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FAUNA UND FLORA

DES GOLFES VON NEAPEL

UND DER

ANGRENZENDEN MEERES-ABSCHNITTE

HERAUSGEGEBEN

VON DER

ZOOLOGISCHEN STATION ZU NEAPEL.

XIX. MONOGRAPHIE: PELAGISCHE COPEPODEN

(SYSTEMATIK UND FAÜNI8T1K) VON

Dr. Wilhelm Giesbrecht.

MIT 54 TAFELN IN LITHOGRAPHIE.

BERLIN

VERLAG VON R. FRIEDLÄNDER & SOHN 1892.

Subscriptionspreis jährlich 50 Mark.

SYSTEMATIK UND FAUNISTIK

DER

PELAGISCHEN COPEPODEN

DES

GOLFES VON NEAPEL

* UND DER

ANGRENZENDEN MEERES-ABSCHNITTE

VON

WILHELM GIESBRECHT.

MIT 54 TAFELN IN LITHOGRAPHIE.

HERAUSGEGEBEN

VON DKR

ZOOLOGISCHEN STATION ZU NEAPEL.

BERLIN

VERLAG VON R. FRIEDLÄNDER & SOHN 1892.

Ladenpreis 150 Mark.

X^ II

Druck von Breitkopf & HSrtel in Leipzig.

VORWORT.

Es ist nur ein Theil der Freilebenden Copepoden, womit sich die vorliegende Arbeit beschäftigt, vmd sie behandelt zudem nur die Systematik und Faunistik dieses Theiles ; dem beschränkten Gegenstand gegenüber mag die darauf verwendete Zeit, etwa ein Jahrzehnt, lang erscheinen, und ich kann nicht leugnen, dass sie mir selbst auch oft genug so vorgekommen ist. Die Ursache davon möchte einestheils darin liegen, dass das Klima von Neapel intensiver Arbeit eben nicht förderHch ist, dann auch darin, dass die beigegebenen etwa 2300 Figuren sich ohne einigen Auf- wand von Zeit in der That nicht mit der erforderlichen Genauigkeit herstellen liessen, besonders aber darin, dass ich, als die Bearbeitung der hiesigen Arten sich dem Ab- schluss näherte, in den Besitz der auf der Reise des »Vettor Pisani« 1882 1885 gesammelten Copepoden kam, durch welche das zu behandelnde Material nahezu verdoppelt wurde. Diese reiche Sammlung bot mir nun nicht blos die Möglichkeit zu einer besseren Beurtheilung älterer Arbeiten, namentlich derjenigen beiden, zu welcher die Nordamerikanische Expedition und die des »Challenger« das Material ge- liefert hatten, und half mir nicht nur manche synonymische Frage lösen, sondern sie verschaffte mir auch die Bekanntschaft mit nicht wenigen Genera und Species, die ich bei Neapel nicht gefunden hatte, erweiterte die Grundlage für die Auffassung der systematischen Stelking der einzelnen Gruppen und Ai'ten und vermehrte in be- trächthchem Grade die Daten über die geographische Verbreitung unserer Thiere. So wäre die Bearbeitung der Systematik und Faunistik der pelagischen Copepoden ohne dieses Material sehr lückenhaft geblieben, und so sah ich mich veranlasst, es in die Arbeit aufzunehmen, obAVohl der ersehnte Abschluss derselben dadurch auf Jahre hinausgeschoben Avurde, und obwohl es keineswegs aus den »angrenzenden Meercsabschnitten« stammte, die auf dem Titel der »Fauna und Flora« zur Ergän- zung der aus dem Golfe von Neapel selber stammenden Arten noch zugelassen sind;

Yj Vorwort.

indess möchte sieh im Laufe der Zeit doch noch von mancher Art aus dem warmen Gebiet des Atlantischen und Pacifischen Occans, die bislier im Golfe niclit aufge- funden Averden konnte, herausstellen, dass sie dem westliehen Mittelmeer angehört.

Die Begrenzung des Themas dieser Arbeit bedarf vielleicht noch nach einer anderen Richtung einer Erklärung. Die bisherigen Monographien haben systematisch abgeschlossene Gruppen zum Gegenstande gehabt. Das sind die marinen pelagischcn C'opepoden nun nicht, denn wenn ihre Hauptmasse auch durch die Gymnoplea- Arten gebildet wird, so giebt es erstlich solche auch in brackischem und süssem Wasser, und zweitens finden sich unter den pelagischen Copepoden des Meeres auch Arten anderer Gruppen. Ja man dürfte sogar einem Theile der hier behandelten Ai'ten das Prädicat pelagisch streitig machen, so etwa dem Möhianus (jyrans, der bisher nur in den Aquarien der Station aulzufinden Avar, und besonders den Arten der Corycäiden und Oncäiden, denen man eine halb-parasitische Lebensweise Avird zuerkennen müssen, obAvohl dieselbe bisher nur bei Sapphirina Avirklich beobachtet ist. Aber Avenn die hier behandelten Arten auch nicht systematisch abgeschlossen sind, so bilden sie doch eine biologische Einheit, und es möchte einem praktischen Bedürfniss entsprechen, diejenigen Species, die man bei einer bestimmten Art der Fischerei langt und im Auftriebe beisammen vorfindet, auch in derselben Arbeit zusammen behandelt zu sehen.

Ausser dem Material, Avelches die tägliche Auftriebfischerei der Station darbot und dem erAv ahnten des »Vettor Pisani«, Avelches dem vom Italienischen Marine- Ministerium bethätigten Interesse für faunistischc Forschungen und der unermüd- lichen Energie von G. Chierchia zu verdanken ist, konnte ich nun noch einige Fänge verwerthen, AA^elehe ein anderer italienischer Marineoffizier, F. Orsini, von Assab schickte, und andere, die Professor W. Kükenthal von seiner ersten Fahrt nach Spitz- bergen mitbrachte; ferner Avaren Geheimrath K. Möbius und Canon A. M. Norman so gütig, mich mit Material aus der Ost- und Nordsee und dem Meere bei Schott- land zu versehen. Die genannten Herren, soAvie Herr E. Canü und Herr S. A. Poppe, deren Briefe mir über manche Fragen Auskunft geAvährten, mögen sich meines auf- richtigen Dankes für die mir gewährte Unterstützung für versichert halten.

Eines Nachweises ihrer Existenzberechtigung Avird die vorliegende Arbeit kaum bedürfen; Aver immer sich mit der Systematik der Freilebenden Copepoden be- schäftigt hat, ja auch nur versucht hat, die Arten, Avelche sich ihm beim Aufenthalt am Meere darboten, besser gesagt aufdrängten, zii bestinnnen, dürfte gefimden haben,

Vorwort. ^11

dass die beiden letzten umfassenden Arbeiten, Claus' bekannte Monographie von 1863 vmd Brady's Bericht über die Challenger-Copepoden von 1883, ihn oft genug im Stiche Hessen: jene besonders darum, weil sie, wenngleich ein Werk von grund- legender Bedeutung für die morphologische Auffassung der Copepoden, eine im Vergleich zu unserer heutigen Artkenntniss nur geringe Zahl von pelagischen Species behandelt; diese, weil sie, wiewohl auf ein weit reicheres Material gegründet, selbst bescheidene Ansprüche auch nur in rein systematischer Hinsicht nicht be- friedigt. Dass Claus' Monographie auch nach der anatomischen und ontogenetischen, besonders embiyologischen Seite der Ergänzung bedürftig war, beweisen die seither erschienenen Arbeiten von Canu, Claus (1881«, 1891^'), Ficker, Fritsch, Grobben, Gruber, Haecker, Hoek, Möbiüs, Richard u. a. m. Es erschien daher eine mono- graphische Neubearbeitung der Freilebenden Copepoden wünschenswerth , wobei freilich die Menge des Stoffes zu einer Beschränkung auf einen Theil von ihnen zAvang; und dass die Wahl auf die pelagischen Arten fiel, kann man insofern glücklich finden, als sich seit Hensen's Plankton-Stvidien und der Expedition des »National« an diese Thiere, die von allen vielleicht am beständigsten in pelagischen Fängen vertreten sind, ein erhöhtes Interesse knüpft. Aufgabe dieser Neubearbeitung war es, unseren Kenntnissen über die Gruppe eine breitere Basis zu geben und sie zusammenfassend darzustellen, sowohl nach der systematisch-faunistischen Seite hin das ist in der vorliegenden Arbeit versucht worden als nach der morpho- logischen und biologischen das habe ich für die zweite Abtheilung dieser Mono- graphie in xVussicht genommen.

Neapel, im September 1892.

W. Giesbrecht.

INHALTSVERZEICHNIS.

Seite

Vorwort . V

A. Systematik l

a) Entwickelung und Begründung des Systems t Unterordnungen 2

Tribus 5

Familien der Amphaskandria 9

Subfamilien der Calanidae 11

Genera der Eucalanina 20

Genera der Paracalanina und der

Clausocalanina 21

Genera der Aetidüna 22

Genera der Scolecithrichina . . 23

Familien der Heterarthrandria ... 23

Subfamilien der Centropagidae ... 25 Genera der Temorina, Leuokartiina,

Heterochätina 29

Subfamilien der Pontellidae .... 30

Genera der Pontellina 30

Genera der Parapontellina .... 32

Familien der Isokerandria 33

Familien und Genera der Ampharthran-

dria 35

Familien Cyclopidae, Harpacticidae . 36

Familie Monstrillidae ....... 37

Familie Mormonillidae . . . .38

b) Diagnosen 39

Ordo Copepoda 40

Subordo I Gymnoplea, Tribus I Ampbas-

kandria, Familie Calanidae 41

Subfamilie Calanina 44

Calaims 45

Subfamilie Eucalanina 45

Eucalanus 46

Rhincalanus, Mecynocera 47

Subfamilie Paracalanina, faracalamis,Acro-

calanus 48

Calocalantis 49

Subfamilie Clausocalanina .... . 49

Clausocalanus , Ctenucalantis 50

Psetidocalanus, Drepanoput, Möbianus . 51

SpinocalmiU'' 52

Seite

Subfamilie Aetidüna 52

Aetiditis, Ga'etanus 53

Chiridius, Undeuchüta. Euchirella ... 54

SubfamUie Euchätina, Euchlita ... 55

Subfamilie Scolecithrichina 55

Scolecithrix 56

Xanthocalanus . l'hamna 57

Tribus II Heterarthrandia, Familie Centro- pagidae 58

Subfamilie Centropagiaa, Centropages . . 59

Subfamilie Temorina, Isias, Temora . . (iO

Metiidia, Plruromma 61

Subfamilie l.euckartiina. Leiickartia . . 62

Isoc/iätj, Disseta 63

Subfamilie Heterochätina 63

Heteroch'.ita . . 64

Hemicalanus, Augaptilus 65

Arietellus, P/iyllopus 66

Familie Candacidae, Candace 67

Familie l'ontellidae, Subfamilie Pontellina . 68

CaJanopia . . . . 69

Lahidocera ... 70

Fontella 71

Anomalocera, ilunops 72

Pontellina 73

Subfamilie Parapontellina 73

Parapontella 74

Acartia .... . . 75

Coiynura 76

Subordo II Podoplea , Tribus 1 Amphar- thrandria , Familie Mormonillidae , Mor-

monilla, Familie Cyclopidae) üithona. . 77

(Familie Harpacticidae) Microsetella, Euterpe 78

Setclla, Miracia, Clytenmestra 79

Aegisthus 80

Familie Monstrillidae, Thaumaleus , MonstriUa 80 Tribus II Isokerandria, Familie üncäidae,

Oncäa 81

Conäa, lAibbockia, Pachysoma . . 82

liatania 83

Familie Corycäidae . . 83

Inhaltsverreichnis.

IX

Seite

Sapphirina, Corina, Copilia 84

Corycäus 85

e) Beschreibung der Species ; Synonymie nnd

Fundorte 86

Calanus 88

Eucalanus 131

Rhincalanus 152

Mecynocera 160

Paracalanus 164

Acrocalaiius 171

Calocalanus 175

Clausocalanus 185

Ctenocalanus 194

Pseudocalanus 196

Drepanopus 201

Möbianus 205

Spinocalanus . 209

Actidius 213

Gaetanus 219

Chiridius 224

Undeuchäta 227

F.ucMrella 232

Euchäta 245

Scolecithrix 265

Xantftocalamis 286

Pha'cmia 293

Anhang. Amphaskandria- Species von

zweifelhaftem Genus 298

Centropages 303

Isias 323

Temora. . . 328

Metridia 339

Pleuromma 347

Leuchartia 358

Isochäta 367

Dtsseta 369

Heterochäta ' 372

Hemicalanus 384

Augaptilus 400

Arietellus 415

Phyllopus 419

Candace 423

Calanopia 441

Ldbidocera 444

Ponteila 461

Anomaloeera 479

Monops 486

Pontellina 497

Parapontella 501

Acartia 506

B

Seite

Corynura 525

Anhang. Heterarthrandria-Species von

zweifelhaftem Genus 531

Mormonilla 532

Oithona 537

Microsetella 549

Euterpe 555

Setella 559

Miracia 563

Clytemnestra 565

Aegisthus 573

Thaumaleus 578

Mmistrilla 585

Oncäa 590

C'onäa 605

Luhbockia 606

Pachysoma 613

Ralania 616

Sapphirina 618

Corina 645

Copilia 647

Corycäus 659

d) Tabelle der Synonyma 676

e) Bestimmungatabeilen 706

1. Tabelle für die Genera 708

2. Tabelle für die Species 720

. Fanuistik 767

Daten über horizontale Verbreitung pelagischer

Copepoden 767

Gebiete der pelagischen Copepodenfauna . . 768

Mögliche Ursachen der Entstehung pelagischer Faunengebiete , Vehikel und Schranken der

Verbreitung 782

Daten über verticale Verbreitung pelagischer

Copepoden 786

Unzulänglichkeit der physicalischen Factoren als Verbreitungsschranken für pelagische

Copepoden 791

Weitere Daten über horizontale Verbreitung

holopelagischer Thiere 793

Ueber die untere Grenze einer pelagischen

Tiefenfauna 797

Ansichten über die Ursachen der Verbreitung

pelagischer Thiere 802

Notiz über verticale Wanderungen 806

Resultate 808

Literaturliste 810

Index 828

Berichtigungen 830

A. SYSTEMATIK.

a) Entwicklung und Begründung des Systems.

Die Einschränkung eines schon von Latreille angewandten Eintheilungs-Merkmals auf einen immer enger werdenden Formenkreis scheint mir das Leitmotiv in der historischen Ent- wicklung der Copepoden-Systematik zu sein. Dies Merkmal ist der Bau der Mundtheile und die Art und Weise, wie sie bei der Nahrungsaufnahme fungiren; je weniger man dasselbe als grund- legendes Eintheilungs-Princip benutzte, je kleiner die ihm unterworfene Crustaceen-Abtheilung wurde, desto näher rückten im System die anfänglich weit getrennten und durch ihre Abstam- mung doch so nahe verwandten freilebenden und parasitischen Glieder unserer Ordnung zusammen. So theilte Milne Edwards (1840) auf Grund des genannten Merkmals die gesammten Crustaceen in die Subclassen der Maxilies und Suceurs, denen sich als dritte diejenige der Xiphosuren anschloss, und so stehen bei ihm die freilebenden und die parasitischen Copepoden in ver- schiedenen Subclassen; gleichwohl entging ihm nicht, dass diese Letzteren »se lient d'une maniere intime au groupe des Entomostraces et surtout ä l'ordre des Copepodes«, und er setzt hinzu: »peutetre serait-il plus naturel de ne pas les en separer d'une maniere aussi tranchee«; aber das Bedürfniss, nach greifbaren Merkmalen ein brauchbares System mit reinlich diagnostizirten Unterabtheilungen zu schaffen, war damals eben stärker als die Einsicht in die natürliche Verwandtschaft. Nicht mehr nach dem Bau der Mundtheile, sondern nach der Segmen- tation des Körpers und andern Merkmalen schied Dana (1 852) seine 5 Subclassen der Crusta- ceen, und nur die 3. Subclasse, die Entomostraca, die ausser dem, was wir heute dieser Gruppe unterstellen, noch die Pycnogonoidea und limuloidea enthielt, theilte er nach jenem Merkmal in die Ordines der Gnathostomata, Cormostomata und Merostomata, wodurch die beiden Ab- theilungen der Copepoden zwar schon Glieder einer Subclasse wurden, aber immer noch sich auf verschiedene Ordnungen vertheilt fanden. Als nun Zenker (1854) die enge Zusammen- gehörigkeit der freien und parasitären Formen nachgewiesen, sie als Entomostraca (s. str.) zusammengefasst und gegen die Ostracoda, Cirripedia, Malacostraca etc. als gleichberechtigte

Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Pelagische Copepoden. 1

2 Entwicklung und Begründung des*- Systems. Unterordnungen.

Gruppe abgegrenzt hatte, ist es endlich Thorell (1859), der diese Cinistaceen-Ordnung Zenker's wiederum nach der Natur der Mundtheile in Gnathostomata, Poecilostomata und Sipho- nostomata zergliederte. Claus ist seinen Vorgängern, unter Berichtigung eines Irrthums Thorell's in der Auffassung der Mundtheile und der daraus sich ergebenden Auflösung der Poecilostomata, im Wesentlichen gefolgt, und seine Lehrbücher zeigen, wenn wir von den später zu den Copepoden gezogenen Arguliden absehen, die Copepoden in die Unterordnungen der Gnathostomata und Parasita oder Siphonostomata zerspalten.

Sollte indess die Systematik der Copepoden nicht auf dem richtigen Wege sein, wenn sie, ihrer historischen Entwickelung folgend, die Anwendung des Baues der Mundtheile als Eintheilungscharakter noch weiter einschränkt?

Unterordnungen.

Was schon 1854 Zenker, der im Gegensatz zu seinen Vorgängern nicht nach einem praktisch verwerthbaren Eintheilungsmerkmal, sondern nach »Zeichen für ursprüngliche, natür- liche Verwandtschaft« suchte, zu der Vorstellung von der Zugehörigkeit der Parasiten zu den freien Formen führte, nämlich die Berücksichtigimg ihrer »Entwickelung aus Cyclopen- formen«, das sollte nun heute in noch viel höherem Grade der Gesichtspunkt sein, nach welchem die weitere Gliederung der Copepoden-Ordnung vorzunehmen wäre. Wer aber in diesem Sinne an die Lösung der Aufgabe ginge, würde bemerken, wie sehr gering unsere Kenntnisse von demjenigen Theil der Ontogenese der Copepoden sind, auf den es dabei be- sonders ankommt, von denjenigen Jugendstadien nämlich, die nach Beendigung der Nauplius- Phase erscheinen. Die Systematik steht also auch hier zunächst noch vor derselben Noth- wendigkeit, wie an so manchen andern Punkten des ThieiTeichs, die als theoretisch richtig erkannte Methode gegenüber der hergebrachten Praxis einstweilen zurückzustellen ; vielleicht noch auf längere Zeit, denn das Material zur Erwerbung der nöthigen ontogenetischen Kennt- nisse ist schwierig zu beschaffen.

Es muss also versucht werden, auf Grund der erlangten Kenntnisse vom Bau der er- wachsenen FoiTuen, vermittelst deren die früheren Autoren und namentlich Claus zur Bildung von natürlichen Famüien gelangt sind (in deren Schooss allerdings bisher eine ziemliche An- zahl von Genera, besonders parasitischer, keine ungezwungene Aufnahme hat finden können), Unterordnungen zu bilden, und es fragt sich, ob die Mundtheile dabei in der That den Kang einnehmen dürfen, den Claus ihnen noch 1875 gelegentlich einer Polemik gegen Kossmann's gegentheilige Ansicht beigemessen hat. So sehr nun zuzugeben ist, dass der Bau der Mund- theile das hauptsächlichste Band ist, das manche Gruppen von Genera zu Familien verbindet, so folgt daraus noch keineswegs, dass derselbe auch im Stande ist, Merkmale für die Begrün- dung der Haupt- Abtheilungen der Ordnung herzugeben. Wie will man überhaupt die Mund- theüe der Parasiten denen der Gnathostomata gegenüber charakterisiren, so dass sich wenigstens eine einigermaassen deutliche Grenze zwischen beiden Unterordnungen ergiebt? Es giebt leider

Entwicklung und Begründung des Sj"stems. Unterordnungen. Q

eine grosse Zahl von Formen, deren Mundtheile sicli ungezwungen weder als »kauend« noch als »stechend und saugend« wollen bezeichnen lassen. Und wo will man die Grenzen ziehen, so dass auf beiden Seiten eine Avenigstens einigermaassen einheitlich organisirte Gruppe ver- wandter Formen entsteht? Claus selbst hat trotz seiner grossen Formenkenntniss, oder vielleicht eben wegen derselben, diese Grenz bestimmung nicht ohne zu schwanken ausführen können, da er einmal (Grundzüge 1872} die »Corycäiden« unter die Gnathostomata, später 1880) sie unter die Siphonostomata versetzt. Der Bau der Mundtheile ist eben zu mannigfaltig, an zu vielseitig modificirte Existenzbedingungen angepasst, als dass nach ihm zwei einheitliche Hauptgruppen unterschieden werden könnten; denn es wird wohl Niemand behaupten wollen, dass die gnathostomen Cyclopiden, Harpacticiden oder gar Notodelphyiden mit den Calaniden nach ihrer Gesammtorganisation näher verwandt wären als mit manchen der zu den Parasiten gestellten, aber noch schwimmfahigen Formen.

Jemand, der etwa den Versuch macht, einen Copepoden, den er mit dem Schwebnetz im freien Meere oder zwischen litoralen Pflanzen gefischt, zu bestimmen, wird in vielen Fällen erst die Gliedmaassen präpariren und einige davon erst genau untersuchen müssen, ehe er zu der Entscheidung kommt, ob das Thier zu den gnathostomen Harpacticiden und Cyclopiden einerseits oder zu den Corycäiden und anderen beweglichen Parasiten andrerseits gehört. Das aber wird ihm schon auf den ersten Blick klar, ob dasselbe einerseits zu den Calaniden und Pon- telliden oder andererseits zu einer der übrigen von Claus unterschiedenen Copepoden-Familien zu stellen ist; schon der ganze Habitus wird bei dieser Alternative ein Führer sein, der nur in sehr seltenen Fällen im Stiche lässt. Bei Jenen sind die Kopfgliedmaassen breit entwickelt, reich gegliedert, mit gefiederten Anhängen mannigfaltig ausgestattet, bei Diesen stets knapper geformt und einer Anzahl der dort vorhandenen Glieder, Auswüchse, Anhänge beraubt; Jene besitzen einen stets von allen Gliedmaassen entblössten Hinterleib, der bei Diesen ein, wenn auch oft sehr rudimentäres Fusspaar trägt, welches nie im Dienste der Copulation fungirt'), während es bei Jenen, dem letzten Vorderleibs-Segmente angehörig, im männlichen Geschlecht in irgend einer Weise für diesen Zweck umgeformt ist; bei Jenen regelmässig eine einseitige Entwicklung der männlichen Geschlechtsorgane und asymmetrische Lage der männlichen Geschlechtsöfi'nung, bei Diesen meist eine symmetrische Ausbildung dieser Organe und stets symmetrisch gebaute AusführöfFnungen; bei Jenen fast stets ein pulsirendes Rückengefass, das Diesen so gut wie immer fehlt; Jene vielleicht sämmtlich befähigt, ihr Leben schwimmend zuzubringen. Diese zum weitaus grössten Theil genöthigt, sich wenigstens zeitweise an einen Gegenstand festzuklammern, und mit dazu geeigneten Organen ausgestattet. Mir scheint, dass sich hier ein Gegensatz von zwei Typen unter den Copepoden aufdrängt, der den Versuch nahe legt, die Ordnung nach ihnen in zwei Hauptabtheilungen zu spalten, um so mehr, als diese Spaltung keine der bisher als natürlich erkannten Gruppen zerreissen würde.

1) Claus (1863, p. 107) sagt von dem männlichen 5. Fusspaar der Harpacticiden, dass dasselbe in seltenen Fällen zu einem Hilfsorgan der Begattung werde. Ich sehe nicht, für welche Arten der Familie das richtig sein könnte.

1*

A Entwicklung und Begründung des Systems. Unterordnungen.

Ich habe schon im Jahre 1882 in diesem Sinne den Vorschlag gemacht, die Cope- poden in die beiden Unterordnungen der Gymnoplea und Podoplea zu theilen, indem ich mich dabei hauptsächlich auf die verschiedenartige Gliederung des Rumpfes in Vorder- und Hinterkörper stützte, und die inzwischen bereicherte Formenkenntniss hat mich darin bestärkt, diese Eintheilung aufrecht zu erhalten. Von den Familien der freilebenden Formen, welche Claus in seiner Monographie 1863 unterscheidet, würden die Gymnoplea die Calanidae und Pontellidae, die Podoplea die Harpacticidae, Peltidiidae, Cyclopidae und Corycäidae umfassen.

Die Podoplea umfassen aber neben den genannten Gruppen schwimmender Formen jedenfalls eine grosse Zahl von Parasiten, ja vielleicht alle, und es kann hier nun die alte Frage aufgeworfen werden, ob die parasitischen Podoplea nach dem Bau ihrer Mundtheile als beson- dere Gruppe von den freilebenden zu trennen sind und wo die Grenze etwa zu ziehen ist; die Erörterung dieser Frage ist nicht Aufgabe dieser Arbeit, aber mir scheint, man sollte sie gar nicht stellen. Für eine natürliche Systematik der Parasiten wird es nach meiner Meinung vor Allem wichtig sein, festzustellen, welcher Gruppe der Podoplea die Parasiten sich an- schliessen, dann in welchem Cyclopoid-Stadium bei den einzelnen Arten sich der Beginn des Parasitismus nachweisen lässt; je eher das der Fall ist, um so eingreifender und um so älter, phylogenetisch, wird vermuthlich der Parasitismus sein; von weiterer Bedeutung für die Ge- stalt, die der Parasit schliesslich annimmt, Avird es auch sein, welcher Art die Existenzbedin- gungen sind, die er an dem Wirthe vorfindet.

Ehe ich an die weitere Eintheilung der beiden genannten Unterordnungen gehe, muss ich die Berechtigung der Familie der Misophriidae erörtern, weil dieselbe als eine Uebergangs- gruppe von den Calaniden zu den Cyclopiden aufgestellt worden ist und somit auch ein Zwischenglied zwischen den Gymnoplea und Podoplea bilden würde. Die Familie wurde von Brady 1878 auf das von Boeck 1864 entdeckte und zu den Cyclopiden gestellte litorale Genus Misophria und auf zwei weitere Genera, Pseudocyclops und Cervinia, gegründet. Von diesen Genera ist nun Pseudocyclops ein Centropagide (s. u.) und Cervinia ein Hai-pacticide, worüber nach der Darstellung Brädy's gar kein Zweifel sein kann ; es liegt nicht der geringste Grund vor, die Genera von den genannten FamiHen abzutrennen. Anders steht es mit dem Genus Misophria, von dem Boeck und Brady nur die Weibchen kannten, während ich beide Geschlechter untersuchen konnte'). Die Untersuchung ergab, dass die Art der Abgrenzung des Vorder- und Hinterkörpers und das Vorhandensein eines rudimentären Fusspaares am 1. Hinterleibsringe das Thier unter die Podoplea verweist; die vorderen Antennen des cT sind symmetrisch zu Fangorganen umgestaltet und auch der männliche Genitalapparat ist symmetrisch gebaut; da ein ziemlich grosser Aussenast an den hinteren Antennen vorhanden ist, würde sich also zunächst eine Verwandtschaft mit den Harpacticiden ergeben. Damit im Widerspruch steht nur die von Harpacticiden nie erreichte hohe Gliederzahl der vorderen

1) Von der Harpacticiden -Natur der Cervinia habe ich mich nach einem Präparate überzeugt, das Herr A. M. NOKMA.K mir zur Ansicht überliess. Misophria wurde im Golf von Dr. Wilh. Müllee entdeckt.

Entwicklung und Begründung des Systems. Tribus. 5

Antennen, die Brady richtig auf 16 angiebt; der Bau der übrigen Gliedmaassen weicht keines- wegs von demjenigen dieser Familie sonderlich ab. In dem Bau der vorderen Antennen mag man nun wohl eine Beziehung zu den Calaniden erkennen, eine wichtigere aber besteht in einem anderen von Brady übersehenen Punkte: Misophria besitzt nämlich ein pulsirendes Rückengefäss ; ich habe dasselbe nicht näher untersucht, besonders da die mangelhafte Durch- sichtigkeit des Thieres die Untersuchung erschwerte, indess schien es mir von einfacherem Bau, als bei den Calaniden, und Ostien konnte ich nicht mit Sicherheit nachweisen; aber seine Anwesenheit in Verbindung mit der Gliederung der vorderen Antennen scheint aller- dings dazu zu berechtigen, für das Genus Misophria eine besondere Familie aufzustellen, welche die Reihe der zu den Podoplea gehörigen Familien eröffnen würde.

Tribus.

Seit 1863, wo die werthvoUste unter allen bisher über freilebende Copepoden publi- cirten Arbeiten erschien, sind die dort von Claus charakterisirten Familien allgemein aner- kannt worden, abgesehen allerdings von geringen Modificationen ; eine solche betraf die beiden Familien der Gymnoplea, die Calanidae und Pontellidae, welche Boeck 1864 nicht als den andern gleichberechtigte Familien, sondern als Subfamilien Einer Familie auffasste. Erst in neuerer Zeit (1886) ist von Sars eine abweichende Classification aufgestellt, oder vielmehr nur in Ueberschriften angedeutet worden; er theilt die Copepoden in die Triben der Calanoidea, Harpactoidea, Cyclo- poidea, Lemäoidea und unterscheidet innerhalb der Calanoidea die 3 Familien der Calanidae (Genera: Calanus, Etichäta), Pontellidae [Anomalocera, Dias = Acartia) und Diaptomidae [Centro- pages, Temora, Diaptomus). Wenn ich recht verstehe, so theilt Sars hier die CLAus'schen Calanidae in 2 weitere Familien, von denen die Calanidae die Arten ohne, die Diaptomidae diejenigen mit männlichen Greifantennen enthalten würden, während er die Pontellidae beibe- hält, aber das Genus Acartia, das Claus zu den Calanidae rechnet, mit zu den Pontellidae zieht. Sars benutzt hier ein Merkmal zur Eintheilung, das Dana in ähnlicher Weise ver- wendete, Claus aber vernachlässigt: das Vorhandensein oder Fehlen eines Gelenkes (und ent- sprechender Muskulatur) an einer der männlichen vorderen Antennen, durch welches dieselbe in ein im Dienst der Copulation fungirendes Greiforgan umgewandelt wird.

Schon der Umstand, dass die Copepoden sich von den andern Entomostraken durch die Art der Begattung vermittelst Spermatophoren unterscheiden, scheint mir ein Fingerzeig dafür, dass wir in den Modificationen der Begattung auch Merkmale für eine weitere Glie- derung der Ordnung finden könnten. Sahen wir doch schon die beiden Unterordnungen der Gymnoplea und Podoplea ausser in anderen Merkmalen sich dadurch unterscheiden, dass bei Jenen das männliche 5. Fusspaar Copulationsorgan ist, bei Diesen aber nicht, und so lässt sich auch wiederum eine weitere Gliederung der beiden Unterordnungen nach der Verwendung anderer Gliedmaassen im Dienste der Copulation vornehmen. Die sexuelle Auswahl scheint in unserer Ordnung überhaupt eine hervorragende Rolle zu spielen; die Fälle sind zahlreich,

6 Entwicklung und Begründung des Systems. Tribus.

WO Arten eines Genus, bei sehr bestimmten Differenzen an den bei der Copulation fun- girenden Organen, in allen anderen Dingen einander so ähnlich sind, dass sich weitere Unter- schiede kaum noch nachweisen lassen. Wie also noch jetzt die Spaltung der Arten in vielen Fällen von einer Variation der Copulationsorgane ihren Ausgang nimmt, so scheint diese auch für die Gliederung der ganzen Ordnung maassgebend gewesen zu sein, vielleicht schon vor der Zeit, in welcher einzelne ihrer Glieder anfingen, sich an eine parasitische liCbensweise zu ge- wöhnen und ihre der Ernährung und Locomotion dienenden Gliedmaassen demgemäss abzuändern.

Bevor das 5. Fusspaar der Gymnoplea-Männchen seine Thätigkeit bei der Copulation beginnt, sind es die vorderen Antennen, welche dieselbe einleiten, und zwar dienen sie bei einer Gruppe lediglich dazu, mit ihren zahlreichen Sinnesorganen (Aesthetasken) das Weibchen aufzuspüren und zu recognosciren, während bei allen Uebrigen diese Function mit ihren Organen zurücktritt, und vielmehr eine der beiden Antennen, meist die rechte, eine Umwandlung erfahren hat, die sie befähigt, das Weibchen zu packen und festzuhalten, bis sie vom 5. Fuss- paar abgelöst wird. Hiernach zerfallen die Gymnoplea in die Tribus der Amphaskandria und Heterarthrandria.

Auch bei einem grossen Theil der Podoplea bedient sich das Männchen der gleichen Gliedmaasse zum Packen vor dem eigentlichen Copulationsact ; aber in dieser Gruppe sind stets beide vordere Antennen in gleicher Weise zu Packorganen umgebildet, und da das 5. Fusspaar des Männchens zum Festhalten des Weibchens nicht taugt, so hält das Männchen das Weibchen mit den Antennen fest, bis die Copulation vollzogen ist. Dieser Tribus der Podoplea lege ich den Namen Ampharthrandria bei. Bei einem anderen Theil der Podoplea endlich unterscheiden sich die vorderen Antennen der Männchen von denen der AVeibchen gar nicht oder nur in geringem Grade, spielen bei der Begattung also keine besondere Rolle, während die Rolle des Festhaltens der 2 den hinteren Maxillipeden der d* übertragen ist; ob die cT bei einem Theil der hergehörigen Formen die 9 in ähnlicher Weise, wie die Heterarthrandria mit einer der vorderen Antennen, mit den hinteren Antennen ergreifen, ehe sie sie mit den Maxillipeden umklammern, vermag ich nicht anzugeben; die Vermuthung wird indess durch den Bau der hinteren Antennen der cT nahe gelegt. Diese Tribus würde den Namen Isokerandria zu führen haben.

Wollte man etwa schon bei der Spaltung der Ordnung in Unterordnungen das Haupt- gewicht darauf legen, welche Gliedmaasse des cf zum Festhalten des Q bei der Copulation benutzt wird, so müsste man die Copepoden in 3 Unterordnungen theilen, je nachdem diese Gliedmaasse das 5. Fusspaar, die vorderen Antennen, oder die hinteren Maxillipeden sind; dann würden die Isokerandria eine dritte Unterordnung neben den beiden anderen bilden und, man könnte diese Art der Eintheilung durch die Bemerkung stützen, dass die Isokerandria sich dadurch von allen genannten Gruppen unterscheiden, dass die weiblichen GenitalöfFnungen dorsal statt ventral liegen, was wiederum mit der Art der Begattung in engem Zusammen- hange steht. Doch ist oben auf die Merkmale hingewiesen worden, welche die Isokerandria und Ampharthrandria als Podoplea den Gymnoplea gegenüber zusammenschliessen.

Entwickhing und Begründung des Systems. Tribus. 'J

In wie weit es etwa auch für die nicht-freischwimmenden Copepoden als Eintheilungs- princip wird gelten können, mit welcher Gliedmaasse sich das cf bei der Copulation an das Q anheftet , lässt sich noch nicht vollständig übersehen , weil in manchen Gruppen die c? oder wenigstens die Vorgänge bei der Copulation nicht bekannt sind. Indess muss bemerkt werden, dass bei parasitären Formen, die reicher an Klammerwerkzeugen sind als die schwimmenden, da bei ihnen 3 Paar Gliedmaassen (die hinteren Antennen und die beiden Maxillipeden) zugleich als solche dienen können, es nicht unwahrscheinlich ist, dass auch bei näher verwandten Genera die Klammerfunction bei der Begattung einmal dieser, ein andermal jener Gliedmaasse des (f übertragen ist, und dass bei solchen Formen also die auf der Copulations-Gliedmaasse basirten Grenzen mit denen zwischen den jetzt als natürlich geltenden Familien nicht so genau zusammen- treffen, wie es bei den schwimmenden Formen der Fall ist. Man könnte z. B. schon gegenüber dem Werth, den ich der männlichen Copulations-Gliedmaasse als Eintheilungsmerkmal bei den freien Formen beigemessen, geltend machen, dass die beiden der Familie der Notodelphyidae zugehörigen Genera Notodelphys und Doropygus sich verschieden verhalten: bei jenem hat das cT genicuUrende vordere Antennen nach Art der Harpacticiden , bei diesem besitzt solche nicht, sondern klammert sich vermittelst der hinteren (auch beim $ als Klammerorgane fungirenden) Antennen an das Q. an. Aber ich habe 1882 wahrscheinlich gemacht, dass die cf von Doropygus die letzte Häutung, nach welcher sonst bei den c? die secundären Sexual- charaktere auftreten, gar nicht durchmachen und so die geniculirenden Antennen, die ihre Notodelphys -shTÜicheu Vorfahren besessen haben dürften, nicht mehr erwerben. So würde ich kein Bedenken tragen, die Notodelphyiden an die Ampharthrandria anzureihen.

Die beiden Triben der Podoplea sind nun, ausser durch die Verschiedenartigkeit der männlichen Copulations-Gliedmaasse, noch durch Merkmale getrennt, welche auch dem weib- lichen Geschlecht eignen: bei den Ampharthrandria liegen die weiblichen Genitalöffnungen ventral, bei den Isokerandria dorsal'), und bei den letzteren sind die Mandibeln und Maxillen stärker reducirt als bei den ersteren. Von den weiteren, für die Isokerandria in zweiter Linie cha- rakteristischen Merkmalen wäre Folgendes anzuführen: Der Kopf ist meistens vom 1. Thorax- segment getrennt und der Hinterleib des § meist 5 gliederig; doch kommen auch sehr starke Reductionen der Zahl der Körpersegmente vor [Corycäus] ; die vorderen Antennen, höchstens 6 gliederig, erreichen niemals den Hinterrand des Kopfes ; die hinteren Antennen haben keinen Aussenast, sind 4 gliederig und mit Hakenborsten versehen; die folgenden Gliedmaassen sind klein und in der Nähe des Mundes zusammengedrängt; von den Mandibeln ist stets nur die Lade übrig, die ' bei den meisten Arten, sei es ihrer Form, sei es ihrer Lage nach, nicht als Stechapparat dienen kann ^) ; auch die Maxillen sind fast immer ungegliederte ovale

1) Auch bei Lubbockia ; Claus' (1863 p. 148, 163) gegentheilige Angabe ist irrig.

2) Bei mehreren. Genera [LtibhocMa, Sapp/iirina, Copilia, Lichomolgiden) ist die Mandibellade »sichelförmig«, und CLA.US (1875 ß und Grundzüge 1880) bezeichnet das verjüngte Ende der »sieheiförmig gekrümmten Stilette der Mandibeln « als » Stechspitze (c , eine Bezeichnung , welche aus der auch in anderen Arbeiten bekundeten Vorstellung hervorging , dass die Isokerandria andere Thiere mit den Mandibelspitzen anstechen , um sie auszusaugen. Diese

o ^ Entwicklung und Begründung des Systems. Tribus.

Plättchen, während der gedrungene vordere Maxilliped aus einem breiten Grundglied besteht, mit welchem ein zweites, allerlei Anhänge tragendes oder auch hakenförmiges Glied articulirt; gestreckter ist der 3- bis 4 gliederige hintere Maxilliped, der am Ende einen kräftigen Haken trägt. Die 4 Ruderfusspaare haben folgende gemeinsame Merkmale: beide Aeste der ersten 3 Paare und der Aussenast des 4. sind 3 gliederig, selten [Luhhockiu) mit reducirter Articulation zwischen den Gliedern ; die Zahl der Anhänge der Innenäste, öfters auch die der Aussenäste, nimmt von vom nach hinten ab, sodass sie am letzten Paar am kleinsten ist; die Basalia sind kurz und breit; besonders an den vorderen Paaren sind die Aussenrand-Anhänge des Aussenastes mit gezähnelten, zuweilen breiten Säumen versehen, und die Endborste desselben ist sägeförmig; auch die endständigen Anhänge der Innenäste sind meist lanzettförmig, mit gezähnelten Säumen. Das 5. Fusspaar besteht jederseits aus einem kurzen, mit Borsten besetzten Gliede, oder kann selbst auf nur eine Borste reducirt sein. Zu den erwähnten sexuellen Eigenthümlichkeiten der Männchen am hinteren Maxilhpeden kommen noch weitere in der Gliederung des Ab- domens und der (ventralen) Lage der mit Klappen bedeckten Genitalöifnungen , und öfters auch im Bau des ganzen Rumpfes, der Augen, der Gliedmaassen ; zuweilen findet eine starke Rückbildung der Mundgliedmaassen statt, und andererseits können ähnlich den hinteren Maxilli- peden auch die hinteren Antennen der cf kräftigere Klammerorgane sein als die der Q.

So sind die beiden Triben der Podoplea durch eine tiefere Kluft von einander geschieden als diejenigen der Gymnoplea, denn es lassen sich keine durchgehenden Unterschiede anführen, welche die $ der Heterarthrandria von denen der Ampharthrandria trennen, und es giebt unter den ersteren besonders eine Gruppe von Genera {Centropages, Temora und Verwandte) , deren $ denen eines grossen Theiles der Amphaskandria sehr ähnlich gebaut sind. Dennoch lassen sich weitere, auch den $ zukömmliche Merkmale nennen, die bei einer grösseren oder geringeren Zahl von Genera der einen Tribus vorkommen, während sie in der andern Tribus niemals auftreten, und so als charakteristische, wenn auch nicht diagnostische Merkmale gelten können. Zunächst ist die Verschiedenartigkeit der secundären männlichen Charaktere durch den abweichenden Bau der vorderen Antennen in beiden Triben nicht erschöpft; denn während bei den Heterar-

Vorstellung ist jedenfalls für die Formen mit sichelförmigen Mandibeln (und erst recht für Oncäa und Corycäus) unzutreffend, weil die spitz zulaufenden Enden der Mandibellade nicht aus der Mundöffnung heraus-, sondern in die- selbe hineinragen, und auch die zuweilen [Copilia] schlaffe, peitschenartige Beschaffenheit der Spitze schliesst eine Stechfunction aus. Della. Valle (1881) , der die Lage der Mandibel bei den Lichomolgiden richtig erkannte (er sagt, ihre Spitze verberge sich unter der Lippe), konnte durch die Unvereinbarkeit der von Claus für die Man- dibel gewählten Bezeichnungen mit der wirklichen Beschaffenheit und Lage derselben sehr wohl zu der Meinung kommen, Claus habe die Mandibeln gar nicht erkannt , sondern von etwas Anderem gesprochen , zumal da Claus ihre Zähnelung irriger Weise zum Theil auf den I^and der Oberlippe überträgt. In einer neueren Arbeit (1889 ß) fasst nun Claus die Function der Mandibel dieser Copepoden anders und zwar richtiger als vorher auf, indem er sie (p. 335) »nicht als eine einfache stechende, sondern nach Art einer Säge schneidende« bezeichnet. Sollte Dell a Valle's treffender Hinweis auf die Lage der Lichomolgidenmandibel diese Correctur veranlasst haben? Aber wenn auch nicht dass Claus Della Valle's erklärliche Vermuthung, er habe die Mandibel verkannt, eine »arge Fälschung des Sachverhaltes« und »eine Musterleistung in der Entstellung von Text und Abbildung« nennt, ist jedenfalls ein wunderlicher Einfall.

Entwicklung und Begründung des Systems. Familien der Amphaskandria. g

thrandria die Geschlechter ausserdem nur noch im Bau des Rumpfes und des 5. l"'usspaares differiren, im Bau der übrigen Kopfgliedmaassen aber übereinstimmen, so findet bei den Männchen der Amphaskandria in mancherlei Abstufungen eine Umformung der Kopfglied- maassen statt, die oft in hohem Grade entwickelt ist und fast nie völlig fehlt; dieselbe lässt sich im Allgemeinen als eine Rückbildung der zur Nahrungsaufnahme dienenden Anhänge und als eine stärkere Ausbildung der locomotorischen Organe auffassen. Weitere Merkmale, die bei den Amphaskandria, niemals aber bei den Heterarthrandria auftreten, sind: die Ver- schmelzung des Kopfes mit dem 1. Thorax-Segment, ein einspitziges Rostrum, die starke Reduction der Gliederzahl der Innenäste an den vorderen Fusspaaren, der Ausfall des 5. weib- lichen Fusspaares. Umgekehrt finden wir bei manchen Heterarthrandria, nie aber bei den Amphaskandria, mit Cuticularlinsen versehene Augen, bald eine Zweitheilung des zweiten Gliedes der vorderen Antennen und bald eine weitgehende Verschmelzung der proximalen Antennenglieder, auch eine Zweitheilung des zweiten Aussenastgliedes der hinteren Antenn'en und eine bis zum Verschwinden gehende Reduction der Endglieder ihres Aussenastes, dann eine geringe Zahl von Zähnen an der Lade der Mandibel und Ausfall ihres Innenastes, Rück- bildung von Haiipttheilen der Maxille, Reduction und selbst Ausfall der proximalen Loben und Borsten am vorderen Maxillipeden, Verkümmerung der distalen Glieder des hinteren Maxillipeden, endlich eine besondere Form der Innenrandborste am 2. Aussenastgliede des nie fehlenden 5. Fusspaares beim Q, die sich auch im Falle starker Rückbildung noch er- kennen lässt.

Familien der Amphaskandria.

Da die beiden Familien der Calanidae und Pontellidae in der Auffassung von Claus sich nicht mit den Tribus der Amphaskandria und Heterarthrandria decken, so ist zunächst zu erörtern, ob Claus Recht gethan hat, diese beiden Familien neben einander aufzustellen. Dabei sind zwei Punkte zu besprechen, erstens warum Claus in seinen Calaniden Formen mit männlichen Greifantennen und ohne solche vereinigt hat, und zweitens in wie weit den Merk- malen, auf welche er die Trennung seiner Calaniden von seinen Pontelliden gründet, solch ein trennender Charakter wirklich zukommt. Jene Vereinigung, scheint mir, führte Claus deshalb aus, weil er bei einigen Genera Uebergänge zwischen der gewöhnlichen Antenne und der Greifantenne zu finden glaubte. So stellte er sowohl Phaenna und Undina (== Euchi- rella) wie Heterochäta in die erste Rubrik seiner Bestimmungstabelle, deren Merkmal darin be- steht, dass die vorderen Antennen »in beiden Geschlechtern gleichartig gegliedert oder kaum merklich verschieden« sind, und er findet bei Euchirella und Heterochäta eine Art Gelenk zwi- schen dem 18. und 19. Gliede, bei jenem Genus ausserdem das 19. und 20., bei diesem das 19., 20. und 21. Glied verschmolzen, während bei Phaenna nur die Verschmelzung des 19. und 20. Gliedes, nicht aber eine Gelenkbildung beobachtet wurde. Hierzu ist nun zu bemerken , dass an der linken Antenne bei Heterochäta nicht bloss eine Art Gelenk sich findet, sondern dass diese Antenne, wenn auch schlank und dünn, doch um nichts weniger

Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Pelagische Copepoden. 2

JQ Entwicklung und Begründung des Systems. Familien der Amphaskandria.

eine Greifantenne ist als etwa die von Acartia, und dass sie wie alle Greifantennen ein be- sonders entwickeltes Gelenk und in den GUedem proximal vor dem Gelenk einen besonders entwickelten Muskel besitzt, der den distalen Theil der Antenne adducirt; und ferner, dass bei Enchirella keine Spur einer ähnlichen Gelenk- oder Muskelbildung sich vorfindet. Dass sich aber zwischen 2 Gliedern ein besonders gebautes Gelenk ausbildet, welches dem distalen Theil der Antenne ermöglicht, sich an den proximalen anzulegen, und dass im proximalen Theil der Antenne die Muskulatur sich derart formirt, dass ein Muskel, kräftiger als die anderen, entsteht, welcher die genannte Bewegung bewirkt, darin ist das Wesentliche einer Greifantenne zu sehen, nicht aber in der Verschmelzung von einigen Gliedern, wenn eine solche auch in der That an den Greifantennen auftritt. Es hat daher Heterochäta eine Greifantenne, Euchirella und Phaenna aber nicht ; und die einseitige Verschmelzung von Gliedern, die bei diesen beiden und verwandten Genera auftritt, ist keineswegs als der erste Schritt zur Bildung einer Greifantenne anzusehen; die Bildung einer solchen müsste mit dem Wesent- lichen, Gelenk und Muskel, beginnen, nicht mit dem Accessoiischen; da die Verschmelzung indessen beim 2 nicht auftritt, sondern nur beim cf , so mag allerdings irgend eine Beziehung zur Begattung darin zu vermuthen sein'].

Der zweite zu erledigende Punkt ist die Art, wie Claus seine Pontelliden von seinen Calaniden abgespalten hat, oder wie man nun, nach Aussonderung der Amphaskandria, sagen kann: die Abspaltung der Pontelliden von den übrigen Heterarthrandria. Claus (1863, p. 166) begi'ündet dieselbe so: »Ich habe zwar für die Corjxäiden nachgewiesen, dass wir auf die Differenzen, welche in der Augenbildung möglich sind, keinen allzuhohen systematischen Werth legen dürfen, und auch für das Pontellenatige giebt es Abstufungen, zu welchen manche Calaniden hinführen, allein ich halte dennoch die Trennung der Pontelliden von unserer Familie [den Calaniden] für zweckmässig und gerechtfertigt, denn zu den Abweichungen in dem Bau des Auges kommen die viel kräftigeren männlichen Fangapparate der rechten Antenne und des fünften Fusses, femer Eigenthümlichkeiten in der Form und Bildung der Kieferfüsse hinzu«. Die Berufung auf die Corycäiden (Isokerandria) ist insofern nicht glücklich, als in dieser Gruppe die Genera mit paarigen Augen thatsächlich von denen ohne solche strenge geschieden sind (s. u.) ; innerhalb der Heterarthrandria aber finden wir in der That Uebergänge von völlig augenlosen Formen zu solchen, bei denen sowohl das mittlere wie die seitlichen Augen ungemein kräftig entwickelt und mit Chitinlinsen versehen sind; ja selbst innerhalb des )>Calaniden«-Genus Centropages [Ichthyophorha Claus"! variirt die Augenbildung insofern, als bei einer Art das mediane Auge so weit vorspringt, dass es als »gestielt« bezeichnet werden

1) Vorausgesetzt, man könnte die Amphaskandria phylogenetisch von den Heterarthrandria ableiten, so wäre die Verschmelzung von einigen Gliedern der männlichen Antenne schon eher als ein Rest einer früheren Greifantenne aufzufassen, da bei einer Umwandlung der Greiffunction in die Spürfunction die vorher vorhandene Verschmelzung von Gliedern nicht aiifgehoben zu werden braucht , weil sie dabei nicht hinderlich ist ; indess spricht gegen diese Erklärung, und nicht minder gegen die von Cla-US, die Thatsache, dass die Verschmelzung keineswegs immer, wie Claus annimmt, einseitig, sondern auch [Aetidius] beiderseits auftritt.

Entwicklung und Begründung des Systems. Familien der Amphaskandria. J J

könnte. Was die männlichen Fangorgane betrifft, so mögen dieselben bei den von Claus zu den Pontelliden gezählten Genera wohl im Allgemeinen kräftiger sein als bei den übrigen Heterarthrandria ; indessen die Möglichkeit, nach ihnen eine Grenze zwischen den Familien zu ziehen, bieten sie in keiner Weise. Wenn Claus endlich noch Gewicht auf den Bau der Kieferfüsse legt, so müsste er das Genus Acartia unzweifelhaft zu den Pontelliden, nicht aber zu den Calaniden zählen. Gleichwohl ist zuzugeben, dass die Genera Pontella, Labidocera, Anomalocera, Pontellina eine eng verwandte und durch mancherlei Besonderheiten charak- terisirte Gruppe bilden, an die sich eine Anzahl anderer Genera anschliesst; will man die- selben aber in befriedigender Weise gegen die übrigen Heterarthrandria abgrenzen, so muss die Grenze an einer anderen Stelle gezogen und mehr Gewicht auf den Bau des nach zwei Richtungen verschieden geformten hinteren Maxillipeden gelegt werden, als Claus es ge- than hat (s. unten p. 23).

In dem Gesammtbilde, welches die beiden Triben der Gymnoplea darbieten, macht sich ein Unterschied auch darin bemerklich, dass die Genera der Amphaskandria einheitlicher als die der Heterarthrandria gebaut sind; stärkere Abweichungen vom Typus, wie an der Mandibel von Eucalaims , der Maxille von Euchäta , dem vorderen Maxillipeden der Scolecithrichina, sind bei Jenen selten und entfernen sich in geringerem Grade von der Norm; unter Diesen dagegen erhalten eine grössere Zahl von Genera durch sehr eigenthümliche Merkmale ein stärkeres individuelles Gepräge, als es die Gattungen der Amphaskandria haben; manche dieser Abweichungen gehen soweit, dass es schwer wird, die davon betroffenen Gliedmaassen auf die Norm zurückzuführen; ja es kommen innerhalb derselben Gattung, z. B. bei Augaptüus, bei Hemkalunus, Unterschiede vor, die an anderen Punkten des Systems genügen würden, Gat- tungen, ja Familien von einander zu trennen. Während daher die Heterarthrandiia sich weiter in Familien spalten lassen, so ist dies bei den Amphaskandria nicht thunlich; letztere gehen in die einzige Familie der Calanidae (s. str.) auf. Innerhalb derselben, wie auch innerhalb der umfangreicheren unter den übrigen Copepoden-Familien, lassen sich nun aber Gruppen enger verwandter Genera unterscheiden, die ich als Subfamilien gegen einander abgrenzen will. Claus hat dies ganz vermieden; aber seit 1863 hat sich die Zahl der Genera so sehr ver- mehrt, so manches früher unzulänglich charakterisirte und von Claus bei Seite gestellte Genus ist inzwischen genauer bekannt geworden, so manches neue ist dazu gekommen, so dass eine weitere Gliederung der Familien ein praktisches Bedürfniss geworden und auch schon, besonders für die Harpacticiden, versucht worden ist. Der Grad der Schärfe, den die Grenzen zwischen den Familien und Gruppen höherer Ordnung aufweisen, ist von denjenigen zwischen den Sub- familien natürlich nicht zu erwarten.

Subfamilien der Familie Calanidae.

Unter den differenten Merkmalen , welche sich bei den einzelnen Genera der Familie vorfinden, ist es besonders die Gliederung der Thoracalfüsse , deren Verschiedenheiten am

lO Enttricklung und Begründung des Systems. Subfamilien der Familie Calanidae. Calanina.

genauesten mit den Grenzen zusammentreffen, welche sich zwischen den einzelnen Gruppen der hergehörigen Genera gemäss ihrem Ges9,mmtbau ziehen lassen. Das Genus Calanus ist das einzige unter den Calaniden, welches einen 3 gliederigen Innenast am 1. Paare und im § Geschlecht ein den vorderen Paaren ähnliches, mit einem Innenast versehenes 5. Fusspaar be- sitzt. Einen 2- oder 1 gliederigen Inrenast am 1. Paare und einen 3 gliederigen am 2. bis 4. Paare haben die unten als Paracalanina und Eucalanina bezeichneten Subfamilien; der Innenast ist 1 gliederig am 1., 2 gliederig am 2., 3 gliederig am 3. und 4. Paare bei den Clauso- calanina und Scolecithrichina, endlich ist derselbe 1 gliederig an den beiden ersten und 3 gliederig an den beiden folgenden Paaren bei den Aetidiina (mit einer Ausnahme) und bei Euchäta. Wie die Schwimmfüsse, so sind bei Calanus auch die übrigen Körpertheile und GUedmaassen fast in jeder Hinsicht vollzähliger gegliedert und reicher mit Anhängen ausgestattet als bei den anderen Subfamilien: auch ist eine gi'össere Gleichmässigkeit der ganzen Organisation nicht zu verkennen, so dass keine Gliedmaasse vor der anderen und kein Theil einer solchen vor dem anderen in so entschiedener Weise hervor- oder zurücktritt, wie es an irgend welchen Punkten bei den anderen Subfamilien der Fall ist. Diese Eigenschaften machen das Genus zum Ausgangspunkt für eine Vergleichung der Genera der Amphaskandria geeignet und erfordern für dasselbe die be- sondere Subfamilie der Calanina. Manche Eigenschaften, wie die Zahl und Gleichförmigkeit der Anhänge der vorderen Antennen, werden in keiner der übrigen Subfamilien erreicht, und das Gleiche gilt von den in der Diagnose des Genus Calanus (s. unten) aufgeführten Eigenschaften der Schwimmfüsse; in anderen Merkmalen kommen einzelne Genera oder Gruppen dem Genus nahe, übertreffen es auch wohl in sehr seltenen Fällen durch die Ueberzahl eines Gliedes (am Aussenast der hinteren Antennen) oder einer Borste (an den Innenrandanhängen der Maxillen), bleiben dafür dann aber in anderer Hinsicht um so mehr zurück. In den secun- dären Sexualcharakteren der cf , sowohl in der Um- und Rückbildung der vorderen GUed- maassen, wie in der Anpassung des 5. Fusspaares an die Hülfsfunction bei der Begattung treten eine Reihe von Abstufungen auf; doch ist im Gegensatz zu mehreren der übrigen Sub- familien hen'orzuheben, dass das 5. Fusspaar, trotz seiner wechselnden Form, immer umfang- reich und reich gegliedert ist, und dass ferner bei den cT die Aussenrandborsten am Endtheil des hinteren Maxillipeden lang, dick und reich gefiedert sind. Die Paracalanina [Calocalanus, ParacalanUrS, Aa'ocalamis) und z. Th. auch die Eucalanina [Eucalamis, Rhincalanus, Meci/nocera) machen den Eindruck von degenerirten Calanina, die wie in der Körpergrösse , so auch in vielen anderen Merkmalen zurückgegangen sind, ohne sich zum Ersatz dafür in anderer Richtung weiter entwickelt zu haben. Obwohl diese beiden Gruppen durch Calocalanus einer- seits und Mecynocera (das durch sein 5. Fusspaar auch auf Calanus weist) andererseits in nahe Beziehung zu einander gebracht werden, so ergeben die Streckung des Vorderkopfes, die Reduction der weiblichen Abdomen-Segmente, die Kürze der Schwimmfüsse, die Form der Endborste am Aussenast des 1 . Paares derselben, die Gliederung des Aussenastes und der ganze Habitus der hinteren Antennen, endlich die Eigenthümlichkeiten im Bau der Mandibel doch Merkmale, die die Eucalanina als besondere Subfamilie kennzeichnen. Die vorderen Antennen

Entwicklung und Begründung des Systems. Subfamilien der Familie Calanidae. Eucalanina. Ig

der Eucalanina theilen mit denen von Calamis und der Paracalanina die geringe Grösse der Aesthetasken, die Sonderung der beiden Endglieder und speciell mit Calanus die eigenthümliche Befiederung der Hinterrandborsten am 23. und 24. GUede, unterscheiden sich aber von Jenen durch die völlige Verschmelzung des 1. und 2. und des 8. und 9. Gliedes und von allen Amphäs- kandria durch den Mangel eines Aesthetasken am Endgliede und durch die Befiederung sämmtlicher Vorderrandborsten. Die hinteren Antennen zeichnen sich dadurch aus, dass das Endstück des 7. Aussenastgliedes , das überall die 3 Endborsten trägt, hier zu einem selb- ständigen, deutlich abgesetzten Gliede geworden ist. Andere Eigenschaften, wie die relativ geringe Länge dieses 7. Gliedes, das gestreckte Basale, die relativ grosse Länge des Innen- astes und der Borsten der ersten beiden Aussenastglieder [Calanus), die Form des distalen Innenastgliedes theilen noch andere Genera und zwar besonders die Paracalanina ; aber alle diese Eigenschaften zusammen machen den Bau der 2. Antenne sehr charakteristisch für die Gruppe. Die Kaulade der Mandibel ist der von Calanus ähnlich und bei Mecynocera zeigt auch der übrige Theil der Gliedmaasse durch die Zahl der Borsten an den beiden Innen- astgliedern Beziehungen zu Calanus und den Paracalanina; im Uebrigen aber ist diese Glied- maasse bei den Eucalanina sehr eigenthümlich , aber keineswegs bei den 3 Genera überein- stimmend gebaut ; denn während bei Mecynocera das distale Basalglied gewöhnliche Maassverhält- nisse hat, so ist dies Glied bei Wiincalanus und ganz besonders bei Eucalanus lang gestreckt, und während bei Rhincalanus und besonders bei Mecynocera der Aussenast kleiner als der Innenast ist, so ist bei Eucalanus in noch höherem Grade das Umgekehrte der Fall. Die Maxille von Mecynocera zeigt von der bei Calanus und den Paracalanina kaum Abweichungen (2. Aussenrandlobus wie bei diesen ohne Borste, 2. Innenrandlobus wie bei jenem mit 2 Vorder- fläch enborsten) ; mehr difFerirt schon Rhincalanus durch den Mangel des 2. Innenrandlobus, in der Form des 1 . Innenrandlobus und seiner Anhänge, in der relativen Kleinheit des 3. Innen- randlobus und dem Ausfall einer Anzahl von Borsten am 2. Basale und den Aesten; z. Th. noch stärkere, andersartige und nicht immer bei sämmtlichen Species auftretende Differenzen zeigt Eucalanus: der 2. Innenrandlobus fallt meist aus, das 2. Basale mit den Aesten ist lang ge- streckt, der Aussenast articulirt (abweichend von allen Amphaskandria) in der Mitte des Aussen- randes des 2. Basale und hat nur 5 6 Borsten, der 1. Innenrandlobus ist mehr pyi'amidenförmig, der 2. und 3. relativ klein, die Borsten des 1. Aussenrandlobus lang, der 2. wie bei Calanus mit Borste. Trotz alledem nähern sich die Maxillen der Eucalanina in ihrem ganzen Cha- rakter denen von Calanus und der Paracalanina und auch der Clausocalanina mehr als denen der Aetidiina. An dem 1 . Maxillipeden ist ein 6. Lobus, wie bei Calanus und den Paracalanina, vorhanden und wie bei diesen die Vorderflächenborsten des Innenastes mit denen des Basale gleichartig gebaut; Eucalanus weicht von Calanus besonders durch den Mangel von Borsten am Innenast, und Rhincalanus ausserdem noch durch den Ausfall der Aussenrandborste ab. Der 2. Maxilliped von Mecynocera ist wie bei den Paracalanina gebaut, und der von Eucalanus weicht von Calanus auch nur wenig ab; der von Rhincalanus dagegen hat einen relativ kür- zeren Innenast. Eigenthümlichkeiten an den Schwimmfüssen zeigen sich in der relativen Kürze

J4 Entwicklung und Begründung des Systems. Subfamilien der Familie Calanidae. Paracalanina.

der hinteren Paare (im Verhältniss zum Rumpfe) und der Kürze der Aeste (im Verhältniss zum Basale); gemeinsam mit Calanus ist der Gruppe die Zahl der Innenrandborsten aller Aussen- äste und der ungezähnelte Saum ihrer skalpellförmigen Endborste, und ausserdem mit den Paracalanina die 3 gliederigen Innenäste des 2. 4. Paares; aber bei Mecynocera ist der Innen- ast des 1. Paares nur noch 1 gliederig, und bei Rhincalmms ist der Aussenast des 1. Paares 2 gliederig; dazu kommt, dass die Endborste des Aussenastes des 1. Paares ebenso gebaut ist wie diejenigen der folgenden Paare, ein Merkmal, das ausschliesslich den Eucalanina eigen ist; in manchen anderen Punkten, so in der Zahl der Aussenranddornen des 3. Aussenastgliedes aller Paare ^ausgenommen Mecynocera, wo an jedem Paare ein Dom ausfö-llt) und in der Zahl der Anhänge des Innenastes im 3. und 4. Paare zeigt sich Uebereinstimmung mit den Clauso- calanina, Aetidiina etc. So hat Eucalanus im Bau der Ruderfüsse die meiste Verwandtschaft zu Calanus, während JRhincalanus sich durch die Zweigliederigkeit des Aussenastes im 1. Paare, die Kürze des 3. Aussenastgliedes und den Bau der Aussenranddornen schon weiter davon entfernt; die Ruderfüsse von Meci/nocera machen trotz mancher engen Beziehungen zu denen von Calanus durchweg einen rudimentären Eindruck. J)'\e männlichen Sexualcharaktere weichen von denen der Paracalanina und der meisten Calanus-Axten dadurch ab, dass an den vorderen Antennen keine Reduction der Glieder eintritt; das 5. Fusspaar von Rhincalanus nähert sich dadurch an das von Calanus an, dass der linke Fuss zweiästig ist, während es bei Eucalanus, wie bei den Paracalanina 2 einästige Füsse hat, von denen der rechte fehlen kann. Die Rück- bildung der Mundtheile variirt schon innerhalb des Genus Eucalanus. Von den Eucalanina leitet Calocalanus durch die bei ihm allerdings geringer ausgebildete Streckung des Vorder- kopfes und weniger starke Reduction der weiblichen Abdomen -Segmente, femer auch durch eine theilweise Verschmelzung der Furca mit dem Analsegment, zu den Paracalanina über, denen sich das Genus in sonstigen Merkmalen enge anschliesst. Bei den Paracalanina sind die vorderen Antennen in der VoUzahl ihrer Glieder (das 8. vom 9. Gliede immer noch erkennbar getrennt; das Endglied gesondert und lang), in der Verkümmerung der distalen Borste des 8. Gliedes und in der geringen Grösse der Aesthetasken denen von Calanus ähnlich, unterscheiden sich aber durch die weit geringere Zahl von Anhängen und durch die stärkeren Differenzen der Anhänge der einzelnen Glieder. Die 2. Antenne ist im Ganzen der von Calanus ähnlich, zeigt aber auch starke Beziehungen zu den Eucalanina in der relativen Länge des Innenastes und der Borsten der ersten beiden AussenastgUeder, in der relativen Kürze des 7. Aussengliedes (besonders Calocalanus) und in der Form des distalen Innenastgliedes. Die Mandibel ist der von Calanus sehr ähnlich, hat dieselbe weite Zahnlücke zwischen dem 1. (ventralen) und dem 2. Zahne und beide Hinter- flächenborsten am 2. Innenastgliede ; die Kaulade von Paracalanus und Acrocalanus zeichnet sich durch ihre Breite aus. Die Maxülen zeigen nur geringe Abweichungen von der von Calanus durch den Ausfall einiger Borsten (so derjenigen des 2. Aussenrandlobus). Der 1. Maxilliped hat mit dem von Calanus, der Clausocalanina und Eucalanina das Gemeinsame, dass ein 6. Lobus vorhanden ist, und dass die Vorderiiächenborsten des Innenastes in Länge und Ausstattung mit Fiedern denjenigen des Basale gleichartig sind; er schliesst sich aber

Entwicklung und Begründung des Systems. Subfamilien der Pamilie Calanidae. Clausocalanina. JJ

specieller an den von Calanus durch den Besitz je einer Hinterflächenborste am 1. und 2. Innen- astgliede und durch das Vorhandensein einer Aussenrandborste an. Der 2. Maxilliped ist dem bei Calanus ähnlich: sein Innenast ist wie dort länger als das 2. Basalglied, und der 4. Lobus des 1. Basalgliedes hat ebenfalls 4 Borsten, während der 3. eine Borste weniger als dort hat. Die Schwimmfüsse theilen mit Calanus die Zahl der Aussenranddornen am 3. Aussen- astgliede des 1. Paares und an allen Aussenastgliedern des 2. 4. Paares, die Zahl der Innen- randborsten des Aussenastes an allen Paaren, die Zahl der Borsten des Innenastes am 4. Paare und den ungezähnelten Saum der Endborste der Aussenäste; dagegen weichen sie von Calanus ab in der Zweigliederigkeit des Innenastes am 1. Paare, im Mangel der Aussenranddornen am 1 . und 2. Aussenaslgliede desselben Paares, in der geringeren Zahl der Innenrandborsten am letzten Innenastgliede des 1 . 3. Paares ; gemeinsam ist den 3 Genera der Paracalanina noch die Ausstattung mit Stacheln an den Basalia und den Aesten. Im Habitvis zeigen die Schwimm- füsse von Calocalanus die meiste und die von Acrocalanus die geringste Verwandtschaft mit denen von Calanus; durch den Mangel der Borste am 2. Basalgliede des 1. Paares jedoch und den Mangel der Aussenrandborsten am Innenaste desselben Paares wird Calocalanus, und durch die letztere Eigenschaft auch Paracalanus, wieder weiter von Calanus entfernt als das Genus Acrocalanus. In den secundären Sexual-Charakteren der cf , soweit sie die Gliedmaassen des Kopfes betreflfen, zeigen die Paracalanina Uebereinstimmung mit derjenigen Gruppe der Calamis- Arten, in welcher die stärkste Rückbildung eingetreten ist; das 5. Fusspaar ist beiderseits einästig ; der rechte Fuss hat weniger Glieder als der linke und kann sogar ausfallen ; an den vorderen Antennen verschmelzen eine grössere Zahl der proximalen Glieder; auch das End- glied kann mit dem vorletzten verschmelzen und ist immer verkürzt.

Aus der Gruppe von Genera, deren Innenast im ersten Fusspaare 1-, im zweiten 2-, im dritten und vierten 3 gliederig ist, scheiden die Scolecithrichina durch eigenthümliche Bil- dungen an ihren Maxillipeden und andere Merkmale aus, die weiter unten angeführt werden sollen. Der Rest dieser Genera, den ich als Clausocalanina zusammenfasse, ist besonders durch die Genera Clausocalanus und Spinocalanus an Calanus und die Paracalanina angeknüpft und zeigt andererseits die beginnende Entwicklung von Merkmalen, welche die Aetidiina und Euchätina und z. Th. auch die Scolecithrichina charakterisiren. Im Bau der vorderen Antennen schliesst sich Clausocalanus durch den Reichthum an Anhängen an Calanus an und kommt ihm darin weit näher als irgend ein anderes Genus der Amphaskandria , unter- scheidet sich aber von Calanus und nähert sich den Aetidiina durch die Verkürzung und Verschmelzung des Endgliedes; umgekehrt erinnern die übrigen Genera [Ctenocalanus, Pseudo- calanus, Drepanopus, Möbiamis, Spinocalanus) an Calanus durch die Selbständigkeit des End- gliedes, unterscheiden sich aber von Calanus durch die geringe Zahl der Anhänge, wodurch sie sich den Paracalanina nähern, von denen sie sich aber, ebenso wie von Calanus, durch die ge- ringere liänge des Endgliedes unterscheiden ; in der ganzen Gruppe aber ist das 8. und 9. Glied völlig verschmolzen. An den hinteren Antennen verschmilzt das 2. und 3. Aussenastglied wie bei den Scolecithrichina; die Borsten an den beiden ersten Aussenastgliedern sind noch voll-

Jg Entwicklung und Begründung des Systems. Subfamilien der Familie Calanidae. Clausocalanina.

zählig (je 2) vorhanden, aber kürzer als bei Calanus; bei Möhianus , Drepanopus und Pseudo- calanus erinnert die Form des 2. Innenastgliedes etwas an die Eucalanina und Paracalanina. Die Mandibel ist der von Calanus sehr ähnlich, etwas weniger zwar die von Spimcalanus, besonders aber die von Clausocalanus und Möbiatitis, wo sie auch den beutelförmigen Anhang am 1 . Innen- astgliede besitzt. Die Maxillen weichen nur in wenigen Punkten von denen der Calanina ab, so im Ausfall der Borste des 2. Aussenrandlobus (wie bei den Paracalanina u. a.]; andere Differenzen von Calanus finden sich nur bei einzelnen Genera, so die mehr rhombische Form des 1. Innenrandlobus bei Möhianus und Spinocalanus, die Zahl der Vorderflächenborsten des 2. Innen- randlobus bei Drepanopus, Ctenocalantis , Spinocalanus (3) und bei Möhianus (1), die Zahl der Hinterflächenborsten des 2. BasalgHedes bei Clausocalanus, Drepanopus, Pseudocalanus, Möhianus, Spimcalanus (4) , die Zahl der Vorderflächenborsten des J . Innenastgliedes bei Drepanopus, Pseudo- calamis (4) und derjenigen des zweiten bei Drepanopus, Pseudocalanus und Möhianus (4). Der

1. Maxilliped stimmt mit dem von Calanus und der Paracalanina nahe überein, doch fallen, wie bei den meisten Eucalanina, die Hinterflächenborsten des 1. und 2. Innenastgliedes aus, und eine Aussenrandborste ist nur bei Spinocalanus vorhanden; während dies Genus hierin auf Calanus und die Paracalanina hinweist, knüpft es andererseits durch die relative Kürze seiner Innen- randborsten an die Aetidiina an. Der 2. Maxilliped ist dem von Calanus und der Paracalanina ähnlich; doch ist der Innenast bei Drepanopus und Pseudocalanus schon etwas kürzer als das

2. Basalglied, und der 4. Lobus des 1 . BasalgUedes hat nur 3 Borsten. Die Schwimmfüsse haben (zunächst von Spinocalanus abgesehen) mit denen der Aetidiina, Scolecithrichina und Euchätina gemeinsam die Reduction der Glieder des Innenastes im 1. Paare (l) und 2. Paare (2), den ge- zähnelten Rand der Endborste des Aussenastes, den Ausfall der Irinenrandborste am 1 . Aussen- astgliede des 1. Paares, die Zahl der Innenrandborsten (3) am 3. Aussenastgliede des 1. Paares und der Innenrandborsten (4) und Aussenranddornen (3) am 3. Aussenastgliede des 2. 4. Paares, die Zahl der Innenrandborsten (1) am 2. Innenastgliede des 3. und 4. Paares und die Zahl der Borsten [i -\- 1) am 3. Innenastgliede des 3. und 4. Paares; in allen diesen Merkmalen weichen die Clausocalanina (abgesehen von Spinocalanus) von Calanus und den Paracalanina ab. Spino- calanus stimmt im ganzen Habitus der Schwimmfüsse und in manchen der genannten Einzel- heiten (Gliederung des Innenastes im 1. und 2. Paare, Zähnelung der Endborste der Aussen- äste, Zahl der Aussenranddornen am 3. Aussenastgliede des 2. 4. Paares und Zahl der Innen- randborsten des 2. und 3. Innenastgliedes im 2. 4. Paare) durchaus mit den übrigen Genera überein, nimmt aber, indem er in der Zahl der Innenrandborsten des 3. Aussenastgliedes aller Paare und der Aussenrandborsten am 3. Innenastgliede des 3. und 4. Paares sich an Calanus und die Paracalanina anschliesst, eine Mittelstellung ein; die Verwandtschaft zu Calanus etc. ist jedoch offenbar geringer. Was die Clausocalanina von den Aetidiina (mit Aus- nahme von Gaetamis) und den Euchätina trennt, ist die Zweigliederigkeit des Innenastes des 2. Paares, die sie mit den Scolecithrichina th eilen; den letzteren gegenüber sind sie charakterisirt durch den ganzen Habitus der Schwimmfüsse: Basale wie Aeste sind schlanker im Verhältniss zur Breite (für Clausocalatius nur für das 4. Paar, nicht für das eigenthümlich gebaute 2. und

Entwicklung und Begründung des Systems. Subfamilien der Familie Calanidae. Scolecithrichina. J 'J

3. gültig), die Aussenranddornen der Aussenäste schwächer, die Endsäge feiner gezähnelt, das

1. Basalglied regelmässiger gebaut i^ohne den Absatz am Innenrande), der Innenrand des Basale weniger reich gefiedert. Die Sexualcharaktere des c^ sind in sehr verschiedenem Grade ausgebildet; ein gemeinsamer Charakter findet sich, ausser in der vollzähligen Gliederung des Abdomens und der Verstärkung der Aesthetasken , nur in der Verkürzung des Analsegmentes. Die am stärksten ausgebildeten, an eine Gruppe der Calamts - A-rten sich anschliessenden Umfor- mungen der Kopfgliedmaassen weist ßlausocalanus auf, wo sogar das Rostrum zurückge- bildet ist; ähnlich verhalten sich auch Drepanopus und Pseudocalanus, wo die Rückbildung einen minder hohen Grad erreicht; bei Möbianus endlich weichen die Gliedmaassen von den hinteren Antennen bis zum 4. Fusspaar wenig von den weiblichen ab. Das Charakteristische der SubfamiUe der Scolecithrichina {ScolecithrLv, Xanthocalanus, Phaenna) scheint vornehmlich in einer Ausbildung der sensorischen Fähigkeiten auf Kosten der masticatorischen zu liegen; denn während nicht blos die Aesthetasken an den vorderen Antennen stärker als sonst ent- wickelt sind, und sogar ähnliche Organe am 1. und zuweilen auch am 2. Maxillipeden auf- treten, so zeigen die Loben der Mandibel und Maxille, die beim Zerkleinem der Nahrung functioniren, einen schlanken, schwächlichen Bau. Die vorderen Antennen nähern sich denen der Aetidiina, doch haben die von Xanthocalanus und Phaenna wie die meisten Clausocalanina ein selbständiges Endglied; eigenthümlich ist der Gruppe die Grösse der Aesthetasken, worin ihnen unter den Clausocalanina die Genera Möbianus und Drepanopus am nächsten kommen. An den

2. Antennen sind, wie bei den Clausocalanina, das 2. und 3. Aussenastglied verschmolzen und die Borsten des 1. und 2. Aussenastgliedes noch weiter verkümmert als bei diesen, ja sie können ganz fehlen; doch sind die Endborsten des 2. Innenastgliedes, wenigstens zum Theil, gefiedert; einige Scolecithrij^-AYten haben, wie die Paracalanina und Eucalanina, einen relativ langen Innenast. Die Mandibel zeichnet sich durch die Länge (besonders bei Phaenna) xind schwache Bezahnung ihrer Kaulade aus. Aehnliches gilt von den Maxillen : die Articulationen haben Neigung zu verstreichen, die Borsten sind, auch wo sie grössere Länge haben, dünn und in geringerer Zahl vorhanden. Der einzige Theil, der hievon nicht betroffen wird, ist der proximale Aussenrandlobus , er springt aus dem Körper des Basale heraus und sein Rand ist meist stark convex. Auch der proximale Innenrandlobus zeigt sich gegenüber Calanus, den Paracalanina und Clausocalamis nur durch den Verlust einiger Borsten im Nachtheil ; im Uebrigen hat er, und besonders seine Borsten, die Neigung, sich in die Länge zu strecken, und seine Anhänge rücken eng zusammen an sein distales Ende. Schon die distalen Loben beider Ränder sind relativ kleiner und schlechter mit Borsten ausgestattet als dort; in höherem Grade aber gilt das von dem 2. Basalgüede und den Aesten. Bei Xanthocalanus hat ersteres zwar noch die gleiche Länge wie der 1. Innenrandlobus, ist aber schon viel schmäler, und bei den anderen Genera ist es zusammen mit dem Innenast noch nicht so lang wie der 1. Innen- randlobus; der Innenast verschmilzt mit dem 2. Basalgliede und zeigt eine gradweise Ver- schmelzung und Verkürzung seiner Abschnitte selbst innerhalb des Genus Scolecithrix , sodass er schliesslich nur noch als ein Vorsprung des Basale existirt; dabei findet eine Verminderung

Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Pelagische Copepoden. 3

IC Entwicklung und Begründung des Systems. Subfamilien der Familie Calanidae. Aetidiina.

der Borstenzahl und -länge statt; die 4 Borsten seines 3. Gliedes haben nicht mehr die Sichelform, sondern sind mehr gerade, kürzer und fein befiedert, wodurch sie einen völlig ver- änderten Charakter erhalten. Der Aussenast erreicht mit seinem distalen Rande eben noch die (verwischte) Grenze zwischen Basale und Innenast und hat nur noch 5 10 Borsten, von denen die längsten höchstens die Länge der Maxille haben, gewöhnlich aber kürzer sind. Der 1. Maxilliped ist vor allem durch die eigenthümliche Umbildung der distalen Borsten in Schläuche oder Pinsel ausgezeichnet, ferner durch die Stellung des 3. Lobus und dadurch, dass die Hakenborste des 5. Lobus länger ist als die des vierten; in der Länge der Vorder- flächenborsten sowie in der Zahl der (umgebildeten) Borsten des Innenastes zeigen die Scole- trichina Beziehungen zu Calanus und den Paracalanina, während sie in der gedrängten Stel- lung der Loben sowie in der Stellung des Innenastes zum Basale mit den Aetidiina überein- stimmen. Die Kürze des Innenastes des hinteren Maxülipeden theilen die Scolecithrichina, mit Ausnahme einiger Species von Scolecithrix, mit den Aetidiina, von denen sie durch geringere Borstenzahl des 1 . Basalgliedes (am 3. Lobus höchstens 2 Borsten) abweichen. Die Schwimm- füsse haben Avie bei den Clausocalanina einen 1 gliederigen Innenast des 1., und 2 gliederigen Innenast des 2. Paares, weichen aber besonders durch die Breite ihrer Basalia und Aeste ab, femer durch die Zacke in der Mitte des distalen Randes des 2. Basalgliedes die sie mit Calanus theilen), durch die Spitze, in die der Innenrand dieses Gliedes (mit Ausnahme einiger ScoJedthrix- Arten) ausläuft, durch die Zähnelung am Innenrande der Zacke des 2. Aussenastgliedes, dann auch durch die Stacheln am Innenaste (die allerdings auch bei den Paracalanina und Spinocalamis vor- kommen) . Die secundären Charaktere der d' sind auch in dieser Gruppe in sehr verschiedenem Grade ausgebildet; bei PhaMnna und Xanthocalanus, wo sie es am stärksten sind, zeigen sie be- sonders in der Umbildung des proximalen Innenrandlobus der Maxillen und auch in der Streckung des hinteren MaxiUipeden Besonderheiten, die sich in den übrigen Gruppen nicht vorfinden. Es bleiben nun noch diejenigen Genera übrig, die auch im 2. Fusspaare einen 1 gliederigen Innen- ast haben, mit einer Ausnahme allerdings: bei Gaetanus ist dieser Innenast wie bei den Clauso- calanina und Scolecithrichina 2 gliederig; doch ist dies Genus im übrigen Bau der Schwimmfüsse wie in anderen Merkmalen den anderen hier zu besprechenden Genera durchaus verwandt. Unter denselben: Aetidius, Chiridius, Gaetanus, Undeuchäta, Euchirella, Euchäta, zeigt das letzt- genannte mehrere später zu erwähnende Eigenthümlichkeiten , auf Grund deren es von den übrigen, die als Aetidiina zusammengefasst werden, abzutrennen sein dürfte. Bei den Aetidiina stimmen die vorderen Antennen mit denen der Clausocalanina in der Verschmelzung des 8. und 9. Gliedes überein, specieU mit Clausocalamis in der Verschmelzung der beiden Endglieder, und mit den übrigen Clausocalanina in der geringen Zahl der Anhänge. Die hinteren An- tennen haben mit denen der Clausocalanina und besonders der Scolecithrichina die Verkümme- - rang der Borsten des 1. und 2. Aussenastgliedes gemein, besitzen dagegen wie Calanus, die Para- und Eucalanina ein selbständiges 3. Aussenastglied. Die Mandibeln schliessen sich an die der Clausocalanina an, zeigen aber die Differenzen der letzteren von Calanus in erhöhtem Grade; die Kaulade ist kräftig und mit starken, dichtstehenden Zähnen besetzt. Der Charakter der

Entwicklung und Begründung des Systems. Subfamilien der Familie Calanidae. Aetidiina. \^

Maxillen besteht in einer stärkeren Ausbildung des Innenrandes und seiner Anhänge auf Kosten des Aussenrandes. Das zeigt sich einerseits darin, dass die Anhänge des 1. Innen- randlobus ausserordentlich kräftig werden und zuweilen von Spitzen und Stacheln starren, dass der 2. Innenrandlobus kräftiger ist, und seine Anhänge sich in Form und Bewaffnung denen des ersten nähern, wobei der dritte allerdings, wohl aus Raummangel, Rückbildung erfahrt; dass ferner die Anhänge des 2. Basalgliedes und des Innenastes sich an das Ende zusammen- drängen und sich ebenfalls in bewaffnete Hakenborsten umwandeln, wobei ihre Zahl und Länge sich um so mehr reducirt, einen je kräftigeren Bau sie erhalten; dass endlich das 2. Basalglied sich in die Länge streckt, um, mit seinen Hakenborsten über den 1 . Innenrand- lobus hinwegragend, den Kaufortsatz in seiner Function zu unterstützen andererseits darin, dass der Aussenast relativ kleiner ist, kürzere Borsten trägt, dass sein distales Ende immer hinter der stets deutlichen Grenze zwischen dem Basale und Innenast zurückbleibt, und dass der borstentragende Rand des allerdings vorspringenden und stark auf die Hinterfläche des Basale gerückten J . Aussenrandlobus schmäler ist und weniger lange und weniger gut befiederte Borsten trägt. Ferner ist noch die rhombische Form des 1. Innenrandlobus und die verstreute Stellung mancher seiner Borsten hervorzuheben. Die Maxille von Aetidius bildet den Uebergang zwischen der der Clausocalanina und der der Aetidiina, zeigt aber in der Verkür- zung des Innenastes und in der starken Ausbildung einer Borste aus jeder Gruppe des 2. Basal- gliedes und des Innenastes den deutlichen Anschluss an Gaetanus und Undeuchäta. Der 1 . Maxilliped unterscheidet sich von dem der Clausocalanina hauptsächlich darin , dass die Vorderflächenborsten des Innenastes immer dünner und kärglicher mit Fiedern versehen (zu- weilen nackt) sind als die des Basale; aber auch diese letzteren sind relativ kurz, kürzer als die Gliedmaasse selber lang und zuweilen sogar als sie breit ist; ferner articulirt der Innenast nicht am distalen Ende des Basale, sondern rückt mehr oder weniger auf die Hinterfläche. Der Innenast des 2. Maxillipeden hat höchstens Vs der Länge des 2. Basalgliedes, worin die Aetidiina sich zusammen mit den meisten Scolecithrichina von den übrigen Gruppen unterscheiden. Die Schwimmfüsse des 2. Paares haben (wie die der Euchätina) einen 1 gliede- rigen Innenast, mit Ausnahme von Gaetanus^ dessen 2 gliederiger Innenast die Gruppe in diesem Punkte an die Clausocalanina anknüpft; auch darin, dass bei der einen Art dieses Genus das 1. und 2. Aussenastglied im 1. Paare verschmelzen, wie bei Undeuchäta und Euchi- rella (und den Euchätina), bei der anderen Art aber ebensowenig wie bei Aetidius und Chindivs, erweist sich dieses Genus als eine Uebergangsform ; dies gilt auch insofern von Aetidius, als. der Innenast seines 2. Paares, obwohl 1 gliederig, doch noch eine sehr deutliche Spur einer Trennung in 2 Glieder aufweist; im Allgemeinen besitzen die Schwimmfüsse der Aetidiina (und Euchätina) eine grosse habituelle Aehnlichkeit unter einander, sind weniger gestreckt als die der Clausocalanina, aber gestreckter als die der Scolecithrichina, ermangeln der für diese Gruppe angeführten Merkmale und besitzen eine besonders reiche und lange Fiederung am 1 . Basal- gliede des 1. Paares und an der Innenrandborste desselben an den folgenden Paaren. Das 5. Fusspaar fehlt stets. Die rf, die mir nur aus zwei Genera, Aetidius und Euchirella,

2Q Entwicklung und Begründung des Systems. Subfamilien der Familie Calanidae. Eucliätina.

bekannt geworden sind, schliessen sich in der Rückbildung der Mundtheile und der Verkürzung des Analsegmentes an Clausocalanus an und zeigen hierin, wie in der meist asymmetrisch auftretenden Verschmelzung des 20. und 21. Gliedes der vorderen Antennen Verwandtschaft mit den Scolecithrichina. Das Genus Euchäta schliesst sich im Allgemeinen an die Aetidiina an, hat aber in vielen Punkten einen so eigenartigen Charakter, dass ich für dasselbe die Sub- familie der Evichätina aufgestellt habe. Der Hinterkörper ist schlank und von relativ grosser Länge; der sackförmige Anhang vor der Oberlippe findet sich sonst bei keinem Genus; die Innenrandborste der Furca ist stets sehr lang, zuweilen von mehrfacher Rumpf länge. Die hinteren Antennen, Mandibeln und Maxillen sind kurz. Die vorderen Antennen sind im Ganzen denen der Aetidiina ähnlich, weichen jedoch ab durch die Verkümmerung der einen Endborste des Endgliedes, die Biegung der langen Borsten des 7. und 9. Gliedes, den Aus- fall der Aesthetasken am zweiten Glied e und der proximalen Borsten an einer grösseren Zahl von Gliedern. Die hinteren Antennen stimmen im Ganzen mit denen der Aetidiina überein, zeigen aber im Bau des Aussenastes und in einigen anderen Punkten Eigenthümlichkeiten ; ähn- liches gilt von den Mandibeln, an deren Kaulade jedoch der 6. und 7. Zahn ausfallt und deren 2. Basalglied mit Chiridius und Undmchäta durch die Verdickung der einen Borste eine besondere Aehnlichkeit hat. Ein sehr charakteristisches Ansehen haben die Maxillen durch die eigenthümliche Stellung des 2. Basalgliedes und Innenastes bekommen ; die schwache Entwick- lung des 1. Aussenrandlobus und besonders der Bau des Innenastes imd der Borsten dieses und des 2. Basalgliedes, der bei den verschiedenen Arten eine sich zwischen Gaetanus und Euchirella bewegende Abstufung zeigt, knüpft Euchäta an die Aetidiina an. Der Innenast des

1 . Maxillipeden ist (statt wie bei den Aetidiina auf der vorderen) hier auf der hinteren Fläche des Basale eingelenkt, und die Gliedmaasse unterscheidet sich ausserdem von derjenigen der Aetidiina durch das Ueberwiegen der distalen Borsten über die proximalen in Länge und Stärke und durch die Gleichartigkeit der 2. Vordei-flächenborste des 4. Lobus und der Hinterflächenborste des 5. mit den übrigen distalen Borsten. Die Kürze der Glieder des Innenastes des 2. Maxillipeden und die Stellung seiner Borsten erinnert an Undeuchäta; doch unterscheiden die Form des

2. Basalgliedes, die starke Ausbildung der Borsten des 1. Basalgliedes und einige geringere Eigenthümlichkeiten Euchäta auch, in diesem Punkte von den Aetidiina. Die Schwimmfüsse weichen in dem gestreckteren Bau des 1. Basalgliedes, der grösseren Länge der Borste am 1. Basalgliede des 4. Paares, der feinen Zähnelung der Endsäge und den Eigenthümlichkeiten am Aussenaste des 2. Paares von den Aetidiina ab; im Bau des Aussenastes des I.Paares hat Euchäta Aehnlichkeit mit Undeuchäta. Die Sexualcharaktere des cf zeigen in der Rück- bildung der Mundtheile, der Gliederung des Abdomens, der Verküi'zung des Analsegmentes üebereinstimmung mit denen der Aetidiina; Besonderheiten sind aber auch hier vorhanden, namentlich in der Wiederherstellung der Dreigliederigkeit des Aussenastes des 1. Fusses und im Bau des 5. Fusspaares.

Genera der Eucalanina. In der ganzen Gestalt des Rumpfes imd besonders in dem Mangel von Articulation zwischen Analsegment und Furca erweisen sich die Genera Eucalamis

Entwicklung und Begründung des Systems. Subfamilien der Familie Calanidae. Genera. 21

und Rhincalanus dem Genus Mecynocera gegenüber als verwandt, zeigen andererseits aber be- trächtliche Unterschiede, von denen einige (die regelmässige Gestalt und relative Länge der Mandibel, der Besitz des 5. Fusspaares) das Genus Rhincalanus zu Meci/nocera in Beziehung bringen.

Genera der Paracalanina. Die Genera Paracalanus und Acrocalanus sind mit ein- ander näher verwandt als mit Calocalaniis, und auch die Species des letzten Genus zeigen unter einander stärkere Unterschiede als die Species jedes der beiden anderen Genera. Was mich bewog, die 4 Arten von Acrocalanus nicht dem Genus Paracalanus zu unterstellen, sind besonders Merkmale an den Fusspaaren, die diesen 4 Arten gegenüber den beiden Paraca- lamis-Arten gemeinsam sind: zunächst hat Paracalanus Q ein 5. Fusspaar, das bei beiden Arten des Genus sehr ähnlich gebaut ist; bei Acrocalanus Q fehlt dasselbe ganz oder ist höch- stens durch flache Knöpfchen angedeutet; femer lassen sich an den vorderen 4 Paaren eine Reihe durchgehender Unterschiede nennen; endlich fehlt auch bei Acrocalanus cf der rechte 5. Fuss. Demgegenüber ist Calocalanus 2 durch die geringere Zahl der Abdominal-Segmente, durch die Entwicklung von prachtvoll gefiederten oder gefärbten Borsten an der Furca, den vorderen Antennen und anderen Gliedmaassen, durch die Länge des letzten Gliedes der vorderen Antennen, durch den Mangel von Zähnchen am Aussenrande des Aussenastes der Ruderfüsse und Abweichungen in der Borstenzahl an denselben, durch eine geringere Verkümmerung des weiblichen 5. Fusspaares u. a. m. charakterisirt.

Genera der Clausocalanina. Der besonderen Stellung, welche das Genus Spinoca- lanus innerhalb dieser Gruppe einnimmt, ist oben bei der Charakteristik der Gruppe gedacht worden; ausser durch einige geringere Eigenthümlichkeiten ist es besonders durch den an Aetidius und Verwandte erinnernden Bau des 1. Maxillipeden und durch die mit Calanus übereinstimmende Zahl der Innenrandborsten am 3. Aussenastgliede der Schwimmfüsse und der Aussenrandborsten am 3. Innenastgliede des 3. und 4. Paares gekennzeichnet. Unter den übrigen Genera zeichnet sich Clausocalanus durch den Reichthum von Anhängen an den vor- deren Antennen, die Verschmelzung ihrer beiden Endglieder und den eigenthümlichen Bau des 2. und 3. Schwimmfusses aus; abgesehen von diesen Merkmalen zeigt Ctenocalanus mit Clduso- calanus grosse Uebereinstimmung, hat aber in der Neigung des 10. Gliedes der vorderen Antennen mit dem 8. und 9. zu verschmelzen und in der Form der Aussenranddomen des 3. Aussen- astgliedes am 3. und 4. Schwimmfüsse charakteiistische Merkmale. Pseudocalanus und Drepa- nopus haben besonders im Bau der 2 viel Gemeinsames, doch weicht das erstere Genus u. a. durch die geringere Entwicklung der Aesthetasken an den vorderen Antennen und den Mangel des 5. Fusspaares und sein Männchen durch den Bau der Antennen, Maxillen und des 5. Fusspaares ab. An beide Genera, und diuxh die stärkere Entwickelung der Aesthetasken und den Besitz eines 5. Fusspaares besonders an Drepanopus, schliesst sich Möbianus an, er- weist sich aber u. a. durch die Asymmetrien an Thorax und Abdomen, den Mangel eines Rostrums, die feinere Zähnelung der Endsäge seiner Schwimmfüsse und durch den Ausfall der Aussenranddomen am 1 . Aussenastgliede des 1 . Paares, ferner durch den eigenthümlichen

22 Entwicklung und Begründung des Systems. Subfamilien der Familie Calanidae. Genera.

Bau des männlichen 5. Fusses und die mangelnde Rückbildung der männlichen Mundtheile als selbständiges Genus.

Genera der Aetidiina. In der Form des einspitzigen Rostrums, das unter den Amphaskandria nur noch bei Euchäta bei den übrigen Gymnoplea aber überhaupt nicht vor- kommt, besitzen Gaetanus, Undeuchäta und die meisten Arten von Euchirella ein gemeinsames Merkmal gegenüber Aetidius, der ein colossales, sehr stark chitinisirtes, 2spitziges Rostrum hat, und gegenüber Chiridms, bei dem das Rostrum fehlt. Bei Gaetanus findet sich auf der Dor- salfläche des Kopfes in der Mediane ein diesem Genus eigenthümUcher Stachel. Die scharfe Spitze, in welche sich jederseits das letzte Thorax - Segment verlängert, ist Aetidius, Chiri- dius und Gaetantis gemeinsam, während bei den anderen das Segment einfach abgerundet ist. Die vorderen Antennen von Chiriditis unterscheiden sich von denen der übrigen durch die Kürze der Hinterrandborste des 23. Gliedes und den Mangel der proximalen Borste am 15. Gliede, und haben den Ausfall der proximalen Borste am 13. Gliede nur mit Aetidius gemein. In der relativen Länge der Aeste der hinteren Antennen zeigen die Genera fol- gende Abstufung: bei Aetidius sind die Aeste etwa gleich lang; bei den übrigen ist der Aussenast länger: er verhält sich zum Innenast wie 5:4 bei Gaetanus, wie 7:4 bei Utul- euchäta, wie 2 : 1 bei Chindius, .während seine Länge bei Euchirella zwischen dem Doppelten und Vierfachen von der des Innenastes beträgt. Chiridius und Undeuchäta zeigen noch beson- dere Aehnlichkeit in der relativen Kürze des 1. Innenastgliedes, und Euchirella hat besondere Eigenthümlichkeiten in der Verschmelzung des 1. und 2. Aussenastgliedes und dem Mangel der proximalen Borste des 7. Aussenastgliedes. An den Mandibeln von Chiridius und Undeuchäta ist die eine Borste des 2. Basalgliedes auffallend verdickt, während Chiridius durch die Klein- heit des Innenastes ausgezeichnet ist. Nach dem Bau der Maxillen könnte man die 5 Genera folgendermaassen gruppiren: Aetidius Chiridius, Gaetanus, Undeuchäta Euchirella; Aetidius schliesst sich näher als die andern an die Clausocalanina an; bei den drei folgenden Genera ist der 1. Innenrandlobus voluminöser, das 2. Basalglied gestreckter, der Aussenast kürzer; endlich liegt das Hauptmerkmal von Euchirella darin, dass das 2. Basalglied noch mehr in die Länge gezogen ist, und besonders darin, dass der Innenast zu einem kurzen, aber gut articu- lirenden und 3 bis 4 kräftige Hakenborsten tragenden Stummel geworden ist. Ausserdem weisen die 5 Genera an der Maxille folgende Eigenthümlichkeiten auf: Die 5. Borste des Aussen- randlobus ist bei Undeuchäta stark verlängert, bei Etichirella wenigstens bei einigen Arten) stark verkürzt; der 3. Innenrandlobus ist kleiner als der zweite bei Euchirella (bei den andern etwa ebenso gross als dieser) ; auch die Zahl der Borsten dieser beiden liOben sowie des 2. Basalgliedes und Innenastes ist bei den einzelnen Genera verschieden; bei Euchirella ist das 2. Basalglied länger als der 1 . Innenrandlobus und 3- bis 4 mal so lang wie breit, während es bei den anderen nur etwa doppelt so lang wie breit und nur wenig länger als der Innenrand- lobus wird ; der Aussenast ist bei Aetidius relativ länger als bei den anderen (wenigstens halb so lang wie das 2. Basalglied) und ti'ägt bei Chiridius nur 8, bei den anderen (Euchirella p. p. ausgenommen) 11 Borsten, von denen die mittleren bei Undeuchäta verkürzt sind. Die Unter-

Entwicklung und Begründung des Systems. Familien der Heterarthrandria. 23

schiede an den Maxillipeden sind weniger bedeutend und ausserdem, wie die relative Länge der 3 Abschnitte des hinteren Maxillipeden, abgestuft; nur zeichnet sich der letztere bei Und- euchäta durch die Kürze und den eigenthümlichen Bau des Innenastes aus. In dem ganzen Bau der Schwimmfüsse, und besonders in der DreigUederigkeit des Aussenastes des 1. Paares sind Aetidins und Chiridius einander ähnlich; Gaetanus, dessen Aussenast am 1. Paare eben- falls 3 Glieder haben kann und dessen Innenast am 2. Paare abweichend von allen anderen Aetidiina 2 Glieder hat, schliesst sich trotzdem im Habitus der Füsse mehr an Euchirella an, zu welchem Genus er auch durch die beginnende Umwandlung der Fiedern am 1. BasalgUede des 4. Paares in Stacheln besondere Verwandtschaft zeigt; die doppelte Spitze am Aussenrande des 1. Innenastgliedes findet sich bei TJndeuchäta und Euchirella. Aus dieser Zusammenstellung dürfte sich ergeben, dass die Verwandtschaftsbeziehungen der 5 Genera ziemlich stark durch einander laufen, und dass es kaum möglich ist, 2 oder mehrere von ihnen den übrigen gegen- über als besonders nahe stehend zu bezeichnen.

Genera der Scolecithrichina. Wie weiter unten bemerkt, ist das Genus Scoledthrix wahrscheinlich einer weiteren Theilung in Genera zu unterwerfen, und so birgt es Variationen seiner Merkmale in sich, wie sie in so weiten Grenzen bei den anderen Genera nicht vorkommen, und die es schwierig machen, das Genus den anderen gegenüber zu charakterisiren. Doch unterscheidet es sich von Xanthocalanus und Phaenna durch die Verschmelzung der beiden Endglieder der vorderen Antennen, die geringere Streckung der Mandibelladen , den Mangel der Pinselform an den Schläuchen des vorderen Maxillipeden und die geringere Verkümme- rung der männlichen Mundtheüe. Ausser in diesen Dingen zeigen Phaenna und Xanthocalanus, dem Genus Scoledthrix gegenüber, noch Verwandtschaft in der Verdoppelung des 1. Zahnes an der Mandibellade , der Gedrungenheit des 2. Basalgliedes der Mandibel und der Dicke der 3 Borsten an demselben, auch in dem Besitz der Lamellen am 2. Aussenastgliede des 4. Fusses und in dem Mangel der kleinen Spitzen an den Aussenästen der Füsse. Phaenna wiederum weicht von Xanthocalanus durch die fast kugelige Form ihres Vorderkörpers, die Kürze der Borsten an den vorderen Antennen und des Innenastes der hinteren Antennen, die grössere Länge und Schmal- heit der Mandibellade und des 1 . Innenrandlobus der Maxille (in der geringen Zahl der Borsten an diesem Lobus stimmt Ph. mehr mit Sc. überein) , durch den Mangel der Borsten am 1. Basalgliede des 4. Paares, den Mangel eines 5. Fusspaares beim $ (welches unter den 3 Genera bei Xanthocalanus die höchste Gliederzahl erreicht) und das Vorhandensein eines rechten 5. Fusses beim cf ab.

Familien der Heterarthrandria.

Zunächst ergiebt ein Ueberblick über den Bau dieser Tribus, dass der Rumpf, die Ruder- füsse und auch die vorderen Antennen keine Unterschiede bei den einzelnen Gattungen zeigen, welche zur Abgrenzung von Familien dienen könnten; dagegen finden sich solche bei den mannigfaltig gebauten Gliedmaassen des Kopfes. Wir bemerken nun einen mehr normalen Bau

24 Entwicklung und Begründung des Systems. Familien der Heterarthrandria.

derselben, wie er sich im Ganzen auch bei den Amphaskandria vorfindet, bei den Genera Centropages, Leuckartia, Disseta, Isochäta, Isias, Pleuromma, Metridia, Temora; bei den Genera Heterochäta , Hemicalanus , Augaptilus, Arietellus , Phyllopus, Candace dagegen zeigen besonders die Maxülen und vorderen Maxillipeden , bei dem Rest der Genera {Labidocera, Pontella, Änotmdoce^-a, Calanopia, Monops, Pontellina, Parapontella, Acartia, Coi-ynurd) besonders die hinteren Maxülipeden und auch die hinteren Antennen so starke Abweichungen von der Norm, dass eine Spaltung der Heterarthrandria in 3 Gruppen sich hienach ohne Schwierigkeit ausführen Hesse. Betrachtet man indessen die Abweichungen von der Norm, welche die Kopfgliedmaassen in der 2. Gruppe darbieten, etwas näher, so sieht man, dass dieselben bei einem Genus, bei Candace, einen wesentlich anderen Charakter zeigen, als bei den übrigen, und dass dieses Genus eine Reihe von Merkmalen darbietet, dui'ch die es sich der dritten der oben genannten Gruppen annähert, ohne indessen diejenige Form des hinteren Maxillipeden zu besitzen, durch welche diese Gruppe hauptsächlich gekennzeichnet wird. Es fragt sich nun, welcher systematische Rang den genannten 3 Gruppen und dem Genus Candace zu geben ist. Die beiden ersten Gruppen als besondere Familien von einander zu trennen, scheint mir unzu- lässig, weil der grösste Theil der Genera der zweiten sich im Bau des 9 5. Fusspaares enge an Centropages und andere Genera der 1. Gruppe anschliessen, weil femer mehrere Arten des Genus Hemicalanus sich den Formen mit normalen Mundtheilen in hohem Grade nähern und weil es endlich noch andere Beziehungen und Aehnlichkeiten zwischen einzelnen Genera beider Gruppen giebt, die weiter unten erwähnt werden sollen. Es dürften daher die in Frage stehenden beiden Gruppen unter einer Familie zu belassen sein. Solche Bindeglieder, wie sie zwischen denselben aufzuweisen waren, fehlen nun, wenn Avir zunächst von Candace absehen, zwischen jenen beiden und der dritten Gruppe, welche die bisher als Pontellidae zusammengefassten und andere, nach meinet Ansicht mit denselben verwandte Genera enthält. Wir hätten daher zunächst die Heterarthrandria in die beiden Familien der Centropagidae und Pontellidae zu gliedern. Was diese beiden Familien von einander trennt, ist, wie schon oben p. 10 gezeigt, nun nicht in erster Linie der Bau des Auges und der männlichen Greiforgane, als vielmehr der Bau des hinteren Maxillipeden und der hinteren Antenne. Bei den Centropagiden ist der hintere Maxüliped ganz nach dem Typus der Calaniden gebaut, wenn er auch gerade bei Centropages durch die stärkere Kerbung am Innenrande des 1 . Basalgliedes und die kräftigere Bewaffnung dieses Gliedes die Eigenthümlichkeiten der Pontelliden andeutet; bei den Pon- telliden dagegen gewinnt er durch die Ausbildung des ersten Gliedes auf Kosten der übrigen Glieder ein sehr eigenthümliches Aussehen; an den hinteren Antennen der Centropagiden articulirt der Innenast stets mit dem Basale, und der Aussenast, wiewohl in etwas verschieden- artiger Weise gegliedert, hat doch stets relativ lange (nur bei Hemicalanus und Verwandten etwas verkürzte) distale Glieder, Avährend bei den Pontelliden das proximale Innenastglied mit dem distalen Basalglied mehr oder minder verschmilzt und die distalen Glieder des x^ussenastes im Verhältniss zu seinem zweiten (mit der einzigen Ausnahme von Parapontella) so stark verkürzt sind, dass man sie meistens nicht mehr als einzelne Glieder unterscheiden kann. Weitere

Entwicklung und Begründung des Systems. Subfamilien der Familie Centropagidae. 05

Merkmale zur Trennung der beiden Familien, wenn auch weniger durchgehende und durch Uebergänge verknüpfte, bieten die Maxillen der Pontelliden dar durch die relative Grösse des proximalen Basale und seiner lioben (besonders des zweiten Innenrandlobus) und die Klein- heit des distalen Basale und der Aeste, ferner die 4 vorderen Fusspaare (oder wenigstens das 2. 4.) in der Zweigliederigkeit der Innenäste, die unter den Centropagiden nur noch Temora besitzt, dann das 5. Fusspaar des $, das immer sehr zurückgebildet ist (wie allerdings auch bei Pleiiromma, Metridia und Temora), weiter die geringe Segmentzahl des $ Abdomens, die bei den Pontelliden niemals 3 übersteigt, ja zuweilen auf 1 sinkt, während sie bei den Centropagiden nie kleiner als 3 ist, endlich, allerdings nicht allen Pontelliden gemeinsam, die Asymmetrie des letzten Thoraxsegmentes und der vorderen Abdomensegmente bei den cT und die hohe Ausbildung des Auges, zu welcher sich auch bei Centropages Ansätze finden. Zwischen diesen beiden wohlcharakterisirten Familien nun steht das Genus Candace. Man kann die Merkmale dieses Genus in 3 Gruppen theilen: Erstens solche, in denen es sich an die Centropagiden anschliesst, das sind der Bau der Maxillipeden, sowohl des hinteren, der wie- wohl auffallend klein und schwächlich, doch den Familiencharakter zeigt, und dessen 1 . Glied keine Spur von dem Pontellidenbau aufweist, als auch des vorderen, der besonders dem von Heterochäta ähnlich ist, und ferner die geringe Zahl der Zähne an der Mandibellade, ein ebenfalls dem Genus Heterochäta und Verwandten zukommendes Merkmal. Zweitens solche mit Pontelliden- Charakter; das sind die Gliederung der hinteren Antennen, die Form des letzten Thorax- Segmentes und die Asymmetrie desselben und des Abdomens beim cf , die Zweigliederigkeit des Innenastes der Ruderfüsse sowie der Bau des 5. Paares in beiden Geschlechtern, endlich auch die Verlängerung des 2. Innenrandlobus der Maxillen. Drittens solche, die im Besondern für das Genus charakteristisch sind; das sind die Dicke der Basalia der hinteren Antennen und Man- dibeln, die Form des Kopfes, die Verschmelzung des 17.'^ 18. Gliedes an der männlichen Greifantenne, die erwähnte Kleinheit des hinteren Maxillipeden und Eigenthümlichkeiten der Maxille, die trotz der Grösse des 2. Innenrandlobus sich von derjenigen der Pontelliden durch Form, Haltung und Bewaffnung des zweiten Basale und des Innenastes unterscheidet. Aus dieser Zusammenstellung geht hervor, dass Candace sich beträchtlich mehr den Pontelliden als den Centropagiden annähert, und das Genus würde als besondere Subfamilie den Pontelliden zu unterstellen gewesen sein, wäre es nicht bedenklich gewesen, diese durch den Bau des hinteren Maxillipeden so gut diagnosticirte Familie durch Aufnahme eines Genus zu verunreinigen, das dieses Merkmal nicht besitzt. Da es noch weniger anging, Candace den Centropagiden zuzu- zählen, so blieb kaum etwas übrig, als für das Genus die besondere Familie der Candacidae aufzustellen.

Subfamilien der Familie Centropagidae.

Aus dem früher Gesagten ergiebt sich, dass die Centropagiden in zwei Gruppen zer- fallen, in solche mit normal gebauten Kopfgliedmaassen und in solche, bei denen dieselben '

Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Pelagische Copepodon. 4

26 Entwicklung und Begründung des Systems. Subfamilien der Familie Centropagidae.

sich von der Norm mehr oder minder stark entfernen. Die Letzteren, es sind die Genera Heterochäta, Hemkalanus, Augaptilus, Arietellus, Phi/Ilopus, sollen als Subfaniilie Heterochätina ') zusammengefasst werden. Unter den übrigen Genera dürfte dem Genus Centropagcs eine be- sondere Stellung zu vindiciren sein, ähnlich derjenigen, wie sie das Genus Calanus unter den Amphaskandria hat, da es durch die vollzählige Gliederung seines Vorderkörpers und durch die (allerdings nicht ganz so vollkommen wie bei Calanus entwickelte) Glcichmässigkeit in der Ausbildung seiner Gliedmaassen einerseits und anderseits durch gewisse, oben erwähnte, auf die Pontelliden hindeutende Merkmale einen Ausgangspunkt zur Betrachtung aller Heterar- thrandria bietet. Was den Rest der Genera am auffälligsten in zwei Gruppen spaltet, ist der Bau des Q 5. Fusspaares und ferner Eigenthümlichkeiten in der Gliederung der vorderen und hinteren Antennen, in welchen Leuckartia und Verwandte sich von dem Typus mehr entfernen als Temora und Verwandte, und zu einzelnen Heterochätinen- Genera Beziehungen zeigen. Ausser den Heterochätina wären demnach innerhalb der Familie der Centropagidae noch die Sub- familien Centropagina, Leuckartiina, Temorina zu unterscheiden. Unter den Familien mit normalen Kopfgliedmaassen schliessen sich die liCuckartiina an Centropaqes besonders in der Form des 5. Fusspaares an, das beim Q den Bau der vorderen Füsse hat und mit dem von Centropages fast immer nicht nur in der Gliederung, sondern auch darin übereinstimmt, dass die Innenrandborste des mittleren Aussenastgliedes eine besondere Gestalt besitzt, wenn sie auch mit dem Gliede nicht verschmilzt; auch das männliche 5. Fusspaar ist, soweit bekannt, dem von Centropages ähnlich; allerdings ist die Zahl seiner Glieder geringer und es fehlt ihm die kräftige Zange. Dagegen unterscheiden sich die Leuckartiina von Centropages besonders durch die Spaltung des 2. Gliedes der vorderen Antennen und desjenigen des Aussenastes der hinteren Antennen sowohl als durch die Segmentzahl des weiblichen Abdomens. Umgekehrt nun stimmen die Temorina in der Gliederung des Aussenastes der hinteren Antennen und des Q x\bdomens mit Centropages überein, weichen aber in der Form des 5. Fusspaares von diesem Genus ab. Zwar besitzt dasselbe bei Isias $ noch ein Innenast- Rudiment und auch eine dornförmige Innenrandborste am 2. Aussenastgliede , aber es bleibt klein und kann nicht mehr als den vorderen Füssen ähnlich bezeichnet werden; bei den anderen 3 Genera aber wird es ganz rudimentär. Während die Kopfgliedmaassen bei den Temorina, und auch nur bei einem Theile von ihnen, höchstens in der erwähnten Spaltung des 2. Gliedes der vorderen Antennen Ab- weichungen von der Norm zeigen, während bei den Leuckartiina zu dieser Abweichung nur noch die Spaltung des 2. Aussenastgliedes der hinteren Antennen hinzukommt, treten bei den Hetero- chätina ausser diesen nun noch eine Reihe weiterer Anomalien auch an den folgenden Mund- gliedmaassen auf: Streckung des Aussenastes der Maxillen unter Rückbildung und selbst Ver- lust der Innenrandloben und des Innenastes, geringe Zahl der Zähne an der Mandibellade, Kleinheit, zuweilen Mangel des Innenastes der Mandibel, Reduction der Glieder des Aussen-

1) Den Namen Hemicalanina vermeide ich wegen seiner Aehnliclilieit mit den zu den Amphaskandria ge- hörigen Paracalanina, Eucalanina etc.

Entwicklung und Begründung des Systems. Subfamilien der Familie Centropagidae. Süsswasser-Genera. 27

astes der hinteren Antennen, Rückbildung der proximalen Loben am vorderen Maxillipeden. So sehr diese Genera sich durch solche Merkmale von Centropages entfernen, so nähern sie sich ihm doch wieder im Bau des 5. Fusspaares in nicht geringerem Grade als die Iveuckartiina : dasselbe hat bei den 5 ganz den Bau der vorderen Schwimmfüsse, 3 gliederige Aeste und auch eine besonders gestaltete Innenrandborste am 2. Aussenastgliede ; nur bei Phyllopus fehlt der Innenast.

Zu den Centro]>agiden gehört ferner, wie schon oben (p. 4) erwähnt, das Genus Pseudocyclops Brady (1878, p. 81); seine Einfügung in eine der Subfemilien stösst auf Schwierigkeiten ; denn der Calaniden-ähnliche Bau der Maxillen und Maxillipeden dürfte zwar das Thier von den Heterochätina ausschliessen ; aber wenn man nun nach der Dreigliederigkeit der beiden Aeste des weiblichen 5. Fusses geneigt wäre, das Genus zu den Centropagina oder Leuckartiina zu stellen, so spricht dagegen wiederum der Bau der auf wenige Glieder reducirten Aeste des männlichen 5. Fusspaares ; eine Entscheidung über die Zugehörigkeit des Genus wäre nur nach Autopsie zu treffen (die mir nicht möglich war), zumal die Darstellung der hinteren Antenne, deren Aussenast als 2 gliederig angegeben und deren Innenast 3 gliederig gezeichnet wird, auch Bedenken gegen andere Angaben erwecken muss.

Es ist hier der Ort, derjenigen Genera unter den Gymnoplea zu gedenken, welche im süssen Wasser leben und bisher als »Süsswasser-Calaniden« bezeichnet wurden, und es ist eine immerhin bemerkenswerthe Thatsache , dass diese Genera sämmtlich der Familie der Centro- pagidae angehören. i^Uerdings giebt es auch unter den Calaniden [Pseudocalanus) und den Pontelliden [Acartia) Genera, von welchen einzelne Arten in Meeresbuchten von sehr schwachem Salzgehalt eindringen, aber diejenigen Genera, von welchen alle Arten oder ein Theil der- selben in Flüssen und süssen Binnenseen leben, sind ausnahmslos Centropagiden. Dieselben sind von de Guerne & Richakd (1889) in einer systematischen Monographie behandelt worden, die in erwünschter Weise eine Lücke meiner Arbeit ausfüllt und mir den nothwendigen Ver- zicht auf eine eingehendere Bearbeitung erleichtert; ich beschränke mich daher auf einige Worte über die systematischen Beziehungen der Süsswasser- Centropagiden zu ihren marinen Verwandten. de Guerne & Eichard unterscheiden die folgenden 9 Genera: Diaptomus, Broteas, Heterocope, IJmnocalantts , Eurytemora, Epischura, Osphrantkiim, Poppella, Boeckella und ziehen in dem Abschnitte über die Beziehungen derselben zu marinen Formen von letzteren die Genera Drepanopus, Corynura und Centropages zum Vergleich heran, die beiden ersteren' namentlich auf Grund einer Aehnlichkeit im Bau des 5. Fusspaares. So wichtig diese viel- gestaltige Gliedmaasse nun auch systematisch ist und so unentbehrlich besonders zur Unter- scheidung der zu einem Genus gehörigen Arten, so genügt sie doch nicht, um die nähere Verwandtschaft zweier Genera zu begründen, wenn nicht noch sonstige Aehnlichkeiten vor- handen sind; nun will ich die Existenz solcher zwischen Diaptomus und Drepanopus zwar nicht bestreiten, aber dieselben sind nicht grösser als sie es überhaupt zwischen den Heterarthrandria mit normalen Kopfgliedmaassen und vielen Amphaskandria sind. Von letzteren aber sind die Süsswasser-Genera durch den Besitz einer zj Greifantenne geschieden und werden eben durch

28 Entwicklung und Begründung des Systems. Subfamilien der Familie Centropagidae.

denselben an die Heterarthrandria geknüpft. Noch auffalliger fast ist Corynura, wenn auch eben- falls zu den Heterarthrandria gehörig, von Eurytemora durch den Bau der Kopfgliedmaassen verschieden. Dagegen haben in der That einige der Süss wasser- Genera - de Guerne & Richard nennen Osphranticum, Boeckella, Limnocalamis, weiterhin au.ch Poppella in dem Genus Centropages einen nahen Verwandten. Leider kenne ich von den genannten 9 Genera aus eigener Anschauung nur 5. Unter diesen steht Limnocalanus dem Genus Centropages am nächsten: die beiden letzten Thorax-Segmente sind getrennt, die distalen Borsten des vorderen Maxillipeden beträchtlich länger und stärker als die proximalen, das 5. Fusspaar des $ hat, wie die vorderen 4 Paare, 2 dreigliederige Aeste, während beim c? der linke Aussenast 2 gliederig ist (wie es scheint, ist auch das Auge, wenigstens beim cf, ungewöhnlich gross); neben diesen und anderen Aehnlichkeiten zeigen sich Unterschiede in der Form der hinteren Antennen, die einen schlankeren Innenast besitzen, der Mandibeln, deren Kaulade auffallend breit ist, des hinteren Maxillipeden, dessen Borsten abweichend gebaut sind und dessen Endglied sehr klein ist, und des 5. Fusspaares des cf, dessen rechtem Aussenast der distale Zangenhaken fehlt, weil das dritte, bei Centropages dazu umgewandelte Aussenastglied zu einem kleinen, aber vom 2. Gliede abgesetzten Knopfe verkümmert. Demgemäss dürfte das Genus Limnocalanus neben Centropages der Subfamilie der Centropagina einzuverleiben sein. Mit diesen beiden Genera stimmen 2 andere, Osphranticmn und Boeckella darin überein, dass die Aeste des 2 5. Fusspaares (wie auch die der 4 vorderen Paare) 3 gliederig sind; dagegen haben die Maxillen und Maxillipeden nicht das Aussehen wie bei jenen, sondern stimmen, soweit ich nach den Darstellungen von Forbes, Lubbock und G. M. Thomson urtheilen kann, nahe mit denen von Isias und Temora überein, und das Gleiche gilt auch von der von Brady als Centropages brevicaudatus beschriebenen Art. Ob diese Gruppe nun besser zu den Centropagina oder zu den Temorina zu zählen ist, darüber habe ich mir keine sichere Meinung bilden können, weil ich nicht Gelegenheit hatte, diese Thiere zu untersuchen. Die Genera Poppella, Diaptomus, Heterocope und Eurgtemora dürften unbedenklich zu den Temorina zu rechnen sein. Schwieriger ist die Stellung von Epischitra zu bestimmen; denn soweit sich dieses Genus durch die Eingliederig- keit des Innenastes der 4 Fusspaare und die Rückbildung des 5. Paares von Centropages zu entfernen scheint , so stimmt es doch mit ihm im Bau der Maxillipeden in hohem Grade überein, ja der hintere Maxilliped hat durch die Verkürzung des 2. und die Verminderung der folgenden Glieder mit dem der Pontelliden noch mehr Aehnlichkeit als der von Centropages; auch in dem Bau des Abdomens beider Geschlechter könnte man Beziehungen zu den Pon- telliden erblicken; dagegen ist das 5. Fusspaar beim $ und cf dem von Temora ungemein ähnlich. Das Genus Broteas wurde von Loven i. J. 1845 beschrieben und ist seitdem nicht wieder aufgefunden worden; die Beschreibung lässt, so ausführlich sie ist, ein Urtheü über die systematische Stellung nicht zu; nach der Figur vom hinteren Maxillipeden, welche de Guerne & Richard aus der mir nicht zugänglichen Griginalarbeit reproduciren, möchte das Genus kaum zu den Centropagina oder Temorina, sondern eher zu den Heterochätina gehören - Aus dem Gesagten geht hervor, dass die Süsswässer-Genera eine Gruppe eng verwandter Formen bilden

Entwicklung und Begründung des Systems. Subfamilien der Familie Centropagidae. Genera. 29

(vielleicht von Broteas abgesehen) und dass sie entweder bei den Centropagina oder Temorina, oder zwischen beiden Subfamilien ihre systematische Stelle haben.

Genera der Temorina. Das Genus Isias schliesst durch die relativ gute Ausbildung des 5. Fusspaares und durch die Andeutung einer Zweitheilung des Genitalsegmentes des $ die Temorina an die Heterochätina an und unterscheidet sich hierdurch von den anderen Genera, unter welchen es Temora in der Länge der Furca und dem Bau der Kopfgliedmaassen des $ und auch in der Greifantenne des cf nahe steht, und unter welchen wiederum Pleu- romma und Metridia dieselbe Gliederung des basalen Antennenstückes zeigen wie die Heterochätina. Letztere beiden Genera stehen einander sehr nahe ; Pleuromma weicht nur durch das eigenthüm- liche, mit einem Pigmentknopf versehene Organ am Thorax und durch Anomalien im Bau der Schwimmfüsse von Metridia ab. Beiden gemeinsam ist auch die Verschmelzung des 7. bis 9. Gliedes der vorderen Antennen, die bei Isias und Temora getrennt bleiben. Temora eigenthümlich ist die mangelhafte Gliederung der Schwimmfussäste und die kräftige Zange des männlichen 5. Fusspaares.

Genera der Leuckartiina. Unter den 3 hergehörigen Genera, von welchen ich Isochäta und Disseta nur aus je 1 weiblichen Exemplare kenne, ist Isochäta nahe mit Leuchartia verwandt, wurde aber besonders auf Grund des abweichenden und für Leuckartia sehr charak- teristischen Humpfbaues und ferner der (auf die Temorina deutenden) Zweigliederigkeit des Innenastes des 5. Fusspaares von Leuckartia abgetrennt. Stärkere Unterschiede zeigt Disseta: im Habitus', in der (an Heterochäta erinnernden) Asymmetrie der Furca, der Beborstung des proximalen Aussenrandlobus der Maxillen, der des hinteren MaSillipeden etc.

Genera der Heterochätina. Die Mehrzahl der Genera hat wie die Centropagina und Ijcuckartiina in beiden Geschlechtern ein vollzählig gegliedertes 5. Fusspaar, während bei Arietelhis u.nd Phyllopns, die ich nur in je einem Geschlecht kenne, der Innenast rudimentär wird. Unter jenen Genera sind es Hemicalanus und Heterochäta, bei welchen der Bau der Kopf- gliedmaassen noch die meiste Aehnlichkeit mit denen der vorher besprochenen Subfamilien der Centi'opagidcn aufweist; doch besitzt Heterochäta neben einer normal gebauten (abgesehen von der Gliederung des Aussenastes) hinteren Antenne einen rudimentären Innenast am vorderen Maxillipeden, und während der vordere Maxilliped von Hemicalanus an seinem proximalen Theile noch ziemlich lange Borsten trägt und an der Maxille das 2. Basalglied und der Innenast (bei einigen Arten wenigstens) noch relativ gut ausgebildet sind, so erhält hier die hintere Antenne durch die starke Verlängerung des Innenastes und die Verkürzung des Aussenastes ein charakteristisches Aussehen. Augaptihis schliesst sich an Hemicalanus zunächst an; aber eine Anzahl von Abweichungen vom Typus, die bei letzterem Genus nur in geringem Grade vor- handen sind, haben sich bei Augaptdus zu einem extremen Grad entwickelt; so ist der Innen- ast der Maxillen ganz ausgefallen, ja zuweilen verkümmern auch noch ihre sämmtlichen Loben, so dass ausser dem Basale nur noch der Aussenast übrig bleibt ; ausserdem erhalten die distalen Borsten des hinteren Maxillipeden eine relativ viel grössere Länge und eigenthümliche Bewaff- nung; die Mandibeln können ihren Innenast einbüssen, das weibliche Abdomen wird drei-

30 Entwicklung und BegrQndung des Systems. Subfamilien der Familie Pontellidae.

gliederig etc. Das Genus Arietellus, von dem ich nur die Männchen kenne, weicht von Aiiga- ptilus besonders in der Gliederung der vorderen Antennen und dem Bau des 5. Fusspaares ab. Weniger starke Abweichungen vom Typus als die letzten beiden Genera, aber nicht minder charakteristische, besitzt Fhyllopus (nur das Q. ist bekannt): ausser dem erwähnten Mangel eines Innenastes am 5. Fusspaare, der Kürze des Innenastes der sonst ähnlich wie bei Hetero- chäta gebauten hinteren Antennen, der Kürze des 1 . Basale des hinteren Maxillipeden, ist be- sonders der Bau der Maxillen eigenthümlich durch die Grösse des proximalen Innenrandlobus ; wiewohl der Aussenast dieser Gliedmaasse im Verhältnis zu den übrigen Theilen gut entwickelt ist, so entbehrt er doch der den anderen Genera der Subfamilie eigenen gestreckten Form.

Subfamilien der Familie Pontellidae.

Der Bau des hinteren Maxillipeden, auf Grund dessen die Familie von den Centro- pagidae und Candacidae hauptsächlich abgespalten wurde, kann auch verwendet werden, um die Familie selbst in 2 Subfamilien zu theilen, in die Pontellina (Genera Labidocera, Ponteila., Anomalocera, Calanopia, Mo7}ops, Ponteflina) und Parapontellina (Genera: Pai-apontella, Acartia, Corymira) ; bei Jenen ist nämlich der auf das 2 gliederige Basale folgende Endabschnitt der Gliedmaasse noch relativ lang, meist (wie bei den Centropagidae) 5 gliederig, mindestens 3 gliederig; bei Diesen ist er klein und ungegliedert oder höchstens 2 gliederig. Dazu kommt ferner, dass der Innenast der hinteren Antenne, der bei den Pontellinen den gleichen Bau wie bei den Centropagiden hat, bei den Parapontellinen ein abweichend geformtes, mehr oder minder lang gestrecktes distales Glied besitzt, dass bei Jenen der männliche 5. Fuss sehr kräftig ist und an der rechten Seite eine zuweilen sehr langhakige Zange besitzt, während bei Diesen eine Zangenbildung in nur sehr unvollkommenem Grade vorhanden ist, dass endlich bei Jenen die sämmtlichen Stücke und Loben der Maxille vorhanden sind (höchstens dass der 3. Innen- randlobus verloren geht), während bei Diesen entweder der Aussenast oder der Aussenrandlobus rudimentär werden und sogar ausser dem Letzteren noch das ganze 2. Basalglied mit den Aesten ausfallen kann. Manche auffallende Eigenthümlichkeiten der Parapontellina finden sich bereits unter den Pontellinen, so die Keduction der Gliederzahl des proximalen Theiles der vorderen Antennen bei Monops und Pontellina.

Genera der Pontellina. Das Verhältnis derjenigen Anhänge der Maxille, welche der Nahrungsaufnahme dienen (die Innenrandloben), zu den locomotorischen (2. Basale und die Aeste) zeigt Abstufungen, die sich vielleicht am besten durch das Längenverhältniss des

2. Innenrandlobus zum 2. Basalglied ausdrücken lassen; dasselbe ist bei Calanopia, wo der

3. Innenrandlobus ganz fehlt, und bei Labidocera etwa 'A» bei Ponteila Vsj bei Anomalocera 1, bei Pontellina V2, bei Monops 2 und mehr, und der Grösse entsprechend nimmt auch die Länge und Stärke der Innenrandanhänge in dieser Reihe zu, so dass bei Monops das 2. Basale und die Aeste mit ihren dünnen, kurzen Borsten nur noch als kleine Anhängsel der grossen, mit ITakenborsten bewaffneten Innenrandloben erscheinen. Ein anderes Organ, welches in ver-

Entwicklung tind Begründung des Systems. Subfamilien der Familie Pontellidae. Genera. 31

schiedcnen Graden der Ausbildung auftritt, ist das Auge, das bei Ponteila insofern seine höchste Ausbildung eiTeicht, als auch in der Basis des Rostrums eine Linse für das Ventralauge vor- handen ist, die den übrigen Genera fehlt; dorsale Cuticularlinsen für die Seitenaugen finden sich ausser bei diesem Genus noch bei Lahidocera (1 Paar wie bei Pontella) und bei Anoma- locera (2 Paar); das ventrale Auge wölbt sich bei allen dreien aus der Bauchfläche mehr oder minder stark hervor, und das Gleiche gilt auch von Monops, während es bei Pontellina flach bleibt; die beiden letztgenannten Genera entbehren der cuticularen Dorsallinsen ; hei Calatiopia habe ich überhaupt keine Linsen und auch nicht ein besonders hervortretendes Ventralauge finden können. Die Augen der cT gleichen entweder denen der $ oder sie sind besser ent- wickelt als bei diesen, und zwar bei manchen Poiitella-Arten durch stärkere Verdickung der Rostrallinse, bei Lahidocera durch einen grösseren Durchmesser der Dorsallinsen, bei Anoma- locera durch stärkere Vorwölbung des Ventralauges. Im Ganzen scheint eine aufsteigende Ent- Avickelung der Augen von Calanopia zu Lahidocera und von da zu Pontella und Anomalocera und eine absteigende von hier zu Monops und zu Pontellina vorhanden zu sein. Bezüglich der übrigen Merkmale, in welchen die 6 Genera differiren, ergiebt sich folgendes: die Seitenhaken des Kopfes finden sich stets bei Pontella und Anomalocera und sie fehlen stets bei Calanopia, Monops und Pontellina, während sie im Genus Lahidocera nicht constant sind; die beiden letzten Thoraxsegmente sind bei Pontella und Anomalocera getrennt (und also der Vorderkörper vollzählig gegliedert), während sie bei den anderen verschmelzen; unsymmetrische Auswüchse am männlichen Abdomen, zuweilen in Verbindung mit einer Umformung der rechten Ecke des letzten Thorax-Segmentes, finden sich bei Anomalocera und Monops und angedeutet auch bei Calanopia; die Zahl der Glieder an den vorderen Antennen des $ beträgt 24 bei Pontella, 23 bei Lahidocera, 20 bei Anomalocera, 18 bei Calanopia (nach Brady), 17 bis 19 bei Pontellina und 16 bei Monops; aber während hier die Bestimmung der Gliederzahl etwas arbiträr ist, so zeigen die Genera bezüglich der Gliederung des distalen Theiles der männlichen Greifantenne insofern schärfere Unterschiede, als bei Calanopia und Lahidocera hinter dem Gelenke sich noch 4, bei allen anderen nur 2 Glieder finden, und als bei Monops und Pontellina auch noch das 16. und 17. Glied verschmilzt; die mittleren verbreiterten Glieder sind bei Calanopia und Lahidocera gestreckt, bei Monops und Pontellina scheibenförmig, und bei Pontella und Anoma- locera halten sie die Mitte; die hinteren Antennen haben den relativ grössten Aussenast bei Calanopia, den kleinsten bei Anomalocera und Monops; die stumpfe Bezahnung der Mandibel- lade charakterisirt die Genera Monops und Pontelliiia, während unter den anderen sich Lahi- docera durch die geringere Zahl der Zähne auszeichnet; auch nach dem Bau der beiden Maxillipeden sondern sich die Genera Monops und PontelBia von den übrigen ab; an dem vorderen herrscht bei ihnen die Bewafi"nung der Borsten mit enge stehenden, zu Kämmen an einander gereihten Spitzen vor (bei den anderen mit weitläufigen Stacheln) und die Loben (besonders der 3. und 4.) sind gestreckter; an dem hinteren Maxillipeden von Monops und Pontellina ist das erste Glied breiter und in stärker vorspringende Lappen zertheilt als bei den anderen, und die Gliedmaasse hat ihre beiden Endglieder eingebüsst, so dass sie nur 5-, bei

QO Entwicklung und Begründung des Systems. Subfamilien der Familie PontcUidae. Genera.

Calanopia, Pontella nnd Anomalocera aber Tgliederig ist; Labidocei-a scUiesst sich in der ganzen Form der Gliedraaasse an diese, in der geringen Zalil der Glieder aber an jene Genera an, wiewohl man allenfalls noch ein 6., sehr winziges Glied unterscheiden kann ; in der Gliederung der Ruderfüsse endlich unterscheiden sich Calanopia und Labidocera von den anderen Genera da- durch, dass der Innenast des 1 . Paares, wie an den folgenden, 2 gliederig ist. Es lassen sich also eine ganze Zahl von Merkmalen anführen, durch welche die genannten 6 Genera sich gegen einander mit ausreichender Schärfe abgrenzen. Die meiste Verwandtschaft unter ihnen zeigen Monops und PonteUma zu einander, indem sie sich zugleich durch Eigenthümlichkeiten im Bau der Mundtheile in Verbindung mit der mangelhaften Entwicklung der paarigen Augen, die vielfachen Verschmelzungen von Gliedern im proximalen Theile der vorderen Antennen, die Schlaffheit der Rostralfäden, von den übrigen unterscheiden ; die Beibehaltung des Genus Pon- tellina neben Monops dürfte sich indess durch die in der Diagnose (s. u.) angeführten Merk- male rechtfertigen. Unter den 3 Genera mit dorsalen Cuticularlinsen besitzt Labidocera cha- rakteristische Merkmale in der Zweigliederigkeit des Innenastes am 1. Fusspaare, in der Re- duction der Glieder des linken Maxillipeden und der Trennung des 22., 23. und 24.~25. Gliedes der männlichen Greifantenne, während Ponteila und Anomalocera sich durch die entsprechenden entgegengesetzten Merkmale sowohl, wie durch die Vollzähligkeit der Glieder des Vorder- körpers als näher verwandt erweisen und durch die beginnende Reduction der Gliederzahl der vorderen Antennen, durch die Verbreiterung der mittleren Glieder der männlichen Greifantenne und durch den Bau der Maxille zu Monops überführen; was aber Anomalocera besonders kenn- zeichnet, ist die Verdoppelung des dorsalen Linsenpaares und die Gliederung des Aussenastes am weiblichen 5. Fusspaare, dessen 2. Glied am Ende des Innenrandes einen Dom trägt, der an den gleichen bei Centropages und anderen Heterarthrandria erinnert. Calanopia endlich schliesst sich durch den Habitus, die relativ grosse Länge des Aussenastes der hinteren An- tennen, die Trennung der Glieder der schlanken männlichen Greifantenne distal vom Gelenk, den Bau der Maxillen (trotz des Ausfalles des 3. Innenrandlobus) , die Zweigliederigkeit des Innenastes am 1 . Fusspaare so sehr an Labidocera an und entfernt sich eben darin so sehr von Monops, dass ich aus der mangelhaften Ausbildung der Augen und aus der Reduction der Gliederzahl im proximalen Stücke der vorderen Antennen nicht auf eine nähere Beziehung zu dem letztgenannten Genus schliessen möchte.

Genera der Parapontellina. Jedes der 3 Genera ist durch stark ausgeprägte Cha- raktere gekennzeichnet und von den anderen geschieden; gleichwohl zeigt sich zwischen Acartia und Corynura eine etwas engere Verwandtschaft. Parapontella besitzt manche Merkmale, die an die Pontellina erinnern, so besonders im Bau des 5. Fusspaares des 2, in der relativ guten Entwicklung des 2. Basale und der Aeste der Maxille und dem Habitus der vorderen An- tennen; aber die Rückbildung des Aussenastes der Mandibeln und des proximalen Aussen- randlobus der Maxillen sind Merkmale, die das Genus unter allen Pontelliden auszeichnen, und zu ihnen kommt noch die in dieser Familie auffallende relative Streckung des Endgliedes des Aussenastes der hinteren Antennen. Die beiden anderen Genera haben den Innenast am

Entwicklung und Begründung des Systeme. Familien der Isokerandria. 33

5. Fusspaare verloren, die Aeste der Maxille sind nur durch Borsten vertreten oder fehlen, und die vorderen Antennen sind von anderem Aussehen als bei den Pontellina. Die Gliedmaasse, durch welche Acartia (neben der Länge der Reusenborsten am vorderen Maxillipeden, der mangelhaften Schwellung der mittleren Glieder der Greifantenne etc.) am schärfsten gekenn- zeichnet wird, ist die hintere Antenne: die sonst stets constante Zahl der Borsten am proximalen Innenastgliede ist hier auf 9 erhöht. Die Verdrehung des Abdomens bei Corynura ist zwar auffallend genug, aber nicht allen Arten des Genus eigen; der Ausfall des ganzen distalen Basalgliedes der Maxille mitsammt den Aesten reducirt die Gliedmaasse in einem Grade, der nur noch bei Aiigaptilus ein Analogon hat.

Familien der Isokerandria.

Aus der Tribus der Isokerandria kannte Dana 4 Genera, Corycäns, Oncäa (Antaria), Copilia und Sapphirina, die er sämmtlich in seine Subfamilie der Corycäina zusammenstellte. Thorell (1859) fand die Mundtheile von Sapphirina denen der anderen Genera so ungleich, dass er das Genus von jenen abtrennte und aus demselben zusammen mit Lkhomolgiis die Familie der Sapphirinidae bildete, während er der Familie der Corycäidae nur die 3 übrig ge- bliebenen Genera zutheilte. Auch Claus (Grundzüge 1872) vertheilt Sapphirina mit Sapphi- rinella einerseits und Corycäus mit Copilia und Oncäa andererseits auf verschiedene Sub- familien und lässt auch in der Auflage seines Buches von 1880 die beiden erstgenannten Genera zusammen mit den Lichomolgiden , wenn auch nicht als Subfamilie, so doch als be- sondere Gruppe, neben den letztgenannten 3 Genera, den eigentlichen Corycäiden, bestehen. Ich finde nun in dem Bau der Mundtheile keinen Grund, das Genus Sapphirina von den anderen abzusondern, und zu der von Claus vorgenommenen Gruppirung der Genera sehe ich die Veranlassung in einem zwiefachen Irrthum. Einmal nämlich hatte Claus nicht erkannt, dass Sapphirinella und Copilia die stark dimorphen Geschlechter desselben Genus sind ; daher kam es, dass er sie auf zwei verschiedene Subfamilien vertheilte; ferner verführte das Fehlen der paarigen Augenlinsen bei Sapphirinella und ihr Vorhandensein bei den nah verwandten cJ* von Sapphirina sowie besonders der zweite Irrthum, dem Genus Oncäa kleine Stirnlinsen mit dicht daranliegenden Pigmentkörpern zuzuschreiben (Organe, die diesem Genus durchaus fehlen), Claus zu der Anschauung, dass innerhalb der Isokerandria Uebergänge und Modificationen im Bau der Augen vorhanden seien, die in dem angenommenen Grade durchaus nicht exi- stiren. Claus übersah daher, dass gerade nach dem Bau der Augen die Genera der Iso- kerandria sich in zwei gut getrennte Familien spalten lassen, in die Corycäidae mit paarigen Augenlinsen, und die Oncäidae ohne solche. Der Bau der Augen ist nun allerdings auch dasjenige Merkmal, welches die beiden Familien am schärfsten trennt; alle übrigen Merkmale zeigen Uebergänge, und manches Genus der einen Familie steht in einzelnen Punkten ge- wissen Genera der anderen Familie näher als den übrigen seiner eigenen Familie; so ist z. B. Sapphirina in der Gliederung des Rumpfes und in der relativ guten Ausbildung des Innen-

Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Felagische Copepoden, 5

OA Entwicklung und Begründung des Systems. Familien der Isokerandria.

astes am 4. Fusspaare den. Oncäiden verwandter als dem Genus Corycchts, und letzteres steht im Bau der Mandibeln Oncäa näher als Copilia; auch haben Oncäa und Corycäus weniger ausgeprägten Sexualdimorphismus als die übrigen Genera u. a. m. Trotz solcher mannigfach durch einander gehenden Beziehungen scheint mir der auffällige Unterschied im Bau der Augen doch zur Trennung der beiden Familien zu genügen. Es wäre noch anzuführen, dass die endständigen Furcalborsten bei den Oncäiden stets in voUer Zahl (4) vorhanden sind, während bei den Corycäiden 1 oder 2 davon ausfallen, und dass ein weniger durchgehender Unterschied sich auch an den hinteren Antennen der 2 findet, die bei den Corycäiden stets 4 gliederig sind und einen die anderen Borsten an Länge und Dicke übertreffenden End- haken tragen, während ihre ersten beiden Glieder bei den Oncäiden meist verschmelzen [Pachysoma ausgenommen und ihre Endborsten von nahezu gleicher Dicke und Länge sind. Unter die Isokerandria gehört ferner ein gut charakterisirtes Genus, Batania, das mir in- dessen nur aus 2 weiblichen Exemplaren bekannt geworden ist. Die dorsale Lage der Ge- schlechtsöffnungen, die Kürze und geringe Gliederzahl der vorderen Antennen, der Bau der hinteren Antennen, des hinteren Maxillipeden und der Schwimrnfüsse knüpft das Genus enge an die Tribus, und der Mangel paariger Augenlinsen speciell an die Oncäidae an ; doch stelle ich es nur zögernd zu dieser Familie, da es sich durch die Zweigliederigkeit der Maxillen und durch andere Merkmale, wie den riesigen Aesthetasken der vorderen Antennen und die Hakenform des vorderen Maxillipeden, nicht bloss von den Oncäiden, sondern auch von den Corycäiden entfernt. Mehr noch als Pachysoma verwischt Ratania den Unterschied, der im Bau der hinteren Antennen zwischen beiden Familien besteht, da bei ihr, ähnlich wie bei den Corycäiden, eine der Endborsten die anderen an Dicke und Länge wesentlich übertrifft.

Endlich umfasst die Tribus der Isokerandria auch die wenigstens zum Theü nicht mehr freilebenden Lichomolgiden , die sich nach dem Bau der Augen und der hinteren Antennen näher an die Oncäiden als an die Corycäiden anschliessen.

Genera der Oncäidae. Unter den 4 Genera der Familie stehen sich Oncäa und Conäa besonders nahe; doch musste das letztere vom ersteren abgetrennt werden; denn wenn die Unterschiede an den vorderen Gliedmaassen auch durch manche Arten von Oncäa [ornata, teniiimana, subtilis, dentipes) bis zu einem gewissen Grade überbrückt werden, so haben doch die Schwimmfüsse von Conäa, besonders ihr Innenast, eigenthümliche Merkmale von gene- rischem Werth. In Bezug auf die Humpfform bilden Lubbockia und Pachysoma Extreme, zwi- schen denen Oncäa in der Mitte steht; Lubbockia zeigt im Bau der Schwimmfüsse, Pachy- soma in dem geringen Grade des sexuellen Dimorphismus mit Oncäa Verwandtschaft, während ihre sonstigen Merkmale sehr eigenartiger Natur sind. Die Besonderheiten des Genus Ratania sind oben erwähnt.

Genera der Corycäidae. Die eigenthümliche Form des Dimorphismus der Ge- schlechter bei Copilia und Sapphirina, auch die Gestalt der hinteren Antennen und Mandibeln, lässt diese beiden Genera besonders nahe verwandt mit einander erscheinen ; aber obgleich die Um- bildung der cf von Copilia nur ein höherer Grad von derjenigen der Sapphirina-(:f ist, so zeigt Copilia

Entwicklung und Begründung des Systems. Familien und Genera der Ampharthrandria. 35

andererseits doch engere Beziehungen zu Corycäus als zu Sapphirma, so in der reducirten Zahl der Rumpfsegmente und in der Rückbildung des Innenastes des 4. Fusspaares, in der Form der Furca, der grösseren Schlankheit der Schwimmfüsse, der stärkeren Rückbildung des 5. Paares; auch Corina, welche im Allgemeinen die Rumpfform von Sapphirina hat, weist durch das wenig- gliederige Abdomen , durch den nur 2 gliederigen Innenast des 4. Fusses und die schlanke Form der Schwimmfüsse auf die übrigen Genera hin und bildet so den U ebergang von Sapphirina zu Copilia und Corj/cäus. In mancher Hinsicht stehen Sapphirina und Corycäus am weitesten von einander ab, so in der Gliederung des Rumpfes und der Entwicklung des Innenastes am 4. Fusspaare; in beiden Punkten vermittelt Corina und auch Copilia zwischen ihnen; in dem abweichenden Bau der cf ist Copilia wiederum am weitesten vorgeschritten, und vielleicht ist es dieser Punkt, in welchem das mir leider unbekannt gebliebene Conwa - Männchen von Copilia durch Vermittelung von Sapphirina zu Corycäus überführt. Corycäus besitzt eine grössere Zahl sehr eigenthümlicher Merkmale, so die Form der hinteren Antennen, die Zipfel am 3. und 4. Thoraxsegmente; auffallender als dies und selbst vielleicht als der Geschlechts- dimorphismus bei Copilia ist es, dass das Abdomen des c? ebenso oder fast so segmentirt ist, wie das des 5 ; ein Merkmal, das unter den schwimmenden Formen nur noch den Monstril- liden zukommt. Für Sapphirina sind besonders charakteristisch die schon im weiblichen Ge- schlecht verbreiterten Abdomensegmente, die blattartige Furca, das Farbenspiel der cf, für Corina der einfache Bau der Mundtheile, für Copilia der hochgradige Geschlechtsdimorphismus.

Familien und Genera der Ampharthrandria.

Die bisher behandelten 3 Tribus, die Amphaskandria, Heterarthrandria und Isokerandria, bilden die Hauptmasse der pelagischen Copepoden und somit den Hauptgegenstand dieser Arbeit. Aus der grösstentheils litoralen Tribus der Ampharthrandria, wohl der an Arten reichsten, sind nur einige wenige Glieder in's pelagische Leben versprengt worden; und zwar unter den marinen Cyclopiden das Genus Oithona, unter den Harpacticiden die Genera Setella, Microsetella, Clytemnestra, Miracia, Aegisthus (vielleicht auch Pontostratiotes) ; ferner das von Claus provisorisch seinen Corycäiden beigezählte Genus Monstrilla mit seinem nahen Verwandten Thaumaleus, für die eine besondere Familie aufzustellen sein dürfte.

So leicht es ist, die auf so aberrante Formen wie Monstrilla, die unten zu erwähnende Mm-monilla und die oben erwähnte Misophria begründeten Familien von den übrigen Familien der Ampharthrandria abzugrenzen, so schwierig ist es, die beiden Hauptfamilien dieser Tribus, die Harpacticidae und Cyclopidae, von einander diagnostisch zu trennen. Die Gliederzahl der vorderen Antennen ist zwar bei den Cyclopiden im Allgemeinen grösser als bei den Harpac- ticiden, zuweilen jedoch auch geringer; der Mangel eines Aussenastes an den hinteren An- tennen, ein Merkmal sämmtlicher Cyclopiden, tritt auch bei mehreren Harpacticiden-Genera

ein; das 5. Fusspaar, bei den Harpacticiden meist blattförmig, ist es auch bei Lophophorus ;

Entwicklung und Begründung des Systems Familie Cyclopidae. Familie Harpacticidae.

wie diese hauptsächlichen unter den bisher zur Charakteristik der beiden Familien an- gewandten Merkmalen gehen auch die übrigen, und noch in höherem Grade, in einander über. Trotzdem ist an der Existenzberechtigung der beiden Familien nicht zu zweifeln, und ich glaube sogar, ein eingehendes Studium würde auch diagnostische Merkmale von grösserer Schärfe als die genannten zu Tage fördern: vorausgesetzt, dass die bei einigen Gliedern der beiden Familien beobachteten verschiedenartigen Vorgänge, welche die Copulation einleiten, durchgehend sind, so steht zu vermuthen, dass auch in diesem Falle sich aus der Verschieden- artigkeit der bei der Copulation fungirenden Organe der cT die hauptsächlichen Familien- charaktere werden herleiten lassen.

Familie Cyclopidae.

Seit Claus die Verwandtschaft des Genus Oithona mit Cychps betonte, ist dasselbe als Glied der Familie der Cyclopidae betrachtet worden. Nur Sars 1886 stellt für das Genus, das er Oithonella nennt, die Familie der Oithonelliden auf, welche zusammen mit den Familien der Cyclopidae und Ascomyzontidae seine Tribus der Cyclopoidea bildet. Die Aufstellung einer besonderen Familie für Oithotia, neben derjenigen der Cyclopidae, scheint mir nun ganz unberechtigt, eher könnte man das Genus als Vertreter einer Subfamilie innerhalb der Cyclo- pidae gelten lassen; denn so sehr einzelne Arten von Oithona sich durch eine auffallende Streckung des Rumpfes, der vorderen Antennen und auch der übrigen Gliedmaassen vor den anderen Cyclopiden auszeichnen, so ist das doch keineswegs bei allen Arten des Genus der Fall , und ferner werden die Unterschiede , welche sich im Bau der Gliedmaassen zwischen Oithona und Cyclops finden, zum Theil durch Cj/clopina und Lophophorus vermittelt ; vielleicht Hesse sich die Spaltung der Familie der Cyclopidae in die beiden Subfamilien der Cyclopina mit Cyclops und Thorellia und der Oithonina mit Lophophorus, Cyclopina und Oithona rechtfertigen.

Familie Harpacticidae.

Schon bei einer früheren Gelegenheit (1882) war ich zu der Ansicht gelangt, dass die von BoECK und Brady unternommene Eintheilung der Harpacticiden in Subfamilien , zum Theil wenigstens, zu künstlich ist, und da seither eine mehr natürliche Gliederung dieser formenreichen Familie nicht versucht worden ist, so fehlt mir das geeignete systematische Fachwerk zur Einordnung der pelagischen Genera. Nur so viel kann ich beibringen, dass sämmtliche pelagische Genera zu derjenigen Gnippe der Harpacticiden gehören, bei welcher das erste Fusspaar ein normaler, den folgenden Paaren ähnlicher Schwimm fuss ist, und nicht, wie bei der grossen Masse der Harpacticiden, Umformungen aufweist, welche »dasselbe in sehr verschiedenen Zwischenstufen zu dem Bau und den Leistungen von Kieferfüssen überführen« (Claus 1863, p. 107). Jedoch weichen die pelagischen von den litoralen Formen dieser Gruppe immerhin so weit ab, dass keine Art der ersteren in ein Genus der letzteren hat

Entwicklung und Begründung des Systems. Familie Monstrillidae. Q7

eingereiht werden können'); nur die Microsetella atlantica Brady & Robertson ist 1880 von Brady in das Genus Ectinosoma aufgenommen worden. In der That ist auch kein anderer pelagischer Harpacticide mit einem litoralen Genus so nahe verwandt wie Microsetella mit Ectinosoma; da aber die für die Ectinosoma- Arien charakteristischen, sehr verkürzten vorderen Antennen bei Micro- setella im Gegentheil eine gestreckte Form haben, so glaube ich dies Genus neben Ectinosoma aufrecht erhalten zu müssen. Unter den übrigen Genera hat Aegisthus in der auffallenden Verschmelzung der Furcalglieder zu einem in eine lange, steife Borste ausgehenden Stück und, wie es scheint, auch im Bau der vorderen Antennen und des hinteren Maxillipeden Aehn- lichkeit mit dem Pontostratiotes abi/ssicola Brady's; an eine Unterstellung unseres Genus unter dasjenige Brady's konnte indessen mit Hinblick besonders auf den völligen Mangel eines »Mandibularpalpus« und die Eingliederigkeit des Aussenastes der hinteren Antennen nicht ge- dacht werden. Vielleicht aber Hesse sich aus der vorhandenen Aehnlichkeit der beiden Genera schliessen, dass Pontostratiotes ebenso wie Aegisthus pelagisch lebt, obwohl das einzige be- kannte Exemplar von P. sich unter Dredgematerial fand.

Eine eingehendere Erörterung der systematischen Stellung der pelagischen Harpacticiden zu ihren litoralen Verwandten muss dem zu erhoffenden Monographen der Familie über- lassen bleiben.

Familie Monstrillidae.

Das physiologisch so merkwürdige Genus Monstrilla, welches Claus provisorisch zu den Corycäiden stellte und dessen Zugehörigkeit zu dieser Familie neuerdings von Bourne (1890) gegen J. C. Thompson vertheidigt wurde, hat mit den Isokerandria Nichts zu thun : die Greif- antennen der cJ", wie die ventrale Lage der weiblichen GeschlechtsöfFnung trennen es von dieser Tribus und verweisen es unter die Ampharthrandria. Die Beurtheilung der systema- tischen Stellung der Monstrilliden wird durch den Mangel der Kopfgliedmaassen in beiden Geschlechtern erschwert; aber eben dieser Mangel, den kein anderes Genus unter den freischwimmenden Copepoden im weiblichen Geschlecht aufweist, dürfte genügen, für die her- gehörigen Genera Monstrilla und Thaiimalens eine besondere Familie der Ampharthrandria auf- zustellen ; zu diesem Merkmal kommt dann noch die ebenfalls den Monstrillidae ausschliess- lich eigenthümliche Art, die Eier zu befestigen, und auch die reducirte Zahl der Abdomen- Segmente trennt die Monstrilliden von den übrigen schwimmenden Ampharthrandria. Wenn in dem letztgenannten Merkmal auch eine Aehnlichkeit mit den Ascomyzontiden besteht, so kann doch wohl von einer näheren Verwandtschaft mit dieser Familie (J. C. Thompson) nicht

1) Eine Ausnahme hiervon würde Thalestris krohnii Kröyer (nach Skus ■= serrulata Brady) machen, wenn die Fundorte, welche Saes (1886 p. 78) für die Art anführt, wirklich richtig sind; es wird mir indessen schwer, an die pelagische Lebensweise dieser Art zu glauben, die von den vielen übrigen, durchaus litoralen Arten des Genus in keinem wesentlichen Punkte abweicht ; als Quelle des Irrthums wird man vermuthen dürfen, dass das Netz beim Aufholen die SchifFswand streifte und auf diese Weise kleine Thiere mit heraufbrachte , die sich an derselben und zwischen den etwa dort wachsenden Algen aufhielten.

^8 Entwicklung und Begründung des Systems. Familie Mormonillidae.

die Rede sein ; denn das zipfelförmige Lippenrudiment der Monstrilliden kann man kaum als Saugrüssel ansprechen und ihre Antennen haben einen völlig verschiedenen Bau. Ich habe die hergehörigen Arten nicht unter einem Genus belassen, sondern diejenige mit 3- bis 4 gliederigem weiblichem Abdomen [Monstrilla) von denen mit 2 gliederigem ( Thaumaleus) abge- trennt, weil mir schien, man dürfe bei diesen Formen, denen ein grosser Theil unterscheidender Merkmale durch den Ausfall der Mundtheile verloren geht, dem genannten Merkmal einen höheren Werth als sonst beilegen; einen ferneren generischen Unterschied scheint das 5. Fuss- paar des c? zu liefern, und auch die Zahl der Furcalborsten (Bolrne) lässt sich für die Dia- gnose der beiden Genera verwenden.

Familie Mormonillidae.

Es bleibt mir noch übrig, ein pelagisches Genus zu besprechen, dessen systematische Stel- lung mir nicht völlig klar geworden ist, das Genus Mormonilla; von demselben liegt mir zwar eine ausreichende Zahl gut erhaltener Exemplare vor, aber es fehlen darunter die für die systematische Beurtheilung so wichtigen Männchen. Die Art der Gliederung des Rumpfes in Vorder- und Hinterkörper, deren Grenze hinter das 4. Thoraxsegment fallt, verweist das Genus unter die Podoplea, unter denen es aber sowohl durch den völligen Mangel eines Fuss- rudimentes am 5. Thorax- (1. Hinterleibs-) Ringe als durch den Bau seiner Kopfgliedmaassen eine isolirte Stellung einnimmt. Der Bau des hinteren Kieferfusses ferner und die ventrale Lage der weiblichen GenitalöfFnung schliesst das Genus von den Isokerandria aus, so dass sich also seine Zugehörigkeit zu den Ampharthrandria ergeben würde. Nun erinnern zwar der Habitus des Rumpfes und der vorderen Antennen und auch der Bau der Maxillipeden an Oithona, aber eine nähere Beziehung zu diesem Genus und den Cyclopiden überhaupt erscheint u. a. durch den vielgliederigen Aussenast der hinteren Antennen ausgeschlossen. Das letztere Merkmal besitzt unter den übrigen freilebenden Podoplea nur noch Longipedia und Misopkria, von denen sich Mwmonilla indessen durch andere Merkmale weit entfernt. Dabei zeigen die Gliedmaassen manches Aehnliche mit denen der Gymnoplea, und ein weiteres sehr auf- fälliges Merkmal bieten die vorderen Antennen dar, die trotz ihrer Länge nur 3 gliederig sind. Ob das Genus nun in der That zu den Ampharthrandria zu rechnen ist, kann erst die Untersuchung des cf mit Bestimmtheit entscheiden; da mir dies indessen nach Allem nicht unwahrscheinlich ist, so unterstelle ich das Genus vorläufig dieser Tribus, und zwar auf Grund seiner sehr auffälligen Merkmale, besonders der Abwesenheit eines 5. Fusspaares und der ge- ringen Gliederzahl der vorderen Antennen, als Vertreter einer eigenen Familie.

Diagnosen. Vorbemerkung. 39

b) Diagnosen.

Vo rbemerkung.

Schon in dem vorigen Absclinitte sind eine Anzahl von Termini gebraucht worden, die vielleicht einer Erläuterung bedürften, wenn sie auch von den sonst üblichen kaum abweichen; in höherem Maasse wird das in diesem und dem folgenden Abschnitt der Fall sein, weil häufig statt der Termini zum Zweck einer knapperen Fassung Abkürzungen') angewendet werden; ich will daher eine kurze Erklärung der Terminologie hier vorausschicken. Es schien mir praktisch, von den Diagnosen und Beschreibungen die eigentlich anatomischen Charaktere fast durchweg auszuschliessen ; denn wenn denselben natürlich auch kein geringerer systematischer Werth zukommt als irgend welchen anderen Merkmalen, so sind sie doch, weil schwerer zu- gänglich, weniger gut in der Systematik verwendbar, und andererseits hat es wenig Nutzen und führt zu häufigen Wiederholungen, wenn man sie sporadisch, hie und da bei den einzelnen Arten, anbringt, statt sie in besonderen Capiteln zusammenfassend und vergleichend zu be- handeln. Es ist also hier der »äussere Bau« des Copepodenkörpers, mit Ausschluss auch der Bildungen an den Endabschnitten von Darm und Geschlechtsorganen, dessen Terminologie kurz erklärt Averden soll (vergl. besonders Taf. 6 Fig. 6).

Die beiden Hauptabschnitte des B.umpfes sind als Vorderkörper und Hinterkörper bezeichnet; das erste Segment des (vollzählig gegliederten) Vorderkörpers ist der Kopf (Ce), dessen vorderster Theil, Vorderkopf oder Stirn genannt, an der Ventralseite ein zwei- oder einspitziges Rostrum zu tragen pflegt; die übrigen sind Thoraxsegmente (Th 1, 2, 3 etc.); bei den Gymnoplea fallen sämmtliche überhaupt vorhandenen Thoraxsegmente in den Be- reich des Vorderkörpers, dessen letztes Segment das letzte Thoraxsegment ist; bei den Podo- plea dagegen gehört das letzte Thoraxsegment zum Hinterkörper. Die auf das letzte Thorax- segment noch folgenden Körperringe bilden das Abdomen (Ab), das daher bei den Gymno- plea mit dem Hinterkörper identisch ist, während der Hintei'körper der Podoplea ausser dem Abdomen noch das letzte Thoraxsegment (Th 5) und zwar als 1. Segment begreift. Als hintersten Theil des Rumpfes, wiewohl nicht als besonderes Segment, sehe ich die Furca (F) an. Das 1. Abdomensegment, in das die Genitalorgane münden, ist als Genitalsegment, das letzte (Ab 5), in. das der Darm mündet, als Analsegment bezeichnet. Die articuli- renden Stücke des Rumpfes heissen Segmente, diejenigen der Gliedmaassen Glieder. Die Namen der Gliedmaassen von vorne nach hinten sind 1) vordere Antennen, 2) hintere Antennen, 3) Mandibeln,,4) Maxillen, 5) vorderer Maxilliped, 6) hinterer Maxilliped,

1) Ein alphabetisches Verzeiehniss dieser findet sich den Tafelerklärungen vorangeschickt.

(IQ Diagnosen. Ordo Copepoda.

7 tO) 1. 4. Schwimmfusspaar, 11) 5. Fusspaar; die Gliedmaassen von der 3. oder wohl auch 2. bis zur 6. werden als Mimdtheile bezeichnet. Da die Gliedmaassen mehr oder weniger platt sind, so lässt sich, gemäss ihrer Localisation am Rumpf, von einer Vorder- und Hinterfläche und von einem Aussen-, Innen-, distalen und proximalen Rande der Glied- maasse selber oder ihrer einzelnen Glieder sprechen. Das Zeichen r^ drückt aus, dass 2 oder mehrere Segmente oder Glieder mit einander zu einem verschmolzen sind. Abgesehen von den vorderen Antennen bestehen die sämmtlichen Gliedmaassen aus einem Basale f.B), einem Aussenast (Re) und einem Innenast (Ri) ; es versteht sich, dass von diesen Haupt- stücken eines oder das andere verloren gehen kann ; stets fehlt Re den beiden Maxülipeden- Paaren. ') Die einzelnen Glieder der Gliedmaassen sind daher als B 1 , B 2, Re 1 , Re 2 etc., Ri 1, 2 etc. bezeichnet. Manche unter den Gliedmaassen, besonders die Mundtheile, besitzen Auswüchse und Fortsätze, welche Loben genannt und je nach ihrer Lage am inneren der Mittellinie des Rumpfes zugekehrten) oder äusseren Rande der Gliedmaasse als Li oder Le bezeichnet sind. Die Glieder der vorderen Antennen sind einfach in proximal-distaler Rich- tung gezählt (A a 1, 2, 3 etc.). Sehr mannigfaltig ist die Gestalt der Anhänge der Glied- maassen, deren allgemeiner Name, Borsten, im einzelnen Falle zuweilen wenig zutrifft; die- selben sind daher, wenn auch bei der Beschreibung ihrer Gestalt allerlei Dinge zum Ver- gleich herbeigezogen wurden, lediglich nach ihrer Lage an den Rändern und Flächen der Gliedmaassen (und der Furca) einfach als S e (äussere), Si (innere). St (endständige), Sa (vor- dere), S p (hintere), S di (distale), S pr (proximale) bezeichnet worden. Mit wechselnden Namen sind bisher die faden- oder schlauchförmigen Sinnesorgane an den vorderen Antennen belegt worden, für die ich den Namen Aesthetasken (Aes) vorschlagen möchte; endlich bezeichne ich bei den Gymnoplea mit dem Ausdruck Trithek die aus 2 Borsten und 1 Aesthetasken bestehende Gruppe von Anhängen am Vorderrande jedes Antennengliedes.

ORDO COPEPODA.

Crustaceen, in deren Ontogenese nach Ablauf der Nauplius-Phase » C.'yclopoid-Stadien « mit segmentirtem , in einen dickeren Vorder- und einen dünneren Hinterkörper getheiltem Rumpfe auftreten, deren jüngstes am Vorderkörper sechs (stets?) Paar Kopfgliedmaassen und wenigstens zwei Paar zweiästiger Schwimmfüsse trägt, während der Hinterkörper in eine Furca ausgeht. Die geschlechtsreifen Formen sind zum Teil durch Parasitismus so umge- wandelt, dass sie, ausser etwa in der Begattung vermittelst Spermatophoren, kein Allen gemein- sames Merkmal zu besitzen scheinen, das zugleich diese Ordnung gegen die übrigen Entomo- straken-Ordnungen abgrenzte.

1) Die Auffassung der beiden Maxillipeden als zweier selbständiger Gliedmaassenpaare, jedes bestehend aus einem zweigliederigen Basale und mehrgliederigen Innenast, will ich bei anderer Gelegenheit zu begründen versuchen.

Diagnosen. Subordo I: Gjannoplea. Tribus I: Araphaskandria. Familie Calanidae. . -41

SUBORDO I: GYMNOPLEA.

Copcpoden, deren Rumpf dergestalt in Vorder- und Hinterkörper getheilt ist, dass die Grenze zwischen das letzte (zum 5. Fusspaar gehörige) Thoraxsegment und dasjenige Segment fällt, in welches die Genitalorgane ausmünden. Das zum letzten Vorderleibsringe gehörige 5. Fusspaar ist beim cf zu einem Hilfsorgan bei der Copulation umgewandelt; der Hinterleib trägt weder Füsse, noch Rudimente solcher. Die Genitalorgane des cf sind asymmetrisch; sein Abdomen 5 gliederig. Meistens ist ein pulsirendes Rückengefass (Herz) vorhanden. Die fast ausnahmelos pelagische Lebensweise bedingt im Allgemeinen eine reiichere Gliederung der Gliedmaassen und eine mannigfaltigere Ausstattung derselben mit gefiederten Anhängen als bei den Podoplea. Das Q lässt (meistens) die Eier einzeln fallen oder trägt sie in Einem Säckchen bis zum Ausschlüpfen der Nauplien mit sich.

Tribus I: Amphaskandria.

Copepoda Gymnoplea, bei denen die vorderen Antennen im männlichen Geschlecht symmetrisch (oder nahezu symmetrisch) gebaut und mit Aesthetasken reicher ausgestattet sind als im weiblichen Geschlecht. Das 5. Fusspaar des Q ist entweder ein normaler Schwimm- fuss oder zeigt alle Stufen der Rückbildung, nicht selten bis zum völligen Ausfall. Ausser im Bau der vorderen Antennen und des 5. Fusspaares und in der Gliederung des Abdomens zeigen sich bei den c? noch andere sexuelle Merkmale, die selten auf geringere Eigenthümlichkeiten im Bau des Rumpfes beschränkt sind, sondern fast stets die Gliedmaassen des Kopfes, zu- weilen auch die Schwimmfüsse betreffen. Marin.

Familie Calanidae.

Q. Der Rumpf ist meist gestreckt, seine Länge beträgt wenigstens das Doppelte von seiner grössten Breite ; der ellipsoidische Vorderkörper ist wenigstens l V^, höchstens 7 mal so lang und gewöhnlich 3 bis 4 mal so breit wie der Hinterkörper ; Ce ist gewöhnlich etwas kürzer, zuweilen etwas länger als Th; die beiden letzten der 5 Thoraxsegmente verschmelzen fast stets, während Ce mit Th 1 in einer grösseren Zahl von Fällen articulirt. Der Vorder- kopf ist zuweilen verlängert, und auf der Mediane seiner Rückenfläche kann sich eine abge- rundete oder auch zugeschärfte First oder Crista, seltener auch ein Stachel erheben; zuweilen zieht sich über den Rücken, in der Höhe der Mundöffnung, eine Querfurche. Die beiden Härchen des Frontaloi'gans sind überall vorhanden, während das Rostrum zuweilen fehlt; letzteres endigt meist in zwei schlaffe, dünne oder auch etwas straffere, dickere Fäden, selten auch [Aetidius) in zwei hakige Zinken; zuweilen (Aetidiina, Euchüta) verschmelzen dieselben zu einem einzigen Haken. Die lateralen Theile des letzten Thoraxsegmentes sind meist

Zool. Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Pelagische t'opepoden. ti

^2 Diagnosen. Familie Calanidae.

abgerundet, zuweilen klappenartig verlängert, und endigen manchmal in je einen starken, spitzen Fortsatz; selten sind sie auch asymmetrisch. Das Abdomen ist fast immer 4 gliederig, nur bei den Eucalanina und Paracalanina kann es 3- oder 2 gliederig werden; bei diesen kann auch die Furca ein- oder beiderseitig mit dem Analsegment verschmelzen. Das Genitalsegment zeigt zuweilen eine asymmetrische Form, besonders bei einigen Aetidiina und Euchäta; das Analsegment erleidet manchmal [Undeuchäta, Euchäta, Scolecithrichina) eine sehr starke Ver- kürzung. Die Furcaläste sind höchstens doppelt so lang wie breit, meist symmetrisch und tragen je 6 (öfters asymmetrische) Borsten, von denen die äusserste (Se) zuweilen ausfällt; die innerste (Si), meist etwas auf die Ventralfläche, selten (Paracalanina) etwas auf die Dorsalfläche gerückt, pflegt ein Knie zu machen; sie bleibt meist kurz, erreicht aber bei manchen Sco- lecithrichinen und bei Aetidhis, besonders aber bei Euchäta eine ausserordentliche Länge. Die vorderen Antennen, zuweilen schon in demselben Genus von sehr verschiedener Länge, erreichen manchmal [Scolecithrix] kaum den hinteren Rand des Vorderkörpers, und haben in anderen Fällen doppelte Rumpflänge iind mehr; die höchste Zahl von Gliedern, welche vor- kommt [Calanus, Paracalanina) ist 25; sonst verschmelzen mehr oder minder das 1. mit dem 2., das 8. mit dem 9. und das 24. mit dem 25. Glied; nur bei einem Genus, Scolecithruic, treten noch weitere Verschmelzungen ein, sodass die Gliederzahl bis auf 1 9 sinken kann ; die normale Zahl der Anhänge scheint für jedes Glied 3 zu sein, eine proximale Borste, eine distale Borste und 1 Aesthetask, doch ist diese Trithek niemals an sämmtlichen Gliedern vollständig (fast immer fehlt der Aesthetask und die S pr am 20. 24., immer auch der Aesthetask am 1. Gliede), stets jedoch am 5. und 9. und fast immer am mittleren Abschnitt des 2., am 14., 19. und 25. Gliede; unter den Borsten zeichnen sich die distalen des 3., 7., 9., 14., 18., 21., 24., manchmal auch die Endborsten des 25. Gliedes und die Hinterrandborsten der Endglieder durch ihre Länge aus; dagegen ist die distale Borste am 12. Gliede meist, und zuweilen auch am 8. zu einem kleinen Dörnchen verkümmert; Fiederung der Borsten selten; am Hinterrande der Antennen finden sich nur an den letzten 4 Gliedern Borsten und zwar an jedem stets eine. Die Aesthetasken sind meist kurze und dünne Fäden, bei manchen Scolecithrichina jedoch dicke Schläuche. An den hinteren Antennen trägt B 1 eine, B2 zwei Borsten am Innenrande; die Aeste articuliren am distalen Rande von B2; das Längenverhältniss der Aeste schwankt stark: bei Euchirella ist Re bis zu 4 mal so lang wie Ri, bei den Eucalanina kann Ri doppelt so lang wie Re werden; Re 1 kann mit dem längeren Re 2 verschmelzen, und mit Re 2 auch Re 3 (Clausocalanina, Scolecithrichina) ; Re 3 6 sind kurz, Re 7 dagegen fast immer lang, kürzer nur bei den Eucalanina, wo ausserdem das Endstück von Re als besonderes Glied erscheint; von den beiden Gliedern von Ri ist Ri 1 fast stets das längere; am Endrande von Ri 2 sitzen fast immer 14 Borsten an, von welchen die innersten zuweilen stark verkürzt sind. Der beil- förmige Kaufortsatz der Mandibeln hat 6 8 Zähne und an der dorsalen Kante eine kleine Borste ; das meist etwa eiförmige , selten {Eucalanus) cylindrische B 2 trägt am Innenrande 4 Borsten, die z. Th. oder ganz fehlen können ; meistens articulirt Re weiter proximal als Ri, öfters sitzen auch beide Aeste etwa in gleicher Höhe an; nur bei Eucalanus rückt Ri

Diagnosen. Familie Calanidae. 43

weit an d em Innenrande von B 2 herab ; Ki ist selten länger als Ee [Hhincalanus, Mecynocera), öfters kürzer, am meisten bei Eucalanus; E,e ist 5 gliederig (mit 1, 1, 1, 1, 2 Borsten), Ri 2 gliederig ; Ri 1 trägt 4 oder weniger Borsten und zuweilen einen sackförmigen Anhang, Ri 2 am Endrande 9 Borsten, die meist vollzählig vorhanden sind. Le 1 der Maxillen hat fast stets 9 Borsten, die nur bei Euchäta auf 5 verringert werden können; Le 2 trägt nur zu- weilen eine Borste und ist öfters kaum noch als besonderer T^obus erkennbar ; der ovale, selten (Scolecithrichina) gestreckte Li l ist mit 9 15, grösstentheils hakigen Borsten besetzt; von den beiden kleineren Loben, Li 2 und 3, kann der eine in seltenen Fällen fehlen; am Innen- rande des etwa rechteckigen, bei mehreren Aetidiina gestreckten B 2 sitzen Borsten an, welche, wie auch die von Ri, zuweilen (Aetidiina, Euchäta) Hakenform annehmen und mit den Gliedern, an denen sie sitzen, sich nach innen überneigen; Ri ist 3 gliederig, aber mit undeutlich geschiedenen, meist verschmolzenen Gliedern, und kann sogar mit B 2 zu einem Stück verschmelzen [Scolecithrix) \ der 1 gliederige Re trägt 5 11 Fiederborsten. Der vor- dere Maxilliped, kurz und gedrungen, am Aussenrande zuweilen mit einer gefiederten Borste, am Innenrande mit zahlreichen Reusenborsten besetzt, welche an 5, öfters auch 6 Loben an- sitzen, besteht aus einem 2 gliederigen Basale und einem kurzen 3 gliederigen Ri; die Reusen- borsten haben meist ungefähr gleiche Länge, nur bei Euchäta sind die proximalen verkürzt und bei den Aetidiina umgekehrt die von Ri; eine der Borsten von L 5, weniger oft auch eine von L 4, zeichnet sich vor den andern durch Dicke und hakige Form aus; bei den Scoleci- thrichina sind die distalen Borsten in Schläuche, zuweilen mit pinselförmigem Ende, umgewandelt. Der hintere Maxilliped, die längste unter den zweiästigen Kopf-Gliedmaassen, besteht aus einem 2 gliederigen, gestreckten Basale und einem 5 gliederigen Ri, dessen Länge zwischen Vi und Vs von derjenigen von B2 schwankt; der Innenrand von B l ist wellig, die flachen Erhebungen (L 1 bis 4) tragen Borsten; B 2 trägt in der Randmitte 3, am Ende 2 Borsten; die Innenrandborsten von Ri, z. Th. sehr lang, haben den Charakter von Greif borsten ; ausserdem finden sich an Ri 4 eine, an Ri 5 zwei gefiederte oder nackte Se. Die vorderen 4 Schwimm- fusspaare haben ein zweigliederiges Basale; ihr Re ist im 1. Paare 2- oder 3gliederig, im 2.-4. immer 3 gliederig; ihr Ri im 1. und 2. Paare 1-, 2- oder 3 gliederig, im 3. und 4. Paare immer 3 gliederig; Ri ist immer schmäler und kürzer als Re; B 1 trägt eine meist gefiederte Si, die im 1. Paare oft und zuweilen auch im 4. Paare fehlt, an letzterem jedoch auch besonders lang und dick sein kann; eine eigenthümlich geformte Si findet sich fast immer auch an B 2 des 1. Paares; Re 1 und 2 tragen im 2. bis 4. Paare je 1 Se und 1 Si, Re 3 ebendort 2 [Calanus, Mecj/nocera, Paracalanina) oder 3 Se und 5 (Calanus, Spinocalanus , Paracalanina , Eucalanina) oder 4 Si und 1 St; die Se sind dornförmig, die Si sind Fiederborsten, die St ist scalpellförmig, mit glattem Saum [Calanus, Paracalanina, Eucalanina) oder sägeförmig; die Anhänge von Re des 1. Paares sind geringer an Zahl und schwächer entwickelt als an den folgenden Paaren; die Borsten der Innenäste sind alle Fiederborsten; wo Ri 3 gliederig ist, hat Ri 1 eine, Ri 2 entweder 2 [Calanus, Paracalanina) oder ebenfalls 1 Si, und Ri 3 hat 4 bis 6 Si und 0 bis 2 Se, während durch die Verschmelzung von Gliedern gewöhnlich auch die Zahl der Borsten reducirt wird;

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AA Diagnosen Snbfamilic Calanina.

nicht selten [Spinocalanns , Paracalanina , Scolecithrichina) finden sich au den Aasten S])itzen und Stacheln. Das 5. Fusspaar, nur bei Calatms den vorderen ähnlich, büsst bei Mecy- nocera seinen Ri ein, während Re hier, und in geringem Grade auch noch bei Tihincalanus und Calocalanns, Aehnlichkeit mit dem Re der vorhergehenden Paare behält ; in anderen Fällen wird es ganz rudimentär und fallt nicht selten völlig aus.

cf. Ausser der Vermehrung und Vergi'össerung der Aesthetasken an den vorderen Antennen, der Umbildung des 5. Fusspaares zu einem Greiforgan und der abweichenden Gliederung des Ab- domens (das immer 5 gliederig ist, mit linker GenitalöiFnung im 1 . Segment) zeigen die c? bei der grossen Mehrzahl der Genera noch eine Anzahl Unterschiede vom §, die in verschiedenem Grade ausgebildet sind und kaum bei einem Genus ganz fehlen. Schon die ganze Form des oft mit auf- fallend starker Musculatur erfüllten Rumpfes ist meist eine andere ; Eigenthümlichkeiten, beson- ders des Kopfes, welche die Q verwandter Arten charakterisiren, verschwinden ; die Articulation der Segmente weicht ab, zuweilen sondert sich Ce von Th 1, wo es beim Q verschmolzen ist; das Analsegment ist häufig verkürzt, die stets symmetrische Furca sehr beweglich, oft verkürzt und mit verkleinerten Borsten versehen; das letzte Thorax-Segment hat einen stärker concaven dorsalen Hinterrand und symmetrische Seitentheile mit abgerundeten Ecken; auch das Rostrum kann verloren gehen. Neben der Verstärkung der Aesthetasken zeigen die vorderen Antennen meistens eine Verkümmerung der Borsten; auch treten oft Verschmelzungen von Gliedern (be- sonders der proximalen) ein, unter denen die des 20. und 21. Gliedes dadurch bemerkcns- werth ist, dass sie sich oft nur einseitig findet ; oft ist auch die ganze Form und Haltung der Antennen anders als beim $. Auch an den hinteren Antennen wird die Zahl der Borsten verringert, diese selbst verkürzt; Re hat öfters eine abweichende, stark S-förmige Gestalt. Die Mandibellade ist selten von gleicher Form und Stärke wie beim 9 ; meist ist sie rudi- mentär, trägt zuweilen noch zahhartige Vorsprünge und fehlt auch wohl ganz. Ein gleiches Schicksal erfahren die Innenrandloben der Maxille (die bei den Scolecithrichinen indess in eigenthümlicher Weise umgeformt werden) und die Maxillipeden (von denen der hintere eben- falls bei manchen Scolecithrichinen eine Umbildung erleidet, die nicht als Rückbildung aufzufassen sein dürfte). Geringere Abweichungen zeigen in einzelnen Fällen auch die Schwimmfüsse. Wenn auch nicht zu zweifeln ist, dass das 5. Fusspaar überall im Dienste der Copulation steht, so hat es doch in manchen Fällen ein so schwächliches Aussehen, dass man ihm den Cha- rakter eines Greiffusses absprechen möchte; in anderen Fällen dagegen ist es von ausserordent- licher Grösse und Stärke und zuweilen mit starker Zange ausgestattet; wo die beiden Füsse eine auffallende Ungleichheit in Grösse und Stärke zeigen, ist es mit Ausnahme weniger Fälle {Drepanopus, Euchirellä) der linke Fuss, welcher überwiegt.

Subfamllie Calanina.

Das 5. Fusspaar des $ ist den vorhergehenden Schwimmfüssen durchaus ähnlich ge- baut; alle 5 Paare in beiden Geschlechtern haben 3 gliederige Re und Ri; die Se der Re

' Diagnosen. Genug Calanus. Subfamilie Eucalanina. 45

sind im 1 . Paare in der gleichen Zahl (1, 1, 2) vorhanden, wie an den folgenden Paaren; die Zahl der Borsten am Ri des 1. Paares beträgt 1, 2, 6 (I Se), und diejenige am Endgliede des Innenastes des 2. und 3. Paares 8 (2 Se). Das 5. Fusspaar des cT ist stets in einen Greif- fuss umgewandelt, der rechte Fuss hat ein 2 gliederiges Basale und zwei 3 gliederige Aeste, der linke ebenfalls ein 2 gliederiges Basale und einen 3 gliederigen (der Fiederborsten entbeh- renden) Re, während der linke Ri zurückgebildet wird und ganz verloren gehen kann.

Genus Calanus Leach.

Q. Kopf frei oder mit dem 1. Thoraxring verschmolzen; 5. Thoraxring frei, zuweilen asymmetrisch; Rostrum in zwei weiche Zipfel endigend; Abdomen aus 4 Segmenten zusammen- gesetzt; Genitalsegment symmetrisch, Furca zuweilen mit leichter Asymmetrie. Die vorderen Antennen , zuweilen das hintere Körperende nicht erreichend, zuweilen es weit übeiTagend und nicht immer von symmetrischer Länge, sind 25 gliederig, mit sehr gleichmässig vertheilten kurzen Vorderrandborsten und dünnen Aesthetasken und 2 sehr langen und lang gefiedei'ten Hinterrandborsten an den Endgliedern. Die Aeste der hinteren Antennen von ungefähr gleicher Länge , Re 7 gliederig. Kaulade der Mandibeln mit 8 ziemlich flachen Zähnen ; die Aeste etwa gleich lang, das proximale Glied des Ri mit sackförmigem Anhang. Maxillen mit 3gliedrigem, vom Basale abgegliedertem Ri; Le 2 mit Borste. Vorderer Maxilliped relativ ge- streckt, mit langen Reusenborsten am Innenrande und einer gefiederten Borste am Aussenrande. Hinterer Maxilliped mit langem, 5 gliederigem Ri, welcher mit langen steifen, meist nackten Borsten besetzt ist. cf. Abdomen 5 gliederig; Genitalöff"nung links; Furcalborsten ver- kürzt. Vordere Antennen von abweichender Haltung und zuweilen verkürzt; ihre Gliederzahl reducirt (wenigstens verschmelzen die ersten beiden Glieder), Aa 25 meist verkürzt; Aesthet- asken vergrössert und vermehrt, Borsten mit seltenen Ausnahmen reducirt. Hintere Antennen gedrungener als beim 9, mit z. Th. verkürzten Borsten; Re S-förmig gekrümmt. Die Kau- lade der Mandibeln schwächer und bei einem Theil der Arten verkümmert; bei eben den- selben sind auch die Anhänge des Innenrandes der Maxillen und der vordere Maxilliped stark zurückgebildet. Allgemein tritt eine stärkere Entwicklung der Aussenrandborsten am Ende des hinteren Maxillipeden auf, an welchem bei einzelnen Arten sich ebenfalls eine Verküm- merung (Verkürzung, Verwischung der Gliederung, Ausfall von Borsten) findet. Bei einzelnen Arten zeigen sich Unterschiede vom Q auch in der Trennung des Kopfes vom 1 . Thoraxring, der Form des letzten Thoraxringes, der Ruderfüsse.

Subfamilie Eucalanina.

Q. Rumpf gestreckt, Kopf meist stark verlängert, selten von Th 1 getrennt; Rostral- fäden schlaff; Abdomen meist 3-, seltener 4 gliederig; Furca oft mit dem Analsegment ver- schmolzen. Die beiden ersten Glieder der vorderen Antennen verschmelzen und ebenso das

AR Diagnosen. Genus Eucalanus.

8. und 9. Glied; Aesthetasken fadenförmig, Borsten z. Th. sehr lang; die beiden Hinterrand- borsten der Endglieder lang gefiedert. Hintere Antennen mit oft sehr langem lli; Re mit verkürztem Endgliede, dessen Spitze als besonderes Glied abgesondert ist. Mandibel meist mit ungleich grossen Aesten und zuweilen walzenförmig. Maxille ähnlich wie bei Calanus und den Paracalanina (doch fehlt öfters Li 2 und ist Re zuweilen kleiner und mit einer ge- ringeren Zahl von Borsten ausgestattet) und ebenso auch die Maxillipeden, von denen der hin- tere zuweilen sehr lang ist. Die Schwimmfüsse, besonders ihre Aeste, sind kurz im Verhält- niss zum Rumpfe; Ri des 1. Paares 1- oder 2 gliederig, der folgenden Paare 3 gliederig; St der Aussenäste mit ungezähneltem Saum, im 1. Paare ähnlich wie in den folgenden gebaut. Fünftes Fusspaar fehlt oder einästig (Ri fehlt) , jederseits mit 3 5 Gliedern. cf (von Mecynocera unbekannt). Rumpf, besonders Ce, verkürzt; Furca ähnlich wie beim 9. Vordere Antennen ohne Reduction der Gliederzahl. Mundtheile zuweilen zurückgebildet; 5. Fusspaar nicht sehr kräftig; linker Fuss 1- oder 2 ästig; rechter Fuss lästig oder fehlend.

Genus Eucalanus Dana.

Analsegment und Furca verschmolzen; Furca asymmetrisch. Mandibel des S länger als die Maxille und über Vs so lang wie das 4. Fusspaar; ihr 2. Basale bildet mit Re zusammen einen walzenförmigen Körper, an welchem der sehr kleine Ri viel weiter proximal als Re articulirt. Ri des hinteren Maxillipeden länger als B 1 oder B 2. Erstes Fusspaar mit 3 gliederigem Re und 2 gliederigem Ri. Fünftes Fusspaar fehlt beim 2 ; beim cf sind seine beiden Füsse 1 ästig, links 4 gliederig, rechts 1- bis 4 gliederig oder fehlend.

$. Rumpf meist gestreckt; Kopf mit 1. Thoraxsegment verschmolzen, weniger innig auch die beiden letzten Thoraxsegmente ; Kopf dreieckig, öfters verlängert, mit dorsaler Quer- furche. Rostrum in dünne Fäden ausgehend. Abdomen kurz, 3 4 gliederig; Genitalsegment symmetrisch. Vordere Antennen das Körperende überragend, zuweilen von asymmetrischer Länge, 23 gliederig durch Verschmelzung des 1. 'sj 2. und des 8. ^ 9. Gliedes; erstes Glied lang gestreckt, letztes Glied länger als das vorletzte; Aesthetasken lang und dünn; Borsten meist gefiedert, die der Endglieder z. Th. mit langen und zuweilen prachtvoll ge- färbten Fiedern. Der Innenast der hinteren Antennen länger als der Aussenast, zuweilen über doppelt so lang; letzterer 7 8 gliederig. Proximaler Aussenrandlobus der Maxillen stark vor- springend ; zweites Basalglied gestreckt ; Innenast undeiitlich gegliedert ; Aussenast relativ klein. Vorderer Maxilliped mit langer, gefiederter Aussenrandborste. Innenast des hinteren Maxilli- peden relativ lang und mit langen Borsten versehen. Schwimmfüsse kurz, Aussenäste 3-, Innenast des 1. Paares 2-, der übrigen Paare 3 gliederig. cT. Rumpf verkürzt, weibliche Eigenthümlichkeiten der Kopfform z. Th. verschwunden ; Abdomen 5 gliederig ; Furca und Furcal- borsten ähnlich wie beim $. Die beiden ersten Glieder der vorderen Antennen getrennt, Endglied verkürzt; Borsten verkürzt mit rückgebildeter Fiederung; Aesthetasken vergrössert und vermehrt. Hintere Antennen gedrungener gebaut als beim $ ; ein Theil der Borsten

Diagnosen. Genus Rhincalawis. Genus Mecyttocera. ' ^'^

verschwunden. Kaulade der Mandibeln bei einigen Arten wenig, bei anderen stark zurück- gebUdet; das zweite Basalglied verkürzt, der Innenast mehr an das Ende der Glieder gerückt. Die Anhänge des Innenrandes der Maxillen und der vordere Maxilliped nicht allgemein zu- rückgebildet. Umbildung des hinteren Maxillipeden ähnlich wie bei Calanus.

Genus Rhincalanus Dana.

Analsegment und Furca verschmolzen; Furca asymmetrisch; Mandibel nicht länger als die Maxille und weniger als halb so lang wie das 4. Fusspaar; ihr Bau dem bei Calanus ähnlich; Ri etwas länger als Re. Ri des hinteren Maxillipeden kürzer als B 1 und als B 2. Erstes Fusspaar mit 2 gliederigem Re und Ri. Fünftes Fusspaar vorhanden, jederseits 3 glie- derig. Das 5. Fusspaar des cf links zweiästig.

Q . Rumpf gestreckt ; Kopf mit dem 1 . Thorax-Segment verschmolzen und nach vorne zugespitzt; Rostrum an das vordere Ende gerückt, in schlaffe Fäden endigend; Segmente des Thorax und Genitalsegment mit Stacheln. Abdomen 3 gliederig. Vordere Antennen, das Rumpf- ende weit überragend, 23 gliederig, die beiden verlängerten ersten Glieder und das 8. mit dem 9. verschmolzen; Borsten ähnlich wie bei Eucalanus, Aethetasken kurz und dünn. Aeste der hinteren Antennen gleich lang. Innenast der Maxillen undeutlich gegliedert; zweiter Innenrandlobus rudimentär. Schwimmfüsse kurz; beide Aeste des 1. Paares 2-, des 2. 4. Paares 3gliederig. c?. Rumpf verkürzt; Abdomen 5 gliederig. Vordere Antennen verkürzt; Aesthetasken vermehrt. Kopfgliedmaassen nur wenig von denen des 2 verschieden. I^inker 5. Fuss mit 2 gliederigem Basale, 1 gliederigem Aussenast und 2 gliederigem Innenast; rechter Fuss mit 2 gliederigem Basale und einem 1 gliederigen Ast.

Genus Mecynocera J. C. Thompson.

Furca symmetrisch, mit dem Analsegment articulirend ; Mandibel kürzer als die Maxille und weniger als halb so lang wie das 4. Fusspaar; ihr Bau dem bei Calanus ähnlich, aber Ri fast so lang wie B 2 und doppelt so lang wie Re. Ri des hinteren Maxillipeden wenigstens ebenso lang wie B 1 oder B 2. Erstes Fusspaar mit 3 gliederigem Re und 1 gliederigem Ri. Fünftes Fusspaar vorhanden, jederseits 5 gliederig. cf unbekannt.

Q. . Kopf vom Thorax getrennt ; Rostralfäden zart. Abdomen kurz, 3 gliederig ; Genital- segment und Furca symmetrisch. Vordere Antennen von asymmetrischer Länge, mehr als doppelt so lang wie der Rumpf, 23 gliederig, mit einzelnen sehr langen Borsten. Innenast der hinteren Antennen fast doppelt so lang wie der Aussenast. Die folgenden Gliedmaassen ähnlich wie bei Calamis. Schwimmfüsse kurz; Aussenäste 3-, Innenast des 1. Paares 1-, des 2. 4. Paares 3 gliederig; 5. Fusspaar mit zweigliederigen Basalia und 3 gliederigen Aussen- ästen, ohne Innenast.

48 Diagnosen. Subfamilie Paracalanina Genus Paracalajws. Genua Acrncalanus.

Subfamilie Paracalanina.

$. Vorderkörper 4glieclerig, Abdomen 2- bis 4 gliederig; Rostrum endigt in zwei schlaffe Fäden. Vordere Antennen 2 5 gliederig (Trennung zwischen 1 und 2 und zwischen 8 und 9 undeutlich) mit langem Endgliede. Re der hinteren Antennen höchstens so lang wie Ri, mit relativ kurzem Endglied (Re 7). Die folgenden Kopfgliedmaassen denen von Calanus ähnlich. Ri des 1. Fusspaares 2-, der folgenden Paare 3 gliederig; Re 1 und 2 des 1. Paares ohne Se ; Zahl der Se von Re 3 aller Paare wie bei Calanus ; St von Re 3 mit ungezähneltem Saum; Basalia und Aeste bestachelt; 5. Fuss rudimentär (2- bis 4 gliederig) oder fehlend. Charaktere des cT ähnlich wie bei den stärker rückgebildeten cJ* von Calanus; die Glieder- zahl der vorderen Antennen noch stärker reducirt, Endglied immer verkürzt, zuweilen mit dem vorletzten verschmolzen; 5. Fusspaar schwächlich, der hintere Fuss 5 gliederig, der rechte 4-, 2 gliederig oder fehlend.

Genus Paracalanus Boeck.

Die Schwimmfüsse des 1. Paares am 2. Basale mit Innenrandborste ; proximales Stück des Aussenrandes des 3. Aussenastgliedes im 4. Paare über doppelt so lang wie das distale und Aussenrand des 2. Gliedes nicht gezähnelt; proximales Stück des Aussenrandes des 3. Aussen- astgliedes im 3. und 4. Paare gezähnelt ; scalpellförmige Endborste des Aussenastes im 3. Paare länger als das Endglied; 2. Innenastglied des 1. Paares mit 5, 3. Innenastglied des 2. Paares mit 7 Borsten. Das Abdomen des $ 4 gliederig; das letzte Glied der vorderen Antennen unter IV2 mal so lang wie das vorletzte; 5. Fuss kurz, 2 gliederig. Der 5. Fuss des c? rechts 2-, links 5 gliederig.

Q. Kopf mit dem 1. Thoraxring und der 4. mit dem 5. Thoraxring verschmolzen; Rostrum in zwei schlaffe Fäden ausgehend. Genitalsegment und Furca symmetrisch, letztere ohne Aussenrandborste. Vordere Antennen 25 gliederig, mit verwischter Trennung des 1. und 2. und des 8. und 9. Gliedes. Aussenast der hinteren Antennen kürzer als der Innenast. Man- dibeln mit breiter Kaulade; der sackförmige Anhang am 1. Innenastgliede klein. Maxillen mit undeutlicher Gliederung des Innenastes, ohne Borste am 2. Aussenrand- und mit nur einer Borste am 2. Innenrandlobus. Vorderer Maxilliped mit Aussenrandborste. Innenast des 1. Schwimmfusses 2-, des 2. 4. 3 gliederig. c?. Abdomen 5 gliederig. Gliederzahl der vorderen Antennen durch Verschmelzung von 1-^6 und 7 ^^ 8 reducirt ; Endglied verkürzt aber gesondert ; Aesthetasken vergrössert und vermehrt. Kaulade der Mandibeln, Innenrandanhänge der Maxillen und vorderer Maxilliped verkümmert; in geringerem Grade auch der hintere Maxilliped, dessen Se lang und reich gefiedert sind. Geringere Eigenthümlichkeiten zeigen auch die Schwimmfüsse.

Genus Acrocalanus Giesbrecht.

Mit Paracalanus verwandt. Schwimmfüsse : Zweites Basalglied des 1 . Paares mit Innen- randborste; das proximale Stück des Aussenrandes des dritten Aussenastgliedes im 4. Paare

Diagnosen. Genus Calocalanus. Subfamilie Clausocalanina. 4Q

unter doppelt so lang wie das distale ; Anssenrand des 2. und das proximale Stück des Aussen- randes vom 3. Aussenastgliede im 3. und 4. Paare gezähnelt; Endborste des Aussenastes im 3. Paare wenig über halb so lang wie das Endglied; 2. Innenastglied des 1. Paares mit 5, 3. Innenastglied des 2. Paares mit 6 Borsten. Das 5. Fusspaar fehlt dem 2 oder ist nur durch knopfartige Erhebungen angedeutet; ebenso fehlt der rechte 5. Fuss dem cf.

Genus Calocalanus Giesbreeht.

Die Schwimmfüsse des 1. Paares am 2. Basalglied ohne Innenrandborste ; das proximale Stück des Aussenrandes des letzten Aussenastgliedes im 4. Paare über doppelt so lang wie das distale; Aussenrand der Aussenäste nicht gezähnelt; Endborste des Aussenastes im 3. Paare länger als das Endglied; 2. Innenastglied des 1. Paares mit 4, 3. Innenastglied des 2. Paares mit 7 Borsten. Das Abdomen des Q 2- 3 gliederig; das letzte Glied der vorderen Antennen wenigstens doppelt so lang wie das vorletzte; 5. Fusspaar 3 4 gliederig. Der 5. Fuss des cf ist rechts 4-, links 5 gliederig.

Q. Kopf mit erstem Thoraxsegment, 4. mit 5. Thoraxsegment verschmolzen; Rostrum in weiche Fäden endigend. Abdomen kurz; Furca zuweilen asymmetrisch, mit prachtvoll gefiederten Borsten versehen. Vordere Antennen überragen das Körperende, 2 5 gliederig, aber mit verwischter Grenze zwischen Aal und 2 und zwischen A a 8 und 9 ; manche Borsten lang, pigmentirt oder schön gefiedert. Hintere Antennen mit gleich langen Aesten oder kürzerem Aussenast. Mandibeln mit wenig verbreiterter Kaulade und kleinem sackförmigen Anhang am proximalen Innenastgliede. Maxillen und Maxillipeden ähnlich wie bei Calanus. Innen- ast des 1. Schwimmfusses 2-, des 2. 4. 3 gliederig. cf. Kopf vom 1. Thoraxsegment deut- licher getrennt; Abdomen 5 gliederig, Furcalborsten ärmer gefiedert. Vordere Antennen ver- kürzt; es verschmelzen die Glieder 1 und 2, 3 bis 6, und 24 mit dem verkürzten 25; Borsten reducirt, Aesthetasken stark entwickelt. Eigenthümlichkeiten der folgenden Gliedmaassen ähn- lich wie bei Paracalanus.

Subfamilie Clausocalanina.

$ . Ce ~' Th 1 meistens, Th 4 ~ 5 immer verschmolzen ; Rostrum endigt in zwei kurze, meist schlaffe Fäden oder fehlt; Abdomen 4 gliederig, Furca symmetrisch. Das 8. und 9. Glied der vorderen Antennen verschmolzen; Endglied kurz, selten mit dem vorletzten verschmolzen. An dem Re der hinteren. Antennen verschmilzt das 2. mit dem 3. Gliede, so dass derselbe 6 gliederig wird; er ist immer länger als Ri. Die übrigen Kopfgliedmaassen ähnlich wie bei Calanus (nur bei Spinocalanus der hintere Maxilliped abweichend gebaut). Ri des 1. Fuss- paares 1-, des 2. Paares 2-, des 3. und 4. Paares 3 gliederig; St der Aussenäste mit gezähneltem Saum; Re 3 des 2. 4. Paares mit 3 Se; 5. Fusspaar rudimentär, jederseits 3 gliederig bis fehlend. cf {unbekannt von Spinocalanus und Ctenocalanus) . Abdomen mit verkürztem

Zool. Station zu Neapel, Fauna und riora, Golf Ton Neapel. Felagische Copepoden. 7

ftft- Diagnosen. Genus Clausocalanus. Genus Ctenocalanus.

Analsegment ; vordere Antennen und Kopfgliedmaassen zuweilen denen des Q. ähnlich, zuweilen, nach Art der Paracalanina, stark abweichend; 5. Fuss links 5 gliederig, rechts 1 5 gliederig.

Genus Clausocalanus Giesbrecht.

Rostrum zweispitzig; Endglied der vorderen Antennen mit dem vorletzten Gliede ver- schmolzen. 2. und 3. Schwimmfusspaar mit breitem, kelchförmigem , am distalen Rande ge- zacktem distalen Basalglied und ebenfalls breiten Aussenästen. Die männlichen Mundtheile stark zurückgebildet, Gliederzahl der vorderen Antennen des c? reducirt.

2. Kopf mit dem 1. Thoraxsegment und das 4. mit dem 5. Thoraxsegment verschmolzen; Rostrum mit 2 kurzen, ziemlich straffen Spitzen. Abdomen 4 gliederig; Genitalsegment und Furca symmetrisch. Vordere Antennen den Thorax überragend, 2 3 gliederig, das 8. mit dem 9. und das 24. mit dem 25. Gliede verschmolzen; Aesthetasken kurz, Borsten des Endgliedes verlängert. Aussenast der hinteren Antennen lV2mal so lang wie der Innenast; ersterer 6 gliederig mit kurzen Borsten an den proximalen Gliedern. 1. Innenastglied der Mandibeln mit sehr kleinem sackförmigen Anhang. Maxillen und Maxillipeden ähnlich wie bei Calanus; am vorderen Maxillipeden fehlt die Aussenrandborste. Aussenäste der Schwimmfüsse 3-, Innen- ast des 1. Paares 1-, des 2. Paares 2-, des 3. und 4. Paares 3gliederig; Endglied des Aussen- astes mit fein gezähnelter Endsäge und 4 Innenrandborsten im 2. 4. Paare. Das 5. Fusspaar kurz, aus zwei lästigen, 3 gliederigen Füssen bestehend. cf. Ce ~ Th 1 auf Kosten der freien Thoraxringe verlängert; Rostrum verkümmert; Abdomen 5 gliederig mit sehr kurzem Analsegment. An den vorderen Antennen verschmelzen das 1. und 2. (verdickt), 8. bis 10., 13. bis 16., 20. und 21. Glied; Aesthetasken vergrössert. Aussenast der hinteren Antennen über doppelt so lang wie der Innenast. Kaulade der Mandibeln, Anhänge des Innenrandes der Maxillen, vorderer Maxilliped verkümmert; weniger der hintere Maxilliped, dessen Aussen- randborsten keine Vergrösserung erfahren. Ruderfüsse verlängert, l^inker Fuss des 5. Paares lang, einästig und 5 gliederig, rechter kurz und 1 3 gliederig.

Genus Ctenocalanus Giesbrecht.

Verwandt mit Clausocalanus, aber mit freiem Endglied der vorderen Antennen, nicht verbreitertem 2. und 3. Schwimmfuss und verwischter Grenze zwischen dem 1, und 2. und zwischen dem 10. und den verschmolzenen 8. ~ 9. Gliedern der vorderen Antennen; die Aussen- randdomen am Endglied des Aussenastes im 3. und 4. Schwimmfusspaar kammartig gezähnelt. C? unbekannt.

$ . Rostralföden schlaffer als bei Clausocalanus ; Aussenrandborste der Furca fehlt. Aussenast der hinteren Antennen ca. 1 V2 mal so lang wie der Innenast. 5. Fusspaar ein kleiner, asymmetrischer Anhang von etwas variabler Form.

Diagnosen. Genus Pseudocalanus. Genus Drepanopus. Genus Mobianus. 51

Genus Pseudocalanus Boeck.

Rostrum zweispitzig; Endglied der vorderen Antennen gesondert; Aesthetasken kurz und dünn. 5. Fusspaar fehlt dem $. Gliederzahl der vorderen Antennen beim cf reducirt, seine Mundtheile zurückgebildet; an den Maxillen fällt der proximale Aussenrandlobus fort.

Q. Kopf mit dem 1. Thoraxsegment und das 4. Thoraxsegment mit dem 5. verschmolzen; Rostralfaden kurz, schlaff. Abdomen 4 gliederig; Genitalsegment und Furca symmetrisch. Vordere Antennen bis zum hinteren Rand des Genitalsegmentes reichend, 24 gliederig mit ver- schmolzenem 8. und 9. Gliede. Die übrigen Gliedmaassen denen von Drepanopus ähnlich. cT. Rostrum erhalten; an der Stirn 4 steife Haare ; Abdomen 5 gliederig, mit verkürztem Anal- segment. An den vorderen Antennen verschmelzen das 1. und 2., das 8. bis 12., das 20. und 21. Glied; Aesthetasken vermehrt. Mundtheile ähnlich wie bei Drepanopus, doch fallt der proximale Aussenrandlobus an den Maxillen fort. Der linke 5. Fuss 5 gliederig und etwas länger als der 4 gliederige rechte.

Genus Drepanopus Brady.

Rostrum zweispitzig. Endglied der vorderen Antennen gesondert, Aesthetasken gut entwickelt. 5. Fusspaar 2 gliederig. Gliederzahl der vorderen Antennen beim cf reducirt und Mundtheile zurückgebildet.

$. Kopf mit dem I. Thoraxsegment und das 4. mit dem 5. Thoraxsegment verschmolzen; Rostrum kurz, Fäden schlaff; Abdomen langgestreckt, 4gliederig; Genitalsegment und Furca symmetrisch. Vordere Antennen den Thorax überragend, 24 gliederig, mit verschmolzenem 8. und 9. Gliede. Aussenast der hinteren Antennen 6 gliederig, fast l'^mal so lang wie der Innenast. Erstes Innenastglied der Mandibeln kugelig, ohne sackförmigen Anhang. Dem vorderen Maxillipeden fehlt die Aussenrandborste. Innenast des hinteren MaxiUipeden kürzer als jedes Basalglied. Innenast des 1. Fusspaares 1-, des 2. 2-, des 3. und 4. 3 gliederig; End- glied der Aussenäste im 2. 4. Paare mit fein gezähnelter Endsäge und 4 Innenrandborsten. Die beiden proximalen Glieder der Füsse des 5. Paares sind verschmolzen, die distalen tragen eine kräftige gebogene Borste. cf . Rostrum erhalten ; die Verkürzung des Analsegmentes, die Umformung der vorderen Antennen und Rückbildung der folgenden Gliedmaassen ähnlich, aber weniger stark als bei Clausocalanus ; der rechte Fuss des 5. Paares länger, 4 gliederig, der unke kürzer, 5 gliederig.

Genus Mobianus Giesbrecht.

Letztes Thoraxsegment und Genitalsegment asymmetrisch; Rostrum fehlt. Endglied der vorderen Antennen gesondert, Aesthetasken gut entwickelt; 5. Fusspaar 2 gliederig. Gliederzahl der vorderen Antennen beim c? nicht reducirt, und die folgenden Gliedmaassen denen des 9 ähnlich.

7*

RO Diagnosen Genus Spinoealanus. Subfamilie Aetidüna.

Q. Kopf vom 1. Thoraxsegment getrennt; die beiden letzten Thoraxsegmente ver- schmolzen. Abdomen 4 gliederig, Furca symmetrisch. Vordere Antennen den Thorax über- ragend, 24 gliederig mit verschmolzenem 8. und 9. Gliede. Aussenast der hinteren Antennen 6 gliederig, etwa 1 Va mal so lang wie der Innenast. 1 . Innenastglied der Mandibeln mit kurzem sackförmigem Anhang. Vorderer Maxilliped ohne Aussenrandborste. Tnnenast der hinteren Maxillipeden so lang wie jedes Basalglied. Innenast des 1. Paares 1-, des 2. Paares 2-, des 3. und 4. Paares 3 gliederig; das Endglied des Aussenastes im 2. 4. Paare mit sehr fein ge- zähnelter Endsäge und 4 Innenrandborsten ; 5. Fusspaar mit verschmolzenen proximalen Glie- dern und einer Klaue an den distalen Gliedern. cT. Asymmetrie des 5. Thoraxsegmentes von der des Q abweichend ; Abdomen symmetrisch, 5 gliederig, Analsegment verkürzt. Gliedmaassen denen des Q ähnlich, doch mit vermehrten Aesthetasken an den vorderen Antennen. Füsse des 5. Paares 1 ästig, 5 gliederig, von complicirtem Bau.

Genus Spinoealanus Giesbrecht.

Rostrum fehlt. Endglied der vorderen Antennen gesondert. Hinterer Maxilliped von charakteristischer Form. Das Endglied des Aussenastes des 1. Fusspaares mit 4, des 2. 4. Paares mit 5 Innenrandborsten. 5. Fusspaar fehlt, cf unbekannt.

Q. Kopf vom 1. Thoraxsegment getrennt, die beiden letzten Thoraxsegmente ver- schmolzen; Abdomen 4 gliederig, symmetrisch. Vordere Antennen das Rumpfende überragend, 24 gliederig mit verschmolzenem 8. und 9. Gliede. Aussenast der hinteren Antennen 6 gliederig, länger als der Innenast. 1 . Innenastglied der Mandibeln ohne sackförmigen Anhang ; Maxillen stark chitinisirt und mit Gruppen von Stacheln ausgestattet. Vorderer Maxilliped mit langen Loben und kurzem Innenast; Aussenrandborste vorhanden. Innenast des hinteren Maxilli- peden länger als die Basalglieder. Innenast des 1. Paares 1-, des 2. Paares 2-, des 3. und 4. Paares 3 gliederig; Aussenäste mit fein gezähnelter Endsäge. Maxillen, Maxillipeden und Schwimmfüsse mit Gruppen von Stacheln besetzt.

Subfamilie Aetidüna.

Q. Vorderkörper meist (Ce von Th 1 zuweilen getrennt), Abdomen immer 4 gliederig. Rostrum stark chitinisirt, meistens 1 spitzig, selten 2 spitzig oder fehlend ; Genitalsegment und Furca meist symmetrisch'. An den vorderen Antennen verschmilzt das 8. ~ 9. und 24. ~ 25. Glied. Re der hinteren Antennen mindestens ebenso lang wie Ri, meistens beträchtlich länger; Re 3 von Re 2 getrennt. Mandibeln denen von CaJamis ähnlich, mit kräftiger Kau- lade und zuweilen verkürztem Ri. Maxillen mit kräftigen Innenrandloben und meist mit Hakenborsten auch an B 2 und R i ; Re relativ klein. Borsten des vorderen Maxillipeden kurz, aber kräftig; diejenigen von Ri relativ dünn und spärlich gefiedert; Ri articulirt nicht sowohl am Ende als auf der Hinterfläche von B 2. Ri des hinteren Maxillipeden höchstens

Diagnosen. Genus Aetidius. Genus OaHanus.

53

2/:) SO lang wie B 2. Ri des 1. und fast immer auch des 2. Schwimmfusspaares 1 gliederig, des 3. und 4. Paares 3 gliederig; Re im 1. Paare zuweilen 2 gliederig; Bau der Schwimmfüsse sonst ähnlich wie bei den Clausocalanina, jedoch gedrungener und kräftiger; Si von B 1 lang gefiedert; 5. Fusspaar fehlt stets. cf (nur von Aetidius und Enchirella bekannt) mit ähnlichen Charakteren Avie bei Clmisocalanus; zuweilen einseitige Verschmelzung des 20. ~21. Gliedes der vorderen Antennen; linker 5. Fuss 5 gliederig (bei fehlendem rechten) oder griff eiförmig (bei scheerenförmigem rechten).

Genus Aetidius Brady.

Rostrum gross, in zwei dicke, stark chitinisirte Zinken ausgehend; Lateralecken des letzten Thoraxsegmentes in je eine Spitze ausgezogen. Aeste der hinteren Antennen etwa gleich lang. Aussenast der Maxillen wenigstens halb so lang wie das zweite Basalglied. Aussen- äste der Schwimmfüsse 3-, Innenast des 1. und 2. Paares 1-, des 3. und 4. Paares 3 gliederig. Linker Fuss des 5. Paares beim c? 5 gliederig, rechter fehlt.

$. Cuticula dick; Vorderkörper und Abdomen 4 gliederig, symmetrisch. V^ordere An- tennen fast bis zum Rumpfende reichend, 23 gliederig, 8. und 9. sowie 24. und 25. Glied ver- schmolzen. Aussenast der hinteren Antennen 7 gliederig. Mandibeln schlank, mit gestreckter, kräftiger Kaulade. Maxillen ähnlich wie bei Clmisocalanus. Vorderer Maxilliped mit kräf- tigen Reusen- und Hakenborsten. Innenast des hinteren Maxillipeden etwa % so lang wie jedes der Basalglieder. 5. Fusspaar fehlt. cf. Rostrum eingegangen; Abdomen 5 gliederig mit sehr verkürztem Analsegment. An den vorderen Antennen das 10. mit dem 8. ~ 9., das 12. und 13., das 20. und 21. Glied verschmolzen; Aesthetasken ungemein stark entwickelt. Kaulade der Mandibeln und Innenrand -Anhänge der Maxillen sowie der vordere Maxilliped verkümmert; geringe Abweichungen an den hinteren Antennen und hinteren Maxillipeden. liinker Fuss des 5. Paares einästig, 5 gliederig, rechter fehlt.

Genus Gaetatms Giesbrecht.

Rostrum kurz, einspitzig; auf der Rückenfläche des Vorderkopfes ein medianer Stachel; letztes Thoraxsegment jederseits in eine Spitze verlängert. Innenast der hinteren Antennen etwa so lang wie der Aussenast. Aussenast des 1. Schwimmfusses 2- oder 3-, des 2. 4. Paares 3 gliederig; Innenast des 1. Paares 1-, des 2. Paares 2-, des 3. und 4. Paares 3gliederig. (f unbekannt.

Q . Vorderkörper und Abdomen 4 gliederig, symmetrisch. Vordere Antennen das Rumpf- ende nicht erreichend oder um Rumpf länge überragend, 23 gliederig, mit verschmolzenem 8. ~ 9. und 24. ~ 25. Gliede. 2. Basalglied des hinteren Maxillipeden fast 3mal so lang wie der 5 gliederige Innenast. Innenrandfiedern des proximalen Basalgliedes im 4. Paar stachelig oder lamellös. 5. Fusspaar fehlt.

g4 Diagnosen. Genus Chiriditis. Genus Undeuchäta. Genus Euchirella.

Genus Ckiridius Giesbrecht.

Rostrum fehlt; Lateralecken des letzten Thoraxsegmentes mit spitzem Fortsatz. Innenast der hinteren Antennen etwa halb so lang wie der Aussenast. Innenast der Mandibeln sehr kurz. Aussenäste der Schwimmfüsse 3-, Innenast des 1. und 2. Paares 1-, des 3. und 4. Paares 3 gliederig. cT unbekannt.

$. Vorder- und Hinterkörper 4 gliederig, symmetrisch. Vordere Antennen den Vorder- körper wenig überragend, 23 gliederig. Mandibellade eingeschnürt, mit kräftigen Zähnen. Loben des vorderen Maxillipeden zusammengedrängt. 2. Basalglied des hinteren Maxillipeden über doppelt so lang wie der 5 gliederige Innenast. 5. Fusspaar fehlt.

Genus Undeuchäta Giesbrecht.

Rostrum einspitzig; Lateralecken des letzten Thoraxsegmentes nicht zugespitzt. Innenast der hinteren Antennen über halb so lang wie der Aussenast. Aussenast der Maxillen klein, seine mittleren Borsten die kürzesten; mittlere Borste des proximalen Aussenrandlobus stark verlängert. Innenast des hinteren Maxillipeden sehr verkürzt. Aussenast des 1. Schwimmfuss- paares 2-, des 2. 4. Paares 3gliederig; Innenast des 1. und 2. Paares 1-, des 3. und 4. Paares 3 gliederig. cf unbekannt.

2. Vorder- und Hinterkörper 4 gliederig; Genitalsegment asymmetrisch. Vordere An- tennen das Körperende etwas überragend, 23 gliederig. Mandibeläste etwa gleich lang. 2. Basal- glied des hinteren Maxillipeden über 3 mal so lang wie der breitgliederige Innenast. Zähne der Endsägen an den Schwimmfüssen ziemlich zahlreich. 5. Fusspaar fehlt.

Genus Euchirella Giesbrecht.

Rostrum meist vorhanden, einspitzig; Lateralecken des letzten Thoraxsegmentes nicht zugespitzt. Innenast der hinteren Antennen halb bis viertel so lang wie der Aussenast; die beiden proximalen Glieder des letzteren verschmolzen. Innenast und Aussenast der Maxillen kurz, ersterer mit kräftigen Hakenborsten versehen ; distales Basalglied sehr gestreckt. Aussenast des 1. Schwimmfusspaares 2-, des 2. 4. Paares 3 gliederig, Innenast des 1. und 2. Paares 1-, des 3. und 4. Paares 3 gliederig. Rechter 5. Fuss des cf mit Scheere, linker grifFelförmig.

Q . Kopf vom 1 . Thoraxsegment nicht immer getrennt, die beiden letzten Thoraxsegmente verschmolzen. Abdomen 4 gliederig; Genitalsegment und Furcalborsten symmetrisch oder asymmetrisch. Vordere Antennen bis zum Ende des Thorax oder darüber hinaus reichend, 23 gliederig. Zahl der Borsten am Innenast der hinteren Antennen reducirt. 2. Basalglied der hinteren Maxillipeden doppelt so lang wie der 5 gliederige Innenast. Fiederung am Innen- rande des proximalen Basalgliedes im 4. Fusspaare durch Stacheln ersetzt; 5. Fusspaar fehlt. cT. Kopf zuweilen mit medianer Crista; Abdomen ögHederig, mit sehr kurzem Analsegment.

Diagnosen. Subfamilie Euchätiua. Genus Euchäta. Subfamilie Scolecitl^richma. 55

An der rechten vorderen Antenne verschmilzt das 20. und 21. Glied; Aesthetasken vermehrt. Innenast der hinteren Antennen relativ länger als beim $. Mandibellade, Innenrandanhänge der Maxillen und vorderer Maxilliped verkümmert; hinterer Maxilliped von schwächlichem Bau; Stacheln am Basale des 4. Fusses ausgefallen. Rechter 5. Fuss 2 ästig, mit Scheere, linker griflfelförmig, mit rudimentärem Innenast.

Subfamilie Euchätina.

2- Rostrum einspitzig; vor der Oberlippe ein beuteiförmiger Anhang; Innenrandborste der Furca sehr lang. Das 2. Basalglied der Maxillen, zusammen mit dem kurzen, gut bewaffneten Innenast, ganz nach dem Innenrande herübergebogen. Distale Hakenborsten des vorderen Maxillipeden länger als die proximalen. Aussenast des 1. Fusspaares 2-, des 2. 4. Paares 3 gliederig, Innenast des 1. und 2. Paares 1-, des 3. und 4. Paares 3 gliederig. c?- Rück- bildung der Mundtheile und Gliederung des Abdomens ähnlich wie bei den Aetidiina; Aussenast des 1. Fusspaares 3 gliederig; 5. Fusspaar beiderseits mit 2 gliederigem Basale und 2 Aesten; linker Innenast griffel-, rechter stummeiförmig; linker Aussenast 3-, rechter 2 gliederig.

Genus Euchäta Philippi.

2. Vorderkörper 5 gliederig, die beiden letzten Thoraxsegmente verschmolzen; Abdomen 4 gliederig, Genitalsegment mehr oder weniger asymmetrisch. Vordere Antennen von verschie- dener relativer Länge aber charakteristischer Form, 23 gliederig, das 8. mit dem 9. und das 24. mit dem 25. Gliede verschmolzen; einzelne Borsten lang und eigenthümlich gebogen. Aeste der hinteren Antennen etwa gleich lang; Aussenast 7 gliederig. Mandibellade mit wenigen aber starken Zähnen. Proximaler Aussenrandlobus der Maxillen meist schwach entwickelt. 2 . BasalgUed der hinteren Maxillipeden wenigstens 3 mal so lang wie der 5 gliederige Innen- ast. Die Innenrandborste an B 1 der Schwimmfüsse lang und reich gefiedert, die Endsägen der Aussenäste fein gezähnelt; 5. Fusspaar fehlt. cT. Rumpf verkürzt, Kopf mit dem 1. Thorax- segment verschmolzen ; Abdomen 5 gliederig, mit verkürztem Analsegment ; Innenrandborste der Furca verkürzt und knieförmig gebogen. An den vorderen Antennen verschmilzt mit dem 8. ~ 9. das 10. Glied und wird die Grenze zwischen dem 12. und 13. verwischt; die Aesthetasken sind vermehrt. Mandibellade, Innenrandanhänge der Maxillen und vorderer Maxilliped verkümmert; geringere Abweichungen auch an den hinteren Antennen, hinteren Maxillipeden und Schwimmfüssen, deren Aussenast am 1. Paare 3gliederig wird. Füsse des 5. Paares lang, von kräftigem und ziemlich complicirtem Bau.

Subfamilie Scolecithricliina.

$. Ce ~ Th 1 und Th 4 ~ 5 gewöhnlich verschmolzen; Rostrum mit 2, meist schlaffen Fäden; Abdomen 4 gliederig, symmetrisch. An den vorderen Antennen verschmelzen das 8. ~ 9.

Diagnosen. Genus Scolecithrix.

und zuweilen noch andere Glieder; Aesthetasken gut entwickelt, zuweilen sehr dick und lang. Re der hinteren Antennen durch Verschmelzung von Re 2 ~ 3 sechsgliederig. Mandibellade meist gestreckt, mit schwachen Zähnen, ebenso Li 1 der Maxille, deren Ei mit B 2 ver- schmilzt. Die distalen Borsten des vorderen Maxillipeden sind in dünnhäutige Schläuche um- gewandelt, die zuweilen in Pinsel endigen; seine Loben enge zusammengedrängt. Ri des hin- teren Maxillipeden höchstens ebenso lang wie B 2. Ri der Schwimmfüsse wie bei den Clauso- calanina gegliedert, bestachelt; 5. Fusspaar rudimentär (1- bis 3 gliederig) oder fehlend. cf. Abdomen mit verkürztem Analsegment; Gliederzahl der vorderen Antennen reducirt, das 20. ~21. Glied verschmilzt öfters nur einseitig; Kopfgliedmaassen denen des 2 ähnlich, oder in eigenthümlicher Weise umgeformt. Der linke 5. Fuss 5 gliederig, zuweilen mit Ri; der rechte 4 gliederig (zuweilen mit Rudiment von Ri) oder fehlend.

Genus Scolecithriic Brady.

Endglied der vorderen Antennen mit dem vorletzten Glied verschmolzen; Schläuche am vorderen Maxillipeden ohne Pinselspitzen; 5. Fusspaar meistens vorhanden, 1 gliederig. Die hinteren Antennen, Mandibeln, Maxillen und Maxillipeden des cT sind denen der 2 ähnlich; das 5. Fusspaar besitzt links immer, und zuweilen auch rechts einen Innenast.

Q. . Vorderkörper oval, Kopf mit 1 . Thoraxsegment und meistens auch die letzten beiden Thoraxsegmente verschmolzen; Rostrum zweispitzig, seine Fäden ziemlich schlaff; letztes Thoraxsegment zuweilen asymmetrisch; Abdomen 4 gliederig, symmetrisch. Vordere Antennen vom hinteren Thoraxende bis zum hinteren Rumpfende reichend, 19- bis 23 gliederig, Aesthet- asken gut entwickelt, zuweilen sehr gross. Aussenast der hinteren Antennen 6 gliederig und meistens länger als der Innenast. Mandibellade ähnlich wie bei Calamts, aber mit schmäleren Zähnen ; Aussenast meist beträchtlich länger als der Innenast. Erster Innenrandlobus der Maxille gestreckt, 2. und 3. klein; Innenast meist ungegliedert und mit dem Basale ver- schmolzen. Loben des vorderen Maxillipeden sehr eng zusammengedrängt. Innenast des hin- teren Maxillipeden 5 gliederig, höchstens ebenso lang wie das 2. Basalglied, meistens kürzer. Aussenäste der Schwimmfüsse 3-, Innenast des 1. Paares 1-, des 2. Paares 2-, des 3. und 4. Paares 3 gliederig; Innenrandborste am proximalen Basalglied des 4. Paares vorhanden oder fehlend. cf. Abdomen 5 gliederig, mit verkürztem Analsegment; an den vorderen Antennen verschmelzen das 13. Glied mit dem 8. ~ 12. und das 15. mit dem 14., an der rechten An- tenne auch das 20. und 21.; Aesthetasken vermehrt; Kopfgliedmaassen und Schwimmfüsse denen des Q ähnlich. 5. Fuss jederseits mit 2 gliederigem Basale, der linke mit 3 gliederigem Aussen- und 1 gliederigem Innenast, der rechte mit 2 gliederigem Aussen- und verkümmertem, zuweilen noch 1 gliederigem Innenast.

Diagnosen. Genus Xanihocalanus. Genus Phaenna. Kn

Genus Xanthocala7ius Giesbrecht.

Vordere Antennen mit gesondertem Endglied. Schläuche des vorderen Maxillipeden mit Pinselspitzen. Aeste der hinteren Antennen etwa gleich lang. 5. Fusspaar 2- bis 3 gliederig. Die Kopfgliedmaassen des cf weichen von denen des 2 stark ab ; von den Füssen des 5. Paares ist nur der linke vorhanden.

2 . Vorderkörper oval ; Kopf vom 1 . Thoraxsegment gesondert, die beiden letzten Thorax- segmente verschmolzen. Rostrum mit zwei ziemlich langen und schlaffen Fäden; Abdomen 4 gliederig, symmetrisch. Vordere Antennen bis zum Rümpfende reichend, 24 gliederig, mit verschmolzenem 8. ~ 9. Gliede; Aesthetasken gut entwickelt. Aussenast der hinteren Antennen 6 gliederig. Mandibellade lang und schmal, mit dünnen Zähnen. Maxille mit langem distalen Basale, mit dem der Innenast verschmilzt; proximaler Innenrandlobus gestreckt, mit langen Borsten. Loben des vorderen Maxillipeden zusammengedrängt. Der 5 gliederige Ri des hin- teren Maxillipeden kürzer als B 2. Aussenäste der Schwimmfüsse 3-, Innenast des 1. Paares 1-, des 2. Paares 2-, des 3. und 4. Paares 3gliederig; proximales Basalglied des 4. Paares mit Innenrandborste. (f. Abdomen 5 gliederig; an den vorderen Antennen verschmelzen das 1. '^2., ferner das 8. '^ 14. und an der rechten Antenne auch das 20. ^^21. Glied; Aesthet- asken stärker entwickelt. Mandibellade, Innenrandanhänge der Maxillen und vorderer Maxilli- ped stark verkümmert oder umgeformt, letzterer nur mit Einem (dicken) Pinselschlauch; hinterer Maxilliped dünner und länger als beim Q , mit reducirten Borsten. Vom 5. Fuss- paar fehlt der rechte Fuss, der linke 5 gliederig.

Genus Phaenna Claus.

Vordere Antennen mit gesondertem Endglied ; Schläuche des vorderen Maxillipeden mit Pinselspitzen; Innenast der hinteren Antennen viel kürzer als der Aussenast; 5. Fusspaar fehlt. Die Kopfgliedmaassen des cT weichen von denen des $ stark ab; das 5. Fusspaar hat 2 einästige Füsse.

Q. Vorderkörper kugelig; Kopf vom 1. Thoraxsegment getrennt, die beiden letzten Thoraxsegmente nicht völHg verschmolzen. Rostrum 2 spitzig, ziemlich stark chitinisirt. Ab- domen 4 gliederig, symmetrisch. Vordere Antennen bis zum Rumpfende reichend, 24 gliederig, mit verschmolzenem 8. '^ 9. Gliede; Vorderrandborsten kürzer als bei Xantkocalanus und von weicher Beschaffenheit. Aussenast der hinteren Antennen 6 gliederig. Mandibellade sehr lang gestreckt; ebenso der mit nur 10 Borsten versehene proximale Innenrandlobus der Maxillen, deren Innenast mit dem proximalen Basalgliede verschmilzt und deren Aussenast nur 5 Borsten hat. Loben des vorderen Maxillipeden sehr enge zusammengedrängt. B 2 des hinteren Maxillipeden fast doppelt so lang wie der 5 gliederige Ri. Aussenäste der Schwimm- füsse 3-, Innenast des 1. Paares 1-, des 2. Paares 2-, des 3. und 4. Paares 3 gliederig; proxi- males Basalglied des 4. Fusspaares ohne Innenrandborsten. cf mit ähnlichen sexuellen

ZooL Station zu Neapel, Fauna und Flora, Golf von Neapel. Pelagische Copepoden. 8

KQ Diagnosen. Tribus II: Heterarthrandria. Familie Centropagidae.

Charakteren wie Xatithocalanus ; doch ist die Verschmelzung der Glieder der vorderen Antennen weniger innig und das 2. bleibt vom 1. getrennt, und der vordere Maxilliped behält 4 Pinsel- borsten übrig. Das 5. Fusspaar besteht aus einem linken 5- und einem rechten 4 gliederigen Fuss.

Tribus II: Heterarthrandria.

Copepoda Gymnoplea, bei denen Eine von den vorderen Antennen des cT, meist die rechte, in ein Greiforgan umgewandelt ist, und zwar durch eine Umformung des Gelenkes zwischen dem 18. und 19. Gliede und eine Verstärkung und Umformung der Musculatur in den vorhergehenden Gliedern. Das 5. Fusspaar des $ ist entweder ein normaler Schwimm- fuss oder wird zurückgebildet, fehlt aber niemals. Die secundären Sexualcharaktere des (f beschränken sich fast stets auf Eigenthümlichkeiten im Bau des Rumpfes, der vorderen Antennen und des 5. Fusspaares. Meeres- und Süsswasserbewohner.

Familie Centropagidae.

2 . Ce von Th 1 stets getrennt, Th 4 '^ 5 meistens verschmolzen. Rostrum mit 2, meist schlaffen, zuweilen gefiederten Fäden. Abdomen 3- oder 4 gliederig, zuweilen asymmetrisch. Vordere Antennen ähnlich wie bei den Calaniden gebaut, doch ist das 2. Glied öfters in 2 Stücke gesondert, von welchen das proximale dann stets mit dem 1. Antennengliede ver- schmilzt; Zahl der Glieder nie geringer als 23. Re der hinteren Antennen wenigstens '^n so lang wie Ri, meist wie bei Calanus gegliedert; zuweilen ist das distale Stück von Re 2 als besonderes Glied abgetrennt. Die folgenden 4 Gliedmaassen sind entweder ähnlich wie bei Calanus und Verwandten gebaut, oder es treten an den 3 vorderen davon (bei den Hetero- chätina) eine Anzahl von Besonderheiten auf: Rückbildung des Ri und Verringerung der Zähne der Mandibeln, Rückbildung von Li 2 und 3 und von Ri der Maxillen unter Ver- längerung von Re, Ueberwiegen der distalen Borsten des vorderen Maxillipeden über die proxi- malen, zuweilen unter Rückbildung der I^oben und von Ri. Die vorderen 4 Fusspaare mit 3 gliederigen Aesten; nur in einem Fall [Temora) ist die Zahl der Glieder durch Verschmel- zung reducirt. Das 5. Fusspaar ist entweder den vorderen ähnlich (Si von Re 2 von besonderer Form, säbel-, pfriemen-, dornen-, zipfelförmig) oder rudimentär mit 1 gliederigem oder fehlendem Ri und 1- bis 3gliederigem Re. cT. Abdomen 5 gliederig, selten mit verkürztem Analsegment; GeschlechtsöfFnung auf der der Greifantenne gegenüberliegenden Seite. Greifantenne entweder rechts oder links; es verschmilzt an ihr stets das 19. '^ 21. und meistens auch das 22. '^ 23. Glied. Die Füsse des 5. Paares (stets beide vorhanden) fungiren als Pack- und zuweilen daneben auch als Schwimmorgane; die Ri sind entweder vollgliederig vorhanden oder werden bis zum Aus- fall zurückgebildet; die Re bilden Haken oder Scheeren. Kleine sexuelle Abweichungen vom Bau des Q finden sich zuweilen auch an Th 5 und den Fusspaaren.

Diagnosen. Subfamilie Centropagina. Genus Centropages, 50

Subfamilie Centropagina.

$. Vorderkörper 6 gliederig, Hinterkörper 3 gliederig; Rostralfaden schlaff. Vordere Antennen (24 »^ 25) und hintere Antennen, Mandiheln und Maxillen ähnlich wie bei Calanus gebaut ; für den vorderen Maxillipeden ist die Länge der distalen Keusenborsten, für den hinteren die Starke Beborstung von B 1 charakteristisch. Alle 5 Fusspaare mit 3 gliederigen Aesten. C?. Greifantenne rechts; Re des linken 5. Fusses 2 gliederig, des rechten mit einer Zange.

Genus Centropages Kröyer.

Q. Kopf vom Thorax und 4. vom 5. Thoraxsegment getrennt; Ventralauge auf der Ventralfläche des Kopfes zuweilen hervortretend; Abdomen 3 gliederig, Genitalsegment asym- metrisch. Vordere Antennen 24 gliederig (Aa 24^^25); ihre Anhänge sehr vollzählig; die Borsten nackt, kurz und schlaff, von den Aesthetasken schwer zu unterscheiden. Hintere Antennen ähnlich wie bei Calanus gebaut, Aussenast 7 gliederig, bis fast 1 V2 so lang wie der Innenast. Auch Mandibel und Maxille ähnlich wie bei Calanus gebaut, bei einem Theil der Arten jedoch weniger reich ausgestattet. Die distalen Borsten des vorderen Maxillipeden (die von B 2 und E.i) hakenförmig, mit Stachelfiedern besetzt, viel dicker und länger als die proxi- malen; Loben ziemlich kurz. Das 1. Basalglied des hinteren Maxillipeden mit stark vor- springenden Loben und langen, mit Stachelfiedern besetzten Borsten an den beiden mittleren Loben ; die Aussenrandborsten des 5 gliederigen Innenastes gut entwickelt und wie bei Calanus gefiedert. Aeste sämmtlicher 5 Ruderfüsse 3 gliederig (ausnahmsweise ist Ri 2 gliederig); B 1 mit Si am 1. 4., B 2 mit Si am 1. Paare. B 1 des 5. Paares ohne Si; Borstenzahl der Aeste: Re mit 1, 1, 2 Se, 1, 1, 4 Si im 1., mit 1, 1, 3 Se, 1, 1, 5 Si im 2. 4., mit 1, 1, 2 Se, 0, 1, 4 Si im 5. Paare; Ri mit 0, 0, 1 Se, 1, 2, 5 Si im 1., mit 0, 0, 2 Se, 1, 2, 6 Si im 2. und 3., mit 0, 0, 2 Se, 1, 2, 5 Si im 4., mit 0, 0, 2 Se, 1, 1, 4 Si im 5. Paare; die Si von Re 2 des 5. Paares ist dornförmig und mit dem Gliede verschmolzen. (f. Sexuelle Besonderheiten im Bau des Abdomens, der rechten vorderen Antenne, des 5. Fusspaares; z. Th. auch des 5. Thoi'axsegmentes und des 3. und 4. Fusspaares. Das Abdomen ist ögliederig mit meistens sehr kurzem Analsegment ; Genitalöffnung links ; die rechte Antenne ist ein Greif- organ, an welchem das 19. ~21. und meist auch das 22. ~ 23. Glied verschmilzt, und deren Gelenk zwischen dem 18. und 19. Gliede liegt; am Aussenast des linken 5. Fusses fehlen die Si und es verschmilzt das 2. '^ 3. Glied, das zuweilen pfriemartige Anhänge trägt; der Aussen- ast des rechten Fusses bleibt 3 gliederig, und seine beiden Endglieder sind in eine Zange um- gewandelt, deren einer Haken das Endglied, deren anderer die jVerdickte Innenrandborste des 2. Gliedes ist.

8*

ßQ Diagnosen. SubfamiUe Temoriua. Genus Isias. Genus Temora.

Subfamilie Temorina.

Q. Vorderkörper 5 gliederig: Th4'^5; Rostralfäden schlaff, zuweilen gefiedert; Ab- domen 3 gliederig, zuweilen asymmetrisch. Vordere Antennen 23- oder 24gliedei'ig; das 2. Glied ist entweder ungetheilt, oder, wenn in 2 gespalten, verschmilzt sein proximales Stück mit dem 1 . Gliede. Aesthetasken kurz, fadenförmig. Aussenast der hinteren Antennen 7 gliederig ; sie so- wohl wie die folgenden 4 Gliedmaassen calanidenähnlich. Die 4 vorderen Fusspaare meist mit 3gliederigen Aesten, an welchen jedoch die beiden proximalen Glieder verschmelzen können; am zurückgebildeten 5. Fusspaar fehlt der Innenast oder ist klein und 1 gliederig; der Aussenast ist 1- bis 3 gliederig. cf. Greifantenne meist rechts, seltener links; distal vom Gelenk ver- schmelzen das 19. ~21. imd 22. ~ 23. Glied; ausser den sexuellen Abweichungen im Bau des Rumpfes, der vorderen Antennen und des 5. Fusspaares treten solche zuweilen auch an den vorderen Fusspaaren auf.

Genus Isias Boeck.

Furca ca. 4 mal so lang wie breit; vordere Antennen Avie bei Temora gegliedert; 1. 4. Fuss- paar mit 3 gliederigen Aesten; Re des 5. Paares beim $ 3 gliederig, den Re der übrigen Paare nicht unähnlich, Ri 1 gliederig; Re des 5. Paares beim c? 2 gliederig, ohne Zange, Ri rudi- mentär. Greifantenne des cT rechts.

Q. Vorderkörper 5 gliederig: das 4. und 5. Thoraxsegment verschmolzen; Rostralfäden dünn und schlafi"; Abdomen 3 gliederig, nahezu symmetrisch. A'ordere Antennen (mit einem Dorn am 1 . Gliede und z. Th. eigenthümlich geformten Borsten) und die übrigen Kopfglied- maassen denen von Temora ähnlich. Re und Ri des 1. 4. Fusspaares 3 gliederig; B 1 an allen, B 2 am 1 . Paare mit Si ; Zahl der Se und Si an den Borsten wie bei Centropages. Re des 5. Paares 3-, Ri 1 gliederig; die Si von Re 2 dornförmig. cf. Sexuelle Abweichungen im Bau des Abdomens (Genitalöffnung links ; 3. Segment asymmetrisch), der Greifantenne (der von Temora ähnlich) und des 5. Fusspaares ; letzteres jederseits mit 2 gliederigem Re und ganz rudimentärem Ri, ohne Zange.

Genus Temora Baird.

Furca lang, schmal, wenigstens 7 mal so lang wie breit. Vordere Antennen 24 gliederig: 24. ~ 25. Glied verschmolzen, 1. vom nicht getheilten 2. getrennt. 1. Fusspaar mit 3 gliederigem Re und 2 gliederigem Ri; am 2. 4. Fusspaar verstreicht die Grenzlinie zwischen den beiden proximalen Gliedern beider Aeste beim Q , während Re beim cT meistens 3 gliederig bleibt. 5. Fusspaar beim 2 rudimentär, jederseits 3 gliederig; beim cf links 4 gliederig, zangenförmig, rechts 3 gliederig, hakig. Greifantenne des cf rechts.

$. Vorderkörper 5 gliederig: die beiden letzten Thoraxsegmente verschmolzen; Rostral- fäden weich. Abdomen 3 gliederig; Furca lang, schmal und zuweilen asymmetrisch. Vordere

Diagnosen. Genus Metridia. Genus Pleuromma. ß [

Antennen mit dünnen Aesthetasken und kurzen, schlaffen Borsten am Vorderrand. Hintere Antennen denen von Centropages ähnlich, der Aussenast jedoch dünner und mit kürzerem End- glied. Mandibel mit umfangreicher Kaulade. Die folgenden 3 Gliedmaassen denen von Calanus ähnlich, der vordere Maxilliped mit langen Loben. Erstes Fusspaar mit 3 gliederigem Aussenast und 2 gliederigem (I. -^ 2.) Innenast; am 2. 4. Fusspaar ist die Articulation zwischen den beiden proximalen Gliedern beider Aeste aufgehoben; 1. Basalglied am 2. 4. und meist auch am 1., 2. am 1. Paare mit gefiederter Innenrandborste. Borstenzahl der Aeste: Re mit 1, 1, 2 Se, 1, 1, 4 Si im 1., mit 1, 1, 3 Se, 1, 1, 5 Si im 2.-4. Paare; Ri mit 0, 1 Se,

1, 5 Si im 1., mit 0, 0, 1 Se, 1, 2, 5 Si im 2. und 3., mit 0, 0, 1 Se, 1, 2, 4 Si im 4. Paare. cf . Sexuelle Besonderheiten im Bau des Rumiifes, der rechten vorderen Antenne und der Füsse besonders des 5. Paares. I^etztes Thoraxsegment asymmetrisch; Abdomen 5 gliederig, Genitalöffnung links. Greifantenne rechts, ähnlich Avie bei Centropages; Gelenk zwischen dem 18. und 19. Gliede; Aa 19. ~21., 22. ~ 23., 24. ~ 25. Aussenast der Schwimm- füsse zuweilen am linken 2. Fusse 2 gliederig, sonst stets 3 gliederig.

Genus Metridia Boeck.

Nahe verwandt mit Pleuromma; jedoch ohne den seitlichen Pigmentknopf; Endsäge des Aussenastes im 3. Paare von normalem Bau; die Schwimmfüsse des cf (besonders des 2. Paares) stimmen mit denen des 9 überein. Furca 2 5 mal so lang wie breit.

Genus Pleuromma Claus.

Ein dunkel pigmentirter Chitinknopf seitlich am 1. Thoraxsegment. Furca höchstens doppelt so lang -wie breit. Vordere Antennen 2 3 gliederig: 1.^2"''. (wovon 2" gesondert; und 7. ~ 9. Glied verschmolzen; 24. vom 25. getrennt. Aeste des 1. 4. Fusspaares 3 gliederig; Re 1 des 3. Paares mit tiefem Einschnitt am Aussenrande; St des 3. Paares kurz, nach aussen übergebogen; Ri 1 des 2. Paares mit Haken am Innenrande, und zwar beim § beider-, beim cT nur einseitig; 5. Fusspaar des Q rudimentär, 2- bis 4 gliederig, des c? jederseits 5 gliederig, ohne eigentliche Zange. Greifantenne des cf rechts oder links.

9. Vorderkörper 5 gliederig: die beiden letzten Thoraxsegmente verschmolzen; Rostral- fäden gefiedert, auf einer Papille entspringend; pigmentirter Chitinknopf an Th 1 rechts oder links. Abdomen 3 gliederig, symmetrisch. Vordere Antennen am Vorderrand der proximalen Glieder zackig; das 1., 3., 7., 14., 18., 21., 24. Glied mit verlängerter distaler Borste ; die Aesthetasken kurz, fadenförmig. Aussenast der hinteren Antennen länger als der Innenast, 7 gliederig. Mandibeln und Maxillen denen von Calanus und Centropages ähnlich; vorderer Maxilliped mit stark Aorspringendem 5. I^obus; hinterer Maxilliped mit lang gestrecktem Ri. Die 4 ersten Fusspaare mit 3 gliederigen Aesten; 1. Basalglied mit gut entwickelter Si an allen,

2. Basalglied mit Si am 1. Paare; Borstenzahl der Aeste.- Re mit 1, 1, 2 Se, 1, 1, 4 Si

02 Diagnosen. Subfamilie Leuckartüna. Genus Leuckartia.

im 1., mit 1, 1, 3 Se, 1, I, 5 Si im 2.-4. Paare; Ri mit 0, 0, 1 Se, 1, 2, 4 Si im 1., mit 0, 0, 2 Se, 0, 2, 6 Si im 2., mit 0, 0, 2 Se, 1, 2, 6 Si im 3. und mit 0, 0, 2 Se, 1, 2, 5 Si im 4. Paare. cf. Sexuelle Eigenthümlichkeiten im Bau des Rumpfes, der vorderen Antennen, des 5. Fusspaares und der Schwimmfüsse. Abdomen 5 gliederig, zuweilen asymmetrisch ge- baut, mit rechter oder linker GenitalöfFnung.

Subfamilie Leuckartüna.

9. Vorderkörper 5 gliederig: das 4. '^ 5. Thoraxsegment verschmolzen. Rostralföden dünn und meist schlaff (bei Disseta ziemlich starr) ; Abdomen 4 gliederig , symmetrisch. An den vorderen Antennen ist das 2. Glied in zwei getheilt (wovon aber das proximale Stück mit dem 1. Gliede verschmilzt) und das 25. vom 24. gesondert; Aesthetasken lang und ziem- lich dick. Aussenast der hinteren Antennen 8 gliederig. Die folgenden 4 Gliedmaassen calaniden- ähnlich. Die vorderen 4 Fusspaare fast jmmer mit 3 gliederigen Aesten; 5. Paar den vorderen und dem von Centropages ähnlich, mit 3 gliederigem Aussenast und 2- bis 3 gliederigem Innen- ast. — cf (nur von Leuckartia bekannt) mit linker Greifantenne, an welcher distal vom Gelenk das 19.~21. und 22. ~ 23. Glied verschmelzen; das 5. Fusspaar ohne Zange, mit 2gliederigen Basalia, rechts mit 2-, links mit 3 gliederigen Aesten; ausser an diesen Gliedmaassen und im Bau des Rumpfes keine sexuellen Besonderheiten.

Genus Leuckartia Claus.

Kopf breit; Furca symmetrisch. Le 1 der Maxillen mit 5 Borsten.

Q. Vorderkörper 5 gliederig: 4. und 5. Thorax-Segment verschmolzen; Rostralföden fein und weich, auf einer Papille sitzend, Abdomen 4 gliederig, symmetrisch. Vordere Antennen 25 gliederig (1 ^2"'', aber gesondert), mit meistens schlaffen Borsten und langen Aesthet- asken; hintere Antenne der von Centropages ähnlich, aber mit 8 gliederigem Aussenast. Kau- lade der Mandibeln schwach gebaut, ihr Aussenast ziemlich weit proximal eingelenkt. Aussen- randlobus der Maxille mit nur 5 Borsten ; die Innenrandloben gut entwickelt, der proximale jedoch mit schwach bewaffneten Kauborsten; Innenast zweigliederig (1 ~ 2) , mit dem Basale articulirend ; Aussenast gross, oval. Maxillipeden denen von Calanus ähnlich; die distalen Borsten des vorderen wenig länger als die proximalen ; die Aussenrandborsten des hinteren dünn und nackt. Aussenäste der 5 Ruderfüsse 3 gliederig, Innenast am 1 . Paare 2- (Ri 2 '^ 3) oder 3-, am 2. 5. Paare ebenfalls 3 gliederig. B 1 mit Si am 2. 4., B 2 im 1. Paare mit Si und zuweilen mit einem röhrenförmigen Fortsatz. Borstenzahl der Aeste: Re mit 1, 1, 2 Se, 1, 1, 4 Si im 1., mit 1, 1, 3 Se, 1, 1, 5 Si im 2.-4., mit 1, 1, 2 Se, 0, 1, 3 Si im 5. Paare; Ri mit 0, 0, 1 Se, 1, 2, 4 Si (1, 5 oder 6 Si) im 1., mit 0, 0, 1 Se, 1, 2, 5 (4) Si im 2.-4., mit 0, 0, 1 Se, 1 , 1 , 4 Si im 5. Paare. Die Si von Re 2 im 5. Paare hat die Form eines gebogenen Pfriems. cf. Sexuelle Besonderheiten im Bau des Abdomens, der hinteren

Diagnosen. Genus Isochäta. Genus Disseta. Subfamilie Heterochätina. RQ

Antenne und des 5. Fusspaares. Abdomen 5 gliederig, Genitalöffnung rechts. Die linke Antenne ist ein Greiforgan, das Gelenk zwischen dem 18. und 19. Gliede; verschmolzen: 19 '^ 21 und 22 ~ 23. Das 5. Paar hat 2 gliederige Basalia, und rechts 2-, links 3 gliederige Aeste; das distale Glied des rechten Aussenastes (2 ~ 3) ist hakig und gegen das proximale beweglich.

Genus Isochäta Giesbrecht.

$. Verwandt mit Leuckartia; jedoch mit abweichendem Habitus im Rumpf bau (ovalem Vorder- und relativ kürzerem Hinterkörper) ; ferner weicht die Zahl der Borsten an den Innen- ästen der B,uderfüsse ab, und der Innenast des 5. Paares ist 2 gliederig. cf unbekannt.

Genus Disseta Giesbrecht.

Linke Hälfte der Furca grösser als die rechte, mit langer, dicker Borste. Le 1 der Maxillen mit 9 Borsten, cf unbekannt.

2. Vorderkörper 5 gliederig: das 4. und 5. Thoraxsegment verschmolzen. Rostralfaden dünn, ziemlich starr, auf gemeinsamer Basis entspringend. Abdomen 4 gliederig. Vordere Antennen wie bei Leuckartia gegliedert, mit langen eigen thümlich geformten Borsten und Aesthetasken. Die Aeste der hinteren Antennen (Aussenast von eigenthümlichem Bau), Man- dibeln, Maxillen (proximaler Aussenrandlobus mit 9 Borsten), Maxillipeden (der hintere mit langen Borsten ausgestattet) ähnlich wie bei Leuckartia. An allen 5 Fusspaaren beide Aeste 3 gliederig ; die Innenrandborste des mittleren Aussenastgliedes im 5. Paare pfriemförmig, kurz gefiedert; Borstenzahl der Aeste ähnlich wie bei Leuckartia, jedoch an B,e 3 des 5. und an Ri 3 des 2., 3. und 5. Paares je eine Borste mehr.

Subfamilie Heterochätina.

Vorderkörper 5 gliederig: Th 4 '^ 5. Rostralfaden dünn, zuweilen gefiedert; letztes Thoraxsegment zuweilen mit zugespitzten Lateralecken. Abdomen 3- oder 4 gliederig, nicht immer symmetrisch. An den vorderen Antennen ist das 2. Glied in 2 Stücke gesondert, von denen das proximale mit dem 1 . Gliede verschmilzt {Arietellus'l) ; die beiden Endglieder bleiben meist gesondert. 2. Glied des Aussenastes der hinteren Antennen in 2 Stücke gesondert; die dadurch entstehende Zahl (8) der Glieder aber öfters durch andere Verschmelzungen reducirt. Kaulade der Mandibel mit wenigen Zähnen; Innenast dünn, zuweilen fehlend. Innenast und die beiden distalen Innenrandloben der Maxille klein, zuweilen fehlend, Aussenast stets vor- handen und fast immer sehr verlängert. Vorderer Maxilliped gestreckt, mit kleinen Loben, von denen die proximalen gewöhnlich rudimentär sind; Borsten der distalen Loben (und meistens auch des Innenastes} fast immer lang, dick, hakig. Die 4 vorderen Fusspaare mit 3 gliederigen Aesten; das 5. Fusspaar den vorderen ähnlich, ebenfalls fast ausnahmslos [Arie-

RA Diagnosen. Genus Heteruchlita.

tellus^) mit 3 gliederigen Aesten. Das cT {PhyllopusV} zeigt sexuelle Eigenthümlichkeiten im Bau des Rumpfes, der vorderen Antennen, des 5. Fusspaares, selten auch an den Mundtheilen; die Greifantenne ist meist die linke; ausser dem 19. ~ 21. und 22. ~ 23. (oder 22. ~ 25.) Gliede verschmilzt auch das l.~2. Glied; 5. Fusspaar mit 3gliederigen Aussen- und 1- bis 3 glie- derigen Innenästen und unvollkommener oder keiner Zange.

Genus Heterochäta Claus.

Abdomen des $ 4 gliederig; linke Furcalhälfte grösser als die rechte, mit ungemein langer Borste. Endglieder der vorderen Antennen getrennt. Länge der Aeste der hinteren Antennen nicht auffällig verschieden. Mandibel zweiästig, E.i dünn. Ri, JA 2 und 3 der Maxillen stark zurückgebildet, weniger stark auch Le 1 ; Re lang und rechteckig, mit 5 Borsten am Ende. Proximale Loben und Ri des vorderen Maxillipeden rückgebildet, mit kurzen oder dünnen Borsten; Ri des hinteren Maxillipeden mit kurzen Borsten. 5. Fusspaar des Q und cT mit 3 gliederigen Aesten ; Re 2 beim Q mit säbelförmiger Si ; beide Re 3 des cf hakig, rechts eine unvollkommene Zange ; Greifantenne des c? links , mit verschmolzenen 1 . ~ 2 ., 8. ~ 9., 19. ~ 21., 22. ~ 23. GUedern.

$. Vorderkörper 5 gliederig: die beiden letzten Thoraxsegmente verschmolzen; Rostral- faden schlaff, auf einer Papille aufsitzend. Abdomen 4 gliederig; linke Furcalhälfte mit dem Analsegment nicht articulirend. Vordere Antennen 25 gliederig: l ~ 2*^ von getrennt; Borsten weich, den fadenförmigen Aesthetasken ähnlich. Der Aussenast der hinteren Antennen 8 gliederig. Mandibeln mit nur 3 4 Zähnen, von denen der ventrale Hakenform hat; Borsten des Aussenastes gegen das Ende zusammengedrängt; Innenast dünn. Der vordere Maxilliped ist von gestreckter Form; sein Endtheil (Ri), sowie die proximalen Loben mit ihren Borsten meistens sehr zurückgebildet, wogegen die distalen mit starken Hakenborsten versehen sind. Der hintere Maxilliped ist durch die Kürze der Borsten an Ri und meist auch durch die Länge und Dicke einer Borste am Innenrande des proximalen Basalgliedes ausgezeichnet. Alle 5 Fusspaare haben 3 gliederige Aeste; Innenrandborste des proximalen Basal- gliedes im 1. 4. Paare und des distalen im 1. Paare gut entwickelt, gefiedert; distales Aussen- astglied im 3. Paare meistens von anderer Form als an den übrigen Füssen, breit, oval; Borsten- zahl der Aeste: Re mit 1, 1, 2 Se, J, 1, 4 Si im 1., mit J, 1, 3 Se, 1, 1, 5 Si im 2. 4., mit 1, 1, 2 Se, 0 (1), 1, 4 Si im 5. Paare; Ri mit 0, 0, 1 Se, 1, 2, 4 Si im 1., mit 0, 0, 2 Se, i, 2, 5 Si im 2. und 4., mit 0, 0, 2 Se, 1, 2, 6 Si im 3., mit 0, 0, 2 Se, 1, 1 , 4 Si im 5. Paare. Si von Re 2 des 5. Paares verdickt, säbelförmig. cT. Sexuelle Eigenthümlich- keiten im Bau des Hinterkörpers, der linken vorderen Antenne und des 5. Fusspaares. Abdomen 5 gliederig, GenitalöfFnung rechts. Die Greifantenne schlank. 5. Fusspaar mit 3 gliederigen Aesten; Endglieder beider Aussenäste hakig; rechts sowohl am distalen Basalgliede wie am mittleren Aussenastgliede ein Fortsatz, der mit dem Endgliede des Aussenastes eine Art Zange bildet.

Diagnosen. Genus Hemicalanus. Genus Augaptilus. ßR

Genus Hemicalanus Claus.

Abdomen des 9 4 gliederig. Furca symmetrisch, wie auch die Gliedmaassen mit langen, prachtvoll gefiederten Borsten versehen. Vordere Antennen 25 gliederig. Ri der hinteren Antennen viel länger als Re. Mandibel mit gestreckten Aesten. Ri, Li 2 und 3 der Maxillen relativ klein ; Re verlängert. Vorderer MaxilHped mit kleinen Loben ; distale Borsten nicht viel länger als die proximalen. 5. Fusspaar bei $ oder cf mit 3 gliederigen Aesten; Si von Re 2 beim $ fehlt oder ist ein kleiner Zipfel; die Re beim cf hakig, ohne Zange. Greif- antenne des cf links, mit verschmolzenen l.~2., 19. ~21., 22. ~ 23. Gliedern.

2 . Vorderkörper 5 gliederig (Th 4 '^ 5) ; Rostralfäden schlaff; Abdomen 4 gliederig, sym- metrisch. Vordere Antennen 25 gliederig (1 ~2'''' von getrennt), mit z. Th. sehr langen und gefiederten Borsten und sehr dünnen Aesthetasken. Innenast der hinteren Antennen lang gestreckt, sehr viel länger als der Aussenast, der proximal von der Randmitte des 2. Basal- güedes articulirt und 7-, selten 8 gliederig (Re 1 verschmilzt fast immer mit dem proximalen, vom distalen abgegliederten Stück von 2) mit ziemlich kurzem Endgliede ist. Kaulade der Man- dibeln 2 zinkig. Vorderer Maxilliped gestreckt. Hinterer MaxilHped mit kurzem B 2 und relativ dickem Innenast. Alle 5 Füsse mit 3 gliederigen Aesten; 1. Basalglied mit gefie- derter Borste im 2. 4. und auch im 5. Paare; 2. Basalglied ohne Innenrandborste im 1. Paare, aber mit ziemlich langer Aussenrandborste im 1. und 4. und mit sehr langer im 5. Paare. Borstenzahl an den Aesten wie bei Heterochäta , nur an Re 3 des 5. Paares eine Si weniger; die Innenrandborste des mittleren Aussenastgliedes im 5. Paare ist in einen kleinen Zipfel verwandelt oder fallt auch aus, und die letzte Innenrandborste des Endgliedes ist gewöhnlich verlängert. An vielen Gliedmaassen finden sich metallisch gefiederte Borsten. cf. Sexuelle Differenzen im Bau des Rumpfes, der vorderen Antennen, des 5. Fusspaares und auch der Mundtheile. Abdomen 5 gliederig, Genitalöffnung rechts. Vordere Antennen verkürzt und reichlicher als beim $ mit Aesthetasken versehen, die linke eine Greifantenne; Maxille schwächlicher gebaut als beim $. 5. Fusspaar mit 3 gliederigen Aesten; beide Füsse dieses Paares einander sehr ähnlich.

Genus Augaptilus Giesbrecht.

Verwandt mit Hemicalanus; aber Abdomen des Q. 3 gliederig; Ri der Maxillen fehlt; vorderer Maxilliped mit rückgebüdeten proximalen Loben und mit eigenthümHcher Bewaffnung an den distalen Borsten.

S. Vorderkörper 5 gliederig: die beiden letzten Thoraxringe verschmolzen; Rostralfäden dünn, zuweilen gefiedert; Abdomen 3gliederig, Genitalsegment meist nicht ganz symmetrisch. Den entsprechenden Gliedmaassen von Hemicalanus ähnlich sind die vorderen Antennen, die hin- teren Antennen (Aussenast relativ länger als bei Hemicalanus, aber selten länger als der Innenast, zuweilen mit etwas reducirter Gliederzahl), Mandibeln (zuweilen lästig und mit stiletförmiger

Zooi, Station za Neapel, Fauna und Flora, Golf Ton Neapel. Pelagische Copepoden. 9

cg Diagnosen. Genus Arietellus. Genus Phyllopus.

Kalllade), Maxillen (Innenast fehlt, meist auch die beiden distalen Innenrandloben, und zu- weilen ist auch der proximale Innenrand- und proximale Aussenrandlobus fast ganz verkümmert) und die beiden Maxillipeden (noch gestreckter als bei Hemicalanus, mit rückgebildeten proximalen Loben und eigenthümlich bewaffneten distalen Borsten) und die Füsse (die Aussenranddornen der Aussenäste z. Th. verkümmert, am 5. Paare ist die 3. Innenrandborste des letzten Aussenast- gliedes nicht verlängert und die Innenrandborste des mittleren Gliedes ist pfriemenförmig oder fallt aus; beide Aeste 3-, selten 2 gliederig). cT. Sexuelle Differenzen im Bau des Abdomens, der vorderen Antennen und des 5. Fusspaares. Abdomen 5 gliederig, Geschlechtsöffnung rechts oder links. Antennen weniger verkürzt, als bei Hemicalanus, sonst ähnlich, doch ist die Greifantenne zuweüen die rechte; 5. Fusspaar ähnlich wie bei Hemicalanus gebaut, meist mit eigenthümlich geformtem Fortsatz an dem rechten mittleren Aussenastgliede.

Genus Arietellus Giesbrecht.

Q unbekannt. Verwandt mit Augaptilus; aber die rechte vordere Antenne 20 gliederig (1~2, 21~25), die Hnke, die Greifantenne, IQgHederig (1~2, 19~21, 22 'n^ 25) ; Ri des 5. Fusspaares rudimentär.

cT. Vorderkörper 5 gliederig: die letzten beiden Thoraxringe verschmolzen; Stirn in einen keilförmigen Fortsatz endigend; Rostralfäden dünn; letzter Thoraxring jederseits in eine Spitze auslaufend. Abdomen 5 gliederig; Genitalöffnung rechts. Vordere Antennen mit langen Aesthetasken ; die rechte 20gliederig (1-^2, 21 '^ 25), die linke Greifantenne 19gliederig (1 ~ 2, 19~21, 22~25). Hintere Antenne mit gestreckten Aesten, von denen der Aussen- ast der kürzere ist; die proximalen Glieder beider Aeste, besonders aber das distale Glied des Innenastes lang gestreckt, das Endglied des Aussenastes relativ kurz; Aussenast 7 gliederig: das 2. Glied in 2 Glieder gespalten, das 6. dagegen mit dem 7. verschmolzen. Mandibel ohne Innenast, Kaulade mit 2 mehrspitzigen Zinken. An der Maxille fehlt der 3. Innenrandlobus sowie der Innenast, dagegen ist der Aussenast verlängert und eigenthümlich gedreht. Die Maxillipeden denen von Augaptilus ähnlich, der hintere jedoch von kräftigerem Bau. 1. 4. Fuss- paar mit 3 gliederigen Aesten; 1. Basalglied mit Innenrandborste an allen, 2. Basalglied mit Innenrandborste im 1., und mit Aussenrandborste im 1. und 4. Paare; Borstenzahl der Aeste wie bei Heterochäta, nur mit einer Si mehr an Ri 3 des 2. Paares. Das 5. Fusspaar mit 2 gliederigem Basale, 3 gliederigen Aussen- und 1 gliederigen Innenästen.

Genus Phyllopus Brädy.

Abdomen 4 gliederig; Furca symmetrisch. Vordere Antennen 24 gliederig: Endglieder verschmolzen. Re der hinteren Antennen länger als Ri. li 1 der Maxillen sehr gross; Le 1 rudimentär, knopfförmig; Re nicht verlängert. B 1 des hinteren Maxillipeden verkürzt. 5. Fuss- paar mit 3 gliederigen Re, ohne Ri. cT unbekannt.

Diagnose. Familie Candacidae. Genus Candace. Rf

$. Vorderkörper 5 (?) gliederig: die letzten beiden Thoraxringe verschmolzen, letzter nicht ganz symmetrisch; Abdomen 4gKederig, Genitalsegment asymmetrisch. Vordere Antennen 24 gliederig: Aa 2*'' mit 1 verschmolzen, von getrennt, 24 '^ 25; Aesthetasken ziemlich dick, kurz. Innenast der hinteren Antennen gedrungen, ca. halb so lang wie der 8 gliederige Aussen- ast. Mandibellade kräftig, 4 zinkig. Proximaler Innenrandlobus der MaxiUe sehr gross, veäh- rend die beiden anderen Innenrandloben und der Innenast klein sind und der Aussenrand- lobus zu einem Knopf verkümmert; Aussenast von normaler Form. Vorderer Maxilliped dem von Hemicalanus ähnlich; hinterer mit kurzem, breitem proximalem Basalglied. 1. 4. Fuss- paar mit 3 gliederigen Aesten ; proximales Basalglied mit Innenrandborste im 1. 3. (und 4.?) Paar, distales mit Innenrandborste im 1., und mit Aussenrandborste im 1. und 4. Paare. Borstenzahl an den Aesten des 1. 4. Paares wie bei Arietellus; 5. Fusspaar mit 2 gliederigem Basale und 3 gliederigem Aussenast; Innenast fehlt; Innenrandborste des mittleren Aussenast- gliedes dick und lang; Endglied verkürzt, am distalen Rande gezähnelt.

Familie Candacidae.

$ . Vorderköi-per 5 gliederig ; Rostrum fehlt ; Abdomen 3 gliederig. An den hinteren Antennen verschmilzt B 2 -^ Ri 1 ; Re dünn, mit verkürzten Endgliedern. Kaulade der Man- dibeln mit wenig Zähnen. Li 2 der Maxillen sehr lang, Li 3 und Le 1 fehlt. Vorderer Maxilliped ohne Loben, mit sensenförmigen Hakenborsten am distalen Theile. Hinterer MaxilH- ped ungefähr von demselben Bau wie bei Calamis, aber klein und schwächlich. Ri der 4 vorderen Fusspaare 2 gliederig; 5. Fusspaar rudimentär. cf. GenitalöfFnung links. Greif- antenne rechts, mit verschmolzenem 17. ~ 18. und 19. ~ 20. Gliede; 5. Fusspaar ohne Ri; linker Fuss 4 gliederig, rechter Fuss 3 gliederig, in eine Zange oder Borste endigend. Marin.

Genus Candace Dana.

Q. Th 4 ~ 5 verschmolzen; Vorderkopf rechteckig; Rostralfaden durch einen oder zwei kleine Höcker ersetzt; Seitenecken des letzten Thoraxringes zugespitzt. Abdomen 3 gliederig, mit oft asymmetrischem Genitalsegment. Vordere Antennen 23- oder 24 gliederig (immer 24 ~ 25, öfters 2 ~ 3), ihre proximalen Glieder verdickt, mit zackigem Vorderrande; Borsten straff, einzelne verlängert; Aesthetasken dünn, z. Th. ziemlich lang. An den hinteren An- tennen verschmilzt das distale Basalglied mit dem proximalen Innenastglied zu einem dicken Gliede; Aeste kurz, Aussenast dünn, mit verlängertem zweitem und sehr verkürzten End- gliedern. Mandibel mit voluminösem Basale, kurzen Aesten, zweizinkiger Kaulade. An der Maxille ist der zweite Innenrandlobus sehr verlängert, während die übrigen Loben sowie die Aeste klein bleiben und der dritte Innenrandlobus sowie der Aussenrandlobus ausfallt; ein- zelne der meist steifen Borsten sehr verlängert. Vorderer Maxilliped gestreckt, ohne Loben; die distalen Borsten stark, sensenförmig. Hinterer Maxilliped klein und schwächlich, sein

9*

Diagnosen. Familie Pontellidae. Subfamilie Pontellina.

2. Basalglied und der Innenast verkürzt. I . 4. Fusspaar mit 3 gliederigen Aussen- und 2 gliederigen, relativ schmalen Innenästen; proximales Basalglied mit Innenrandborste im 2. und 3. und meist auch im 1 . Paare, distales Basalglied im 1 . Paare selten mit Innenrandborste ; Borstenzahl der Aeste: Re mit 1, 1, 2 Se, 1, 1, 4 Si im 1., mit 1, 1, 3 Se, 1, 1, 5 Si im 2.-4. Paare; Ri mit 0, 1 Se, 3, 5 Si im 1., mit 0, 2 Se, 3, 6 Si im 2. und 3., mit 0, 2 Se,

3, 5 Si im 4. Paare. Aussenrand der Aussenäste gezähnelt. 5. Fusspaar zurückgebildet, jederseits 3 gliederig. cT. Sexuelle Differenzen im Bau des Rumpfes, der vorderen Antennen und des 5. Fusspaares. Letztes Thoraxsegment öfters asymmetrisch: die rechte Spitze durch Bau, Grösse und Färbung ausgezeichnet; Abdomen 5 gliederig; Genitalsegment ebenfalls öfters asymmetrisch, rechts mit Auswüchsen; Genitalöffnung links. Linke Antenne meist mit ver- mehrten Aesthetasken; rechte Antenne Greiforgan, meist mit verschmolzenem 17. ~ 18., 19.'^ 20. und zuweilen auch 8. ~ 10. GUede. 5. Fuss rechts 3-, links 4 gliederig; der rechte Fuss endigt in eine Zange oder in eine Borste.

Familie Pontellidae.

Q. Ce von Th 1 getrennt; Th 4~5 meist verschmolzen. Rostrum gegabelt, öfters in 2 sehr starke Zinken endigend, selten fehlend. Auge gross, zuweilen mit 1 oder 2 paarigen und einer unpaarigen Cuticularlinse. Abdomen 1- bis 3 gliederig, oft asymmetrisch. Vordere Antennen 16- bis 24 gliederig, die beiden Endglieder stets verschmolzen; Aesthetasken dünn. B 2 '^ Ri 1 der hinteren Antennen verschmolzen ; Endglieder von Re verkürzt. Mandibel im Ganzen ähnlich wie bei den Centropagiden. Maxille mit grossem B 1 und relativ kleinen, zuweilen rückgebildeten B 2, Ri und Re ; Li 1 öfters umfangreich. Vorderer Maxilliped im Ganzen wie bei den Centropagiden gebaut, mit langen, kräftigen Hakenborsten am distalen und gewöhnlich auch am proximalen Theile. B 1 des hinteren Maxillipeden gross, mit langen Borsten am lappigen Innenrande; B 2 und Ri relativ klein, letzterer oft mit reducirter Glie- derung. Innenast der vorderen 4 Fusspaare oder des 2. 4. Paares 2gliederig. 5. Fusspaar rudimentär; Re 1-, selten 2 gliederig; Ri 1 gliederig oder fehlend. d' weicht vom Q im Bau des Abdomens, der vorderen Antennen und des 5. Fusspaares, zuweilen auch der Augen, des Rostrums und von Th 5 ab. Genitalöffnung links, Greifantenne rechts; mittlere Glieder schwach bis sehr stark verbreitert; hinter dem Gelenk kann ausser dem 19. '^21. auch noch das 22. ~ 25. Glied verschmelzen; 5. Fusspaar selten mit einem Rudiment von Ri; der rechte Fuss mit zuweilen unvollkommener, zuweilen sehr kräftiger Zange. Marin.

Subfamilie Pontellina.

Vorderkörper 5- oder 6 gliederig, je nachdem das letzte Thoraxsegment mit dem 4. ver- schmolzen ist oder nicht; dasselbe endigt jederseits in eine (selten zwei) meist scharfe Spitze und ist zuweilen asymmetrisch. Rostrum endigt in 2 Fäden oder in 2 stark chitinisirte Zinken.

Diagnosen. Genus Calanopia. gO

Zuweilen finden sich auf der Dorsalseite des Kopfes 1. selten 2 Paar Cuticularlinsen ; Ventral- auge meist stark aus der Rumpffläche hervortretend. Abdomen 1- bis 3 gliederig, niemals ganz symmetrisch. An den vorderen Antennen (16- bis 24 gliederig) verschmelzen wenigstens die' beiden Endglieder, gewöhnlich aber auch noch eine Anzahl unter den proximalen Gliedern; Aesthetasken dünn, fadenförmig. Hintere Antennen mit mehr oder weniger vollkommen ver- schmolzenen B 2 ~ E.i 1 und verkürzten und reducirten Endgliedern des Aussenastes, welcher oft beträchtlich dünner und kürzer als der Innenast ist. Mandibel im Ganzen Centropages- artig; Kaulade mit wenigstens 5 Zähnen, nicht immer mit beilförmigem Kauende. Maxille mit relativ voluminösem proximalem Basale und grossem, oft sehr umfangreichem Li 2, wo- gegen das distale Basalglied mit den Aesten, wie auch Le 1 relativ geringe Grösse erreichen. Vorderer Maxilliped dem von Centropages ähnlich, mit sehr kräftigen Hakenborsten. Hinterer Maxilliped kurz, B 1 mit gekerbtem, zuweilen gelapptem Innenrande und mit langen, starken Borsten besetzt; Ri mit kurzen Borsten versehen, 3- bis 5 gliederig. Der Aussenast der vorderen 4 Fusspaare ist 3gliederig, während der Innenast am 2. 4. Paare oder auch an allen 4 Paaren 2 gliederig (Ei 1 ~' 2) ist. 5. Fusspaar mit 2 gliederigem Basale und meistens mit 1 gliede- rigen Re und Ri ; selten ist Re 2 gliederig und selten {Calanopia nach Beady) fehlt Ri ganz. cT. Sexuelle Abweichungen im Bau des Rumpfes, öfters auch der Augen, der vorderen An- tennen und des 5. Fusspaares. Letztes Thoraxsegment öfters asymmetrisch, mit stärker entwickelter rechter Ecke; Abdomen 5 gliederig, zuweüen mit asymmetrischen Auswüchsen an der rechten Seite ; linke vordere Antenne zuweilen mit Andeutungen der Umformungen der rechten Greif- antenne; diese mit (zuweilen stark) verbreiterten mittleren Gliedern; hinter dem Gelenk ver- schmelzen (ausser dem 24. ~ 25.) entweder nur das 19. ~ 21., oder ausserdem noch das 22. ^^ 25. Glied; das 5. Fusspaar entbehrt des Ri (nur selten links ein Rudiment davon) und ist beiderseits 4 gliederig, rechts mit Zange.

Genus Calanopia Dana.

Th 4 ~ 5 verschmolzen; Kopf ohne Seitenhaken; Augenlinsen fehlen; Rostrum mit 2 kräftigen Zinken; Th 5 jederseits in eine Spitze endigend, symmetrisch in beiden Geschlechtern. Abdomen des 2 2 gliederig (nach Brady 1883); Ab 2 des cf nicht ganz symmetrisch. Vor- dere Antennen des $ 18 gliederig (nach Bbady) ; an der (rechten) Greifantenne des cf, deren distaler Theil im Verhältniss zum proximalen sehr verlängert ist, verschmilzt das 13. '^ 14. und 19. ~21. Glied. Mandibel mit spitzen Zähnen (nach Brady's Figur). B 2 der Maxille ca. doppelt so lang wie Li 2 ; Li 3 fehlt. Hinterer Maxilliped 7 gliederig. Ri des 1 . Fuss- paares 2 gliederig.

(f. Vorderkörper 5 gliederig. Abdomen 5 gliederig, nahezu symmetrisch; GenitalöfFnung links; vordere linke Antenne? Vordere rechte Antenne Greiforgan; der kurze proximale Theil ähnlich wie bei Monops, der gestreckte distale Theil wie bei Lahidocera gegliedert. Hintere Antenne vom Typus der Familie; das distale Basalglied vom proximalen Innenastglied

7() Diagnosen. Genus Lahidocera.

unvollkommen getrennt. Maxille ziemlich gestreckt; der proximale Innenrandlobus und die Aeste wenig hervortretend; der 3. Innenrandlobus fehlt. Vorderer Maxilliped ähnlich dem von Lahidocera, hinterer dem von Anomalocera \ letzterer jedoch mit gestreckterem proximalen Basalglied. 1. 4. Fusspaar mit 3 gliederigen Aussen- und 2 gliederigen Innenästen; 1. Basal- gHed mit Innenrandborste im 1. 3. Paare, 2. im 1. Paare ohne Borsten. Borstenzahl der Aeste: Re mit l, 1, 2 Se, 1, 1, 4 Si im 1., mit 1, 1, 3 Se, 1, 1, 5 Si im 2. 4. Paare; Ri mit 0, 1 Se, 3, 5 Si im 1. und 4., mit 0, 2 Se, 3, 6 Si im 2. und 3. Paare. Das 5. Fuss- paar ein Greiforgan, dem anderer Pontellinen ähnlich. Das 9 -wurde nicht untersucht; sein 5. Fusspaar entbehrt nach Brady des Ri, während der Re gegliedert zu sein scheint.

Genus Lahidocera Lubbock.

Th 4 '^ 5 verschmolzen; Kopf zuweilen mit Seitenhaken; 1 Paar dorsaler Augenlinsen, die beim cj' grösser sind als beim Q ; Ventralauge birnförmig ; Rostrum ohne Linsen, Zinken kurz, spitz; Th 5 jederseits in einen Zipfel oder eine Spitze endigend, nicht immer symmetrisch; Ab- domen des 5 2- oder 3 gliederig; Genitalsegment und zuweilen auch die Furca asymmetrisch ; beim cf symmetrisch. Vordere Antennen des $ 23 gliederig; ander rechten des cf verschmilzt das 13. ~14. und 19. ~21. Glied. Mandibellade mit hakigen, spitzen Zähnen. B2 der Maxille ca. doppelt so lang wie Li 2 ; Li 3 vorhanden. Hinterer Maxilliped 6 gliederig (Endglied ganz winzig). Ri des 1. Fusspaares 2 gliederig.

$. Vorderkörper 5 gliederig, Rostralhaken ziemlich stark chitinisirt. Vordere Antennen 23 gliederig; es verschmelzen Aa 6 ~ 7 und 24 ~ 25, doch sind noch andere Glieder undeutlich getrennt; einige der Borsten an den proximalen und distalen Gliedern gefiedert, Aesthetasken fadenförmig. An den hinteren Antennen verschmilzt das distale Basalglied mit dem proxi- malen Innenastglied fast völlig ; Aussenast fast so breit wie der Innenast und so lang wie das proximale Innenastglied oder etwas länger; Endglieder des Aussenastes reducirt. Mandibel mit ziemlich gestrecktem Basale und 5 7 Zähnen an der Kaulade. Das distale Basalgiied der Maxille mit den Aesten nach aussen übergebogen; 1. Aussenrandlobus kurz, mit 7 Borsten, zweiter mit 1 Fiederborste; 1. Innenrandlobus relativ klein, zweiter etwa halb so lang und breit wie das mit den beiden ersten Innenastgliedem verschmolzene distale Basalglied. Vor- derer Maxilliped gedrungen und besonders an der distalen Hälfte mit starken, hakigen Reusen- borsten versehen. Hinterer Maxilliped in der ganzen Form dem von Calanopia ähnlich, aber 2. Basalglied und Innenast gestreckter und letzterer nur 4 gliederig. 1. 4. Fusspaar mit 3 gliederigen Aussen- und 2 gliederigen Innenästen; 1. Basalglied mit gefiederter Innenrand- borste in allen Paaren, 2. im 4. Paare mit kurzer gefiederter Aussenrandborste; Borstenzahl der Aeste wie bei Calanopia; 5. Fusspaar rückgebildet, besteht jederseits aus einem 2 gliederigen Basale und zwei 1 gliederigen Aesten, von denen Ri zuweilen nur ein zipfelartiger Anhang ist. cf . Sexuelle Differenzen im Bau des Rumpfes (Augen) , vorderen Antennen und des 5. Fusspaares. Dorsale Augenlinsen grösser als beim $ , in der Mediane tangirend ; letztes

Diagnosen. Genus Pontella. "71

Thoraxsegment symmetrisch oder mit stärker entwickelter rechter Ecke. Abdomen 5 gliederig, symmetrisch; Geschlechtsöffnung links. Die linke vordere Antenne mit längeren Aesthetasken und zuweilen auch mit anderen Umformungen, die die Eigenthümlichkeiten der rechten an- deuten; an der rechten Greifantenne verschmelzen das 6. ~ 7., 13. '^14., 19. ~21. Glied, während das 22., 23. und 24. ~ 25. Glied getrennt bleiben; die mittleren Glieder sind ziem- lich stark verdickt und die beiden vor und hinter dem Gelenk mit geriefelten Leisten ver- sehen; bei einigen Arten, vielleicht bei allen, kann das 18. Glied gegen das 17, nach dem Hinten-ande zu adducirt werden. Das 5. Fusspaar besteht jederseits aus 4 Gliedern, von denen die beiden distalen des rechten Fusses eine kräftige Zange bilden; am linken Fuss findet sich zuweilen das Kudiment eines Innenastes.

Genus Ponteila Dana.

Th 4 von 5 getrennt; Kopf mit Seitenhaken; 1 Paar dorsaler Augenlinsen und eine Rostrallinse vor dem Ventralauge ; letztere beim (f zuweilen dicker als beim $ ; Rostralzinken gedrungen ; letztes Thoraxsegment mit spitzen Lateralecken, nicht immer symmetrisch ; Abdomen des $ 2- oder 3 gliederig, asymmetrisch; dasjenige des c? (bis auf die einseitige Genitalöffnung) symmetrisch. Vordere Antennen des $ 2 4 gliederig; rechte des cf mit verschmolzenem 13.'^ 14., 19. ~21., 22. ~ 25. Glied. Mandibellade mit hakigen, spitzen Zähnen. B2 der Maxille ca. 1 '/2 mal so lang wie Li 2 ; Li 3 vorhanden. Hinterer Maxilliped 7 gliederig. B,i des 1 . Fuss- paares 3 gliederig.

2. Vorderkörper 6 gliederig; Rostralzinken gedrungen, mit gemeinsamer breiter Basis, deren Cuticula linsenartig verdickt ist; letztes Thoraxsegment beiderseits in eine (oder zwei) Spitze auslaufend, zuweilen asymmetrisch. Vordere Antennen kurz, 24 gliederig (24 ~ 25) mit undeutlichen Grenzen zwischen manchen Gliedern; Anhänge ähnlich wie bei LM- docera. An den hinteren Antennen ist das distale Basalglied vom proximalen Innenastglied nur unvollkommen getrennt; der Aussenast schmäler als der Innenast und etwa so lang wie das proximale Glied desselben. Diese Gliedmaasse sowohl vrie die Mandibel (Kaulade mit 7 Zähnen), Maxille (distales Basale nur lV2mal so lang wie der 2. Innenrandlobus) und auch der vordere Maxilliped dem von Lahidocera ähnlich. Der hintere Maxüliped hat 7 Glieder (Innenast 5 gliederig). 1. 4. Fusspaar mit 3 gliederigen Aussenästen; Innenast am 1. Paar 3-, am 2. 4. Paar 2 gliederig; 1. Basalglied mit gefiederter Innenrandborste an allen Paaren, 2. Basalglied mit gefiederter Aussenrandborste im 4. und zuweilen mit Innenrandborste im 1. Paare; Borstenzahl der Aeste wie bei Calanopia; 5. Fusspaar ähnlich wie bei Lahidocera. cf. Sexuelle Differenzen im Bau des Rumpfes, der vorderen Antennen und des 5. Fusspaares. Dorsale Augenlinsen wie beim Q ; Rostrallinse zuweilen viel dicker als bei diesem ; letztes Thoraxsegment abweichend vom $ , meist symmetrisch gebaut. Abdomen 5 gliederig ; Ge- schlechtsöffnung links, sonst symmetrisch. An der linken vorderen Antenne sind die mittleren Glieder verkürzt und die Aesthetasken grösser; die rechte Antenne ist ein kräftiges Greif-

■7^ Diagnosen. Genus Anomalocera. Genus Monops.

Organ mit zuweilen sehr stark verbreiterten mittleren Gliedern; es verschmelzen das 13. ~ 14., 19. r^li. und 22. -^ 25. Glied; auch an dem verdickten proximalen Stück finden einige weniger vollkommene Verschmelzungen der Glieder statt; am Vorderrande des 17. 20. Gliedes Leisten und Vorsprünge, die meist geriefelt sind. 5. Fusspaar dem von Lahidocera ähnlich, doch ohne Rudiment eines Innenastes am linken Fusse.

Genus Anomalocera Templeton.

Th 4 von 5 getrennt ; Kopf mit Seitenhaken ; 2 Paar dorsale Augenlinsen ; Ventralauge beim cf stärker vorspringend als beim 2; Rostrum ohne Linsen; Rostralzinken kräftig; Th 5 jederseits zugespitzt, beim cf asymmetrisch. Abdomen des $ 3 gliederig, bei § und cf asym- metrisch. Vordere Antennen des $ 20 gliederig; an der rechten des cT verschmilzt das 13. ~ 14., 19. ~21., 22. ~ 25. Glied. Mandibellade mit hakigen, spitzen Zähnen. B2 der Maxille ebenso gross wie Li 2 ; Li 3 vorhanden. Hinterer Maxilliped 7 gliederig. Ri des 1 . Fuss- paares 3 gliederig.

$. Vorderkörper 6 gliederig; letztes Thoraxsegment jederseits in einen zugespitzten Zipfel auslaufend. Abdomen 3 gliederig, asymmetrisch. Vordere Antennen kurz, 20gliederig; es verschmelzen das 6. ~ 8., 9. ~ 11. , 24. ~ 25. Glied; Anhänge ähnlich wie bei Pontella. Aussenast der hinteren Antennen kurz und dünn, etwa '/s so dick wie das mit dem 2. Basal- glied verschmolzene proximale Innenastglied. Basalglied der Mandibeln dicker, 2. Innenrand- lobus der Maxille grösser (etwas länger als das mit den beiden ersten Innenastgliedern ver- schmolzene 2. Basalglied) als bei Pontella; auch die folgenden Gliedmaassen sind ähnlich wie bei Ponteila gebaut, während der Aussenast des 5. Fusspaares 2 gliederig ist. cf. Sexuelle Differenzen im Bau des Rumpfes, der vorderen Antennen und des 5. Fusspaares. Das Ventral- auge birnförmig, stärker hervorragend; letztes Thoraxsegment asymmetrisch, rechts mit ge- krümmtem Haken. Abdomen 5 gliederig ; Genitalöffhung links ; die vorderen Segmente asym- metrisch, das 1 . rechts mit Auswuchs. Geringe Unterschiede an der linken vorderen Antenne ; die rechte ähnlich wie bei Pontella gebaut, und ebenso das 5. Fusspaar, dessen Zange je- doch weniger kräftig ausgebildet ist.

Genus Monops Lubbock.

Th 4 ^^ 5 verschmolzen; Kopf ohne Seitenhaken; dorsale und rostrale Augenlinsen fehlen; Ventralauge ziemlich flach gewölbt bis keulenförmig ; Rostralfäden dünn, lang, schlaff; Th 5 mit spitzen Lateralecken, beim cT meist asymmetrisch ; Abdomen des Q. 1- oder 2 gliederig, asymmetrisch bei $ und cf. Vordere Antennen des $ 16 gliederig; an der rechten Antenne des cT verschmelzen distal vom 13. ~ 14. Glied noch das 16. ~ 17., 19. ~ 21. und 22. ~ 25. Glied. Mandibellade mit stumpfen Zähnen. B 2 der Maxille kaum halb so lang wie Li 2 ; Li 3 vor- handen. Hinterer Maxilliped 5 gliederig. Ri des 1 . Fusspaares 3 gliederig.

Diagnosen. Genus Pontellina. Subfamilie Parapontellina. 73

$ . Vorderkörper 5 gliederig. Vordere Antennen kurz, 1 6 gliederig ; es verschmelzen das 2. ~ 5., 6. ~ 8., 9. ~ 11., 13. ~ 14. und 24. ~ 25. Glied; Anhänge denen von Pontella ähnlich, wiewohl an Zahl und Länge reducirt. An den hinteren Antennen verschmilzt das distale Basalglied mit dem proximalen Innenastglied ; der Aussenast ist kurz und dünn. Kaulade der Mandibeln nach dem Ende zu kaum verbreitert, mit meist kurzen und stumpfen Zähnen. An der Maxille ist der 2. Innenrandlobus über doppelt so lang wie das rait den beiden ersten Innenastgliedern verschmolzene 2. Basalglied. Distale Hakenborsten des vorderen MaxiUipeden im Verhältniss zu den proximalen lang, spärlich mit Stachelfiedem besetzt. Proximales Basalglied des hinteren Maxillipeden breit, lappig; auf dasselbe folgen nur noch 4 Glieder. Füsse denen von Pontella ähnlich. d*. Sexuelle Differenzen im Bau des Rumpfes, der vor- deren Antennen und des 5. Fusspaares. Vorderer Theü des Vorderkörpers asymmetrisch, und meist ist auch die rechte Spitze des letzten Thoraxsegmentes länger als die linke und von eigenthümlicher Form. Abdomen 5 gliederig; Genitalöffnung Hnks; ein Auswuchs an der rechten Seite des 3. Segmentes. Linke vordere Antenne von der des 2 etwas abweichend, besonders in der Trennung des 13. vom 14. Gliede; proximale Glieder der rechten Antenne verdickt, die mittleren scheibenartig verbreitert; ausser dem 2. '^ 5., 6. '^ 9., 10. '~ 12., 13. '^ 14., 19. ~21. und 22. ~ 25. Gliede verschmilzt auch das 16. ~ 17. Das 5. Fusspaar ist dem von Pontella im Ganzen ähnlich.

Genus Pontellina Dana.

Mit Monops nahe verwandt, weicht jedoch in Folgendem ab: Ventralauge sehr flach, letztes Thoraxsegment und Abdomen bei 9 und cf symmetrisch, rechte Furcalhälfte beim $ mit dem Analsegment des 2 gliederigen Abdomens verschmolzen ; vordere Antennen länger, mit minder reducirter Gliederzahl und z. Th. viel längeren Anhängen; Aussenast der hinteren Antennen relativ länger und dicker; die folgenden Gliedmaassen mit einigen sehr langen, dicken und schön gefärbten Borsten; Maxille mit relativ grösserem B 2, das etwa V3 so lang