63.
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ÜRKüNDENBüCII, GESCHICHTE UND BAULICHE BESCHREIBUNG
MIT
(lEiNEALOGISCHEN UND HERALDISCHEN ANMERKUNGEN, SIEGELABBILDüNd. UND GRUNDRISS
HERAüSÜRGKBEN VON
B^ WILHELM REIN.
WEIMAR
H K R M A N N H () H L A V
I/O
1S63.
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1
DEN WOHLWOLLENDEN UND THÄTIGEN BEFÖRDERERN DIESES UNTERNEHMENS
HERRN MINISTERIALRATH UND RIHER D« CARL VON WEBER
DIREKTOR DES KÜNIOL. 8. HAUPT - UND STAATSARCHIVö ZU DRESDEN,
HERRIf BIBLIOTHEKAR UND ARCHIVRATH D" AUGUST BECK
VORSTAKD DES HERZOGL. 8. STAATSARCniVd irN'D MÜNZKARINET8 ZU GOTHA,
HERRN ARCHIVRATH GEORG ADALBERT VON HÜLVERSTEDT
KÖXIQL. PREUäS. PROVINZIALAKCHIVAR Zu MAGDEBURG
HOCHACHTUNGSVOLL UND DANKBAR
GEWIDMET.
Vorrede.
Unser schönes Thüringen war voll von klösterlichen Stif- tungen aller Art, welche als Mittelpunkte der gesamraten Bil- duug lange Zeit tief eingriffen in die Entwicklung des Landes und ebenso segensreich in religiöser und geistiger als in indu- strieller und ökonomischer Beziehung wirkten. Aber auch als dieses nicht mehr der Fall war, als die eingerissne Ueppigkeit und Verweltlichung die alte Frömmigkeit und Selbstverläugnung der Religiösen verdrängt hatte, blieben die Klöster doch hoch- bedeutend durch ihren ausgebreiteten Grundbesitz, der einen lebhaften Verkehr mit den angesehensten ■ Geschlechtern wie mit den ärmsten an die Scholle gefesselten Leuten bedingte. Ebenso standen sie kirchlich in vielfachen Verbindungen, so- wohl mit Ortschaften, deren Kirchen dem Kloster inkorporirt waren, als mit verwandten Stiftungen und grösseren Bisthtimern. Dazu kamen vornehme Gönner, wie Kaiser, Fürsten und Edle, welche den Klöstern durch Geschenke, Privilegien und Schutz- briefe zahllose Beweise ihrer Gunst gaben. Heber Alles dieses berichten viele Urkunden, aus denen wir daher nicht bloss die Geschichte des betreff'enden Klosters in seinem beschränkten Kreise nach Verfassung, Verwaltung, Grundbesitz u. s. w. kennen lernen, sondern auch die Geschichte der edlen Geschlechter, der benachbarten Städte, Burgen, Dörfer, desgleichen die kirch- lichen Verhältnisse des Landes, die bäuerlichen Zustände, die
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Sitten und Gebräuche, die Rechtsverhältnisse und Geschäftsfor- men, die sich aus den gerichtlichen Protokollen, Rechtssprüchen und Contrakten ergeben. So bietet sich uns eine Reihe von Einzelbildern dar, aus denen man ein Gesammtbild des mittel- alterlichen Lebens mit seinen mannigfach gegliederten Erschei- nungen zusammensetzen kann und um so mehr sind wir auf die Urkunden hingewiesen, je spärlicher die historischen Quellen für Thüringen fliessen und je weniger die ohnehin nicht zahl- reichen Chronisten sich veranlasst fanden, Zustände zu schildern, die ihren Zeitgenossen allgemein bekannt waren.
Trotzdem sind die Urkundenschätze der thüringischen Klöster leider nur zum kleinsten Theil oder in mangelhafter Form veröflFentlicht *) und dieser Umstand veranlasst mich — um so mehr da das verdienstvolle Unternehmen von Michelsen (codex Thuringiae diplomaticus) leider in Stocken gerathen ist — gleichsam in Anknüpfung an die alte Thuringia sacra die Urkunden mehrer Klöster herauszugeben und dieselben mit kurzen historisch - baulichen Einleitungen zu begleiten, welche auf Vollständigkeit in keiner Art Anspruch machen, aber Au haltpunkte für die Benutzung der Urkunden geben sollen. Ich mache den Anfang mit Ichtershausen, dessen steinerne
*) In Schüttgen und Kreyssi^ j diplom. et Script, finden sich die wich- tigsten Urkunden von Volkenrode (I), von Bosau, Weida, Frankenhausen, Veilsdorf, Kaltenborn (II), in Mencken, Script, rerum germ. die von Oldis- leben und CapeUendorf (I), in Kuchenbecker, anal. Hass. XII. die von Brei- timgen, in Ai/rmann syUoge die von Stadt Um, in Francke, Beiträge /u der Geschichte des Landes Sachsen I, S. 113--14(i, die von Schlotheini. Die Thuringia sacra enthält Pforta, Georgenthal (unvollständig), Heusdorf, und viele andre in dürftiger Vertretung (so z. E. von Frauensee nur o Nummern, während über 100 vorhanden sind), was dadurch zu entschuldi- gen ist, dass die Herausgeber jener Werke meist nur Copialbücher be- nutzen durften und von der Vergleichung der Originale ausgeschlossen waren. — Die Urkunden des Klosters Capellen giebt Michelsen in dem I. Heft des oben genannten Werkes und die der Stadt Gotha Sugitturias bist. Goth. mit Tenzels, Supplementen und Möllers Regesten in der Zeit- schrift des Vereins für thüringische Geschichte, IV, S. 47 ff. 259 ff. V, S. 254.
Ueberreste ebensowenig bekannt sind*)^ als die pergamentnen, obwohl die letztern viel Wichtiges und Interessantes enthalten. 11 Urkunden sind von deutschen Kaisern und Königen ausge- stellt, 15 von Erzbischöfen und Bischöfen, 36 von den thürin- gischen Landgrafen und sächsischen Herzögen, an 50 von Grafen und Dynasten, abgesehen von denen der geistlichen Behörden, Städte und Ritter. Was z. B. die Rechtskunde aus dieser Samm- lung gewinnt, zeigen die Urkunden 99. 117. 118. 168. 227.
Die Benutzung der Archive, die die Aengstlichkeit der fiiiheren Jahrhunderte dem Geschichtsschreiber sorgfältig ver- schloss, ist mir durch die hohe Liberalität der Staatsministerien in Weimar, Gotha, Dresden u. s. w. gestattet worden und die unermüdliche Gefälligkeit und Humanität der Herren Archiv- beamten hat mir die Arbeit sehr erleichtert, weshalb ich das Buch dankbar drei Männern widmete, die das kaum geborne Kind mit schönen Pathengeschenken ausstatteten und sich um das Unternehmen sehr verdient gemacht haben. Ebenso Hessen mir die Herren Dr. Burkhardt und Aue, deren kundigen Händen die Archive zu Weimar anvertraut sind, mit gewohnter Bereit- willigkeit ihre Unterstützung angedeihen.
Bei dem Abdruck befolgte ich die gewöhnlich angenomme- nen Grundsätze. Die Abkürzungen wurden aufgelöst und nur wenige der Raumersparniss halber beibehalten, die jedem Leser verständlich sind, wie com. archiep. m. (niartyr) d. g. (dei gratia) Ludov. Heinr. und ähnliche, die ich aber künftig
*i Ausser der werthvollcn, aber leider mir kurzen Abhandlunjo: von Hesse, in Thüringen und Harz VIII, S. 410 ff. giebt es nichts Befriedigen- des über Ichtershausen. Wenige Urkunden sind gedruckt, z. E. von Hesse, in Beiträge zur teutschen Geschichte II, S. 41 flf. , andre in Werken zer- streut, die man selten findet. Khrhard, in thüringische Vaterlandskunde 1823, N. 20. 21. giebt eine Uebersicht der meisten im ehemaligen Erfurter Archiv aufbewahrten Urkunden. — Leider erfuhr ich zu spät, dass die Kirche der Cisterzieuser Nonnen in Wiebrechtshausen bei Nordheim der Ichtershäuser ziemlich gleich ist, s. mittelalterliche Baudenkmäler Nieder- sachsens I, S. 183 ff.
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ebenfalls auflösen will, da ich mich bei dem Druck überzeugt habe, dass der Gewinn im Ganzen sehr unbedeutend ist. Die Interpunktion ist zur Erleichte- rung des Verständnisses allenthalben nach moderner Weise hinzugefügt, mit grossen Buchstaben sind alle Eigennamen und die von solchen abgeleiteten Adjectiva bezeichnet; sonst aber habe ich die alte Orthographie genau wiedergegeben. M.ehr Widerspruch habe ich rücksichtlich des verkürzten Ab- drucks der Urkunden zu befürchten. Ein vollständiger Ab- druck würde wenigstens drei mal so viel Raum und natür- lich weit höhern Aufwand beansprucht haben, und nur aus diesem Grunde glaubte ich die überflüssigen Worte und oft sich wiederholenden Formeln (z. E. in Wiederkaufsbriefen) weglassen zu dürfen. Jedoch kann ich versichern, dass nichts werthvolles ausgefallen ist und dass sich jede Lücke durch Striche signalisirt. Von den bereits gedruckten Urkunden ge- nügten vollständige Inhaltsanzeigen. Die Siegel werden kurz beschrieben und die knapp gefassten Anmerkungen, die viel Neues enthalten, werden dem Heraldiker, Genealogen und Sphragistiker holfentlich nicht unwillkommen seyn. Die Re- gister bitte ich als vorläufige zu betrachten; bis sie nach Voll- endung mehrerer Hefte durch ein vollständiges Gesammtre gister ersetzt werden.
Die folgenden Hefte, die zum Theil seit längerer Zeit vor- bereitet sind, sollen folgende Klöster umfassen:
Piisenach mit 1 Collegiatstift, 8 Klöstern, I Beguinen- haus, I Heiligengeisthof und 3 Hospitälern,
Frauensee und Vacha,
Allendorf und Creuzburg,
Wcissenborn, Heida, Döllstädt, Gräfentonna und Ottenhausen,
Weimar und Ober-Weimar,
Heusdorf und Ettersberg,
Goorgenthal und Rein hardsbrun neu (reiche und wichtige Nachträge zu dem gedruckten Material).
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Ob und wenn dieselben erscheinen werden, hängt lediglich davon ab, ob die hohen Behörden der thüringischen Staaten und die alterthumsforschenden Vereine dem begonnenen Werke ihre Theilnahme zu schenken und die Fortsetzung durch Be- stellung einer Anzahl von Exemplaren zu sichern bereit seyn werden. Um mich ganz offen auszusprechen, so sage ich in meinem und in des mit mir verbündeten Herrn Verlegers Na- men unverhohlen, dass wir durchaus keinen pekuniären Vortheil beabsichtigen und dass wir bei diesem Heft ausser dem Auf- wand an Zeit und Arbeit auch gern pekuniäre Opfer bringen, dass wir aber für die Zukunft wenigstens unsre Auslagen ge- deckt zu sehen wünschen, was Niemand als ein unbescheidnes Verlangen bezeichnen kann. Der buchhändlerische Absatz der ürkundenbücher ist sehr gering, wie die Erfahrung der Neuzeit lehrt und wie es zufolge der Aeusserungen von Schannat, Wolf, Schultes u. a. von jeher der Fall gewesen ist. Daher erschei- nen solche Bücher gewöhnlich auf Kosten des Staats (wie wir in dem Königreich Sachsen sehen, wo für die Herausgabe eines codex diplomaticus mit grossartiger Liberalität gesorgt wird) oder der Akademien, Provinzialstände, historischen Vereine (man denke an Darmstadt, Meiningen, Hannover) und städti- schen Communen (von denen ich nur Göttingen, Braunschweig, Bremen nenne). Hoffen wir, dass unsre Länder hinter solchen Beispielen nicht zurückbleiben und dafür sorgen, dass der in den Archiven ruhende Schatz gehoben werde, welcher die histori- schen Wissenschaften überhaupt und das Studium der vater- ländischen Geschichte wesentlich zu fördern vermag.
Das Erspriesslichste für die Wissenschaft und zugleich für mich das Erfreulichste würde seyn, wenn auch andre Gelehrte und namentlich die Vereine an der Fortsetzung thäti- gen Antheil nehmen wollten. So z. E. wäre sehr zu wünschen, dass der Nestor unsrer Forscher Herr Hofrath Hesse Paulin- /ella, Arnstadt u. a. Schwarzburgische Klöster, die Akademie zu Erfurt die Klöster und Stifter dieser Stadt, der Osterlän- dische Verein Eisenberg, Lausnitz und Bürgel, der Verein zu
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Jena die Klöster Jena's und der Umgegend zur Bearbeitung übernehmen.
Schliesslich ist es mir nicht weniger Pflicht als Freude, allen die mich bei dieser Arbeit unterstützt haben, den wärm- sten Dank abzustatten. Herrn Hofrath Hesse verdanke ich mehre Urkundenabschriften und werthvolle Nachträge zu seinem Aufsatze über Ichtershausen, Herrn Director D. Wiggert und Herrn Archiv -Rath von Mülverstedt in Magdeburg, sowie Herrn Professor Havemann in Göttingen Nachrichten über das Seeburgische Grafenhaus und den Erzbischof Wichraanu, wenn ich auch nur einen höchst beschränkten Gebrauch von den umfangreichen Mittheilungen machen konnte^ meinem theu- ren Freunde Herrn Hofrath und Oberbibliothekar D. Gersdorf in Leipzig genaue Copien der in Leipzig befindlichen sehr feh- lerhaft veröflFentlichten Urkunden. Herr Kreisgerichts -Direk- tor Dietrich in Gotha half mir in Beschaffung des nöthi- gen Materials, Herr Appellations-Rath Hase in Alteuburg bei Erklärung der Urkunde Nr. 82 und Herr Kloster -Kam- merdirector Freiherr von Wangenheim auf Wake bei Ur- kunde Nr. 388. Herr Dr. Schmidt in Göttingen übernahm die Mühe, die Daten zu reduciren, so weit sie auf verän- derlichen P'esten beruhen. Zur Aufhellung der Lokalitäten Ichtershausens erfreute ich mich der Unterstützung des Herrn Justizamtmanns Messing und des Herrn Rentamtmanns Brück- ner daselbst, vorzüglich aber des Herrn Rentamtmanns Hahn in Waltershausen.
Mit diesem herzlichen Dank verbinde ich den Wunsch, dass Kenner, welche der Arbeit an manchen Stellen ansehen werden, dass sie von einem Laien herrührt, mir ihre Berichtigungen und Belehrung nicht versagen mögen!
Eisenach Michaelis 1863.
E i u 1 e i t u u g.
Geschichte und bauliche Beschreibung
Klosters Ichtershausen.
'l'b>iriui;iti »aerrf. I.
Ichtershausen und der Cisterzienserorden.
In der gesegueteti wellenförmigen Ebne, welche sich am Nord- saum des thüringer Waldes auf beiden Seiten des Flusses Gera ausbreitet, an der belebten Strasse^ die seit Jahrhunderten von Arn- stadt nach Erfurt fuhrt, erblicken wir den stattlichen Herzoglich (vothaischen Marktflecken und Amtsort Ichtershausen. Den Hinter- grund nach Süden bilden die dunkeln Höhen des genannten Gebirgs mit ihren prächtigen Formen und an den Fuss desselben schmiegt sich das thürmereiche Arnstadt, jetzt wie vor Alters. Sonst hat sich die Physiognomie der Gegend sehr umgewandelt; die stolzen Zinnen der Burgen Mühlberg, Gleichen, Kevernburg, welche einst die benachbarten Thäler beherrschten, sind gebrochen, Wachsenburg überdauerte alle Stürme der Zeiten, verlor aber den Schmuck der weithinausragenden Thürme. Die alten Rittersitze in der Ebne (Wasserburgen), wie Rockhausen, Molsdorf, Dornheim, Elxleben, ingersleben, Kirchheim, Rudisleben sind theils ganz verschwunden, theils haben sie nach Ausfüllung der Gräben und Abtragung der Mauern einen friedlichen Charakter angenommen, denn das gewalt- thätige und eiserne Zeitalter, welches solche Schutzmittel erforderte, ist längst vorübergegangen.
Diese anmuthige Landschaft, welche uns in buntem Wechsel fruchtbare Felder und liebliche Wiesengründe darbietet, gehorte einst zum thüringischen Gau Langenwiesen (Urkunde I.), kirchlich aber zur Mainzer Diözese und zwar zu dem Archidiaconat der Marien- kirche in Erfurt. Die erste Erwähnung unsers Orts fällt in das Jahr 94S, wo Otto I. Huochtricheshus mit mehren andern Gütern
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in Thüringen und Franken der Abtei Hersfeld übertrug und dafür Wormsleben bei Mansfeld empfing. ^) 60 Jahre später (etwa 1 005 — 12) uberliess Günther, ein vornehmer Thüringer, Ichtershauseu dem Kloster GöUingen, welches diesen Besitz bald wieder veräussert haben rauss.') Zum dritten Male taucht Ucbtrichishusen 1133 aus dem Dunkel auf (Urk, 20), um nicht wieder zu verschwinden. Damals befanden sich hier mehre Grundherrn, welche theils Kaiserliche oder Hers- felder Lehen, theils uralte Allodialgüter besassen, nemlich die Land- grafen Thüringens (Urk. 42. 45. 30. 38.), die Grafen von Kevernburg, Nachkommen der früheren Gaugrafen (Urk. 65. 95. 126 ff.), die Dynasten von Grumbach und die Grafen von Gleichen (Urk. 50). Die Besitzungen der fränkischen Grafen von Wildperg (1294, Urk. 97.) waren wohl ein Ueberrest der Grumbach'schen Erbschaft und die Güter der Truchsesse von Schlotheim (Urk. 94.) dürfen wir unbe- dingt als landgräfliche Lehen bezeichnen.
In jenen Zeiten der allgemeinen Begeisterung, kurz vor dem zweiten Kreuzzuge benutzte Frau Frideruna^), Wittwe Marquards I. von Grumbach, des treuen Anhängers und vieljährigen Begleiters
^) Sc halt es, Director. Diplom, f, S. 63.
■) Schult es, Director. Diplom. I, S. 135.
') Der Ursprung Frideruna's, welche Urk. 20. religiosa roatrona ez Thuringorum provincia nobilissimis natalibus orta genannt wird, ist noch nicht ermittelt. Gegen den Kevernburgischen oder Gleichischen Ursprung, an den man zuerst denken möchte, sprechen mehre Gründe, so dass man weiter suchen muss. Möglicher Weise stammte sie von dem Wichmann- Seeburg*schen Grafenhause, welches in der Nähe reich begütert war, wie eine Urkunde von 1119 zeigt, s. Schultes^ Direct. Dipl. I. S. 251f. und in welchem Geschlecht der Name Frideruna mehrmals vorkommt. Dafür würde der Umstand anzuführen seyn, dass Wich mann, Erzbischof von Magdeburg, der unzweifelhaft ein Graf von Seeburg war, sich stets als Gönner der neuen Klosterstiftung zeigte und dass er seines Vaters Schwester (amita) G e b a (oder Heva, s.Lepsius, Gesch. d. Bischöfe v. Naumburg S. 153 f.) nach Ichters- hausen ziehen Hess, wo dieselbe starb und in der Kirche vor dem Marien- altar begraben wurde (Urk. 8. 20.). Auch wird Frideruna als Verwandte von zwei andern hohen geistlichen Würdenträgern bezeichnet, nemlich 1 133 ?on Bernhard, Bischof von Hildesheim, dessen Ursprung wir ebenfalls nicht kennen, (Lüntzel, Gesch. der Diöces u. Stadt Hildesheim I, S. 440.) wenn auch Niedersachsen als seine Heimath betrachtet werden muss, so dass die Verwandtschaft mit Frideruna auf seine Mutter zurückzuführen ist, und
der Hohenstaufen, einen Theil des ihr zugefallenen väterlichen oder mütterlichen Erbguts zu einer Klosteranlage in Ichtershausen 1147, nachdem sie schon 1133 eine dem h. Georg geweihte Kirche daselbst erbaut hatte. Aus dem fränkischen Kloster Wächterswinkel, welches zu der Familie ihres Gatten in nahen Beziehungen stand, Hess sie die ersten Nonnen kommen, welche das klösterliche Leben sogleich be- gannen (Jun. 1147 Urk. 2). Der Cisterzienserorden , dem beide Klöster angehörten, ein reformirter Zweig der Benediktiner, war hervorgerufen durch das Bestreben, die allmälig eingerissene Ver- weltlichung der Religiösen zu verbannen und dafür die alte Strenge und Heiligkeit zurückzuführen. In Citeaux bei Dijon, welcher Name dann auf den ganzen Orden überging, gründete der heilige Robert 1098 ein Kloster, dessen Bewohner sich zu der pünktlichsten Beob- achtung der Regel Benedikts verpflichteten und welche als Unter- scheidungszeichen statt «les schwarzen Gewandes ein weissgraues trugen. Darum iiiess der Orden in Deutschland allenthalben der graue Orden. Uebrigens mögen in verschiedenen Ländern verschie- dene Bestimumngen rücksichtlich der Farbe der einzelnen Theile des Gewandes gegolten haben, wodurch sich manche abweichende Angaben erklären. Die eigentliche Blüthe dieses Ordens beginnt aber erst mil dem h. Bernhard, welcher II 15 das Kloster Clairvaux an- legte und durch seine wahrhaft ausseronleni liehen Eigenschaften den Orden zu dem gefeiertesten und gesuchtesten der ganzen Christenheit erhob. Mit solcher Schnelligkeit vermehrten sich die Stiftungen, dass binnen 50 Jahren über 500 Colonien aus dem Mutterkloste • ausgingen. Alle umschlang das gemeinsame Band der s. g. charta caritatis, das (lesetz der Liebe auf Benedikts Regel gegründet 1119, welches sowohl die früheren Grundgelübde, Armuth, Gehorsam und Keusch-
1147 von Hciiiricli, Er/biscliol" von Main/., desbcn Familie (v. Harburg) uns keinen Anhalt darbietet. In Kncksicbt auf Bischof Bor n li ard sagt die erwähnte Urk. 20. ex linca sanguinis sibi propinqua und Kr/.bischof Ueinrißh sagt Urk. 2. Fiederuna linea nobis sanguinis propinqua. Ucber eine otwaige Verwandtschaft mit Frcderunda Tochter des Grafen Altmann und Gattin des Grafen Radolpli von Woldenberg (Harenberg, bist, cccles. Gandershem. 8. 188. S. 606 f.), die mit der Stifteriu von Paulinzella verwandt war, auf welches Verbältniss ich so cbun durch Herrn Hofrath Hesse aufmerksam ge- macht werde, vermag ich aus Mangel an dem nöthigen Material keine Aus- knnft zu geben. — Ucber die Dynasten v, Grumbach s. den Anhang.
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heit, als die andern Vorschriften Benedikts auf das nachdrucklichste erneuerte und welches durch die Beschlüsse der General kapitel des Ordens fortwährend Zusätze zur Erläuterung und zur Verschärfung erhielt Zu den alten aber ge wohnlich vernachlässigten Gesetzen gehorten vornemlich die strenge Feier des Gottesdienstes bei Tag und bei Nacht, der Zwang zu nutzlicher Arbeit, das Verbot oder wenigstens die höchste Beschränkung des Sprechens, die Entziehung aller Fleischspeisen und die genaueste Beobachtung der Fastengesetze, endlich das gänzliche Vergessen aller früheren socialen und ver- wandtschaftlichen Verhältnisse. So verflossen die Tage des Cister- ziensers bei anstrengender Arbeit, die Nächte bei Wachen und Beten. Alle Kloster standen unter dem Abt von Citeaux als gemeinsamen Ordensgeneral, dessen Macht man eine monarchische nennen müsste, wenn er nicht durch die Generalversammlung der Aebte, die alle Jahre in Citeaux zusammenkommen sollten und durch die Visitation der Kloster, welcher selbst Citeaux unterworfen war, beschränkt gewesen wäre.
Frühzeitig fand der Orden in Deutschland eine wunderbare Verbreitung, denn es hatte sich damals aller Geister eine solche Begeisterung bemächtigt, dass diejenigen, welche nicht mit den Waffen für die Wiedereroberung der heiligen Stätten kämpfen konnten, wenigstens bereit waren der Welt zu entsagen und sich ganz dem göttlichen Dienste zu widmen. Nachdem sich am Rhein und in Franken viele Stiftungen erhoben hatten, folgten in' Thüringen 1130 — 1142 die grossen Abteien, die von Altencamp oder von Mori- mand ausgingen, nemlich Volkenrode, Walkenried, Pforta, Sichern and Georgenthal, denen sich Bürgel zugesellte. Weit grosser aber war die Zahl der Nonnenkloster in Thüringen, nemlich Berka a/I., Capellendorf, Colleda, Donndorf, Eisenach, Eisenberg, Frankenhausen, Frauenpriesnitz, Frauensee, Gotha, Grossballhausen, Halle, Ileida bei Ohrdruff, Heselcr, Jena, Kelbra, Mark-Süssra, Ober- Weimar, Roda, Stadt Um (nicht Ilmenau), Tüllstedt.
Verfassung und innere Geschichte des Klosters Ichtershausen.
An der Spitze des kleinen Reichs, welches jedes Nonnenkloster bildete, stand die selbstgewählte Aebtissin (auch doniina), welche
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% ziemlich unbeschränkt über die inneren Angelegenheiten und den gesanimten Haushalt waltete. Sie führte die Nonnen sowohl zum Gottesdienst, als zur taglichen Arbeit, sie verhängte die etwaigen Strafen, liess sich die Rechnung von dem Propst vorlegen und sorgte im Grossen und Kleinen wie eine Mutter für ihre Untergebenen. Die Prior in und Subpriorin unterstutzten sie und fungirten no- thigenfalls als Stellvertreterinnen. Besondere Zweige des kirchlichen Dienstes oder der äussern Verwaltung lagen mehren weiblichen Beamtinnen ob, welche von der Aebtissin und den Schwestern ge- wählt wurden. Diese hiesscn Sängerin cantrix Leiterin des Kirchengesangs, Kellnerin celleraria Aufseherin des Haushaltes und der Vorräthe, Kämmrerin cameraria Bewahrerin des Hauses und des Inventars, Schulmeisterin scholastica Lehrerin der Novizen und der dem Kloster zur Erziehung übergebenen jungen Mädchen*), Siechmeisterin Pflegerin der Kranken, Zuchtmeisterin Voll- streckerin der Strafen und Küster in custos oder custodissa, mit der Sorge für die Kirche (Reinlichkeit, Schmuck, ewige Lampe u. s. w.) betraut, gewöhnlich die Jüngste. Für die häuslichen Arbeiten gab es auch Laienschwestern, Conversen, deren Zahl 1519 nur 3 betrug. Die Gesammtzahl der Nonnen war bei der Stiftung 18, die von Wächters winkel hierher verpflanzt wurden (Urk. 2), wuchs aber mit dem steigenden Reichthum des Klosters, so dass wir 1392 nicht weniger als 85 finden (Urk. 227). 1419 (ürk. 254) werden zwar nur 25 namentlich aufgeführt, aber mit der ausdrücklichen Bemerkung, dass mehre zum Convent gehorten. 1519 war die Zahl auf 29 zusammengeschmolzen mit 3 Laienschwestern, und bei des Klosters Aufhebung scheint die Zahl keine Veränderung erlitten zu haben.
Es fehlte aber auch nicht an männlichen Angehörigen des Klosters, die sowohl für die Administration des Gottesdienstes, als für die Vermögensverwaltung nolhwendig waren. Den ersten Platz nahm der Propst praepositus ein, später oft Vorsteher genannt,
*) Da« Inventarinm von 1519 nennt 29 Chorjungfrauen, 3 Conversen, 2 weltliche Kinder, 1 weltliche Magd. Für das Vorhandenseyn von Pen- sionairinnen spricht auch die Rechnung von 1526, in welcher ein Capitel der Einnahme lautet: Kostgeld von Kindern im Kloster.
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weicher von dem Convent aus dem Orden der Reglerchorherrn gewählt wurde und darauf von dem Erzbischof von Mainz seine Bestätigung empfing Urk. 2. Diesem lagen ausser den priestcrlichen und beicht- väterlichen Funktionen (spiritalis pater und rector animarum Urk. 1.) auch alle äusseren Angelegenheiten ob, die Fuhrung der Rechnung und der Gorrespondenz — denn er hatte die Rechte des Klosters nach aussen zu vertreten — , das Abschliessen von Käufen, Verkäufen und allen andern Verträgen, die Verleihung und Verpachtung der Güter ^ die Ausfertigung der Urkunden, die Ausübung der niederen Jurisdiktion über .die Klosterunterthanen ^ der Empfang und die Be- wirthung der Fremden u. s. w. Ein besondrer Klosterschreiber unterstützte ihn (Urk. 223. 267.)i wenn er nicht vorzog selbst zu schreiben, wie wir mehre äusserst sauber gefertigte Urkunden von der Hand des Propstes Wolfram besitzen (N. 16. 20. 21. 23). Ob der Propst jeder Zeit zugleich Pfarrer (plebanus) der Ortsgemeinde war, steht nicht ganz fcst^). Mit der wachsenden Zahl der Nonnen und dem zunehmenden Reichthum des Klosters häuften sich die Geschäfte des Propstes dergestalt, dass er Hülfe bedurfte. Diese wurde ihm sehr bald durch jüngere Geistliche, welche die Arbeiten der gewöhnlichen Vicarien und Capelläne zu besorgen hatten, sowie durch einen besondern Beichtvater aus Erfurt^).
*) In Urk. 2 giebt der Erzbiachof von Maiux dem Propst mit beson- derer Rncksicht auf die dortige Bevölkerung das Recht zu predigen, /.u taufen, die Kranken zu besuchen, Beichte zu hören und zu bestatten, so dass der Propst gewiss auch Pfarrer war, zumal da sich eine andre Kirche, die als Pfarrkirche hätte dienen können, in Ichtershausen nicht befand. Bei der Aufbebung des Klosters erblicken wir noch dasselbe Verhältnisse aber in der Zwischenzeit is( es vielleicht nicht immer so gehalten wurden. 1297 (Urk. 108.) wurde von dem Kloster das Patronat verpiändet, was nicht gut geschehen konnte, wenn die Prnpositur und das Pfarramt verbunden waren. Auch wird 1463 ein Pfarrer von Ichtershausen genannt (Urk. 298.), der übrigens zugleich Propst gewesen seyn könnte.
*) Nach Wnrdtwein dioeces. Mogunt. in archidiac. distincta S. 110 u. 181. gab es ausser einem Frühmcsser (Urk. 222.) noch 3 Vikare, nerolich einen für den Altar der Jungfrau Maria und Johannis des Evangelisten, einen für den Altar Johannis des Täufers im Chor einen desgleichen (in einer Seitenkapelle). Eine andre Vikarie (S. CJeorg) wurde nach Vorschlag des Erzbischofs von Mainz besetzt, Urk. 188. Der Beichtvater, ein Dominikaner aas Erfurt, kam alle Monate einmal hierher, s. Kirchen- und Schulstaat III, 7, S. 21. Capelläne s. Urk. 163. 195 u. 223. Auch in AVächterswinkel
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Ausser den geistlichen Brüdern gab es, wie bei den meisten Cisterziensernonnen kl Ostern auch mehre Laien b rüder fratres con- versi, deren in Urk. 195 und 238 einer, 11)8 drei, 1)0 und 235 sechs genannt werden, für die landwirthschaftlichen und andere Arbeiten, z. B. einige Hofmeister fiir die KJostergüter, ein Weinmeister, Schuh- meister^ Backmeister (zugleich Müller) (Urk. 223. 235. 238.), Koch und Kellner (Inventar von 1519). In die Kategorie der weltlichen Diener fallen der Schreiber, der Thorwart und die Kirchendiener, von denen der eine das Läuten besorgte, der andre dem Propst nebst den Capellänen aufwartete und dem Kirchengesang assistirte (Scholaris, Chorschüler Urk. 223. 262. und Inventarium von 1519)^) — abgesehen von den niedern Knechten s. unten.
Dem Missbrauch der Amtsgewalt Seitens der Aebtissin und des Propstes war auf doppelte Weise vorgebeugt, theils durch Con- vents Versammlungen, welche bei gewissen Angelegenheiten zu Rathe gezogen werden mussten, theils durch die regelmässigen Visi- tationen. Auf die Versammlungen wird anschauhch hingewiesen in Urk. 254, wo die Nonnen durch die Glocke in das Refectorium berufen werden, um über die Mittel zu berathen, wie der Finanz- noth ein Ende gemacht werden könne. Die regelmässige Visitation unsers Klosters lag dem Abt von Bürgel ob (Urk. 343), welcher sowohl das innere Leben, Haltung der Klosterzucht, Beobachtung des Gottesdienstes u. s. w. als die äusseren Verhältnisse, namentlich die Vermögensverwaltung prüfte, die Baulichkeiten besichtigte u. s. w. und in einem speziellen Protokoll Alles genau angab, welches be- seitigt oder verändert werden musste^). Eine Ausnahme war es,
begegnen wir häufig den Capellänen und Priestern neben dem Propst, s. Archiv des hist. Vereins tür Unterl'ranken, XV, S 144. 146. 148 ff. 164 u. b.w.
'') In dem Nonnenkloster Ueusdorf, welches iinaloge Verhältnisse haben musste, waren :> Conversen Holmeister, s. Wolff, l'i'orta II, S. 201. Wäch- terswinkel hatte auch Conversen als Kellner, Kämmerer, Krankenpfleger U.A., ». Archiv a. a. O. S. 145 1. 147. 149 1. 152 f. Wenn die alten Urkunden (N. 1. 5. 6. 30. 36. 38.) in Ichtcrshausen Brüder neben den Schwestern nennen, so sind unter den Fratres wohl vorzüglich die Laienbrüder /.u ver- stehen. Ueber die Kirchendiener s. Kirchen- und Schulstaat, III, 7, 8. 21.
') Reiche Belehrung gewähren die Visitationsprotokolle des Cisterxienser- klosters in Glaucba vor Halle, bei Dreyhaupt, Beschreib, des Saalkreises 1, S. 820 ff. Von dem Eingreifen des Visitators zeugt der Brief des Abta
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dass 1504 (? Urk. 343.) auch der Abt des Petersberges alsausser- «irdentlicher Visitator berufen wurde — wahrscheinlich wegen des alten Fraternitätsverhältnisses mit diesem Kloster.
Hier gedenken wir noch des Voigtes und der Vormünder. Das Vogteirecbt (Advokatie) hatte sich die Familie der Stifter vor- behalten , mit dem Versprechen . einen Andern weder als Voigt zu bestellen noch mit diesem Amte zu belehnen, denn bekanntlich übten die Voigte oft harten Druck und unerträgliche Anmassung^). Mit dem Aussterben der Grumbach'schen Dynastie fiel die Advokatie an dass Kloster zurück, so dass es sich einen andern Voigt hätte wählen dürfen, was aber nicht geschah. Dagegen gab es noch andre Gewalten, welche ein gewisses Schutz- und Oberaufsichtsrecht beanspruchten, ncmlich die Grafen von Kevernburg als Territorial- herrn der meisten Klostergüter, die thüringischen Landgrafen ver- möge der Landeshoheit, der Erzbischof von Mainz als geistlicher Oberherr *^), dem das Kloster unmittelbar untergeben war (Urk. 2. 6.) zum Theil auch als Lehnsherr einiger Besitzungen (Urk. 46. 339. conservator genannt) und der Kaiser als gemeinsames Oberhaupt und Schutzherr aller Weltlichen und Geistlichen. Als nach dem Erloschen der Kevernburgischen Linie 1385 die Besitzungen an die Landgrafen gefallen waren, hatten dieselben nun einen doppelten Rechtstitel, sich des Klosters anzunehmen und eine gewisse Hoheit zu üben. So zeigt Urk. 187. 237. 247. 251, dass der Landgraf dem Kloster Erlaubniss ertheilt, Verkäufe vorzunehmen und mehrmals
von Georgenthal an das Kloster zum heiligen Kreutz in Gotha mit dem Befehl, einen abgeschlossenen Verkauf wieder rückgängig zu machen, Sa- gittar. hist. Goth. S. 142.
*) Deshalb finden wir Urk. !• 2. allerlei Beschränkungen des Voigtbs zu Gunsten des Klosters s. auch 22 u. 13, wo sich Albrecht v. Grumbach als Anerkennung seines Amts die Lieferung von 2 Paar Schuhen vorbehält.
^^ An den Erzbischof von Mainz wendete sich 1230 bei seiner durch Streitigkeiten über die Abtei Pegau veranlassten Anwesenheit in Mainz der Bischof Engelhard von Naumburg, welcher ein Bruder des Propstes Georg Pflugk war und bat um Verleihung der Advokatie, was aber abgeschlagen wurde (Notiz der Amtsbeschreibung von 1667.) Jedenfalls ist dieses so zu verstehen, dass der Bischof mit seinem Bruder dem Propst einig geworden war und sich nun im Voraus der erzbischoflichen Confirmation vergewissern wollte, ehe der Propst weitere Schritte that, um den Convent zu bewegen, seinen Bruder zum Voigt zu wählen.
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bezeichnen die Landgrafen Ichtershauseii geradezu als „unser" Kloster Urk. 245. 249. Auch heissen sie Schutzherrn Urk. 326. Ganz irrtbuinlich hat man der Stadt Erfurt die Advokatie zugeschrieben^ während dieselbe kein weiteres Recht besass, als dein Kloster Vor- münder oder Rechtsbeistände aus ihrer Mitte zu geben. Dieses geschah ajif Empfehlung des Kaisers, wie Urkunde 204 zeigt, keineswegs sind die Vormünder als Ausfluss der Advokatie zu betrachten"). Solcher Tutoren aus Erfurt gedenken die Urk. 195. 198. 202 u. a., aber eine Andeutung giebt schon Urk. 182 aus dem Jahre 1341. — Damals waren die Competenzen nicht so scharf begränzt wie jetzt und das Charakteristische des Mittelalters besteht gerade in einem wunderlichen Schwanken und .Sichdurch- kreuzen rücksichtlich der Rechte und der Gewalten, kurz in der seltsamsten Vielgestaltigkeit der öffentlichen Verhältnisse.
Ueber das innere Leben der Kloster erfahren wir aus den zahlreichen Urkunden nur wenig, da sich diese vorzugsweise mit den Vermogensverhältnissen beschäftigen, eine reichere Ausbeute ge- währen die zahlreichen Ordensschriften und die erwähnten Visitations- protokolle. Daraus sehen wir, dass den Nonnen ganz wie den Mönchen strenge Beobachtung des Gottesdienstes und gewissenhafte Zeitbenutznng zukam. Die canonischen Stunden mussten bei Tag wie bei Nacht von Allen gehalten werden, wobei die von dem h. Bernhard verordnete Liturgie zu Grunde lag. Alles war be- stimmt, bis auf die Verbeugungen, die bei gewissen Namen erfolgten; jede Stunde, jeder Tag nach seiner periodischen Wiederkehr hatte gewisse religiöse Verpflichtungen. Die Zeit verfloss höchst einförmig, denn der Gottesdienst wechselte ab mit der Arbeit, welche sich auf Verfertigen der Kleider, der Lichter und Seife, Weben und Stricken und Beihülfe bei dem Kochen und Waschen erstreckte. Die Kost, welche in thönernen Geschirren aufgetragen wurde, war der Regel nach äusserst kärglich und Fleischspeisen waren anfangs ganz ver- bannt; dagegen spielten Hülsen früchle, Gemüse und Mehlspeisen die Hauptrolle. Zum Getränke diente ein schwaches Bier, an festlichen Tagen auch Wein. Eine Ausnahme machten namentlich gewisse
'^) So hatte das Gotliaitfche Kloster zum heiligen Kreutz Vormrinder (tntores, procuratores) , aber iiieniuU einen Voigt, wie die Urkunden dieses Klosters bei Sagittarius darthan.
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Stiftungen, welehe den Nonnen bessere Speisen, wie Fische und Braten oder Wein verordneten, s. die Stiftung Alberts von Grumbach 1J76 Urk. 13 und ürk. 12 J. 223, wo auch der technische Name für solche ausserordentliche Gerichte Pi tan cia genannt ist, vgl. 163 '^j. Tiefes Schweigen sollte in dem Refektorium, im Kreuzgang und in der Kirche herrschen, nicht weniger in dem Schlafsaal dormitorium, wohin sich alle begaben, wenn sie nach dem Completorium den erhebenden Gesang salve regina beschlossen hatten, was jeden Abend geschah. Die Pflicht des Gehorsams wurde im weitesten Sinne gefordert, so dass nicht einmal ein leises Zeichen von Unzufrieden- heit gestattet war. Von der Aussenwelt waren die Nonnen ganz abgeschlossen. Keine durfte an ein Fenster treten, einen Brief oder Boten absenden, noch viel weniger ausgehen — denn dieses konnte nur der visitirende Abt gestatten ~ , mit Fremden red'en, ausser am Sprachfenster, was im Beiseyn der Aebtissin oder zweier älterer Nonnen und zwar ganz kurz geschah. Eine Reihe von Strafen bedrohte jede Ver- nachlässigung und Pflichtverletzung, zuerst Rüge im Versammlungs- saal, dann Fasten bei Wasser und Brot, Gefängniss, Geisselung und als das höchste Exkommunikation.
Fragen wir, wie sich unsre Nonnen jenen strengen Regeln )B;egenüber verhielten, so können wir von ihnen ebenso wie von den andern Klostern desselben Ordens lange Zeit nur Löbliches sagen. Nach und nach aber eilte die strenge Disciplin dem Untergang zu, trotz vieler Versuche der Päpste und Generalkapitel, die überhand- nehmende Gleichgültigkeit zu beseitigen und die ahe Heiligkeit zu- rückzufuhren. Wo der böse Geist einmal eingekehrt ist, da lässt er sich nicht durch die rigorosen Worte einer Bulle und durch die schärfsten Strafandrohungen bannen. Wie die Angehörigen der andern Orden es für thöricht hielten, neben den Reichthümern, die die karge Sparsamkeit von Jahrhunderten aufgehäuft hatte, zu darben, so kamen auch unsre Nonnen auf diesen Gedanken, so dass nun Müssiggang, Uej>pigkeit, Leichtsinn und Ungehorsam an die Stelle der früheren Demut h und Anspruchslosigkeit traten. Die Aebtissin bemühte sich
*•) Die Unsicherheit der Etymologie dieses schwer zu deutenden Worts ist besprochen in Rein. Dominikanerkloster zu Eisenacli. Eisenach 1857. S. 11 f. 26. S. auch Bär, diplom« Geschichte der Abtei Eberbach von Rössel, l, S. 662 ff. 432 f.
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vergebens, Zacht und Ordnung zurückzufuhren; es bildeten sich vielmehr Partheiungen ; Zank und Hader verscheuchten den alten Geist des Friedens. Nicolaus von Syghen erzählt, dass als 1486 in Folge einer angeordneten Reformation die Disciplin hätte verschärft werden sollen, die adlichen Nonnen formlich rebellirt hätten; der Beichtvater Conrad us Ottonis wäre genöthigt gewesen, einen geheimen Panzer anzulegen und mehre Nonnen hätten zur Strafe und Besse- rung in fremde Kloster gebracht werden müssen, nemlich 2 nach Bisenach, 2 nach Gotha, 2 nach Erfurt ; dagegen wären 3 Schwestern aus Erfurt gekommen, aber bald wieder zurückgerufen. Endlich habe das mächtige Wort der Landesherrn das Kloster zur Refor- mation gezwungen. Auch konnte es scheinen, als ob die gut« Ordnung wieder hergestellt worden wäre, wenn wir hören, dass mehre ungehorsame Nonnen von Sonnefeld hierher oder nach Eise- nach gebracht wurden (Urk. 341 f.), doch spricht etwas anderes dagegen, nemlich die befremdende Erscheinung, dass der Beichtvater gerade in diesem Jahre sich gedrungen fühlte, eine aussergewohnliche Visitation durch den Abt von S. Peter in Erfurt zu beantragen 8. oben. — Schliesslich erwähne ich, dass das einförmige Kloster- leben mehrmals durch Kriegsgetfimmel und hohe Besuche unter- brochen wurde. Zuerst kamen 1198 viele Bischöfe und mehre Fürsten hierher, um Philipp von Schwaben auf den Thron zu er- heben und derselbe war wieder 1204 hier, wo er am 17. September die Unterwerfung des Landgraf Herrmann I. entgegennahm"). 1249 im thüringischen Erbfolgekrieg flohen die Nonnen auf Vorschlag des Burggrafen von Kirchberg nach Capellendorf.
Privilegien, Bruderschaften, Reliquien, Eirchenpatronate.
Unser Kloster theiltc die allgemeinen dem gesammten Orden und speziell dem Kloster Wächters winkel zustehenden Privilegien (Urk. 17.) z. B. Zehntfreiheit von dem Rodeland (s. g. Novalzehnten), Freiheit von jeder weltlichen Herrschaft (Urk. 1. 2.), Befreiung von
^') CbroD. Sampetr. S. 233. 235. Einen unbedeutenden Auflauf in Ichters- hausen durch die Erfurter Händel im Jahre 1512 verursacht schildert Jov jus, Chron. Schwarzburg. S. 611 f.
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Interdikt und Exkommunikation, das Recht Auswärtige im Kloster zu bestatten, Gerichtsbarkeit über Unterthanen u. s. w. Ganz be- sonders wird in den Schutzbriefen unsers Klosters hervorgehoben die freie Wahl der Aebtissin und des Propstes (Urk. 1. 2. 5. 6. 17 u. s. w.), sowie der ungestörte Besitz der gegenwärtigen und später noch zu erwerbenden Güter. Um sich in diesem ruhigen Besitz zu behaupten, pflegten die Kloster die weltlichen und geist- lichen Machthaber um Bestätigungs- und Schutzbriefe zu bitten, deren sich mehre erhalten haben. So versprach König Conrad III. sofort nach der Stiftung seinen Schutz für alle Güter sowohl als für alle Freiheiten, indem er die Dawiderhandelnden nach Befinden mit einer Strafe von 100 Pfd. oder 1 Pfd. Goldes bedrohte (Urk. 1.). Andere Könige und Kaiser folgten nach, wie Friedrich I. Heinrich VI. (Urk. 22. 24), Rudolf (Urk. 75) Ludwig (Urk, 161), Carl IV (Urk. 204). Ebenso Hessen es auch die Erzbischöfe von Mainz an Schatzbriefen nicht fehlen, welche jeden Frevler in schauderhaften Ausdrücken mit allen himmlischen Strafen und Exkommunikation bedrohten (Urk. 2. 6. 17.). Der Geist und die Sitten jener Zeit geben uns hin- längliche Motive für die sonderbare Sitte, sich wiederholt Privilegien zu verschaffen, die doch immer dasselbe enthalten. Bei der damaligen Rechtsunsicherheit nemlich war es sehr nützlich, gegen die Ansprüche Andrer möglichst zahlreiche Urkunden mit weltlichem und geistlichem Schutze vorlegen zu können. Besonders wirksam war der geistliche Bann, der dem geistlichen Richter zur Seite stand, vor dessen Forum die meisten Sachen kamen, soweit sie eine geistliche Corporation betrafen. S. die interessante Urk. 227. Auch mögen die Klöster einen gewissen Ehrgeiz gehabt haben, sich über ihre Rechte Diplome von mächtiger Hand zu verschaffen und dadurch den Glanz ihres Convents zu erhöhen. — Indulgenzbriefe scheint das Kloster niemals erbeten zu haben; wenigstens ist kein einziger mehr voi banden.
Es gereichte jedem Kloster zu besonderem Ansehen, Bruder- schaften mit anderen Orden einzugehen, durch welche sich die Contrahenten gegenseitig in die Gemeinschaft ihrer guten Werke aufnahmen und Seelenmessen für die verstorbenen Brüder gelobten. Solcher Ichtershäuser Fraternitätsbriefe sind wenige auf uns gekom- men, z. B. Urk. 246. wo unser Kloster in die Verbindung des Pre- digerordens aufgenommen wird. Aelter war die Bruderschaft mit mehren Gliedern der Abtei Pforta (Urk. 20) und mit dem S. Peters-
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kloster in Erfurt (ürk. 92.), welches schon 1185 jnit dem Propst Wolfram einen solchen Bund geschlossen hatte , Urk. 18. — Die Braderschaft der Kalauderherrn (Urk. 325.329. 340. 369) stand jedenfalls zu dem Kloster in enger Beziehung, aber Näheres anzu- geben vermögen wir nicht.
Auch ein reicher Reliquie n schätz war in Ichtershausen vor- handen^ welcher der Kirche eine besondere Glorie verlieh und zahl- lose Besucher anlockte, deren Opfergaben eine fortlaufende Ein- nahmequelle bildeten. Zwei schöne Urkunden von der Hand des Propstes Wolfram (Urk. 20. 21.), sowie der Consekrationsbrief des Erzbischofs Conrad (Urk. 19) geben uns genaue Auskunft über die Art, wie man sich Reliquien von grösseren Stiftern verscliaflfte, deren Identität confirrairen Hess und mit welcher Pietät man dieselben in besondem schön verzierten Behältnissen aufbewahrte. Sehr lehrreich sind auch die Urk. 7 und 8, wo die Reliquien aufgezählt werden, die einst Otto der Grosse nach Magdeburg gebracht und die 1 1 66 der Erzbischof Wichmann von Magdeburg und der Propst Sigfried daselbst nach Ichtershausen schenkten. Für ewige Zeilen sollte der 26. Januar, an welchem Tage die Schätze angekommen waren, kirchlich gefeiert werden.
Nicht selten geschah es, dass Pfarrkirchen und Kapellen einem Kloster ganz inkorporirt wurden, so dass gegen Ueberlassung des gesammten Vermögens die Verwaltung der Kirche von dem Kloster aus besorgt wurde, oder dass das Kloster einen von ihm besoldeten Pfarrer dahin stellte (Urk. 143). Ein anderes Verhält- fiiss trat ein, wenn die Kirche ein Kloster als Patron erhielt, in welchem Falle das Kloster die Einkünfte der Pfarrei nicht einzog, sondern nur das Recht hatte, bei jedesmal eintretender Vakanz einen neuen Pfarrer zu präsentiren. Schon 1148 erhielt Ichtershausen das Patronat über die Kirche zu Egstädt (Urk. 3), aber 1157 wurde die Peterskapelle inkorporirt (Urk. 4). Das Patronat über die Johanniskapelle in Kerspleben folgte 1184 (Urk. 16 und 26 wo diese Kapelle abbrannte aber wieder aufgebaut und aufs neae geweiht wurde), die Inkorporation der Kirche von Dachwig 1308, Urk. 143. 319, sodann das Patronat über die S. Matthias- kirche zu Eischleben 1317 (Urk. 148. 165. 311. 328), eben so über die S. Wenzelskirche zu Thörey (in ungewisser Zeit, s. Urk. 241 von 1406) und über die S. Gangolf- und S. Nikolauskirche zu
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Rechstädt (ebenfalls in angewisser Zeit). Wurdtwein,' dioeces. Mogunt. in archidiac. distincta S. 76. 117, wo Rechstet statt Bech- stet zu lesen ist, zeigt uns die Existenz dieses Patronats im Jahr 1514. Auch das Patronat in Eischleben und Dachwig hatte so lange fortgedauert, Wurdtwein S. 75. 110. Dagegen waren wahrscheinlich durch Verkauf in andere Hände gekommen die Pa- tronate überEgstedt (übergegangen an das Cyriaxkloster bei Erfurt, 3. Wurdtwein S. 75), von Kerspleben (übergegangen an die Familien Ziegler und Hotermann in Erfurt, s. Wurdtwein S. 66) und von Thorey (an das Neuwerkkloster in Erfurt gelangt, s. Wurdtwein S. 77). Die S. Peterskapelle scheint frühzeitig verfallen zu seyn, da Wurdtwein ihrer nicht gedenkt und da auch sonst keine Spur mehr existirt. — Sehr dunkel ist die Geschichte eines angeblich 1279 gestifteten Filialklosters zu Orlamünde s. Urk. 82 f.
Finanzen.
Bei der Stiftung beschränkte sich das Klostergut auf die schon vorher der Kirche gehörenden Grundstücke zu Ichtershausen, sowie überhaupt die Cisterzienserkloster nur so viel Besitz haben durften, als sie unmittelbar brauchten, denn diese Religiösen sollten von ihrer Arbeit und hauptsächlich vom Landbau leben. Bald aber erweiterte sich das Klostergut durch die kluge Betriebsamkeit der Propste, sowie durch die rastlose Geschäftigkeit der Laienbrüder. Während diese den praktischen Betrieb der Wirthschaft leiteten, waren jene bedacht, die Güter abzurunden und wo möglich so viel Land an einem Ort zusammenzubringen, als zur Begründung eines selbständigen Hofs (grangia) erforderlich war. Dieses geschah vor- züglich durch Kauf und Tausch (Urk. 9 von 1169. Urk. 12 von 1174. und viele andre) und daher finden wir bei allen gut ver- walteten Cisterzienserklostern eine wunderbare Geschäftigkeit und ewigen Wechsel. Natürlich erstreckten sich die Erwerbungen zu- nächst über die Flur von Ichtershausen (1. 10 32. 41 ff. 45. 94. 101. 1 29 ff. 1 55. 1 85 u« 8. w.), dann über die ganze Ebne der Gera, Lieine und Apfelstedt, so dass sich daselbst kaum ein Ort fand, in welchem das Kloster nicht Felder und Wiesen oder wenigstens Zinsen bcsass. Auch in den benachbarten Städten erwarb das Kloster feste Punkte, vor
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Allem in dem nahen Arnstadt (56 if. 235. 240. 256. 261. 275. 280. 288. 291. 294. 302. 307. 334.) und in Erfurt, wo es Häuser, Zinsen und sogar Brotbäuke besass (52. 68.87. 144. 231. 289. 370 ff. 395.). Seltner wurden in entfernter liegenden Orten Besitzungen erworben, wie in Gross- Fanern, Buttstedt u. s. w. Zu den durch eigne Industrie gemachten Erwerbungen kamen noch Güter aus an- dern Quellen, nemlich freie Schenkungen (Urk. 30. 38. 39. 42. u. s. w. Erzbischof Conrad schenkte sogar Zollfreiheit in Erfurt 1196. Urk. 25.), zuweilen mit bestimmten Zwecken (zu Pitancien 1 3, zu Schuhen 14, zu Kleidern 245, zu Lichtern im Krankenhause 23, zu Kirchenpara- menten 195), Seelgeräthstiftungen (N. 13. 23. 163. 175. 178. 183. 208. 211. 212. 223. 252 u. a.) und die Ausstattung der Himmelsbräute bei der Aufnahmein das Kloster (27. 52. 72. 190. 195. 272 f. 287. 375. 376.).
Wir lassen jetzt ein Verzeichniss der Ortschaften folgen, in denen das Kloster Land oder Zinsen besass: Alkersleben Urk. 307., Apfelstedt 100. 282.344., Aroldishausen (?) 250., Bitt- stedt 195. 265. 293. (westlich von Arnstadt), Bossleben 115. 151. (bei Kranichfeld), Buffleben 215. (bei Gotha), Buttstedt 27., Crolowitz 199 f. (Krollwitz bei Weissenfeis ?), Dachbich 73. 117. 120. 13b. 150. 187. 196. 244. 296. u. a. (Dachwich nord- westlich von Erfurt), Died rieh ewin den (?) 10., Dornheim 170. 172. (Wenigen-Dornheim 59. jetzt Wnstung), Drohstadt 170. (muss nahe bei Dornheim gelegen haben), Ebeleben 190., Ei schieben 70 f. 88. 112. 118. 14Sf. 157. 162. 165 f. 169. 192. 223. 233 f. 247. 249. 255. 259. 264. 271. 278. 358. 360. 363., Egstädt 116. 152., Elleben 272. (bei Arnstadt), Elxleben 77. 89. 167. 242. 253., Faschenroda (?) 389, Guslo 10. 265 f. (Gössel bei Flaue), Gross- und Klein- Rettbach 122. 205 f. (Wenigenret- bacb), Grossfahnern (Vanra major. 9.), Gügeleben 115. 328. (bei Kranichfeld), Har hausen 10. 12. 49. ()0. 62. 70. 73. 123. 265. (Gross- und Kleinharhausen, Horehusen), Heilsberg 295. (bei Remda), Herbsleben 244., Hochhausen 277., Holzhausen 98.265., Hosthausen 207 (etwa Hassenhausen bei Eckardtsberga?), Ingersleben 44. 301. 316. 35.^., Kirchheim 55.63.99. 141.226. 235. 251. 254., Kindhausen 145 (Kuhnhausen bei Erfurt), Kra- wiukel 265 f. (bei Ohrdruff), Kr i speieben 16 (Kerspleben), Ma- golsleben 14. (Molschleben), Martbach 40. (Marbach bei Erfurt),
Thoringia stcra. I. 2
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Meinhardsroda 113. (Martinroda nördlich von Ilmenau), Men- vorsberg (?) 76., Mittelhausen 305. (bei Erfurt), Molsdorf 208. 260., Mühlberg 355. 357. 368., Nusezen 178, (Neusis bei Flaue), Ober-Rysen 197. (Ober-Reisen bei Buttstädt), Osthausen 222. 335. (bei Kranichfeld), Pferdisleben 76. (Pfertingsleben bei Erfurt), Pfeffelbach 201. 213. (Pfiifelbach), Rechen (?) 207., Restedt 62. 110 f. 116. 168. 171. 260. 299. 304. (Rehstedt), Riet-Nordhausen 36. 39. 250. 254., Roekhausen 203. 279., Rornsee 265., (Röhrensee bei der Wachsenburg), Rudolfs leben und Rudersleben 47. 58. 61. 111. 119. 154. 170. 176 f. 203. (Rudisleben), Rudirsdorf 27 (bei Buttstädt), Schwarza 54 (bei Blankenhain) , Sigelbach 265. (südlich von Arnstadt), Smalvelt 92 f. (unbekannt, vielleicht Schreibfehler statt Schmerfeld bei Plaue?). Sonneborn 318. (bei Gotha), Sülzenbrücken 58. 198. 286., Tan- heim 242 (südlich von Arnstadt), Tossdorf 308. (Dossdorf neben Sigelbach), Thorouge 13. 95. 98. 156. 179. 189. 260 (Thörey), Totteleben 109. (Tüttleben bei Gotha), Vargula 27., Vieselbacb 86. 90. (bei P>furt), Voldishusen (?) 254., Walschleben 151. 236., Wandersieben 281.300 (au der Gera, zwischen Erfurt und Gebesee), Werengozesleiben 23. (Weringsleben bei Arnstadt), Westhausen 321.356.366. (nördlich von Gotha), Wilrichsleben 164. (Willersieben nördlich von Stadt Um), Wulfrichshusen (?) 69. Bestimmen zu wollen, wie hoch sich die Ackerzahl des gesammten ökonomischen Grundbesitzes belaufen habe, würde ein vergebliches Beginnen seyn. Das Gut in Ichtershausen betrug etwa 800 Acker, aus denen noch heute das dasige Herzogliche Kammergut besteht. Die von Nie. von Syghen mitgetheilte Sage, das Kloster habe so viel Hufen unter dem Pflug, als das Jahr Tage zähle, entbehrt aller Ansprüche auf Glaubwürdigkeit, denn das wären 10000 Morgen! Auch will dazu nicht passen, dass das Kloster, wie derselbe Bericht- erstatter hinzufügt, zu jeder Zeit 12 Pflüge im Gange habe. Diese letzte Angabe bezieht sich auf den Klosterhof zu Ichtershausen und ist richtig, die erste aber beruht auf dem Munde des Volks, welches jede Wohlhabenheit bereitwillig erhöht und gern übertreibt.
Ausser Feldern, Wiesen und Zinsen besass das Kloster Leib- eigene mancipia (Urk. 1. 13. 62. 96. wo eine Familie freigelassen wird), auf welches Yerhältniss auch die Abgabe des Besthaupts deutet (Urk. 156. 168.), Mühlen, (nemlich im Klosterhof selbst
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und in Arnstadt Urk. 78. 80, auch bei Rudisleben ürk. 85. 216), Fisch ereigorechtigkeit und Teiche (Urk. 65. 149. 1581), an- sehnliche Weinberge, (nemlich nach den Klosterrechnungen und Amisbeschreibung 64 Acker bei Arnstadt, Halfülenberge gen., 2 Acker bei Restedt, 4i) neben der Triegelsraühle bei Siegelbach nebst Kelter- haus, 3 Acker an dem Rotinbul zwischen Arnstadt und Holzhausen Urk. 273. s. auch Urk. 48. 52.), und schone Wälder, von denen die Aratsbeschreibungeii und Urkuntien berichten^ bei Martinroda der Fromberg Urk. 31., der Kichenberg bei Neuendorf, Tondorf und Klettbach, dessen Verkauf lebhafte Streitigkeiten veranlasste (Urk. 46. 162. J03. 224. 326. 333. 338 f. 367.), der Munchescheid zwi- schen Elgersburg und Gehra, 6472 Acker im Arlesberger Forst, Amt Schwarzwald, vielleicht identisch mit dem Georgenwald hinter Elgersburg im (irunde Hudenitz, der Wald Löbichen zwischen Kspenfeld und Bitstedt (1642 von der Landesherrschaft an Frau Beate v. Fnzenberg verkauft, 1667 an v. Griesheim). Kndlich gab OS mehre Gerichte, die im Namen des Klosters gehegt wurden. Ueber Ichtershausen,*Kisleben und Thorey hielt der Propst ursprünglich selbst Gericht (nemlich tuittlere und niedere Gerichte über Erbe und Eigen) „nach altem Herkommen und Gerichtlauf an dem gehegten Gerichte unter der Eiche des Goteshauses vor der Propstei", später der Schultheiss zu Ichtershausen '^). Das Halsgericht in Egstedt und Roda kaufte das Kloster 1297 und 1303 (Urk. 104. 105. 124.), was König Albrecht bestätigte 1303. Urk. 125. Die Gerichte in Ichtershausen erhielt das Kloster theils bei der Stiftung (Urk. 1.), iheils durch den Kauf der Advokatie über 12 Hufen (Urk. 50 von 1246) und bei spätem Erweiterungen seines Besitzes (1304. 5. 6. Urk. 127. 129), wo das Halsgericht einstweilen (bis zu eingeholter kaiserlicher Confirmation) den Rathsmeistern von Erfurt übertragen wurde Urk. 131 ff. Die Gerichte zu Eisleben erkaufte man 1341, Urk. 182. Die niedere Gerichtsbarkeit zu Dach wich gehorte dem Kloster, wie Urk. 138 von 1306 zeigt. Darum bilden die Gerichts- bussen ein Einnahmekapitel in der Klosterrechnung, auch aus den
^*) Dieses erfahren wir aus einem Urtbeilsspruch des Schultheiss Hans Breiienbach in Jchtershausen über den Müller Hon/e Isonach von Gotha 1499 (Goth. Archiv). Gewöhnlich var der Schultheiss ein Laienbruder des Klosters.
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Dörfern Rebstedt und Rock hausen, von welchen beiden die Urkunden schweigen.
Was die Bewirthschaftung der Güter betrifft, so haben' wir nicht genug Haltepunkte, um ein vollständiges Bild der national- ökonomischen Verwaltung zu entwerfen. Der Hof zu Ichtershausen sowie die andern Hauptmeiereien (Vorwerkshof gen. 1415, Urk. 251.) standen unter Hofmeistern, welche meistens Laienbrüder waren (z. B. in Kirchheiin und Eischleben, Urk. 173. 223.. 22G. 235. an letzterm Orte war auch ein Kellner 223.) und alle landwirthschafr- liehen Geschäfte des Feldbaues (einschliesslich Hanf- nnd Hopfen- bau) besorgten. Ein zahlreiches Dienstpersonal befolgte deren Ge- bote'^) und ein ansehnlicher Viehstand füllte Hof und Stalle. So zählt das Inventar von 1519 48 Schweine, 1000 Schafe, 78 Pferde, 49 Stück Rindvieh, 29 Gänse, 32 Hühner. Die Weinberge wurden von einem Weinmeister besorgt, welcher den Wein in den Propstei- keller ablieferte, von wo derselbe entweder im Ganzen verkauft (s. unten) oder im Einzelnen in der Klosterschenke verzapft wurde Urk. 273. Die Wälder hatten besondere HoLzförster, deren in der Rechnung von 1530 drei genannt werden, in Martinroda, Elgers- bürg und Espenfeld. Der herrschaftliche Förster des Amts Schwarz- wald erhielt bis zur Reformation vom Kloster alljährlich ein Wal- purgisschwein , w^egen des Holzes und der Kohlen, die das Kloster dort unentgeltlich holte, Urk. 225.
Die entfernt und vereinzelt liegenden Grundstücke wurden ver- pachtet oder auch auf Erbzins (Urk. 172. 232.) ausgethan, z. E. die Mühlen in Arnstadt (Urk. 78. 80.), die Häuser in Erfurt (Urk. 144- 395.) u. s. w. Der Wachserb z ins war nicht unbeträchtlich, da von Erfurt allein für ü'/j Schock Wachs einkam. S. auch Urk. 150. Nach einem Rechnungsauszug im Communarchiv zu Weimar betrugen die Erbzinsen 277 Fl. 3 Gr. 8 Pf. Wiederkäutliche Zinsen 1 05 „ 6 „ 11 ,, Geschoss 25 „ 8 „ . 4 „
407 Fl. 18 Gr. 11 Pf.
^^) Das Klosterinventar von 1519 nennt von dem eigentlichen Gesinde Fiächer, Schäfer, Käsemagd, 2 Viehmägde, 3 Wagenmeister, 3 Wagenführer, 6 Ackermänner, 6 Ackerjungen, Futterachneider, Futterer, Kuhhirt, Fohlen- hirt, Küchenjungen, Hoyenknechi (etwa ileuknecht?), Geuge (s a. Bote).
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Ebendaselbst sind die Getreideerträge in folgender Weise ver- anschlagt :
Korn 93 Erfurter Malter und mehr P>bzin8en,
„ 52 „ „ wächst in gemeinen Jahren,
Gerste 37 ,, „ und mehr Erbzinsen,
„ 42 „ ,, wächst in gemeinen Jahren,
Hafer 49 „ ,, und mehr Erbzinsen,
„ 64 „ „ wächst in gemeinen Jahren.
Der Gewinn der Schäferei ist zu 200 Fl. oder mehr angegeben.
Von den Rechnungen, welche der Propst in genauer Delai- lirung zu fuhren hatte, erhallen wir ein treues Bild in den von dem Vorsteher Christoph Bromel aufgestellten Rechnungen von 152G — 30, welche gewiss das althergebrachte Schema beibehielten. In der Ein- nahme zählt derselbe auf: P>bzins. wiederkäuflicher Zins, Geschoss zu J., Schenkstatt zu J., Wachserbzins, Gras, Opfer in der Kirche, Schäferei, Gerichtspflicht, Haut und Leder, Holz und Weiden, Kost- geld von Kindern im Kloster, Verkauf von Vieh, Wein (5 Schock 57 gr. ffir 2 Fass heurigen Wein, etwa 12 Eimer a 30 gr. , nach Arnstadt verkauft), Bier, Zinsen an Federvieh, Pferdeverkauf (ein schwarzer dreijähriger Hengst 3 Seh. 41 gr., Füllen 1 Seh. 45 gr. «der etwas mehr), Korn und Rocken, Hafer, Malz. Wicken, Hanf, Rubsamen, insgemein (darunter Verkauf von 2 Hühnerhäusern der Nonnen). Bei den Ausgaben finden wir ff. Capitel: Vorrath in der Jungfrauen Knche, Ausgaben für die wöchentliche Küche, Vor- rath in der Propstei Küche (Salz von Frankenhauseii geholt 1 Wagen voll mit 30 Stück 2 Seh. 4^ gr., Zwiebeln, 2 Fass Butter, 36 Pfund Speck zu 30 gr., Rüben, 12 Stockfische zu Erfurt 15 gr.), Aus- gaben für die wöchentliche Küche (Eier, Hecht, Hering, Bocking und Brathering, 0 Pfund Sehweinebraten zu 2 gr. 9 Pf., Ausgaben für die Schenkstatt, für Eier ins Kloster, für Gewürze (1 Pfund 2 Loth Ingeber auf dem Miehelsmarkt in Leipzig für 10 gr. 6 Pf., 4 Loth Saffran 15 gr., V^ Pfeffer 4 gr. 0 Pf., 4 Loth Negelen 10 gr. 6 Pf., 1 Loth Saffran 2 gr., dazu Mandelkern u. a.), Propstei- keller, Hopfengarten, Bierbrauerei, Proj^steibeliausung. vor die Epti- schen, Schmidt und Schlosser, Sattler und Riemsehneider, iSeyler, Topfer, Wagner, Eisen, Fischerei, Viehhaus im Hof, Backhaus und Mühle, Kohlen, Bau, Holzförsler, Weinberge, lagelohn für Erndte u. 8. w., Zehrung und Reisegeld, Botenlohn, Pferde (2 Wagenpferde
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hat der Vorsteher für \i) Seh. 9 gr. von Leipzig mitgebracht), Ochsen (das Paar zu I Seh. 12 gr. in Buttstadl erkauft) Schweine (ein gemästetes '{2 gr.), Kraut für das Gesinde, Gesindelohn (Käse- mutter, Fischer, Bücker, Förster u. s. w.), insgemein nemlich 2 Tonnen Bier für die Leute in Ichtershausen und Eyssleben bei der Einfüh- rung des neuen Vorstehers, 2 gr. 6 Ff. .,ein teutsch gesangpuch so Thomas Münzer gemacht in die Kirche gekauft", Pulver um einen Fischreiher zu schiessen, Bier für die Fröhner von Rechstedt, Thorei und Eischleben, 3 Pfund Wachholderbeeren 5 Pf., Siegelwachs, 1 Riea „Bappier" zu Erfurt, ,,Dinthe^\
Nach einer Zusammenstellung der Klostereinnahmen und Aus- gaben von 1528—29 in Zeilschr. des Vereins (ur thür. Gesch. V. S. 68 betrug die Einnahme vom Jahre 84() Seh. 11 gr., die Aus- gabe 348 Seh. 30 gr. 9 Pf., der Ueberschuss 377 Seh. 39 gr. 10 Pf Nicht einmal das reiche Kloster Georgenthal kam diesem glänzenden Abschluss gleich, die andern blieben weit zurück. Dieser Einnahme entsprechend war auch der an den Erzbisehof von Mainz zu ent- richtende Beitrag sehr ansehnlich, nemlich 5 Mark jährlieh, welchem auf eine Einnahme von 100 Mark deutet, da man 5 pro Cent zu geben pflegte. Nur das Kloster in Salfeld zahlte ebenso viel, Rein- hardsbrunn gab nicht viel über 3 Mark"').
Fassen wir am Ende den finanziellen Stand in chronologischei XJebersicht kurz zusammen! In den ersten beiden Jahrhunderter wuchs das Vermögen sichtlich, denn die Ausgaben waren wegei der Einfachheit und Enthaltsamkeit der Nonnen sehr gering, währenc reiche Gaben dem Kloster zuströmten. In dem letzten Viertel dei 14. Jahrhunderts befand sich das Kloster in Noth und Verlegenheit woran sowohl nachlässige Verwaltung, Verfall der Disciplin, bÖ8< Prozesse und Sehuldklagen von Juden und Christen (Urk. 254) als äussere Calamitäten, wie Misswaehs und Brand Schuld gewesei seyn mögen (l>k. 223. 227. 244. 251. 254. 202.). Die Sorg« erstreckt sich noch weit hinein in das 1 5. Jahrhundert, bis alhnälij die Finanzen sieh wieder hoben und gute Zeiten eintraten, welchi aber schon vor der Reformation zu Ende gingen. Wenigsten wurden Zinsen und Grundstücke oft verkauft (s. die Urkunden jene
**j Stephan, neue Stoff lieferungen für die Geschichte II, S. 77 ff.
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Zeit) und laute Klagen lassen sich vernehmen Urk. 376. Die Pröpste handelten mitunter pflichtvergessen und veriiusserten oder verschleu- derten einträgliche Güter ohne Grund und ohne allgemeinen Beschluss, wie der Verkauf des Eichenbergs beweist (Urk. 326. 333. 336. 338 f.).
Die letzten Schicksale und Aufhebung des Klosters.
Als die Horden der verblendeten Bauern, welche den Pflug mit «^eürl Schwert vertauscht hatten, sich 1525 unmittelbar nach Ostern unsrer stillen Stiftung näherten, flüchteten die Gott geweihten Jung- frauen nach dem festen Erfurt, denn das weit nähere Arnstadt war selbst ein Heerd des Aufruhrs. Darauf begann das Werk der van- rfalischen Wuth, der Propst Georg von Volkstedt, der sich muthig widersetzte, wurde gefangen genommen und gefesselt, das Hausge- rathe wurde geraubt oder zerstört, die Ställe und Scheunen entleert, die lirb- ulid Zinsbucher verbrannt, aber die eigentlichen Urkunden ^«^tgingen diesem Geschick (s. unten). Nachdem die Wüthenden das Werk der Zerstörung vollbracht und sich wieder entfernt hatten'"^), nahm die wehliche Macht Besitz von der verödeten ehrwürdigen Stiftung und Hess dem mittlerweile von den Bauern wieder in *'reiheit gesetzten Propst die vorläufige Verwaltung der Güter. Der neue Kurfürst Johann, der während jener Greuelscenen an dem Sterbebett seines Bruder» Friedrich geweilt hatte, kam vier Wochen "Äch der Schlacht bei Frankenhausen nach Ichtershausen , um die Schuldigen zu züchtigen. Ktwa am 16. Juni schlug er hier sein '-ager auf und stellte auch in Arnstadt die alte Ordnung wieder her, indem er ein strenges Strafgericht hielt. Die Nonnen, von denen ^^^^ jetzt mehre nach Arnstadt gewendet hatten (Urk. 384), baten ^^ £rlaubniss, in ihre alte Wohnung zurückkehren zu dürfen und erhoben rücksichtlich der von ihnen dem Kloster zugebrachten Mit- S*ft Ansprüche gegen die weltliche Verwaltung, Urk. 385. Die
^') Wahrscheinlich geschah dieses auf Verwendung des wackeren Frid. "^y^oniiis^ welcher die Bauern bei Ichtershausen zu besänftigen and von der "«Ttetörung der drei Gleichen ab/.ubringen wusste; Sagittar. bist. Goth. ^- '*24. Kirchen- und Schulstaat I, l, 8. 45.
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Schwestern, welche vorzogen, in der Welt zu bleiben, wurden mit einer kargen jährlichen Leibreute von 5 Gulden und 2 Erfurter Malter Korns abgefunden, nur die Aebtissin bekam eine stattliche Entschädigung (Urk. 385.) auch erhielten sie nach längerer Unter- handlung eine Entschädigung für das Eingebrachte'; die alteren Nonnen, welche lieber zurückkehrten, fanden Aufnahme und Pflege in dem Klostergebäude (Urk. 385), bildeten aber keine religiöse Gemeinde mehr, wie sich schon daraus ergiebt, dass die Kloster- kirche dem protestantischen (Gottesdienste übergeben wurde. Die Bewohner Arnstadts, denen die Ausübung des neuen Cultus unter- sagt war, wanderten deshalb fleissig in die Kirche von Ichtershausen*®)^ Als die erste Visitationscommission bestehend aus Philipp Melaneh- thon, Friedrich Mykonius, Christoph von der Planhz und Johannes Cotta von Eisenach 1526 hierher kam, fanden sie zufolge der Amts- beschreibung 10 Nonnen vor, zu denen darauf noch einige hinzu- kamen, da in einer Rechnung von 1533 — 34 die Zahl im Ganzen zu 12 angegeben wird; als Vorsteher aber wurde Christoph Bromel angestellt, worüber der entlassene Georg von Vol kstedt bitter klagt. Letztrer wurde auch, als sich die Unfähigkeit ßromels herausgestellt hatte, 1532 zum z weitenmale mit dieser Stelle betraut ^^) und die Sequestratoren als seine Vorgesetzten nahmen die Rechnung ab u. s. w. Ejie seiner Pflege überlassenen Nonnen lebten hier in stiller Beschau- lichkeit bis an ihr Ende, von den Erinnerungen an die untergegangene Herrlichkeit zehrend, die andern mit der Leibrente abgefundenen heiratheten zum Theil oder lebten für sich (5 wohnten in Arnstadt 1534). Zu wiederholten malen suppliciron sie um Erhöhung ihrer Rente, erhalten auch endlich 3 Gulden Zulage (Urk. 392 und 394.).
*') Jovius Chron. »Schwarzb, bei Scliöttj;en I, S. 618 f.
") 1532, Mittwocli iiaih Burkhard bittet ü. v. Volkstedt den KorlTirst, ihm die Stelle wieder/.ugi'boii, die ihm tr«it/ seiner guten während des Bauernkriegs geleisteten Dienste von Bromel abgedrungen worden sey. 1532, Gotha, Mittwoch Gall. bestellt der Kiirlüist G. v. Volkstedt wieder als Vorsteher, da Bromel ungeeignet sey. Beide Schreiben finden sfth im Communarchiv zu Weimar. Broraol, der nach Arnstadt zog, war übrigens lortwähreud unzufrieden, beschwert sich über die Sequestratoren, dass sie ihn von Ländern in Ichtershausen vertrieben hätten, die er theils gegen Zins zur Bewirthschaftung übernommen, theils erblich erkauft habe (lö36. im Communarchiv). Die letzte Notiz über Volkstedt gehört in das Jahr 1540.
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Im Jahre 1526 waren ihrer 22, bis 1532 16, im folgenden Jahre 15, 1537 noch 13 am Leben ^').
Im Jahre 1539 befahlen die beiden Regenten Johann und Johann Ernst ein Haus für die Herrschaft einzurichten, durch Hans von Ponickau nach dem von dem Baumeister Cunz Krebs „gemach- ten Abriss", wozu Kalk gebrannt und Holz geschlagen wurde (jeden- falls das Haus F, jetzt Wohnung des Justizamtmanns). 1568 kam das Amt Ichtershausen an Johann Wilhelm, 1603 an die Linie Weimar, 1641 an das Haus Gotha, worauf der edle Herzog Ernst oft hier verweilte und zwar in dem ehemaligen Klostergebäude, welches deshalb das alte Schloss heisst. Das neue Schloss baute 1675 dessen dritter Sohn, Herzog Bernhard ^^).
Architektonische Beschreibung.
Sowohl die Verwüstungen des Bauernkriegs als spätere Anlagen und Neubauten, von denen bereits die Rede war, haben die ursprüng- liche Gestalt der Kirche und der Klostergebäude gänzlich umge- wandelt, so dass wir uns von den alten Formen keinen klaren ^'^gnff machen können, zumal da Grundrisse aus der vorreforma- ^"riöehen Zeit nicht existiren. Sogar die Umfassungsmauern sind gfösstentheils abgetragen und zu andern Zwecken verwendet worden. Die Kirche A--) bildete mit den daran stossenden Gebäuden, "*^ clen Kreuzgang umschlossen, das Centrum der ganzen Kloster- anla^e, genau den vier Himmelsgegenden ent^^prechend. Die Nord- seite wurde durch die Kirche formirt, die übrigen drei Seiten um-
*^« Als letzte Erwähnungen finden «ich im Communarchiv 1540 einBefehl *° ^i« Seqtiestratoren, die ehemal. Nonne Cutharine Schlonbach ab/,i]fertigen, *^* 8. Urk. 394 am Ende; lö44 verlangt Conrad Eschenbach , der eine ^^»^ii« geheirathet hatte, eine ,, Abfertigung" von 50 Gulden.
^*) Dieses lange fentJterreiche Gebäude (jetzt Fabrik) liegt dem alten «>chlo88 gerade gegenüber und ist beschrieben von Hesse, in Thfir. und Harx VIII, S. 418 ff. Der Erbauer wohnte daselbst 1676-80, wo er nach ««ningen übersiedelte.
*•) S, beiliegenden nach dem alten Grundriss von 1654 gezeichneten S'ilUtttionsplan , welcher der bessern Uebersichi wegen beigefugt ist, aber volI mathematische Genauigkeit keinen Anspruch machen darf.
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fassen Gebäude, von denen der West- und Südflügel ganz verschwun- den sind. Das noch vorhandene Hauptgebäude H bot dem Kreua- gang seine Giebelseite dar. Von letzterem ist keine Spur übrig geblieben, als ein Steinkranz an der Aussenseite der Kirche, welcher deutlich zeigt, wo das Dach des Kreuzgangs auflag, gerade wie es uns auch anderwärts begegnet. In die Räume des Kreuzganges wurden 1567 von dem Grimnienstein vor dessen Schleifung die „Picken, Kanonenkugeln, Spanbetten ^^ u. s. w. geschafft.
Das Hauptgebäude B, welches sich an die S.O. -Ecke der Kirche anlehnt, ist in seinen Fundamenten und unterem Geschoss noch erhalten, aber von der alten Einrichtung vermag man nichts mehr zu erspähen, weil das Haus nach der Reformation theils zu einem fürstlichen Absteigequartier, theils für die Aufnahme des Justiz- und Rentamts eingerichtet wurde. Nur so viel können wir behaupten, dass das Ganze sich der alten Regel gemäss schlicht und einfach präsentirte. Hart daneben lag die Wohnung der Laienbrüder oder der Kapellane D, an welche die Propslei stiess E, welche diesen Namen noch viele Jahre behalten hat^) (jetzt dem Herzogl. Rent- amtmann als Dienstwohnung zugewiesen). Neben dem vermauerten rundbogigen Eingange, ist ein Stein mit zwei schreitenden Löwen angebracht, welche wahrscheinlich symbolisch gedeutet werden müssen, und schwerlich als Wappen der Grafen von Kevernburg oder Gleichen
**) Das nach dem Tode des Propstes Erhardt 1519 aufgenommene In- ventar (im Herzogl. Archiv zu Gotha) gicbt ein anschauliches Bild von der Einrichtung dieses Hauses, da die Räume und Geräthschaiten genau aufgezählt werden. So befindet sich in der Propsteistube unter andern ein Marbelsteintiscb, Messingleuchter mit Lichtscheere, Wetzstein au einer Kette, Bratpfanne um im Ofen Aepfel zu braten, Salzfass u. s. w. In der Kammer liegt ein Sattel mit Zaum und Halfter, in der Schlafkammer ein Lerchen- oder Zeisignetz, Fischgarn und Käsekorb, auf dem Boden 3 Panzer, 3 Krebse und Barbierbecken; des Propstes Schreibstüblein hat auch einen Seiger mit Steingewicht, die Küche ist mit vielen Geräthscbaften ausgestattet. Dazu kom- men andre Räume im Invcniar, die nur der Aufsicht des Propstes untergestellt sind, wie Backhaus mit der Fleischkammer, wo Speck und Würste hängen, und eine Speisekammer, Käsekammer, Bottichhaus, Weinkeller mit 15 Fässer Wein, von denen b jeder 8 Eimer „Blankwein** enthält, Gastkammer, Schrei- berkammer, Caplanskammer, Choraliskammer, Mühle, Brauhaus.
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genommen werden dürfen, denn sie stehen nicht aufrecht. Dazu kommt, da88 über den Köpfen beider Thiere, wo sie sich mit den Rachen berühren, ein grosser Kopf herabblickt, Alles sehr roh und band werk smässig gearbeitet. Unter diesem Hause wölbt sich ein langer Keller (in neuerer Zeit getheilt), in welchem man durch das später eingemauerte Monogramm der Maria überrascht wird, das früher wahrscheinlich über einer Hausthüre einen schicklicheren Platz einnahm. An den einen Schenkel des grossen scharf und spitzig modellirten M lehnt sich das R, an den andern das A, zwischen beiden schwebt I. Nahe bei der Propstei lag die Mühle, welche noch icqmer die alte Stelle behauptet und nördlich davon das Brau- baus. Die übrigen Räumlichkeiten und Gebäude, die in keinem Cisterzienserkloster fehlen durften, können wir nicht bestimmten Platzen zuw^eisen, z. B. Refektorium oder Rebenter Urk. 211 (es waren sogar zwei, der für Sommer und Winter Urk. 2«')!), Capitel- sääI, Krankenhaus Urk. 23, Gastzimmer, Novizenhaus, Küche, Ge- fangiiiss. Am Thore stand das Pförtnerhaus und vor demselben die Schenke Urk. 273. Dass die Räume sehr ausgedehnt gewe- sen sein müssen, geht aus den hier gehaltenen Fürstenversamm- lungeu hervor, IIUS, 120^, s. oben und 154(). wo am l. Juli Johann Friedrich der Grossraüthige mit Philipp von Hessen zu- sammenkam.
Die Kirche war eine Pfeilerbasilika nach der ältesten ein- fachsten Weise, ohne hervorragende Kreuzarme, was man höchst selten findet, mit hohem Mittelschiff und 2 niedrigen Seitenschiffen, in Lichten 46-48 Schritte lang (130 Fuss von aussen) und halb 80 breit (62 Fuss von aussen), so dass das ganze einem Parallelo- gramm gleicht, aus zwei an einander gelegten Quadraten bestehend, fahrend viele Cisterzienserkirchen an einer unverhältnissmässigen Länge des Schiffs leiden. Trauriger Weise ist von den alten Formen Dur der Ost- und Weslgiebel übrig; die beiden Langseiten und das gesammte Innere erduldeten die kläglichste Umgestaltung. Dazu ver- fuhr man bei den Veränderungen mit solcher Nachlässigkeit, dass das «krwurdige an sich ohnehin äusserst einfach angelegte und schmucklos ^'Wgeföhrte Bauwerk auch ein sehr unscheinbares und verkommenes Ansehen empfangen hat. So geht man des Eindrucks der stillen ''örde und ernsten Hoheit, welchen jeder Beschauer bei dem Anblick ^Qes romanischen Bauwerks empfinden muss, hier ganz verlustig.
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Um nun zunächst das Aeussere zu beschreiben, so bemerken wir, dass der Chor nicht wie bei den meisten Cisterzienserkirchen geradlinig geschlossen ist sondern dass derselbe in einer hal branden Absis a mit 2 kleinen halbrunden Vorlagen b c ausläuft. Die bei- den letzteren haben je ein kleines rundbogig geschlossenes Fenst^ in der Mitte, von der grossen wissen wir es nicht, da man sie leider um mehre Fuss erhöht und 3 grosse geschmacklose Fenster eingebrochen hat. An derselben ragt oben ein menschlicher Kopf hervor, der später eingemauert ist, so dass wir über dessen eigent- liche Bestimmung und Stelle nichts sagen können. An beiden Neben- absiden haben sich oben kleine dekorative Säulenstellungen erhalten, je aus 4 Säulchen bestehend und 3 Felder bewirkend, die eine Art der einfachsten Gallerie bilden. Auf beiden Seiten der grossen Absis sehen wir eine hohe an die Wand gestellte Säule, die jene von den kleinen Absiden trennt f. f. Sonst ist k^in Ornament bemerkbar, nicht einmal der obligate romanische Rundbogenfriess. Uebrigens lehnten sich die 3 Halbkreiäiiischen mit ihrer abgeschrägten Bedachung an die gerade Mauer nur an, so dass an beiden Seiten noch schmale Mauerstreifen übrig bleiben, die die Bcken bilden. Dadurch dass man die Haupt4ibsis a mit der kleinen südlichen b unter ein Dach gebracht hat (wobei natürlich die Mauer erhöht werden musste), während die nördliche c ihr eignes Pultdach besitzt, ist die Symmetrie in wider- wärtiger Weise gestört und die Ostfa9ade ganz verunziert.
Begeben wir uns an das Westende, so ragen zwei massive ansehnliche Thürme H II hoch in die Luft. Im obersten Geschoss haben beide auf jeder der 4 Seiten ein rundbogiges Fenster, welches durch eine Mittelsäule in zwei Oeffnungen geschieden ist Je 2 Säulen sind rund, 2 aber achteckig (mit 8 Canellüren), alle mit der roma- nischen Blattverzierung am Fuss und mit Würfel -Capital. Die Ecken der Thürme sind mit breiten Lissenen eingefasst. wodurch die starre Mauerfläche etwas belebt wird. Dazu kommt ein wagerechtes Ge- sims etwa 8 Fuss über der Erde, welches an dem Nordthurm G eine rundbogige Thüre trägt, zu welcher von aussen eine Treppe führte (wahrscheinlich für den Klosterdiener bestimmt, der das Läuten besorgte). Die auf gewaltigen Mauern ruhenden obwohl sehr be- schränkten Untergeschosse der Thürme sind von den Seitenschiffen der Kirche ganz abgeschlossen und können nur durch euien schmalen Zugang pp von der Vorhalle aus betreten werden. In dem mit
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einein einseitig nach Westen fallenden Dach zwischen den Thürmen liegenden Zwisclienbau ist das Portal J angebracht, von unbedeu- tender Verliefung und geringer Gliederung. Den obern Theil um- rahmt ein geradliniger Kranz von Hohlkehlen und Wulst gebildet, and in dessen Mitte ruht das jetzt glatte, früher bemalte oder mit Skulpturen gezierte halbrunde Tympanum, welches ein dicker Wulst umzieht. Die untere Partie des Portals ist ganz modernisirt , denn die beiden runden Säulen haben flachen unbedeutenden' Pfeilern im Geschmack der Renaissance weichen müssen.
Wenn man durch das Portal eintritt, so gelangt man zuerst in eine kleine Vorhalle K unter dem Queerbau, welche durch einen hohen Rundbogen von dem Hauptschift* getrennt ist. An beiden Seiten desselben waren NebenschifFe, durch halbzirkelfÖrmige Arka- den mit dem ersten verbunden. Auf jeder Seite standen 5 viereckige Pfeiler, die die scharfkantigen Bogen trugen, von denen sich aber nur die in der Nordwand eingemauerten erhalten haben xxxxx. So weit sich jetzt darüber urtheilen lässt, hatten die Pfeiler keinen andern Schmuck, als ein einfaches Capital und eine attische Basis aus 2 kraftvollen Rundstäben und tiefen Hohlkehlchen, sowie aus 2 Riemchen und geradliniger Deckplatte zusammengesetzt. Die «Iten Fenster des auf den Arkaden ruhenden Mittelschiffs sind ganz be- seitigt, nach Süden ist diese Mauer überhaupt vernichtet, indem man statt derselben die äussere Mauer L des Nebenschififs, aus welchem 3 Thüren 000 in den Kreuzgang führten, bis zum obern Dach erhöhte. Nach Norden aber ist umgekehrt nach Niederlegung der Mauer M die Mittelschiffsmauer N Umfassungsmauer geworden, so dass das Langhaus am allerübelste'n von dem ganzen Gebäude behandelt worden ist. Eine Krypte gab es nicht, wie die gleiche Höhe des Chors zeigt und die Decke war flach, mit Holz getäfelt, öewolbe findet man nur in den Halbkuppeln der 3 Absiden.
Von der alten Einrichtung des Innern ist nichts auf unsre Zeiten gekommen, ebenso wenig die Altäre, wie der Nonnenchor, 'welcher am Westende in der halben Höhe der Kirche augebracht war und weit in den Bau hineinragte. Von den Altären kennen *if einige den Namen nach: l) der Altar S. Johannes des Täufers ini Chor, 2) von Marie u. S. Johannes dem Evangelisten, 3) von S. Johannes dem Täufer, 4) von S. Peter Urk. 154., 5) von S. Georg, ^'fk. IS8, 6) den Pfarraltar in der Mitte der Kirche zum Gottes-
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dienst der Parochianen^^). Vor dem Altar im Chor ruhte Gräfin Geba (Urk. 8. 20.). Alle Grabmonumente, Kanzel, Taufstei«, Weih- kessel, Beichtstühle u. s. w. sind bei den mehrmaligen Umbauten abhanden gekommen, in der nördlichen Absis (jetzt Sakristei t) befindet sich eine Mauernische mit eiserner Thure, aber eine Inschrift aus dem Jahre 1154, welche des Bischofs Ulrich (von Halberstadt 1149 — 60) der Jungfrau Maria, der Apostel Peter und Thomas gedenkt, sucTien wir vergebens. Vermuthlich hat der genannte Bischof den Altar in dieser Absis 1151 geweihet. Kin grosser Beichtstuhl, an dessen Ruckseite die h. Dreieinigkeit und der h. Georg gemalt war, fand 1722 eine andre Verwendung^"'}.
Die traurige Metamorphosirung der Kirche ist sowohl dem Vandalismus und der Pietätslosigkeit der Menschen, als den Ele- menten zuzuschreiben. 1602 brannte nemlich bei einer grossen Feuersbrunst der Nordthurni aus und die Kirche wurde stark ver- letzt, so dass man damals die Nordwand niederlegte und die Arka- den des nördlichen Mittelschift's vermauerte. Auf der Sudseite blieben die 5 starken Pfeiler und Schwibbogen, welche erst durch die umfassende und geschmacklose Reparatur von 1721 — 23 verdrängt wurden, denn der Grundriss von 1654 zeigt dieselben noch. Im Ganzen fassen wir die auffallenden Erscheinungen zusammen, welche diesen Cisterzienserbau vor manchen andern Kirchen dieses Ordens unterscheiden: 1) der Chorschluss mit 3 Absiden, 2) das Nichther- vorragen der Kreuzflugel, 3) die Proportion des Langhauses, 4) die beiden Westthürme^*).
**) Dieses berichtet Kirchen- und Schulenstaat III, 7, S. 5 ff. Ueber Altar 1—3 ist Würdtwein S. 110. 181. unser Gewährsmann.
**) S. Kirchen- und Schulenstaat a. a, O.
*•) Dass man das Princip der Familienuniformität bei Bauwerken desselben Ordens überhaupt nicht allzustreng nehmen dürfe, ist von mir in dem An- zeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 1863, S. 12 ff. bemerkt worden. Eine Reibe von Cisterzienserkirchen bieten Erscheinungen dar, die rücksicht- lich der Thürme und der Absis unserer Kirche analog and verwandt sind, z. £. in Eisenach, Georgenthal, Creuzberg (Philippsthal) und Bürgel, um mich nur auf die Nähe zu beschränken. Vielleicht stand es frei, Kloster- kirchen, die auch als Parochialkirchen dienten, mit Thürmen zu schmücken, oder durfte sich jedes Kloster je nach dem Vermögen und speciellem Be- dürfhiss Abweichangen von der durch die Observanz geschaffenen Bauweise
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Von andern Ueberreaten erwähne ich der Vollständigkeit halber das Fragment einer Inschrift, welche als Rand eines Kellerfensters am Hause dient QM FUIT IIVKi (quum fuit huius — ecclesiae prae positus, oder so etwas) vermuthlich von einem Grabstein. Wichtiger ist die in der Mauer des Rentamtgartens befindliche Skulptur aus dem 12. Jahrhundert, einen Bischof in Alba und Stola vorstellend, der in der rechten Hand den Stab, in der linken ein Buch hält (sowie man damals den heil, ßouifazius oder Martinus u. a. Heilige abzubilden pflegte, so dass eine nähere Beschreibung überflüssig wäre). Von beiden Seiten wendet sich eine männliche Person betend dem Bischof zu, jedoch hat sich nur die eine auf der rechten Seite er- halten. Die Arbeit ist recht brav, in Gewandung, Faltenwurf u.s. w. sorgfaltig und nicht ohne aninuthige Motive.
Die schönste Skulptur, die wir besitzen, ist das alte grosse Conventssiegel , seines hohen Alters , ungewöhnlicher Grösse und tüchtiger Behandlung wegen gleich beachtenswerth. Aus dessen Mitte tritt uns der heilige Georg in kräftiger Plastik entgegen. Das Haupt ist mit einem Helm oder einer spitz zulaufenden Kappe bedeckt und von einer starken Scheibe des Heiligenscheins umrahmt. Den Körper bekleidet ein Panzerhemd, welches sich auch ohne Gürtel den Formen knapp anschmiegt und nicht so lang ist, als der darunter befindliche über dem Knie abschneidende Leibrock. Beine und Füsse sind mit einem ähnlichen Gewebe überzogen. Der auf der Brust durch eine viereckige Spange, zusammengehahene wallende Mantel fällt an der rechten Hand, welche die Fahne umschliesst, schlicht herab, nicht aber auf der linken Seite, wo die Hand das gewaltige dreieckige Schild fasst, in weiterem Umfang über die Hand hinweg. Das Panier hfingt in zwei langen bandähnlichen Enden herab. Die Umschrift lautet scs Georgius mr (martyr) in Uchtri- chishusen; s. die Titel -Vignette und die ähnliche Abbildung des h. Georg auf dem ältesten fiiisenacher Stadtsiegel in Zeitschrift des thür. Vereins I, S. 349 ff". Das zweite nicht so lange und weit schmalere Conventssiegel ist im 14. Jahrhundert nach dem ersten modellirt worden, verräth aber einen unbeholfenen Zeichner und
erlauben? Vgl. v. Quast u. Otte, Zeitsclir. für chrlstl. Archäol. u. Kunst I, S. 33 f. 135 ff.
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ungeübten Modelleur. Der Unterschied von dem vorigen besteht darin, dass Fahne und Schild ein Kreuz tragen und dass ein Steru über dem Schild angebracht ist; auch, läuft das Panier in drei Enden aus. Als Umschrift, welche bei dem neueren Siegel durch einen dekorirten Rand von der SiegelÜäche getrennt ist, lesen wir: S. ec- lese sei. (d. i. Sancti) monialium i (n) Uchterishusen. Das Propstei- siegel ist vermuthlich gleichzeitig mit dem vorigen gearbeitet und zeigt uns einen mit langem Gewand bekleideten baarhäuptigen Heili- gen (etwa den h. Bonifacius oder Martin oder einen andern), der in der linken Hand ein Buch hält und in der rechten einen Palmzweig trägt. Neben ihm sind zwei kleine Kreuze und über dem Buch ein Stern angebracht. Abbildungen dieser beiden Siegel, die aber noch weit hässlicher sind als die Originale, giebt Mencken. Script rer. Germ. I, r)78 vom Jahre 1-191. Das Siegel des Propstes Wolfram ist bei Urk. 16 beschrieben.
Namensverzeicliniss.
1. Aebtissinnen.
Hochburga vom 15. Jun. 1147—1179, Kunigunde von Grum- bach 1180-90 (früher Priorin), Hedwig 1246, Gisela 1251, Ber- tradis 1291 — 1300, Jrmengard 1310, Mechtild 1312, Margaretha 1348, Utha 1358, Lutrud 1359 — 62, Johanna 1365, Jutta 1378, Lucia Gräfin von Gleichen 1383, Jutta 1387, Catharine Müller 1402—17, Agatha Scriver 1419, Catharine von Enzenberg 1420 — 32, Margaretha Gebhart 1463, Margaretha Winderberg 1482 — 88, Elisa- beth Suring 1491, Catharine Frenckel 1509 — 1525.
2. Priorinnen.
Kunigunde von Grumbach 1 1 70. 73. , Agnes von Grumbach 1179, Gerdrud 1300, Lutrud 1358, Margaretha 1359. 61., Catha- tharine Bechstet 1378. 83., Margaretha 1387, Else vom Sande 1402 und Catharine von Herbisleyben Unterpriorissin 1402, Margaretha Smersnyter 1419 — 26 und Juditha Osla Unterpriorissin 1419, Katha- rina Konig 1491 und Kunigunde Meynerz Unterpriorissin 1491, Agnes von Enzinberg 1491, Catharine Francke 1518, Margaretha von Obernitz 1 520 — 25.
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3. Prdpste.
Ludiger 1 1 47 — 79, Wolfram (der Schönschreiber und Reliquien- sammler 8. S. 15) 1184—97, Theoderich 1220—28, Gregor Pflugk 1230 (nach der Amtsbeftchreibung), Gottschalk 1246— 57 (Comraissar bei Wiederherstellung der Ordnung im Kloster Capellendorf 1256, 8. Avemann Beschr. d. Gr. v. Kirch berg. Urk. S. 21.), Gernodl262, Conrad 1266, Johann 1277 — 85 (Beisitzer des Provinzialgerichts Sagittar. Hist. v. Gleichen S. 56), Heinrich von Totelstete 1291 — 1310, Mechtfried 1332, Emieho als gewesener Propst 1340 bezeich- net s. Sagittar. Hist. v. Gleichen S. 113., Hermann Teyscherer, als gewesener Propst gen. 1362, Hermann von Almenhausen 1358 — 62, Dietrich von Apolda 1365 (?), Heinrich Henneberger 1378 — 83, Albrecbt Schade 1387, Nicolaus von Tannenroda 1402 — 1406, Nicolaus Schuler (von dem Landgrafen ernannt) 1415 — 28, Nicolaus Schryban 1451 — 62, Johann Franeke (als ehemal. Propst- genannt 1500), Matthias Riebe 1481—99, Simon Krhardt 1499—1519 (nach dessen Tode das noch vorhandene Inventar aufgesetzt wurde), Heinrich Spitznas 1520, Georg von Volkstedt 1524 — 26, Christoph Broroel 1526—32, Georg von Volkstedt abermals 1532 — 40.
4. Nonnen.
Gerdrud (Gräfin) von Wiltberg, Uta von Krfuit, Adelheid von Grenssen 1300, Truta, Kunigunde und Mechtild Korn von Arnstadt 1324, Elis. Lutger und Elis. vcm Retingestete 1359, Adelheid und Bei^radis Kemmern 1360, Lucia und Else ((Gräfinnen) von Gleichen, Bertrad Hotermann 1367, Jungfrau Reyuhoiibt 1400, Margareiha von Benstedt 1402. 1405. 1419., Margar. und Thele Zingke, Thele Steger, Else Bicheling 1418 Cath. von Umena, Cath. Müller, Cath. Ritter, Kunigunde Sibot, Elis. Frenck, Gerdrud Suring Schulmeiste- rin, Sophie von Eisenach, Kimigundo Wolfram. Mar. Zingke Küsterin, Gertrud Zingke Siechmeisterin, Gertrud Henneberg Sangmeisterin, Elis. Hotermann, Cath. Hotermann Kellnerin, Marg. Ranis, Gerdrud Debel oder Dehler, Adelheid Härtung Zuchtmeisterin, Elis. Wilber Capellana, Margaretha Jamt, Gerdrud Margarethen, Elis. Weymar Kemmerin, Christine Wechmar Kelnerin 1419, Cath. Rinkhof, todt gen. 1423, Else Hotermann 1420. 28.. Thele Hörn, Marg. Weyners 1425. 31., Marg. v Muhlhausen 1426, Anna, Else, Cath und Lene von Enzenberg, Cath. Gross, Else Burggräfin von Kirchbeig, Lorrie
TburiogiM 9r.crn I. «^
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von Heerde 1432, Gäth. Angelbausen 1442, Marg. Arnstadt, Clara Milding 1453. 55., Marg. Gerhart 1455, Marg. Winderberg 1457. 1482. 83., Cath. Wulleben 1462, Cath. Weberstedt und Catfa. Konig 1481. 98., Anna (Gräfin) von Gleichen 1490, Cath. Frenckel Sän- gerin, Elis. von Mulverstedt Küsterin 1491. 95., Dorothea Speter 1519, Gerdrud Metz Küsterin, Anna von Enzenberg Kellnerin, Marg. Wendt 1520.
Bei der Aufhebung des Klosters begab sich die Aebtissin Cath. Frenkel und 2 1 Nonnen zurück in die Welt, die in der Rechnung von 1526 — 27 vorkommen: Anna von Enzenberg, Math. Tuscher, Bar- bara ünreyn, Otilie Marschalk, Barbara Pock, Gerdrud Metz, Clara von Leipzig, Marg. Tautpher oder Taupher Küsterin, Cath. Kessi- gen, Cath. Gebhardt (f 1575 in Erfurt verheirathet), Osanua Peu- sener (t 1571 in Coburg), Doroth. Speter (mehre Jahre abwesend), Marg. und Felicie von Obernitz (beide f vor 1534), Else Titzscber, Marg. Schützmeister, Anna Gräfin von Gleichen, Agnes (Engel) von Nottleben, Anna Zcengc, Marg. Peyer, Marg. Wendt.
Im Kloster blieben wahrscheinlich folgende zurück: Catharine von Uttenrodt (deren Schwester war vorher gestorben), Barbara Eurer, Cath. Finkeltausen (lebt noch 1551), Hedwig von Reckrod, Barb. und Marg. von Teutleben, Marg. Molhausen, auch wohl Clara Bechmann, Agnes (Engel) von Rockhausen und Catharine Schien bach 8. S. 25. Das gäbe im Ganzen 32, wozu auch die im Inventar von 1519 enthaltene Zahl von 29 Chorjungfrauen passt. Möglicher Weise sind unter den 32 Namen die 3 Laienschwestern enthalteu, welche 1519 erwähnt sind.
Urkuiideu und Regesteu.
Vorbemerkung.
Unser Kloster besass selbstverständlich einen grossen Vorrath von Urkunden. Bei der Nachricht, dass die Bauern herannahten (1525), wurde der grössere Theil derselben nach Weimar gerettet, aber 2*^2 Stück blieben in Ichtershausen, indem sie ein treuer Diener in einem sicheren Versteck aufbewahrte M. Wahrscheinlich befanden sich letztere im ,,Schreibstüblein*^ des Propstes, wo sie der Diener an sich nahm, die erstem aber ruhten in der klösterlichen Schatz- kammer. Beide Abtheilungen sollten nach hundert Jahren in Gotha wieder vereinigt werden, aber wie viel davon war verloren gegan- gen ! Bei der ersten Theil ung des gemeinsamen Archivs zu Weimar wurden die dorthin gebrachten Ichtershäuser Urkunden sammt Regi- strande in das Weimarische Spezialarchiv abgegeben (wie eine Ar- chivnote von Friedrich Hortleder und Christoph Hilgundt angiebt, 1612), da das Kloster dieser Linie zu Theil geworden war. Als darauf Ichtershausen an Herzog Ernst den Frommen von Gotha fiel, wurden die Urkunden nach Gotha ausgeliefert (wahrscheinlich 1 642) und nur 5 Stück übersah man, die noch jetzt in Weimar liegen. Nach Gotha kamen dann auch die in Ichtershausen geretteten Lite- ralien, s. unten. Im Ganzen besitzt das Herzogliche Archiv zu Gotha
') Diese 222 waren noch 15^2 vorhanden, wie der Amtsschöflfe von Wachseiiburg nnd Ichtershausen Hans Mühlpfordt am 4. Nov. 1586 berichtet (durch Herrn Hofrath Hesse mitgetheilt).
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jetzt noch 108 Originalurkunden von Ichterahausen , nebst einem Copialbuch^), (aus dem M>. Jahrhundert, zum Theil aas späterer Zeit) mit einer Reihe vollständiger Copien N. I — OS, an welche sich dann N. f)9 — H)3 noch 01^ kurze Regesten anschliessen (A be- zeichnet). Ausserdem enthält das Copialbuch ein zweites Repertorium (B bezeichnet) welches mit folgenden Worten beginnt: „Folgende Brief sindt im Ausscbissen fanden und in dem Buch nicht zu ftoden oder abcopirt^^ Dann kommen 9 Regesten und vor N. \i) steht die Bemerkung: ..Folgende Briefe und Originale sind durch den Renth- meister Georg Scbnupscn in einer schwarzen Laden herhioder (von Ichtershausen nach Gotha) iiberschickt, registrirt und zu den andern Originalien gelegt". Nun finden wir Regest N. 10- 7(i (letzte Nummer 6 Stück umfassend), an welche sich 147 nicht numerirte Regesfen anreihen. Dieses Repertorium B umfasst also 223 Num- mern und begreift sämmtliche Urkunden, welche lange Zeit in Ichtershausen zurückgeblieben waren.
Ausser dem eigentlichen Ichtershäuser Klosterarchiv gab and giebt es noch mehre andre Archive, in denen sich Ichtershäuser Urkunden befinden, nemlich:
Das P]rnestinische Communarcbiv zu Weimar hat zahlreiche Berichte des Klosters und landesherrliche Rescripte aus der spätesten Zeit (z. E. N. 337. 385 flf. 302 u. A), sowie mehre Aktenstücke, auch allgemeine Copialbücher mit Urtheilssprüchen N. 356. 359. 366. 381 fi.
Das Königlich Sächsische Haupt- und Staatsarchiv zu Dresden enthält in den höchst werthvollen alten Mark- und Landgräflichen Copial- und Registerbüchern 8 Stück, die sich auf unser Kloster beziehen, N. 36. 233. 237. 247. 249. 251. 271. 273
Das ehemalige städtische Archiv zu Erfurt, jetzt das Königliche Provinzialarchiv zu Magdeburg, besitzt wegen der vielfachen gegen- seitigen Beziehungen der i^tadt Erfurt und des Klosters über 30 Originalurkunden, N. 29. 30. 36. 104. 105. 124. 125 u. s. w. S. auch 102. 103.
*; Zu beklagen ist der Verlust eines sohr alten Copialbiicbs von Ichters- hausen, von welchem ein Blatt als Bucheinband /a\ Mühlhansen ezistirt (s. Stephan, neue Stofflieferungen II, S. 123), N. 194.
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Ebenso waren im alten Hersfeldischen (N* 58.217. 218.)^ sowie in dem Fürstlich Schwarzburgischen (N. 55.) und wohl auch in dem Kurfürstlich Mainzischen Archive Ichtershäuser Urkunden. Durch Zu- fall sind in die Leipziger Rathsbibliothek N. 298. und 3 t 5. geratben.
Dieses ganze erwähnte Material ist hier mitgetheilt, sowie aucb einige Urkundencopien aus Kreyssigs Sammlungen in der Raths- bibliothek zu Leipzig (N. 252. 336.) und aus den Amtsbeschreibungeo (N. 100. 203.), desgleichen einige gedruckte Urkunden beiMencken, Guden, Scbannat, Sagittarius u. A., deren Aufbewahrungsort anbekannt ist, z. B. N. 13 18. 83. 210. 326. 333. 338 f. Alles haben wir in chronologischer Reihe aufgeführt, Urkunden wie Regesten, welche letztere mit den Worten des Repertoriums treu wiedergegeben sind. — Das andre archivalische Material, nemlich das Inventarium von 1519, die Sequestrationsrechnungen (beide in Gotha) u. s. w. sind in der Einleitung zwar benutzt worden, konnten aber in dieser Abtbeilung keine Aufnahme finden, da sie theils einer zu späten 2^it angehören, theils zu umfangreich sind d. h. im Verhältniss za der geringen Ausbeute, die sie gewähren.
N 1. 1147 Nürnberg 24. April. Confirmation und Schlitzbrief des Königs Conrad II. Gotha, Orig. N. 1. mit wohlerhaltnem aufgedruckten Thronsiegel. Ein sorglaltiger Abdruck findet sich bei Hesse, Beiträge xnr teutschen Geschichte des Mittelalters. 1836. U, S. 41 ff.
Konig Conrad macht bekannt, dass in Thüringen Mainzer Diöces im Gau Lancwitzi in der Grafschaft Sizzo^s am Fluss Geraha ein Cisterzienserkl oster Uchtricheshusen der Jungfrau Maria und dem heil. Georg von der edlen Frau FVideruna und deren Sohne Marcward von Grumbach gestiftet worden sey, mit Anweisung aller Guter, welche der von ihnen daselbst schon gebauten Kirche gehört hätten, (qae ad ecclesiam suam antiquitus ibidem constructam et consecra- tam pertinebant). Diese haben den Ort mit allen Gerechtigkeiten nnd Zugehörnngen an Hufen. Zinsen, Höfen, Leibeignen der Jung- frau Maria und den h. Georg geweiht und den Händen des ersten Prepositus Ludigerus und der ersten Aebtissin Hochburga übergeben, wobei sie bestimmen, dass dieses Kloster keiner weltlichen Gewalt nnterthänig seyn solle (non subdi nee subesse iugo alicuius terrene persone vel potestatis). Als Vorsteher (provisor) ordnen sie einen regulären Chorherrn an, der von den Nonnen gewählt und von dem Erzbischof zu Mainz bestätigt wird. Auch die freie Wahl der Aeb-
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tissin (nach der Regel des h. Benedikt) ist den Nonnen nebst dem Prepositus überlassen, sowie die Einfabrung derselben (abeque omni prorsus contradictioue constituant). Die Advokatie des Klosters gehört den Nachkommen und Erben der Stifter und zwar stets dem ältesten, welcher keinen Unteradvokat bestellen und ebensowenig einen Andern mit diesem Amt belehnen darf. Auf Bitten der Stifter bedroht der König alle die, welche dem Kloster eine Hufe, eine Mühle, einen Acker, einen Leibeignen entziehen wurden, mit einer Strafe von t Pfund Goldes, ia die königliche Kammer zu bezahlen. Wer aber dem Kloster sogar einen Hof oder eine Villa gewaltsam wegnehmen sollte, büsse mit 100 Pfund Goldes, die er an die köni- gliche Kammer zu zahlen habe. — Zeugen: Heinric. Mog. Archiep. Frid. Magd. Archiep. Adelbero Brem. Archiep. Eberhardus Babenb. ep. Buggo Wormat. ep. Sifridus Wirceburg. electus. Gebehardas Eistat. ep. Rudolf us Halberstat. ep. Tiethmarus Fnrdensis ep. (d. i. von Verden). Wernherus Monasteriens. ep. Reinhardus Mersburg. ep. Wicgerus Brandenburg, ep. Anshelmus Havelberg. ep. Burchardus Argentin. ep. Heinric. Olomuc. ep. Adolfus abbas Fuld. Ueinr. abb. Herveld. Wiboldus abb. Corbei. Adelbertus marchio Brandenburg. Cun- radus marchio Misnens. Heinr. dux Saxonie. Frid. dux Swevorum et Alsacie. Cunrad. dux Burgundie. Frid. palatinus de Sumerssenburc. Ludew. com. provincialis. Poppo com. de Hennenberc. com. Sizzo (nemlich von Kevernburg). com. Ernest. et frater eius com. Lam- pertus (nemlich von Gleichen), com. Gerhardus de Wertheim. codi. Sibodo de Scartfelt. com. Ludolfus de Waldingerod. com. Ludew. de Lare. com. Emicho de Liningeu. com. Frid. de Bichelingen. cooi. Ludew. de Wiphera. Marcwardus de Grumbach. — Dat. Nurin- berc VIIL Kai. May. ind. VIIL a. incarn. dom. MCXLVH. (Die Recognition ist von dem Erzbischof und Erzkanzler Heinrich von Mainz selbst bewirkt.)
Nr. 2. 1147. Erfurt 16. Jun. Confirmatioo und Schutzbrief des Erzbischof Heinrich von Mainz, Gotha, Orig. N. 2 mit schönem aufgedruckten Thronsiegel.
In nomine saucte et indiv. trinit. Heinricus gratia dei Mogon- cieusis eccl. archiep. Quod ad nostrum spectat officium pro uni- versis ecclesiis nobis commissis sollicitudinem gerere, eorum paci et tranquillitati modis omnibus sollicite debemus providere. OmniboA
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itaqae nofura esse volumus — , qualiter clarissima et deo devota ma-
trona nomine Frideruna linea nobis sanguinis propinqua et filius eius-
dem Marcwardus de Grumbach vir nobilis et industrius — in loco
possessionis sne Ucbtricheshusen vocato cenobium construere et vitam
monasticaro institoere cnpientes, nostrum super hoc consilium expe-
tiernnt et aoxilinm, Nosque pio faventes proposito ~ religiosis viris
tarn abbatibus quam prepositis desiderium eorum patefecimus et
communi omnium consilio cisterciensium ordinem elegernnt — .
Addactis itaqae de Wacbtereswinkele X et VIII probnbilis vite
sororibus, abbatissam noraine Hochburgam — venerabilem unanimi
voto — electam pro debito ofßcii nostri XVII KaJ. iulii (15. Juni)
benediximus. Proinde predicta matrona Frideruna ec filius eins
Marcwardus deo — locum hunc cum omnibus attitulatis sibi perti-
oentiis — omnipotenti Jesu Christo eiusque felicissime genetrici
Marie, sco Georgio martyri et beato Benedicto in odorem suavitatis
obtulerunt; nos quoque — inibi sacri ordinis tenorem nostra ponti-
ficali auctoritate confirmantes — statuimus. ut amodo et per fntura
tempora ipsi über et devotus permaneat nulliusc|ue terrene persone
potestati vel dominio subditus fiat et nullum penitus tarn nobis quam
soccessoribus nostris seculare servicium debeat. Preterea aühibito
fratrum nostrorum — , qui aderant testimonio, quorum etiam nomina
subtemotavirous , memorati cenobii titulum propter commodiorem
quietem ibi deo famulantium ita decreverunt liberandum. Quotiens-
cnnque — sorores matre sua spiritnali — orbate fuerint, in eligenda
^t constitaenda abbatissa secundum regulam s. patris Benedicti pari
voto et unanimi consensu inter se vel in alio claustro sanctimonia-
"Qm eiusdem ordinis — liberam — babeant potestatem nee aliqua
P^i'Äona spiritualis secularisve ad aliud eas perurgere presumat — .
*"ec itaque abbatissa in timore domini — liberamque disponendarum
''* olaustro rerum suarum — cum communi consilio potestatem
**^«at. Statuimus quoque, ut sorores prefati cenobii de regulari
^*^iiie b. Augustini prepositum habeant virum boni testimonii, qui
^^ Imbutus divine legis scientia — . Et hie ab omnibus sive a
^"^i^ri parte eligatur sicque litteris commendaticiis conspectui archie-
pÄCi^pi presentatus curam de manu eins accipiat. Et quoniam id
P^l>tili ibidem degentis Salus exigit, memorato proposito et fratribus
*^ ^oc idoneis verbum domini predicare, infantes baptizare, infirmos
viBitare, penitentes suseipere, mortuos sepelire — liberam potestatem
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aactoritate nostra tradimus. Ad hec iam dicte eccleaie deferre vo- lentes hec a nobis est cullata prerogativa^ ut prepositus de fratiibus suis et sororibus — nulli archipreposit« aliquid habeat respondere, di forte de aliquo archidiaconatus sui iure eum gravare aitemptaverit« Ceterum archidiaconus sive archipresbyter secundum mogont eocleaie instituta in popalo ibidem manenle ins suuni babeat et synodalis iudicii causas cum pnidentie illius consilio tractare studeat. Idem vero prepositus postea forte quod absit niinis libere et reprehensibiliter vixerit — facta super cum coram archiepiscopo proclHmatione regu- larique examinatione prioratum amittat. Sane quolibet iam dicti monasterii preposito defuncto — nullus in eius locum qualibet sab- reptione aut vioJentia subrogetur, nisi quem aut omnium coDCors unanimitas aut sanior pars — elegerit. Advocatum in successione heredum suorum adultiore etate doraine Frideruna cum filio auo Marcwardo ecclesiam illam habere constituit, qui in timore dei solli- citer bona — et libertatem monasterii a pravorum inquietationibus — scuto defendere studeat. Hie denique necessitate exigente — invitatua ab illo (preposito) veniat. — Nullum autem servicium aut ius propter hoc deberi recognoscat — . Idem advocatns nisi preposito volente et advocante bona et loca monasterii suis frequentiis — et sine causa minuere adeal, nee — pernoctandi licentiam babeat, nee subadvocatum per se faciat — . Ad hec quippe prefatus Marcwar- dus domine Friderune filius a domino nostro Romanorum rege Can- rado — Privilegium — impetravit, in quo totius libertatis statum memorati monasterii et omnia predicta coram regni principibus reg^ potestate — roboravit. Ut autem libertatis istius et traditionis statuta — permaneant, sepe dicta matrona cum filio suo constituit — ut predictum coenobium — sub beati Martini mnndiburdio et Mogontini pontificis tutela semper stabiliatur et defendatur, si forte quispiam — statutum hiic — infirmare vel infringere presumpserit Cuius rei sanctionem rataiu — statuimus et — sub — nostro — poiitificali banno sub interminatione perpetui anathematis et illius tremendi examinis confirmamus et — sigilli nostri impresaione sig- naviraus. — Testes hos subscribi fecimus. Gebehardns li^statensis episc. Tietbmarus Fardensis ep. Rudolfus Ualberstatensis ep. Sifridus Wirceburg. ep. Henricus custos maioris ecclesie in Mogontia et Erpes- ford. prepositus. Godeboldus prepos. Fritslariensis. Gerlachus pre- pos. S. Victoris. Adelhardus prepos. S. Severi. Ludewicus prepos.
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Gangolfi. Magister Willeheimus. Wernherus abbas S. Petri in Er- pesfort. Adam abbas Eberac. Henricus abbas de Walkenrith. Engilbertus abbas de Folktddiroth. Udalricus abbas Celle domine pauline. Hiltilinus abbas in Oldesleiben. Godescaicus prepos. in Kaldenbrunnen. Folpertus prepos. de monte S. Cyriaci. Hartungus prepos. in Hegenehe. Bertramus prepos. in Wacbtereswinkele. Wt>lf- ramus prepos. in Hornberc. HartwicuM prepos. in bospitali. Sinzo prepos. in Eiteresburc. Capellani Giselbertus. Cunradus. Linungus. Rudingus. Laici. Ludewicus comes. provinc. com. Ernestus. com. 8izzo. com. Wiggerus et frater eius Godefridus^). Marc ward us de Grumbach. com. Fridericus de Bicbelingen. Erich de Burnestetc. Folradus et Ludegerus et Sifridus de Cranrchfelt^). Guncelinus et frater eius Folcmarus dr> Dachebeche ^). Hartungus de Sunnebrunnen. Ministeriales. Embricbo Ringravius. Henricus vicedominus. Mein- gotus. Hugo Guntberus. Siboldus. Heinricus. Giselbertus. Alexander. Hawart. Hermannus et alii quam plures.
Facta sunt hec anno dom. incarn. mill. C XLVII. indict. X regnante gloriose rege Cunrado huius nominis II anno regni eius X snseepte autem peregrinationis I. Dat. Erpesfort XVI. Kai. Julii feliciter amen.
Nr. 3. ! 148, Vermuthlicli in Erfurt ausgestellt, wo der Erxbiachof im Februar verweilte, s. Henneberg Urkundenbucli I, S. 6 Die dort genannten Zeu- gen finden sich grossentheils in unsrer Urkunde. Doch steht dort der Rheingraf Emhricho unter den Grafen (ebenso 6Wen. I, S 561. .'»64.) und der Capellan Conrad heisst vollständig Canr. de Hegstad. Incor- poration der Kirche /u Kgstädt durch Krzbischof Heinrich von Mainz. Gotha Orig. N. 3. mit anfgednicktem Thronsiegel.
In nomine s. et ind. trin. Heinricus gra. d. Mogunt. Archiep. "^ nobilis ac religiosa matrona nomine Frideruna linea nobis con-
*) Diese Bruder heissen de Hoste und de Husse, Guden. cod. dipl. I, ' • i 38. 143. 400. Sind diese identisch mit Godofredus comes de Amenc- '"^^, Wikerus frater suiis'in einer gleichzeitigen Mainzer Urkunde? Henne- ****"^* Urkmtdenbuch I, S. 8.
^} Diese drei find die ältesten uns bekannten Dynasten von Kranich- ^•*^'» 8. Brückner, Denkwürdigkeiten aus Krank, u Thür. I, S. 158 ff. Ihr ^^I>pen 8 Urk. 63.
•) Dachwich, nordwestlich von Erfurt, gab Dynasten den Namen, die **^r bald ausgestorben sind. Die beiden Bruder werden noch genannt ^*«<l€n. cod. dipl. I, S. 187.
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sangainitatis propjnqaa et filius Marquardus de Grombach vir ad- modum industrius ecclesiam S. Jobann. bapt. in Egenstete in loco possessionis sue ab ipsis constractam et dotatacn saper aitare S. Georgü Ochtricbeshusen — liberaliter delegaverunt et eontradidernnt, stataentes, ut prepos. Ludeger eiasqoe legitirai soccessores memorate ecclesie — iore perpeiuo inveslitores existant — . Haocqae actionem pape Eugenii nostroque pontificali banno confirmavimus et — P^- nam banc — nostra signari iniagine precepimas, illos quoqae, qao- rom testiroonio confirmata est, subscribi volumus. Sigefridus ep. Wirceborg. Anshelm Havelberg. ep. Heinricus Herreid. abb. Hart- mannus decan. maior. ecci. Mogunt. et S. Stephani prepos. Heinricos prepos. S. Marie in Erpbesfurt. Gerlacus prepos. 8. Victoris. Godescalcus prepos. in Muckestat. Godeboldus prepos. in Fritslar. Ludwicus prepos. de S. Gangolf. Adelbardus prepos. de S. Severo. Magister Willehel- mus. Udalricus abb. in cella domine Pauline. Engilbertos abb. in Folkolderotb. ßelferadus abb. de monte S. Petri. Folpertus prepos. de monte S. Cjriaci. Hartwicus prepos. in hospitali. Sinzo prepos. in Heiteresburc. Godescalcus prepos. in Kaldenbrunnen. Capellani. Giselbertus. Cunradus. Rudingus. Linungns. Laici. Adelbertus marchio. Gonradus marchio. com. Sizzo. com. Ernestns. com. Wigge- rus. com. Emicho de Linungen. com. Arnoldus de Luxenburc. com. Cuonradus de Kirchberc et frater eius com. Godefridus de Hostede. Helewicus de Bodenbusen. Ministeriales. Embricbo Ringravius. Tuto et frater eins Meingoz. Heinricus vicedom. Salemannus Wal- boto. Cunradus et Heidenricus marscalci. Wernherus dapifer. Cun- radus pincerna et alii quam plur. Hec facta sunt. ann. MCXLVÜI. indict. XI. glor. reg. Cunr. II. secundo peregrinationis anno.
N. 4. 1157. Halle 3. Aug. Kaiser Friedrich I. confirmirt die Inkorpo* ratiou der S. Peterskapelle. Gotha, Orig. N. 6. mit schönem auf- gedruckten Thronsiegel.
In nom. s. et indiv. trin Fridericus div. fav. dem. Rom. Imp. Aug. Quemadmodnm pium est imperialem muniücentiam Christi pau- peribus ad presentis vite subsidium aliqua bona conferre, ita caa- tum est, propter mundi maliciam privilegiorum testimoniis etiam collata confirmare simul et stabil ire. Ad universorum itaque — noticiani pervenire volumus, qualiter fidelis noster Marcwardus de
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Grumbacb vir admodum industrius — ecclesiain beati Georgii —
— et congregationem sanctimonialium in Ucbtrichesbusen, quam cum matre sua felicis memorie Frideruna honorifice construxerat, temporalia vite huius subsidüs ampHare cupiens, capellam b. Petri apostoli in monte apud Ucbtrichesbusen cum perdnentiis suis, quae aibi defuncto quodani nobili et perdivite viro Sifrido de Wasungen*) iure bereditario obvenerat, presbytero quoque, qui eam possederat nomine Cristiano viam universe carnis ingresso, super altare S. Georgii — devote obtuierit et — contradiderit prepoBito Ludigero et successoribus eius perpetuo possidendam et divinum in ea offi- cium cum fratribus suis ordinandum. Ut autem oblatio bec rata
— permaneat, banc chartam rogatu — Marcwardi — et Ludigeri conscribi et impressione sigilli nostri insigniri iussimus — statuen- tes — , ut si qua — persona — banc delegationeni convellere seu cassare attemptaverit, L iibros auri purissimi persolvat, dimidietatem camere uostre et dimidiatam predicto cenobio. — Testes sunt — Wicmannus Magdaburg. arcbiep. Ilartwicus Bremens, arcbiep. Her- mannus Fardensis ep. Eberbardus Babenberg. ep. Jobannes Mers- barg. ep. Gerungus Misnens. ep. Gebehardus Wirceburg. ep. Bruno Hildenesbem ep. Marcwardus abbas Fuld. Heinricus abb. de Walken- rieth. ßogilbertns abb. de Folkolderoth. Gerhardus Magdaburg. prepos. Arnoldus. prepos. 8. Andree in Colonia. Godeboldus prepos. Fritslariens. Heinricus dux Saxonie. Adelbertus marcbio et ülius eius comes Hermannus. Otto palatinus de Widelinesbach. Lude- wicus com. provinc. Thuriugie. Teodericus marcbio et fratres eius Heinricas et Dedo. com. Siboto de Scartfelt. com. E^ielgerus de
*) Sifrieds v. Wasungen bisher imbekannte Person bietet Manches Räthselbafte dar. Bei dem ersten Anblick scheint er Hennebcrgischer Vasall oder Bnrgmann in Wasungen zu seyn; allein da er nobilis und perdives ge- nannt wird, da er ferner in verwandtschaftlichen Beziehungen %u der Familie Grambach gestanden haben muss, so ist dieses kaum anzunehmen. Kben so wenig dürfen wir ihn für ein Mitglied der Hennebergischen Familie halten (■ein Name und das Grumbacbsche Erbrecht sprechen dagegen), welche :iich seit 1037 in dem Besitz von Wasungen befand. Sollte er etwa aus einer alten Dynastenfamilie v. Wasungen abstammen, welche den Namen auch nach Verlast des alten Stammsitzes beibehalten hatte? S. Brüchwr^ Landes- kunde des Herz. Meiningen 11, S. 77 f. und Denkwürdigkeiten aus Frank. oDd Thür Qescb. I, 8. 206 f.
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Ilfelt. com. Emicbo de Liiiingen. com Ludolfus de Waldingerode et frater eius com. Hoyerus. com. Brwinus. et trater eius Emestos. com. Gerhardus de Nuringes (Falkenstein bei Frankfurt). Marc- wardus de Grumbach et ülii eius Marcwardus Albertus et Otto. Berongerus de Rauenstein. Folradu« de Cranecht'elt. Reinhardus de Trifurte (Urk. 38.) et alii multi nob. et minist. Signum dorn. Frid. Rom. Imp. Aug. Invict Kgo Reinnldus cancell. vice Arnoldi Mog^nt. sed. Arcbiep. er Archicanc. recognovi. Dat. in Halle III. Non. Aug. Indict. V. anno incarn. MCLVII. regnante Rom. Imp. Frid. glor. Anno regni eius VI. Feliciter. Amen.
N. ä. 1157. Halle. 3. Aug. Kaiser Friedr. I Coufirmation und Schntzbrief. Gotha, Orig. N. 5. mit aufgedrucktem Thronsiegel.
In nom. s. et indiv. trin. Frid. div. fav. gratia Rom. Imp. Aag. Quoniam antecedsores nostri div. memorie imperatores ac reges — non solum ecclesias ipsi construxerint , set et ab aliis — ccmstra- clas in regalis patrocinii tutelani susceperunt, ab eterno iudice nos remunerari mm diffidimus, si eisdem ecclesiis — imperialis gracie tutelam impendimus. Noverint itaque — fideles presentes et futuri, quod temporibus doniini et patrui nostri — Conradi Rom. regia secundi ad honorem dei et beate virginis Marie sanctique Georii — in provincia, que Tburingia dicitur, monasterium quod Ychtrishusen nuncupatum est, a nobili quadam matrona Frideruna — et eius filio dilecto et üdeli nostro Marcwardo de Grumbach honoriiice constructum est, quod ad mtmacbicam inibi vitam agendiun sab regula et ordine Cisterc. sub regiroine prepositi et abbatisse sorori- bus et fratribus ibidem servituris prediis suis et mancipiis cum capella S. Petri ac piscaria intra Rudolvisleben et pontem in Ych- trishusen ac aliarum rerum atinenciis, honoribus — ditaverunt. Or- dinal is autem omnibus, que ad divinum cultum spectare videbantur,
— hanc eidem monasterio libertatem constituerunt, ut ea que ipsi contulerant vel ab aliis — couferenda erant, prepositi sui et abba- tisse ordinacioni subiacerent, in preposito et in abbatissa eis delec- tionem liberam tradiderunt — — . Neve tarn iustis ac deo caris institucionibus clementie nostre desit aucturitas, prefatum monasterium
— in pacis nostre ac defensionis nostre tutelam suscipimus — eias- que constructionem consecrationem prepositi et abbatisse libermm
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electionein et ex omnibus predicÜB bonis ditacionein privilegüque — municionem super . bis omnibas datam et bos quoque daraus et preseutem paginam — iroperialis banni auctoritate confiriuantes approbamus — statuentes, ut huius nostre confirmationis violator persolvat L regie caraere libras auri et dimidietatem predicti ce- nobii provisori. Huius confirmacionis testes sunt Conradus Mogunt. arcbiep. Wicmannus Magdeb. arcbiep. Conradus Salzburg, arcbiep. Jobannes Mersburg. ep. Gebehardus Wireeburg. ep. Heinricus dux Saxonie. Heinricus Raspo Turingie lantgravius. Theodericus roarcbio et frater eius Heinricus et Dedo. com. Henricus de Swartzburc. com. Siboto de Scartfelt. com. Ludolfus de Waldingerode et eius frater com. Hoyerus. Volradus de Cranichfelt et alii multi nobil. et minist. Sign. Dom. Frid. Rom. Imp. Aug. Invict. Ego Reinoldus cancell. vice Arnoldi Mog. Arcbiep. et Archicanc. recognovi. Dat. in Halle III. Non. Aug. u. s. w. ganz wie bei der vorigen Urkunde.
N. 6. 1157. Scbutzbrief des Er/.bitfchof Arnold von Mainz. Gotha, Orig. N. 4. mit aufgedrucktem Thronsiegel.
In nom. s. et indiv. trin. Arnoldus dei gr. Mogontine sedis Arcbiep. — notumque esse voiumus — qualiter nos cuidam novelle plantationi in Ucbtericheshusen et sororibus sub ordine et regula cisterc. inibi degentibus aliquid caritatis et beneficii cupientes im- pertiri, iuxta earumdem sororum peticionem ordinem et regulam, quam secundum institutiones et privilegia matricis eixlesie sue in Wachtriswinkil et predecessoris nostri domini Heinrici arcbiep. pri- vilegii attestationem in eodem loco eligendo incboaverunt , apud omnem successionem eandem — servari — statuimus, ne forte post descensum et iniuria regulari fiat discipline et sorores viliores sint et inferiores. Statuimus quoque, ut sorores — matrem spiritalem videlicet abbatissam humilem prudentem — concorditer — eiigant sibi constituant eique communiter obediant timeant diligant foveant. Peticione etiam fidelis nostri Marcwardi prefati monast. fundatoris — consilio statuimus — , ut sorores — de regula et ordine B. Augu- stini prepositum babeant — , qui eis tarn in interioribus secundum deum provideat et hie ab omnibus sive a saniori parte earumdem sororum eligatur. Concessimus etiam — talem libertatem, ut fratres et sorores inibi degentes nulli archidiacono vel archipresbytero aliquid
habeant respondere, sed totius iuris sui iu spiritalibus ad solum Mügunt. poDtificera habeant respectum. lilud quoque — concessi- mus, ut prepositus — verbum dei predicando aonuntiet et — bap- tizet, visitet, sepeiiat — . De eiusdem loci advocato memorato Marc- wardo petente — atatutum est, ut in successione ipsorum et nepotum suorutu saniorem eadem ecclesia semper advocatum habeat — . Ut autein boc statutum — permaneat evo, haoc paginam conscribi et impressione sigilli nostri insigniri precepimus et banno nostro con- firmaviinus. Iluius rei festes sunt hü Gerungus Misinens. ep. Arnoldus maioris eccl. in Magoutia cuatos et Krpesfurd. praepos. Burcard US praepos. de Giecheburc. Hartwicus praepos. 8. Petri in Magontia. Adelhardus prepus. de S. Severe. Gelpheradus abb. de monte S. Petri. Engilbertus abb. de Folkoideroth. Fulpertus prepos. de monte S. Cyriaci. Ludigerus prepos. de Uchtericbeshusen. Adel- bertus prepos. in Hugisdorf. Sifridus prepos. in Eiterisburc. Capellaoi Cunradus prepos. de S. Gingolfo. Rudingus. Reiuhardus. Gernotus notar. Adelbertus marchio et iilius eius Heinricus. Edelgerus com. de Ilvelt. Marcwardus de Grumbach et filii eius Erwinus et frater eius Ernestus. Meiuhardus de Muleburc"^. Folradus et Sifridus de Cranechfeit. Gerungus de Merkisleiben. Waitherus de Husen. Hein- ricus de Beriestete. Uartungus de Scharphenberc ^). WernheruB de
^) Ueber die nuch nicht hinlänglich aufgeklärte Geschichte der Mühl- berg^schen Dynasten , welche diesen Namen von einer der drei Gleichen trngen, s. Heübach, hist. Nachrichten Ton den Bergschlossern Gleichen u. 8. w. S. 203 fr. Polack, Wachsenbnrg, Muhlberg nnd Gleichen S. 10 ff. 16 ff. 34 ff. und Fakkenstein, tbür. Chron. LI, S. 882 ff. Das Wappen soll schachbretähnlich gewesen seyu.
^) Hortung v. Scharf enberg , der in dieser Urkunde zum hoben Adel gezählt wird, war Bruder Boppo^s de Lapide 1137 oder v. Scharfenberg 1168. Henneberg. Urkund. T, 8. 4. 12. Dronke, cod. diplom. S. 389. Sie stehen unter den Fnldaischen Ministerialen, ebenso 1178, Walkenried. Urk. S. 22. Vermnthlich stammen sie von Dudo d^ Steyn 1116. Dronke, cod. dipl. S. 376. und waren verwandt mit Heinricfi V. Scharfenberg 1167, Uenneb. Urk. S, 12 und 1194, Wenck, hess. Gesch. IH, S. 91 (wo er ale Uersfelder Castellanus erscheint) und Otto de Lapide 1153, tSchuUeSy dir. dipl. II, 8. 100. 1155, 8. 117. 1168, Henneb. Urk. S. 14. In den meisten dieser Urkunden ist ihre Stellung eine unentschiedene, da sie mehrmals unter dem niedern Adel ihren Platz einnehmen, so dass man versucht wäre, sie diesem zuxnzälilen, wenn nicht unsre Urkunde ihren Rang klar aoe-
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Bonlant^ Hartungus de Erpha. Ministeriales, llelfricas vice- dom. Mogüiitie. Henricus vieedom. Krpesfordie. Wolfram scultet. Arn<ddus rufus. Siboldus albus. Gieselbertus. Siboldus filius Lam- püldi. Ditroarus et trater eius Flerinannus et alii miilti. Hec facta sunt anno dorn, incarnat. MCLVII Indict. IUI. reguante dorn. Frid. imp. anno regni eius VI iniperii vero IV.
N. 7. 1166. 7. Jan. Propst Sifrid von Maj^debiirg schenkt dem Kloster eine Menge werthvoller Reliquien, (jotha, Orig. N. ä» mit schönem Siegel Sifrids, das Brustbild eines (ieistlichen vorstellend. Die linke Hand hält ein Buch, die rechte ist in die Höhe gehoben. Die Um- schrift lautet: SitVidi sce Magdeburg eccie decan.
In nom. s. et indiv. trin. Sifridus dei gr. sancti Nicolai prepos.
et inaioris Magdeburg, ecclesie decanus — . Omnibus — notum
esse volumus — , qualiter divina inspinmto dementia dominice pas-
siouis loca visitare cupientes Uclitricheshusensem ecclesiam suscepta
iaiu peregrinatione orationis causa adivimus atque a veneranda eius-
dem congregatione sicut angelus doinini benigne — suscepli sumus.
Inter cetera quoque bumanitatis officia — plenariam inibi fraterni-
tatis eommunionem adepti sunius. Nos itaque mellifluam earundem
dominorum caritatem ac religionem cum gratiarum actione —- com-
plectentes preciosissimum thesaurum super lopazion et aurum —
videlicet sacratissimas patronorum nostrorum reliquias nuper a do-
mino nostro archiep. Wicmanno sunmiis precibus impetratas —
iam dicte ecclesie — obtulimus, quas etiam ob memoriam nostri
subternotAre curavimus, conimunicatoque priorum nostrorum consilio
videl. dorn. Ottonis maioris ecd. nostre prepos. Ruggeri vieedom.
^t Wittholdi prepos. in Hunoldesburc nee non et concanonici nostri
€3üm. Burchardi de Burnestete, qui nobiscum illo advenerant, annuente
Xrenerabiü eiusdem loci prepos. Ludigero — , in commune statuimus,
Spräche. Mit den Dynasten v. Frankenstein haben sie nichts gemein, wie ^uch ich früher fälschlich glaubte. Das Wappen ist zwar nicht aufzufinden, ^irar aber vermuthlich identisch mit dem Wappenschild der Freiherrn v. Stein v-u Barchfeld, welche von Jenen abzustammen scheinen. S. Urk. 61.
•) Unter die Reichstruchsesse V07i Boland, welche 1276 mit Philipp er- loschen, 8. jetzt tHcker^ die Reicbshofbeamten der Staufischen Periode, ^ien 1863.
ThuriDgia oacra. 1. 4
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quatinus dies adventus eorundem s. reliquianim hoc est VII. id. Jan. faturis seinper lemporibus in diviiio officio iiiibi celebris habeatur — . Haue paginani — conscribi feciinus et sigilli nostri iinpressione sig- naviiiius, statuentos, ut hec scripta in scrinio s. reliquiarum reposila — conservontur. Hoc facta sunt anno dorn, incarn. Mill. CLXVI. Indi^t. Xllll. Vll. id. Jan. regnante sereno imp. Frid. aunu regni eins XV imp. vcro XII. He ossibus sanctoruni mart. Mauricii X Kai. Oct. Kxiipcrantii. Candidi. Victoris. Innocentii et Vitalis et sücioruni eoruui. Bartholoni. apost. Philij)pi apost. Sergii mart. Non. Oct. Faustini ep. et m. Kai. Jun. Adriani mart. VII id. Sept. C'y- priani ep. et m. VI Kai. Oct. et Justine — Eleutherii ep. et m. XIIII Kai. Maii et s. Lucie (oder Antie?) m. matris eins. Brictii ep. et conf. VII id. Jul. Crisanti m. III Kai. Dec. Cordule — XII Kai. Nov. Anastasie m. VIII Kai. Jan. Constantii ep. et in. III Kai. Feb. Florentii ep. et m. XIII Kai. Oct Felicitatis m. Villi Kai, dec. Alexandri et s. Felicis m. filiorum s. Felicitatis VI. id. Jul. Madelberthe v. VII id. Sept. Marie Magdalene. Victorini ep. et m. non. Sept. Valerii ep. et conf. IUI Kai. Feb. Justi ep. et conf. II Kai. Sept. Pomiani m. XIIII Kai. Feb. Secundi m. VII Kai. sept. (iaugerici ep. et conf. III. id. Aug. Cassiani ra. id. Aug. Brictii m. id. Oct. Superaiitis m. Kai. Dec. Aniandi ep. et conf. VII Kai. Nov. Georgii m. Villi Kai. Mai. Pancratii ni. IUI id. Mai. Dionisii ep. et m. ariopag. VII id. Oct. Eustacbii m. IUI non. Nov. Modeste v. II non. Nov. Cristofori ra. VIII Kai. Aug. Blasii ep. et m. III non. Febr. Castissime v. Gerdrudis XVI Kai. Apr. Ypoliti m. id. Aug. Donati ep. et m. VII id. Aug. Cosme et Da- nüani m. V Kai. Oct. Eracliani ep. et conf. Villi Kai. Nov. 8. «i. Justi V id. Oct. Artliemii et lloneste v. Nicolai ep. et conf. VIII id. Dec. Victoris et Corone ni. II id. Mai. Agathe V. et m. non. Feb. Sebaldi conf. Margarethe v. et m. III id. Jul. Herculani ep. et m. VIII id. Nov. Gervassii et Prothasii m. XIII Kai. Jul. Lau- rentii m. lil id. Aug. Gesarii m. Kai. Nov. Undecim ra. virg. XH Kai. Nov. Stephani prothomart. Gyriaci m. Bonifacii m. Giemen- tis ep. et m. Alexandri ep. et conf. IUI Kai. Mart. Helene regine. Vincentii m. De sepulchro doraini. De vexillo S. Mauricii m. Ana- brosii ep. et conf. Gangolfi m. Pergentini m. Apollinaris m. Anto- toniui m. Vecentii conf. Herenei et llabundii ra. Lamperti ep. et m. Sauctorum IUI coronatorum. Tiburcii m. Duorum Ewaldoruiu m.
ei aliorum S. pluriniorum, quorura hie nomina non habentur. Anno dciin. ine. dccecLXXllIl nun. Mai. obiit dum. noster ütto magnus itnp. qui has sacroB. reliquias ad Magdeb. transtulit ecclesiain, cuius ttiiimam omnium — uraticinibuB devote cumineudanius.
N- 8. 1166. Er/bisoh(»f Wichniuiin von Magdeburg besttheiikt den Propst Sitrid mit KHliquien tTir dus Kloster htitershuiisen, wogegen dasselbe dereinst Anniversarien halten soll, (iotha, Orig. N. 7. mit schönem Tlironsiegel Wielimanns, beselirii'ben von Lcpsius, kl. Schriften HI, Seite 29.
lu noni. H. et ind. trin. Wiciniinuiis dei j^r. Magdeb. eccl. XVI.
***elAiep. oiiitiibuä — in porpetuuni. — Notuin itaque fieri voluraus,
quocl Karisä. nostro prepoäito S. Nicolai et maioris eccl. iiostre
«J^ostno Sifrido — pretiosissimas patronoriiin iiostroruin reliquia:* ex
^^oi «jsaueto ecciesie et sjicrarii no.slri thesauro — donaviriiu», quas
**^ regulari sanctimon. cenobio \u ordine rist. degentiuiii in Uchtri-
^'»»esiliuaen — pro reniedit» aninie iiostre ac beate niem. Gebe coini-
"«iö€* ainite noslre, que ibidem sepiilta est sueque oblaturuni — re-
P*"*>iiiisit. Comniunicato itaque consilio venerab. prepos. Ludigeri ac
^^li^iose abbatisse Ilocbburge iani dicti nionasterii et — Sifridi
*^*t.ti^iii,us — , quatinus devota — congregatio — in cottidianis ora-
*^*iiium suaruiu sufTragiis seu miäsaruni celebrationibus nostri raemo-
''**^in faciat et post morlalis — vite — deciirsum obitus nostri diein
*^' predicti — Sifridi nieiuorit^ coniinendel atque in vigiliis et missa
t****> defunetis per annos singulos concelebret — , chartani haue —
^^ easdem sacros. reliquias reponi rogavinius. Facta sunt autem
^^^ anno doni. ine. MCLXVl indict. Xllll. regn. glor. Rom. imp.
''*0. — Testes sunt Walo Ilavelberg. ep. Gerungus Misin. ep.
^*llimaru8 Brandenburg, ep. Otto prepos. doraus Magd. Sifridus
^lee^nus. Huggerus vicedom. Witthold prepos. de Hunoldesburc.
^^^. Johannes. Cunradus prepos. Hall. Jordanus prepos. de Sche-
nia^en. Henric. prepos. de S. Sebastiano. Burcardus de Burne-
*"^t^ et muhi Magd. eccl. canonici. (Nun folgen die Bezeichnungen
"^*' Reliquien und zwar viel mehre, als in voriger Nummer ange-
S^^en sind, z. £. de costa s. Pontiami ni. (2 mal), Candidi sena-
^^Hö et mart. thebee legionis; mehrmals ist das Reliquienstuck genau
"^xeichnet, wie de brachio s. Exuperantii m.; dimidius dens Modeste
^*t de liguo di)mini, de dorso Madelberthe, de deute S. Modeste, de
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barba S. Petri apost. Die Heiligentage sind hier regelmädsig bei- gefugt und zwar über jedem Namen. Am Schluss dieselbe Notiz über Otto's Tod, wie in voriger Urkunde und auf der Rückseite steht: a. d. ine. MCXCU ind. X. Villi Kai. Sept. obiit — Wie- niannus s. Magdeb. eccl. XVI. arehiep. etc.)
N. 9. 1169. Erfurt 18. Dec. Tauschconfirmation. Orig. unbekannt, Ab- druck bei SchulteSj dir. dipl. II, S. 203 fi'., v*»riuuthhcli nach der Abschrift in Schlegel de abbatia Hersfeld. Msc. in der Herz. Biblio- thek zu Gotha, S. 170.
Christian Erzbischof von Mainz conürinirt auf Bitten Marquards V. Grunibach (üchtrish. ccclesie advocatus) und Heinrichs von Ilel- drungen einen Tausch. Otto Pfalzgraf v. AYithelinesbach halle in Eisleiben 5 Hufen als Mainzer Lehen, mit denen derselbe Ueinbod und Friedrich die Söhne des Grafen von Hichelingen (den der Erz- bischof seinen avunculus nennt), dieser den gen. Heinrich v. Hel- drungen, dieser den Ritter Arnold v. AYeberstete *°) belehnt hatte. Nachdem alle diese die Lehn aufgelassen halten, übergiebt der Erz- bischof die gen. 5 Hufen dem Kl. Ichtershausen (mancipiis solum modo exceptis) und empfangt dafür von demselben 5 Hufen in Grossenfahnern (Vanra maiori), mit denen er den gen. Pfalzgraf wieder belehnt. Zeugen: Arnoldus maior prepos. Burchardus pre- pos. S. Petri apost. in Moguntia et in Jechaburc. Alb. prepos. de S. Severo. Hubertus prepos. in Muckestat et curie notur. Gebehardus abb. de cella dom. Pauline. Engelricus abb. Saleveld. Piligrinus prior de monte S. Petri. Ernestus prepos. S. Mauric. in Nueuborc. Canonici: Wolf helmus. Johann. Hubert. Heiuhardus de Crauich-
^®) Diese Familie so genannt von dem Dort'e Weberstedt bei Langen- salza scheint bis gegen 1500 geblüht zu haben. In den Klosterurkunden von Eisenach, Georgenthal, Keinhardsbrunn, Hombnrg und in den markgräflichen Copialbüchern des Konigl. Archivs in Dresden finden wir sie sehr häufig. Ausser den Gütern in der Nähe ihrer Heimath besassen die Herrn v. Weber- stete eine Zeit lang auch die Brandenburg und den Ringelstein bei Eisenach. Da 2 verschiedene Wappen der Herrn v. Weberstete vorkommen (uemlich bei mehren eine Lilie oder Speerspitze, bei andern ein aufspringender langgehornter Ziegenbock), so scheinen zwei verschiedene Familien gleiches Namens von demselben Dorfe ausgegangen zu seyn.
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feit. Laici. com. Erwinus. com. Heinr. He Siiarzburc et frater eius com. GunthenivS de Keverenberc. com. Ileinr. de Buoch. Volradus de Cranichfell. Meinhardus de Miileburc. Heinr. de Sumeriiigen. Berthold, de Kindehusen'*). Alb. de Engilde. Ministeriales. Franco pincerna. Berth. dapif. Didericus vicedom. Berthold, scnlt. Wigandus magister fori. Helewicus. Siboldus albus et filius eius Guntherus. Siboldus filius Lainboldi et alii — 1160. ind. IF. — Erford. per manum Ruberti Muckenslatensis eccl. prepositi. XV. Cal. Jan, —
N. 10. 1170. Erfurt 21. Jim. Kaiserliche l'ausehfonfirmation. Gotha, Orig. N. fi. mit schönem Thronsiegel, Abdruck bei Wenck, Hess. Landesgeseh. II, Urk. S. 502. und Schumacher^ verm. Nachrichten V, S. 41 f., Auszug bei Schuttes, dir. dipl. II, S. 20« f.
Kaiser Friedrich I. confirmirt 2 Tauschgeschäfte, zwischen dem Abt Willibold von Hersfeld und dem Kloster Uchtricheshusen.
I) Der Abi giebt dem Kloster 5 Hufen in Uchtricheshusen, mit denen er den Grafen Erwin von (illeichen, dieser den Castellan Adel her von Wassenburc dieser wieder einen Lehnsmann des Grafen, den Ritter Herwich belehnt hatte, nachdem alle diese an dem kaiserlichen Hofgericht resignirt hatten und empfangt
") Aus dem Dorfe Kindehuaen (jetzt Kühnhausen bei Erfurt) stammte ein gleichnamiges (ieschlecht, dessen Wappenschild nach Mittheilung des Herrn Archiv -Rath von Mülverstedt in Magdeburg 1446 drei Röschen zeigte, in Form eines Dreiecks zusammengestellt, während ich in einer Oberwei- mar'schen Urkunde im Gesammt - Archiv zu Weimar, wo Rudolf v. Kind- husen mit »einen Söhnen Tiudolf\ Heinrich^ Theodorich und Bertold Land in Mellingen dem genannten Kloster verkauft, 1328, ein Siegel fand, auf dem ein paar Hirschgeweihe stehen, die in dem Kopf eines Wolfs oder J^öwen wurzeln. Vielleicht führten diese ihren Helmschmuck, Ludwig aber mit seinem Sohn Albrecht 1446 das eigentliche Wappen. — Unser Berthold kommt noch vor 1184, s. Urk. 17; 1100, Urk. 19 und 1196 in einer Urkunde des Eisenacher Nikolaiklosters, Schumacher, Beiträge VI, S. 49 f. Dessen Sohn Bertold wird erwähnt bei der Belagerung von Weimar 1214, Annal. Reinhardsbr. S. 142., bald darauf die Brüder Heinrich und Friedrich, die mit Kloster Pforta einen Vergleich schliessen, Wolff, Chron. If, S. 43 f. and 1280 wieder ein Bertold, das. S. 210. Dass die Familie zum niedern Adel herabgestiegen war, braucht kaum erwähnt zu werden.
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dafür von dem Klostor Besitzungen in Horehusen, die der Propst Ludiger von Bert hold v. Kindehusen (viro ingenuo) für 38 Mark gekauft halte, sowie eine Hufe in Grosshorehusen. 2) Der Hersfelder Ministerial Wernher v. Winrichesleiben*^), wel- cher einen Hof an der Südseite des Klosters Uchtrishusen mit 5 Hufen in demselben Orte als Hersfelder Lehn besass und auf dieselben mit seinem Sohne Günther zu Gunsten des Klosters Ichtershausen resignirt hatte, empfing dafür durch die Hände des Voigts Markward v. Grumbach und des Propstes Ludiger einen Hof mit 5 Hufen in (iuslo (Gössel) und 1 Hufe in Diderichewinden ^^) Indem der Kaiser dieses bestätigt, bestimmt er eine Strafe von 100 Mark Goldes an die kaiserliche Kammer zahlbar für den vio- lator huius dispositionis. Zeugen: Philipp Colon, archiep. Wicman- nus Magdab. archiep. Eberhard us Babenberg. ep. Uto Nuenburg. ep. Willimarus Brandenburg, ei). Gerungus Misnens. ep. Ludew. Monast. ep. Burchardus abb. Fuld. Heinr. dux Bavar. et Sax. Adelb. mar- chio. Otto marchio. Dideric. march. Ludew. com. provinc. Cunradus palat. com. Reni. Dideric. com. Herm. com. Heinr. com. Adelher. com. Sigeboto et alii. Recognosc. vom Kanzler Heinrich statt des Erzbischofs und Erzkanzlers Christian. XI Cal. Jul. ind. III. —
N. 11. 1173 R. Gotha, Cop. Reg. A. 78.
„Sifridi Probsts und der Kirche zu Magdeburg decani Brieff über etliche Heyligthumb, so von bemelter Kirche und Stift dem Kloster gegeben werden."
") Von dorn Dorf WiUrrslehm bei Stadt lim (Wierichesleben, Winris- leben, Wiri^Ieben ii. s. w.) stammt die gleichnami{;e Familie, welche uns in den Urk. 60. 104. 116. 123 f. 127. mehrmals begegnet, dann aber er- loschen ist.
") SchuÜeSy Dir. Dipl. II, S. 209 denkt dabei an DiUerswind in Baiern, was zu entfernt ist, v. Wangenficim, Urkunden und Regesten S. 21 vm ÜJUer- winden bei Eisenach. Ich vermuthete Dieirichshüttcn oder Dittcrsdorf^ beide Orte in dem Furstenthum Schwarzburg sudwes^tlich von Rudolstadt, sehe aber jetzt in Hesse, Gesch. des Klosters Paulinzelle S. 21, dass ein untergegangener Ort bei Gräfenau (südwestlich von Arnstadt) Dittriswinden hiess.
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N. 12. 1174. Kckardtsber^a. Tauschvertrag. Original unbekannt, Abdruck bei Lunip, »picil. i-iMiiiar. 11, S. IS|6. Auszug bei Schuttes, Dir. Diplom. II, S. 24:5 f.
Graf Erwin v. Gleichen uberliisst dein Kloster 5 in dem Distrikt Mohlberg gelegene Güter, die das Kloster von ihm zu Lehn hatte, als Eigenthuni und bekommt dafür ein Haus und 2 Hofe in Horc- husen, abgabenfrei, mit Consens des Erzbischofs von Mainz. Zeugen des Grafen: Mangold von Rode, Hugo v. Hirschstädt, Burchard v. Donvize, Reinhard v. Weimar. Gozwin v. Tüchern, Thuto v. Pichene, Hermann v, Scoiienberc. Zeugen des Closters Rudeger Abt v. S. Georg, Thegcnluird Abt zu Burgel, Azzo Abt zu Bosau, Conrad Abt zu Lausnilz, mehre Domherrn von Naumburg, darunter Egge- hard v, Gudern. — Eckardtsbergk 1171. —
N. i:j I17ß Seflgeriithstiltung. Orig. unbekannt, Abdruck bei Schuttes, dir. dipl. 11, S. 245 f., vermuthlich nach Schlrtjct, de abbat. Hersfeld. Msc in der Her/,. Bibliothek /.w Gotha, S. 170.
Albert v. Grumbach giebt dem Kloster seine Güter in Thorouge, (Thorei) mit allen Leibeignen zum Soelgeräthe für sich, seiner Eltern and Brüder und bestimmt, dass an dem Erinnerungs-Tag (anniver- sario deposicionis mee die) die ganze Congregation von den Ein- künften Wein und Fische bekommen sollen, während er für sich und seine Nachkommen in der Voigtei nur 2 Paar Schuhe vorbehält (de memoratis bonis ob memoriale). Zeugen: Ludigerus eiusdem eccl. prepos. Wolframus sacerdos et canon. eiusdem. Ekkcnbertus parochiamus de Arnstete. Cunradus archipresb. de Meinwardisbork (Möbisburg). Rudolfus presb. de Eisleiben. Erenfridus presb. de Mollesdorf. Tragebodo presb. de Algozleiben (Alkersleben) et alii clerici. Alb. de Hildenborc. Berth. de Wiltberc. Alb. de Urheim. Hartmudus de Biscovcwineden. Alb. de Rudr)lfesleiben (Rudisleben nahe bei Ichtershausen). Withelo de Grizheim. Heinr. advoc. et frater eins Edelherus de Arnstete"). Adelb. et frater eins Wolframus de
") Die Familie von Arnstadt, deren Mitglieder seit alter Zeit Burg- mannen und Vnigte in Arnhtadt waren, behandelt JIcssc, Arnstadts Vorzeit und Gegenwart, 8. 41 Ü\ Mit dem Ende des 14. Jahrhunderts verschwindet dieser Name. Das Wappen war ein dem Stadtaiegel Arnstadt's entlehnter
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Herbistfeld et alii — liberi et ministeriales. Sterkenis. Arnoldus. Wolframus. Hartmiidus. Wolfuinus et alii multi de Otricheshusen. Die Urkunde ist ausgestellt an dem Begrab nisstage (in tumulacione) seines verstorbenen Bruders Heinrich, der dieselben Güter schon vor einigen Jahren dem Kloster geschenkt hatte. Am Schlüsse folgen die Worte (nach Schlegel bist. Hersfeld.), welche bei Schuhes fehlen: V. id. Febr. obiit Marcwardus pater meus, XVII. Kai. Mai. obiit Tuota (von Kreyssig Juota gelesen) mater mea, III. Non. Mai. obiit Marcwardus frater meus, XIII. Kai. Jul. obiit Otto frater meus, XII Kai, Dec. obiit Heinric. frater meus*'^). —
N. 14. 1176. R. Gotha, Reg. B. 19.
,. Ein Brieflf Herrn Heinrichs Canonicus zu Naumburg über SYj Hufen zu Magelssleben , so jherlich 'M) Pfennige zinst, davon jherlich neue Schu sollen gekauft werden.^'
N. lö. 1179. Erlurt 29. Juli. Kaiser Friedrichs I. Confirmation und Schuizbriel". Gotha, Orig. N 9 mit antgedruokteui Thronsiegel.
In nora. s. et ind. trin. Fridericus div. fav. grat. Rom. Imp. Aug. - Noverint itaque — fideles presentes et futuri, quod tempo- ribus dom. et patrui nostri digne recolende memorie Cunradi Rom. regis secundi ad honorem dom. et beate virg. Marie sanctique Georgii mart. in provincia, que Thuringia dicitur, monasteriuro, quod Uchterishusen nuncupatum est, a nobili quadam matrona Fri- deruna — et eius filio Marquardo de Grumbach honorifice con- structum est, quod — magnifice ditaverunt. Ordinatis autem Om- nibus - hanc eidem monasterio libertatem constituerunt, ut ea que ipsi contulerant et ab aliis — conferenda erant, prepositi sui et
eiuköpfiger Adler bis 1373, wo die Brüder Lutolf und Otto v. Arnstadt einen Doppeladler annahmen, um sich von ihrem Oheim Lutolf zu unter- scheiden. Correspondeuzblatt d. Gesammtvereins 1861, N. 3.
^^) Eine Beschreibung und Abbildung des an der Urkunde hängenden herzförmigen Siegels Alb. v. G. fügt Schlegel a. a. O. S. 170 bei. Dasselbe stellt einen einköpfigen Adler vor, mit ausgebreiteten Flügeln, den Kopf nach rechts gewendet und mit der auffallender Weise in dem aufsteigenden Rand angebrachten Umschrift: Albertus de Grombach.
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abbtisse doniinntiurii et ordinationi subiacerent. Hie itaque preposi- tus — subditod siios — coramoneat ac informel —. Abbalissi* qiio- que electioneni ita liberain constituerunt — . Prudenter etiam atque salnbriter ordinaveruiit, ut öenior etate per successionem filiorura ac nepotum suorum — in posteruin advocatus eiusdeni ecciesie fiat — , nulluni etiam 8ub se advocatum constituat neque alium ad- vocatia inbcnificiare presumat. — locum eundein cum omnibus atti- nentiis sub tutelam regie potestatis — contulerunt , qui (Conrad II) et bona ecciesie contradita et constitutam ab ipsis monasterii liber- tatem atque iustitiam privilegio — confirmavit. Cumque nostris teraporibus idem cenobium pmpilia divinit^te per t)blationes fidelium auctum öit, ob spem et premium eterne vitc in nostram quoque et Rijm. iraperii tutelani — suscipimus et pro petitione fidelis nostri Albrt-ti de Grumbach — filii Marquardi statutum — Cunradi - roboramus. Statuimns quoque, ut quicunque temerarie et inique de bonis aut rebus ecciesie violenter abalienaverit, — C libras auri — ad regiam cameram persolvat, prius tamen ecciesie quod ablatum fuerat — in integrum restituat. Ut autem hec ordinatio — et omnia que '— statuta sunt omni evo in posterum rata — perma- neant, hanc chartam — venerabili preposito Ludegero et abbatisse Hochburge ac religiöse priorisse Agneti germane prefati — Alberti de Grumbach ac sororibus ibidem degentibus ctmscribi — precepi- mus. Testes — sunt Philippus Colon, archiep. Wicmannus Magde- burg, archiep. Cunradus Salzburg, archiep. Vdalriciis Halberstat. ep. Uto Nuenburg. ep. Sifridus Brandenburg, ep. Adelhogus Hilde- neshem. ep. Ebhardus Mersburg. ep. Martinus Misnens. ep. Arnoldus Osenbrugg. ep. Hermannus Monaster. ep. Hugo Fardens. ep. Cun- radus Corbei. abb. Teodericus marchio. Otto marchio. Otto. com. palat. Ludewicus com. provinc. et frater eius comes Heinricus Raspo. com. Sifridus de Orlamunde. com. Rudolfus de Phollendorf. com. Hermannus de Rabenesberc. com. Heinricus de Swarzburc et frater eius com. Guiitherus de Keverenberc. com. Erwinus de Gli- chen, comites de Cigenhagen Rudolfus et Gozmarus. com. Fride- ricus de Bichelingen. Albertus de Grumbach. Bertholdus de Wiltberc. Albertus de Hildenburc. Poppo de Wasungen ^^'). Albertus de HolnstÄin.
'•) Poppo V. Wasungen (Graf von Henneberg), auch genannt v. Irmol- deshusen, gestorben 1198, war Schwiegersohn des Grafen Erwin v, Tonna-
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Folradus de Cranechfelt et alii multi comit. et nob. Sign. nom. Frid. Rom. Imp. Aug. Invict. Kgo Godefrid. imp. aule cancell. vice Chri- stiani Mogont. sed. archiep. et archicanc. recognovi. Dat. Erphea- fordie IUI Kai. Aug. indict. Xll Anno dorn. ine. MCLXXVIIII rego. dorn. Frid. Rom. Imp. Aug. Jnv. huius nominis primo anno regni eiu8 XXVIII imperii vero XXV. feliciter amen.
N, Kl. 1184. Inkorporation der Kapelle zu Krispeleben (Kerspleben). Gotha, Orig. N. 1 1 mit Wolframs Siegel, das plastisch kräftig ge- arbeitete Brustbild eines Priesters mit erhobenen Händen darstellend.
Ego Wolframus d. g. iiumilis ecci. 8. Georgii in Uchtrichis- husen prepos. not um facio — , quod dom. Härtung iunior de Sunne- brunnen Fuld. eccl. ministerialis dominice passionis loca viäitare cupiens, capellam S. Johannis in Crispeleiben sitam hereditario iure sibi attinentem, — ct)nsen8u heredum suorum et dom. abbatis Fuld. Cunradi super altare egregii martiris — Georgii pro reraedio anitne 8ue et parentum suorum videl. Ilartungi et Berthradis — obtulit tradidit et — mancipavit. Preterea duo curtilia in eadem villa, quae miles quidam UdaJricus — feodali iure a — Hartungo possederat, beato Georgio — cum — capella — contradidit; — itaque — curtilia — cum dicto Udalrico et filio eius Udalrico priori feodali iure concessimus — , ob huius facte oblationis memoriale ecclesie nostre XVIII denarios annuatim persolvant — sigilli nostri impressione robororavimus. Testes Wittekind abb. de Asolveroth. Frid. com. de Bichelingcn. Tithmarus cellerarius de monte S. Petri in Erpesfort. Cunradus archipresb. de Bischovesleiben. Cunradus sacerd. et canon. noster. Rudolfus ministerialis et piucerna Lantgravii. Bernoldus de Sunnebrunnen. Warmundus et Karl de Uchtrichishusen. — Facta sunt hec. a. d. ine. MCLXXXllll. indict. II. —
Gleic/ien, neben welchem er öfters genannt wird, s. Urk. 17 n. 2i». Am klarsten ist die Urkunde von 1192 bei Gudcn. cod. dipl. I, S. 317. Erwin, cnm duobus filiis snis com. Lamperto et com. Krnesto, duobus etiam generis ipsius Boppone de Wasungcn et com. Dietherico de Bercka, vgl. Urk. 54. Damals lebten 3 Popponen des Henncbcrgischen Stammes, welche in einer Wächterswinkel Urk. von 1176 zusammen vorkommen, Archiv des histor. Vereins v. Unterfranken XV, S. 133.
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N. 17. 1184. (Vermnthlich in Erfurt ausgestellt, s. Urk des Stifts Walken- ried I, S. 2ö 1., wo auch mehre von unsern Zeugen gefunden werden.) Confirraation des Krzbisrhois Conrad von Main/. Gotha, Orig. N. 10. ohne Siegel.
In noin. s. et ind. Irin. Cunradus Dei gr. Sabinensis ep. et Magunt. sedis arthiep. apostolice sedis legalus in perpetuuin. ßa- propter illuslris vi nob. viri AJberti de Gruinbach üchtrichishusensis cenobii advocati peticioni annuere cupientes, queciinque bona tarn a genitore suo felicis recordat. Marquardo quam ab avia siia Fride- runa — eidem ecclesie — tradita et antecessorum nostrorum ar- chiep. videl. Heinrici et Arnoldi bannn et privilegiorum altestÄtiune confirmata sunt, nos quoque — ac Dom. Pape Lucii auctoritate ac nostra qua fungimur legatione confiraiamus. Huius itaque bene- voJentie constantia firraati venerab. abbatisse Cunigundis germane eiusdem Alberti — iustis postulationibns bonigno concurrentes assensu prefatam ecclesiam — cum omnibus bouis — sub beati Martini et nostram proteetionem suscipimus. inprimis quidem sancimud. ut ordo monasticus, qui secundum dei timorem et cisterc. fratrum ob- servantias — institutus esse dinoscitur, perpetuis ibidem temporibus inviolabiliter observetur — . Volunms et Romane legatitmis auctori- tate ürmamus, ut per omnia vitam et conversationem monasterii in WachtereswinkeJe — imitentur eandem iuris et libertatis legem ha- bcntes, que in prefati cenobii privilegiis continetur. Praeterea quas- cunquc possessiones quecunque bona eadem ecclesia possidet aut poterit adipisci, scilicet in ecclesiis prediis mancipüs atque vineis pfatis casalibus forensibus curtilibus pascuis silvis cultis et incultis molendinis hortis aquis aquarumque decursibus vivariis piscationibus exitibus et reditibas cum aliis utensilibus, firma ipsi — permaneant — et ne in alium usum transferantur. Presenti privilegio ita pro- hibemus, ut statuti huius — transgressores et predictarum possessio- num alienatores invasores et distractores in eterna incendii gehen- nalis pena semper arsuros — pronuntiamus; quos etiam nisi tercio commoniti resipiscant, perpetui gladio anatbematis a corpore s. ma- tris ecclesie precidimus eisque coramunionem sacr. corporis et pre- ciosi sanguinis Christi interdiciraus. In eligenda abbatissa sorores liberam in domino habeant potestatem — . Prepositum — unani- miter electum — , et hie curam a nobis sive successore nostro sus- cipiat nullumque tarn archiepis. quam archiprepositis coacUim aut
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seculare servitinm — impendat. In cognatione legitimoram heredum meraorati Marquardi etate inaiorem advocatum — defensorem et protectorem habeant. — lluius itaque privilegii iiustri auctoritate sit liber (nemiicb das Kloster) ab omni seculari exactione — , a nullo ledatur, a nuJlo calumniam paciatur. Si quis vero contra hanc nostram donationem et confirmationem temere venire et pre- dictum locum maliciose inquietare presumpserit, cum diabolo — elerno — deputetur incendio. Cunctis autem eidem loco sua iura conservantibus — sit pax dorn, nostri Jesu Christi. — Ut autem hec — pagina maneat semper inconvulsa, sigillo nostro eam muniri fecimus. Huius testes aflfuere Hubertus Havelberg. ep. Godefridus imp. aule cancellar. Arnoldus prepos. S. Marie in Erfort. Burcardns prepos. in Gicheburc. Albertus prepos. S. Severi. Heinricus decan. domus Mogont. Piligrimus abb. de monte S. Petri. Gebehardus abb. in cella dom. Pauline. Kngilricus abb. Saleveld. Hermannus abb. in Reinheresbrnnnen. Franco abb. in Folkolderoth. Cunradus abb. in Oidisleiben. Adeloldus abb. Portens. Reguläres prepositi. Gun- fridus S. Mauricii in Nuemburc. Wolframus in Ucbtrichishusen. Reingotus in Hugisdorf. Tuto in Heiteresburc. Godefridus decan. 8. Marie in Erfort. Magister Jonathan. Gerwieus archipresb. Cri- stanus custos. Laici. com. Erwinus. com. Guntherus. Meinhardus de Muleburc. Folradus de Cranechfelt. Pobbo de Wasungen. Ber- tholdus de Kindehusen. Albertus de Engilde. Heinricus advoc. de Arnstete cl frater eius Pidelherus. Bertoldus vicedom. Udalricus de Elchenleibe. Hugo de Herfirsleibe ''^). Waltherus de Tennistete. Albertus de Stutrinheim^®) el alii multi lib. et minist. Hec facla sunt ann. ine. dom. MCLXXXIIII indict. II. dom. Lucio apost. sedi presidente, imperium gubernante glor. imp. Frid. et filio eius
*'') Hugo ist der Stammvater der Familie v. Herverfilehen (Herbsleben), V. Gebeser und v. Rinkleben^ deren Identität gleiche Namen, Wappen und Besitzungen beweisen. Sie reihen sich also den andern thüringischen Fami- liengruppen an, die ich im CorrespondenKblatt 1860, N. 6. 9. 1861, N. 4. behandelt habe. Das Wappen ist längstgetheilt, rechts ein halber Adler, links mehre Sparren. Die Nebenlinien erloschen früher als der Hauptstamm r. Gebeser, welcher bis 1500 gebläht hat.
^^) Ueber die doppelten Wappen der Herrn r. Stuternheim s. Corres- pondenzblatt 1861, N. 3.
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rege Heinrico et anno nostre electionis in archiep. niagunt. eccl. XXIII., exilii nostri XX, reversionis vero ab exilio I'-').
N. 18. 1185. indict. III, abgedruckt in Schannat vindem. II, Kuld. et Lip. 1724, S. 4 f..
Pilgrira Abt zu S. Peter in Erfurt nimmt den Propst Wolfram von Uohtricbisbusen auf dessen Bitten in die ßrüderscbaft des Stifts auf und verspricbt, ut anniversarius depositionis eins dies cum vigi- liis el missa pro defunetis in conventu nostro — futuris semper temporibus agatur, <lenn Wolfram babe sieb nicbt blos durcb die Gabe mehrer von dem Erzbiscbof Wiebmann und dem Decan Sifrid zu Magdeburg, sowie von dem Probst Witbold v. Ilunoldesburc ei'baltenen Reliquien, sondern auch durcb andre Gescbenke sebr verdient gemacbt, z. H. eine Cappe für 2 Mark 3 Fertonen, ein silbernes Bueb 2 Pfund scbwer Ileimon super Apocalypsim, ein dreifaches Psalterium u. A. Wer eine der Reliquien veräussere, solle verflucht seyn. Dann folgt ein Verzeichniss der Reliquien (aus Magdeburg, Goslar, Prag, Trier, Pforta, Sualfeld, Wurzburg, Bamberg) und die Zeugen: dorn, et fratres nostri Reintridus prior. Wolframus. Otto. Lampertus. Hermann. Ludeger. Frowin. Ernest. Sigilocb. Presbyteri. Adalb. Conrad. Marcwardus. Bertocb. Sifrid. Subdiaconi. Adelb. Tbietmar. Acolyti.
N. ly. I 190. Erfurt 25. iMärz. Reliquienconsekratitm. (iotha, Orig. N. 13 sehr xersclinitteii und wieder auf Papier geklebt. „Hoc diploma quod iiescio qua furtiva manu Archive Gothano ereptnm diu in officina su- toria misere laoeratum exulavit, forte fortuna* repertum in pristinum locum restituit Justinus Vierschrott, tiothanus 17.j3." Abgedruckt Schumacher, vermischte Nachrichten V, S. 4.'> ft*. im Auszug bei Schultes, dir. dipl. II, S. 341.
Erzbischof Conrad von Mainz giebt dem Closter Uchtricbishusen auf Bitten des ireftticheu Propstes Wolfram eine Urkunde, wofin er
'*) Conrad v. WiUelsbachj der 1160 zum Erzbischof gewählt worden war, wurde 116ä vertrieben und begab sich nach Rom, wo er zum episc. Sabinensis ernannt wurde. 1177 bekam er das Episkopat von Salzburg und 1183 kehrte er nach Mainz zurück. Dadurch erklären sich die chronolog. Bestimmungen am Ende der Urkunde, vgl. Guden, cod. dipl l, S. 249. 252 282 f 316. Walkenried. ürk. 1, S. 36.
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gebietet, die zahlreichen wert h vollen Reliquien im Altar de8 h. Georg tur immer aufzubewahren und die Veräusserung oder die Verschen- kung derselben mit dem Banne bedroht. Zeugen: Hubert Havelberg, ep. Bert. Nuenburg. ep. Sifrid. abb. Herveit. Cunrad. abb. Saleveld. Diethm. abb. de Walkenrielh. Piligrimus abh. de nionte S. Petri Erpesf. Herrn, abb. in Reinheresbrunnen. Gebehard. abb. celle dorn. Pauline. Cunr. abb. de Oldesleiben. Hohold. abb. de Nuenstat AYithekint abb. de valle S. Georgii. Arnold, dorn. Mogunt. ep. Er- pest'ord prepos. in Giecheburg. Berno decan. Hildenesheim. Gode- frid. acholast. Wireeburg. Hugold. prepos Hallens. Reinhard, pre- pos. 8. Mauric. in Nuemburc. Teod. prepos. de muute Cyriaci. Ludulf prepos. in Hugisdorff. Tuto prepos. in Heiteresburc. Ger- wic. archipresb. mag. Jouathas. mag. (>erlac. Laici. com. Erwin. de Tunnaha. com. Gunth. de Keverenberc. com. Meinhard de Mule- burc, Folrad. de Cranichfelt. Berth. de Kindehusen. Bartho et frafer eius Folrad. <le Elkesleiben'"'). Berth. vicedom. Erpesford^'). Hele- wic. Wigand. Wernher Saxo Berthogus et alii multi liberi et minist. ^ MXC. indict. Vlll. - Dat. Erpesford. VUI. id. Mart.
N. 20. 1190. 23. Mai. Reliqiiieiiverzeieliniss, (lutlia, riesiges Orig. N. 12 . mit srliöneiu darauf gedruckten Coiiventsie^el, sorgfältiger Abdruck bei Hesse, Beiträge zur teiitseheii (lescli. des Mittelalt. II, S. 43 ft*.
Wolfram von G. G. zweiter Propst zu Uchtrichishusen giebt in dieser eigenhändig geschriebenen und in dem Reliquienbehälter neben demselben aufzubewahrenden Urkunde ein Verzeichniss der heiligen Reliquien, welche er vorzüglich durch den Erzbischof Wich- mann von Magdeburg unter Beistand des 1. Propstes Ludiger in
*®} Von diesen Brüdern stanimeu die Herren v. Khx'leben^ nahe bei Ichtershausen, welche bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts bestanden haben. Mehre- Glieder dieser Familie s. Urk. 71. 77. 86. Wolff^ Chronik v. Pforta i, S. 286. iSchöitgen u. Kreyssig diplom 1, S. 788.
*^) Diese Mainzer Vicedominns in Erfurt gehurt ohne Zweifel der Fa- milie V. Apolda an, da er als Bruder des Cämmerers Dietrich^ de» Schenken Dietrich und eines dritten Dietrich genannt wird, weiche Herren v. Apolda waren, Gtiden, cod dipl. I, 315. 326. v. 1192 u. 1193. LepsiuSj kleine Schritten II, S. 77 fl". Funkhaetiel , in Zeitsehr. s. Vereins f. thür. Gesch. IV S. 173 ff.
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langer Zeit und mit grosser Muhe erworben und dem Kloster über- geben Labe. Die Kirchen, von denen er die Reliquien empfangen, zahlt er zuerst auf, nomlich die von Magdeburg, Merseburg, Naum- burg, Halbersladt, llildesheim , Goslar, Halle, Pforta, Peter Paul in Erfurt, S. Marie in Erfurt, Hospital kirche daselbst, Stut^rlingeburg, Ettersburg, Salfeld, Kizzingen, (Jeorgenlhal, S. Peter in Ohrdruff, S. Godehard in Heusdorf. Darauf folgen mehre Transsumpte:
Theodorich v. G. (i. Propst zu S. (ieorg bei Goslar bezeugt, dass 1154, als Bruno Bischof vtm Hildesheim und Benno Propst zu S. Georg gewesen, der Custos und spätere Dechant in Hildesheim Reliquien von dem h. (iodehard nach Goslar gebracht und dass Propst Wolfram von 1. einen Theil derselben erhalten habe, I. Sept. 1180, unter der Regierung Adelhogs 23. Bischofs von Hildesheim.
Wt)lfrani Canonicus zu 1. bezeugt, dass er von der Priorissin Kunigunde zu 1. Reliquien des h (iodehard empfangen und dafür Reliquien der h. Laurentius, (leorg, Mauriz, Pancraz, Dionysius und Nioolaus hingegeben habe, 11. Mai 1173. In dem Behälter tur die Reli(]uien des h. (iodehard habe er folgende Schrift gefunden:
1 133. d. 3. Juli hat Frideruna religiosa matrona ex Thuringorum provincia nobilissimis natalibus orta Reliquien des h. Godehard von dem Bischof in Hildesheim Bernhard ex linea sanguinis sibi pro- pinquo erhalten und selbst in die von ihr erbaute S. Georgenkirche iu I. gebracht, wo sie dieselben unter grossen Zusammenströmen des Volks und der Geistlichkeit in diesem Schrein niedergelegt habe am 20. Jul.
Wolfram Canon, zu 1. bezeugt, dass Abt Adelold, Prior Withelis, Caotor Heinrich von Pforta das Kloster I. besucht, die Fraternitäi desselben angenommen und mit Reliquien des h. Godehard beschenkt haben, welche er selbst in Pforta abgeholt hätte. 1174 ind. VII.
1 1 78 erhält der gen. Wolfram Reliquien des h. Godehard, die der Propst Armbold von dem Bischof Bernhard bekommen, von dem Propst Osto und der Aebtissin Hedwig in der Lorenzkirche zu Stuterlingeburg Halberstädter Diöces.
Piligrim Abt zu S. Peter in Erfurt bezeugt, dass 1154 Bru- ning Kämmerer in Hildesheim der Peterskirche Reliquien des heil. Godehard geschenkt und dafür von dem Abt Werner in die Fra- ternität des Stifts aufgenommen worden sey. Davon hat Wolfram aus Dankbarkeit einen Theil erhalten, 14. Mai 1185.
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1133 sind diese Reliquien des h. Godehard von dem Bischof Bernhard in Hildesheim an den Canonicns Bruning gelangt, die dieser seiner Mutter der (Gräfin Helinburge Stifterin von Folcoldirotb (Vol kenrode), diese aber dem Abt Werner zu S. Peter geschenkt hat. Wolfram bezeugt nun, einen Theil dieser Reliquien von Abt Pilgrim erhalten zu haben 1 1 75.
Reliquien des h. Otto Bischof zu Bamberg, gestorben 30. Jun. 1 139.
1189, 30. Sept. wurde dieser Heilige erhoben von Otto nierao- rate civitatis antistite.
1190 hat Wolfram diese Reliquien von der Aebtiäsin Bertba iu Kizzingen erhalten.
980 sind diese Reliquien von Ilersfeld in einem Elfenbeinkäst- chen, welches von einem grossem hölzernen und mit vergoldeten Erz beschlagenen umschlossen wurde, durch den Abt Gozbert you Hersfeld in die S. Peterskirche zu Ohrdorf, welche derselbe wieder hergestellt hatte, gebracht worden. Da nun am 10. März ein grosser Brand die Kirche, Schätze und Reliquien verzehrt hatte, ist W<>lfram am 4. Tag darauf dahin gekomtnen und hat mit dem Dechant Pol- mar diese Reliquien im Altar wieder aufgefunden; eine Holzbüchse mit dem Leib des Herrn sei ganz unverletzt geblieben. 1184.
Wolfram bezeugt, dass er diese Reliquien des h. Godehard von dem Propst des Christophsklosters in Stutirburg, den derselbe vor 8 .lahren von dem Propst Otto in Hildesheim bekommen, erhalten habe. 16. Jul. 1186.
1 1 33 hat diese von Bischof Bernhard erhaltenen Reliquien des h. Godehard der Erzbischof Adelbert von Mainz dem Augustiner Propst Meinzo in Erfurt übergeben 1167, ind. XV. Einen Theil davon hat Propst Reinger dem Propst zu S. Justin in Ettersbarg gegeben, und von diesem wieder einen Theil Wolfram durch den Propst Tuto empfangen. 1186, ind. IUI.
1187 ind. Vü. bezeugt Wolfram, dass diese Reliquien des h. (jiodehard von der Kirche in Luthera durch den Gustos Hermann an die Aebtissin Antonia im Marienkloster vini Goslar (erbaut von dem Advoc. Folcmar), von dieser aber ein Theil davon, den er mit 12 Nonnen de congregationis nostre coUegio nach Goslar gebracht, ihm gegeben worden seyen. 23. Sept.
14. Jan. ist Bernward Bischof inHildesheim von dem 33. Main- zer Ei'zbiscbof Willigisus geweiht worden.
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1022. 20. Dec. ist Bern ward gestorben.
1194. ind. XII. 16. Aug. ist Bernward transferirt worden in die von ihm erbaute S. Michaeiskirche zu Hildesheim, vom Bischof Berno.
1039 starb Kunigunde Gemalin Kaiser Heinrichs am 3. März und wurde in Bamberg begraben.
1201 erfolgte die Translation am 8. Sept. vom Bischof Thimo das. Daran schliesst sich das Verzeichniss der Reliquien, die der Erz- bischof Wichmann durch den Propst und Dechant Sifrid von Mag- deburg nach Ichtershausen schickte ob memoriam vidilicet sui et amite sue felicis mem. Gebe comitisse, que in eodem monasterio ante venerab. altare s. Marie sepulta est., welche durch Kaiser Otto nach Magdeburg gekommen waren: Barthol. Philipp (folgen an 80 Namen: übereinstimmend mit N. 7. auch in derselben Reihen- folge, doch sind dort einige Namen hin und wieder dazwischen ein- geschoben (z. B. Mauric. Agathe. Sebald. Margar.), welche hier fehlen. Auch sind hier nur sehr wenig Gedächtnisstage beigemerkt.
Anno dorn. ine. MCXC. Wolfram prepos. in I. bekam diese Reliquien des h. Otto Bischofs zu Bamberg und Grunders von Vessra durch Wecel Propst des Klosters Vessra, nachdem dieser sie von dem Bisehof gleiches Namens erhalten hatte.
N. 21. 1190. Urkunde des Propstes Wolfram über die Reliquien. Gotha, Original N. 14. mit anhangendem schönen Siegel Wolframs (s. N. 16.) und mit der erhalteneu Umschrift Wolframus.
In nom. s. et ind. trin. Wolframus grat. dei humilis ecclesie S. Georgii mart. in Uchtrichishusen prepos. secundus omnibus suc- cessoribus suis — in perpetuum. Quorum sanctorum animas cum Christo — regnare non dubitamus, oportet ut eorum corporura venerandas reliquias .pio iugiter amore amplectamur. — Inde est, quod celestem thesaurum super aurum — preciosum — videl, sanc- torum reliquias in hoc scrinio recondidimus, quas — a reverendiss. valde nostris tam episcopis quam abbatibus prepositis sacerdotibus — et precipue a principaii Magdeburg, ecelesia eiusque — metro- politano dom. Wicmanno archiep. — multo sudore summaque suppli- catione conquisivimus — . llec autem sunt ecclesie, a quarum — scriniis sanctorum reliquias accepimus. Maior eccl. Magdeburg.
Thuringi« Hacra I. " Ö
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eccl. Mersburg. eccl. Nuenburg. Halberstat. Hildenesheim« Goslar. Hallens. Portens. eccl, ap. Petri et Pauli in inonte Erpesfordie. eccl. S. Marie ibidem, eccl. hospitalis ibid. eccl. Sluterlingeburg. Heile- resburg. Saleveld. Stulerburg. Kizzing. eccl. Vallis S. Georgii. eccl. b. Petri Ordorf. eccl. S. Godehardi in Hugisdorf. — Paginam banc inde manu propria conscriptam et impressione sigilli nostri signatam cum eisdem preciosis reliqniis reposuimus — . Summa autem con- stitutionis et peticionis nostre — hec est, ut si forte, quod absit, quispiam — quicqu^m de oblatis domino sanctorum reliquiis ab boc scrinio tulerit aut ab ecclesia abalienaverit, sit anathema mara- oatha. — Hec pagina scripta est ann. dorn. ine. MCXC ind. VIII. regn. seren. Rom. Imp. Aug. Frid. huius nom. I. anno peregrina- tionis eius II, regni autem eius XXXVIIII, imperii vero XXXVl. et filio eius rege Heinrico.
M. 22. 119Ö. Worms 7. Dec. Kaiser Heinrichs VI. Schutzbrief. Gotha, Cop. N. 1., abgedruckt Schumacher, vermischte Nachr. V, S. 45 ff. Kirchen- u. Schulstaat, III, 7, S. 3 f., im Auszug bei SehiUteSy dir. dipl. II, S. 372 f.
Kaiser Heinrich' VI. nimmt das Kloster und dessen Besitzungen in seinen und des Reichs Schutz und bestätigt Alles, was C(mrad II und Friedrich I demselben verliehen (Freiheit von weltlicher Herr- schaft, Wahl der Aebtissin und des Propstes eicceptis et his, que ad Mogunt. Pontificis spectant examen, Erblichkeit der Advokatie in der Grumbach^schen Familie und Beschränkung des Voigts — in bonis autem ecclesie nulla prorsus negotia vel placita tractare debet, nisi iustis de causis — a preposito prius vocatus fuerit — nullum inde servicium vel ius vel aliquod emolumentum sibi exigens. Cete: um idem advocatus nullas exactiones vel precarias vel hospitalitates in familia ecclesie faciat). Der Verletzer wird mit dem kaiserl. Bann und mit einer Strafe von 50 Pfd. Gold an die kaiserliche Kammer zahlbar bedroht. Zeugen: Cunrad. Mog. archiep. Joann. Trevir. arcbiep. Otto Babenberg. ep. Hermann. Monast. ep. Otto Spir. ep. Rudolf. Fardens. ep. Eberhard. Mersburg. ep. Berth. Nuenburg. ep. Gardolph. Halberstat. ep. Heinr. abb. Fuld. Sifrid. abb. Hersveld. Witbekint abb. Corbei. Heinr. abb. Elewang. Sigehard. abb. Lauria- ham. Gebehard. abb. celle dorn. Pauline. Conrad dux Suev. Berchth. dux de Zeringen. Otto marchio Brandenburg. Adelb. marcbio de
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Tagesberc. Gerlach. com. de Feldencen. Heinr. com. de Sein. Wal- raben com. de Nassoava. Godefr. com. de Spanheim. Rupert, de Turne et alii multi nob. — (Recogn. v. Canzler Cunradus Hilde- nesh. elect. statt des Erzkanzlers und Erzbischofs Conrad v. Mainz.) Dat. Wormacie VII. id. Dec. —
N. 33 1195. SeelgeräthstiftuDg. Gotha, Orig N. 16. mit Wolframs Siegel- fragment.
In nom. s. et indiv. trin. Wolframus dei gr. pauperum Christi in Uchtrichishusen — prepositus omnibus — in perpetuum. — Noti- ficamus universis — , qualiter vir iilustris nomine Vinnoldus de Kullede (Kolloda, s. Urk. 27.) eiusque domino devota coniux Agatha dicta — mansum in Werengozesleiben (Weringsleben bei Arnstadt) situm VI soiidos solventem VI marcis argenti a nobis comparaverint et ad lumina in infirmitorium egrotantium sororum super altare S. Georgii
— obtulerint — , statuiraus quatinus conventua dominarum nostrarum
— in cottidianis orationum suarura suffragiis seu missarura celebra- ttonibus ipsorum meraoriam faciat et post — vite huius decursum obitus sui diem raemorie commendet ac — cum vigiliis et missa pro defunctis concelebret. Hec — ut rata — maneat — , banno
confirmavimus et impress. sig. nostri chartam — roboravimus. Acta sunt hec anno dorn. ine. MCXXV ind. XIII. regn, glor. Rom. imp. Heinr. V et VI. rege, feliciter. amen.
N. 24. I19;>. ^?) Kaiser Heinrichs VI. Confirmation. Gotha, Cop. N. 2. 8. bei Olearius, synt. rer. thur. I. S. 191 u. Leyser^ orat. Georgio Bris, dicta S. 10. .
Henr. d. g. Rom. imp. semp. Aug. et sie rex dilectis suis epis- copis abbatibus principibus prepositis comitibus nee non et fidelibus suis hominibus castellanis villicis et ofüciatis ac universis Christi et imperii ßdelibus tam clericis quam laicis — graciam suam et omne bonum. Cum omnibus sub nostram protectionem confugientibus de- bitores existamus, religiosis tarnen pauperibus Christi, qui mundum cum suo floro spernent^s se ipsos abnegaverunt et in salutis auctore spem suam ponere decreverunt, debita nos oportet consideratione prospicere, ne pravorum hominum inquietatitmibus eorum orationes et contemplatio valeant perturbari. Sorores enim immo Christi fideles
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pauperes, que in Uchtericbishusen commorantur, quam mande reli- gionis, quam sancte et honeste siiit conversationis , universitatem vestram credimus non ignorare, unde locum illura tarn in persooia, quam omnibus attitulatis sibi pertinentiis, quemadmodum div. memoria genitor noster imperator, in gracie nostre et imperii tuitionem sas- cepimus. Ea propter per presentia scripta sinceritatem vestram attentius rogamus, quatenus predicti cenobii prepositum et sorores dilectionis nostre intuitu manu teneatis, bonoretis et a perversorum infestationibus defensetis ac in omnibus causis et necessitatibus suis sie eis opem ferre studeatis, ut preces et literas nostras sibi sentiant profuisse. Yolumus enim, ut qui se nostre tutele commiserunt, a nullo aliquara iniuriam aut violentiam patiantur. (Ohne Jabr und Datum. Vielleicht ist dieser Schutzbrief als der allgemeinere vor dem andern, vielleicht sogar bald nach dem Regierungsantritt' des Kaisers gegeben worden.)
N. 25 1196. Erfurt 17. Octob. Erzbischof Conrad von Mainz beschenkt das Kloster mit einer Wiese und der Zollfreiheit in Erfurt Gotha, Original N. 15. ohne Siegel.
Conradus d. g. Mogont. sedis archiep. Sabinens. ep. universis — salutem. — Notum fieri desideramus, quod nos — pratum, quod est conterminum novali monasterii Uchtrichisbusen Rode vocato, situm iuxta arbustum quod dicitur Wanithe, iam dicto contulimus monasterio hac conditione, ut eo utatur ad pascendum pecora — . Item — monasterium tali reddidiraus libertati, ut in eundo et rede- undo a foro nostro Erpesfordie nuUum persolvat tbeloneum pro hiis, que vel emerit vel vendiderit ad sue necessitatis indigentiam — . presens scriptum — sigilli nostri communivimus impressione, om- nem — qui illud violare attemptaverit perpetuo subicientes anathe- mati — . Testes hü Helmbertus Havelberg. ep. Godefrid. s. Marie prepos. cum fratribus suis Luthero decano. Jonatha scholast. Cristiano cust. Erico archipresb. Gerwicus prepos. S. Severi cum fratribus suis Heindenrico decano. Hermanno scholast. Gebehardas prepos. de monte W.alburg^). Sifridus com. de Orlamunde. Guntherus
••) Ueber das Kloster Walpurgisberg, welches ursprünglich bei A«>n8tadt u. Wachsenbnrg lag und dann nach Arnstadt selbt versetzt wurde, s. HeBSe^ Arnstadts Vorzeit und Gegenwart, S, 9. 54. 89 f. 144. Vgl. Urk. 85.
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com. de Kevernberc et filius eius Heinricus. Lampertus com* de Glichen. Poppo de Wasuiigen. Bertholduö viced(»m. Erpesford. et alii plures. Acta sunt hec anno dora. incarn. MCXCVI ind. XIII. regn. glor. Rom. imp. ac rege Sieil. Heinr. VI. Dat. Erfordie XVI. Kai. Nov.
N. 26. 1197. 27. Jiil. Kinweihiing der dem Kloster inkorporirten Johannis- kapelle in Keispeleben. Gotha, Original N. 17. mii dem Thronsiegel des Bischof Helmbert von Havelberg.
In nom. 8. et ind. trin. Helmbertus dei mis. humilis eccl. Ha- velberg, ep. Ad universorum — noticiam pervenire cupimus, quod pio nos urgente dilectionis afTectu, quo — collegium 8. feminarum in Uchtrichiähuseu amplexati sumus et pro peticione dilecti uostri Woiframi eiusdem eccl. prepos. cuidam capelle S. Johannis Bapt. in Crispeleiben site auctoritate dom. Cunradi venerab. Mogont. ar- chiep. manum consecrationis impoauimus, cuiu8 donationem — huic scripto insercre curavimus. Anno siquidem — MCLXXXIIII. Hartun- ga8 quidam filius Hartungi de Snnnebrunnen^j libera quideni matre progenitus, ministeriaiis tarnen eccl. Fuld. — ob memoriam niatris 8ue felicis raemorie Berthradis — eandem capellani primo ab ipsa a fundamento constructani et a venerab. Wormatiensi ep. Buggone consecratam permissione dorn. Cunradi abb. Fuld. beato Georgio — consensu germane sue Berthe — delegavit. Miles autem quidam Adeloldus, cuius edificia curie, quam a memorato Hartungo iure feodali possederat, predicte capelle contigua fuerant, homo sine domino
••) Sonneborn bef Gotha war der Stammsitz dieses Geschlechts, welches nach Urk. 2 unstreitig za dem hohen Adel gehörte und im 14. Jahrhundert erlosch, v. Wangenheim, Regesten und Urkunden des Geschlechts Wangen- heim S. 119. Der Stammvater ist Härtung (1147 Urk 2. mit Gemalin Bertradis) ministerialis Fuldensis, welcher vor 1187 starb, Dronkc, cod. diplom. S. 411. Von dessen Sohn Härtung jun., der schon 1184 in Urk. 16 vorkam, handelt unsre Urkunde, welche rechtshistorisch interessant ist, da die Standesverschiedcnhcit der Ellern, die Ministerialität des Vaters und die freie Geburt der Mutter hervorgehoben wird. Mit diesen beiden lebten gleichzeitig Boppo der ältere und jüngere, s v. Wangenheim S. 15 ff. 20 f., welcher die Identität dieser Familie mit der v. Erffa vermuthet, was sich nur dann entcheiden lassen würde, wenn man das bis jetzt vergebens von mir gesuchte Sonnebornische Wappen auffinden sollte.
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multas iniarias ecclesie in Uchtrichishusen intulit, pro quibus ex qaerimonia iam dicti preptwiti per dorn, archiep. Cunradiini vinculo anathematis sinodaliter miilto tempore fuit inodatus, cuius exigente tyrannide et divino ut credimus iudicio pariter cum domo sua pre- dicta capella penitus est exiistn, sicqiie non multo post sine peni* tudine defunctus est — . Cum post reparationem manum ccmsecrationis exspectaret, filii predicti Adeloldi Adelbertus et Hermannus, ne pec- cato patris involverentur, — omni iuri — abdicantes ostium versus cnriam ad septentrionalem plagam muro claaserunt, insuper et de area curie eiusdem, quantum ad circuitum processionis in sanctis diebus safficeret, eidem capelle consignaverunt. Preterea quidaro cives memorate ville — quosdam agros — super altare 8. precur- soris dom. obtulerunt — , quorum nomina sunt hec: Cristianus agrum, Engilfridus I, Heinricus I, Fridericus I, Hildebrandus I, Iledewiga I. In die itaque consecrationis prefatam donationem — confirmantes, ut nullus predicte ecclesie iniuriam inferre presumat^ sub vinculo ana- thematis interdiximus — . Kadern vero capella parrochie, que in villa sita est, in nullo tenebitur obnoxia, sed sine baptismo, sine sepultnra, nisi parrochianus indulgeat, permanens, liberam et sine contradictione prepositi in Uchtrichishusen habebit iure patronatus locationem. Si qui vero de civibus in beneficio agrorum vel alia- rum rerum respicere voluerit capellam, parrochianus nullam illud prohibendi habebit potestatem. Ut autem huic scripto maior — maneat auctoritas, sigilli nostri notam impressimus. Testes horum sunt — omnes qui ad eiusdem ecclesie dedicationem confluxerant. Hec est dos attinens — capelle. In Florstete mansus solvens VII sol. In Widibrunnen dimid. mans. solvens IUI sol. et dimidiam sexagesimam avene et dimidium schefel frumenti et II pullos. In Crispeleibe dimid. mans. solvens V sol. duo curtilia solventia V sol. et II denar. In Eichelbrunnen dimid. mans. solvens. IUI sol. Anno d. ine. MCXCVII ind. XV. VI Kai. Aug. regn. glor. Rom. imp. et rege Sicil. Heinr. VI. Consecrata est capella in Crispeleibe a me humili Havelberg. eccl. ep. Ilelmberto sub patrocinio J. Job. Bapt, cum novo alt^ri — . Continentur autem in eodem altari reliquie sanctorum. Hec reliquie sanctorum invente sunt in priori altari sub sigillo Wormat. ep. Buggonis. De sepulchro dom. De vestimento dom. De veste S. Marie v. Job. Bapt. Petri. — Eugenii mart. Iste reliquie sanctorum superaddite sunt a prepicto preposito. De ligno
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doiD. Luce evangel. — undecim miliura virg. et aliorum plurimorum sanc'torum. Aufschrift von derselben alten Hand: Dom. Helmbertus Havell. ep. dedicationem capelle S. Job. Bapl. in Crispeleiben site VI Kai. Aug. ab ipso factam habito ad populum sermone Vlll Kai. Aug. boc est in festo S. Jacobi apost. futuris semper temporibus agendam auctoritate pontificali cunstituit.
N. 27. 1199. Eckardtsburj? 15. Nov. Kigiiungsbriel. Gotha, Orig. N. 18 mit anhängenden Reitersiegel Hermann^s 1, abgebildet bei Schumacher^ vermischte Nachrichten, VI. Urkundcutafel N. 3.
In nom. s. et indiv. trin. Hermannus d. g. Thuringie lantgra- viu8 et Sax. com. palat. universis Christi fidelibus tarn faturis quam presentibus pacem et salutem in perpetuum — . Notnm itaque fieri volumus — , quod de familia nostra materna quaedam de Vargla Hedewiga") — vidua Cunimundi cuntulit pro remedio animarum fili- orum suorum Cunimundi ct)gn()mento Albi et Cunimundi qui dice- batur Sinister, qui in peregrinatione dominice crucis nature mortali beato fine debitum solverunt, beato Georgio — et Christi pau- peribus in Uchtrichishusen mansum unum silum in Vargla, praeterea ad locandam inibi eiusdem Cunimundi A Ibi Sinistri^*) filiam predicta matrona cum filiis et heredibus contradidit prefato cenobio mansum in villa Buthstete niaiori situm, marcam annuam solventem. Succe- dente autem modico tempore placuit filio eiusdem Hedewige Cuni- mundo cognomento Magno, qui etiam prefatam donationem cum
•*) Hedwig v, Vargula war Wittwe Kuneniunds v. Eckardtberg, wel- cher 1190 noch als lebend be/eiciniet wird, Schuttes, dir. dipl. II, S. 343. Diese Familie hatte die Wurde als J.andgräfliclie Marsc^hälle, wie auch die Urkunde beweist, und zugleich di«? Bewachung der Eckardtsburg bis gegen 1300. Die Marschälle von Ebersberg bildeten eine Nebenlinie, ebenso die von Gosserstädt u. s. w. (s. Archiv f. sächs. Geschichte, Leipzig 1863, I, S. 422.) und waren ursprünglich verwandt mit den Truchsessen von Scblot- heim, mit denen sie auch das gleiche Wappen Czwei Schafscheeren) führten, Funkhänelj Zeitscb. d. thür. Vereins II, S. 202 flF. Wie weit verbreitet diese Familiengruppe war (c. Mihla, v. Malschieben, i\ Ilayn oder Helgen, t. Kobinstedt v. Lupnits, v. Nordhdtisen, v. KöUeda u. A.), habe ich kurz angedeutet, Correspondenzblatt 1860 N. 6. u. 1861 N. 4. Dass aber die Hrn. V. KöUeda Dynasten waren, zeigt Urk. 23.
*^) Das unterstrichene Wort Albi gilt wohl nicht, sondern nur Sinistri.
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fratribus suis consensit et propriam iiliam et filiaiii fratris sai Hein- rici Mascalci in eodern offerre cenobio, quod et fecit, assignans tres marcas in villa Vargla, presente niatre et fratre Cunimundo Crispo et consentiente. De predictis vero tribus mansis mansas et diaii- dias perpetuo debent attinere ecclesie ex donatione eiusdem Cnni- mundi Magni, de reliquo autem manso et dimidio permissum est, ut, si idem Heinricus Marscalcus tempore dum vixerit eos redimere voluerit, de XX marcis ab ecclesia redimat — . Contulit preterea memorate ecclesie sepedictus Cunimundus Magnus — in nostra pre- sentia matris quoque et fratrum saorum tres mansos in Radirsdorf sitos, XXX solidos annuatim solventes, unum videlicet pro anime sue remedio, alios duos pro filia sua adhuc parvula inibi locanda. His itaque donationibus et a matre et a filiis — perordinatis, cum de perficiendo et stabiliendo noster requirerctur consensus, nos — mannm nostram pariter cum donatorihus super reliquias egregii mart. Georgii porreximus, mandantes — , ut nuUus — in predictis bonis — ecclesie violentiam inferre presumat. Predictusque — Cunimundus Magnus — apud nos — obtinuit, ut si de bonis here- ditariis sive coemptis — aliquid predicto cenobio donare voluerit, liberam habeat pote^tatcm — . Hancquc donationem — in pre- senti pagina scribi et impressione sigilii nostri — muniri precepi- mus. Hü testes affuerunt Withemar. abb. Port. Withekind. quon- dam abb. Vallis S. Georg. Wolfram, prepos. in Ucbtrichishusen, cuius tempore hec facta sunt. Ludolf. prepos. in Hugisdorf. Dudo prepos. in Heiteresburc. Berthold. com. de Hennenberg. Adolf com. de Chowenburc. llugold com. de Buch. Heinr. de Heldrungen. Ludw. de Wartburc*). Duto de Domo. Folrad. de Cranicbfelt iun. Ludolf de Alrestete'^). Godefred. de Tuteleibe*). Gunth. dapifer et
■•) Ijudwig Burggraf v. Wartburg, Sohn Wiggers von dem Stamme der Grafen von Brandenburg, s. Zeitschr. f. thür. Gesch. IV, S 191 fF Die Gleichheit der Namen (VVigKer, Burkhard, Albert, Heinrieh) und die Nähe der Besitzungen veranlasst mich zu der Vermnthung, dass diese Familie ein Nebenzweig der Grafen r. Bilsiein (an der Werra) war.
•^) Die Herren t?. AUerstädt fbei Wiche) führten einen schräggeviertcten Schild und stammen %'on Ilertind 1 157, der einen gleichnamigen Sohn hatte 1180. Dann verschwindet dieser Name und dafür kömmt Ludolf u. Hetn- rieh (Urk. 36) auf, die uns in den Pfortaer Urkunden von 1217 u. 1327 oft begegnen s. Wolff, Chron., mehrmals auch in den Walkenrieder Urk. Einer
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frater eins Cunimund. Heinr. pincerna. Frid. de Manistete. Walth. de Cobin8tete-\ Herdegen castellanus de Eckehardesberc. Wernher. de Rudingsdorf. Geroldus Saxo et alii quainplures. Acta sunt hec anno MCCXCVIIII indict. 111 in castro Eckehardesberc. XVIl Kai. Decembr.
N. 28. 1206. Mainz 22. Aug. VoIIinacht den Bau des Klosters Capellen- dorf betr. Weimar Original, abgedrnokt bei Mencken Script, rer. Germ. I, 8. 678 u. Avemann, Beschreibung der Burggr. v. Kirchberg, Urkundenbnch 8. 14 f.
Erzbischüf Sifrid von Mainz beauftragt die Propste v«)n Ichters- hausen und Heusdorf, die Erlaubnis» zum genannten Klosterbau zu ertheilen, wenn sie sich persönlich überzeugt hatten, dass der Burg- graf von Kirchberg das Kloster mit Einkünften gehörig ausgestattet hätte, jedoch mit Vorbehalt des Diöcesan- und Archidiakonatsrechts. Auch dürften sodann Cisterzienser Nonnen der Mainzer Diöces nach Capellendorf übersiedeln. Magunt XI. Cal. Sept. pontif. nostri anno VI.
N. 29. 1119. Erfurt 17. April. Eignung eines Waldes. Magdeburg, Ori- ginal, mit dem Reitersiegel des Landgrafen an blau roih weisser 8chnur. Von der Umschrift ist nur noch LV1)EWICV8 vorhanden. 8orgtältig abgedruckt bei Michelsen, über die Elirenstücke und den Kautenkranz. Jena 18,)4, S. 40.
Landgraf Ludwig confirmirt den Kauf eines Waldes (silvula) bei Meinharderode (Martinroda), welchen das Kloster Ichtershausen
der letztern, Ludolf auf Neumark bei Weimar verkaufte Land in Berlstedt an die Augustiner in Erfuit 1326. Das Provinzialarchiv y.u Magdeburg be- sitzt schöne Urk. über diese Familie, welche identisch war mit den Herren r. Jierlst/idty wie gleiche Namen {Ludolf s. Urk. 30. und gleiches 8iegel beweisen. Heinrich V. ^1. 1268 nannte sich sogar auf der Siegelumschritt f. Berlstädtj hat also beide Namen geführt.
••) Die Herren v. Teutlrhen (erloschen 1712) gehörten /u dem Stamme der Dynasten v. Erffa und v. Altcngottem, s. Corresponden/.blatt 1860, N. 6. u. 1861 N. 4.
••) Die Geschichte der Herren v. Cobinstete (Cobstedt, /wischen Gotha nnd Neadietcndorf) ist aus den Georgenthaler Urkunden vollständig aufzu- klären. Ihr Wappen, die beiden Schaafscheeren s. 8. 71. Ihr Güterbesitz
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für 4 Mark von Gotelind u. den Söhnen Hartmud, Heinrich, Conrad und Otto erworben hat. Zeugen : com. Gunth. in Kevrinberc. Hein- ricus notarius. Heinricus Azze*'). Gerhardus de Rlinde (Ober Ellen bei Eisenach). Sefridus villicus. Acta — MCCXIX ind. VII data XV. Kai. Mai. in Erphordia.
Nr. 30. 1221. 9. Sept. Schenknngsbrief. Magdeburg, Original ohne Siegel. Sorgfaltig abgedruckt bei Michelsen a. a. O. S. 40 f.
Landgraf Ludwig schenkt in LTebereinstimmung seiner Mutter Sophie, seiner Gemalin Elisabeth und seiner Brüder Raspo und Con- rad dem Kloster Irhtershausen (ad usus sanctimonialium et fratrum ibidem deo die noctuque famulantium) 100 Acker Land im Wald (C iugera agrorum in silva existentium a flumine diclo Godenits in longitudine usque ad montem qui vocatur Bolschele, in latitudine a platea publica usque ad planitiem). Zeugen: abb. llenr. de Reine- resbrunnen. abb. Everhardus de Valle 8. Georgii. prepos. de monte S. Walborgis Hugo. Henr. notar. Brono Frideslariensis canon. Eren- fridus canon. de Ordorf. Thetmarus de S. Michaele in Erphordia. Sifridus pleban. in Melsungen. Martinus sacerdos in Keverenberc. Theod. cappell. domine Sophie olim Lantgravie. Comites. Henric. de Swarcenburke. Gunth. frater eius de Keverenberc. Liberi. Gunceli- nus de Crozuc (?). Albero et Theod. de Viebike (Vippach). Lude- gerus de Kerichem (Kirchheim bei Ichtershausen). Ministeriales. Ludolfus de Berlestide. Rudolfus pincerna de Vargelar. Frid. de Drivorde. Theod. Niger (von Apolda). Lodew. de Meldingen '^).
umfasste Friemar, Apfelstadt, Diotendorf, Frienstädt, Klein Rettbach, Hasse- rode und zur Zeit des thüringischen Erbt'olgekriegs hatten sie Scharfenberg bei Eisenach als Burgmänner inne (1248). Im 15. Jahrhundert gehen ihre Spuren verloren. Vgl, Urk. 243.
•") Die Brüder Heinricfi und Gerhard Azze Landgräfiiche Ministerialen «lind Zeugen in einer Urkunde des Nikolaiklusters zu Eisenach 1196, Schu- macher, Beiträge 111, S. 41 f. Ein Nachkomme derselben Gerhard gründete das Cister/.ienserkloster im S. Johannisthai bei Eisenach 1252. Sein Vetter oder Bruder Johann hatte vorher Eisenach durch Räuberei sehr belästigt. Annal. Reinhardsbr. S. 225. Die Familie erlosch gegen 1350.
•*) Ludwig v. Meldingcn (Meilingen bei Weimar) war ein Sohn oder Neffe Beringers v. ilf., welcher 1184 mit mehren Grafen und Rittern zu Erfurt in einer Kloake erstickte. Annal. Reinhardsbr. S. 42. S. Urk. 102*
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Albertas de Echenneberc. Walt, ei frater eius Bernoldus de Then- nenstete. Henr. camerarius de Vanre. Albert, de Ebenlieben. Hert- wikii8 de Hurselgowe (Hörseigau bei Waitershausen). Beringerud et frater eins Rudolfus de Cruceburch. Erenfridus de Sumeringen et alii quam plur. Acta sunt — MCCXXI. ind. veno IX. V. id. Sept. Feliciter.
N. 31. 1220. Eignung eines Waldf». Gotha, Cop. N. 3. Abgedruckt bei Ayrtnann, sylloge S. 190 f.
Guntherus d. g. com. in Kevernberc imiversis — salutem. Notum esse volunius, — quod petitione honorab. viri Theoderici prepos. in Uchterishusen — de contractu quodam inter ipsum et dominos fratres in Arnstete Heinr. et Guntheruin niilites de silva quadam sita iuxta Meinharterode consensimus et ratum habuimus. Quam silvam habebant in feodo ab Edelhero prefate civitatis advo- cato, — qui prius dictum silvam a nobis in feodo videbatur habere (Besieg.) Testis Hugo prepos. S. Walpurgis. Martin capellan. noster in Kevernberc. Herdenus sacerdos in Arnstete. Albero de Vipbeche et filius Hermannus^^). Lupoldus et lilius ipsius Hermann, de Oriz-
103. Die Familie erlosch im 15. Jahrhundert und war identisch mit der r. Dengtädt (Wappenschild ein Hirsch, Helm/ier Kselskopf). K'me andre Familie hat denselben Namen, stammt abi.>r von den Herren c. Apolda ab, iden- tisch mit den Herren v. lÜankenJMijn, v. Schauenforst^ v. Atzmannsdorf und c. Schidingen (Wappen ein Apfelbaum) s. Corresponden/.blatt 1860, N. 6. 9. 1861, N. 4. Funkhänel^ in Zeitschr. d. Vereins f. thür. Gesch. IV, S. 169 ff. 481 ff. Ebendas. V, S. 241 ff.
■*) Diese Familie, welche ursprünglich zu dem Herrngeschlechte gehörte <». Urk. 30) erhielt seintMi Namen von den 3 Orten Vippach b«»i Weimar (Markt V. ScMoss V. und V. Fedelhausen oder früher Videlhausm)^ neben denen noch mehre existirten, /. K. S. Margarethcnnppach und Kutelinf}- cippach 1323 u. 24 (beide im Ernestin. Communarchiv au Weimar), dazu Löwenhauptvippach oder Lauicenvippach 1347 (Prov. Arch. zu Magdeburg). DiHrich ein Sohn des obengen. Hermann und Neffe von Dietrich (Annal. Keinbardsbr. S. 142) nannte sich Lötvetihaupt 1255 und seine Söhne Albert^ Dietrich u. Hermann behielten diesen Namen. Aus den Urk von Pforta, Reinhardabrunn, Georgenthal lernt man die frühere Geschichte dieser Familie; far die spätere Zeit muss man die l^ehnbriefe zu Rathe ziehen. Din Familie *og vor 200 Jahren von Vippach nach Saalfeld und Umgebung , wo sie er- loach. Das Schild Älh, v. Vippach 1347 zeigt eine Theilung in 6 Quadrate, aber Johann v. Vippach 1368. 79. führte einen Löwen, wahrscheinlich wegen
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heim. Rudolfus dapifer noster de Bozeleben (Bosleben bei Stadt lim). Hugo de Tanheim^. Sifrid. et Heinr. privignus eius castelUnl nostri in Kevernberc. MCCXX indict. VIII. feliciter.
N. 32. 1122. R. Gotha, Cop. Reg. B. 28.
„ Eignungshrieff des Abts und Convents zu Hersfeld aber 1272 Hufen zu Ichtershausen dem Closter daselbst gegeben, davon es jherlich ghen Hersfelt 2 Pfund Wachs zinsen sol."
N. 33. 1223. Ichtershausen 7. Jiil. Beilegung eines Prozesses. Gotha, Cop. N. 4.
G. (?) dei gratia et Efverhardus) de Volkolderode et de Valle S. Georgii abbates iudices delegati a sede apostolica super queri- monia, que vertebatur inter F. militem de Wida et ecclesiam in Uchtrichishnsen de deposicione cuiusdam pecunie, — notum facimus discretioni vestrorum, quod predictns iniles querimunie prefate tota- liter renunoiavit, cuius rei testes sunt Eberwinus de Lacu (Propst der Cisterc. in Frauensee). Hugo de monte S. Walpurgis. Arnoldas novi operis in Erford prepositi. Albero de Vipechea et alii quamplar. Acta sunt hec a. d. incarn. MCCXIII. non. Jul. in Utrichishusen.
N. 34. 1223. R. Gotha, Cop. Rep. B. 29. (bezieht sich auf die in der vorigen Urkunde erwähnte Angelegenheit).
„Der Vorsteher zu Weida eignet und donirt dem Kloster 31 Mark, so er bei ihm hinderlegt gehabt ^^
seines Beinamens. S. CorresponHen/.blatt 1861. N. 3. Nürnberger Wappen- buoh V, 22. Später nahm dieses Geschlecht einen schrägrecbtsgetheilten Schild und in jeder Hälfte einen Vogel an, s. Nürnberger Wappenbnch I, 149. V. (rleichenstein , tab. genealog. am Ende, ebenso auch auf Grabmoua- menten in der Hauptkirche zu Meiningen. Die Ursachen dieser Umwand- lung sind mir noch sehr problematisch und eine nähere Erörterung würde hier /.u weit führen.
") Das Wappen der Herrn v. Tanheim bei Arnstadt war ein Zick- zackbalken Schrägrechts über das Schild gelegt.
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N. 35. Ohne Jahr (1224; ?). .. Nov.M) r. Gotha Cop. Reg. A. 163.
„Schutebrief Sifridi des Erzbischofs zur Mainz wegen des Klosters Ichtershausen, wie es bey Niederleguug und MuUttion des Gottes- diensts daselbst in einem und dem andern gehalten Wi)rden. Anno pontificat. 23. die 24 cal. Xbris."
N. 36. 1225. Neuenbürg 13. Nov. Eignungsbrief. Magdeburg, Original öbue Siegel und durch Moder selir h'ickenhaft. Vollständig Dresden, Copialbuch 32, Blatt 46.
In nom. s. et indiv. trin. Ludewicus d. g. Thuringie lantgrav.
®t Sax. com. palat. universis — pacem et salutem in perpetuum.
£z euscepü sollicitudine moderaminis domino deo et precioso mar-
^ri Cjeorio recognoscimus nobis imminere, quod ecclesiis iufra prin-
^'ips^Cum nostrorum terminos constitutis debeamus pervigilem curam
ger^s-e et contra quelibet ad versa nostre parmam defensionis saga-
citö^r opponere. Notum itaque fieri volumus omnibus Christi fideli-
bua.^ quod ad peticionem venerab. prepositi Theoderici et sanctimo-
°^Üiim et fratrum in Uchtrichisbuseu (Cop. Uchtershuseu) ex con-
sen^u predilecte matris nostre Sophie, uxoris nostre Elisabeth, fra-
tru»:!:^ nostrorum Heinrici Raspen et Conradi ibidem presencium et
'"^^^'V'crsorum coheredura nostrorum liberaliter eonsensimus, contulimus
^^ ^^oncessimus intuitu sanctorum orationum predictarum sanetimonia-
^^■^Xt, ut quidquid iuris haberemus racione hospicii vel cuiuslibet
alt^rius rei in quinque mansis habitis a memorato conventu in villa
p-^^thnordhusen, libere prorsus ab omni inquietacione in perpetuum
pOÄsiderent. Hanc igitur donacionem per nos racionabiliter factam
^ presenti pagina scribi et impressione sigilli nostri cum testibus
sttbscriptis maniri precepimus, volentes eam ratam et perenniter incon-
CÄÄsam permanere. Hij testes afFuerunt. Henr.com. de Stalberg. Gunth.
cöto. de Kevernberc. Lutolfus de Alrestete. Udelricus de Tulstete^).
**) Da Erzbiscbof Sifrid II 1201 gewählt worden ist, so ergiebt sich 1324 als das 23. Jahr seines Amts. Die Angabe des Tags ist falsch, da lie eine Unmöglichkeit enthält.
■•) Diese Familie, welche, wie aus Urk. 38 hervorgeht, zu den Dynasten gehörte, hatte ihren Namen von dem Dorfe Döllstedt bei Langensalza und ffihrte awei Widderbörner im Schild. Ihre Ahnherrn hiessen Qieseler und
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Rudolfus pincerna de Vargla. Herrn, dapifer de Slatheim. Heimr. Marscalcus de Eckartesberr. Heinr. camerar. de Vanre'*^) Frid. de Ratülferoth. Waltherus de Tennestele. Irenifridus de SumeriogeD (Cop. dapifer de S.) et alii quam plur. Acta sunt hec anno dorn. ine. miir. ducent. vices. quinto indict. XIII. dat. per raanum notarii nostri Heinrici. In novo Castro VIII id. Novemb.
N. 37. 1225. R. Gutha Cop. Rep. B. 31.
„Immissio ad possessionem rerum aliquarum de quibus cives Krffurdenses cum coenobio contenderunt'*
N. 38. 1228. Moseburg 16. Mai. Sclienknngägenehroigung. Gotha, Orig. N. 19. ohne Siegel und Cop. N. 6. Abgedruckt Tenzel supplem. bist. Goth. 11, S. 5ßl f. SchuUes, direct. dipl. I[, S. 639 f.
In nom. s. et indiv. trin. Ego Heiuricus ipsius favente demen- tia Tbur. lantgr. Sax. com. palat. Notum sit, — quod nos pro remedio anime nostre nee uon et parentum nostrorum cum consenau veuerab. nostre genitricis dorn. Sophie et dilecte contectoralis nostre dorn. Elisabeth landtgravie fratrisque nostri Conradi centum iugera agrorum in silva^^) — ad planiciem (ganz übereinstimmend mit der Urkunde N. 30.) monasterio S. Georgii martiris in Uchtrichishosen ad usus sanctimoniaiium et fratrum — , que etiam frater noster beate mem. Ludovicus Lantgravius nobis — consentientibus contulerat, — nunc iterata donacione liberaliter confirmamus in perpetuum. Hanc
Harimud 1170. 86. s. Schidtes, dir. diplom. i[, 8 214. 319. Ein Bruder unsere Ulrich scheint Hermann gewesen zu seyn, der den Beinamen Strcme V. Tidfttete annahm. S. Zeitschr. d. Vereins f. thür. Gesch. V, S. 247 f. Ihre Nachkommen starben am Ende des 14. Jahrhunderts aus. Zu derselben Familiengruppe gehörten die Herren v. Baldistete (Ballstedt), v. BattfnkaU' sen und v, Mülverstete ^ s. Urk. 104 u. Correspondenzblatt 1860, N. 6. (mit Abbildung).
'*) Hier sind alle vier thüringische Erzämfcer beisammen, wie schon früher 1178, 1186 u. s. w., s. Funkhänel, in Zeitschr. d. Vereins f. thur. Gesch. II. S. 201 ff. III, S. 3 ff . 187 ff.
'^) Die Lage dieses Landes ergiebt sich ans einer Bemerkung von alter Hand auf der Aussenseite der Urkunde: „über den Schwarzenwald", nemlich bei dem gleichnamigen Dorf südlich von Ohrdruff.
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pagbam — sigillique nostri impressione — fecimus roborari —
testibus subter notatis — . Hugo prepos. de monte S. Walburgis.
Herrn, prepos. in Sülze. Guiith. decan. Ludwic. scholast. Gieselb.
caDtor. Frid. custos S. Marie in Erfordia. Frid. ftlius domine Guthe.
Frid. de Arnesberc. Heinr. de S. Cruce. Cunrad de Sunthusen. Frid.
Cancer. Albcro. Hugo canonici eiusdem ecclesie. Ditmarus sacerdos
tie Erfordia. Tbeod. capellanus Lantgravii. Cunrad us capell. iant-
gravie. Tbeod. com. de Berka (s. N. 54). Liberi Aibero de
Vipeche, üdelric. de Tullestete. Ministeriales Rudolfus pincerna
de Vargla. Fridericus et Wolferus de Drivurthe^j. Heinr. Marscalc.
<^e I<;ickehartesberc. Bertbous dapifer et frater eius Cunemundus de
SJattieim. Heinr. de Kornre. Ekkebardus de Sumeriugen (Summerda
bei JErfurt). Herrn, de Nusezin. Iremfridus de Sumeringen et alii
quam plures. Acta — mill. duc. vices. oct. indict. 1. Dat. per
man um notarii nostri Heinrici in Moseburc^-*) XVII Kai. Jun.
^- 3^. 1228. Moosburg 16 Mai. Schenkiingsconfirmation. Weimar, Original ohne Siegel.
In nomine s. et indiv. trinit. Heinricus d. g. Tbur. lantgravius et Sa^onie comes palat. universis — saluteni in perpetuum. — Nolum itac^iie fieri volumus omnibus, — quod ad peticionem venerabilis pr^positi Theoderici et sanctimonialium et tratrum in Ucbtrichishusen ß* oonsensu predilicte raatris nostre Sophie, uxoris nostre Elisabeth,
'") Sowohl in dieser als in der folgenden Urkunde ist ganz deutlich ^^^^. et Wolf, zu lesen, et darf also nicht gestrichen werden, wie mein "^^ther Freund Herr Dr. Landau annahm, s. Zeit^chr. d. Vereins f. hess. Ge«ch. IX, S. 178 (überhaupt S. 145- 240 über diese Familie). Vgl. Zeitschr. d. Vereins f. thür. Gesch. IV, S. 203 flf. , wo ich diese Familie irrthümlich den nobiles zuzählte.
'*) Moseburc hielt ich für die im Kreise Schmalkalden gelegene Moas- ^''P, welche 1273 Hennebergisch war, s. Zeitschr. d. Vereins f. hess, Gesch. 1^1 S. 248. Herr Hofrath Hesse denkt dabei an das in dem Wildbannsrecht von Walkenried (Walkenried. Urkundenbuch S. 4.) genannte Mosiberc mit Inmenrode ^bei Sondershausen) u. s. w. S. dessen Bemerk, zu den Jahr- Wchero Lamberts von Hersfeld S. 139. Am wenigsten ist mit Schumacher, v^rmUchte Nachrichten U, S. 28 f. an eine Burg auf dem Moseberg bei Kisenach zu denken, wogegen ich mich bereits früher erklärt habe, s. ^We a. a. O. und Archiv f. »ächs. Gesch. I, S. 409.
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fratris nostri Cunradi — , sicut frater noster beate iDemorie LadewicuB lantgravius — contulerat — , iterata donatione — couferimus — , at quicquid iuris haberemus racione hospicii vel cuiuslibet alterius rei in Vroansis habitis a raemorato conventu in viila Riethnorthusen, libere prorsus possideant in perpetuum, hniusque liberate donacionis conürmationem — in presenti pagina scribi et impressione sigilli nostri — muniri precepimus. — testes affuerunt Hermannus abbas de Valie S. Georgii. Hugo prepos. de monte S. Waiburgis. Gun- therus decan. Ludwic. scholast. S. Marie in Erfordia. Waltherus plebanus S. Andrea eiusdem civitatis. Martinas pleban. in Kevern- berc. Dietmarus sacerd. de Erfordia. Heinr. notarias. Theod. capel- iun. lantgravii. Cunrad. capellanus lantgravie. Theod. coro, de Berka. Albero de Vipeche. Udelric. de Tullestete. Rudolfus pincerna de Vargla. Frid. et Wolferus de Drivurthe. Heinr. luarsc. de Ecke- haidesberc. Bertlious dapifer et frater eius Cunem. de Slatbeim. Herrn, de Nusezin. Iremfridus de Sumeringen et alii quam plures. Act. doin. incarn. MCCXXVIII. ind. I. Dat. in Moseburc per manus supradicti notarii nostri Heinrici. XVII. Kai. Jun.
N. 40. 1230. R. Gotha, Cop. Reg. B. 33.
,,Eignungsbrieff über 6 Schilling Pfennige uff V/^ Huffe zu Martbech dem Closter gegeben."
N. 41. 1232. R. Das. 34.
„Kauft'brieff über I Maass Winterkorn und V2 Maass Gersten und 1 Gans ewiges Zinses uff einem Viertel Landes zu Ichtershausen.*'
N. 42. 1232. R. Das. 35.
,,Landgraff Heinrich in Duringen eignet und donirt dem C/loster einen Hoff daselbst zu Ichtershausen so seine Frau Mutter erbauet hatt.^*"
N. 43. 12:i2 (?) ohne Jahreszahl. R. Gotha Cop. Reg. B. 68.
,, Eignungsbrieff Landtgraf Cunrads des Jungern über I Hoff am Closter zu Ichtershausen gelegen.^^
N. 44. 1235. R. Das. 33 (b).
., Vorzieht- und Eignungsbrieff Graf Günthers von Kevernburgk über V, Hufe zu Ingersslcben, so das Closter erkauft.^*
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N. 45. 1237. R. das. 36.
„Landgraff Heinrich in Düringen eignet dem Closter 2 Iluffeo Landes daselbst zu Ichtershauseu.^'
N. 46. 1241. Mainz 7. April. Eignungsbrief. Deutsche Uebersetznng einer verlornen lateinischen Urschrift im Rathsarchiv zu Erfurt; durch Herrn Uofrath Hesse.
Wir Sifridus v. G. G. Ertzebisehoflf dess heiligen Stuls zu Mentze
Unsserm üben Sonen in Christo dem Probiste Eptischin und
der gantzen Saramenunge dess Klosters zu Ichtershausen veterliche L]l>e — . Wenn wyr von unsers Amechtis wegen schuldig syn, zu tnerne und nicht zu mynerno alle Zugehorunge und Recht, dye Gothe Dynen, liyrumb dye Vorkeuffunge dess Holtzis genant der Eychinberg, dy uch und uwern Kloster gesehene ist von unsserm
— Graven Meynhartte von Molberg, deme vor vohgenante Koiffe baOen wyr umbsuns^ ledeclichenn — von dem vorgenanten Graven Meynhartte, auch haben wyr zu unsser Mentze Kirchen namhaiftig genoynien 'M) Malder ErfFortisches Moss jerlichen, dye do gelegen sind in dem Velde zu Molberg, ouch von Gravenn Meynharte. Hy- ruinb hat unsser lieber Erluchter Henrich Lantgrave iii Doringen eyn Theyl des vorgenanten Iloyltzes von uns gehabet — und unss ^'t'der bedeclichen uflfgelossenn hadt — und glicherwisse der me- genannte Grave Meynhardt ouch ledeclichen syn Tayl uffgelassenn "*^'» 'weder dysse zweyn Teyle des Moltzis der tzweyger obgeschrie- "^'^ UfHoysser geben wyr uch eygen und der Kerchenn dess heyli- gen Merteris Senthe Jörgen zu Jchterishausen eweclichen zu besitzen, ^^esiegelt) - Mentze ~ MCCXLI indict. XHH. VII. id. April, pon- ^ficÄtus nostri anno XI.
N -47^
1241. R. Das 37.
^Des Closters Ichtershausen Recognition i^ber 7 Aecker zu '^^dolffssleben, so N. v. Rudolffssleben dem Closter übergeben, da- ß^S^n das Closter jherlich 1 Schilling Groschen geben und 6 Acker ^^*" 3 Mark Silbers ihr Lebenlang zu gebrauchen eingereurabt."
^- ^Ö. 1241. R. Das. 38.
„Der Abt zu Ilersfelt donirt und eignet dem Closter einen ^^uberg bei Arnstadt gelegen, dagegen es jherlich 2 Pfund Wachs
'^Huringia saera. I. ^
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geben soll, bewilligt auch, das das Closter noch 2 Weinberge kanifen müge, davon sie jherlich 4 Pfund Wachs geben sollen/'
N. 49. 1244. R. Das. 39.
„Kauffbrieff über 4 Huüen zu Grossen und Kleinen Haarhausen gelegen, so Rüdiger Voil dem Closter verkauflft."
N. 50. 1246. Erfurt 2. August. Advokatieverkauf. Gotha, Cop 6. Im Auszug bei Sagittarius^ Hist. der Gral'schal't Gleichen S. 82.
Ernestus de Giichin et Heinricus de Glichenstein fratres comi- tes d. g. — notum facimus protestando. quod ius advocaticium, quod in duodecini mansis Hersfeldensibus sitis apud Uchtrichishusen nobis competebat, dorn. Gotscalco preposito domine Hedewigi abba- tisse totique conventui in Uchtrichishusen pro triginta duabus marcis argenti vendidimus — , accedente — consensu' domini et avunculi nostri com. Hermanni de Orlamunde, — a quo saepe dictum, ius advoc. dinoscimur habuisse. Testes Guntherus decan. Ludw. scbo- last. Ditricus plcban. de oranibus sanctis. Ditr. de Iskested^'). Ditr. « de Indagine. Ileinr. de Vanre canonici S. Mar. in Erfordia. Dora.^ Frid. mil. de Tannenrode**). Ludegerus de Kircheim. Alb. de Esche—
*•*) Aus Issersstädt (Iskestet, Hyscherstete, Yscerstete, Ichsirstete, Yscher— a»- stite u. s. w.) bei Jena stammt die gleichnamige Familie, deren Wappenschil ^ durch eine rechte Spitze oder Pyramide in drei Felder getheilt ist. D(^i» • « erste heisst Hugo 1197, Scfiultes, dir. dipl. II, S, B89 , dessen Nachkommi ■ ^ in den Kloslerurkunden von Pforta nnd Kapellendorf oft gefunden werd^i»- . •« (meist Bertold, Heinrich^ ('onrad, Dietrich^ Rtidolf genannt). Sie war^ ^— ^ begütert in Oberingen, Schlotwein, Kemda, Molsdorf, nachdem sie den Stiiiiii i^w ^c^ sitz (castrum in Yscherstcte) schon 13:33 verkauft hatten, Brüchier ^ Henn^ ^ < berg. Urk. IV, S. 10. Dass eie mit den Herrn v. Leuten und v. Schierstiwm "^'^"^m^ zu einem Stamme gehören, sagt v. Hellbach, Adelslex. I, S. 621. Nach (^ ^^
angegebenen Urkunde von 1333 war Isserstädt Hennebergisches Lehen, w^^r^^h
rend im Aunal. Reinhardsbr. S. 184 das Scbloss als landgräfliches be/.eic — J- ^'
net wird (1226). Die Grafen v. Henneberg belehnten Friedr. v. Heldrum — ^=^ ^^ mit Isserstädt (Henneberg. Le^inbuch in Weimar, ohne Jahr), auch Ru^^^^^^f V. Meldingen (ebendas.) und Beringer v. Meldingen 1360, Brückner, Hen^^»'^*"' berg. Urk. 111, S. 21. vgl. 11, S. 3.
*') Manegold v. Tannenroda 1194—1217 (in der Ciasse der nobiles "^^ ^'" den ministeriales 1215 aufgezählt, Walken ried. Urk. I, S. 77.) hatte 2 So »"» ^^
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leben. Ludw. et Heior. de Meldingen filius suus. Heinr. frater eius- dem. Otto de Wechmar. Gunth. et Herrn, de Glichen. Gerwicus de MolstorflF^^). Heinr. Zacheus milites et alii — . litteram sigillis nostris fecimus consignari. Acta sunt hec Erfordie a. MCCXLVI IV. non. Aug.
H, 51. 1246. R. Alte Amtsbeschreibung.
Der Markgraf von Meissen und Graf Herrmann zu Orlamunde c^nsentiren zu voriger Uebertragung.
N. 52. 1247. R. Gotha Cop. Reg. B. 40.
,,PMu Brieff des Raths zu Erffurt über die Heuser und Gärten dii.9. auch einen Weinberg am Wege nach Gisperssleben gelegen, vi>«:ä welchem jherlich 6 Pfund Zinse gefallen, dem Closter durch Ctit-istinam Ulrich Wiertels zu Erfffurt Haussfiau so ins Closter sich begeben, geeignet.''
N. ö3. 1250. R. Das. 41.
,. Ein ander Brieff der von Erffurt über P/j Mark jherliches Zinses, so Friedrich von Halle uiX einer Apoteken und Behausung ^*'»- dem Closter verkaufft.^'
^^o^rodiind tWiedrich^ welclic letztere Namen sich sehr häufig wiederholen, "'* das .Geschlecht mit Conrad 1433 erlosch. Es war eine reiche Familie «eiche auch in Vippach, Straussfurt u. s. w. begütert war und in den Mosterurkunden von Pforta, Walkenried, Kapellcndorf. Georgentbai u. 8. w. ^^ vorkommt. Ihr Schild hatte einen rechten Schrägbalken, ganz wie ^* Herrn v. Neumark bei Weimar, Der Stammsitz Taunrodo, welcher ••'ilich von Weimar zwischen Berka und Kranichfeld liegt, fiel an die Vitz- ^<)iiie V. Apolda oder Eckstedt, darauf an die Grafen v. Gleichen, an die ' Brinau (1484) u. s. w.
**) Ermerich v. Molstorff kommt in einer Reinhardsbrunner Urkunde ^^^ U14 vor, Schuttes, dir. dipl. I, S. 241. Andre s. Urk. 62. 89. 129. 1^. 173. 246. In der Mitte des 14. Jahrhunderts zog ein Theil der Familie ^^ die Nähe von Kisenach, wo sie auch Madelungen erwarb und etwa lö50 totatarb. Ein anderer Zweig der Familie nahm den Namen Weiler an. ^** Wappen Gerteichs v. M. 1334 zeigt einen runden Ring mit 3 nach *'*>«en.iitehenden Knöpfen oder Kugeln.
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N. 54. 1200—1250 (?) R. Gotha, Cop. Reg. A. 67 ohne Jahr.
„Graf Dietrich von Berka^'') giebt uud eignet dem Cluster 4 Hnften Landes zu Scliwarza gelegen/"
N. l)b. 12.')1. Wiederkaul'srovers. Original im Fürstl. Archiv zu Rudol- stadt, Copie durch Herrn Hofrath Hesse.
Ego Godschalcus prepos. Gisela abbatissa totusque conventus — in Uohtershusin, notuin fat'imus universis — , quod nos uoaniiiii consensu ex gratia indulsimus dorn, abbatiet ecclesie B. Paulinae, ut duos inansos in Kircheim, quos 24 marcis ab ipsis ex eoruui allo- dio comparavinius perpetuo sine omni dilationc et impedimento po8- sidendos, ante festum S. Martini proxime instans, pro iam dicta summa redimant et possideant eodem iure, quo antea possederunt. nee ulterius redimendi habeant libertatem, et ut her redimendi gratia ipsis inviolata permanent, presens scriptum tradidimus sigilli nostri uiunimine conßrmatum. Actum anno gratie MCCLI.
N. 56. 1251. R. Gotha Cop. Reg. B. 42.
„Kaufvorschreibung über etliche Gütter und Hußen zu Sullz- brücken und Rudolfsleben, I HuÜ'e zu Arnstadt, die alle der Abt zu llersfeld dem Closter vorkauft (für 70 Mark, wie Urk. 58 zeigt)."
••) Ludwigs des Saliers Schwester Uta verheirathete sich mit Dietrich Grafen v. Linderheck, und gebar einen Sohn Beringer. Dessen Söhne hiessen Ludwig Graf v. Lare nnd Di^'irich Graf v. Berka (bei Weimar). Dieser mit einer Tochter des Graf H)rwin von Gleichen vermählt (s. S. 58) wird 1192—1210 erwähnt. In dem letzten Jahre stiftete er das Cisterzienser- nonnenkloster zu Berka. Sein Sohn DiefWcÄ (gestorben vor 1251) heirathete Helwigis die Schwester llartmanns v. Burgau (Bergowe bei Jena) und hatte
2 Söhne, beide Dietrich genannt, mit denen der Stamm erloschen /.u seyn scheint. In dem Krieg Alberts mit seinen Söhnen standen sie auf Seite der Letzteren and wurden von Albrecht belagert 1282. Aunal. Reinhardsbr. S. 2:i2. Falkeustein, thur. Chron. II, S. 773 f. Welcher Dietrich von diesen
3 Generationen in unserm Recess gemeint sey, kann nicht bestimmt werden. Es giebt mehre Siegel, die leider nur Helm mit Helmschmuck, aber kein Wappenschild haben.
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N. 57. 1251. bei Hersfeld (Schloss Eichen) 30. Octob. Gewährleistung des Abts v. Hersleld. Gotha, Orig. N. 20. Thronsiegel des Abts «erbrochen, Cop. N. 7. Gedruckt bei Schmincke, monum. Hass. III, j S. 254.
Wemherus d. g. Hersfeld, ecclesiac abbas totusque conventus ibidem omnibus - salutem in dum. Obligamus nos ad hoc prepo- sito et conventui in Uchtirshusen, quod si per nos vel occasione nostra summa annone et denariorum, quam eis vendidimus, non fuerit persojuta . eisdem. nos teneri ad refasionem illius, quod eis toliter constiterit deperisse. — Testes — decan. Hersfeld. Theoderic. pre- pos. montis S. Petri apud Hersfeld. Otto ospitalarius. Cunradus portarius. Simon eamerarius noster. Mag. Erkenbertus scholast. Uersfeid. Acta sunt hec apud Hersfeld a. d. MCCLI. III. Kai. Nov.
N. 58. 1251. Ichtershausen 8. Nov. Wiederkanfsrevers. Original mit be- schädigten Convents- und Propsteisiegel im alten Hersfeldischen Stiftsarchiv.
G(ottschalk) dei gratia prepos. in Uchtershusen totusque con- ventus sanctimon. ibidem omnibus — salutem — . Ad instanciam venerabilis dom. W(erneri de Schweinsburg) abbatis Hersfeld, suique conventus sumus precibus inclinati, quod bona, que ab eis emimus Sita in Sulzebruken, in Arnstete, in Rudolfesieben, pro LXX marcis, si locupletes fuerint, pro eadem summa pecunie revendemus eisdem, et si forte totam pecuniam simul dare non possunt, quandocunque nobis X marcas exsolverint, rehabebunt tria maldra Erphord. men- sure, et si XX marcas persolverint, — idem etiam modus tenebitur in recursu VI talentorum. Acta sunt hec apud Uchtershusen anno dom. MCCLI VI id. Nov.
N. 69. 1252. R. Gotha Cop. Reg. B. 43.
„ Eignungsbrieff über 3 Hufen zu Wenigen Dornheim so Graf Gnnther von Kevernburg dem Cioster geeignet."
N. 60. 1253. Kaufbrief. Gotha Cop. N. 8.
— Ego Rüdigerus dict. Advocatus recognosco et protestor, me domino Gotscalco preposito et conventui in Utrishusen de consensu oxoria meae — tres mansos — unum situm in maiori Horehusen,
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daos vero sitos in minori Horehusen pro XXX marcis vendidisse perpetuo possidendos. Test. dorn. Hugo montis S. Walpurgis. prepos. Conrad pleb. in Arnstete. Giselher pleb. in Sumeringen. Godscalc. pleb. in Rudolvesleben. Laici vero Lupoldus mil. de Arnestete/ Ditr. mil. de Wilrisleiben. Gerwic. de Molleslorf. Gunth. de Kircheim. Guntb. dict. Stipht milites. Sifrid. dict. Phfallenzgreve advoc. in Arnestete. Act. a. ine. dorn. MCCLIII.
N. 61. 1257. Wachsenburg. 7. Febr. Kaufbrief. Gotha Cop. N. 9.
Gerdrudis vidua de Lapide") — recognoscimus prutestautes, quod nos de consensu et bona voluntate filiorum et hereduin no- strorum videlicet Bopponis Heinrici et Tutonis et Hermauni et aliorum universa bona nostra in Rudolfesleiben, quae nobis ad dies vitae — assignata nostra fuerunt et deputata, vendidimus — dorn, preposito conventui et eccl. in Ucbtrisbusen — et renuntiamus omni iare quod nobis compeeiit in eisdem. — litteram — sigillis filiorum nostrorum — duximus — roborari. Testes — sunt dorn. Ulricus de Cobenstete. Frid. de Wy^*) et alii — . Dat. apud Wasseberc. a. d. MCCLVIl, feria IV, post. purific. b. virginis proximo non preteritam (?)
**) Gerdrud ist, wie ich ▼ermuthe, Wittwe Tutos V. Steiriy welcher 1229 {Müüer^ Reinhardsbrano S. 48. 1228), 1231 (Schmincke, mouum. Hass. 111, S. 253. 1233 und 1235 {Wenck, hess. Gesch. II, Urkund. S. 151. 153, zum niederen Adel gebürend) als Zeuge vorkommt und vcrmuthlich ausser den Thürin- gischen auch Kevernbnrgische Lehengüter angenommen hatte. Ein Dienstver- hältniss scheint daraus hervorzugehen, dass die erste Urkunde auf dem Graft. Kevernburg^schen Schloss Wachsenburg ausgestellt war. Auch heisst Urk. 124. Otto V. Stein geradezu castellanus des Grafen. Boppo de Lapide ver- kaufte 1269 mit seinem Sohn Gotzo und seinem Bruder Heinrich v, Fran- kenberg Kupfersuhl an die Lazariten, sowie die Brüder 1249 die Advokatie über Altbreitungen verkauft hatten. Tenzel, suppl. zu Sctgitt. bist. Guth. S. 66 und Kuchenbecker, mon. Hass. XII, S. 344 f. Das Wappen beider Brüder ist ein Schild mit 2 rechten Schrägbalken, wie es die Freiherrn ▼. Stein zu Barchfeld noch heute führen. Meine Vermuthung, dass diese Familie von den Dynasten Dudo, Härtung, Boppo, Otto, Heinrich ab- stammte, gründet sich auf Gleichheit der Vornamen und Gleichheit der Be- sitzungen s. Urk. 6.
**) Eine Nebenlinie der Schwarzburgischen Grafen, Rabenswald gen., besassen das Stadtchen Wiehe an der Unstrut, dessen Schloss Burgmänner inne hatten, welche sich v. Wie oder Wy nannten. Wolff, Chronik von
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N. 62. 1257. Kaufbrief. Gotha Cop. N. 10. im Auszug bei Ayrmann sylloge. S. 196.
Ludolfus dict. de Berlestede — recognosco — , quod ego cam conseiisu uxoria iiieae Adelheidift - vendidi tres mansu» et dimi- dium — sitos iu Restede et in Ilorehusen cum curtibus et mancipüs ad nos perrinentibus doiniiio prepos. Godscaloo et conventui — in Uchtrishusen — bub hac forma, ut singulis annis — ex parte dicti conventus in recuguicionem proprietatis tres solidi persolvantur , — paginam sigilli mei munimine roboravi. Testes sunt dorn. Hugo prepos. montis S. Walpurgis. Godscalc. pleb. in Rudolvesleiben. dorn. Suibodü et dorn. Eilherus fratres de Rockhusen. dorn. Heinr. de Kuzzeleiben. dorn. Heinr. de Wie milites. Frid. de Wie. Otto de Mollestorph et alii quam plur. clerici et laici. Acta sunt hec a. d. MCCLVII.
N. 63. 1262. 29. Sept. Kaufbrief. Gotha. Cop. 10 und Orig. N. 21. Das erste ovale Siegel stellt einen an einem sehr schönen durch einen Adler gebildeten Lesepult stehenden Canonicus vor, die beiden andern dreieckigen zeigen den grossen nach rechts blickenden Kranich mit der Umschrift 8. Volradi senioris de er . . . It und S. Volradi iunioris u. s. w.)
— Notum Sit — , quod ego Luthegerus de Kircheim duo po- meria et sexaginta agros et ununi iuxta eadem pomeria sitos, item alios duos niansos in eiusdem villae territorio sitos cum duabus curii», quas Waltherus pincerna inhabitat — , domine abbatisse et conventui in Uchtrishusen, de consensu Reinhardi et Theodorici fra- trum meorum — vendidi et tradidi — pro LXXX marcis, adiectis his condicionibus (nemlich Wiederkauf binnen 10 Jahren). — Adiecta sunt etiam in eadem vendicione, — quod pro L marcis et una pecuniae persolvendae iam dicta abbatissa et conventus XII maldra frumenti mixti usualis et V maldra ordei annis singulis — in civi- tate Erford. suis mihi sumptibus et laboribus praesentabunt, ita quod eadem annona post mortem meam apud iam dictum conventum re- maneat et meus anniversarius matris meae et fratrum meorum —
Pforta II, S. 166. Einzelne von dieser Familie siedelten in das. Schwarz- burgischo über und wohnten in der Nähe von Ichtersliausen, s. Urk. 62 77. 89. lOJ.
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inde perpetuo — peragatur, — residuum vero pecuniae antedictae XXIX marcarum in parato mihi vel avunculo meo domino Her- manno de Vipeche cantori S. Marie in Erford. — integrabiliter exsolvatur — . literam sigillo — avunculi mei — nee non sigilHs dominorum de Cranichvelt consanguineorum meorum — tradidi consignatam. Testes — A. decan. et Th. de Iskerstete scholast. S. Marie in Erford. Witego eiusdem eccl. cantor. et prepos. in North. G. novi operis prepos. Acta sunt bec a. d. MCCLXII. In festo S. Myehahelis venerabili viro dorn. Gernodo existente in eadem eccl. preposito.
N. 64. 1265. R. Gotha Cop. B. 44 (b).
.,Ein Brieflf über die Vorgleichung zwischen dem Closter Ichters- bausen und einem Clerico Lutger v. Kircheim, dass er gegen Ein- räumung etlicher Gutter 7 Malder Getraidichs an dem jherlichen Zinss fallen lasst.''
N. 65. 1266. Erfurt. Verzicht uod Restitation. Gotha Cop. N. 18.
Nos Gunth. com. de Kevernberg universis — cupimus esse notum, quod iudicia in bonis sanctimonialium cenobii Ichtrishusen et piscariam a salicibus eidem monasterio attinentibus usque ad vicum lapideum restituimus absolute conventui monasterii memorati, nolen- tes ea in periculum animae nostrae et in praeiudicium predicti con- ventus ad sucessores nostros — de venire — . Literam damus — sigilli nostri munimine confirmatam. Testes huius restitucionis sunt dom, Conradus cellerarius valle S. Georgii. frater Gunth. de Kevern- berg. frater Alb. gardianus Arnstet. frater ülricus et alü quam plures. Dat. Erphord. a. d. MCCLXVI.
N. 66. 1266. R. Gotha Cop. B. 1.
,.Wie Luthegerus von Kircheim dem Closter Ichtershausen von den 10 Maldern Getraidich, so sie Ihme jherlich zu geben schuldig, 5 Malder erlassen, dagegen sie jherlich Heinrichen von Warlitz 5 Malder schön Korn ghen ErflFurt lieflfem, die fürder nach seinem Thode der Kirchen u. 1. Fr. zu Erflfurt heimfallen sollen.''
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N. 67. 1266. R. Das. B. 45. S. Jovius, chron. Schwarzb. S. 180. Hesse, Arnstadt S. 64.
„Eignungsbrieff Ciirt Munzmeisters zu Arnstadt über einen Wein- berg in dem Arnthal gelegen, dem Closter gegeben."
N. 68. 1266. 22. Jnl. Brotbankverkanf. Magdeburg, Original mit 2 Siegel- fragmenten.
Nos Conradus prepositus abbatissa totusque conventus — in Uchterichishiisen — protestamur, — quod cum ocasione nove domus panum iuxta cameras mercatorum per consules Erfordenses firmiter edificate et ad usus civitatis multos redditus persolventis scamna nostra sita in parvo foro adeo viluissent, ut a pistoribus vacua derelicta et in edificiis penitus destructa inutilia nobis essent, indempnitati nostre ecclesie consulentes — vendidimus magistris consulum Got- scalco Kerlingero et Theod. Vicedomino et aliis oonsulibus Erford. — in tribus scamnis et una quartali iiostros redditus trium ferto- num et dimidii pro octo marcis argenti in empcione aliorum reddi- tuum utiliter convertendis, que scamna cum omni iure quo ea posse- dimus, resignavimus — consulibus supra dictis. — litteras nostras dedimus — sigillorum nostrorum muniniine — roboratas. Acta sunt hec a. d. MCCLXVI. in die b. Marie Magdal.
N. 69. 1268. R. Goth. Cop. Reg. B. 46.
.,Wech8elbrieff über ,'V/, Huffen zu Wulferichshusen, so das Closter für i'/j Huft'en zu Eischleben gelegen , gegeben liatt.''^
N. 70. 1268. Eignungsbrief. Gotha, Cop. 12. Abgedruckt Kirchen- und
Schulenstaat 111, 7. S. 35 f.
«
Nos Volradus senior et Volradus iunior dicti de Cranichvelt consanguinei — recognoscimus. — quod — tradidimus ecclesiae et conventui in Uchtrigesbusen unum mansum de bonis nostris situm in Eisleben, quem Frid. miles dictus de Witzeleiben a nobis in feodo possidebat, tali videlicet condicione, ut — Frid. — unum mansum et curiam suae proprietatis in Witzeleiben nomine iam dicti mansi ipse et sui beredes a nobis in feodo debeant possidere — . Testes sunt Gunth. niil. de Gummerstele. Theod. mil. de Bozeleiben. Chri- stianus de Mulide. Berthold, de Sontershusen. Reinhardus de Vogell- burch et alii — a. d, MCCLXVIUI. (besieg.)
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N. 71. 1269. Kaufbestätigung. Gotha Cop. 13.
NüS Gunth. et Gunth. comites de Kevernberch — recognosci- mu8 — , qiiüd Theod. de Elkesleiben vendidit domino preposito et eccieaie S. Georgii — in Uchirigeshusen mansum et diinidium pro- prietatis villae Eialeben adiacentes pro XIX marcis argenti — . Quod etiam cum iiceutia nostra et Ottonis de Dornheim et heredum suorura, qui eadem bona Theoderico vendideral, protestamur — . Testes sunt viri honorab. et fide digni dorn. Eilherus de Rochusin. dorn. Frid. Rost. dorn. Hugo et doin. llenricus fratres de Taneheim (Dannheiin bei Arnstadt), dorn. Gunth. de Guranierstete*^). Sifridus villicus noster et alii quam plur. (besieg.) — Acta sunt hec a. d. MCCLXIX.
N. 72. 1269. R. Gotha Cop. Reg. B. 47.
..Dietrich Vitzthunib zu Apolda Vorschreibung über 10 Mark, so er wegen seiner Tochter Closterjungfrauen in 4 J hären dem Closter geben sol."
N. 73. f270. R. Das. B. 44.
„Des Abts zu Fulda Lehn- und Eignungsbrieff über 10 Huffen Landes zu Dachbich, so die v. Heldrungen *^) dem Closter verkaufft/"
N. 74. 1274. 24. Jnu. Gedruckt Thuringia eacra S. 563 und Ayrtnann, sylloge S. 256.
Die Aebtissinnen , Priorisinnen und Propste der Cisterzienser* nonnenkloster Hrisenitz, Keibra, Roda, Weimar, Kölleda versprechen denen, welche die von Salfeld nach Stadt Um übersiedelnden Non- nen unterstützen würden, plenam confraternitatem et comroanionem omnium spiritualium actionum.
*•) Heinrich v. Guminerstete erscheint 1289 als Gleichischer Vasall in ßöslebeu und Elxleben, HeUbach, Archiv der Grafschaft Gleichen I, S. 108. 24 f.
*'') Es war Heinrich v. Hcldrwujen mit seinen Söhnen, nach SagHta- fiiiSy in Samml. vermischter Nachrichten VI, S. 307.
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N. 75. 1275. Augsburg. 19. Jun. „König Rudolfs Schutzbrief/* Gotha Orig. N. 22. ohne Siegel und Cop. N. 14.
Rudolfus d. g. Rom. rex semper aug. dilectis suis episcopis u. s. w. (ganz übereinstimmend mit Kaiser Heinrichs Brief N. 24. ausser dass S. 68 Zeile 3 latere statt ignorare steht) mit dem Ein- schiebsel nach Zeile 4 quemadmodum div. mem. Henricus Rom. imp. predecessor noster in gracie uostre etc. — Dat. Auguste a. d. MCCLXXV. ind. III. XIII. Kai. Jul. regni nostri anno secundo.
N. 76. 1276. R. Gotha Cop. Reg. B. 48.
„ Kignungsbrieff über '/j Huffe und Vj I-'andes zu Pfertissleben, 80 jherlich 2 Malder getreidich zinst item über '/.^ Huffe zu Men- vorssberg (?) so jherlich ein Malder zinst, welche die von Wiehe vor dem Landgrafen aufgelassen.'^
N. 77. 1276. 19. Jul. Eignnngsbrief. Gotha Orig. N. 23. u. Cop. N. 15. Siegel abgefallen. Vgl. Jocius, chron. Schwartzburg. S. 191.
— Nos Gunterus et Henricus fratres com. in Swarzburg recog- noscimus, — quod Theod. de Elxleiben conventui sanct. in Uchtri- chishusen vendidit duos mansos in — villa Elxleiben — et quia in mauus nostras resignavit, nos eadem bona libere nobis vacancia proprietatis iure contulimus monasterio supradicto. — Test. Henr. de Wi. Frid. de Wi. Henr. et Elxleiben. Alb. de Elxleiben et Herman. scult. nostri in Kircheim (mit Besieg.) — Dat. a. d. MCCLXXVl indict. IUI. XIIII Kai. Aug.
N. 78. 1277. 9. Nov. Muhlenpachtrevers. Gotha Cop. N. 16.
Nos Conradus dict. de Siebeleiben ^**) et Gunth. dict. Vrowin filius civis in Arnstete recognoscimus, — quod molendinum illud
*^) Ob dieser zu dem Adelsgescblecht v, Siebeleben, jiahe bei Gotha, dessen Wappenschild 3 Querbalken trug, gehörte, ist nicht klar. Von Elbe- toin 1143 bis Heinrich v. Siebeleben 1439 erscheint diese Familie, welche in Siebeleben, Frimar, Molschieben, Güntersleben, Apfesitedt, Bernsrode, KoUerstedt, Rettbach, Trügeleben, Hausen begütert war, in den Urkunden von Georgenthal, Eisenach, Oldisleben u. s. w. Heinrich Sezzephant v. S. gründete 1251 das heil. Kreuzkloster zu Gotha. S. Zeitsch. d. Vereins f. thür. Gesch. IV, S. 47 f. S. unten Urk. 205.
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ante civitatem Arnstete situm, quod attinet ecclesiae S. Georgü in üchtrigishusen, a venerab. viro dorn. Johanne preposito et conventu ibidem cum proximo S. Martini festo ad VI annos acquisivimas sab hac forma, quod omneni fructum inde provenientem — aequaliter partiri promisimus et debemus et quicquid in ipso molendino faeien- dum contigerit in aedificando extra aquam et in aqua et in prefio servorum et ancillarum pariter portAbimus in expensis. exceptis pa- 8toribu8 nobiscum molentibus, quos nobis concessione denariorum nostrorum et aliis commodifl attrahere debemus ad utilitatem nostram denariis ecclesiae -- non attinentibus ad hoc factum. Exspiratis itaque nostris VI annis, quicquid in molendino edificatum inventum fuerit, ecclesie permanebit (mit Stadtaiegel bekräftigt). Acta a. d. MCCLXXVIl in feria III ante diem S. Martini.
N. 79. 1277. Gotha Cop. Re«. B. 49.
„Etliche vom Adel vorpfenden sich gegen den Kloster für Graf Günther v. Kevernburg über 30 Mark Silbers, so ihm das Kloster uff einen Wald der Gebilchel genannt geliehen."
N. 80. 1278. Das. B. 50.
,.Pachtbrieif über 2 Mühlen vor Arnstadt gelegen, so das Kloster zweien Bürgern daselbst eingetban."
N. 81. 1279. R. Gotha das. B. 52.
„Ein HrieflT Grraf (iJünthers v. Kevernburg über 5 Mark Silber, so ihm Heinrich v. Mila geliehen."
N. 82. 1279. Orlamnnde 21. Jiil. Schenkungsurknnde. Gotha Cop. N. 17. 11. Orig. N. 24. Siegel übgefallen. Die Notiz in der Amtsbeschrei- bung ist confus, indem sie an eine Incorporation der Pfarrei Ichtcrs- hausen denkt. Ob übrigens das beabsichtigte Cisterzienserklostcr da- mals in Oflamünde wirklich zu Stande kam, lässt sich nicht sagen, da keine Urknnde dessen gedenkt. Wir wissen nur, dass etwa 50 Jahre später ein Wiihelmiterklostcr daselbst gegründet wurde. Dritter Be- richt der Osterländ. Gesellsch. 1842, S. 4ö f.
Nos Hermannus com. in Orlamunde notum facimus, — quod de consensu uxoris nostre et heredum — donavimus — conventui et claustro Orlam. iam instaurato ordinis sanctimon. in Uchtrichs-
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husen viginti agros vinearum nostrarum versus Heldingen (Heilingen) sitarum, decimas totius allodii nostri in Orlam., piscariam in Crozene (Niederkrossen an der Saale) cum lacubus adiacentibus, oinnia ligna, que emimus a dorn. Ilermanno mil. de Hetstete sita apud Rinstete (Reinstedt) usque Gunitz (Geunitz), in molendino Orlatnunde unum maldrum frumenfi Konumbrazii (?) — . ne hec donatio — valeat in posterum irritari, presentem paginam — conscribi fecimus et sig. — roborari. Test. — dorn. Gotschalchus pleban. in Orlam. Theod. Vlanz. Albertus de Kicbenberg. Frid. de Sinderstete. Ileinr. de Bu- kedrou. Herrn, et Otto tVatres de Valva^^) niilites. — Dat. Orlam. a, d. MCCLXXIX XII Käl. Aug.
N. 83. 1279. Ichtershausen 21. Jul. Revers wegen einer Kloslerstiftung /u Orlamünde. Gedruckt bei Gmlen. cod. diplom. 1, S. 772. Nach Krenssigs Msc. ist die Confirmation des Erzbisehof Werner bei iSera- rius, res Mogunt 11, S. 620 zu finden.
Propst Johannes und Aebtissin Gertrud bezeugen für das Kloster Uthersbusen, dass Erzbisehof Werner von Mainz die Schenkung der Pfarrei zu Orlamünde durch Graf Hermann von Orlamünde Behufs der Stiftung eines Cisterzienserklosters gegeben habe und machen sich im Namen des zu stiftenden Klosters verbindlich, dass dasselbe um keine Exemtion nachsuchen, sondern stets sub obediencia ecclesie Maguntine bleiben werde und dass es als signum subiectionis jährlich y, Mark Silbers, einen goldnen Denar von demselben Werth und 2 Pfund Wachs ad lumina memorate ecclesie geben solle. (Besieg.) Zeugen: dorn. Eckehardus decan. eccl. S. Marie in Erfurt, dom. Gunth. prepos. novi operis ibid. dom. Nicol. custos eccl. Bybera- cens. dom. Gotschalc. pleban. in Orlamünde. dom. Gerhard, ple- ban. in Studernheim. Dat. Uthirshusen a. d. MCCLXXIX XII. Kai. Aug.
**) Diese Orlamündiscben Vasallen kommen oft in den Klosterurknnden Yon Ober -"Weimar vor, s. Zcitscb. d. Vereins f. thür. Gesch. V. S. 242 ff. Theod. und Heinr. Vlans de Orla waren Brüder 1311 und führten im Schild einen Adler mit Wolfskopf. AlO. r. Eichenberg oder Eichelberg hatte einen Eicbenbaom im Wappen, die Herren r. Sinderstete (Ober- und Niedersyn- derstedt bei Maj^dala) führten 2 Röschen in schräggetbeiltem Schild, mit in- teressaDten Varietäten.
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N. 84. 1289. R. Gotha Cop. Reg. A. 91. s. N. 2f>5. 1419.
N. 8ö. 1289. 20. Jul. Wiederkanfsrevers. Gotha Orig. N. 25. mit kleinem ovalen Siegel des Klosters oben Lamm mit Palma, nnten eine kniend betende Figur.
No8 Gunthenis prepos. Jutha priorissa totusque conventus eccl. moDtis 8. Walpurgis — potestamur, quod molendinum situm in Rudolfsleybyn emptuoi — ab ecclesia in Uchtrichshusin pro XII to- lenlis denarioruin iufra IV anuos — eidem eccleaie si voluerit pro eisdem denariis reemere licebit. — Dat. a. d. MCCLXXXIX in vie- gilia Jacob. Apost.
N. 86. 1289. Cranichfeld 26. Oct. Confirmation eines Land Verkaufs. Orig. in Weimar ohne Siegel. Copie in Gotha N. 19.
— Nos AJbertuö d. g. com. de Glychen recognoscimus et pro- testamur, Ottonem et Heuricuin iratrem suum pro se et Hermanne fratre suo manente in cenobio Heyteresberc tribus mansis sitis in terminis Viselbeche, quos quondam AL Vicedominus civis Erford. beate record. cum filiabus suis contulit ecclesie in Uchtrichishuaen, rite — renunciasse, nee non ius cum actione tota — penitus dicte ecclesie resignaverunt, praesentibus videlicet Alberto de Eicheleiben. Frid. de Wizzeleyben. Siboldo de Urpeche (ürbicb bei Erfurt) et Eylero de Rochusen castellanis in Cranichvelt militibus, quod tarnen ipsa ecclesia et prepos. — viceversa eisdem fratribus dictis Wy albi argenti XV (oder VI) marcas persolverunt. — Testes sunt viri superius memorati et quam plures alii residentes in opido prenotato. Act. in eodem opido. a. d. MCCXXXIX VII id. Oct,
N. 87. 1290. R. Goth. Cop. Rep. B. 53.
„Günther von Meldingen verkaufft denen von Varila zu Erffurt 8 Hufen davon jherlich 4 Mark Silbers gefallen, also dass sie und ihre Erben dieselben von ihm sollen jeder Zeit zu Lehn empfahn.''
N. 88. 2190. R. Das. B. 54.
„Das Kloster Ichtersbausen verkaufft dem Kloster Georgenthal 14 Hoffe und Scheunen, auch ein humuletum zu Eischleben gelegen.^^
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N. 89. 1291. 26. April. Kaufbrief. Original mit 2 sehr beschädigten Sie- geln, Cupie von Herrn Hofrath Hesse.
No8 Henricus prepos. Bertradis abbatissa totusque conventus aanctimoDialium in Uchtirshusen recognoscimus — , quod mansuni unum situm in Elixleibin ad nos titulo proprietatis spectantem, quem a nobis Theod. dictus Kneicbt tenuit et libere resignavit, cum omni iure — venViidimus sanctimonialibus in Ilmene pro IX marcis com- munis argenti perpetuo possidendum — et nos — obligamus, quod
- - volumus warandare — . — presentem literara — super ea de- dimus et sigillis nostris eam fecimus fideliter rbborari. lluius rei festes sunt — dorn. Gunth. prepos. montis S. Walpurgis. dorn. Cun- radus plebanus in Arnstete. dorn. Gerlacus plebanus in Gugeleybin. dorn. Gunth. de Mollesdorf et milites strenui Frid. de Wj. Frid. de Angilrode^') et Henr. de Gunimerstete. Bertoldus de Holbach et plures alii — MCCXCI. VI. Kai. Maj.
N. 90 1291. 18. Febr. Kaufbrief. Copie durch Herrn Hofrath Hesse.
Datum per copiam sub sigillo officialitatis prepositure eccl. S. Marie Erford. — Ego Helwicus (falsch statt Ileinric.) prepos.
— in Uchtirshusen — Gertrudis (falsch statt Bertradis) abbatissa totusque conventus — recognoscimus — , quod tres mansos sitos in Yiselbeche et omnia alia in eadem villa et campis sita ad mansos pertinentia praelibatos, ob necessitalem nostre ecclesie urgentem Mechthildi matri plebani S. Barthol. in Erfordia, Theodoro de Thu- lelstete, Gunthero de Smyre, Thilo Doynhardi parochis ecclesie roemorate vendidimus — cum omni iure — pro XXX marcis et diroidia usualis argenti nobis plenarie solutis — in perpetuo possi- dendos. (Nun folgt das Versprechen der Gewährleistung und die Besiegelung). Testes — fratres nostri conversi frater Thilo de Ermelstete. frater Conrad us advocatus. frater Conradus Sweuus frater miles de Wye. Eckebertus de Varila. Berlholdus de Thutel- stete. Dat. — MCCXCI. dom. circumded.
**') Diese Familie ist ein Nebenzweig der Herren v. Wit/leben , wie Gleichheit der Vornamen, der Wappen und die Nähe der Güter beweisen. S. Urk. 100.
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N. 91. 1291. Notiz über die Fraternität mit dem S. Peterskloster in Erfurt. Copie durch Herrn Hofratli Hesse^ vgl. Galli Sta4<sen miscella coUectio docum. etc. monasterii S. Petri Erford. S. 736 f.
Ex dictis autem centenis monasteriis, quae ad petitiouem r. p. Audreae abb. quoscunque benefactores et sublevatores monasterii uostri ad confraternitateni et participationem susceperunt. Haec sequuntur:
Primum invenitur inter illos beiievolos — r. d. Otto in Sal- veldt. ßckehardus in Hasungen. Laurentius S. Jacobi Seotorum Erford. v. d. Bertradis in Icbtersbusen et Luckardis abbatissa iu Kaufungen — Acta 1291.
De perticipatione bonorum. Item plenariam confraternitatem contulerant qui ad solutioncm debitorum vei ad alia pia opera ma- nus porrexerunt prepos. S. August, et Conradus S. Mar. Magdal. albarum dominarum in Eribrdia. Joannes in Markosuzer. Eckhardus in TuUstete prepos. v. domina Margaret ha in Langeudorff. Lucilt novi operis in Northausen. abbatissa. Bertha in Buditz. Margar. in Witzenvels. Mecbtildis in Katelenberg pritirissa; nee non conventus sanctimonialium — in Wichbernesbausen et in Hockelheim 1291. Item r. r. p. p. ac d. d. abb.. Conradus Pegav. Frid. Buzav. Con- radus in Bechling. Hermannus in Gotzicli. Christianus S. Georgii in Nubenbork. Ileinricus in Reinsdorff. Christianus in Oldisleibin. Joannes in Ilfeld. Joannes in (4erode. Thimo in Nomborck abba- tes et ven. Joannes in Lipz. et Conradus S. Mauritii in Neueuborck prepositi 1291. Dat. ut supra.
N. 92. 1291. R. Das. B. 55.
„Ein BrieflF der Richter zu Erffurt über 1 '/j Huflfen und 3 Hoffe- statten zu Smelvelt (?), so dem Gotshauss 12 Jahre vorenthalteD worden."
N. 93. 1291. R. Das. B. 56.
„Ein anderer Brieff, darin dem Closter iy2liuffen und 3 Scheu- nen zu Smalvelt (?) zucrkanut.^^
N. 94. 1292. R. Das. B. 57.
„ Eignungsbrieff der von Schlotheim über 1 Huffe zu Ichters- hausen gelegen, dem Closter gegeben.-'
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N. 95. 1293. 7. Juii. Eignung eines Gartens. Gotha, Cop. N. 20. Im Auszug bei Ayrmann sylloge S. 201 f.
Gunth. comes senior de Kevernberc. Noverint aniversi, quod nos universorum rusticorum de Uchtrishusen consensu accedente transtulimus liberaliter — in ecclesiani sanctirnon. eiusdem villae «rtum (Garten), qiii dicitur vulgariter Erle, curiam cum salicibus iuxta viam, partem agri iuxta callem Turouge (Thörey) et partem agri iuxta cornmunitatem scriptoris bono titulo proprietatis perpetuo posüidenda, hac tarnen — conditione, quod ipsa erclesia dabit singulis annis de orto, (jui dicitur Erle XV denarios Arnestat. vel Erford. munetsie. Testes Lutolfus de Arnstete. Bertold de Mollis- dorff iun. tnilites nostri. Ilenr. de Arnstete. Alb. scriptor. Conradus tle Sibeleyben senior. Henr. de Maüsleyben nostri cives et alii — (besiegelt). Dat. anno d. MCCXCIll. Vll id. Jun.
N. 96 1294. R. Das. R. 58.
.Jleinricb von F^isenacb und seine Kinder und Erben werden der Leibeigenscbaft gefreit, Minen aucb I Pfund jherlicber Zins er- lassen."
N. 07. 1294. R. Das. B. f)ü.
..Graf Cunrads von Wiltpergk Vorzieht und Confirmation über aller Giitter Rechte und (ierechtigkeit , so seine Vorfaliren dem Closter Icbtershausen donirt und gegeben.'-
N. 98. 1295. R. Das. B. 60.
„AVechselbrieft* über '/^ Viertelliufe zu Thoraye, so Albr. Voit ileni Closter vor '/, Muffe zu lloltzhausen gegeben, item über \\ Acker zu Rudolffsleben, welclie er dem Closter vor einen Backofen erblich gegeben."
N. 99. 1295. 19. Jul. Unlieilsspnioli. Gotha Cop. 21. Abgedruckt Kir- chen- u. Schulenstaat III, 7, S. o5.
In nom. dorn. amen. Nos Her. officialis prepositure ecclesie S. Marie Erfurt, cognitor cause, que vertebatur inter dorn, prepositum sanctirnon. in Uchtrisbusen actorem ex una et Gerdrudin mulierem
Thuringia 8?icra I. 7
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de Bozeleiben — ex parte altera, super quodam (manso ist wohl ausgefallen) silo in Kircheim et unc» salicto. quem mansuni et salie- tuni idera prepositus asseruit perlinere ad ecclesiain in Uchterichis- husen titulo proprietatis et pleno iure devolvi post mortem dictae Gerdrudis et Adleidis filiae suae ad eandem ecclesiam, — de qu<» manso singulis annis solvere debuit I mezzam frumenti Arnstat. mensure et duos pullos de salicta, quem mansum et salictum iniu- riose et contra iustitiam abalienavit ab ecclesia et tränst ulit in dorn. Ottonem niilitem de Eisleibon perpetuo possidendum. Lite vero — cuntestata, — testibus — oxaminatis, — invenimus, — dictum man- sum et salictum ad ecclesiam in Uchtrishusen pertinere .titulo pro- prietatis et de manso ipso solvere debere singulis annis unam mezzaiu frumenti et de salicto duos pullos predicte ecclesie ad tempus ipsius Gerdrudis et Adleidis filie sue et post mortem earundem pleno iure devolvi ad ecclesiam — et alienassc — in ipsius ecclesie preiudicium et gravamen. Quare diffinite pronuntiamus sententialiter, — ipsuin mansum et salictum pertinere titulo proprietatis ad — ecclesiam — cum pensione supradicta et post mortem — Gerdrudis et Adleidis filie sue delolvi debere ad ipsam ecclesiam, — condempnantes ipsam Gerdrudin in XVI mezzas frumenti et in XXXII pullis, quem censum infra VI annos non persolvit — et in expensis in lite factis, quarum taxationem nobis in posteruin reservamus. Lata est her senteiitia a. d. MCCXCV. XIIII Kai. Aug. praesentibus magistro ülrico de Ihene. llerm. de Wiirbach. Gunthero notario nostro et aliis — ,
N. 100. 1296. 20. August. Eignungsbrief. Gotha, Cop. N. 22.
Gunth. d. g. comes senior in Schwartzburc salutem — Omni- bus. — Nos igitur praesentibus literis publice protestamur, Hertol- dum de Llolbach in Klkesleyben residentem unum mansum situm in campo iuxta villam Aphelstete. quem a nobis in feodo tenuit, — domino llenrico preposito totiijue conventui in Uchterishusen sim- pliciter vendidisse — . Nos niemoratum mansum domino Henr, pre- posito et suo conventui — iure proprietatis contulimus. — Testes sunt dom. Gerlacus pleban. de Gugoleyben. magister Wilfridus. Frid. de Witteleyben (Witzleben). Frid. de Angelrode mililes. Conradus dictus Stange de Dornveit. Theod. senior de Elkesleybin. Acta sunt - - a. d. MCCXCVI. dat. XIII Kai. Sept.
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N. 101. 1297. Jechabnrg 8. Jiin. Vergleich über Guter in Ichtershausen. Gotha, Orig. N. 26 ii. Cop. N. 23. Das Jechabnrg. kleine ovale Siegl sehr verletzt.
— No8 Frideric. decan. et Frid. de Rosla canon. et iudices ecclesie Jeichberg. recognoscimus, — quod discensionis materia, que inter dorn. Henricum prepos. sanctim. in Uchtrichshusen — super una curia et duobus mansis sitis ibidem ex parte una, et Theoderi- cum et Juttam uxorem eius de A nistete cives Mulhusenses — ex parte altera per compüsicionem amicabilem sopita exstitit nobis pre- sentibus in hunc modum, iiain ideni Theod. una cum uxore sua — curiara et unum mansum — ecclesie in Uchtricbshusen libere — tradidit et donavit in remedium anime sue, — reliquum vero man- sum Theod. et uxor eius — donandi vendendi Icgandi — habebunt liberam voluntatem facnltatem (jedoch mit Abtragung des jährlichen Zinses an das Kloster). Test. dorn. Sifridus de Tunzenhusen^'). dorn. Bfrtold de Kullistete. doni. Conradus de Foresto. Giselherus pleban. in Hilleiben, lleinr. de Mila et Theod. de Bozilleibin milites. — Dat. in Jeichbergc a. d. MCCXCVII. in vigilia s. trinitatis.
N. 102. 1297. 1. August. Kaulbrief. Deutsehe Uebcrsetzung im Rathsar- chiv zu Erfurt, Copie durch Herrn Hofrath Hesse.
Wyr Henrich und He« mann und Günther Gebruder genant von Meldingen begeren zu wissen alle, — dass wyr — verkoufft haben — dem Probist und dem Convent — zu Ichtershausen dass eylffte Theyl des Holtis genant der Eychinberg (mit Gewährschaftsver- sprechen). — Getzuge Albrecht von (Tundcrsleuben, Rudiger und Henrich Gebruder genant von Notteleybenn und Herr Hugold zu Myleborg und Herr Härtung syn Capelan. Thooderich und Theode- rich Schuler syne Moyge und vil andei', — med mynem Ingesigel vorsegelt, dass myne Bruder auch — gebruchen. — MCCXCVII. in die S. Pctri ad vincula.
*') In Tumenhauscn nördlirh von Erfurt wohnte ein gleiclinamiges längst ausgestorbenes Geschlecht, dess(M» Wappen ein Hallimond in horizontaler Lage nnd darüber zwei Storno enthält.
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N. 103. 1297. 2. Octob. Kaufbrief. Ebendaher.
Wyr Henrich und Hermann Ritter und Guntberus Gebrüder genand von Meldingen bekennen, — dass wyr — vorkeuffeu — den — Probist Eptischin und der gantzen Sammenunge — zu Ichtershausen dass eylffte Teyl dess Waldes adder Holtzis genand der Eichinberg — bye Tungtorff zu besitzenn erweclicbenn — unib 10 Pfund Erffortischer Pfennyge — (mit Versprechen der Gewähr- leistung und Verzicht auf alle etwaige Rechte). — Getzuge Albrecht von Gundersleiben, Rudiger und Henrich (iebruder von Notteleuben^ Hartungus Syboto und Henrich (iebruder genannt von Stalberg und viel ander. — Dess alles zu Getzugknigsse — haben wyr unser In- gesiegel gehangen an dessen — Brieff, dess wyr hy rinnen alle drye vortmer gebruche woln. — MCCXCVII. in crastino b. Remigii.
N. 104. 1297. Kevernburg 6. Nov. Kcvernburg'scher Kaufbrief über die Gerichte zu Egstadt und Koda. Magdeburg, Original N. 4 mit schönem Siegel.
Nos Guntberus d. g. comes de Kevirnberc iunior — profite- niur, quod doraino Henricu preposito — in Uchtericheshusen et ipsi ecclesie cum consensu fratris nostri, quem consensum ipsi ecclesie ordinäre proniittimus, quam primum ad partes redierit (im Original ist falsch geschrieben redigerit), data fide omne ius nostrum, tarn iu- diciuni sanguinis (|Uod vulgariter Halzgerichte vocatur, quam eciam aliud Universum, quod nobis hucusque competebat — ex quaeunque iurisdictione vel causa ex consuetudine vel ex iure in villa et in campis Eginstethe et Rodeln pro XXXXIIII talentis denariorum — vendidimus pleno iure perpetuo possidendum, ita quod de cetero nuUus nostrorum iudicium ibidem, sicut fieri consuevit, villam, iuris- dictionem seu aliquid iuris sibi usurpando exercebit, nee nos exer- cebimus uUo modo, — promittentes ipsum prepositum ac eius eccle- siam — plenarie warandare ac ipsos ab omni inpeticione cuiuslibet eximere sine dampno. Testes sunt dom. Elgerus. dom. Alb. de Rochusen milites. Theod. et Lutolfus fratres de Winrisleibin. Herrn. et Ludew. fratres de Mil virstete '-}. Th. scriptor de Noteleibin et
**) Mülrcrstedty ein Dorf bei Langensalza zwischen den ehemaligen Hittersitzen Fiarchheiui und Weberstädt, gab seinen Namen einer alten
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quam plures. — Dat. Kevernberc a. d. MCCLXXXXVII. prox. IV feria ante festum beati Martini. — litteram duximus sigillo nostro — roborandura.
Familie, als deren ältestes Glied wir Gerhard v. M. kennen, welcher 1110 Grnf Ludwig dem Salier /.engt, tSchiäteSj dir. dipl. I, S. 227. Nach hundert Jahren sehen wir in Franenseer Klosterurkunden einen Zweig im Besitz voD Crozbrachtrodc (üospenroda) zwischen Vacha und Gerstungen, nemli«:h Eckardt nnd Frau Brrchta, mit dessen Bruder Hrlf'ri/'d und den Söhnen Friedrich und Eckardt^ 1246. Die Hauptlinie in Mülverstedt wird 1251 repräsentirt durch lAidwig und dessen gleichnamigen Sohn, welcher 1269 in einer Urkunde des Nikolaiklosters zu Eisenach als Zeuge und Besiegter erscheint. Derselbe überträgt 1277 dem Kloster Reinhardabrunnen die Kirche 211 Tunchnsen (?) mit allen Gütern, weil sein Sohn Kuncmund Mönch in dem gen. Kloster geworden war. Ludwigs Söhne oder Enkel sclieincn die Heimath verlassen zu haben, weil wir Mülverstedt 1333 in den Händen der Herren v. Erffa finden. Sie erhielten Kevernburgische und Schwarzburgische Lehen, theils bei Arnstadt (Espeufeld, Dossdorf, Tannheim, Ettischlcben), theils in der s. g. unteren Grafschalt (Wcstgreussen, Klingen, Thal heim 'Wüstung bei Wasserthalleben), auch in Osthofen und Schmalfeld, deren Lage ich nicht bestimmen kann. Zu diesem Zweig welcher löö2 ausstarb, gehörten die in ürk. 102. 103. 114. 116 u. s, w. vorkommenden Brüder, sowie die Küsterin von Ichterskausen Elisabeth v. M. Andre Glieder haben sich nach dem Ordenslande in Preussen gewendet, um im heidnischen Land christliches und germanisches Leben anzupflanzen. Dort wurde Jahn (Jo- hann) V. M. 1317 — 25 Hauscomthur in Christburg. Eine eigentliche An- siedlung der Familie erfolgte vermuthlich erst zur Zeit des grossen Kriegs 1454 — 60), wo viele sächsische Edle dahin zogen und Landgüter statt Sold erhielten. Georg v. M. war 1501 im Amt Insterburg begütert, dessen Nach- kommen reiche Besitzungen erwarben und sich mit den angesehensten Fa- milien des Landes verschwägerten. Drei Brüder sind die einzigen jetzt noch extstirendeii Herrn v. M., von denen einer an der Spitze dieser Schrift steht. In dessen ausserordentlich reicher genealogischer und heraldischer Samm- lung befinden sich vollständige Notizen über das Geschlecht v. M., deren Veröffentlichung sehr zu wünschen ist. Nach dem Wappen Jjudtoips 1269 (in Weimar) gehörte diese Familie zu der Gruppe der Herren v. Ballstedt, Ballenhausen, Döllstedt, die 2 Widderhörner führten, s. S. 77 f. Jetzt zeigt das Schild den obern Theil eines Hirsches mit Geweihen. Herr v. M. vermuthet sehr glaubhaft, dass die Unkiinde der Siegcischneider in Preussen die Um- formung des alten Wappens verursachte. Aus den an dem unteren Ende der Widderhörner befindlichen langen Zacken und Zierrathen machten sie einen Kopf ^Hirschkopf) und so war der halbe Hirsch bald fertig.
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N. 105. 1297. Kevernburg 10. Dec. Keveriiburg^scber Kaufbrief, wie oben. Magdeburg, Orig. N. ö u. Duplikat N. 6., mit