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COLLECTION ^
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A. Baumstark
Geschichte der syrischen Literatur.
Greschichte der syrischen Literatur
mit Ausschluß der christlich-palästinensischen Texte
Von
Dr. Anton Baumstark
Ordentl. Honorarprofessor an der Universität Bonn
521197
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Bonn 1922 A. Marcus und E. Webers Verlag Dr. jur. Albert Ahn
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Alle Rechte vorbehalten. Copyright 1922 by A. Marcus n. E. Weber Verlag.
O. Pätz'sohe Buchdr. Lippert & Co. G. m. b. H.. Xanmburs a. d. S.
Vorwort.
Das vorliegende Buch verdankt seine Entstehung einer durch Herrn Professor D. HXiietzmann in Jena veranlaßten Anregung des Verlages, die im Sommer 1918 an mich erging und mir die Verwirklichung eines Planes eimöglichte, den ich schon während meiner römischen Arbeitsjahre 1900/4 gehegt, dann aber längst geglaubt hatte begraben zu müssen. Je in einem starken Jahre wurde die Stoff- sammlung, die Ausarbeitung des Manuskriptes und die Drucklegung einschließlich der Einfügung umfangreicher Verbesserungen und Ergänzungen durchgeführt. Bis Ende Juli des laufenden Jahres mußte die Zeit zur Förderung der Arbeit den Pflichten eines aufreibenden Privatschuldienstes abgerungen werden, dessen bescheidenes Erzieherglück ich nunmehr doch nur mit tiefer seelischer Ergriffen- heit der Möglichkeit akademischen Wirkens an der Universität Bonn zu opfern vermag. Oft genug sind nur die rücksichtslos der Ruhe entzogenen stillen Stunden zwischen 10 und 3 Uhr nachts für sie verfügbar gewesen, während die Sorgen, die Nahrungsbeschränkungen und im Winter die durch Knappheit der Feuerungs- materialien bedingten Schwierigkeiten eines mit ungenügenden Mitteln zu be- streitenden kinderreichen Haushaltes an den Kräften des Körpers zehrten.
Mir selbst ist dieser Jabor improbus zum Heiland geworden, indem wohl nui' er und seine geistige Ablenkung mich davor rettete, unter der Wucht des Ent- setzlichen, was gleichzeitig über das Vaterland dahinging, seelisch zusammenzubrechen. Daß für das Buch die Verhältnisse seiner Entstehungszeit und die äußere Lage des Verfassers im höchsten Grade ungünstig sich geltend machen mußten, liegt auf der Hand und wird von einer billigen Kritik vielleicht nicht ganz außer acht gelassen werden. So manches ist mir erst verspätet während des Druckes bekannt oder zugänglich geworden, nicht weniges namentlich an ausländischen Veröffentlichungen gewiß überhaupt entgangen. Konnte ich doch beispielsweise selbst eines Exemplars der 3. Auflage von Duvals Litterature syriaque erst habhaft werden, als die fünf ersten Bogen gedruckt waren. Was ich nach Ausdruck der betreffenden Bogen an letzten Verbesserungen oder Bereicherungen des Textes und besonders der Akk. noch einzuarbeiten gehabt hätte, ist in den „Nachträgen und Berichtigungen" zusammengestellt, mit denen ich vor Benützung des Buches sich vertraut zu machen bitte. An ehrlicher Bemühung um möglichste Vollständigkeit in Nach-
VI Vorwort.
weis der hslichen Überlieferung, Notierung von Editionen und sonstigen Literatur- angaben hat es nicht gefehlt. An Hss habe ich mit bewußter Absicht auch solche morgenländischer Bestände wie desjenigen der Bibliothek der chaldäischen erz- hischöflichen Residenz von Seert verzeichnet, von denen ich bestimmt befürchten muß, daß sie in den Stürmen des Weltkrieges vernichtet wurden. Schließlich ist schlimmsten Falles sogar das von Wert, zu wissen, was zu einer bestimmten Zeit an t^berlieferungszeugen vorhanden war. Auch bleibt ja mit der Möglich- keit zu rechnen, daß einzelne Hss. einer solchen Vernichtung entgangen, später versprengt im Buchhandel auftauchen. Alsdann dürfte unter Umständen die Er- mittlung ihrer Herkunft durch die Akk dieses Buches erleichtert werden. Ent- sprechende Erwägungen haben mich bei der Berücksichtigung auch an sich durch- aus ungenügender Hss- Verzeichnisse wie desjenigen der jakobitischen Gemeinde von Edessa und der hslichen des Markusklosters in Jerusalem und des jakobitischen Patriarchalklosters Der Za'farän geleitet. Im Interesse der praktischen Brauch- barkeit erschien es mir auch unvermeidlich, im allgemeinen die Hss doppelt (mit Katalogsnr und Fonds-Bezeichnung) anzugeben. Nur wo eine Hs zu demselben Textabschnitte schon einmal anzuführen war, wurde regelmäßig auf die zweite Bezeichnung wie auf die Angabe des Alters bei weiterer Anführung verzichtet.
Je mehr damit die Akk anschwollen, um so gebotener war vorab in ihnen ein Streben nach möglichster Küi-ze der Form. Ich habe dieser zunächst (auch im Texte) durch Verwendung gewisser wohl allgemein recht durchsichtiger Ab- kürzungen, insbesondere durch grundsätzliche Siglen-Bezeichnung von umfassenden Publikationen, Akademie- und Zeitschriften Rechnung getragen. Titel von Zeit- schriftenaufsätzen sind nuj ausnahmsweise notiert, wo dies zur Charakterisierung ihres Inhaltes unerläßlich schien. Die Tatsache, daß eine Ag von Ubs begleitet sei, wurde wo dies -wie bei der PO, der römischen und der Lamyschen Ap(h)rem-Ag usw. selbstverständlich ist, überhaupt nicht vermerkt. In anderen Fällen sind die Seitenzahlen der Übs denjenigen der Ag einfach in Klammem nachgesetzt.
Lange Überlegung hat mich die Frage der Transskription namentlich der Eigennamen gekostet. Auf Rat Lietzmanns und nach Durchsprache der Sache mit AdRücker entschied ich mich schließlich für ein nachträglich auch von Herrn Geh. Rat ELittmann gebilligtes System, das für den Vokalismus in der Haupt- sache lediglich einen getreuen Spiegel des Schriftbildes bietet, indem ohne Rück- sicht auf die Frage der wirklichen Quantität der Vokale i, e, ü und 6 zur Wieder- gabe der Verwendung von AVäw und J6d(h) als matres lectionis, e und ä zur Wiedergabe der entsprechenden Verwendung von Alaf benutzt werden. Zur Bezeichnung des ohne mater lectionis geschriebenen langen a (= westlich: o) wird statt des sachgemäßeren ä, das auf typographische Schwierigkeiten gestoßen sein würde, ä verwendet, der Vokalanstoß zur Erleichterung der Aussprache durch e. die Aspiration der Mediae und Tenues durch beigesetztes (hl angedeutet Im übrigen ist die Wiedergabe der Konsonanten die allgemein übliche. Bei griechi-
Vorwort. VII
sehen und alttestamentlichen Eigennamen, deren syrische Aussprache wesentlich mit der originalen zusammenfällt, wird auf eine phonetische Transskribierung überhaupt verzichtet. Kleinliche Durchfürung irgend eines Systems um jeden Preis endet in deraii-igen Dingen stets beim Befremdlichen, um nicht zu sagen: I/ächerlichen. Eine augenehme Pflicht ist es mir dankend der freundlichen Unterstützung zu gedenken, die meine Arbeit von verschiedenster Seite gefunden hat. Die Universitätsbibliotheken von Freiburg i. B., Heidelberg und Jena, die Badische LandesbibHothek in Kai'lsruhe und die Bayrische Staatsbibliothek in München sind mir durch teilweise jalirelange Uberlassimg ebenso zahlreicher als wertvoller Bücher in liberalster Weise entgegengekommen. Daß auch mein lieber Freimd, Herr Professor Dr. AdKücker in Breslau, alle mir sonst nicht bequem zugäng- lichen Nm seiner umfangreichen Bücherei sowie das hsliche Verzeichnis der Hss des Markusklosters in Jerusalem, mir zur Verfügung stellte, bedeutet noch den weitaus geringsten Teil seines Verdienstes um das Buch. Mit bewunderungswerter Selbstlosigkeit hat er vielmehr vor allem die gesamte Last der Kon-ektur mit- getragen, von sich aus zahlreiche Ergänzungen und Verbesserungen beigesteuert und noch zahlreichere an ihn gerichtete Anfragen nicht nur mit Hilfe der Bres- lauer Universitätsbibliothek, sondern oft genug sogar auf Grund von Literatur, die er selbst wieder aus Berlin beziehen mußte, immer gleich freundKch beantwortet. GelegentUche Ergänzungen bot mir nach Lesvmg der KoiTekturbogen auch Herr Professor D. HLietzmann an. Die Benutzung des hslichen Verzeichnisses der Hss von Der Za'faräu hat mir Herr Professor Dr. HGoussen ermögHcht. Die Ver- wertung einer Reihe teilweise höchst bedeutsamer Hss und Hss-Bruchstücke, welche sie mir zur Untersuchung unterbreitet hatte, gestattete auch für dieses Buch die Firma KWHiersemann in Leipzig. Einzelne Auskünfte verdanke ich der Güte meiner verehrten Freunde der Herren Professoren Dr. EKrebs und Dr. JSauer in Freiburg i. B. und P. Dr. CMohlberg OSE. in Maria Laach sowie der Herren Professoren Dr. AAUgeier in Freibirrg i. B. und Geh. Rat Dr. CBrockel- mann in Halle. Oberbibliothekar Dr. GLeidinger in München und PP. Dr. OCasel und LKrahmer OSB. in Maria-Laach und P. AManser OSB. in Beuron. Die Verwertung des letzten Faszikels der Ag der Seerter Chronik durch den seligen AScher hat mii- zunächst durch Angaben aus demselben, später durch Übersendung des ihm zugänglichen Exemplars der dortigen Universitäts- bibliothek S. Gnaden Herr Prälat Professor Dr. JPKirsch in Pribourg möglich gemacht, die Benützung der „Bibliotheca Hagiographica Orientalis'' durch zeit- weilige Überlassung des Exemplares der Klosterbibüothek in Maria Laach als deren Hüter P. LKrahmer erleichtert. Auch aus dem bisher feindlichen Auslande haben nach Friedensschluß die Herren Abbe J-BChabot, indem er mir die Ein- sichtnahme der Ausliängebogen von OSCO. Ser. IH 15 gestattete, und Professor FNau durch Auskünfte und durch das Geschenk der von ihm während des Kjieges gemachten Publikationen mich zu aufrichtigstem Dank verbunden.
VIII Vorwort.
Das Register ist bis auf die abschließende Redaktion und Niederschrift die Arbeit eines lieben jungen Freundes und Schülers meiner letzten Sasbacher Klasse, des derzeitigen Untersekundaners Peter Steinbach, während mein im zehnten Lebens- jahre stehender ältester Junge Theodor mir mit hingebender Geduld bei der be- sonders schwierigen Kollationierung von Manuskript und Korrekturbogen für das gesamte Ziffernmaterial der Akk behilflich war.
Über jedes Wort des Lobes und Dankes erhaben ist schließlich die Opfer- freiidigkeit, mit welcher im Interesse der Sache der Verlag sich auch mit den weitestgehenden Korrekturen stehenden Satzes abfand, und unvergeßlich wird mir bleiben, was mir in den Jahren der Arbeit leiblich und seelisch der Klosterfriede der wunderbaren Benediktinerabtei Maria Laach bot, in den mich kurz nach dem Be- ginne derselben S. Gnaden der hochwürdigste Herr Abt Dr. HdHerwegen erstmals einlud. Je nach einem weiteren Jahre habe ich dort von der aufreibenden Stoff- sammlimg gerastet, das Manuskript zum Abschlüsse gebracht und an den letzten Fahnen des Druckes korrigiert, stets aus der Benützung der Klosterbibliothek reichen Nutzen gezogen und aus See- und Waldluft und den Kraftquellen der Liturgie Stärke zum Weiterleben und Weiterarbeiten geschöpft. Nicht zuletzt jener alljährlichen Verjüngung am Ufer des blauen Eifelsees ist es zuzuschreiben, falls es mir gelungen sein sollte, trotz der Ungunst der Zeit ein Buch zu schaffen, das in späterer Auflage vielleicht, durch geschicktere und unter günstigeren äußeren Umständen arbeitende Hand weiter ausgebaut, zu d e r Syrischen Literatur- geschichte schlechthin in demjenigen Sinne sich entwickeln könnte, in welchem uns KKrumbacher die Byzantinische Literaturgeschichte geschenkt hat.
Wird alsdann auf dem Titelblatte der Name des ursprünglichen Verfassers noch nicht erloschen sein, wenn sein Leib längst in Staub zerfallen ist, so möge seiner Seele von denjenigen Benutzern, welche mit ihm der Glaube an die Mög- lichkeit einer jenseitigen Läuterung und die Kraft fürbittenden Gebetes vereinigt, das Dankesalmosen eines Vaterunsers zuteil werden.
Sasbach (Amt Achern) am Tage des Benediktusschülers Placidus den 5. Oktober 1921.
Anton Baumstark.
Dem
Andenken meines Schwagers
JOSEPH TRÖNDLE
geb. 12. 5. 1897, gefallen nach beinahe 4'/j jährigem Kriegs- dienste 3. 3. 1919 bei Mnrayewow im Baltenlande, nachdem er, ungebrochen im Zusammenbruche des Vaterlandes, dem- selben sich neuerdings zu freiwilligem Kampfe gegen den russischen Bolschewismus zur Verfügung gestellt hatte.
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Inhalt.
Einleitung.
§ 1. Hilfsmittel, Quellen und Bearbeitungen
A. Die Literatur der Torislauiischen Zeit.
ie Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kämpfe . . § 2. Jüdische und pagane Vorstufe. § 3. Gnostische Literatur. § 4. Die Entwicklung der Kirchenbibel. § 5. Älteste groCkirchliche Originalliteratur. § 6/8. Ap(h]rem. § 9. Literatur des Sassanidenreiches im 5. Jh. § 10. Vor- dringen syrischen Schrifttums nach Westen. § 11. Edessenische Literatur von Ap(h)rem bis Rabbülä. § 12. Patristische und rechtliche Übersetzangg- literatur. § 13. Asketische ÜbersetzungsLiteratur. § 14. Übersetzungen von Martyrien; Originallegende; die Edessenische Chronik.
ie Literatur der nestorianischen Bewegung
§ 15. Die edessenische Perserschule. § 16. Einbürgerung des NestorianLsmus im Sassanidenreiche. § 17. Die Schule von Nisibis. § 18. Mär(j) Ab(hjä I. und sein Kreis. § 19. Nestorianisches Schrifttum im Kreise des Sassaniden- hofes. § 20. Die Henänä-Bewegnng. § 21. Älteste nestorianische Mönchs- literatur. § 22. Geschichtschreibung; Bäb(h)ai d. Gr.
ie Literatur der monophysitischen Bewegung
§ 23. Älteste monophysitische Prosa. § 24. Altmonophysitische Dichtung. § 25. Theologische Übersetznngsliteratur des 6. Jhs. § 26. Pantheistische Spekulation; profane Übersetznngsliteratur. § 27. Die Literatur der jako- bitischen Kestauration. § 28. Geschichtschreibung. § 29. Das beginnende 7. Jh.
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1.39
B. Die Literatur der islamischen Zeit.
ie nestorianische Literatur bis zur Jahrtansendwende .... § 30. Die Übergangszeit : Is6'jahb(h) III. und die Redaktion der nestorianischen Liturgie. § 31. Vorwiegend erbauliehe Mönchsliteratur des 7. und beginnenden 8. Jhs. § 32. Gelehrte Theologenliteratur der zweiten Hälfte des 7. Jhs. § 33. Das 8. Jh. g 34. Timotheos I. und sein Kreis. § 35. Häretische Strömung in der asketischen Literatxir. § 36. ProfanUteratur des 9. Jhs. g 37. Theo- logische Literatur des 9. Jhs.
194
Inhalt.
Einleitung.
Seite
§ 1. Hilfsmittel, Quellen und Bearbeitungen 1
A. Die Literatur der Torislaniischeu Zeit.
I. Die Literatur bis zum Zeitalter der cbristologischen Kämpfe .... 9 § 2. Jüdische und pagane Vorstufe, g 3. Gnostische Literatur. § 4. Die Entwicklung der Kirchenbibel. § 5. Älteste groUkirchliche Originalliteratnr. g 6;8. Aphjrem. § 9. Literatur des Sassanidenreiches im 5. Jh. § 10. Vor- dringen syrischen Schrifttums nach Westen. § 11. Edessenische Literatur von Äp(h)rem bis Eabbüla. § 12. Patristische und rechtliche Übersetzangs- literatur. g 13. Asketische Übersetzungsliteratur. § 14. Übersetzungen von Martyrien; Originallegende; die Edessenische Chronik.
11. Die Literatur der nestorianischen Bewegung 100
S 15. Die edessenische Perserschule. § 16. Einbürgerung des Xestorianismns im Sassanidenreiche. § 17. Die Schule von Nisibis. § 18. Mär(j) Ab(h)ä I. und sein Kreis. § 19. Nestorianisches Schrifttum im Kreise des Sassaniden- hofes. § 20. Die Henänä-Bewegnng. § 21. Älteste nestorianische Mönchs- literatur. § 22. Geschichtschreibung; Bäb(h)ai d. Gr.
lll. Die Literatur der monophysitischen Bewegung 139
§ 23. Älteste monophysitische Prosa. § 24. Altmonophysitische Dichtung. § 25. Theologische Übersetznngsliteratur des 6. Jhs. § 26. Pantheistische Spekulation ; profane Übersetzungsliterattir. § 27. Die Literatur der jako- bitiischen Restanration. g 28. Geschichtschreibung. § 29. Das beginnende 7. Jh.
B. Die Literatnr der islamischen Zeit.
I. Die nestorianische Literatur bis zur Jahrtansendwende 194
§ 30. Die Übergangszeit ; Isö' jahb(h) IlL und die Redaktion der nestorianischen Liturgie. § 31. Vorwiegend erbauliche Mönchsliteratur des 7. und beginnenden 8. Jhs. § 32. Gelehrte Theolügenliteratur der zweiten Hälfte des 7. Jhs. § 33. Das 8. Jh. § 34. Timotheos 1. und sein Kreis, g 35. Häretische Strömung in der asketischen Literatur. § 36. Profanliteratur des 9. Jhs. g 37. Theo- logische Literatnr des 9. Jhs. g 38. Das 10. Jh.
XII Inhalt.
Seite
II. Die jakobitische Literatur bis zur Jahrtaasendwende 242
§ 39. Das Zeitalter der arabischen Eroberung. S 40. Ja'qöb(h) v Edessa. § 41. Der Kreis Ja'qöb(h)s. § 42. Anonyme ÜbersetzangHliteratur. S '^3. Der weitere Verlauf des 8. ,]hs. g 44. Dionysios v Teilmahre nnd sein Kreis. § 45. Der Niedergang des jakobitischen Schrifttums.
III. Die nestorianische und jakobitische Literatur des zweiten Jahr- tausends 285
§ 46. Nestorianer des 11. und 12. Jhs. § 47. Anfänge einer jakobitischen Eenaissanceliteratnr. {; 48. Dionysios b Salib(h)i und der vorläutige Höhepunkt der jakobitischen Renaissance, g 49. Nachblüte vorwiegend nestorianischer Dichtung im 13. Jh. § 50. Nestorianische Prosa des 13. Jhs; Severus b .Sakko. § 51. Bar 'Eb(h)räjä. § 52. Nestorianer des ausgehenden 13. und des 14. Jhs. § 53. Ausgang der jakobitischen Literatur. § 54. Ausgang der nestorianischen Literatur.
IV. Literarisches Leben bei Melchiten nnd Maroniten 335
§ 55. Melchiten. § 56. Maroniten.
Nachträge und Berichtigungen 344
Register 360
Abkürzungen.
1. Handschriftenbezeiclinungen :
Ambr = Cod. Auibrosianus. — Brl = Hs der (Kgl.) Bibliothek in Berlin. — BrM = Hs des British Museum. — Cmbr = Hs der rniversitätsbibliothek in Cambridge. — DamErzb = Hs der uniert-sj-rischen erzbischöflichen Residenz in Damaskus. — DamPfk = Hs der jakobitiscben Pfan-kirche in Damaskus. -— Dijarb =- Hs der chaldäischen erzbischöfhchen Residenz in Dijarbekr. — Ind(ia) Off(ice) = Hs des India Office in London. — JerMkl = Hs des jakobitiscben Markusklosters in Jerusalem. — JerPatr = Hs des griechischen Patriarchats in Jerusalem. — Lieid = Hs der UmversitätsbibUotbek in Leiden. — Mard = Hs der chaldäischen erzbischöfhchen Residenz in Mardin. — Mos ^= Hs des chaldäi- schen Patriarchats in Mosul. — K-Dsem = Hs des chaldäischen Klosters Notre- Dame des Semences. — PalMedOr = Cod. Palatinus Mediceus OrientaUs in Florenz. — Pr = Hs der Bibliotheque Nationale in Paris. — Seert ^= Hs der chaldäischen erzbischöfhchen Residenz in Seert. — Sin = Hs des Katharinen- klosters auf dem Sinai. — ürm = Hs der Museum Association des amerikani- schen Missionskollegs in Urmia. — VtAr = Cod. Vaticanus Arabicus. — VtB = Cod. Vaticanus Borgianus (ehemals des Museo Borgiano der Propaganda). — VtS ^= Cod. Vaticanus Syriacus.
Die weiteren Abkürzungen in der Bezeichnung einzelner Teilbestände sind diejenigen der betreffenden Kataloge.
2. Liiteratarangaben:
AB = Änalecta Bollandiana. — Abb. Bayr. AW = Abhandlungen den Bayrischen AkacTemie der Wissenschaften. — 'Ai = Schriftstellerkatalog des 'Abfh)dis6' b Berik(h)ä fvg. S. 325 Ak. 2). — AJSL = American Journal of Semitic Languages. — AJT = American Journal of Theology. — 'Am = 'Amr ihn Mattä in der Ag: HGismondi, Maris, Amri et Shbae de patriarchis Nestorianorum commentaria (R 1896 9). — AMS = PBedjan, Acta Martyrum et Sanctorum (Pr 1890 7). — iPdeLagarde.) AsS = Änalecta Syriaca (Lo 1»55). — (JBPitra,) AnSacr = Änalecta Sacra Spicilegio Solesmensi parata (4. Pr 1883). — (JPNLand.) AnecdS = Anecdota Syriaca (Leyden 1862 75). — Assemani, Act. Mart^ = StEAssemani. Acta sanctorum martyrum orientaUum et occidentaliuni (R1748).
BB = Bar Bahlül in der 4g: RDuval. Lexicon. Svr. auctore Hassan Bar Bahlul (Pr 18861903 ). — BbZ = Biblische Zeitschrift. — B'E = Bar 'Eb(h)räjri. — B'EKg = Kirchengeschichte B'Es in der Ag: JBAbbeloos-Th JLamy,
XIV Abkürzungen.
Chronicon ecclesiasticum (Löwen 1872/7). — B'EWg = Weltgeschichte desselhen in der Ag: P.JBruns-GGKirsch, Bar Hebraei Chronicon syriacum (Lpz 1781). — BhKg = Kirchengeschichte des Barhad(hjbesabbä aus Bet(h) 'Arbäje in der Ag: FNau , PO 9, 498 500. 503/631. — BhSchulgr = Schrift des Barhad(h)- besabbä von Halwän über die Schulgriindungen in der Ag: AS eh er, PO 4, H14'97. — BKv = Bibliothek der Kirchenväter. — BO = JSAssemani, Bibliotheca Orientalis Clementino Vaticana (R 1719/28). — BrCh = Breviariura Chaldaicum (Pr 1886/7). — Bull. Grit. = Bulletin Critique. — BZ = Byzan- tinische Zeitschrift.
ChrAn = Chronicon Anonymum des 13. .Jhs (vg. S. 302 unter § 48 e). — ChrE(d) = Chronicon Edessenum (vg. S. 99 f. unter § 14 g). — ChrM = Chronica Älinora (CSCO Ser. III 4). — ChrS = Arabische Chronik von Seert in der Ag: AS eher, PO 4, 215 312. 5, 217/344. 7, 95 203. 13, 437 639. — CodL = JAlAssemani, Codex litnrgicus eccl. univ. in XV libros distributus (R 1749/66).
— (GBickell.) Consp. = Conspectus rei Syrorum Literariae (Münst. W 1871), auch mit dem bloßen Namen des Verfassers zitiert. — CSCO = Corpus Scrip- torum Christianorum OrientaUum. Scriptores Syri.
Denkschn- AAVW ^= Denkschriften der (Kaiserl.) Akademie der "Wissen- schaften zu Wien.
EbS = Chronographie des Elija b Sinäjä in der Ag: EW Brooks, CSCO Ser. m 7/8.
Fihr = Kitab al-Fihrist in der Ag: GFlügel (Lpz 1871 f.) — (Tb Zahn.) Forsch. = Forschungen zur Geschichte des neutestamentlichen Kanons und der altkirchlichen Literatur.
(OBardenhewer.) Gesch = Geschichte der altchristlichen Literatur (FrbgB 1902 ff.) — Götting. Gel. Anz. = Göttingische Gelehrte Anzeigen. — GSAI = Giomale della Societk Asiatica Italiana.
Hebr = Hebraica. — Hist. dyn. = Historia djmastiarum (arabisches Ge- schichtswerk B^s (vg. 319 Ak. 1)). — HorSem = Horae Semiticae.
(ESachau.) In(ed)S = Inedita Syriaca (Wien 1870).
JA = Journal Asiatique. — JAOS = Journal of the American Oriental Society. — Jbb. f. Protest. Theol. = Jahrbücher für Protestantische Theologie.
— JBL = Journal of biblical Literature and Exegesis. — JSL = Journal of semitic languages. — JSL (mit Serienzahlbezeichnung !) = Journal of sacred Literature. — JTSt = Journal of theological Studies.
KdP = Ket(h)äb(b)önä d(b)ep(h)artüt(h)e (Urmia 1898).
LiC = ,.Liber castitatis"' des Iso'denah von Bäsrä (vg. S. 234 Ak. 3). — Lit. = „Literatura-' beiENestle, Syrische Grammatik - (Brl 1888). — LTh = GCardahi, Liber thesauri de arte poetica Syrorum necnon de eorum poetarum Vitis et carminibus (R 1875).
31 = Geschichtswerk Michaels I. in der Ag: J-BChabot, Chronique de Älichel le Syrien, Patr. Jacob. d'Antiocbe (Pr 190010). — MbS = Mar(i) ihn Sulaimän in der Ag : H G i s m o n d i , Maris, Aniri et Slibae de patriarchis Nesto- rianorum comraentaria (R 1896 9). — MCh = Missale chaldaicum iuxta ritum ecclesiae nationis Maronitarum (R 1592). — (PZingerle, bzw.: GMoesinger.) MonS = Monumenta Syriaca ex Romanis codicibus collecta (Innsbr 1869/78). — MS = Missale Syriacum iuxta ritum ecclesiae Antiochenae Syrorum (R 1843).
WGWG = Nachrichten der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen. Phil.-histor. Klasse. — NKZ ^ Neue kirchliche Zeitschrift
OC = Oriens Christianus. (Römische) Halbjahrshefte für die Kunde des christlichen Orients. — OpG — SPatris nostri Ephraemi Syri op. omnia, quae
Abkürzungeu. XV
exstant graece, latine, syriace in sex tomos distributa usw. 1/3. Graece et latine (R 1732/46). — OpS = Dass. 4/6. Syriace et latine (R 1737/43).
PAOS := Proceedings of the American Oriental Society. — (OB ar den- ke wer.) Patr.* = Patrologie^ (FrbgB 1910). — PG = Migne, Patrologia Graeca. — PL = Migne. Patrologia Latina. — PO ^Patrologia Orientalis. — (RDuval,) Prooem. = Prooemium der Duval'sclien BB-Ag. — PS = Patrologia Syriaca. — PSBA = Proceedings of the Society of Biblical Archaeology. — Ps-D. = Ge- schichtskompilation des Ps.-Dionysios v Teilmahre (vg. S 274 in § 43 i). — Ps-Z. = Kirchengeschichte des Ps.-Zacharias v Mytilene (vg. S. 184 Ak. 2).
Q = Ihn al-Qifti in der Agg: JLippert (Lpz. 1903).
RAL = Rendiconti della Reale Academia dei Lincei). — RB = Revue Biblique Internationale. — Ren — ERenaudot, Liturgiarum orientalium collectio (Neudruck: Frankf a M 1847). — RePTK = Realencyclopädie für protestantische Theologie und Kirche. — RHE = Revue d'histoire ecclesiastique. — RhM == Rheinisches Museum für Philologie. — RHR = Revue d'histoire des religions. — ROC = Revue de l'Orient Chretien. — RQs = Römische Quartalschrift für christliche Alterthumskunde und für Kirchengeschichte. — RS = Revue Semitique.
— RStO = Rivista degli studi orientali.
SbAWW = Sitzungsberichte der (Kaiserl.) Akademie der Wissenschaften zu Wien. — SbPAW = Sitzungsberichte der Preußischen Akademie der Wissen- schaften in Berlin. — (WCureton.) SpS = Spicilegium Syriacum (Lo 1855). — (J B P i t r a ,) SpicSol = Spicilegium Solesmense complectens SSPatrum scriptorum- (jue ecclesiasticorum anecdota hactenus opera (Pr 1852/8). — (Mansi,) SS. Conc. Coli. = Sanctorum Conciliorum amplissima Collectio. — (J E R a h m a n i ,) StS == Studia Syriaca seu collectio documentorum hactenus ineditorum (Sarp(h)ä 1904/9).
— StSin = Studia Sinaitica (Cmbr 1894 ff.). — SynOr = J-BChabot, Syno- dicon Orientale ou recueil des Synodes Nestoriens publie, traduit et annote (Pr 1902. Notices et extraits de la bibl. nat. et d'autres bibl. 37).
TaSt = Texts and Studies, contributions to biblical and patristic literature. Ed. by JArmitage Robinson (Cmbr 1891 ff.). — Theol. Litzt. = Theologische Literaturzeitung. — ThM = Mönchsgeschichte des Thomas von Margä (vg. S. 233 f. unter § 37 b). — TPQs = Theologisch praktische Quartalschrift. — TQs = (Tübinger) Theologische Quartalschrift. — Trans, of the R. Ir. Acad. = Trans- actions of the Royal Lrish Academy. — TuU = Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur.
l^s = Ihn Abi Usaibi'a in der Ag: A Müll er (Kairo-Königsberg 1884).
WZKM = Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlands.
ZA = Zeitschrift für Assyriologie. — ZAtW = Zeitschrift für die alt- testamentliche Wissenschaft. — ZDMG = Zeitschrift der deutschen Morgen- ländischen Gesellschaft. — ZKT = Zeitschrift für katholische Theologie. — ZNtW = Zeitschrift für die neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde des Urchristentums. — ZWT = Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie.
Ohne Titelangabe angeführte Autorennamen gehen auf die betreffenden Chrestomathien (vg. S. 5 Ak. 2), bzw. bei Duval und Wright auf deren Dar- stellungen der syrischen Literaturgeschichte (vg. S. 6 Akk. 10 und 12) bei AdHarnack auf die: Geschichte der altchristl. Literatur (vg. S. 8 Ak. 2).
3. Drnckorte:
Brl = Berlin. — Cmbr = Cambridge. — Frbg B = Freiburg i. Breisgau.
— Innsbr = Innsbruck. — Kpel = Konstantinopel. — Lo = London. — Lpz Leipzig. — Münch = München. — Münst i W = Münster in Westfalen. —
XVI Abkürzungen.
Ox = Oxford. — Pr = Paris. — R = Rom. — Straßb = Straßburg. — Yen ■= Venedig. — Würzb = Würzburg.
4. Biblische Biiclier werden mit den in der BbZ üblichen Siglen bezeichnet.
5. Andere Abliürzungen:
Abs = Abschrift. — Ag = Ausgabe. — Ak = Anmerkung. — AT = Altes Testament (ATlich = alttestamentlich). — Az = Auszug. — B = Bischof, bzw. ^ Buch. — b = bar („Sohn"). — Bd = Band. — Bs = Beschreibung.
— Ders. = Derselbe. — Diss = Dissertation. — H =^ Hegra. — Hs = Hand- schrift (hslich = handschriftlich). — J = Jahr. — Jh ^ Jahrhundert. — K = Katholikos (Haupt der nestorianischen Kirche), bzw. in Transskription sjTischer Titel = Ket(h)kb(h)ä („Buch"). — Kars = Karsüni (arabisch in syrischer Schrift).
— Kat = Katalog. — Kg = Kirchengeschichte. — ]H ^ Metropolit. — Nr ^ Nummer. — NT = Neues Testament (NTlich = neutestamentlich). — P ^= Patriarch. — Pr = Priester. — Str = Strophe. — tjbs = ITbersetzung. — t = von (in Heimatsangaben, die einen Eigennamen ergänzen).
Einleitung.
Der Name des Syrischen bezeichnet den ostaramäischen Dialekt des nörd- lichen Mesopotamiens und des benachbarten linken Tigrisufers, der vermöge der allgemeinen kiicliUchen Entwicklung einerseits die führende Sprache der gesamten ostwärts über die römische Eeichsgrenze hinausgreifenden christHchen Mission geworden ist, andererseits zum sprachhchen Ausdruck christhchen Geisteslebens auch nach "Westen hin ursprüngHch griechisches Sprachgebiet sich eroberte.
Durch diese Sprachform unterscheidet sich die im engeren "Wortsinne sjTische Literatur von dem in westaramäischer Mundart erwachsenen sog. christlich-palästinen- sischen, schon durch ihren christlichen Charakter von allem gleichfalls ostaramäischen jüdischen Schrifttum. Ihre eigene Entwicklung findet spätestens um die Wende vom 17. zum 18. Jh ihre untere Zeitgrenze, während gleichzeitig die ersten An- fänge einer Literarischen Verwendung aus der alten Schriftsprache hervorgegangener neusyrischer Volksdialekte sich geltend machte. Die maßgeblichen "Wendepunkte jener Entwicklung werden durch den Ausbruch des großen christologischen Glaubenskampfes und durch die mohammedanische Erobei-ung Vorderasiens be- zeichnet. Das Ergebnis der kirchlichen "Wirren des 5. Jhs war die dauernde Spaltung des literarischen Lebens in einen nestorianischen imd einen monophysi- tischen Hauptstrom, die erst in einer Ai"t von Renaissanceliteratur des zweiten Jahrtausends sich wieder zu einem engeren Ineinandergreifen zusammenfanden, während die ursprünghch monotheletischen Maroniten des Libanongebietes und die auf dem Boden der byzantinischen Orthodoxie stehenden Melchiten überhaupt nur einen sehr bescheidenen AnteU an der literarischen Gesamtproduktion ge- nommen haben. Die politische Katastrophe des 7. Jhs führte, was literarisch noch von größerer unmittelbarer Bedeutung war, naturgemäß dazu, daß das Syrische als lebendes Idiom der in Betracht kommenden christhchen Bevölkerungen in zu- nehmendem Umfange durch das Arabische ersetzt wurde, die angestammte kirch- liche Volksliteratur sich zu einer gelehrten Kirchenliteratur in toter Sprache wandelte.
§ 1. Nur ein beschränkter, wenn auch verhältnismäßig nicht unbeträcht- licher Bruchteil des im Laufe der Zeit in syrischer Sprache erwachsenen Baomstark, Geschichte der syrischen Literatur. 1
2 Einleitung. § 1 a]
literarischen Gutes hat sich hslich erhalten, und das Erhaltene selbst ist heute noch weit davon entfernt, vollständig in Ä g g oder U b s s zugänglich gemacht zu sein. Immerhin ist diese Erschließung wohl bereits für alle diejenigen sjrischen Texte erfolgt, die neben einer Keihe von arabischen im engeren Sinne als Quellen der syrischen Literaturgeschichte hauptsächlich in Frage kommen. Für den in bescheidenerem Rahmen schon mehrfach gemachten Versuch einer Bearbeitung des Gegenstandes scheint damit der Augenblick gegeben zu sein, in welchem sich seine Erneuerung auf breiterer Grundlage empfehlen dürfte.
a) Für die hsliche Vberllefernng smscher Literatur *) hat die BibUothek des syrisch- jakobitischen Muttergottesklosters in der nitrischen oder Skete -Wüste (Deir es-Surjän) eine einzigartige Bedeutung gewonnen. Von ihren Schätzen, die ihren wertvollsten Zuwachs im J 932 um 350 durch den Abt Mose v Xisibis im mesopotamischen Osten erworbene Xrn erfuhren, ist nicht Weniges im 18. Jh in die Vatikanische Bibliothek, der weitaus größere Rest im 19. in das British Museum gelangt. Die älteren syrischen Bestände der ersteren {= VtS) , die daneben in der Hauptsache je eine aus Aleppo und Dijarbekr stammende und die Sammlungen der Maroniten Abraham Echellensis, Andreas Scandar, JS und StEAssemani umfassen, -) sind in neuerer Zeit um denjenigen des ehemaUgen Museo ßorgiano der Propaganda (= VtB) vermehrt werden. ') Das British Museum (= BrM) hat gleichfalls einen Grundstock syrischer Hss schon vor Erwerbung der nitrischen besessen und seit derselben seinen Besitzstand noch immer ver- mehrt.*) Was naturgemäß die Bibliothek des Skete-Klosters fast ausschließlich enthielt und was dementsprechend im BrM stark vorwiegt, ist vorephesinische und jakobitische Literatur. Ahnlichen Charakter tragen die Bestände der Bodleiana zu Oxford (= Ox)^) und, mit einem beachtenswerten Einschlag maronitischer Utur- gischer Hss. diejenigen der Bibiiotheque Nationale zu Paris (= Pr).*) Eine gleich- mäßigere Vertretung jakobitischen und nestorianischen Schrifttums zeichnet, wie namentlich seit Aufnahme des Borgiano-Fonds den vatikanischen, dank der syste- matischen Erwerbungstätigkeit ESachaus denjenigen der ehemals Kgl. Bibliothek in Berlin (= Brl) aus,") während die UniversitätsbibUothek zu Cambridge (= Cmbr)
') ABaumstark. Vom Bibliotheks- n. Buchwesen d. christl. Syrier, Wissenschaftl. Beilage znr Germania 1909, 297,301. ') StE und JSAssemani, Bibliotheeae apostolicae vat. codd.
mss. catalogns in tres partes distributns. Partis I tom. II n. III (R 17589). AMai, Script, yet. nov. coUectio 5 (R 1831). l*/82*(Codd. chaldaici sive syriaci vaticani Assemaniani). Vg. HHy- vernat, Concordance des cotes des anciens fonds et dn fonds actnel syriaqnes de la Vaticane. Annales dn St. Louis des Fran^ais 7, 73 89. Ders., Tatican syr. Mss. new pressmarks, The cathol. Univ. Bulletin 9, 94,104. ') A Seh er, Notice sur les mss. syr. du Mnsee Borgia, JA" 13,
249/87. Unvollständig aber eingehender: PCersoy, Les mss. orientaux de Msgr. David au Mnsee Borgia de Rome, ZA 9, 361/84.
*) VRosen-JForshall, Catalogns codd. mss. or. qui in Mnseo Britannico asservantur. Pars I codd. syriacos et carshnnicos amplectens (Lo 1838). WWright, Catalogne of the syr. mss. in the Brit. Mus. acquired sinee the year 1838 (Lo 1870('2). GMargoliouth, Descriptive list of syriac and karshunic mss. in the Brit. Mus. acq. since 1873 (Lo 1899).
*) RPayne-Smith, Catalogi codd. mss. bibliotheeae Bodleianae pars VI codd. syriacos, carshnnicos, mandaeos complectens (Ox 1864). *) HZotenberg. Mannscrits orientans. Catalogne des mss. syriaqnes et sabeens (mandaites) de la bibl. nat. i.Pr 1874). J-BChabot. Xotices snr les mss. syriaqnes de la bibl. nat. acquis depuis 1874, JA' 8, 234/90. FXau, Xotices des mss. syriaqnes ethiopiens et mandeens eutres ä la bibl. nat. de Paris depuis l'edition des catalognes, ROC 16. 271,323. ') ESachan, Die Handschriftenverzeichnisse der Kgl. Bibl. zu Berlin, XXIII. Band. VerzeichniO d. syr. Hss. (Brl 1899).
[§lab Hsliche Überlieferung. Editionstätigkeit. 3
vor allem, wenugleicli keineswegs ausschließlich, für das nestorianische in Betracht kommt. ') Eine kleinere Sammlung syrischer Hss besaß in Europa frühzeitig auch die Laurenziana in Florenz ; -) einzelne, aber zum Teile besonders wertvolle sind im Besitze öffentUcher Bibliotheken in Leyden *) und Petersburg, ■*) Mailand, Dublin, Lyon, Göttingen, München und Straßburg. Unter den Sammlungen Privater dürfte diejenige von JRHarris die erste Stelle einnehmen. Über die in neuerer Zeit auch in Amerika gemachten Erwerbungen ist bisher nur verein- zelte Kunde in eine weitere Öffentlichkeit gedrungen. Dagegen wurde eine Reihe orientaUscher Bibhotheksbestände näher bekannt. Um jakobitisches Schrifttum handelt es sich dabei an denjenigen des Markusklosters in Jerusalem {= JerMkl),-') der uniert syrischen erzbischöflichen Residenz und der jakobitischen Pfarrkirche in Damaskus (= DamErzb. bzw. Pfk) *) und mit einem Einschlage melchitischer Hss bei demjenigen des Katharinenklosters auf dem Sinai (= Sin), ') mindestens vorwiegend um nestorianisches an denjenigen des griechischen Patriarchats in Jerusalem (= Je rPatr),") der durch A Scher beschriebenen „chaldäischen" Samm- lungen des Patriarchats in Mosul (= Mos),"*) der erzbischöflichen Residenzen von Seert,'") Dijarbekr (= DijarbV^) Mardin (= Mard)^-) und des Klosters Notre-Dame des semencesf=N-Dsem),^*) sowie der amerikanischen Mission in Urmia (=Urm).'*) Dagegen hegen über wertvolle Sammlungen an denjenigen der uniert - syrischen Patriarchatsresidenz (bzw. des Priesterseminars) in Sarfah und der jakobitischen Gemeinde inEdessa erst ungenügende, '°) über solche wie diejenige des jakobitischen Patriarchats in Der Zäfarän und des nestorianischen noch keine Nachrichten vor.^") b) Eine Editionstätigkeit systematischer Richtung hat nachdem die ältesten syrischen Drucke allerdings schon im 16. Jh erschienen waren, für die erhaltenen Denk- mäler syrischer Literatur wesentlich erst seit der Mitte des 19. eingesetzt. W Cure- ton,i') PdeLagarde,") JPNLand.i») PZingerle bzw. GMoesinger,^'')
') WWright-StACook, A catalogue of the syriac mss. preserved in the library of the University of Cambridge (Cmbr 1901).
^) StEAssemani, Bibl. Mediceae Lanrentianae et Palatinae codd. mss. oriental. catalogns (Florenz 1742). ') JPNLand, Anecdota Syriaca 1, ljl2. *) Catalogue des manuscrits et
xylographes orientaux de la bibl. imperiale publ. de St Petersbourg (Petersburg 1852).
')ABaumstark, D. liturg. Hss. d. jakobit. Markusklosters in Jerusalem OC^ 1, 108/15. 286/.H14. Ders. in Verbindung mitGGraf u. AdRücker, D. literar. Hss. d. jakobit. Markus- klosters in Jerusalem, ebenda 2, 120/.36. 317/33. 3, 128/34. 311/27.
') ABanmstark, Syr. u. syro-arab. Hss. in Damaskus, OC 5, 321/31. ■) A Smith- Lewis, Catalogue of the syr. mss. in the convent of S. Catherine on mount Sinai (Studia, Sinaitica. 1. Lo 1894). ») J-BChabot, JA» 3, 92/132 bzw. A' Koi.<vki!l ,,i, KaraXoyoi avivTirixög tüv iv t/J ßi/3liod/'jy.ri lov lettoS xoii'ov rov 77. Tä(fov dTToxetiiiiiov avotaxcäi' ysiooyodifujv (Brl 1898), größtenteils bloße Übs der vorgenannten Arbeit. ") Revue des Bibliotheques. Octobre-Decembre 1907.
"•) Catalogue des mss. syr. et arabes conserves dans la bibl. cpiscopale de Seert. (Mosul 1905). ") JA'" 10, 331/62. 385/431. "') Revue des Bibliotheques 1908. 1/36. '') JA'» 7, 479/512.
'*) OSaran-WAShedd, Catalogue of syriac mss. in the library of the Museum asso- ciation of Oroomiah College (Urmia 1898). "*) Bezüglich der ersteren vg. LDelaporte, Nouv. Archives des Missiuns Scientitiques et litteraires 17, 2.5/41, bezüglich der letzteren E Sachau, Mittheilungen d. Seminars für Oriental. Sprachen zu Berlin 3, 43/6. ""J Über die Bibliothek des ersteren sind solche von HGoussen zu erwarten. Im übrigen vg. FE aase, Christi, oriental. Handschriftenkataloge, in: Ehrengabe deutscher Wissenschaft, dargeboten v. kathol. Gelehrten, hgeg. V. Feßler (FrbgB 1920) 559/68.
") Spicilegium Syriacum, containing remains of Bardesan, Meliton, Ambrose and Mara bar Serapion, now first ed. with an engl, transl. and notes (Lo 1855) (= SpS). • '
'*) Analecta Syriaca (Lo 18.55) (= AnS'. "») Anecdota Syr. coli, et expl. 1/4 (Leyden 1862/75) (= AnecdS). ") Monnmenta Syr. ex Romanis codd. coUeeta. 1/2 (Innsbr 1869/78) (= MonS).
i
Einleitnng.
§ ll-]
E Sachau') und P Martin*) haben ^vertvolle Stücke verschiedener Art in Sammel- ausgaben vereinigt vorgelegt denen sich neuerdings eine ähnliche Pubhkation des ge- lehrten Patriarchen IgnERahmani anreiht*) Auch zwei grundsätzhch nicht auf syrische Texte beschränkte VerüffentUchungsserien der Damen ASmithLewis und MDGibson*! bewegen sich in verwandt«n Bahnen. Eine sich an das Vorbild der Migne"schen Patrologia Graeca und Latina anlehnende Leistung ganzer Arbeit hatte KGraffin zunächst ausschließlich für das Gebiet des S^Tischen ins Auge gefaßt,'') um später in Verbindung mit FNau (und zeitweihg dem Prinzen Max V. Sachsen) unter Preisgabe strenger Geschlossenheit und planmäßigen Vorgehens das Unternehmen auf das gesamte christlich-orientalische Schrifttum (bisher mit tatsächlichem Ausschluß des georgischen) auszudehnen.*) Im Rahmen eines gleich- zeitig von J-BChabot in Verbindung mit IgnGuidi. JForget. HHy vernat, BCarradeVaux ins Leben gerufenen fällt demgegenüber der sj-rischen -wie anderen Literaturen des christlichen Orients eine selbständige Teilserie zu.") Nur auf dem Sondergebiete der Liturgie war dem allem gegenüber Wertvolles schon weit früher geboten worden. Eine von JAlAssemani begonnene umfassende Publikation altkirchlicher Liturgiedenkmäler *) ist besonders reich an syrischen Texten, während Eßenaudot speziell die ihm erreichba.ren euchanstischen Liturgieformulare des syrischen Sprachgebietes wenigstens in Übs vorlegte.*) Für den Originaltext der letzteren haben vor allem zwei zeitlich um annähernd drei Jhh auseinanderliegende unierte Agg eines syrischen Meßbuches Bedeutung.*") Von den verschiedenen Agg sjTischer Breviere verdient besonders diejenige des sog. ^chaldäischen" als eine reiche Fundstätte von Denkmälern liturgischen Schrift- tums der Isestorianer schon wegen einer verhältnismäßig leichteren Erhälthchkeit Hervorhebung.-'^) PBedjan, dessen Werk die Bearbeitung desselben gewesen ist, hat eine Sammelausgabe syrischer hagiographischer Texte geliefert**) Je eine französische und eine deutsche Zeitschrift zur Pflege christUch - orientaüscher Studien hat sich um die Veröffentlichung auch smscher Literaturwerke verdient gemacht.**) Von Chrestomathien ge^winnt besonders eine durch die angli- kanische Mission in Urmia herausgegebene **) durch Proben noch nicht vollständig veröffentlichter Literaturdenkmäler eine mehr als gewöhnliche Bedeutung. Noch
') Inedita Syriaca. Eine Sammlung syr. Übss. v. Schriften griech. Profanliteratnr. Mit einem Anhang (Wien 1870j (= InS). ') Bei J-BPitra. Analecta sacra Spicilegio SoleBmensi parata (= kvS>w,i) 4. iPr 1883). •) Stndia syriaca seu collectio document. hactenus inedit. Ex codd. Byr. primo pnbl. lat. vertit notisque illustravit 1/4 (Sarpfhiä \^iß) \^ .StSj.
♦) Stndia Sinaitica 1/12 (Cmbr seit 1894) (= StSin) nnd Horae Semiticae 1/11 (Cmbr Beit 1903) (= HorSem). ■*) Patrologia Syriaca. complectens op. omn. SS. Patx., doct., Bcriptor. catbolicorain qnibns accedont alior. acathol. anctomm scripta, quae ad res ecclesiasticas pertinent, qnotquot gyr. supersnnt, sec. codd. praesert. Lond., Parie, Vat. Pars I. 1/2. (Pr 1894/19071 (== PS).
") Patrologia Orientaiis (Pr seit 190.5) (= PO). 'J Corpus Scriptorum christianornm orien- talinm. Scriptores Syri. (Pr seit 1903) (= CSCO). '') Codex liturgicus ecci. nniv. in SV libros distributnB ;E 1749;e6. Anastat. Neudr. Pr-Lpz 1902) (=CodL'.
») Liturgiarum orientalium collectio (Pr 1716. Neudruck : Frankf a M 1847) 2 (= Ben). '") Mis- Bale chaldaicnm iuxla rit. eccL nationis Maronitarom (K 1592) (= MCh) und MissiJe Syriacum JQita rit. ecci. Antiochen. Syrorum (E 1843) (= MS). Über weitere L»rucke des ersteren FEBrightman, Litnrgies Eastem and Western 1 (Ox 189G) LVII.
") Breviarium Chaldaicum. 1/3 (Pr 1886/7) (= BrCh). Vg. KDuval, Eev. de Thift. des religions 9. 81/7. ") Acta Martyrum et Sanctorum. 1/7 (Pr 1890 7) (= AMS;. Dazu vg. AB 10, 478i 12, 77/9. 13, 298f. 14, 207f. 16, 183/5.
") fievne de TOrieut Chretieu. (Pr seit 1896) (= EOC). Oriens Christianus. (Eömisehe) Halbjahrshefte f. d. Kunde d. christl. Orients (E-Lpz 1,«. 1901'8. « Lpz seit 1911) (=OCi.
>♦) Ket(h)äb(h,i6uä d(h)fpfh)art[it(h)G. (Urmia 1898) (= KdP).
T2Z Tr iJ£L 1
I»
[S lei
Ediiäonatäti^keit. Syriache Quellen.
wertvoller ist für das spezielle Gebiet der Poesie das in einem arabischen Bache des llaroniten Tj C a r d a b i über die IJicbtknnat der Syrer '■j gebotene syriscbe TextemateriaL-)
ci Unter den On«?!!»!! der «Farben Literaturgeschichte steht obenan als eine in ilirer Ar* .• eine dem ' . :^n 14. -Jh ent-
stammende versu. . '^to rianers '.-- /bBerikhjä
(:='Ai .') Für das naturgemäß m ihr vorwiegend berücksichtigte neatorianische Schrtfttom. kommen an weiteren Denkmälern syrischer Sprache die unschätzbare rrfcwffAwwttTnmInng des 30g. Svnodicon Orientale d. h. der Konzüsakten der porrörtiAn Reichs-, bzw. der nestorianischen K .1 4. bis 8. Jh '= SynOri.*)
▼•>n »ler W'afi.de de« '5. zum 7. .Jh die Kirr. , .hte und die Sohrift über
nemi zweier Autoren des .■»amens Barh:i - abbä
. , aas dem 9. die beiden monchsgeschichtlic ;. .ve dea
Thomas v Margä iThil) und Isö'dt!nah t Bisrä f-Liber castitatis" = LC) *) aus dem 10. das Lexikon dea Bar Bahjül f= BB) ^j und aus dem 11. das chronographische Werk des Elija b Sinäjä CEhti}*) in Betracht Ent- sprechende Bedeutung bezüglich der ' ' ' '.te des jakobitischen Schrifttums be- sitzen vor allem aus dem 12. .Jh das , .".swerk des Patriarchen Michael d. Gr. 1:=^ M.'i aus dem 13. die Welt- und die Kirchengeschichte Bar'Eb'hiriijäs f= B'EWg bzw. Kg).'^"i Doch finden sich einzelne literaturgeschichtlich be- merkenswerte Nachrichten, wie sonst an verschiedensten SteEen verstreut, so auch in einer Reihe durchweg bruchstückweise erhaltener kleinerer Geschichtswerke älterer 2^it f-Chronica mincra"' = ChriL^'j und in der syrischen Bearbeitung der Kirchengeschichte des Zacharias v ilytilene 1^ Ps.-Z).'-» Besonderen Wert hat endlich auch in dieser Richtung eine in der Mitte zwischen beiden Parteien stehende Quelle an der sog. Edessenischen Chronik (= ChrE).^'')
d' Die Reihe arabischer Teite, die neben syrischen selbst als wichtigere Quellen der syrischen Literaturgeschichte in Betracht kommen, eröffnet die bald nach 1036 entstandene neatorianische Welt- und Kirchengeschichte der sog. .Chronik von Seert" ''= ChrS;.^*) Benützt ist dieselbe in der nächstdem hier zu
I) Lib. theaami de arte poetiea Syror. aecnoa de enmm pnetanm viria et cmnninibiia (B. ISiS) '= LTi:.
*) Aa weiteren Clirestomathien besitzen Termöee einzelner der in ibnen gebotenen Texie äne aber die unmittelbare eines Lehr- nnd Lemmittel.'i hinausgehende B-ideutnn? .JDÄichaelis, Syr. '."brestomathie 1 Teil ' Grattingen 1768). GKiranh-GHBernstein, Cbrestomathia Syriaca (Hof 178Ö. 'Lpz 1893/6;. GKnoä, Cbrestom. Syr. maTiTn partem e codd. mann äcrr. coUecta (Sättingea ISOT). AeEoediger. (rbrestomathia äyriaca quam glossario et tabolia grammaticia oplanavit (Halle 1«3S. n»5». »1892;. FL'hUmann. Grammatü. d. Syr. Sprache luw. Brl 18.37;: Syr. Cbnatomatbie nebst Wörterfaucli. JE Wen ig, Scholia Syriaca. 1. i.breatom. Syr. com appa^ rata gnmmatico Inn^ibr ISCff. PZingerle. Cbrestomathia Syr. 'E 187lj. EXeätle, Erev. Irngn. syr. gnmm. Offw, ; Karlarohe-Lpz ISSli: Cbrestomathia. Syr. Grammatü- Bri 1868',: Chresto- mathie. HGi§m ondi, Ling. Syr. gramm. et ebiestom. com glosBario 'Beirut 1890. HSOO. E 'IfilO. n9131: 'ITirestomathia. C Brockelmann, Syr. Grammatik fBrl 1899. n905. '1912): Chrestomathie, teil zitiere, soweit keinerlei Verweciiselnn^ zu befärcbten ist. mit dem bloßen Antomajnen.
«•, :? nie. *) «9.:. 33h. s) § 22e. *) ^ 3Tb bzw. «.'",§ 38L ^ § 46c. "', § 48b. Von eir ■ . ■ - tentnng ist weh nnter diesem speziellen Gesichtspunkte ein wenig jüngeres ano- nyiL • atawerk = «ThrAn, : § 48e. '•"; i ölt. ", CSCO Ser. III. 4. Von besonderer
Beiientnng nnd hier die Bmciistficke einer neatorianiscfaea <rhronik ans der Zeit der mohamme- danischen Erobemng '5 32d und des Gesciiicbtswerkes des großen Jikobiten Jai^öbib, v Edeaaa .9 401). D»zu dasjenige des Ps.-Diony9iog v Teilmahr? (•= Ps.-D): § 43L ") § 28e. '') § 15 g. ■*) Ag fmit Üb»/: AScher in Verbindung mit mehreren Orientalisten . PO 4, 21.^'312. ö, -in 344. 7, 95-21)3. 13, 437 639. tber die Entatehnngszeit, 7g. CFSeybold. ZDMG Ö6, 742t
4 Einleitung. §11']
ESachau') und P Martin") haben wertvolle Stücke verschiedener Art in Sammel- ausgaben vereinigt vorgelegt, denen sicli neuerdings eine ähnliche Publikation des ge- lehrten Patriarchen IgnEllaiimani anreiht.^) Auch zwei grundsätzlich nicht auf syrische Texte beschränkte Veröffenthchungsserien der Damen ASmith T^ewis und MDGibson*) bewegen sich in verwandten Bahnen. Eine sich an das Vorbild der Migne'schen Patrologia Graeca und Latina anlehnende Leistung ganzer Arbeit hatte RGraffin zunächst ausschließlich für das Gebiet des Syrischen ins Auge gefaßt,'') um später in Verbindung mit FNau (und zeitweilig dem Prinzen Max V. Sachsen) unter Preisgabe strenger Geschlossenheit und planmäßigen Vorgehens das Unternehmen auf das gesamte christlich-orientalische Schrifttum (bisher mit tatsächlichem Ausschluß des georgischen) auszudehnen. "i Im Rahmen eines gleich- zeitig von J-BChabot in Verbindung mit IgnGuidi. JForget, HHyvernat, BCarradeVaux ins Leben gerufeneu fällt demgegenüber der syrischen wie anderen Literaturen des christlichen Orients eine selbständige Teilserie zu.') Nur auf dem Sondergebiete der Liturgie war dem allem gegenüber Wertvolles schon weit früher geboten worden. Eine von JAlAssemani begonnene umfassende Publikation altkirchlicher Liturgiedenkmäler **) ist besonders reich an syrischen Texten, während ERenaudot speziell die ihm erreichbaren eucharistischen Liturgieformulare des syrischen Sprachgebietes wenigstens in Übs vorlegte.*) Für den Originaltext der letzteren haben vor allem zwei zeitlich um annähernd drei Jhh auseinanderliegende unierte Agg eines syrischen Meßbuches Bedeutung.*") Von den verschiedenen Agg syrischer B r e v i e r e verdient besonders diejenige des sog. „chaldäischen" als eine reiche Fundstätte von Denkmälern liturgischen Schrift- tums der Nestorianer schon wegen einer verhältnismäßig leichteren Erhältüchkeit Hervorhebung. ■'^l PBedjan, dessen "Werk die Bearbeitung desselben gewesen ist, hat eine Sammelausgabe sn'ischer hagiographischer Texte geliefert.**) Je eine französische und eine deutsche Zeitschrift zur Pflege christlich - orientalischer Studien hat sich um die Veröffentlichung auch syrischer Literaturwerke verdient gemacht.*') Von Chrestomathien gewinnt besonders eine durch die angli- kanische Mission in Urmia herausgegebene **) durch Proben noch nicht vollständig veröffentlichter Literaturdenkmäler eine mehr als gewöhnliche Bedeutung. Noch
') Inedita Syriaca. Eine Sammlung syr. Übss. v. Schriften grieeh. Profanliteratnr. Mit einem Anhang (Wien 1870) (= InS). ') Bei J-BPitra, Aiialecta Sacra Spicilegio Solesmensi parata
{= AnSacr) 4. (Pr ISS'ri). *) Studia syriaca seu coUectio docnment. hactenns inedit. Es codd. syr. primo publ. lat. vertit notisqne illustravit 1/4 (Sarp(hiS 1904/9) i= StS).
*) Studia Sinaitica 1/12 (Cmbr seit 1894) (= StSin) und Horae Semiticae 1/11 (Cmbr seit 1903) (= HorSem). ^) Patiologia Syriaca. complectens op. omn. SS. Patr., doct., scriptor. catholicornm quibns accednnt alior. acathol. anctorum scripta, quae ad res ecclesiasticas pertinent, quotquot syr. supersunt, sec. codd. praesert. Loud., Paris, Vat. Pars I. 1/2. (Pr 1S94/19071 (= PSl
*) Patrologia Orientalis (Pr seit 1903) (= PO). ') Corpus Scriptorum christianornm orien- talium. Scriptores Syri. (Pr seit 1903) (= CSCO). ^) Codex liturgicus eccl. univ. in XV libros dlstributus (R 1749/G6. Anastat. Neudr. Pr-Lpz 1902) (= CodL\
") Lilurgiarum orientalium coUectio (Pr,1716. Neudruck: Frankf a M 1847) 2 (= Ken). '") Mis- sale chaldaicuni iuxta rit. eccl. nationis Maronitarnm (R lö92) (= MCh) und Missale Syriacum jaxta rit. eccl. Antiochen. Syrorum (R 1843) (= MS). Über weitere Drucke des ersteren FEBrightman, Liturgies Eastern and Western 1 (Os 1896) LVII.
") Breviarium Chaldaicnm. 1/3 (Pr 1886/7) (= BrCh). Vg. RDuval, Rev. de l'bi.n. des reüuions 9. 81/7. '^) Acta Martyrnm et Sanctorum. 1/7 (Pr 1890/7) (= AMS). Dazu vg. AB 10, 478 f. 12, 77/9. 13, 298 f. 14, 207 f. 16, 183,5.
'■■') Revue de TOrient Chretieu. (Pr seit 1896) (= ROC). Oriens Christianus. (Römische) Halbjahrshefte f. d. Kunde d. christl. Orients (R-Lpz 1/8'. 1901/8. « Lpz seit 1911) (=00).
>♦) Kßt(h)äb(h)5nä d(h)i-p(h)artüt(h)ö. (Urmia 1898) (= KdP).
[gl cd Editionstätigkeit. Syrische Quellen. 5
■wertvoller ist für das spezielle Gebiet der Poesie das in einem arabischen Buche des Maroniten GCardahi über die Dichtkunst der Syrer') gebotene syrische Textematerial.-)
c) Unter den Quellen der syrischen Literaturgeschichte steht obenan als eine in ihrer Art vöUig vereinzelte Erscheinung eine dem beginnenden 14. Jh ent- stammende versifizierte Literaturübersicht des Xestorianers 'Abi h) diso' b Berik(h)ä (='Aii.*) Für das naturgemäß in ihr vorwiegend berücksichtigte nestorianische Schrifttum kommen an weiteren Denkmälern sjTischer Sprache die unschätzbare Urkundensammlung des sog. Synodicon Orientale d. h. der Konzilsakten der persischen Reichs-, bzw. der nestorianischen Kirche vom 4. bis 8. Jh (= SynOr ),*) von der "Wende des 6. zum 7. Jh die Kirchengeschichte und die Schrift über Schulgründungen anscheinend zweier Autoren des Namens B a r h a d (h) b e s a b b ä (BhKg bzw. Schulgr).*) aus dem 9. die beiden mönchsgeschichtüchen Werke des Thomas vMargä (ThMl und Isö'denahvBäsrä („Liber castitatis" =LC) ') aus dem 10. das Lexikon des Bar Bahlul (= BB) ') und aus dem 11. das chronographische Werk des Elija b Sinäjä (Eb8)*) in Betracht. Ent- sprechende Bedeutung bezüglich der Geschichte des jakobitischen Schrifttums be- sitzen vor allem aus dem 12. Jh das Geschichtswerk des Patriarchen Michael d. Gr. (^ M).^) aus dem 13. die Welt- und die Kirchengeschichte Bar'Eb(h)räj äs (= B'EWg bzw. Kg).-"") Doch finden sich einzelne literaturgeschichtlich be- merkenswerte Xachrichten, wie sonst an verschiedensten Stellen verstreut, so auch in einer Reihe durchweg bruchstückweise ei-haltener kleinerer Geschichtswerke älterer Zeit (..Chronica minora" = ChrM)") und in der syrischen Bearbeitung der Kirchengeschichte des Zacharias v Mytilene (^ Ps.-Z).'-) Besonderen Wert hat endlich auch in dieser Richtung eine in der Mitte zwischen beiden Parteien stehende Quelle an der sog. Edessenischen Chronik (= ChrE). '*)
d) Die Reihe arabischer Texte, die neben syrischen selbst als wichtigere Quellen der syrischen Literaturgeschichte in Betracht kommen, eröffnet die bald nach 1036 entstandene nestorianische Welt- und Kirchengeschichte der sog. ,. Chronik von Seert" (== ChrS'.'*) Benützt ist dieselbe in der nächstdem hier zu
') Lib. thesanri de arte poetica Syror. uecnon de eorum poetaram vitis et carminibus (R 1875) (= LThl.
*) An weiteren Chrestomathien besitzen vermöge einzelner der in ihnen gebotenen Texte eine über die unmittelbare eines Lehr- und Lernmittels hinausgehende Bedeutung JDMiehaelis, Syr. Chrestomathie 1 Teil i Göttingen 1768). GKirsch-GHBernstein. Chrestoraathia Syriaca (Hof 1789. 'Lpz 1832,6). GKnös, Chrestom. Syr. maxim. partem e codd. manu scrr. coUecta (Güttingen 1807). AeRoediger, Chrestomathia syriaca quam glossario et tabulis grammaticis explanavit (Halle 1838. '1868. »1892). FUhlemann, Grammatik, d. Syr. Sprache usw. (Brl 1857): Syr. Chrestomathie nebst Wörterbuch. JBWenig, Scholia Syriaca. 1. Chrestom. Syr. cum appa- ratu grammatico (Innsbr 1866). PZingerle, Chrestomathia Syr. (R 1871). ENestle, Brev. ling^. syr. gramm. usw. (Karlsruhe-Lpz 1881): Chrestomathia. Syr. Grammatik'^ (Brl 1888): Chresto- mathie. HGismondi, Ling. Syr. gramm. et chrestom. cum glossario (Beirut 1890. *1900. R '1910. M913): Chrestomathia. CBrockelmann, Syr. Grammatik (Brl 1899. «1905. n912): Chrestomathie. Ich zitiere, soweit keinerlei Verwechselung zu befürchten ist, mit dem bloßen Automamen.
») § 52e. ♦) § 9c. 33h. ») § 22e. ») § 37b bzw. c. 'O § 38i. *) § 46c. ») § 48b. Von geringerer Bedeutung ist auch unter diesem speziellen Gesichtspunkte ein wenig jüngeres ano- nymes Geschichtswerk (= ChrAn): § 48e. ">) § öle. ") CSCO Ser. III. 4. Von besonderer Bedeutung sind hier die Bruchstücke einer nestorianischen Chronik aus der Zeit der mohamme- danischen Eroberung (g32dl und des Geschichtswerkes des großen Jakobiten Ja'q6b(h) v Edessa (§ 40f.). Dazu dasjenige des Ps.-Dionysios v TellmahrG (= Ps.-D): § 43 i. ") § 28e. '») § 15g. '*) Ag (mit Obs): ASclier (in Verbindung mit mehreren Orientalisten), PO 4, 21Ö/312. 5, 217/344. 7, 95/203. 13, 437/639. Über die Entstehungszeit, vg. CFSeybold, ZDMG 66, 742 f.
6 Einleitung. § Ide]
nennenden kirchengeschichtlichen Partie des dem 12. Jh entstammenden, ,.Turm- biiches" (K al-mig(Ial) des Muri ibn Sulaimän f= M1)S), eines Gesamtsystems gleichfalls der nestorianisclien Theologie, neben das dann wieder seine im 14. Jh unternommene Neubearbeitung durch 'Amr ibn Mattä aus Tirliiin (= 'Am) in ihrer ur.sj)riinglichen und in der liezeusion eines 9elib(h)ü ibn Jü ha nnä tritt. ^) Von moiiophysitischer Seite kommt die unter der Bezeit^hnung „Historia dj-nastia- rum" bekannte arabische Weltgeschichte Bar 'Eb(h)r;ijäs (= Hüyn). _von kop- tischer ein auch einzelne syrische Schriftsteller bzw. die arabischen I'bss ihres Nachlasses berücksichtigende Übersicht über den Bestand des christlich-arabischen Schrifttums in Betracht, die der Pr Sams ar-Ri'äsa Abii-l-Barakät ibn al Kibr (f 1363) seinem ,.B der Lampe der Finsternis" einfügte.^) Geringere Bedeutung eignet hier dem sogar schon ums J 942 abgefaßten Geschichtswerke (K al-'Unwän) des melchitischen Bs Agapios oder Mahbüb ibn Qustantin von Membig (Hierapolis). *) Nur gelegentlich gewinnen auch für die syrische Literatur- geschichte drei für die Geschichte des profanwissenschaftlichen arabischen Schrift- tums unschätzbare Quellen., eine Bedeutung: der Ivitäb al-Fihrist des Ibn an- Nadim (= Fihr),*) die ,.Ärzte"-Geschichte des Ibn Abi üsaibi'a (:=ü.si*) und das Gelehrtenlexikon des Ibn al-Qifti {= Q).*)
e) Zu den bisherigen Bearbeitungen der sj-rischen Literaturgeschichte hin- über führt das trotz nicht weniger Mißgriffe im einzelnen einen unvergleichlichen Wert behauptende Standwerk seiner ..Bibliotheca Orientalis" (= BO), in dem der Maronite JS Assemani schon im frühen 18. Jh auf Grund der hslichen Schätze der Yatikana unter Mitteilung umfangreicher Texte imd Textazz ausführlichst über die (nach seiner Meinung) orthodoxen, die monophysitischen und nestoriani- schen Schriftsteller syrischer Zunge und deren Werke gehandelt hat.') Einen Nachfolger hat derselbe erst nach anderthalb Jhh an GBickell in einem sachlich geordneten ÜberbUck gefunden, dessen gediegene Gelehrsamkeit mit seiner anspruchslosen Gedrängtheit auf gleicher Höhe steht.*) Den ersten Versuch einer zusammenfassenden geschichtlichen Behandlung der syrischen Literatur hat alsdann WWright in einem Artikel der Encyclopaecha Britannica gemacht,") der nach dem Tode des Verfassers eine um gelegentliche Zusätze vermehrte Buchausgabe^") und auf Grund dieser ..eine noch weitere Vervollständigungen und Verbesserungen aufweisende russische Übs erfahren hat.-^') Mit der seinigen teilt die Bearbeitung des Gegenstandes durch RDuvaP*) den Vorzug einer grundsätzhchen Dokumen-
') Ag (mit Übs): HGismondi, Maris, Amri et Slibae de patriarchis Xestorianomm com- mentaria (E 1896/9). -) Ag (mit Übs): WRiedel, NGWG 1902, 635/706. ») Agg: LCheikho, CSCO Script. Arab. Ser. III 5, mit Übs (noch unvollständige): AYasiliev. PO 5, 559/891. 7, 457/591. 8, 397/550.
*) Ag: GFlügel, K. al-F. Mit Anmkk. hgeg. Besorgt von J Eödiger u. A Müller (Lpz 18711). ') Ag: AMüller, I. Abi U. hgeg. (Kairo-Königsberg 1884). ») Ag: JLippert,
1. al-Q.s TaWiat-Hukama". Auf Grund d. Vorarbeiten Aug. Müllers hgeg. (Lpz 1903).
') Bibliotheca Orientalis Clementino-Taticana. 1. De Scriptoribus Syris Orthodosis (R 1719).
2. De Scr. Syr. Monophysitis (E 1721). 3. I. De Scr. Syr. Nestorianis (R 1725). II. De Syr. Nesto- rianis (R 1728). Einen deutschen Az lieferte AFPfeiffer, Joseph Simonius Assemanns oriental. Bibliothek od. Nachrichten von syr. Schriftstellern. In einen Auszug gebracht. 1/2. (Erlangen 17761.)
*) Conspectus rei Syrer. Literariae, add. notis bibliographicis et escerptis anecdotis (Münst W. 1871) (=Bickell). ») Band 22, 824/56 (vom J 1887). »») A short history of Syriac litera- ture (Lo 1894) (=Wright, Eist. bzw. wo keine Verwechselung mit dem Kataloge des BrM zu befürchten ist, ohne diesen Zusatz).
") KATuraieffa-KKokowzoff, Kurzer Abriß d. Gesch. d. syr. Literatur. Übs aus d. Engl. (Petersburg 1902). Vg. IgnGuidi, OC 2, 467 f. '*) Ancieunes litteratur^ chretiennes. II. La litterature syriaque (Pr 1899. =1901. »1907) (= Duval).
[§ le Arabische Quellen. Bearbeitungen. 7
tierung, während Dai-stellungen von VRyssel, i) ThNöldeke, ') CBrockel- niann,') OLeary (de Lacy),*) J-BChabot^) und ÄBauuistark,") sich an weitere Kreise wendend, einer solchen entbehren. "Wertvoll ist auch nach der literaturgeschichtlichen Seite eine zusammenfassende Würdigung des syrischen Kirchentums durch E Nestle,') der früher ein bis zum J 1887 reichendes aus- gezeichnetes bibliographisches Hilfsmittel geschaffen hatte,*) das weiterhin an der Hand periodischer Erscheinungen einschlägiger Art zu ergänzen ist.") Wertvolle Einzelbeiträge zur syrischen Literaturgeschichte haben J-BChabot^") und AScher^^) erltracht. Über den bemerkenswerten Inhalt einer Gruppe ihm zur Prüfung vorgelegter Hss hat GDiettrich berichtet.^-) ..Der Einfluß der syiischen Literatur auf das Abendland" wurde durch Vßyssel erörtert.^^) Umfangreiche und gehaltvolle Einleitungen gehen den Ubss syrischer Texte in beiden Auflagen der Kemptener ..Bibliothek der Kirchenväter (= BKv)" voran.^*) Von den Be- handlungen, welche das vorephesinische syrische Schrifttum naturgemäß auch im Eahmen patristischer Gesamtdarstellungen gefunden hat, sei vor allem diejenige OBardenhe wers '*) hervorgehoben, der in seinem gi'ößeren diesbezüglichen Werke ^'^) einen eignen Band für die „altsyrische Literatur" vorgesehen hat, ..so- weit sie anders den Namen einer kirchlichen Literatur- beanspruchen kann". Auch bei JFessler-BJungmann^') wii'd über die älteren (orthodoxen) syrischen
') D. Anteü d. Syrer an d. Weltliteratur. Das freie Wort 3, 70/178.
*) Die aramäische Literatur. A. Syrische Literatur, bei: PHinneberg, D. Kultur d. Gegenwart. Ihre Entwicklung u. ihre Ziele. TeU L AbteUung VII: D. oriental. Literaturen (Brl-Lpz 1906) 103/21.
') Die syr. u. d. christl.arab. Litteratur, bei: CBrockelmann-FNFinck- JLeipoldt- ELittmann, Gesch. d. christl. Litteratnren d. Orients (D. Litterataren d. Ostens in Einzel- darstellungen. 7. II, Lpz 1907. n919) 1/74.
*) The Syriac church and fathers, a brief review of the subject (Lo 1901). ^) Les langues et les litteratures arameennes (Pr 1910j. Vg. Ders., Syriac Language and Literature, in: The Catholic Encyclopaedia 14, 408/13. *) D. christl. Literaturen d. Orients (Sammlung Göschen. Nr. 527 f., Lpz 1911) 1, 39/106. '^ Syr. Kirche, EePTK' 19 (Lpz 1907) 295/306.
') Litteratura Syriaca (66 S), in: Syr. Grammatik mit Litteratur, Chrestomathie u. Glossar (Porta Lingnarum Orientalinm. 5)^ (Brl 1888) (=Lit.). Auf eine Auswahl des Wichtigen beschränkt sich unter Fortführung bis auf die Gegenwart die entsprechende Übersicht nunmehr iu der Neu- bearbeitung von CBrockelmann, Syr. Grammatik mit Paradigmen, Literatur, Chrestomathie u. Glossar.' (Brl 1912} 124/48.
') Zu nennen sind außer der Orientalischen BibUographie besonders der Literaturbericht des OC und die ganz vorzüglichen Bollettini der römischen RStO. Auch in den bibliographischen Nachrichten der BZ findet die Erforschung der syrischen Literatur und ihrer Geschichte gute Berücksichtigung. Zu verweisen ist endlich auf die Bibliographie der Kev. d'hist. ecclesiastique der katholischen Universität zu Löwen.
">) L'ecole de Nisibe son histoire et ses Statuts, JA' 8, 43,93. ") Eclaircissements snr quel- ques points de la litterature syriaqne, JA'" 8, 259/86. Etüde supplementaire sur les ecrivains Syriens orientaux, EOC 11, 1/32. '2) NGWG 1909, 160/280.
") Theolog. Ztschr. ans d. Schweiz 13, 43/66. "jFrReithmayr-VThalhofer, Bibliothek d. Kirchenväter. Auswahl d. vorzüglichsten patrist. Werke in deutscher Übs. (Kempten 1869,88). Neue Bearbeitung, hgeg. von OBardenhewer(-ThSchermann)-KWey man(- JZellinger) (Kempteu-München seit 1911). — Ungleich weniger günstig ist über die kurzen biographischen Notizen des LTh und KdP zu urteilen. Insbesondere die in dem ersteren von Cardahi durch- gängig mit vollster Bestimmtheit gebotenen Todesdaten dürften vielfach auf bloßer willkürlicher Schätzung beruhen. '5) Patrologie' (FrbgB 1910) 332 43 (= Patr). '») Geschichte d. altkirchl. Literatur (FrbgB seit 1902) (= Gesch). "j Institutiones Patrologiae 2i (^Inusbr 1892) 10/52,
2 II (Innsbr 1896) 611/54, ans der Feder von AdHebbelynck.
8 Einleitang. § le}
Schriftsteller ziemlich ausführlich orientiert. Einen mit l^bs-Proben ausgestatteten I'herblick über die „schöne" Literatur der Syrer bietet ABaumgartner in seinem Monumental werke. *j Für die ältesten auch sj-rischen Literaturdenkmäler kommt endlich dasjenige von AdHarnack -) über Bestand und Chronologie der altchristlichen Literatur bis auf Eusebios, für das syrische Schrifttum des Sassa- nidenreiches kommen zwei Bearbeitungen der persischen Kirchengeschichte durch JLabourt') und K L ü b e c k *) in Betracht.
') Gesch. der Weltliteratur 1' * i FrbgB 1901) 179/226. «) Geschichte d. altchristl. Literatur bis Engebias. 1. D. Überlieferang u. d. Bestand, bearbeitet unter Mitwirkung von EPrenschen (Lpz 1893). 2. D. Chronologie (Lpz 1897/1904). ') Le Christianisme dans l'Empire Perse sons la dynastie Sassanide (224—632) (Pr 1904). *) D. altpersische Missionskirche (Aachen 1919. Ab- handlungen aus Missionskunde n. Missionsgeschichte. 15. Heft), gleich dem Werke Hamacks und dem Buche Labourts im folgenden mit dem bloßen Verfassemamen zitiert.
A. Die Literatur der vorislamischen Zeit.
Die syrische Literatur des vorislamisclien Zeitraumes umfaßt einerseits das vor der konfessionellen Spaltung des syrischen Großchristentums erwachsene, andererseits das Schrifttum der nestorianischen und der mouophysitischen Be- wegung bzw. der beiden aus den dogmatischen Kämpfen des 5. und 6. Jhs her- vorgegangenen nationalen Sonderkirchen, deren Konsolidierung gleichmäßig kurz vor der arabischen Eroberung Vorderasiens einen abschließenden Wendepunkt er- reichte. Auf nestorianischer Seite ist, was in diesem Sinne in Betracht kommt die doppelte Überwindung einer inneren durch Gefährdung des entscheidenden Bekenntnisstandes bedingten und der äußeren Krisis einer durch die sassanidische Staatsgewalt erzwungenen längeren Nichtbesetzung des höchsten kirchlichen Amtes; auf der monophysitischen ist es die Vollendung der maßgeblichen hierarchischen Organisation auch auf dem Boden des Sassanidenreiches. Zur Literatur des noch ungeteilten syrischen Großchristentums stellt sich ergänzend was an Erzeugnissen erst des Zeitalters der konfessionellen Spaltung selbst nicht nur etwa auch im orthodoxen Lager enstanden ist, sondern überhaupt noch übereinstimmend An- sehen bei Nestorianeni und Monophysiten der Folgezeit zu gewinnen vermochte.
I. Die Literatur bis zum Zeitalter der cliristologisclieii
Kämpfe.
Die Wiege einer christlich-ostaramäischen Literatur hat auf beiden Ufern des Tigris in den Landschaften der Osrhoene und Adiabene gestanden. In den ein vielumstrittenes Vorgelände römischer Weltmacht bildenden Randstaaten dieses Gebietes hatte, den Siedlungshnien der jüdischen Diaspora folgend, die christliche Missionspredigt ebenso frühe als bedeutsame Erfolge zu verzeichnen. In der Adiabene, deren Herrscherhaus in den letzten Jahrzehnten vor der Zerstörung Jerusalems sich zum Judentum bekannt hatte, besaß der neue Glaube schon um 123 seine Bischöfe und Blutzeugen. In der Osrhoene ist an König Ab(h)gar IX. b Ma'nii (179 216) wohl bald nacli 202 der erste Träger einer Krone auch zu ihm übergetreten, und seitdem blieb Edessa eines der maßgeblichsten Zentren christlichen Hterarischen Lebens in ostaramäischer Sprache. Von hier aus hat
10 Die Literatur bis zum Zeitalter der cliristologischen Kämpfe. § 2ab]
dieses Leben nicht nur nach benachbarten anderen Zentren wie Nisibis und Mab- boglh)-Hicraj)olis übergegriffen, sondern westwärts bis hart unter, ja bis hinter die Mauern der hellenistischen Metropole Antiocheia vorgestoßen. Wohl eher von der Adiabene aus vollzog sich eine christliche Durchdringung auch des Groß- reiches der parthischen Arsakiden bzw. seit 224 der neupersischen Sassaniden, dank deren in den ersten Jahrzehnten des 5. Jhs das zusammenhängende Gebiet christlich-syrischer Kultur sich vom unmittelbaren Hinterlande der Mittelmeer- küste bis in die alte Persis und an die Grenzen Indiens erstreckte.
§ 2. Auf dem Mutterbodeu des christlich-syrischen ist diesem zweifellos ein jüdisches wie ein p a g a n e s Schrifttum in bodenständiger Mundart schon vor- angegangen. NamentUch die Bedeutung des letzteren wird man nicht unterschätzen dürfen, und wenigstens einige dürftige Splitter haben sich von ihm auch über kurze Grabinschriften hinaus erhalten. Dies gilt zunächst von einer der offenbar recht zahlreichen ausführlichen Urkunden, die in Edessa ein wohlgeordnetes künigUches Archiv vereinigte. Daneben tritt als ein zweiter Text von sicherer Echtheit der Brief eines Märä b Serapion an seinen Sohn, während die Glaub- würdigkeit der Überlieferung von Bruckstücken eines heidnischen Propheten Bäb(h)ä nicht unerheblichen Bedenken unterliegt. Dagegen scheint auch der syrische Text des Ahiqär-Romanes, wenngleich in überarbeiteter Gestalt ein echtes Denkmal noch vorchristlicher Literatur darzustellen, dessen Spruch- und Gleichnisweisheit in ihr keine vereinzelte Erscheinung gewesen sein dürfte.
a) Von Archivallen, welche der um die Mitte des 6. Jhs entstandenen sog. Edessenischen Chronik (§ 14 g) zugrunde liegen, hat dort in seinem vollen Wort- laute ein Bericht Aufnahme gefunden, den über eine Hochwasserkatastrophe des 11. 201 imd die anschließenden Verordnungen König Ab(h)gai's die Sekretäre Marjahb b Semes und Qäjümä b Maggartat abgefaßt hatten. Daß daiün als von den reißenden Fluten des Daisän beschädigt auch _ das Gotteshaus der Christen von Edessa erwähnt wird, hat den noch vor dem Übertritt Ab(h)gars selbst ent- standenen Text dem späteren Chronisten wertvoll gemacht. LiteraturgeschichtUch ist er als das älteste datierte und umfangreichere Sj^rachdenkmal des nordmesopo- tanischen Ostaramäisch, das sich erhalten hat. von einzigartiger Bedeutung.^)
h) Mära b Serapiou, anscheinend aus Samosata stammend, lebte irgendwo in römischer Gefangenschaft und war zu dem Schreiben an seinen von ihm ge- trennten Sohn Serapion durch einen Bericht veranlaßt, den dessen Erzieher ihm über seine Fortschritte in den Wissenschaften erstattet hatten. Die zeitgeschicht- lichen Anspielungen des Briefes reichen leider nicht hin, um eine einwandfreie Datierung desselben zu ermöglichen. Der Verfasser steht seiner Weltanschauung nach auf dem Boden stoischer Populärphilosophie. Daß er neben Sokrates und Pythagoras auch den von seinem Volke gemordeten ,.weisen König" der Juden anführt, hat seine väterlichen Mahnworte christlicher Hand der Erhaltung w^ert erscheinen lassen.^)
') Sonderag: Wenig 74/6. ') Hs: BrM 987(Addl4658. 7. Jh)22». Ag: WCuretou, SpS 438. Vg. ERenan, JA*19,328f. E Ewald, Gott. Gel. Anz. 1856. 661. Bickell 17. ThNül- deke, ZDMG39, 334. AdHarnack, 1, 763. 2i, 701. FSchultheß, ZUMG 51, 36591 (mit Übs u. wertvollen Vorschlägen znr Textverbesserungl. Die Zeitstellung anlangend ist eine Ver-
[§ 2cd Archivalien. Miira b Serapion. Bäb(h)ii. Ahiqär-Roman. 11
c) Bäb(h)a aus Harran ') wird als literarisch tätiger ,.Propliet" vorchrist- licher Zeit vou einem anonymen christlichen Bestreiter des späteren dortigen Heidentums angeführt, wobei ein ,. Offenbarung" betiteltes ,.ei'stes B"' seines Nach- lasses ausdrücklich namhaft gemacht wird.-) Allein die Zitate desselben, welche hier mitgeteilt werden, unterliegen mindestens dem dringenden Verdacht einer christhchen Interpolation, wenn es sich nicht, wie bei einer angeblichen Weis- sagung Zoroasters über Christus,^) geradezu um eine Fälschung handelt. Die sich bis gegen die Jahrtausendwende fortsetzende literarische Betätigung von An- hängern des heidnischen Götterglaubens von Harrän, der sog. Ssabier, insbesondere ihre mit derjenigen der christlichen Syrer wetteifernde Arbeit an der Vermittlung zwischen antiker und islamischer Kultur, mag hier, weil nicht mehr eine Vorstufe der christlich-syrischen bildend, gleich der rehgiösen Literatur der Mandäer außer Beti'acht bleiben.
d) Aliiqär ■*) ist der Held einer ursprünglich aramäisch oder assyrisch abgefaßten romanhaften Einzahlung wohl des 7. vorchristlichen Jhs, mit dessen orientalischer Lebensweisheit angeblich schon Theophrastos '*) oder sogar Demokritos ") auch die griechische AVeit bekannt gemacht hätte, während auf jüdischem Boden das B Tobias mit ihm Bekanntschaft zeigt,') im römischen Gallien auf einem Mosaik zu Trier ein reicher Syrer ,.iIounus" (^ Ma'nü) ihn als Genossen der Muse Polyhymnia darstellen Heß*) und in der Welt vorislamischer arabischer Dichtung der Christ 'Adi ihn Zaid ihn beiläufig erwähnt.") Von jener Erzählung steht den Bruch- stücken einer noch schlichteren altaramäischen ilezension, die unter den Papyri der jüdischen Kolonie von Elephantine zutage traten,^") eine weitergebildete syrische Gestalt gegenüber, in der eine sekundäre christliche Bearbeitung unverkennbare Spuren ursprünglich heidnischer Abfassung hat stehen lassen.*^) Selbst in einer
knüpfiing mit dem von Flavins Josephns, Jüd. Krieg VII, 7 § 1/3 erzählten römischen Vorgehen gegen Samosata (Ewald) ebensowenig überzeugend, als der Verweis auf eine angeblich zitierte Stelle der Oracula Sibyllina oder gar die Gleichsetzung des Verfassers mit dem gleichnamigen B von Antiocheia (190/211) (Cureton).
') IgnERahmani, StSl,70f. ") Hs in der Kirche des Dorfes Mad(h)iad(h) im Tür 'Ab(h)diu bzw. Abs derselben (J 1901) in Sarfah. Ag der B.-Zitate a. a. 0. 48/50 (47/50).
') Hs: Mard 69 (J 1887) 8". Es handelt sich wohl um diejenige, welche von Isö'däd(h) v Merw, Jlt-Kommentar 32 f. (19) an in exegetischer Literatur zu Mt 2, 1/13 eine Rolle spielt.
*) Zusammenfassende Ag bzw. Übs der Texte: FCConjbeare-JRHarris- ASmith Lewis, The Story of Ahikar . . . (Cmbr 1898. *1913). Im allgemeinen vg. PMarc, D. Achikarsage. Ein Versuch zur Gruppierung der Quellen (Brl 1902). RSmend, Beihefte zur ZAtW 13,53/125. ESchürer, Gesch. d. jüd. Volkes im Zeitalt. J. Christi 3' (Lpz 1909) 247/58. FNau, Histoire et sagesse d'A. 1' Assyrien (Pr 1909). ThNöldeke, Untersuchungen zum Acliiqarruman (Brl 1913. Abhandl. d. Gott. Ges. d. Wiss. Phil.-hist. Kl. 14 iv). Br Meissner, D. Märchen vom weisen Achiqar (Lpz 1917. D. alte Orient 16ii). OStählin bei (W Christ-)WSchmid, Griech. Litte- raturgesch. 2» (Münch 1920) 558 f.
*J Nach Diogenes Laertios V 50. «) Nach Klemens Ales. Stromat. I G9. In der Tat be- gegnen auf arabischem Boden späterhin A.-Sprüche unter dem Namen des D. Vg. Smend a. a. ü. 67/75. ') 1, 21f. 2, 10. 11, 18. Vg. PVetter, D. B. T. u. d. Archikarsa_ge. TQs 86, 321/64. 512/39. ») Antike Denkm. hgeg. vom Kaiserl. Deutschen Archäol. Institut. 1. Taf. 47/9. Vg. Nöldeke a.a.O. 24f. ») Bulituri, Hamasa 129, 4. Gawäliqi, Mu'arrab 54. Lisän al-'arab 5, 335.
'") Agg: E Sachau, Aram. Papyrus u. Ostraka ans einer jüd. Militärkolonie zu Elephantine (Lpz 1911) 147/82. AUngnad, Aram Papyrus ;ius Elephantine (Lpz 1911) 62/82. Vg. E Meyer, D. Papyrusfund v. Elephantine (Lpz 1912) 102/28. Nöldeke 4/19. FNau, RB'' 9, 68/79. FSturamer, D. krit. Wert d. altaram. Achikartexte aus Elephantine (Würzburger Diss. Münster i. W. 1914. Alttestamentl. Abhandl. hgeg. von JNikel 5v).
") So sehr entschieden Nöldeke 5 f. Vorwiegend pllegt wohl allerdings vielmehr jüdischer
12 Die Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kämpfe. § 3 a]
Mehrzahl mehr oder weniger stark von einander abweichender Textformen greifbar werdend,') liegt sie unmittelbar einer ebensowenig einheitlichen arabischen ^j und einer armenischen^) Überlieferung und durch Vermittlung der ersteren in einer äthiopischen,*) durch Vermittlung einer noch nicht als erhalten nachgewiesenen grie- chischen in einer slavischen Übs zugrunde,*) auf die weiterhin eine rumänische *) zurückzugehen scheint.") Mit den im Munde A.s auftretenden mögen „Gleichnisse der Aramäer" d. h. heidnischer Syrer sich berührt haben, von denen eine Sammlung durch die lexikographische Gelehrsamkeit des 9. und 10. Jhs ausgebeutet wurde.*)
§ 3. Auf christhcher Seite hat das Syrische zunächst im Dienste g n o s t i - sehen oder doch der Gnosis nahestehenden Denkens eine höhere literarische Be- deutung gewonnen. Als eine Erscheinimg von überragender Bedeutung steht hier schon an der Grenze des 2. und 3. Jhs die Gestalt Bardais :ins. Aus seiner Schule soll einerseits gleich einer einzigen für sie schlechthin gesicherten Prosa- schrift dialogischer Form auch der große Missionsroman der Thomasakten her- vorgegangen sein. Andererseits scheint sich mit ihrem literarischen Schaffen in wesentlichen Charakterzügen noch im 4. Jh dasjenige des Sektierers 'Üd(h)ä Ijerührt zu haben. Nicht als ein auf sie zurückgehendes Original, sondern gleich demjenigen seiner angeblichen „Psalmen" als eine Übs aus dem Griechischen hat dagegen der syrische Text der „Oden Salomos" zu gelten.
a) Bardaisan,*) geb. 11. 7. 154'") zu oder in der Nähe von Edessa als Sohn
Ursprung der A.-Geschichte oder doch der Vorlage ihrer syrischen Textgestalt angenommen zn werden. In diesem Sinne besonders JH ale vy. ES 1912. 153/64. ChS chm i tt, Pastor Bonns 26, 83 90.
') Hss: CmbrAdd 2020 (J 1697) 5«. Urm 115 (J 1868,9). 230 (J 1894). N-Dsem 100 (J 1883). Solche im Privatbesitze von Harris, RGraffin (J 1908 nach Vorlage in Alqos) und HPognon, der Sprüche mit kurzer erzählender Einleitung: Brl 165 (Sach 162). von Bruchstücken: BrMOr 2313 (16/7. Jh). 7200 Rieh. (12/3. Jh). Urm 117 (J 1887 nach Vorlage des 11. Jhs?i, eines teUweise aus dem Arabischen rückiibersetzten Textes: Brl 134 i,Sach .S36. J 18831. Agg des Textes der Hs Harris: The story of A. 1/32 der Texte, des einen Londoner Bruchstücks ebenda 33/36. des ersten Berliner und der Texte der Hss Graffin und Pognon: FNau, ROC 21, 148,60. 274,307. 356.400 bzw. Docnments relatifs ä Achikar ed. et trad. (Pr 1920), der Sprüche nach der zweiten Berliner Hs: SGrünberg, D. weisen Sprüche d. Achikar . . . hgeg. u. bearb. (Diss. Gießen 1917). Übs: FNau, Histoire et sagesse d'A. l'Assyrien, der Sprüche (nach der Hs Harris und der ersten Berliner): Nöldeke 34/51. Über den zweiten Berliner Text: ebenda 51,'4, über den ersten: FXan, EOG 19, 209 14. -) Über die verschiedenen Texte am besten: Nöldeke 55/59. Ag: The story usw. (mit eigener Paginierung). Übs: ebenda 87/118. *130/61.
») Ag: Conybeare, The story 125,62. »191,234. Übs 24/53. '2485. *) The story 85L •=28f. ») Übs: The story 1/23. Vg. Jagic, BZ 1, 107. WLüdtke. ZAtW 31, 218f. Der letztere auch über eine georgische Version. *) Übs: MGaster, JRAS 1900, 302/9. Dazu nun auch noch eine alttürkische Übs: The story' 86 98.
') Eingedrungen ist der A.-Stoff endlich auch in den griechischen Aisoposroman, in dessen Rahmen er wieder in drei verschiedenen Rezensionen vorliegt. Agg: AEberhard, Fabulae Romanenses Graece (Lpz 1872) (Kapp. 23 32) bzw. The story* 162,'70. einer zweiten: A West er- mann, Vita Aesopi (Braunschweig 1845) (Kap. 19f.), einer dritten ans einem Papyrns Goleni- scev: HWeil, Eev. de philol. 9, 19/24. Vg. Krumbacher, Gesch. d. byz. Liter.' (Münch 1847) 897 f. AHausrath in Pauly- Wissowa 6, 1711 f. Ders., A. und .\esop. D. Verhältnis d. oriental. zur griecli. Fabeldichtung (Heidelberg 1918). *) BB. »> S. Julius Africanus : Vet. mathe- mat. op. (Pr 1693) .300. Philosophumena VII 31. Porphyrios, //«^i ^-rox^s «.«ci'xwjIV 17. Eusebios
[§ "j 1 Ähiqär-Roman. BarJaisän. 13
eiues aus Ärbela stammenden Ehepaares Nühämä und Nahsiram, ■{- 222, lebte am Hofe Abih)gars IX., wo S. Julius Africanus Gelegenheit gehabt hat, seine Ge- wandtheit als Jäger und Schütze zu bewundern. Nach Epiphanios wäre er mit dem späteren König zusammen schon erzogen worden, während nach innersyrischer Überlieferung *) in Mabbög(h) (Hierapohs), wo seine wegen Beteiligung an einer Verschwörung aus dem Partherreiche flüchtigen Eltern in der Folgezeit sich niedergelassen hätten, ein heidnischer Priester Anüd(h)üzbar ihn erzogen und ihn ,.die Lieder der Heiden gelehrt'' haben soll. Durch die Predigt des edesseni- schen Bs Üstasp für das Christentum gewonnen, schloß er sich rasch den Ge- danken Valentinianischer Gnosis an, wurde durch Üstasps Nachfolger 'Aqqi aus der Großkirche ausgeschlossen und endete als Haupt einer selbständigen Sekte, die noch im 8. Jh in Edessa selbst fortlebte '^) und bis ins 10. Jh in der Gegend zwischen Wäsit und Bäsra verbreitet war, nachdem sie zeitweihg bis nach Chorasan und Chinesisch Turkestan hinein Anhänger gezählt hatte.^) Obwohl angeblich auch selbst des Griechischen mächtig,*) hat sich B. literarisch wohl nur seiner syrischen Muttersprache bedient. Doch wurden seine Schriften schon von der Hand seiner unmittelbaren Schüler ins Griechische übertragen.*) An Prosaischem wird so durch den Griechen Porphyrios ein Werk über Indien bezeugt, das seiner letzten Lebenszeit entstammt haben muß, da zu seiner Abfassung persönliche Be- ziehungen Anstoß gaben, in die er mit einer von Heliogabalus (218/22) empfangenen indischen Gesandtschaft getreten war. Eusebios weiß von einer durch gleichzeitige Christenverfolgung veranlaßten, also apologetisch gerichteten schriftstellerischen Tätig- keit B.s und bezeichnet daneben Polemik gegen Markion und andere als stark hervortretenden Inhalt seiner Dialoge, von denen er einen solchen TCQog 'Avroivlvov nt^'i EutaQtiiriyj besonders hervorhebt. Auf eine Geschichte der Könige Armeniens, die B. verfaßt hätte, als er naöh der Eroberung Edessas durch Caracalla, 216 oder 217 dorthin geflüchtet war, nimmt das armenische Geschichtswerk des Mowses Chorenatzi Bezug. Syrisch selbst werden aus einer Schrift über Gestirnkonjunk- tionen Angaben über die Umlaufszeit der Planeten und die Dauer der Welt ge- macht.®) Als Dichter hat B. für seine Lehren in Gesängen geworben, die zu einem dem Psalter nachgebildeten Liederbuche von 150 Nrn zusammengefaßt
Kg IV 30. Ders., Praep. evang. VI 9f. Epiphanios Haeres. 56. Sozomenos Kg. III 16. Theodoretos Kg I 22. Photioä Bibl. Cod. 223 nach Diodoros v Tarsos. Hieronynius, De vir. ill. § 33. Ap(h)rem an zahlreichen Stellen, die von FNau, PS In, 497/507 zusammengestellt sind. Biograpliie des Rabbülä: AMS 4, 431 f. ChrE znm J 465 Gr. ChrM 186 (143) Ps.-Märüt(h)ä (S 9a): TuU 19 ib, 11. Mose b Kcp(h)ä: PS In, 51.3/6. Theodoros b Koni (§ 34c) 2, 307 f. EbS zum J 445 Gr. M 109/11 1, 183/5, bzw. Sonderag: FNau, Une biographie inedite de Bardesane (Pr 1897) nnd nach der- selben Quelle Agapios v Membig (Ag Vasiliev) 2, 62/5). B'EKg 1, 4of., Hist. dyn. (Ag Pococke) 125 (79) bzw. Menärat(h) Qüd(h)se: PS In, 524. Jfowses Chorenatzi, Armen. Gesch. II 66. al-Mas'üdi: Bibl. Geogr. Arab. 8, 130. Fihr. 161/2. as-Sahrastäni (Ag BCiIaq) 1, 147f. (Cbs: ThHaar- brUcker 1, 293). AMerx, Bardesaues v Edessa nebst einer untersuch, üb. d. Verhältnis d. klementin. Rekognitionen zu d. „Buche d. Gesetze d. Länder" (Halle 1863). AHilgenfeld, Bardesanes d. letzte Gnostiker (Lpz 1864). Ders., D. Ketzergesch. d. Urchristentums (Lpz 1884) 516/22. BickeI136. Wright 28/30. Duval 241/8. FNau, Bardesane l'Astrologue. Le livre des lois des pajs, texte, syr. et trad. fran?. avec une introd. et de nouibreuses notes (Pr 1899) und PS In, 492/535. EBuonaiuti, Rivista storicocritica delle scienze teol. 5, 691/701. FHaase, Zui Bardesanischen Gnosis. Literarkrit. u. dogmengesch. Untersuch. TuU 34 iv. OBardenhe wer, Gesch. 1-, 364/8. '") So Chr E nnd Agapios. Nach EbS (mit durchsichtigem Schreibfehler): 134, nach M (gegenüber Agapios gleichfalls wertlos): 144.
') Vertreten durch M, .\gapios und in gekürzter Gestalt durch Th. b Koni und B'EKg *) Nach dem Zeugnis Ja"q6b(h)5 v Edessa: JA« 11, 410/2 bzw. PO In, 512f. ') Nach Fihr. *) Nach Epiphanios. '') Nach Eusebios Kg. ") Durch Georgios Araberbischof (§ 41c): PS In, 611 f.
14 Die Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Käm|)fe. § 3bc]
waren ') und nurraehr durch die Gegendichtungen Ap(h)rems bekannt werden, in denen sich aucli einzelne wörtliciie Zitate erlialten liaben.-j Ein ,.B des Lichtes und der Finsternis", ein ,,B der Geistigkeit der Wahrheit" und ein ,,B des Be- weglichen und des Festen", die erst in islamischer Zeit eine arabische Quelle') als schriftstellerisches Erbe B.s namhaft macht, dürften nicht unbedingt dem Ver- dacht entrückt sein, daß in ihnen verhältnismäßig junge Erzeugnisse lediglich seiner Sekte vorlagen, ohne daß sich allerdings die Tatsächlichkeit eines solchen Sachverhaltes mit Bestimmtheit l)ehaupten ließe.
b) Von Schülprn Bardaisiins hat sein in Athen gebildeter Sohn Harmo- nios vor allem die dichterisciie Betätigung des Vaters anscheinend in bedeutsamster "Weise fortgeführt.'') Ein Philippos gibt sich als Verfasser eines Dialogs zu er- kennen, der, ungenau auch B. selbst beigelegt,®) diesen in einem der Astrologie feindlichen Sinne mit seinen Schülern, als deren Sprecher ein ' Awid(h)ä _erscheint, sich über die Probleme des Ursprungs des physischen und moraUschen Übels, der Willensfreiheit und des Schicksals unterreden läßt. Als ,.B der Gesetze der Länder" ist ein syrischer Text desselben überliefert,") während von einem grie- chischen wenigstens Auszüge bei Eusebios ") und in lateinischer l'bertragung in den klementinischen Recognitiones *) vorliegen. Das Verhältnis beider scheint da- hin bestimmt werden zu müssen, daß der erstere die sekundäre Bearbeitung eines syrischen Originals darstellt, aus welchem der griechische übersetzt war, Philippos selbst aber dürfte seinem eigenen bereits den Dialog B.s an (oder: mit?) Anto- ninos zugrunde gelegt haben. ^)
c) Für die Thoniasakteu'") steht dem syrischen Texte") ein gi-iechischer gegenüber, der hier wenigstens durch eine einzige Hs voUstänchg erhalten ist.*-j
') Ap(h)rem OpS 2, 553 F. Vg. die Biographie des Rabbüla,
-) OpS 2, 483 G. 557 A.G.D.F. 558 A. ^) Fihr.
*) Sozomenos Kg III 16. Theodoretos Haeret. fab. comp. I 22 und Kg IV 26. M 111,(1, 185). Nach Theodoretos hat er auch sonst „vieles in syrischer Sprache" geschrieben. Die Behauptung des Sozomenos, daß er geradezu TtomTov religiöse Dichtung in ihr gepflegt habe, ist gegenüber dem Zeugnis Ap(h)rems für die poetische Produktion B.s selbst nicht haltbar, dürfte aber doch die Bedeutung seines Schaffens beleuchten, hinter dem dasjenige seines Vaters für den ferner stehenden Griechen geradezu verschwand.
^) So von Epiphanios a. a. 0. unter dem Titel xaxä tiuaouhi,i und mit ausdrücklicher Xenming des 'AßtiHa-: als Gegenträger des Gesprächs. Dagegen JPXLand, AnecdS 1, 51,3.
«) Hs: BrM 987. 11». Agg und Übss: W Cureton, SpS 1/21 (1/34). FXan, ßardesane l'Astrologue und PS lii, 536/658. Bloße Übs: AMerx a. a. 0. 25/55. ') Praep. Ev. VI 10 § 1 48. *) IX 19/29. ') Haase a. a. 0. Für die schon von Hilgenfeld angenommene Ursprünglich- keit vielmehr des griechischen Textes neuerdings FrSchultheß, ZDMG 64, 91/4. 74550, da- gegen ThNöldeke ebenda 555/60. F N a u , PS 1 ii, 530 3. Einen Xachhall der Einleitung des sj-ri- schen Textes bewahrt auf griechischem Boden noch in einem Gespräche zwischen dem Helden und einem Euseinianos die Biographie des hl. Aberkios. Ag: ThNissen, S. Abercii Vita (Lpz 1912). Vg. ders., ZNtW 9, 190 203. 315/28.
'") KALipsius, D. apokr. Apostelgeseh. n.AposteUegendeu (Braunschweig 1883,S0)1, 225 347. Ergänzungsheft 23,5, RLiechtenhan, ZXtW 3, 287 93. Duval 98/100. EHennecke, Handb. zn d. neutestamentl. Apokrj-phen (Tübingen 1904) 562/601. OBardenhewer, Gesch. 1-, 579/84 (mit weiteren Literaturangabeu).
") Hss: BrM 952(Add 14645. J 935/6) 1". Mos 86 (J 1711/2). Brl 75(Sach222. J1881)l<>. CmbrAdd 2822 (J 1883). N-Dsem 112 (.T 1885), von Palimpsestbruchstücken : Sin 30 (5/6. Jh). Agg: WWright, Apocryphal Acts of the Apostles iLo 1871) 1, 171,333 (2, 146/298), AMS 3, 3/175, der Siuait. Bruchstücke: FCBurkitt, StSin 9, 23;'44. ASmithLewis, Hör Sem 3, 192 228. Emeudationen zum Texte W.s: ThNöldeke, ZDMG 25, 674,9. Abr Geiger ebenda 26, 799,804.
") Hs: der Bibl. Vallicelliana in Rom B 35 (11. Jh). Ag: (RALipsius-)MBonnet, Acta Apost. Apocr. 2 II (Lpz 1903). 99/288.
[§ 3cd Schüler Bardaisäns. Die Thomasakten. 'Üd(h)ä. 15
Die Frage, welcher von beiden als Ubs zu gelten habe, ist umstritten, dürfte aber bestimmt zugunsten der Annahme eines syrischen Originals zu entscheiden sein,') mit dem freilich die überlieferte offenbar stark großkirchlich überarbeitete syrische Testgestalt sich nicht ohne weiteres gleichsetzen läßt.-) Vielmehr muß eine im Vergleiche mit dieser in Einzelheiten erheblich ursprünglichere dem griechischen Über- setzer vorgelegen haben. Die herrschende Meinung von einer Herkunft aus dem Kreise B.s hat an dem Umstand, daß eine Fabrikation apokrypher Apostelakten für jenen Kreis bezeugt ist, eine doch kaum schlechthin zureichende Stütze. In der Tat ist denn auch auf Spuren vielmehr manichäischer Bearbeitung hingewiesen worden, die ehemals selbständige Einzelerzählungen über Wanderfahrten und Wunder- taten des Apostels erfahren hätten.") Die Treue, mit welcher der merkwürdige Missionsroman geschichtliche Verhältnisse wiederspiegelt, wie sie um die Zeit der Handlung tatsächlich im nordwestlichen Vorderindien bestanden, erklärt sich ent- weder aus bloßer Christianisierung von Hause aus buddhistischer Legenden *) oder umgekehrt durch das Zugrundeliegen echter Tradition über eine wirkliche indische Missionstätigkeit des Apostels. ') Eine Sonderstellung nehmen dem erzählenden Texte gegenüber einige lyrische Einlagen ein: das lange nur syrisch bekannt ge- wesene Lied von der Seele oder dem Königssohn und der Perle, ") ein Brautge- sang zur Hochzeitsfeier der hypostasierten Weisheit und zwei im griechischen Texte wesenthch besser als im syrischen erhaltene Weihegebete. Man hat gerade sie mit besonderer Entschiedenheit für B. oder dessen Schule in Anspruch nehmen zu dürfen geglaubt. Doch hat, wenn nicht auch in dem Hochzeitsgesange, so doch mindestens in dem Lied von der Seele möglicherweise vielmehr eine Dich- tung nicht einmal gnostisch-christlichen, sondern noch paganen Ursprungs sich gerettet,') ohne daß die immer wieder auf seine Erklärung verwandte Mühe bis- her zu einem allgemein anerkannten Ergebnis geführt hätte.*)
d) 'Üd(h)ä oder 'Üd(h)ai (.-Ivdaing),^) Archidiakon der edessenischen Kirche zur Zeit des 'allgemeinen Konzils von Nikaia, wurde unmittelbar durch eine Oppo- sition gegen dessen die Regelung des Ostertermins betreffende Bestimmungen und durch seinen weitgehenden sittlichen Rigorismus zum Bruche mit dem großkirch- hchen Christentum geführt. Späterhin hat er als deren erster B an der Spitze einer von ihm begründeten Sekte gestanden und vnrd als der tatsächliche Ver- fasser einer Mehrzahl apokrypher Apokalypsen bezeichnet, die in ihr neben dem A imd NT als heilige Schriften rezipiert waren. Eine solche Abrahams, eine (von der kanonischen verschiedene) des Johannes und ein B (bzw. eine Apokalypse) „der Fremden" werden dabei im einzelnen durch kurze Anführungen kenntlich.'")
') In diesem Sinne besonders: Nöldeke bei Lipsius a. a. 0. 423/5. C Macke, TQs 56, 1/70. F C B n r k i 1 1 , JTSt 1, 280 90. 2, 429/32. 3, 94 f. '') Wie R R a a b e bei H e n ii e c k e a. a. 0. 563 möchte. ') WBonsset, ZXtW 18, 1/39. Großkirchlichen Ursprung der Thomasakten ver- ficht dagegen neuerdings C Schmidt, TuU 43, 555/60.
*) So Av. Gntschmid, EhSP 19, 161/183 (= Kleine Schriften 2, 332/64) und Bousset 39. Dagegen S L e V i , JA" 9, 27/42. '*) So vor allem JDahlmann, D. Thnmaslegende u. d. ältesten histor. Beziehungen d. Christentums zum fernen Osten im Lichte d. ind. Altertumskunde (FrbgB 1912). »; Sonderagg mit Cbs u. Kommentar: .JHalevy, RS 16, f^5/99. 168/75. AABevan,
TaSt 5in (Cmbr 1897) und bei E Prenschen, Zwei gnost. Hymnen ausgelegt. Mit Text u. Übs. (Gießen 1904).
') RReitzenstein, Archiv f. Religionswiss. 8, 167,90. Ders., Hellenist. Wundererzäh- lungen (Lpz 1906) 103/50. FHaase, TuU 34iv, 50/67. «) Vg. etwa noch FCConybeare, The idea of sleep in the Hymn of the sonl., JTSt 6, 609 f. GH off mann, ZXtW 4, 27o;309. AHilgenfeld, ZWT 47, 229/41.
») Ap(hlrem, Geg. d. Häret. 24 (OpS 2, 493 F.). Theodoretos Kg IV 10. Haer. fab. comp. IV 9. Sokrates Kg V 23. Epiphanios Panar. 70. Theodoros b Koni 2, 319 f. Agapios v Membig (Ag: Vasiliev) 2, 106 f. (= PO 8, 562 f.). ">) Theodoros b Köni. Vg. E Nestle, ZNtW 3, 166.
X6 I>ie Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kämpfe. § 3de]
Diese Zitate verraten den Geist einer gnostisierenden Astrologie, der sich eng mit anderweitig auf Bardaisiin zurückgeführter Lehre berührt. In der Tat er- scheint 'ü. nach dem Zeugnisse einer einzelnen Quelle ') geradezu als Vertreter eines ausgesj)rochen gnostischen Systems, während eine andere') ihn wenigstens che Un- geschaffenheit von Licht und Finsternis und die Körperlichkeit Gottes lehren läßt, den er als materielles Wesen von menschlicher Gestalt gedacht habe.
e) Die .«Odeu~ und «.Psaliiieii Salonios" erscheinen in der syrischen Über- lieferung zu einer einheitlichen Sammlung mit durchlaufender Numerierung der einzelnen Lieder verbunden.'') An der Spitze stehen dabei die 42 ,.Oden", von welciien Nr 19 als solche auch durch Lactantius (Div. Inst IV 12 § 3. Epit 39) zitiert wird. Als Nni43ff. schließen sich die 18 ..Psalmen" an. deren erhaltener griechischer Text, auf christlichem Boden vielfach eng an den Kanon des A oder NTs herangerückt, ein sicher noch auf jüdischem entstandenes hebräisches Ori- ginal des letzten vorchristhchen Jhs wiedergibt.*) Eine entsprechende durch- numerierte Einheitssammlung, in welcher die ..Psalmen" vorangingen, hat grie- chisch dem Verfasser des koptisch erhaltenen gnostischen Bs niarig lorpia vor- gelegen, der als Nrn 19 usw.. von einer erläuternden Paraphrase gefolgt, die Nrn 1, 5, 6, 22 und 25 der syrischen Zählung mitteilt.^) Es scheint folgerichtiger- weise eine griechische Vorlage mit umgekehrter Anordnung auch für den syrischen Doppeltext angenommen werden zu müssen, womit ohne weiteres eine Originalität des syrischen Textes der ..Oden" ausgeschlossen ist.*) Mit den Psalmen müssen auch diese vielmehr aus dem Griechischen ins Syrische übersetzt worden sein.') Berührungen, die man zwischen ihnen und Ap(h)rahat,*) Ap(h)rem,') ja schon
') Agapios. *) Theodoros b Köni 319 Z. 23/6. ^) Hss der Oden 17/42 und Psalmen 1/3 nnd 15 f . : BrM863(Addl4538. 10.Jh)4o, der Oden 3/42 und Psalmen 1/17: von Harris erworbene (16;17.Jh). Agg: JRHarris, The Ödes and Psalms ofSolomon (Cmbr 1909. ^911). JHBernard. The Ödes of S. Ed. with introd. and notes (Cmbr 1912. TaSt 8 m). J R H a r r i s - A M i n g a n a , The Ödes and Psalms of S. reed. (2 Bde. Manchester 1916/201. KoUation der Londoner Es : FCBurkitt, JTSt 13, 372 85. Dazu Berichtigungen von DWilley ebenda 14,293 8. Vg. HGrimme. OLZ 1912.492/6. GKittel. ZXtW 14, 7993. Vergleichung der syr. nnd kopt. Überlieferung: XHWorrell, JTSt 13, 29,46. Weitere spezielle Beiträge zur Textkritik: FSchultheß, ZN'tW 11, 249/58. JBarth, RS 1911, 261/5. Übss: JFlemming, TnU 35iv (AdHarnack, Ein jüd.-christl. Psalmbuch aus d. ersten Jahrhundert). AUngnad- WStaerk, D. Oden Salomos aus d. Syr. übsetzt mit Anmk. (Bonn 1910 =Lietz- manns, Kleine Teste >'r 64). JLabourt, KB- 7. 483500. 8, 5/21 bzw. bei JLabonrt- PBatiffol, Les ödes de Salomon (Pr 1911) 1/38. HGrimme, D. Oden Salomos syrisch, hebräisch, deutsch. Ein krit. Versuch {Heidelberg 1911). GDiettrich, D. Oden S.s . . . übersetzt u. mit einem Kommentar versehen {Brl 1911). ChBruston, Les plus anciens cantiqnes chretiens(Pr 1912). LTondelli, Le Odi di Salomone, cantici crist. degli inizi del II. sec. Versione dal sir., introd. e note (E 1914 1. Freie: HHansen, D. Oden S.s in deutschen Nachdichtungen (Gütersloh 1911).
*) Beste Ag: JYiteau, Les Psaumes de Salomon (Pr 1911). Vg. ESchürer, Gesch. d. Jüd. Volkes im Zeitalter Jesu Christi" 3 (Lpz 1898), 1506. OBardenhewer, Gesch. 2«, 702.
^) Ag: Fr Munt er, Odae Gnosticae Salomoni tributae, thebaice et latine, praefatione et adnotationibns phüologicis iUnstratae (Kopenhagen 1812). Übss: HERyle-MßJames, Psalms of the Pharisees commonly called the Psalms of Solomon (Cmbr 1891) 155/60. C S c h m i d t , Kopt.-gnost. Schriften I. {Lpz 1Ö05) 72/5. 83/8. 96,103. Entsprechend erscheinen va/.uoi xoi wSai -olouäinoi zu einer Einheit zusammengefaßt auch in den beiden Stichometrien des Ps-Athanasios und Nikephoros.
•) Vg. im Sinne einer solchen zuletzt EAAbbott. JTSt 14. 4413. Angenommen werden müßte sie, wenn man, wozu selbst OBardenhewer, Gesch. 1*, 368/71 neigt, an Bardaisän als Verfasser denkt. ') Durchschlagend in diesem Sinne scheint auch eine Einzelbeobachtung von EPreuschen, ZXtW 16, 233/6 zu sein. ^) DPloij, Der Descensns ad inferos in Aphrahat
u. den Oden S.s, ZNtW 14, 212/31. Vg. nunmehr über denselben Gegenstand auch C Schmidt, TnU 43, 560/73. ») AJWensinck, The Expositor« 3, 108/112. JRHarris ebenda 113,9.
[§ 4 Die Oden und Psalmen Salomos. yj
Barilaisan festgestellt hat,^) können alsdann nur im Sinne einer Abhängigkeit dieser Autoren von den Liedern gedeutet werden und würden so für das hohe Alter der Ubs Zeugnis ablegen. Zu beantworten bleibt nun immer noch eine ßeihe einschnei- dendster Fragen. AVar der griechische Text der Oden seinerseits Original -) oder Wiedergabe einer hebräischen^) bzw. westaramäischen Vorlage?'') Sind sie ein christliches oder ein christlich überarlieitetes jüdisches bzw. ein judenchristliches*) Liederbuch, und wenn ersteres der Fall sein sollte, sind sie aus gnostischer,") montanistischer') oder aus großkirchlicher *) Umwelt hervorgegangen? Aber alle diese Fragen gehören dem Rahmen syrischer Litei-aturgeschichte nicht mehr an, wenn die Entstehung des einzigartigen Denkmals poetisch gesteigerter Frömmig- keit, was bei einem Vergleich mit der koptischen Überlieferung auch Einzelheiten des Textbefundes zu bestätigen scheinen, keinesfalls auf dem syrischen Sprach- boden zu suchen ist.*)
§ 4. Den Übergang von jüdischem und gnostisiereudem zu großkirchlichem Schrifttum in syrischer Sprache bezeichnet die nicht einfache Entwicklungs- geschichte der späterhin mit dem Namen der PesittS bezeichneten Kirchenbibel der Syrer. Als Erbe noch jüdischer Kreise erweist sich mit Bestimmtheit der Grundstock ihres ATs. Der Enkratite Tatianos war der Urheber des sog. Diatessarons, dessen harmonistischer Evangeliumstext lange Zeit der offiziell herr- schende auch des großkirchlichen syrischen Christentumes blieb. Eine Schöpfung des letzteren, die näherhin vielleicht der Umgebung des edessenischen Bs Pälüt entstammte, war diesem „der Vermischten" gegenüber der altsyrische Text des ..Evangeliums der Getrennten", und nicht minder durchaus auf großkirch- lichem Boden hat sich wie der allmähliche Ausbau des vollständigen NTs, so auch eine Weiterbildung des ATs der Pesittä vollzogen, vermöge, deren das-
'I JlSprengling, AJT 15, 459/61. WRNewbold, .TBL 29, 161/204. 30, 168/209. JhEBernard a. a. 0. und schon früher JTSt 11, 1/30. Der letztere möchte in den Oden speziell altchristliche Taufgesäuge erblicken. In diesem Sinne vg. auch EAAytonu, The mysteries of baptism by Moses bar Kepha compared with the Ödes of Solomon. The Expositor* 2, 338/58. «) So .TWellhausen, Gütting. Gel. Anz. 1910, 629/41, FSchnltheß, ZNtW 2,
24958. HGunkelf-HGreßmann) ebenda 291/328, GDiettrich, JLabourt-PBatif fol und besonders RHConuolly. JTSt 14, 5.30/8. 15, 44/7.
') Für ein hebräisches Original traten vor allem AdHarnack und HGrimme ein. ■*) Die Annahme einer solchen sogar als unmittelbaier Grundlage des syrischen Textes vertritt AMingana, ZNtW 15, 243/.53. 16, 167/90.
'•) Für jüdischen Ursprung sind vor allem AdHarnack, HGrimme und FrSpitta, ZNtW 11, 193/203. 259/90, für judenchristlichen JRHarris, JHaußleitner, Theolog. Lit.blatt 1910, 265/76 und EAAbbott. Light on the Gospel from an ancient poet (Cmbr 1912) eingetreten.
') So besonders J Wellhausen, Hüunkel und WStülten, ZNtW 13, 29/58. ') So
FCConybeare, ZNtW 12, 70 6. 14. 96. S AFries ebenda 12, 108/2.5. ') So u. a. namentlich Batiffol, Bruston, Tondelli und unter Verweisung speziell auf die alexaudrinisclie Schul- theologie W Franken berg, D. Verstäiiduis d. Oden S.s (Gießen 1911). Eine eindringende Kritik wenigstens speziell der Interpolationshypothcse, zu welcher die Verfechter jüdischen Ur- sprungs genötigt sind, bei GKittel, D. Oden S.s überarbeitet od. einheitlich? (Lpz 1914).
") Es konnte deshalb genügen, hier die Hauptvertreter der verschiedenen Anschauungen zu nennen. Eine erschöpfende Bibliographie der „Oden" bis zum J 1913 bietet GKittel a. a. 0. 142/53. Daneben und weiterhin ist auf die Literaturberichte der BbZ und des OC zu verweisen. BaamstarU. Geschichte der syrischen Literatur. 2
^g Die Literatur bis zum Zeitalter der cliristologischen Kämpfe. §4al
selbe nach Umfang uu.l Textgestalt in zunehmendem Maße den Einflnß der vul- gären griechischen Bibel erfuhr und vereinzelt auch apokryphen Er weite-
rungen sich öffnete. , ., , ix tr i
\^ P»iJff-i ( Einfache") heißt die gemeinsyrische Kirchenbibel •) offenbar im
a) 5^**^*'', r^'f '^^' ,^^,,[, 3es 7 Jhs entstandenen syrischen Ubs des hexaplan-
^?^'"Ä,r^) De^z^eS getn E de des 9. Jhs nachweisbare Name geht also
sehen Textes. ) iJer zuest ge en • j^^ niesopotamischen
S^i^STs^&anzen durdi ^|f ^^^gume bes^rs^;^h ^^^^
§S:/S^:Ss^- el^".1-^Si p ä\ei Wieder^;. ^ h^ rrkommenden ATlichen Zitate sich vielfach an ihn anschlössen.«) Alles das ver- Ihii^t skh Su den noch jüdischen eher als auch nur judenchristlichen L r- sTrifng der übs' zu erhärten.«) Auch spätere legendarische ^^^^^'f^l^^lf^l an denselben noch eine sagenhafte Erinnerung zu bewahren, wenn sie die P. des ATs auf d'e Zeit Salomons und Hirams oder auf einen Pnester Asa ^^^iickfuhrt^ der von ^ienfa syrischen Großherm zwecks Übertragung der Hll. Schriften nach iam^a gesandrSorden wäre.") Übrigens ist die Entstehung auch ^ner Stamm- Saidtefle der AThchen P. keine streng einheitliche gewesen. ^ ^rschiedene BB wuSen zweifelsohne von verschiedener Hand, zu verschiedener Zeit und woU Tuch an ver chTedenem Orte übersetzt.") Das naturgemäß älteste Stuck, die L b äes Pentateuchs, könnte sehr wohl die Adiabene, mcht die Osrhoene zur Heimat
^T^^Tk^iTö/g besoiiderä6f. ENestle, RePTK^ 3, 167^75. GHoberg(-FK8ulen), Ein- , ■. ^^ , njie Schrift d Alten u. Keuen Testamentes^ 1 (FrbgB 1911) 173/86 bzw die rr^L Literal d r'iSleinen und speziell der alttestamentlicben biblischen Einleitungs- wis enschaa ^) Vg. die Gegenüberstellung beider durch den ältesten Zeugen des Namens Mo.e rSülhH (§ 450- PMartin! Introduction ä la citique textueUe du Nouveau Testament (fr SsSu 101 bzw Duval 29f Anders z. B. EKestle, RePTK' 3, 169f. Vg. die von d>esem veSichnet L e'ratur über das Namensproblem. ') AMCeriani, Le edizmm e . manoscritt. d^rvSonisi^iachedelVecchioTe^tamento (Mailand 1869V Wright4, Du val 29/43. Hss und Ae.' unter e) *) Durch Ap(h)rem. Vg. Hoberg-Kauleu IrJ.
ffln den masoretiichenHss werden mit Ausnahme einer Berücksicht.gnng -"Esth to J ,ie,niin der ia.obitischen Masora diese s.m.U^en BB ^^^g ii bergan n^ )^^
d OnleloSrhen Targums '(Müneh 1869). CHCornill, D. Buch d^Propheten Ezechiel (Lpz 1886) 154f HMager, D. Peschittho z. Buche Josua (FrbgB 1916) 04,6.3.
») FBerg The inflnence of the Septuagint npon the ^^^'=^'^^1^1'%^^.%,^'''' ''''> 137/15Ü. PSchwen, D. syr. Wiedergabe d. ntlicben Eigennamen, ff^'^^f^f'''^^; ^^.„^^ ^^
») Vg. besonders RDuval, Rev. des Etudes Juives 1887, 49/o4. 2u;81. D^.^'Y ' ,h! verfehlt in der P. ursprünglich geradezu ein jüdisches Targum noch des 1. oder 2 vorchnstl ch n Jhs r rbl ken wie JPrag^r, De Vet. Testam. versione quam Peschitto vocant(Gotüngen 18.o) tut.
.0) Vg. tsodad^h) vMerw (§ 37 dh B03i,24f. B'E zu Anfang se ner ..Scheune d. Geheim- nisse" (Kirsch-Bernstein^ 145) und Bist. dyn. (Ag Pococke) 100 (64). '■) Von «ner Meb zahl von Übersetzern reden denn auch syrische Exegeteu selbst wie Ap(h)rem und Ja ' ob h) - Edessa. Für (abgesehen etwa von Chr) einheitlichen jüdischen Ursprung tritt dagegen ein t U e 1 1 e r , Untersuchungen üb. d. Peschittä zur gesamten hebr. Bibel. I (Berl 1911).
[§ 4 b PesJtta des ATs. Tatlanos. ig
gehabt haben, jedenfalls hat die lu-sprünglicli Ton einem Juden für Juden ge- schaffene eine nicht kurze Geschichte gehabt, bis sie ihre endgültige christliche Textgestalt erreichte.^)
b) Tatianos, -) der sich selbst als ,.im Lande der Assyrier"' d. h. wohl in der Adiabene geboren einführt, *) hatte sich mit rhetorischen, philosophischen und geschichtlichen Studien beschäftigt, war in die verschiedensten Mysterienkulte ein- geweiht worden und als philosophischer Lehrer und Schriftsteller aufgetreten, bevor er durch den Apologeten Justinos in Rom für das Christentum gewonnen wurde. Dort hat er seinen eigenen apologetischen AdyOij jrpös''i^A/.>;)'ot; abgefaßt, ^) sich aber um 172'3 von der Großkirche ab- imd einer gnostischen Sekte der ,.Ent- haltsamen" zugewandt. Nach dem Orient zurückgekehrt, wirkte er in deren Sinne im syrischen Antiocheia, in Kilikien und Pisidien. In dieser Spätzeit seines Lebens ist auch sein Evangelienbuch entstanden. ") Der von den Griechen seiner Abstammung nach „Syrer" Genannte*) ist den SjTern selbst ein ,.Grieche"',") und auch für sein Werk ist ihnen mehr als die einheimische eines „Evangeliums der Vermischten" (Ewangeljon damehaUete) die griechische Bezeichnung des Jict TtaaÜQiov geläufig ist. Das ist nur verständlich, wenn dieses ihnen als eine Übs aus dem Griechischen entgegentrat, nicht etwa von T. selbst ursprünglich syrisch redigiert wurde. *) Auch ein bedeutsamer Einfluß, den das D. auf die griechische
') Vg. JPinkerton, JTSt 15, 14,41, nach dem die in der hslichen Überlieferung noch zu verfolgende Entwicklung erst im 5. Jh zum Abschluß gekommen wäre.
') Selbstzengnisse : Or. 15 f. 29. 35. 42. Irenaeus Adv. haeres. I 28. Klemens Alex. Strom III 12, 81. Ensebios, Kg IV 28f. Chronik z. J. 2188 Abrah. (Ag: Schoene 2, 173). Epiphanios Haer. 46f. Theodoretog Haeret. fab. comp. I 20. ChrM 18fi (145). Theodoros b Koni 2, 305. Isö'dädih) V Merw 1, 204 (123) und nach ihm Dionysios b Salibih)i (§ 48a): BO 2, 159f. bzw. B'E „Scheune der Geheimnisse" (ZDMG 29, 274,6). ChrS 1, 85. 'Ai Xomokanon (AMai, Script. Vet. Nov. Coli. 10, 191). Alle auf T. bezüglichen syrischen Zeugnisse am bequemsten vereinigt bei AHjelt, D. altsyr. Evangelienübs. n. Tatians Diatessaron bes. in ihrem gegenseit. Verhältnis (Lpzl903 = ThZahn, Forsch. 7 1) 25/49, darunter vor allem noch ein solches des MnsebKep(h)ä (§ 45c) a. a. 0. 38 f. Nach Ensebios: M 108f. (1, 180f.) und Agapios v Membig (Ag: Vasiliev) 2, 59f. AdHarnack 1, 485,96. 2i, 284/9. OBardenhe wer, Gesch. 1-, 262 84 mit sorgfältiger Verzeichnung der älteren Literatur. ') Or. 42. *) Agg verzeichnet bei Bardenhewer
a. a. 0. 272f. Die neueste: ESchwartz, TuU 4r.
=*) Vg. ThZahn, Tatians Diatessaron. Forsch. 2, 28699. Gesch. d. ntl. Kanons Ix, (Erlangen 1888) 369,429. Ders., RePTK ' 5, 653/61. J P M a r t i n , Eev. des qnest. histor. 33, 349/94. 44, 5/50. F Baethgen, Evangelienfragment (Lpz 1885). SHemphill, The Diatessaron of Tatian (Lo 1888). ESalvatori, II „Diatessaron" di Taziano (Florenz 1889). JRHarris, The D. of Tatian: a preliminary study (Lo 1891). MM aber, Eecent evideuce for the anthenticity of the Gospels: Tatians D. (Lo 1893). Wright 7/10. Duval 44,8. Hermv. Soden, D. Schriften d. N. Testaments in ihrer ältesten erreichbaren Textgestalt hergestellt auf Grund ihrer Text- geschichte 1 (Güttingen 1902j 1536;44. AHjelt a. a. 0. 16/75. FCBurkitt, Evangelion da- Mepharreshe (vg. S. 22 Ak. 9 von S. 21) 2, 173 212. EPreuschen, Untersuchungen zum D. Tatians (Heidelberg 1918).
') Klemens und Theodoretos: ö ^ioo;. Epiphanios: Sioog tö yivo^: '^ So Mose b Kep(h)ä. ') Wie entgegen der früher herrschenden Auffassung Zahn annimmt. Vg. vor allem FCBar- kitt, Ev. da-Mepharreshe 2, 191/206. Mit einem griechischen lund einem lateinischen) D.-Texte rechnet nunmehr durchaus auch Vogels (Vg. S. 20 Ak. 8, S. 22 Ak. 6) mit dem Herrn v Soden, Die Schriften N. Testaments 1, 1536 übereinstimmt. Nach Bardenhewer 280f. wäre das syrische D. von T. auf Grund einer in Rom zu seiner Kenntnis gelangten Evangelien- harmonie entstanden, die als äTtofiyrjfiopevuma der Apostel bzw. rö tia/yiXtov bei Justinps auftrete. Vg. ELippelt, Qnae fuerint Jnstinii Mart. inofivrifiovsvfiam (Diss. Halle 1901). MHeer, Ps-Cyprian vom Lohn d. Frommen u. d. Evangelium Justins, RQs 28, 97/186. Da-
20 Die Literatur bis zum Zeitalter der cbristologiscben Kämpfe. § -Ib]
und die altlateinische Textüberlieferung der Evangelien gewonnen hat, ist weit eher unter der Voraussetzung eines griechischen als unter derjenigen eines syrischen Originals zu begreifen. Andererseits ist das D. bis in die ersten Jahrzehnte des 5. Jhsh inein die herrschende und vor allem die im liturgischen Gebrauche lebende Gestalt des ostaramäischen Vierevangclienbuches gewesen, *) und daß es zu dieser Bedeutung gelangte, wäre schwer denkbar, wenn es dabei eine schon existierende Übs des geschlossenen Körpers der vier kanonischen Einzelevangelien nachträglich hätte verdrängen müssen. -) Nächst einem armenisch erhaltenen Kommentare Ai)(h)rems (§ 7 a) gewähren über den stofflichen Auf bau des Textes *) drei weitere Quellen Aufschluß: eine lateinische Evangelienharmonie, die um 545 B Victor V Capua in eine Hs des NTs aufnehmen ließ, *) gewisse harmonistische Perikopen jakobitischer Evangelistare ^j und, als wertvollste Zeugin, eine arabische Übs des Nestorianers Abu 1-Farag 'Abdallah ibn at-Tajjib (f 1048). ") Wie es aber in den beiden anderen Quellen mit dem Texte der Vulgata bzw. demjenigen der späteren syrischen Übs des Thomas v Harqel der Fall ist. so war in der syrischen Vorlage des Arabers im einzelnen der Wortlaut der Pesittä dem Rahmen der harnionistischcn Anordnung eingefügt. ') Derjenige des D.s selbst scheint einmal in dem griechisch-lateinischen codex Bezae und in einer eigentümlichen Über- einstimmung altlateinischer und altsyrischer Textüberlieferung nachzuwirken.*) Speziell seine syrische Gestalt wird sodann abgesehen von verhältnismäßig wenigen ausdrücklichen Anführungen *) späterer gelehrter Literatur vor allem in der breiten
gegen hält Vogels jene Evangelienharmonie für den von T. geschaffenen und weiterhin von ihm persönlich ins Syrische übertragenen griechischen Urtext der D.s selbst.
') .Ms solche wird es schon in der „Lehre des Addai" {§ 5b) 34 (Ag Phillips) vorausgesetzt, und erst ßabbnlä und Theodoretos haben es gewaltsam aus jener Stellung verdrängt. Vg. Overbeck, S. Ephraemi usw. op. selecta (Oxf lS6b) 172 bzw. Theodoretos a. a. 0.
") Einer derart widersinnigen Annahme gegenüber treten denn anch Baethgen. Vogels, Bardenhewer in Übereinstimmung mit FCBurkitt, Urchristentum im Orient. Deutsch von EPreuschen (Tübingen 1307) 49 f. nachdrücklich für die Priorität des D.s vor einem syrischen Sondertexte der einzelnen Evangelien ein.
') Vg. JHontheim. D. Abfolge d. evangel. Perikopen im D. Tatians, TQs 90, 204/55. 33976. *) Beste Ag: ERanke, Codex Fuldensis. Nov. Test, latine interprete Hieronymo ex manuscr. Victoris Capuaiii ed., proleg. instr., commentar. adorn (Marburg 186S;. Dazu CScherer in: Festgabe zum Bdnifazius-.Jubiläum 1905 (Fulda 1905) 6/12.
<■) Hss: JerMkl 6 (J 1222). BrM 7163 Tuch. Agg: HHSpoer, ZDMG 61, 850/9. GABarton- HHSpoer, JBL 24, 179/95. DWilley, Esp. Times 25. 31/5. •) Ag: ACiasca, Tatiani Evan- geliorum Harmoniae Arabice (E 1888) nach den Hss: VtAr 14 (13/4. Jh) und einer ans koptischem Privatbesitz in das Museo Borgiano gelangten. Übs: JHHill, The Earliest Life of Christ ever compiled from the Fonr Goapels (Eilinburg 1894). Vg. SEuringer, D. Überlieferung d. arab. Übs. des D.s (FrbgB 1912i mit Ag des Textes der Fragmente einer Beiruter Hs durch G Graf. ') Vg. ES ellin, D. Text d. von A. Ciasca hgeg. arab. D.s in Zahns Forsch. 4, 227,46.
») FHChasse, The old Syriac dement in the Codex Bezae (Lo 1893). HJVogels, D. Harmonistik im Evangelientext d. Codex Cautabrigiensis (Lpz 1S)10). Ders., Beiträge zur Gesch. des D. im Abcndlande (München 1920. Neutestamentl. Abhandlungen 7i). Vg. deu kritischen Apparat bei Herrn v. Soden, D. Schriften d. N. Testaments 2 (Güttingen 1913) und in Vogels Ag: Nov. Test. Graece (Düsseldorf 1920) und über einzelne besonders markante Beispiele der von ihm behaupteten Verhältnisse Vogels, BbZ 9. 54f. 149/58. 263/5. 10, 396/405. 11, 3343. 168,71. 12, 3fi9,'90. 14, 34/40. Im entgegengesetzten Sinne: ASmithLewis, The Expositor "5, 52/6. JChapman. Rev. Benedictine 29, 233/52.
") Besonders im Evangelienkoramentar des Nestorianers Isö'däd(h) v Merw. Vg. JHHall, JBL 11, 153/5. RGottheil ebenda 12, 68/71. HGoussen, Studia Tbeologica I (Lpz 1895) 62/5. JRHarris, Introduction zu der IsiVdäd(h)-Ag von MDGibson XXVII XXIX.
[§ 4ed Tatianos. Pälüt. Das Evangelium der Getrennten. 21
Masse syrisdier ETangelienzitate des 4. und beginnenden 5. Jhs kenntlich. *) und selbst bis in das 6. Jh herab macht gelegentlich noch ein starker praktischer Einfluß des alten Bs sich geltend. - > Vielfach wird dabei ein bemerkenswerter apokrjpher Texteinschlag desselben greifbar. ^) der die Vermutung nahelegt, daß T. seiner Arbeit neben den vier kanonischen noch ein außerkanonisches Evangelium zugrunde gelegt habe, dessen Abweichungen von jenen in ihrer Gesamtheit sich allerdings in mäßigen Grenzen bewegt hätten, und Kunde von einem solchen Sach- verhalte scheint auch Victor v Capua zu verraten, wenn _er in seiner Vorrede seiner Nachbildimg des Werkes dasselbe aller sonstigen Überlieferung entgegen als ein Evangelium öia ,t«t« bezeichnet. Dabei müßte sich der Gedanke an das alte Hebräerevangeüum aufdrängen, falls es damit seine Kichtigkeit haben sollte, daß dem D. selbst gelegentlich der Name eines Evangeliums xad-' 'Eji^atoic bei- gelegt worden sei.*)
c) Pälüt*) ist glaiibhafter Überlieferung zufolge durch B Serapion v Anti- ocheia d. h. um die Wende vom 2. zum o. Jh zum edessenischen B geweiht worden, imd muß der eigentliche Begründer eines fest organisierten großkirchlichen Gemeindelebens in Edessa geworden sein, da die Anhänger eines solchen noch lange als Paluti;iner bezeichnet wurden. ") Im übrigen fehlt allerdings jede be- stimmtere Nachricht über sein Wii-ken. Insbesondere ist irgendwelche literarische Tätigkeit für ihn keineswegs bezeugt. Aber, begünstigt durch die 216 erfolgte Einverleibung der Osrhoene in das unmittelbare römische Staatsgebiet, hat die durch ilin verkörperte Ei-starkung westlichen Einflusses auf das nordmeso- potamische Christentum in jedem Falle für eine zunächst in der Geschichte seiner Bibel in die Erscheinung tretende innere Hellenisierung jenes Christentums grund- legende Bedeutung gewonnen. ')
d) ETanj^eliuiu der Getrennten (Ewangeljön damep(h)arTese) *) nannte man in Untei^scheidung vom D. eine frühzeitig von gelehrten Theologen benutzte und geschätzte, aber anscheinend niemals auch zu hturgischer Geltung durchgedrungene altsvrische Übs der vier Einzelevangelien, die auf verschiedenen Stufen text- licher Entwicklung in den durch Cureton ans Licht gezogenen Bruchstücken (Sjt'-"'^)*) und in der imteren Schrift eines Pidimpsests des Katharineuklosters
') Vg. JAßewer. AJSL 16, llO/'SS (für Ap{h)rahat1. CBurkitt, Ephraim's qnotations from the gospels. Collected and arranged (Cinbrl901, TaSt 7 n) 26/07. Ders., Ev. da-XIepharreshe 2, 1806 JRHarris. Exp. Times 25, 347 9. JSchäfers, Evangelienzitate in Ephriim d. Syrers Kommentar zu d. Panlin. Schriften (FrbgB 1917).
') Nachgewiesen von MKmosko, OC 2, 3351. .3, 93105. 4, 194,203. RHConnolly, JTSt 8, 57190. 12. 268 73. »i Vg. schon ThZahn, Forsch. 1. 263. Weiteres Material bei
Kmosko und Connolly a. a. 0. bzw. Togeis. BbZ 10, 396/405. *) Nach Epiphanios Haer 46 § 1. Das Petrnsevangelium oder eine diesem mit Justinos gemeinsame Quelle vermutet als im D. benutzt Connolly JTSt 8, 589f.
', , Lehre des Addai^ (Ag: Phillips) 46 t'. Martyrium des Barsam j.l: W Cure ton. Anc. Syriac docnments 71. FCBurkitt, Ev. da-SIepharreshe 2, 206 8. Ders., Urchristentum im Orient. Deutsch V. EPreuschen lOf. 44. 49 f. «) Nach Ja'qOblh) v Edessa bzw. Ap(h)rem : Kat
W'right 600. '^1 Y«-. auch das durch Eusebios Kg VI 12 bekannte Eintreten Serapions gegen
apokryphe Evangelienliteratnr.
'' Kauones des BabbCUa: JJOverbeck, S. Ephraemi . . . op. selecta (§ 6a) 220. Dionysios b Salib h i (§ 48a) za Mt 27, 16f. bzw. Über die Bedeutung des Ausdruckes ThZahn. Forsch. 1, 1016. RGottheil. JA03 18, 361f. Im aUgemeinen vg. Wright S/13. Duval 4855. GWilderboer. Theo!. Studien 23. 1/19. HDumaire, Bull. crit. 27. 26/36. FCBurkitt, Ev. da-Mepharreshe 2. Über das Altersverbältnis der in Betracht kommenden Texte auch noch HGretmanc. ZNtW 6. 13552.
•) Es: BrM 119 (Add 14451. 5. Jh\ Agg: WCureton, Remains of a very ancicnt
22 I^ie Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kämpfe. § 4d]
auf dem Sinai (Syr^'")*) vorliegt.^) Daß auch ihre Entstehung weit in vor- konstantinische Zeit liinaufreicht, unterlit'},'t ebensowenig einem Zweifel, als es an- gängig ist, sie als Ganzes sogar für älter zu halten als den syrischen Text des D.s. *) Höchstens könnte einer sorgfältigen Prüfung an der Hand des Sprach- gebrauches und der Übersetzungstechnik die Frage empfohlen werden, ob sie eine streng einheitliche Größe darstellt, oder ob eine ursprünglich selbständige Übertragung der einzelnen Evangelien anzunehmen ist, in welchem Falle ein syrischer Text etwa eines .oder mehrerer Synoptiker schon vor demjenigen des D.s existiert und in liturgischem Gebrauche gestanden haben könnte. *) Anderer- seits scheint der Text des ,.Getrennten"-Evangeliums selbst, u. zw. in seinen beiden Gestalten in verschiedener Stärke, unter dem Einfluß des D.s zu stehen, ^) was naturgemäß das Problem in erhöhtem Maße verwickelt. Von Paulusbrieferi und Apg die neben einem, wie auch immer gestalteten, „Evangelium" die ältesten Be- standteile eines sp-ischen NTs bildeten, ist eine von der abschließenden der NTlichen P. noch verschiedene Textgestalt hslich nicht zutage getreten, wirkt
recension of the four gospels in syriac hitherto unknown in Enrope (Lo 1858) mit Ergänzung: WWright, Fragments of the Caretonian Gospels (Lo 1872). FCBurkitt, Evangelien da-Me- pharreshe. The Curetonian Version of the four Gospels with the reatings of the Sinai Palim- psest aud the early Patr. Evidence (Cmbr 19051. Vg. FBaethgen, Evangelienfragmente. D. griech. Text d. Gureton'schen Syrers wiederhergestellt (Lpz 1885).
') Es: Sin 30. (Obere Schrift: J 778.) Agg: ELBensly- JEHarris-FCBurkitt. The four gospels in Syriac trauscribed from the Sinaitic Palimpsest. With an introduction by ASmith Lewis (Cmbr 1894) mit Ergänzung: ASmithLewis, Some pages of the fonr gospels retranscribed from the Sinaitic Palimpsest with a translation of the whole test (Lo-Cmbr 1896). ASmithLewis, The old Syriac Gospels er Evangelion da mepharreshe being the text of Sinai or Syro-Antiochene palimpsest, includ. the latest additions and emendations with the variants of the Curetonian text, corroborations from many other mss. and a list of quotations from ancient authors (Lo 1910). Bloße Übs: ASmithLewis, A translation of the fonr gospels from the Syriac of the Sinaitic Palimpsest (Lo 1894). Vg. CHolzhey, D. neuentdeckte Cod. syr. Sinait. untersucht. Mit einem vollständ. Verzeichnis d. Varianten d. Cod. Sinait. a Curet. (München 18961. ABouus, CoUatio cod. Lewisiani rescripti evang. sacroram cum cod. Curetoniano (Mus. Brit. add. 14451), cui adiectae sunt lectiones e Peshitto desumptae (Oxf 1896). AMerx, D. vier kanon. Evangelien nach ihrem ältesten bekannten Texte. Übs. u. Erläuterung d. syr. im Sinaikloster gefundenen Palimpsests (Brl 1897,1911). ASmithLewis, Expos. Times 16, 249,03. 17, 382. 22, 477 f. Ein Verzeichnis der gesamten z. Z. durch die Entdeckung des Syr Sin hervorgerufenen Literatur verbietet sich naturgemäß. Vg. diesbezüglich das Literaturverzeichnis bei ASmithLewis, The old. Syr. Gospels XXXVII/XLVL Dazu AMingana, Expos. Times 25, 475,7. 524 f.
') Über weitere Bruchstücke in Zitatform bei I§6'däd(h) v Merw : JR Harris, Introduction der Ag von MD Gib so n XXII/XXVIL
') So B u r k i 1 1 , Ev. da-Mepharreshe 2, 206/12. Hermv.Soden,Die Schriften d. N. Testaments 1, 1582,4 und Vogels in der alsbald zu nennenden Schrift. AHjelt, D. altsyr. Evangelienübs. u. Tatians Diatessaron (Lpz 1903) hält wenigstens Syr Sin für älter als das syrische Diatessaron. Das Verhältnis zwischen den beiden Rezensionen wird jedenfalls allgemein dahin aufgefaßt, daß SyrSiu den älteren, Syr^ur einen jüngeren Text biete. Für das Gegenteil nur Hilgenfeld, Berl. Philol. Wocheuschr. 1897, 334 f. EResch, D. Kindheitsevangelium (Lpz 1897) 196/8. Duval53. HGreßmann, ZXtW 6, 151. Vg. anch oben S. 20 Ak. 2.
*) Ein allerdings durchaus ungenügendes Hilfsmittel für eine solche Forschung bietet OKlein, Syr.-griech. Wörterbuch zu d. vier kanon. Evangelien nebst einleitenden Untersuchungen (Gießen 1916). Ein Zurückgehen der verschiedenen Evangelien des Syr'^i" auf verschiedene Über- setzerhände nimmt Hjelt an.
'•) Vg. HJ Vogels, D. altsyr. Evangelien in ihrem Verhältnis zu Tatians Diatessaron (FrbgB 1911).
f§ 4de Das Evangelium der Getrennten. Weiterbildung der ATlichen Pesitta. 23
aber im armenischen Texte derselben nach. ■*) Um so wünschenswerter wäre ein Versuch, auch ihre altsyrische Textgeschichte an der Hand des ältesten Zitaten- materials einigermaßen aufzuhellen. ")
e) Eine Weiterbildung der ATlichen Pgsitta auf christlichem Boden ist in doppeltem Sinne zu beobachten. Einerseits zeigt der vorliegende Text der ursprünglich zu ihr gehörigen BB eine unverkennbare Beeinflussung auch durch die LXX, ') die in den einzelnen verschieden stark ist, am wenigsten in Job, *) weitaus mehr in den Propheten ^j und dem Psalter, *) aber auch im Pentateuch, ') den besonders eng mit dem Targum sich berührenden Prov ^) und anderwärts ")
') Wie angenommen werden muß, da der armenische Evangelientest sich vielfach mit SyrSinCur berührt. Vg. JARobinson, TaSt 3iii, 72/9S. FCConybeare, AJT 1, 883/912. fC Burkitt. Ev. da-Mepharrese 2, 160. HermvSoden, D. Schriften d. N. Testaments 2, XVin. WLüdtke, ZNtW 17, 71 f.
-) Sehr eigenartige Pauluszitate weisen z. B. die Märtyrerakteu des .Sem'üu b Sabbä'ü (§ 9e) auf. Man wird an eine Angabe des Ensebios erinnert, der zufolge Tatianos sich auch mit dem
Paulustexte im Sinne eines fiera^pdaai cäs iTnSioo&oiusiov rr,v Tij; (fodasMs avfra^ii' beschäftigt habe. Vg. ThZahn, Gesch. d. ntlichen Kanons 1 1, 423/5. Bardenhewer a. a. 0. 284. Eine vollständige „Pre"-Pfsittä" postuliert, ohne allerdings auf Sj'rSinCur Eücksicht zu nehmen, nenestens auch IgnEPiahmani, I Easti della chiesa patriarcale Antiochena. Confereuze d'inaugurazione tennta in nome deir Istituto Pontificio Orientale li 18 Gennajo 1920 (R 1920) 18/26.
'} Vg. im allgemeinen WEBarnes, JTSt 2, 186,97. *) Vg. EStenij, De Syriaca
libri Jobi interpret. quae P. vocatnr. Pars I (Diss. Helsingfors 1887). AM an dl, Die P. zu Hiotf nebst einem Anhang üb. ihr Verhältniß zu LXX u. Targum (Lpzer Diss. Budapest 1892). EBanmann, ZAtW 18, 305/38. 19, 15,95. 288 309. 20, 177/201. 264/307.
*) Vg. SWarszawski, Die P. zu Jesaja (Kap. 1—39), ihr Verb, zum masoret. Teste, znr Septuaginta u. zum Targum (GieCener Diss. Brl 1897). HWeiG, Die P. zu Deuterojesaja u. ihr Verh. zu MT., LXX n. Targ. (Diss. Halle 1893). CHCornill, D. Buch d. Proph. Ezechiel 137/.53. MSebök, D. syr. Übs. d. zwölf kleinen Proplieten u. ihr Verhältnis zu d. masoret. Text n. d. älteren Übersetzungen (Breslau 1887). VRyssel, Untersuchungen üb. d. Textgestalt u. d. Echtheit d. Bs Micha (Lpz 1887). AAbelesz, D. syr. Übs. d. Klagelieder u. ihr Verh. zu Targum u. LXX (Diss. Gießen 1896). E Nestle, Theolog. Lit.zeitung 1905, 1/3.
») FBerg, The infl. of the Septuagint upon the Peschitta Psalter (New York 1895). BOppenheim, D. syr. Übs. d. fünften Bs d. Psalmen u. ihr Verh. zu d. raassoret. Texte u. d. älteren Übss., namentl. d. LXX u. Targum (Lpz 1891). Vg. FBaethgen, Untersuchungen üb. d. Psalmen nach d. P I. Teil (Kiel 1878). •) Vg. JPerles, Meletemata llf. 31f. JHänel,
D. anßermasoret. Übereinstimmungen zw. d. Septuaginta n. d. P. in d. Genesis (Diss. Gießen 1901). Vg. auch RGottheil, The Peshitta-Text of Gen 32, 25. JAOS 33, 263 f.
') Vg. HPinknss,ZAtW 14, 65/141. 161/222. Über das Verhältnis zum Targum JA Dathe, De ratione consensus vers. chald. et syr. Proverb. Salomonis (Lpz 1764). S May bäum, Archiv f. Wissenschaft). Erforsch, d. ATs, hgeg. v. AMerx 2 (Halle 1871) 66/93 und ThNöldeke ebenda 246/9, der hier einmal das Targtim als ,.von der P. abhängig" erweist.
•) Vg. HMager, Die P. zum B. Josua 63/7. ALazarus, Zur syr. Übs. des Bs d. Richter (Erlanger Diss. Kirclihain N.-B. 1901). EmSchwartz, D. syr. Übs. d. ersten Bs Samuelis u. ihr Verh. zu MT., LXX u. Targ. (Diss. Gießener Diss. Brl 1897). JBerlinger, Die P. zum I (3) B. d. Könige u. ihr Verh. zu MT., LXX u. Targ. (Diss. Brl 1897). G Janichs, Animadver- siones criticae in vers. syr. Peschitthonianam libr. Coheleth et Ruth (Diss. Breslau 1871). SEuringer, D. Bed. d. P. f. d. Textkritik d. Hohenliedes, in: Vom Münchener Gelehrtenkongreß. Biblische Vorträge hgeg. von OBardenhewer (FrbgB 1901) 115/28. JMSalkind, D. P. zu Schir Haschirim textkrit. u. in ihrem Verh. zu MT u. LXX untersucht (Berliner Diss. Leyden 1905). ASchKamenetzky, ZAtW 24, 171 239 (zu Pred.). Über das Verhältnis zwischen P. und Lukia- neischer Rezension in Sra: JDriver, Notes on the Hebrew Text of the Books of Samuel (Ox 1890) LXXVIlf. ThStockmayer, ZAtW 12, 218/23. Duval 41 Ak. 1.
24 -L'ie Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kämpfe. § "le]
sicli fühlbar macht, wälirend unif^ckehrt durch Muliton und Origenes für den IvQog ihrer Zeit bezeugte Lesarten sich in ihm nicht mehr finden.') Da anderer- seits die Zitate des 4. Jhs bereits wesenhaft mit dem Texte der ältesten erhaltenen Hss. übereinstimmen, '■^) muß im Verlaufe des 3. eine Überarbeitung der alten hebräisch-syrischen Übs nach dem Griechischen stattgefunden haben. Gleichzeitig erweiterte sich aber auch der Umfang des Ganzen nicht wenig. Die Chr, bei der sogar noch der Einfluß des Targums sich__geltend machte,^) Ezr, Xeh*) und Esth") Avurden noch aus dem Hebräischen, der Überschuß der LXX einschließlich von I(IIl) Ezr, III und IV ilakk, wurde wesentlich aus dem Griechischen über- setzt. *) Ein und dasselbe Stück hat dabei mitunter sogar eine wiederholte Über- tragung erfahren. So liegt von I Makk eine doppelte TJbs vor.') Entsprechend lassen sich in dem (nicht hexaplarischen) Texte des Ekkles bei einem Vergleiche mit den wiedergefundenen Resten des hebräischen Originals eine Mehrzahl teils nach diesem, teils nach dem Griechischen arbeitender Übersetzerhände feststellen,*) und in ähnlicher Weise ist der Text von Tob aus einem nach einer hexaplarischen Vorlage gearbeiteten Teile (1,1,7,11) und einem aus einer anderen Quelle ge- flossenen (7,11/14,15) zusammengeschweißt.") Ein wirksames Gegengewicht gegen diese Erweiterung des Kanons hat späterhin selbst auf nestorianischer Seite die
') Wenn anders im Si'oo; die P. zu erkennen ist, wie J Wichelhaus, De Xov. Test, vers. syr. antiqua 63,8, JPerles, Mclctemata 49,51 und JWellhauseu, Einleit. in d. ATest.* (Brl 1878) 604 annehmen. Dagegen allerdings FField, Origenis Hexapl. quae supersunt 1, LXXVIIjLXXXlI. ARahlfs, Mitt. d. Septuaginta-UnterBehmens d. Egl. Ges. d. Wissensch. z. Göttingen 1, 404/12.
■■') In Betracht kommen namentlich aus dem BrM für den Pentateuch mit Ausnahme von Lv: 3(Addl4425. J463,;4), für Bruchstücke des Lv: 10 (Add 14444. fol 25/38. 6. Jh), für den ganzen Pentateuch: Or 4400 (7,8. Jh mit Ergänzungen vom J 1683;4), für Jos: 17(Add 17102. J5l'8/9), für Jos und Eicht: 19 (Add 14439. 6/7. Jh). für Sm I. II: 22 (Add 14442. fol 47/65. J 545). für I Kge: 24 (Add 14430. J 793/4), für Is: 34 (Add 14443. 6. Jh), für Jer 36 (Add 17105. 6. Jh^ für Ez: .38 (Add 17107. J590/l\ für das Zwölfprophetenb 42 (Add 14443. fol 99, 104. 6. Jh), für Dn 41 (Add 14445. J 532), für PslßSf Add 17110. VorJ599,6G0), für Prv 29 (Add 17108. 6. Jh), für Pred 31 (Add 14443. fol 72/98. 6. Jh)l". Zu einer weiteren Verzeichnung der Teilhss der ATlichen P., unter denen die Ps-Hss besonders zahlreich sind, fehlt hier der Kaum.
^) Älteste Es: BrM 25 (Add 17 104. 6. Jh). Vg. SFränkel. Jbb. f. Protest. Theol. 5, .öOS/Se. 720/59. *) Von denen sich ein Text auCerhalb von Gesamthss nur äulierst selten findet, so neben Chr und Esth in der jungen nestorianischen Es CmbrOo 1. 11 (J 1734) 14"^ (neben 10°2'').
'') Auf monophysitischer Seite mit (Ruth), Susanna, Judith und dem Thekla-Martyrium zu dem sog. „B der Frauen" zusammengefaßt. Sonderhss: BrJI 731 (Add 14652. 6. Jh!. 156 (Add 14447. 10. Jh). Vg. JGrünthal, D. syr. Übs zum B. Esther (Diss. Breslau 1900).
«) Hss von Weish: BrM 31. 2», I (III), Ezr: VtB 119 (J 1851) 1«, von I/IV Makk: VtB 118 (J 1868) 4»/6<>, I. II Makk: BrM 155 (Add 14446. 6,7. Jh|. Mos 6 (J 1822/23^, II. III Makk: CmbrOo 1. 11. 4«. 5", von IV Makk: BrM 960(Add 12174. J 1197) 75». Agg: PdeLagarde, Libri vet. test. apöcrypbi syriace (Lpz-Lo 1861). RLBensly-WEBarnes, The fourth book of Maccabees. . . in syriac i Cmbr 1895). Vg. IGTreudelenburg, Primi libri Maccab. Graeci cum vers. syr. collatio, Report f. bibl. u. morgenld. Lit. 15, 58/153. JHoltzmann, Die P. zum B. d. Weisheit. Eine krit.-exeget. Studie (FrbgB 19031.
'') Die eine in den beiden Polyglotten, die andere in der Ambrosian. Es. Vg. GSchmidt, ZAtW 17, 1/47. 23362. «) Sonderhss: BrM 154 (Add 12142. fol 1/73. 6,7. Jh). VtS 6(12. Jh).
Vg. PdeLagarde, Symmicta 1, 88. GBickell, ZKT 6, 330. JLevi, L'Ecclesiastique ou la Sagesse de Jesus, fils de Sira (Pr 18U8) LH. KSmend, ZAtW 27, 271/5. Ders., Griech.-syr.-hebr. Index zur Weisheit des Jesus Sirach (Brl lt:07).
») Hs auUer den Gesamthss: Pr 11 (Anc. fonds 6). VtB 118 (J 1868). Vg. ThNoldeke, D. Texte d. Buches Tobit, Monatsberichte d. Berliner Akademie 1879, 45/69.
[§ 4f Weiterbildung der ATlichen Pcsitta. ATliche Apokryphen. 25
durch Theodoros v Mopsuestia verti-etene engste Ziehung seiner Grenzen nicht in vollem Maße zu bilden vermocht.^) Vor allem aber ist es der Pandeqtis [IIavöiy.n]g) genannte Hs-Tjpus jakobitischer Vollbibeln, in dessen Rahmen sie zu dauernder Geltung kommt. '-)
f) Von ATlichen Apokrj-phen begegnet über den Xormalbestand der LXX hinaus syrisch nur in einem einzigen Exemplar die unter dem noch frischen Ein- druck der Zerstörung Jerusalems durch Titus entstandene jüdische Apokalypse des auch lateinisch, arabisch, äthiopisch und armenisch erhaltenen sog. IV. Bs Ezra^) und ein Volltext der nur in dieser Sprachgestalt vorliegenden mit jener
') Vg-. vor allem 'Ai § 1.
«) Hss des A nnd NTs: CmbrOo 1. 1, 2 (12. Jh). Pr 1,5 (Suppl. 79. J 1695), nrsprünglicli auch Seert 2 (vor 8. Jh), des ATs allein in jakobitischer Überlieferung : Ambros B 21 Inf. (6. Jh). Ox 2 (Poe 391. J 1614). 1 (Bodl 141. J 16i;7;. Bril 1 (Egerton 704. 17. Jh). VtS 7 (Anfang 17. Jh, unter Einfluß der Yulgata}. 258 (J 1697). VtB 115,6 (J 1868: Von Jos an\ Pr 7/8 (Anc fonds 2,3. 17. Jh), in nestorianischer : Brll 7149,51 Eich (J 1816. 1820. 1822). Agg des A und NTs: MleJay, Biblia polyglotta Parisiensia (Pr 1645). BWalton, BibUa saera polyglotta Londi-
nensia (Lo 1657). "(Ifj^O Ic.Ax ln..A-.-? lcl\c, CX \a.lf.C ]£l\z (Lo 1823/6).
Biblia facra vet. et novi testamenti juxta Vers, simpl. vulgo P. dictam (Mosul 1887/92;, des ATs allein: SLee, Vet. Test, syriace eos tautum libros sistens qui in can. hebraico habentur usw.
(Lo 1824). A^UJGX 10..^:^. Ig^Z^*?? Öl Im^fQ \CiAz (Urmia 1852, mit nen-
syr. Übs). AM Ceriani, Translatio syra Pescitto vet. test. es cod. Ambiosiano saec. fere VI photolithographice edita (Mailand 1876,83), des Pentatenchs: MGG Kirsch. Pentatenchns syriace ex polyglottis anglicanis snmma flde ed. (Hot-Lpz 1787). M Altschüler, D. syr. Bibelversion Peschita im Urtext bgeg. (Orbis antiquitatum. Eeligions- u. knltiirgesch. Quellen im Urtext 2i. Lpz-Wien 1908 1, des Psalters : (Der Englischen Bibelgesellschaft) Psalterinm syriace (Lo 1822. 1825).
f*0?? V'CklV^? lüAc (New-Tork 1868. 1874. 1878. 1886). J David, Psalterinm syria-
cnm ad fidem plnrium optimomm codd. habita ratione potissimum hebraici textns nunc accnra- tissime exaotum (Mosal 1877). E Nestle, Psalterinm Tetraglottnm graece, syr. chald. lat. . . . ex optimis codd. ed editionibns in ns. acad. impr. cur. (Tüb.-Lo-Leiden-Pr 1879) bzw. Ps. syriacum e cod. Anibr. saeculi fere sexti in us. acad. inpr. cur. (Leiden-Tüb. 1879). C JDavid- JGSchelhot, Psalterinm syr. jnxta vers simpl. P. dictam (Mosul 1885). P Bedjan, Lib. psaln:orum, horar. dinrnar. ord. officii divini et homiliar. rogationnm (Pr 1886 bzw. in jedem Bde des BrCh). WEB am es, The P. Psalter according to the west syrian text with an Apparatns Criticns (Cmbr 1904). Weitere Agg des Psalters und ander einzelner Teile des ATs verzeichnet Lit 17/20 mit Ergänzung ßePTK' 3, 167. Vg.WE Barnes, The printed versions of the Peshitta of the Old. Test., Exp. Times 9, 560 fl. Über den Plan einer krit. P.-Ag durch die päpstliche Bibelkom- mission: LHaefeli, Schweizer Kirchenzeitung 1915. 157,9. 173f. 185f., über die Vorarbeiten zu einer solchen des Pentatenchs: WEBarnes, JTSt 15, 41,'4. Beiträge zur Textkritik: Bern- stein, ZDMG 3, 387,96. ARahlfs, ZAtW 9, 161/210. WEBarnes, An Apparatus Criticus to Chronicles in the P. Version (Cmbr 1897). Ders., JTSt 6, 220,32 (zu 2 Kg 1/13). GDiettrich, Ein App. crit. zur P. zum Propheten Jesaja (Gießen 1Ü05). HMager, Die P. zum ß. Josna 2/45. Zum Wortschatz: LTechen, Syr.-hebr. Glossen zn d. Psalmen nach d. P., ZAtW 17, 129/71. 280/331. HEBosenwasser, D. lexikal. Stoff d. Königsbücher der P. nnt. Berücksichtig, d. Variauten als Vorarbeit f. eine Concordanz zur P. dargestellt (Diss. Brl 1905).
') Hs: Ambros. B 21 Inf. Agg: AMCeriani, Mon. Sacra et profana op. coli, doctor. bibL Ambrosianae 5i (Mailand 1^68) 4/111 bzw. (photolithogr.) Translatio Pesc. Vet Testam. 267 r» ff. Übss: AMCeriani a. a. 0. 99/124, wieder abgedruckt: AHilgenfeld, Me.«sias ludaeorum (Lpz 1869) 212,61. BViolet, D. Esra-Apokalypse (IV Esra). Erster Teil: D. Überlieferung (Lpz 1910. In: D. griech. christl. Schriftsteller d. ersten drei Jhe). Zweite Kolumne. Über die
2ß
Im Ifft^TiitiBT tat zna 7ätmitrT der
Kiajfe.
j ii-
Tisicatficiirift nidbstTenrasdten Ap<^:a^-p8e des Banicli.*^_ Häufiger erschemt Terselbständi^ «in den Scilt^P f'f^ itir-i-r;^ an die im Exil lebeodeo ~
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ApofcrrpbonB bfldeod«- Brief Bamchs Je ein gelegentlich anftretender • ■ - .Bs der Jubiläen- * and des üie Ton einer Yollübs herrühren.
-r Text J P^ ^on
aüerdings durcn keine biblische sogar ein Az ans dem .Jüdischen
Kriege* des FlariuB Jo&ephnä.*; nnd entsprechend finden sich, nachdem sie durch eine Yen^'"' ''- der Xamen AL=w:(po5 und -Jöseppös unter die Flagge des jüdischen }- n geraten •waren, selbst äsopische Fabeln in sjrischer Ubs hart
an das Gottfciwoit der Bibel herangerückt')
§ 5. Xatnrgemäß hat frühzeitig auch über den Ansban des nationalen Bibel- teites hinaus eine literarische Betätigung der großkirchlichen Christenheit ostara-
Sdiiift »elbst und üre Bonstige TexteEüberlieferTiiig ESehSrer, Gesc^ d. Volkes Isnd im 25eitalter J<r-- '•! ' ^Lpz 1 80« 2Ji2/äO. EHennecke. Haudbneh m d. EÜichen Apokrrpke»
fTübifigen J- siSzekelT, BibliotLeca apocrj-pLa 1 TrbgB I&IS) 2S4321.
'; Hs: dieselbe. Agg: AMCerianj, Hon, eacra et profan» unr. ön (ItaUand 1871) IISW bzw. fpbotolitbogrj T«n§latio nsrr. MKnioBko, (mit Übs PS 1 n. 1(66 12Cr7. Übee: AMCerJan j, Mod. Bacra et profana In (Mailand 1866^ 73,9?, wenig (nnd nicht zu ibieB Vor- tejJiTerändert: OFFritzsehe, Libri apocrrphi Tel Test, graeee Xpz 1871 j 654,99. BHCharle», Tb« Apf^taJrpse of Bam'.b tranelated from tbe Srriac . . . irith introd. and notes 'Lo 1896). VKytttl b« KantzecL. I). Apokrrphen n. Pseodepigrapben d. ATi < Tübingen 1900. 2, 402/46: Vg. E.S cb ürer a. a. 0. 223,'32. Et-Szekelr 261 '84 fmit weiteren Literatnrangaben). Ein Fragioent des Urteites; Grenfell-Hnnt. Oirrbrnebos Paprii 3 (Lo 1903; 403.
^) HBi: BrM .%(Addl7105.6..Jbj2''. 7 'Addl2172 101..Jh)3''. 32'Addl871ö.l2.Jh.i7<'a. 1 lEgert 704. 17. Jb) 25" 8. Ol 2 (Poe391. 11614122». 1 fOrl41. J1627j<f% einee BmchEtücteg: Oi20fUinb4) 4«r, einer Masora deg Textes: BrM 162fAddl2178.9 10. Jb;. 16.ö'Add 14482. 1112. Jhj. 167 (Add 14*'«4. 12.Jbj. Agg: Pariser Polyglotte 9, 36674. Londoner Polyglotte 4. 24. PdeLagarde, Libri Vet, Tert. apomphi Kvriace Lpz-Lo 1861 j 8893. mit Cbs: MEmosko, PS In. 120836.
') H«: BrM 860iAddl2].ö4. fe,9.Jbi28''. Ag: AMCeiiani, Mon. sacr. et prof. 2i iMailand 1863) IX f. *J Az auB dem Tertan/ent des Leri. Hb: BrM «51 (Add 17193. J874) 80*. Ag:
KatWrigbt 997. <; Hbb: CmbrAdd 199.5 (Ende des 17. Jhs; I S^bf. VtS 183 'J 1703). Bri
60(Ba«h]32. J1880jn'' nnd Tjelleicht ancb die übrigen der Dicbtnn^en des Elija t Anbsr (§38*). Ag: WWrJght, PSBA» 7, 257/66.
'j VII 1/18 als „füDftee B" gezählt Hb: Ambr. B 21 Inf. Agg: fpbotolithogr.) AMCeriani. Translatio 181/92. Pßedjan, Homiliae seleetae Mar-Jacobi Sarugensis 1 tXpz 1903; 744887. AD';b 'AJ g 1 ueout bJDt*r dem AT des JosephuB ^B der letzten Zerstörang Jerufalems darcb Titus", womit wobl derselbe Teit auf Grund eineB Vorkommens in biblifcben Hs5 'anch der NeülorianerVj gemeint ist.
TA) a. a. 0. Hbb: Brl 238fPet€rm 24. 15. Jbi II 38'46<' 50°. 69fSach72. 167. Jh^UI". Dijarb 27 Anb. (.1 1690) 2». CmbrAdd 202(J } 1697^70. 10". BrMOr 20^4 (J 175.56;. ürm 76 (J I79.3/4J. Vtii y.^. Daza KarB.-Teite: Brl 2.38 II 1«37», 47»/9«', 51''/7<'. BrMOr 2442 '189. Jb). Beiderlei Kabeln sind in Brl 2.38 eingebettet in eine 'karB.) ,GeBcbichte des weisen Jösippöf und des König« Nebukadnezar". Agg: von 8 Nm der Hb Brl 238 Eoediger' 97;]00. »8891, des Materials in VtB: Oismon d i ' 7/18, einer and';ren Sammlang: Jnl Landsberger. D. Fabeln d. Sophos. Fvr. Original <1. Griecb. FaMn d. SyntipuB (Posen 18.59;. Vg. AGeiger. ZDMG 14, 5'^ff. SHoch- feld, Beitrag«; zur Syr. Fabelliteratur (Hallenser Dies. Lpz 1893; mit Ag der erzählenden Ein- leitung von Brl 2'ili.
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ATliche Apokryphen. Ps-Meliton. Abi b garsage.
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mäischer Zunge sich geltend gemacht. Eine irrtümlicherweise unter dem Namen des Kleinasiaten Meli ton überlieferte Apologie wohl des beginnenden 3. Jhs kann als Beleg einer solchen allerdings nur vermutungsweise angesprochen werden, und was die edessenische Kirche späterer Tage an Geschichtsquellen aus ihrer Friihzeit zu besitzen glaubte, die literarische Fixierung der Sage von ihrer apostolischen Begründung unter König Ab(h)gar Y. und die Berichte über das Ende ihrer gefeiertsten Blutzeugen, waren mindestens unmittelbar Schöp- fungen erst des 5. Jhs. Aber von einem religiösen Dichter Aswänä, den sie etwa in der ersten Hälfte des 4. Jhs hervorbrachte, besitzen wir mit Sicherheit noch wenigstens ein einziges vollständiges Gedicht. Auch im Sassanidenreiche fehlte es in den Tagen heftiger innerkirchlicher Kämpfe, die um seinen ersten KPäpä entbrannten, und an der Schwelle seiner um 441 einsetzenden großen Christenverfolgung nicht an einer erheblichen Zahl großkirchlicher Schriftsteller, und hier ist an demjenigen Ap(h)rahats anscheinend der gesamte Nachlaß eines derselben erhalten.
a) B Meliton v Sardes. einer der hervorragendsten alten Schriftsteller der kleinasiatischen Kirche, der bereits durch B Polykrates v Ephesos in seinem Schreiben an Papst Victor (189 199) als Verstorbener erwähnt wurde, hat zur Ver- teidigung des Christentums an Kaiser Marcus AureUus (161/80) einen köyog ineg Tf^g niarewg gerichtet, aus dem Eusebios drei Stellen erhalten hat. Jedenfalls von diesem verschieden ist nach Ausweis jener Zitate die unter seinem Namen syrisch erhaltene Apologie, die einem ..Antoninus Caesar" überreicht, nicht wie ein Ver- merk des Titels fälschlich behauptet, mündlich vor ihm gehalten wurde. ') Der syrische Text ist aber anscheinend vielleicht überhaupt nicht aus dem Griechischen übersetzt, sondern ein Original, für dessen unbekannten Verfasser Hierapolis- Mabbög(h) als Heimat in Betracht kommen dürfte, während der kaiserliche Adressat in dem aus Syrien auf den Kaiserthron berufenen Elagabalus (218 22) oder schon in Caracalla (211/17) zu erblicken wäre, dem die Schrift anläßlich seiner An- wesenheit in der Osrhoene übergeben worden sein könnte. Irgendwelche auf Bardaisän oder dessen Schule hinweisende Züge fehlen in derselben jedenfalls.-)
b) Von der Ab(h)garsage*) kennt schon Eusebios einen von ihm,*) wie er ver-
■i Hs: BrJI 987 (Ad 14658. 7. Jh) 21». Agg: WCureton, SpicS 22/31 (41/51). ERenan bei Pitra. SpicSol 2 (Fr 1855) XXXVII/LVl. JCThv. Otto, Corp. apol. chriät. 9 (.lena 1872) 497/512 1419/32). Cb3: BWelte, TQs 44, 384/410. Vg. HEwald. Gott. Gel. Anz. 1856, 655/9. JLJacobi, Deutsche Zeitschr. f. christl. Wisaensch. n. chriätl. Leben 7, 105/8. .JPNLand, AnecdS 1, 53; 5. ThNöideke, Jbb. f. Protest. Tbeol. 1.% 345 f. R S e e b e r g bei T h Z a h n , Forsch. 5. 237/40. OBardenhewer. Gesch.« 1, 461f. Duval 1679.
*/) Gleichwohl wnrde sie für B. in Anspruch genommen von ThUl brich, D. pseado- meliton. Apologie (MSdralek, Kgeschichll. Abhandlangen 4, 67/148). Dagegen FHaaae, TuU 34 IV. 68,72.
') Bickell 15/7. RALipsins, D. edessen. A.sage krit. nntersacht (Braunschweig 1880) Mit Nachträgen: Jbb. f. Protest. Theol. 7, 187/'92. 8, 190/2. D. apokr. Apostelgesch. usw. 2ii (Brannschw. 1884j 178 200. Ergänznngsbeft (1890) 105,«. ThZahn, Forsch. 1, 350/82. KCA Matthes, D. edessen. A.sage auf ihre Fortbildang untersucht (Diss. Lpz 1882). GBonnet- Manry, RHR 16, 269,83. LJTiXeront, Les origines de l'eglise d'Edesse et la legende d'Abgar (Pr 1888). JPMartin, Les origines de l'Eglise d'Edesse et des eglises syriennes (Pr 1889), zusammenfassend: AdHarnack 1. 533/40. Duval 103/117. EHennecke, Handbuch zu d. NT-
P>
II
V ..■■
26 Die Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kämpfe. g 4f. 5]
Visionschrift nächstverwandten Apokalypse des Baruch.*) Häufiger erscheint verselljstiindif^t ein den Schluß des letzteren Apokryphons bildender Brief Baruchs an die im Exil lebenden Stllmme Israi'ls.^) .Je ein gelegentlich auftretender Splitter des vollständig äthiopisch überlieferten ,,Bs der Jubiläen" 'j und des Testaments der zwölf Patriarchen *) mag gleichmäßig von einer Vollübs herrühren, für welche wie für diejenigen der beiden Apokalypsen ein griechischer Text mindestens die unmittelbare Vorlage bildete. Dazu gesellt sich eine Gruppe von fünf apokryphen Psalmen, deren Überlieferung allerdings durch keine biblische Hs erfolgt. '') Dagegen steht in einer solchen sogar ein Az aus dem ,.Jüdischen Kriege'' des Flavius Joscphus,") und entsprechend finden sich, nachdem sie durch eine Verwechslung der Namen Aisopos und Joseppos unter die Flagge des jüdischen Historikers geraten waren, selbst äsopische Fabeln in syrischer Ubs hart an das Gotteswort der Bibel herangerückt.')
§ 5. Naturgemäß hat frühzeitig auch über den Ausliau des nationalen Bibel- textes hinaus eine literarische Betätigung der großkirchlichen Christenheit ostara-
Schrift selbst und ihre sonstige Textesüberliefernng ESchürer, Gesch. d. Volkes Israel im Zeitalter Jesu Christi 3^ (Lpz 1898) 2.32/50. EHennecke. Handbuch zn d. ntlichen Apokryphen (Tübingen 1S04) «31/9. StSzekely, Bibliotheca apocrypha 1 (Frhgß 1913) 284/321.
') Hs: dieselbe. Agg: AMCeriani, Mon. sacra et profana usw. .ön (MaUand 1871) 11.3/80 bzw. (photolithogr) Translatio usw. MKmosko, (mit Übs) PS In, 10ö6;1207. Übss: AMCeriani, Mon. sacra et profana In (Mailand 1866) 73/98, wenig (und nicht zu ihrem Vor- teil) verändert: OFFritzsche, Libri apocryphi Vet. Test, graece (Lpz 1871) 654/99. RHCharles, The Apocalypse of Baruch translated from the Syriac . . . with introd. and notes (Lo 1896). VRyssel bei Kautzsch, D. Apokryphen u. Psendepigraphen d. ATs (Tübingen 1900) 2, 402/46: Vg. ESchürer a. a. 0. 22.S/.32. StSzekely 261/84 (mit weiteren Literaturangaben). Ein Fragment des Urtextes: Grenf ell-Hunt, Osyrhynchus Papyri 3 (Lo 1903) 403.
■•')Hss:BrM36(Addl7105.6..Ih)2<'. 7(Addl2172 10/1. Jh)3». 32(Addl8715.12. Jh)7''a. l(Egcrt 704. 17.Jh)25''a. Ox 2 (Poc391. J16!4)22». 1 (Or 141. .J 1627)//, eines Bruchstückes: Ox20(Lamb4) 4»r, einer Masora des Textes: BrM 162 (Add 12178. 9/10. Jh). 16ö(Addl4482. ll/12.Jh). 167 (Add 14684. 12.Jh). Agg: Pariser Polyglotte 9, 36674. Londoner Polyglotte 4, 2/4. PdeLagarde, Libri Vet. Test, apocryphi syriace (Lpz-Lo 1861) 88/93, mit Übs: MKmosko, PS In, 120836.
^) Hs: BrM 860(Add 12154. 8/9. Jh)28''. Ag: AMCeriani, Mon. sacr. et prof. 2i (Mailand 1863) IX f. *) Az ans dem Testament des Levi. Hs: BrM 861 (Addl7193. J874)S0°. Ag:
KatWright 997. ^) Hss: CmbrAdd 1995 (Ende des 17. Jhs) I 3°b/f. VtS 183 (J 1703). Brl
60 (Sach 132. J 1880)11" und vielleicht auch die übrigen der Dichtungen des Elija v Anbar (§ 38a). Ag: WWright, PSBA» 7, 257/66.
«) VII 1/18 als „fünftes B" gezählt. Hs: Ambr. B 21 Inf. Agg: (photolithogr.) AMCeriani, Translatio 181/92. PBedjan, Homiliae selectae Mar-Jacobi Sarugensis 1 (Lpz 1903) 744/887. Auch 'Ai § 1 nennt hinter dem AT des Josephus ,,B der letzten Zerstörung Jerusalems durch Titus", womit wohl derselbe Text auf Grund eines Vorkommens in biblischen Hss (auch der Nestorianer?) gemeint ist.
') 'AI a. a. 0. Hss: Brl 238 (Peterm 24. lö. Jh) 11 38/46» 50°. 69 (Sach 72. 16/7. Jh) IIP. Dijarb 27 Anh. (J 1690) 2". CmbrAdd 2020 (J 1697) 7». 10». BrMOr 2084 (J 1755/6). Urm 76 (J 1793/4). VtB 39. Dazu Kars.-Texte: Brl 238 II l»/37», 470/9», 5177». BrMOr 2442 (189. Jh). Beiderlei Fabeln sind in Brl 238 eingebettet in eine (kars.) „Geschichte des weisen Jösippös nnd des Königs Nebukadnezar". Agg: von 8 Nru der Hs Brl 238 Koediger' 97/100. »88 91, des Materials in VtB: Gismond i - 7/18, einer anderen Sammlung: JulLandsb erger, D. Fabeln d. Sophos. .^vr. Original d. Giiech. Fabeln d. Syntipas (Posen 1859). Vg. AGeiger, ZDMÜ 14, 5S6ff. SHoch- feld, Beiträge zur Syr. Fabelliteratur (Hallenser Diss. Lpz 1893) mit Ag der erzählendeu Ein- leitung von Brl 238.
[§ 5ab ATliche Apokryphen. Ps-lleliton. Ab(h^garsage. 27
mäischer Zunge sich geltend gemacht. Eine irrtümlicherweise unter dem Namen des Kleinasiaten Meliton überlieferte Apologie wohl des beginnenden 3. Jhs kann als Beleg einer solchen allerdings nur vermutungsweise angesprochen werden, und was die edessenische Kirche späterer Tage an Geschichtsquellen aus ihrer Frühzeit zu besitzen glaubte, die Hterarische Fixierung der Sage von ihrer apostolischen Begründung unter König Ab(h)gar Y. und die Berichte über das Ende ihrer gefeiertsten Blutzeugen, waren mindestens unmittelbar Schöp- fungen erst des 5. Jhs. Aber von einem religiösen Dichter Aswänä, den sie etwa in der ersten Hälfte des 4. Jhs hervorbrachte, besitzen wir mit Sicherheit noch wenigstens ein einziges voUst'ändiges Gedicht. Auch im Sassanidenreiche fehlte es in den Tagen heftiger innerkirchlicher Kämpfe, die um seinen ersten KPäpä entbrannten, und an der Schwelle seiner iim 441 einsetzenden großen Christenverfolgung nicht an einer erhebHchen Zahl großkii-chlicher Schiiftsteller, und hier ist an demjenigen Ap(h)rahats anscheinend der gesamte Nachlaß eines derselben erhalten.
a) B Meliton v Sardes. einer der hervorragendsten alten Schriftsteller der kleinasiatischen Kirche, der bereits durch B Polykrates v Epbesos in seinem Schreiben an Papst Victor (189 199) als Verstorbener erwähnt wurde, hat zur Ver- teidigung des Christentums an Kaiser Marcus Aurehus (161 '80) einen /.dyoc iiteg TT^g niareijs gerichtet, aus dem Eusebios drei Stellen erhalten hat. Jedenfalls von diesem verschieden ist nach Ausweis jener Zitate die unter seinem Namen syrisch erhaltene Apologie, die einem ..Antoninus Caesar" überreicht, nicht wie ein Ver- merk des Titels fälschlich behauptet, mündlich vor ihm gehalten wurde. ') Der syrische Text ist aber anscheinend vielleicht überhaupt nicht aus dem Griechischen übersetzt, sondern ein Original, für dessen unbekannten Verfasser Hierapolis- Mabbög(h) als Heimat in Betracht kommen dürfte, während der kaiserliche Adressat in dem aus Syrien auf den Kaiserthron berufenen Elagabalus (218 22) oder schon in Caracalla (211/17) zu erblicken wäre, dem die Schrift anläßlich seiner An- wesenheit in der Osrhoene übergeben worden sein könnte. Irgendwelche auf Bardaiskn oder dessen Schule hinweisende Züge fehlen in derselben jedenfalls.'-)
b) Von der Ab(h)garsage^) kennt schon Eusebios einen von ihm,*) wie er ver-
') Hs: BrM 987(.A.(114658.7.Jh)21<>. Agg: W Cur e ton , SpicS 22/31 (41/51). ERenan bei Pitra, SpicSol 2 (Pr 1855) XXXVII/LVl. JCThv. Otto, Corp. apol. Christ. 9 (.Jena 1872) 497/512 (419/32). Übs: BWelte, TQs 44, 384/410. V'g. HEwald. Gott. Gel. Anz. 1856, 655/9. JLJacobi. Deutsche Zeitschr. f. christl. Wissensch. u. christl. Leben 7, 105/8. JPNLand, AnecdS 1,535. ThXöldeke, Jbb. f. Protest. Theol. 13, 345f. KSeeberg bei ThZahn, Forsch. 5, 237/40. OBardenhewer, Gesch.« 1, 461f. Duval 167,9.
') Gleichwohl wurde sie für B. in Anspruch genommen von ThUl brich, D. pseudo- meliton. Apologie (MSdralek, Kgeschichtl. Abhandlungen 4, 67/148). Dagegen FHaase. TnU 34 IV, 68/72.
') B ick eil 15/7. RALipsius, D. edessen. .V.sage krit. untersucht (Braunschweig 1880) mit Nachträgen: Jbb. f. Protest. Theol. 7, 187/92. 8, 190,2. D. apokr. Apostelgesch. usw. 2ii (Braunschw. 1884) 178,200. Ergänzungsheft (1890) 105,8. ThZahn, Forsch. 1, ä50;'82. KCA Matthes, D. edessen. A.sage auf ihre Fortbildung untersucht (Diss. Lpz 1882). GBonnet- Maury, RHR 16, 269/83. LJTiieront, Les origines de Teglise d'Edesse et la legende d'Abgar (Pr 1888,1. JP Martin, Les origines de l'Eglise d'Edesse et des eglises syriennes (Pr 1889), zusammenfassend: AdHarnackl, 533/40. Duval 103/117. EHennecke, Handbuch zu d. NT-
28 Die Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kämpfe. § öbc]
sichert, in wörtlicher Übs mitgeteilten syrischen Text, dessen Urschrift im edesse- nischen Archiv niedergelegt gewesen sein soll. Daß in der Tat ein solcher, nicht ein griechischer die literarische Urgestalt der Legende war, darf mit Bestimmtheit angenommen werden, obgleich auch in griechischer Sprache namentlich der apo- kryphe Briefwechsel zwischen dem edcssenischen Könige und Jesus sich einer hohen "Wertschätzung erfreute und demgemäß in einer Mehrzahl auch epi- graphischer Exemplare erhalten ist.*) Die ,.Lehre des Addai" betitelte Form, in welcher die Sage syrisch vorliegt,-) führt zwar als ihren Verfasser einen mit den erzählten Ereignissen angeblich gleichzeitigen Labubnä b Sennäk ein, stellt jedoch eine kaum vor den ersten Jahrzehnten des 5. Jhs entstandene erweiternde Bearbeitung des von E. gekannten Textes dar, die u. a. den Brief des Herrn durch eine dem Boten Abth)gars erteilte mündliche Antwort ersetzt, in die Missionspredigt des Addai eine Rezension der Kreuzauffindungslegende verwoben und das Ganze mit einem in Edessa verehrten Christusbilde in Zusammenhang gebracht hat. von welchem die abendländische Pilgerin Aetheria bei ihrem Besuche der Stadt um 385 noch nichts hörte. Die ..Lehre Addais" gibt im Gegensatze zu den an Eusebios anknüpfenden kurzen griechischen Thaddaios- Akten ^1 auch eine angeblich noch dem 5. Jh entstammende armenische t'bs wieder.*) Syrisch bildet ferner eine kürzere Rezension der Legende das erste Kapitel einer noch jüngeren ,.Geschichte des Herrn Miir(j)", in welcher dieser sagenhafte Schüler Addais mit einer unverkennbaren Tendenz zugunsten der kirchlichen Supre- matieansprüche des auf ihn zurückgeführten hauptstädtischen Stuhles von Seleukeia-Ktesiphon als Glaubensbote der verschiedenen Kirchenprovinzen des Sassanidenreiches eingeführt ward.")
c) Die edesseiiischen Martyrerakten ") zerfallen in zwei Paare, die indessen gleichmäßig aus derselben Zeit und Sphäre wie die endgültige Form der ..Lehre des Addai" hervorgegangen zu sein scheinen. Li die Traianische Zeit rücken in ursächlichem Zusammenhange mit der Abgarlegende ihren Gegenstand die Marty- rien des früheren Götzenpriesters Sarbil ') und des Bs Bai-samjä ^) hinauf, wobei
liehen Apokryphen (Tübingen 1904) 153/63. Oßardenhewer, Gesch.' 1, 590/96. *) Kg I 13
§ 6/10 (.Toö»- /.eSii' Ix T/7; -inon- ueTaß).r,tHvTa iftorr,i).
') Vg. CMK auf mann, Handb. d. altchr. Epigraphik ^F^bgB 1914) 413.
') Hss: Petersburger {6. Jh) Urm 160 (?) von Bruchstücken: BrM 935 (Add 14654. 5,6. Jh) 3«. 936 (Add 14644. 5/6. Jh). 861 (Add 17193. J 874) 53». Über weitere bloße Azz in Hss des BrM KatWright 1242 s. v. „Addai'. Agg (mit Übs): GPhillips, The Doctrine of Addai, the apostle. now first ed. in a complete form usw. (Lo 1876), noch unvollständige: W Cureton, Ancient Syriac Documents (Lo 1864) 5/23 (6/23), von Azz: KdP 3; 12. Broekelmann •■'12*21*.
^) Agg: CTischendorf, Acta apost. apocr. (Lpz 1851) 2615. R ALipsins-MBonnet, Acta apost. apocr. 1 (Lpz 1891) 273/8, einer jüngeren Rezension: Lipsius-Bonnet 279,83.
*) Ag: LAlishan, Labubnea(i) diwanagir dpir Edesio(j) T(h)ug(h)tth) Abgaru (Ten 3868) (Anonym). Lerubna Edesazi kam K(h)arazutih;junk(h) srboyjn T(h)adei (Jerusalem 1868). Übs: L.A.lishan, Laboubnia: Lettre d'Abgar ou Histoire de la conversion des Edesseens par Labon- bnia, ecrivain contemporain des apötres (Ven 1868). Vg. PVetter, TQs 87, 610.
'") Hss: Urm 103 (J 171.3) 7». 160 (J 1890). Mos 86 (J 1711/2). Brl 75 (Sach 222. J 1881) 2°. N-Dsem 112 (J 1885). 96 (J 1882). Agg: AMS 1, 45,94, mit Übs: JBAbbeloos, AB 4, 50/131. RRaabe, D. Gesch. d. Dominus Märi eines Apostels des Orients (Lpz 1893).
•) Bickell 17, Duval 120/9, AHeisenberg, BZ 9, 581f. ThNöldeke, Üb. einige edessen. Märtyrerakten , in : Straßburger Festschr. zur XLVI. Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner (Straßb. 1901) 13/22. FCBurkitt(-EPreuschen), Urchristentum im Orient. 22 f. 89. 0 vGebhardt , D. Akten d. edessen. Bekenner Gurjas, Samonas u. Abibos. TnU 37 II.
') Hss : BrM 936 (Add 14644. 5/6, Jh) 10 ". 952 (Add 14645. J 935/6) 18». Agg : W C u r e t o n ,
r§ 5cde Ab(h)garsage. Die edessenischen Mart3-rerakten. Aswäuä. Papa. 29
eine unsinuigenveise trotzdem festgehaltene syncbronistisclie Angabe den letztei-en als Zeitgenossen des Pajistes Flavianus (236/50) bezeichnet, also verrät, daß die Blutzeugen vielmehr Opfer der Decianischen Verfolgung gewesen sein müssen. Als solche der Diokletianischen führen ihre Helden die Akten des Gürja und Semönä,') sowie diejenigen des Diakons Habbib(b)-) ein. die beide von demselben Theopbilos verfaßt sein wollen. Eine scheinbar peinlich genaue, iu der Tat aber stets von chronologischen Unstimmigkeiten belastete Datierung ist diesen Texten untereinander, die Fiktion einer Abfassung dxuxh Augenzeugen des Erzählten allen, diejenige einer archivalischen Hinterlegung, bzw. notariellen Beglaubigung der Urschrift wenigstens dem ei-sten Paare mit dem Addai-Apokryphon gemeinsam.
d) Aswiiiia^i lebte als Mönch in Edessa. wo seine Dichtungen in den ersten Jahrzehnten des b. Jhs noch gesungen wurden. Auch wußte man damals, daß er den Tod durch einen Sturz im Gebirge gefunden habe, als er den Himmelfahrts- wagen besteigen wollte, den der an Halluzinationen Leidende sich wie einst dem Propheten Elias bereit stehend wähnte.^) Nicht über das 9. Jh hinauf läßt sich dagegen eine Tradition verfolgen, welche ihn zum Lehrer . Ap(h)rems macht, ^) unter dessen Namen Stücke seines Nachlasses in liturgischer Überlieferung geraten sind. Ein die Feststellung dieser Sachlage gestattendes Zitat '^j eines in sechs- silbigem Metrum gehaltenen Liedes mit alphabetischer Aki'ostichis und dialogischem Inhalt geht auf ein Korpus von Totengesängen des alten Meisters zurück.
e) Päpä b 'Aggai,') B von Seleukeia-Ktesiphon bemühte sich im ei'sten Drittel des 4. Jhs um einen organischen Zusammenschluß der Christen des Sassaniden- reiches unter der Suprematie des Stuhles seiner politischen Hauptstadt, dessen Lihaber seitdem den Titel eines K führte. Bei nicht wenigen BB ist er dabei auf heftigen Widerstand gestoßen, der sich bis zu dem Versuche seiner Absetzung durch eine Synode verdichtete. Im Verlaufe dieser "Wirren soll er sich brieflich an die „abendländischen Väter" d. h. die BB der äußersten Ostprovinzen des
Ancient Syr. Documents 41/62. AMS 1,95/119. *) Hs: BrM 952. 19°. Agg: WCureton
63'72. AMS 1, 12030. Brockelmann 21*/30*. GMösinger, Acta ss. martyrum Edessenorum «sw. 1 (Innsbr IST-i). Vg. RDuval, Les actes de Scbarbil et les actes de Barsamya, JA' 14, 40/58.
') Hs: Jer Mkl 37* (15. Jh) 1°. Ag (mit t'bs): IgnERahmani, Acta sanct. cont'essoram (Jnriae et Shamonae cxarata svr. lingna a Tbeojihilo Edesseno a. Chr. 297 (E 1899). FCBurkitt, Eupbemia and the Goth with the Acts of martyrdom of the Confessors of Edessa ed. and examin. (Lo 1919i. Übs: in Verbindung mit Ag eines unmittelbar aus dem syrischen Original geflossenen griechischen Textes: OvGebhardt a. a. 0. 2/63. Ag eines armenischen: TerGMkertschian, Ararat. 1896. August. Übs desselben: FCConybeare, The Guardian 1897, 227 8. Vg. ABaum- stark in d. Akten des II. internationalen Kongresses f. christl. Archäologie [R 1901).
=) Hs: BrM 952. 20. Agg; WCureton 73/86. AMS 1, 144;60. Übs mit Ag des griechischen Textes: OvGebhardt a. a. 0. 64/101. Ebenda 102/228 Ag der sekundären griechischen und eines lateinischen Textes über die drei „edessenischen Bekenner".
») Philoienos, Brief an Patrikios f g 23 c) : IgnERahmani, StS 4, 83 f. 173. Antonios Rhetor {§ 44h), B 5. Kahmani a. a. 0. XXVlIf. *) Philoxenos a. a. 0. ") Antonios a. a. 0.
*) Bei Antonios. Vg. Kahmani XXVII.
") Das Zitat findet sich in einem VtS 92. 4" 39 als Toten- Madih>äsä Apfhirems unvoll- ständig und in Mosnler Hss der ßegräbnisliturgie anseheinend ohne Verfasserangabe vollständig erhaltenen Stücke. Ag: Rahmani a. a. 0. 85/7 (74f.), des römischen Bruchstückes: in der röm. .\p'h)rem-Ag. OpS 3, 324 (als „Funebris canon" 57). Da Antonios das sechssilliige Metrum als für A. charakteristisch bezeichnet, dürfte diesem noch ein zweites in demselben gehaltenes Bruchstück unter dem Namen Aph)rems zuzuweisen sein; der Toten-Qälä VtS 92. 3° 18. Ag: OpS Ap(h)rems 3, 326 (als „Funebr. can." 60j.
0 SynOr 46/8 (290/2). Akten des MUes : AMS 2, 266/8. EbS 45. ChrS 1, 86. MbS 8/16 (7/14). 'Am 13/5 (8t.). B'EKg 2, 27,34. BO 1, 186. 3i, 59. 346. Labonrt 16/28. Lübeck 11/4.
30 Die Literatnr bis zain Zeitalter der christologiscben Kämpfe. § öefj
römischen Reiches um Unterstützung gewandt und von ihnen eine förmliche An- erkennung seiner Ansprüche auf die Oberleitung der gesamten persischen Christen- heit erlangt haben.') Von seinen bischöflichen Gegnern wird eine ganze Reihe neben einem Andreas aus einem Kloster des Märe auch als schriftstellerisch tätig bezeugt.^) Von denselben soll ein D a v i d v Biisrä auf seinen Sitz verzichtet haben, um in Indien sich einer erfolgreichen Missionstätigkeit zu widmen. Ein 'Ab(hldis6' v Kaskar ist keinesfalls mit dem bloßer literarischer Fiktion an- gehörenden Archelaos zu identifizieren,^) den ein Hegemonios zum Träger einer um die Mitte des 4. Jhs griechisch abgefaßten Doppeldisputation mit Mani ge- macht hat,*) die von Hieronymus fälschlich für Wiedergabe eines syrischen Ori- ginals gehalten wurde.*) Ein Abraham v Testar ist ebensowenig näher be- kannt. Ein Gaddjahb v Bet(h) Lapat, Jöhannän v Maisiin und der*) näher- hin als Verfasser von Reden und Briefen verschiedenen Inhalts bezeugte Miles V Süs (Susa) ') sind zu Anfang der großen sassanidischen C'hristenverfolgung Märtyrer geworden. Das gleiche Schicksal hatte der frühere Archidiakon und spätere Nachfolger P.s Sem'on b Sabbä'e,«) 7 13. 4. 344 (oder 17. 4. 341?). Dem letzteren, von dessen außerdem erwähnten Briefen ") sich nichts erhalten hat. brauchen einige sichtlich besonders altehrwürdige Gesangstücke des späteren nestorianischen Ritus nicht notwendig mit Unrecht beigelegt zu werden."; Da- gegen erweist sich ein über die kirchliche Hierarchie als Abbild der himmlischen handelndes ..B der Väter"', das er einem Schüler Aggör gewidmet haben soll, auf den ersten Blick als ein sehr junges nestprianisches Pseudepigraphon.^')
f) Ap(h)rahat.'-) ist glaubhafter Überlieferung zufolge der ursprüngliche
') Über die in der Folgezeit verbreiteten Texte dieses Briefwechsels und ibre Unecbtheit § 19b. Noch weniger Vertranen vermag eine legendarische Biographie des angeblich fünften Nachfolgers des Apostels llär(j) mit Namen Ahäd(h)abftj, zu erwecken, die bereits bei MbS 6f. (öf). 'Am öf. (3f). B'EKg 2, 26 nachwirkt oder ans der hier vorliegenden Cberliefung heransgesponnen ist und mit einem durch den Nomokanon des 'Ai erhaltenen angeblich schon im 2. Jh dem Sitze von Selenkeia-Ktesiphon seine Selbständigkeit dem antiochenischen gegenüber zusichernden Briefe der „abendländischen Väter" zusammenhängt. Hs: Seert 108 (17. Jh) Anh. A. Sonderag des Briefes: BO 3i, 52/5. Vg. Labourt 10 f.
«) ChrS 1,83. AScher, EOG 11, 2f. ») Wie Scher a. a. 0. 3 möchte.
*) Erhalten in lat. Übs. Letzte u. beste Ag: ChHBeeson, Hegemonins. Acta Archelai (Lpz 1906 = Griecb. Christi. Schriftsteller d. ersten drei Jhe. Nr. 16). Vg. AdHarnack 1, 5-tOf. 2n, 163f. OBardenhewer, Gesch. 3, 266/9.
■*) De vir ill. § 72. Das tatsächliche Durchschimmern einer solchen suchte nachzuweisen KKeßler, Mani. Forschungen über d. manich. Religion 1 (Berl 1889) 87/171. Dagegen durch- schlagend ThNöldeke, ZDMG 43, 535/49. «) Durch 'Ai § 50. ') Sozomenos Kg II 14. Seine Akten: AMS 2, 260/75. *J Über seine Akten § 9e. Außerdem EbS 46,27. ChrS 1, 86/'95. MbS 16/9 (14/6). 'Am 15/9 (9/11). B'EKg 2. 34,6. 'Ai § 49. ») 'Ai.
•") Nach VtS 83 (Hüd(h)rä-IIs vom J 1537) fol 437 je die "Ünitih iä zur Komplet des ersten Fastendienstags und znr Opferung in der Messe des Weißen Sonntags, nach MbS 18 (16) das dem letzteren entsprechende Stück des Gründonnerstags, in den Hss Brl (Orqu 803) 30 m) XV, CmbrAddl966. 3''lr' die CmbrAdd 2036. 3»m?' und Pr 24. 30 x vielmehr Ap(h)rem zugeschriebene Tesböhtä für Fastensamstage. Agg der drei ersten Stücke: BrCh 2. 77 f. 450. 350. MKmosko, PS In, 1050, des vierten: Kmosko 1048/51. Über den Begriff der beiden Gattungen liturgischer Gesänge § 30g bzw. 8 g und 16 d, über die TesbChät(h)ä-Hss § 16 d.
") Hss: Brl 102(Sachl08. 16.Jh)IIP. Mos 61 (J 1695/6) II». 105 (beigebunden!) CmbrOo 1. 29 (17/8. Jh). Bs: KatSachau 360f. Ausführlichere Inhaltsangabe: Parisot, La Science Catholique 1890 Mai/Juni. Vg. WMaclean-WHBrowne, The Catholicos of the East and his people (Lo 1892) 183 f. Ag einer Textprobe: KdP 62 8.
") Bzw. Pharhäd(h). Georgios B der Araber (§ 41 c) : PdeLagarde, AnalS HO. VRyssel,
[g 5f. 6 Zeitgenossen Päpäs. Ap(h)rahat. 31
Name eines frühzeitig selbst gelehrten Kreisen wenigstens des monophysitischen Syriens nur mehr unter der Bezeichnung des ,.persischen Weisen'' bekannten Schriftstellers, den derselbe beim Empfange der Taufe oder bei Übernahme des bischöflichen Amtes mit dem Namen Ja'qöb(h) vertauscht zu haben scheint. Daß er in der Tat B und daß er aus asketischen Kreisen hervorgegangen war, ergibt sich aus seinen eigenen Äußerungen. Daß sein bischöfhcher Sitz, wie eine ver- einzelte Notiz will,*) in dem Kloster Miir(j) Mattai bei Mosul gestanden habe, widerspricht der sonstigen Ti'adition über die Grüudungszeit des späterhin als Hochburg des Monophysitismus berühmt gewordenen. Im J 337 vollendete er die 10 ersten, im J 344 die 12 weiteren von 22 „Reden"' oder ,.Briefen'', die von einer durch ihre Anfangsbuchstaben gebildeten alphabetischen Akrostichis zu einer Einheit zusammengehalten werden und einen unschätzbaren Einblick in die dogmatische Vorstellungswelt und die kirchlich-disziplinaren Verhältnisse der Christenheit des Sassanidenreiches gewähren. Aufnahme in die Sammlung hat als Nr. 14 auch ein Synodalschreiben gefunden, das vom Verfasser in einem Augenblicke schwerer innerer AVirren der persischen Kirche im Auftrage eines anderswo tagenden zur Übersendung an ein in Seleukeia-Ktesiphon versammeltes Konzil redigiert worden war d. h. vielleicht auf die Oppositionsbewegung gegen Päpa zu beziehen ist. Eine Ergänzung des Ganzen bildet die einen Abriß der ganzen AThchen Geschichte enthaltende Abhandlung ,.über die Traube'', die im 8. 445 entstanden ist.^) Den Nachlaß A.s hat schon Gennadius *) irrigerweise dem B Ja'q6b(h) v Nisibis (-(■ 438) zugeschrieben, unter dessen Namen sich der größere Teil desselben (Nr 1/19) in einer alten armenischen Übs,*) eine einzelne Abhandlung (Nr 5) auch in einem äthiopischen Texte erhalten hat.^) Nur in armenischer Übs leben Bruchstücke eines Schreibens fort, das ein edessenischer Zeitgenosse A.s, der BAit(h)allähä,'') ord. .T 23/4, f 345/(i, an die Christen- heit des Sassanidenreiches richtete.')
§ 6. Auf der Grenzscheide persischen und römischen Syrertums steht der Mann,' dessen Wirken im literarischen Leben der ostaramäischen Christenheit die Überwindung des gnostischen durch den großkirchlichen Geist besiegelte:
Georgs d. Araberbischofs Gedichte n. Briefe (Lpzl891) 45. BB 268. ChrS 1, 82f. EbS 15f. (6f.) B'EKg 2, 33f. (Vg. 1, 85f., wo der „persische Weise" vielmehr Büz(i)tis genannt wird.) 'Ai § 60. Bickell 18. CJFrSasse, Prolegomena in .\phr. Sap. Persae Sermon. Homileticos (Lpz 1878). JForget, De vitaet scriptisAphr. Sap. Persae (Löwen 1882). E Nestle, RePTK^l,Gllf. JParisot, PS li, 1X,LXXX. Wright 32f. Duval 225,9. Labourt31/9. FCBnrkitt(-EPreusch en), Urchristentum im Orient 53f. PSchwan, Afrahat, seine Person u. sein Verständnis d. Christentums (Brl 1909). OBardenhewer, Patrol.» 333/5. Lübeck 15 f. ') In der Es BrM 850 (J 1364).
') igäg: BrM.o'28(Addl4619. 6.Jh), derNrl/10: 529(Addl7182foll;99.J 473/4), der Nr 11/234: 530 (Add 171 82. fol 100/75. Jöll/2), TonXr23: 8.50 (Or 1017. J 13G4) 5»a. A_g;g: WWright, The homilies of Aphraates (Lo 1869). JParisot, PS li, ii. 1,490. Übss: GBert, TuU 3 in, der Nrn 1/4. 7. 12. 18. 22: GBickell, Ausgew. Schriften d. syr. Kirchenväter Aphraates, Rabulas u. Isaak v. Xinive (Kempten in BKv 1874) 7/151, engl.: JGwynn in Xicene und Postnicene Fathers 13, Vg. JMSchönfelder, TQs 60, 195/256. SFunk, D. haggad. Elemente in d. Ilomilien d. Aphrates d. pers. Weisen (Wien 1892). E Hartwig, Untersuchung zur Syntax d. Afraates. I. (Diss. Greifswald-Lpz 1893). KHConnoUy, Aphraates and Monasticism, JTSt 6, 52'2/39.
') De vir. ill. §1. *)Ag: NAntonelli, S. patris nostri J. ep. Nisibeni sermones
(R1756. nVien 1765). ») Ag: FrMEPereira in: Oriental. Studien. ThNOldeke z. 70. Gebtag. 877/92. •) ChrE z. den JJ 636 und 657. Chr in 288(215). M 1'20. 124 (1, 203. 248). B'E
Kg 1, 66. ') Ag: PThorosian, Fazmaweb 70, 559,67 nach der Es 822 der Mechitharisten- bibliothek tos SLazzaro.
32 l'ic Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kämpfe. S 6a|
A p I h) r e ra aus Nisibis, der nach dem Rückfalle seiner Vaterstadt an das Sassa- nidenreicli in Edessa den endgültigen Boden seiner Tätigkeit fand. Die Lebens- geschichte des „Propheten der Syrer"', wie die dankbare Verehrung seines Volkes ihn nannte, hat frühzeitig fromme Sage mit ihrem Gespinst zu umranken begonnen. Die Bedeutung seines Lebenswerkes bedarf keiner legendarischen rntcrstreichung. Überwältigend ist schon rein umfänglich die Masse des unter seinem Namen im Original und in mannigfachem fremdem Sprachkleide Erhaltenen, ohne gleichwohl auch nur entfernt das tatsächlich von ihm Geschaffene zu erschöpfen. Anderer- seits kann es freilich von vornherein keinem Zweifel unterliegen, daß jene Masse auch nicht weniges Unrechte und noch mehr Unsicheres enthält.
a) Eine Heraussähe griechisch unter dem Namen A.s erhaltener Schriften war schon seit 1431 in den lateinischen Ubss des ( 'amaldulensergenerals Ambro- sius, des PFZinus aus Verona und des GerhardVossius und 1709 im Original durch EdThwaites erfolgt. In umfassender Weise wurde eine solche in den drei von JSAssemani besorgten griechisch - lateinischen Eden der großen römischen Ag ^) (= OpG) in Angriff genommen, während die drei sj'risch-lateinischen Bde der- selben-) (= OpS), die der Maronite P. Mobarrek (..Petrus Benedictus"! SJ. bearbeitete und nach dessen __ Tode StEvAssemani zu Ende führte, erstmals eine Kenntnis der syrischen Überheferung erschlossen. Leider sind dieselben je- doch so wenig kritisch gearbeitet, daß auf einen Nachweis der hslichen Grund- lage grundsätzlich verzichtet wurde und für bestimmte Partien dieselbe nicht einmal nachträglich mehr zu ermitteln ist.^) Eine armenische A.-Ausgabe der Mechitharisten von S. Lazzaro bei Venedig^) macht gleichfalls ein Zurückgehen auf die Hss nicht überflüssig. Erst die Ergänzungen, welche der aus den Schätzen der Vaticana stammende syrische Stoff der römischen Ag aus Londoner, Oxforder, Pariser und orientalischen Hss namentlich durch JJOverbeck,") ThJLamy.*) für bestimmte Texte durch GBickell und durch den Patriarchen IgnERahmani') erfuhr, genügen in erhöhtem Maße bilhgen philologischen Ansprüchen. Eine auch den weitestgehenden Forderungen kritischer Editionstechnik gerecht werdende Neuag der griechischen und lateinischen A.-Ll)ss und der entsprechenden syrischen Originale hat S JMercati mit einem drei metrische griechische '/.öyoi enthaltenden ersten Faszikel eröffnet.*) Um die Verdeutschung syrischer wie griechischer A.- Texte bemühte sich mit besonderem Eifer der Benediktiner P Zingerle."; dessen
') S Patris nostri Ephraemi Syri op. omnia quae ex?tant graece, latine, syriace iu sex tomos distributa . . . nunc primnm . . . e bibliotheca vaticana prodeunt. 1/3. Graece et latine (R 1732/46). ') S Patris usw. 1,3. Syriace et latine (R 1737,43). ') Erbracht ist ein Nachweis -der in Be-
tracht kommenden Hss nunmehr, soweit niüglieh, durch FCBurkitt, TaSt 7n, 6/19.
*) 4 Bde. (Yen 1836). ') S. Ephr. .?yri. Rabnlae, Balaei aliornmque op. selecta (Ox 18651. •) S. Ephr. Syri hymni et sermones. 1/4 (Mecheln 1882,1902). ■) AuDer den StS. und der unten S. 41 Ak. 14 zu zitierenden Ag kommen noch zwei als Fortsetzung der letzteren gedachte Bde (ohne Titelblatt, der zweite unvollständig) in Betracht f^Rahmani 2 bzw. 31, die anscheinend nicht in den europäischen Buchhandel kamen und mir in einem durch AdRücker aus dem Orient mitgebrachten Exemplare zugänglich waren. Ein anderes im Besitze von HGoussen.
') S. Ephr. Syri Op. Text, syriacum, graecum latinum ad fid. codd. recensnit, prodogomenis, notis, indieibus instruxit. Tom. 1. Fase. 1 iR 1915).
') Vorzugsweise in den beiden Sammlungen: Ausgewählte Schriften d. hl. Kirchenvaters Ephr. aus d. Griech. u. Syr. übersetzt 1,6 (Innsbr ISSO,*. '1845/6). Ausgew. Schriften d. hl. Eph. ans d. Syr. u. Griech. übersetzt 1/3 (Kempten in BKv 1870,6). Englische Übss der OpS 2. 396. 3, 209. 1,tO. 1. 164 beginnenden Stücke: JBMorris, Select Works of S. Ephrem the Syrian
[§ 6b Ap(h)rem: Ausgaben. Quellen über ihn. 33
Erbe in der Neubearbeitung der BKv SEuringor und AdRücker ange- treten haben.')
b) Unter den Quellen über Person, Leben und literarisches Schaffen A.s*) würden von ihm selbst gemachte Angaben oder Andeutungen naturgemäß eine über- ragende Bedeutung behaupten. Doch sind solche in unzweifelhaft echten Schriften nur selten. Einige als Ganzes hierher gehörende Stücke unterliegen mehr oder weniger starken Bedenken. Obenan steht das in verschiedenen Rezensionen des syrischen Ori- ginals") und einer griechischen Ubs^) erhaltene „Testament"', eine poetische Abschieds- rede des Sterbenden in siebensilbigem Metrum, in der nach Abzug von Interpolationen und eines erzählenden Anhangs ^) ein echter Kern kaum zu verkennen sein dürfte. Geringeres Vertrauen erweckt eine kürzere syrische Dichtung, in welcher der Dichter sich in Gebetsform der Strenge und unverbrüchlichen Treue seines aske- tischen Lebens rldimt.") Nur eine griechische Überlieferung besitzen drei demütige Selbstanklagen, die vom Standpunkte mönchischer Askese aus vielmehr die Ir- rungen einer gottentfremdeten Jugend beweinen,") und ein mit einem solchen auf die vierzig Märtyrer von Sebaste *) eng zusammenhängendes iy-Mouinv auf Basileios,*) das eingehend einen angeblichen Besuch A.s bei dem großen Kappa- dokier schildert. Mit dessen Schüler 8em'6n v Samosata wird mindestens in einer von drei verschiedenen Rezensionen eine syrische Prosabiographie in Verbindung
(Ox 1847), hauptsächlich aus OpS: HBurgess, Select metrical bymns and homilics (Lo 1853). weitere: JGwynn iu: Nicene and postnicene Fathers. 13.
') BKv* 37: D. hl. Ephr. d. Syrers ausgew. Schriften. Aus d. Syr. u. Griech. übs. (Kempten- Münch. 1919). Hier S. I XLVII auch eine sehr gute „Allgemeine Einleitung" über A. und seine Werke; entsprechende „Prolegümena" : Lainy 1, XXI/LXIl. Mit genauen Angaben über die der römischen Ag vorangegangenen Veröffentlichungen. Ders.. Universite Cathol. (Lyon) 3. Nr 3 (vom 15. 3. 18'.W). Vg. auch Bickell 18/21. Wright 33,7. Duval 75;7. 331/7. OBardenhe wer, Patrol.' .395/400 bzw. von sonstigen zusammenfassenden Arbeiten über A. als Exegeten: CALengerke, Commentatio critica de Ephr. Syro s. scripturae interprete (Halle 1828). Ders., De Ephr. Syri arte hermeneutica (Königsb 1831). Th JLamy, EB. 2, 5/25. 161/181. 465/86, über A. als Dichter: CFerry, S. Ephrem poete (These. Pr 1877). ABaumgartner, Gesch. d. Welt- literatur' 1 (FrbgB 1901) 179/205. Ders., St. aus Maria Laach 50, 196/213. BSchmidt, D. BUdersprache in d. Gedd. des Syrers Epbräm. Teil 1 (Diss. Breslau 1905), bzw. AH aase, S. Ephr. Syri theologia, quantum ex libris poeticis cognosci potest, explicatur (Diss. Halle 1869).
*) Lamy 4, IX.XLI („De fontibus vitae s. Ephraemi Syri"). Zusammenstellung der griechi- schen: OpG 1, XXI/LI. In Betracht kommen auDer den Hauptquellen vor allem ChrEd, EbS und Ps.-D z. J 684. ChrM 144, 197, 203, 298 (112, 151, 156, 223). Weitere anonyme Chronik: CSCO. Ser III. 14, 5. ChrS 1, 83/5. 179/87. M 124. 133. 135. 138, 140 (1, 246 f., 260, 266, 271, 297). B'EWg 62f. (65f.). Kgl, 69f. 107f. Theodoretos Kg II 26, IV 26. Hist. Laus. § 101. Apophthegm. Patr: PG 65, 1698. Hieronymns. De vir. ill. g 115.
ä) Hsg: BrM 765 (Add 14666. fol 57/64. 7. Jh)l°. 791(Addl4624. 9. Jh)l». VtS 117 (12. Jh) 45°. VtB 45 (17. Jh) 2°. Mos 90. 4«. 101 (17. Jh) Anh. 1°, einer abweichenden Rezension: Brl 68(Sach 229. 16/7. Jh) VI», einer gekürzten Textgestalt: BrM 752(Addl4582. J816)3». Agg: OpG 2, 395/410. Overbeck 137/56 (XXVri;XXXIII), nach der Berliner Es: PBedjan, Liber superiorum usw. {Pr 1901) 681/96, mit KoUation der früheren: EDuval, JA" 18, 24,3/83. Übs und Kommentar: Th JLamy , Compte rendu. IV. Congr. intern, des Catholiques 16 — 18 Aoüt. Fribourg lf^02. Sciences religieuses 173,209. Vg. JHalevy, JA" 19, 144/6 (über Zitat von Hss 10,11).
*) Agg: OpG 2, 2.30/47. ') Über ein Gespräch des Sterbenden mit einer Jungfrau Lam- protata. ') Ag nach mehreren liturgischen Hss: IgnERahmani, StS 1, 12f. (Uf.).
') Farbloser "E/.ty/oi airol xai iiofto/jiyr,ati. ITeoi ^ößov xjrv/wv, WO der Verfasser sich zu An- fang ausdrücklich als 'Eifodiu nennt. Zweiter "Ehyyoe airis xa\ liouo).6yr^oti mit allein bestimmten persönlichen Angaben. Agg: OpG 1, 18/23. 183/7. 119/94. Verwandt auch ein .Id/oj <äoxi;T«de, Ag: ebenda40;70. Übs: Zingerle, BKv 3, 306/50. ") Ag: OpG2,341/56. »} Ag: Mercati 1, 11.3/88. D.iamstark. Gcschiclit« der .syrischen Literatur. •■>
34 Die Literatur bis zum Zeitalter der christologiscben Kämpfe. § 6bc]
gebracht, die indessen bereits ein recht legendarisches Gepräge trägt.') Sie wirkt auf dem griechischen Sprachgebiete neben dem „Testament"', wo nicht schon bei . ^ Sozomenos,^) so doch in einem wohl entschieden zu Unrecht als Werk des t*tUt>rf I Gregorios v Nyssa überlieferten iyxdiutov nach,'') von dem wieder die neben einen anonymen griechischen Bioc *) tretende A.- Biographie des Metaphrasten abhängig ist.^) Dagegen verrät auf dem syrischen ein Preisgedicht des. Monophysiten -f ^^^ Ja'qöb(h) v Serüg(h) (§ 24c)'') noch keinen Einfluß ihrer sagenhaften Überlieferungen.
c) Das Lebensbild A.s, das sich aus diesen Quellen ergibt, ') läßt an nicht wenigen Punkten die wünschenswerte Sicherheit vermissen. In Nisibis unter der Regierung Konstantins d Gr, genauer wahrscheinlich in den ersten JJ derselben, geboren, wäre er nach einer Uberlieferungsvariante *) der Sohn eines dortigen heidnischen Priesters und einer aus Amida stammenden Mutter, nach einer anderen,") zu deren Gunsten vielleicht sein Selbstzeugnis '") geltend gemacht werden kann, vielmehr ein Kind christlicher Eltern gewesen. Daß er, wie berichtet wird, erst im 18., wenn nicht sogar 28. Lebensjahre die Taufe empfangen habe.^') wäre auch im letzteren Falle durchaus denkbar. Daß er seinen B Ja'q6b(h), den er selbst'") als den Lehrer seiner Jugend bezeichnet, schon 325 zum Konzil nach Nikaia begleitet habe,'-') ist dagegen weniger glaubhaft. Sagenumwoben ist auch die Rolle, die er an dessen Seite während einer Belagerung von Nisibis durch die Perser im J 338 gespielt haben soll.'*) Ein Gleiches gilt von seinem deshalb aber keinesfalls geradezu in Zweifel zu ziehenden Anschluß an das mönchisch- asketische Lel)ensideal. Die 363 erfolgte Abtretung von Nisibis veranlaßte ihn zur Auswanderung nach dem im römischen Besitze verbhebenen Gebiete. Nach vorübergehendem Aufenthalt in der Landschaft Bet(h) Garmai und in Amida lebte er seit 365 in Edessa wohl als Lehrer der vielleicht von ihm selbst erst be- gründeten dortigen „Schule der Perser"' und ist hier 9. 6. 373 gestorben.'") Daß
') Hsä je einer der drei Rezensionen: Vt 117 (12. Jh) 76». Pr 25 (Anc fonds 144. 13. Jh) 170. BrMOr 4404 (19. Jh) fol. 73 ff., nnsicher welcher: Seert 63 (15. Jh). Mos 86 (J 1711,2). X-Dsem ^*.At^ 112 (J 1886). 113. Agg_der röiakchen Rezension: BO 1, 26/55. OpS 3, XXIII/XLIII. Uhle-
mann 1/27, von Azz: Wenig 39/41. Zingerle 204/11, der Pariser Rezension: Lamy 2, 389. AMS 3, 621/65, iinvollst.: Brockelmann 30*/50*. ^- »■ 23 43, von Azz: GBickell, ZDMG 27, 600/4. Über die Londoner Rezension: Lamy 4, XLf. Über eine armenische Übs des 12. Jhs: P Martin, Hist. de TEgl. d'Edesse (Pr 1889), 127. Ein Az anscheinend aus der dritten Rezension : ChrS 1, 291/9. Ein syrisches Eomjendium z. B. in den Hss: Vt 155 (J 1515) 7". 39. Brl "201 (Sach 165. 14. Jh) fol 6» r. Ox 142 (Marsh fbl)"25°."AggT~BO'ir25f. bzw. Wenig a.a.0.38f. Lamy2, VIII f. Vg. Lamy 4, XXVIII. Sem'ön wird in der ChrS als Verfasser, im Anfang der dritten Rezension neben einem anderen A.-Schüler Thomas als Gewährsmann bezeichnet.
2) Kg III 14. 16. ') PG 46, 819/50. OpG 1, I/XIX. Vg. EXestle. RePTK' 5, 406 f. KHoll, Amphilochius v Ikonium (Tübingen-Lpz 1904) 196. ThSinko, Nazianzeuica 1 (Krakan 1906) 31f. OBardenhewer, Gesch. 3, 208. *) Ag: OpG 1, XXIX XXSIIL ") Ag: OpG 1, XX/XXIX. «) Ag: AMS 3, 665/79.
■) JAlsleben, D. Leben d. Hl. Ephraem d. Syrers (Brl 1853). Lamya. a. 0. EBonvy. Les sonrces historiques de la vie de S. E., Rev. Augustinienne 1903 ii, 155/64. Bardenhewer, BKv* S7, XII/XVII. ®) Syr. Biographie. ') Anonymer griech. Bio;, die syrisch-maronitiscbe und griech. Syuasarüberlieferung. Vg. BO 1, 26. OpG 1, XXXIII f.
">) Geg. d. Irrlehren 26: OpS 2, 499. Üb. d. Jungfräulichkeit: Ag Rahmani 103. Über- einstimmend auch der ausführlichere Vs/ifvjfo;. ") Ersteres nach der zweiten n. dritten, letzteres nach der ersten Rezension der syr. Biographie. '■') Nisiben. Gedichte 13 Str 5. 14. 17. 19; 14
Str 26; 16 Str 17; 17 Str 11. " ") M 1"24 (1, 246 f.). '*) Theodoretos II 26. M 135 (1, 266^
") So übereinstimmend die beiden ältesten hier in Betracht kommenden Zeugen ChrE und Ja"q6b(h) v Edessa: ChrM 5(5) bzw. 299 (2"23). Ebenso ChrM 203(156) bzw. CSCO Ser. III. 14, 5. Über Varianten des Todestages bei den Späteren (8, 18 oder 19. 6) Lamy 4, XXVIII.
[§ 6de Ap(h)rem: Lebensbild. Literarischer Nachlaß. Übersetzungen. 35
er den Vortrag seiner sangbaren Dichtungen durch Jungfrauenchöre persönKch leitete/) dürfte auf guter Überlieferung beruhen. Seit wann er die Diakonats- weihe besaß, bleibt ungewiß. Die Tradition von seiner Reise nach Kaisareia, wo er sie von Basileios empfangen hätte,'-) erfährt entweder durch dessen rühmende Zitierung eines ungenannten SjTcrs oder ]\Iesopotamiers ') eine entscheidende Be- stätigung oder sie stellt die dichterische Weiterspinnung einer an sich keineswegs zwingenden Deutung jener Zitate auf A. dar. Sicher ungeschichtlich ist die Nachricht von einem achtjährigen Aufenthalte A.s auch in der Einsiedlerwelt Ägyptens. *)
d) Der literarische Nachlaß A.s°) wird auf nicht weniger als 3000000 Textzeilen beziffert. ") Seine originale Uberheferung ist nur teilweise eine wirklich literarische, in sehr großem Umfange dagegen entsprechend einer schon rund zwei Jahrzehnte nach dem Tode des Verfassers bezeugten ' ) gottesdienstlichen Ver- wendung eine liturgische gewesen, bei der die Gefahr einer Beimischung fremden Gutes, wie diejenige mannigfacher textlicher Veränderung auch des ursprünglich Echten von vornherein im höchsten Grade gegeben war. Eine äußere Gewähr der Echtheit bieten im Grunde nur die meist bruchstückhaft erhaltenen Exemplare literarischer Buchagg noch aus vorislamischer Zeit und ausdrückliche Zitate vor allem gleichfalls dieser Zeit, wie sie bei dem Monophysiten Philoxenos von der Wende des 5. zum 6. Jh vorliegen. Für eine Ausscheidung von Echtem nach inneren Kriterien ist eine Beobachtung der Evangelienzitate von Bedeutung, da A. in der Regel nur das Diatessaron benutzt zu haben scheint.*) Besondere Vor- sicht Tst einer jungen pseudoliterarischen Überlieferung gegenüber geboten, die einzelne dem Kultgebrauche entnommene Stücke in das bunte Textmaterial un- kritischer Miszellaneenhss aufnimmt oder wohl auch zu neuen nicht mehr litur- gischen Sammlungen vereinigt.
e) Übersetzungen ^) haben "Werke A.s schon zu dessen Lebzeiten ins Griechische erfahren. ") Poetischen Stücken gegenüber hat man sich dal)ei mindestens teilweise eine Nachbildung der silbenzählenden Metrik der Originale auferlegt, die ihre Einbürgerung auch im griechischen Sprachgebiete wesentlich diesen Übertragungen altsyrischer Dichtungen verdankt.^') Eine Sammlung von 49 asketisch -parainetischen löyoi A.s hat Photios gelesen, ^^) wie es denn über- haupt vorzugsweise die Kreise des griechischen Mönchtums waren, welche dem Syrer warmes Interesse entgegenbrachten. Die ihren geistigen Bedürfnissen
') Ja'qöh(h) v Serngfh).
*) So nächst dem iy/.ibiuop anf Basileios auch Ps.-Gregorios v Nyssa, der anonyme jerie- cbiscbe /3<o.- und vor allem die syrische Biographie, bzw. in stärkster Abhängigkeit von ihr die fälschlich Amphilochios zugeschriebene griechische des Basileios. Ag: Combefis SS Pntrum AmphUochü . . . op. omnia 155,22.5, des einschlägigen Stückes auch OpG 1, XXXIV/XXXIX.
') 2 in Hexaem. 6. De SpS. 19 § 74 (PG 29, 44 ; 32, 208). *) Syrische Biographie.
') ChrS 1,211. 'Al§52. Lamy 1, XXI/XXXII f„Testimonia veteram de scriptis S. Ephraemi"). Ebenda XLl/LXII über die Originalüberliefernng in den Hss von Rom, London, Paris und Oxford. Bardenhewer, BKv' 37, Vif. und im einzelnen XVII;XLVII bzw. BO 1, 63/149. Für das kri- tische Problem grundlegend: FCBnrkitt, S. Ephraims Quotations from the Gospel (Cmbr 1901. TnSt 7ii). «) Sozomenos III 14. ^ Hieronymus um 392. ») FCBnrkitt a. a. 0. 56.
Doch vg. ders., Ev. da-Mepharreshe 2, 186/9.
») Lamy l.XXXII/XLL Bardenhewer, BKv« .37, VII/XIII. '») Sozomenos. Ein in der sonstigen Überlieferung nie wieder auftauchendes „de Spirita Sancto graecum volnmen" A.s ver- sichert Hieronymus gelesen zu haben. ") WMeyer v Speier, Abh. Bayr. AW 17ii, .363/76. Ders., Fragmenta Bnrana, in: Festschr. z. Feier d. hnndertfünfzigjähr. Bestehens der k. Ges; d. Wissensch. zu Göttingen (Brl 1901) 149/52 (= Gesammelte Abhandlungen 2, 105/15 bzw. 7/11). '■-) Bibl. Cod. 196. Auch OpG 1, XLVII/L.
3*
36 Die Literatur bis zum Zeitalter der christologiscben Kämpfe. g 6e]
entspreclu'iulen Schichten seines literarischen Erbes haben demgemäß in erster Linie Übersetzung und Naclibihlung gefunden, wobei die Produkte einer letzteren unter dem Namen A.s selbst weiterlebten. Die hsliche Überlieferung des unter diesem heute griechisch Erhaltenen*) scheint ül)er das 10. .Tb nicht hinaufzureichen, und wohl das meiste trägt ihn hier, wenn nicht schlechtliin mit Unrecht, so doch nur mit sehr bedingtem Recht. Auffallen muß schon in höchstem Grade, vne verhältnis- mäßig selten syrisch vorliegende Stücke in giiechischer l'bs wiederkehren. Mehr- fach sind sodann einzelne Texte auch unter andere Namen wie Ohrysostomos, ") Makarios "j gestellt worden, und sogar an Beispielen einer Überlieferung von Splittern echten Chrysostomosgutes unter der Flagge A.s'*) fehlt es ebensowenig als mindestens an pinem Falle, in welchem für das Original einer tatsächlichen griechischen l'bs durch glaubhaftere orientalische I^berlieferung ein anderer Syrer als Verfasser bezeichnet wird. ^) Schließlich wird günstigsten Falles stets wenigstens damit gerechnet werden müssen, daß die alten Übss bei einem vielhundertj Übrigen Gebrauche als praktische Erbauungslektüre unwillkürlicher Entstellung und be- wußter Überarbeitung verschiedenster Art kaum zu entgehen vermochten. Die armenische Übs A.schen Nachlasses pflegt gleichfalls wenigstens noch dem 5. .Tb zugewiesen zu werden. In der Tat dürfte sie mit der auch auf den Gebieten der Liturgie und Kunst wie in der Entwicklung des armenischen Bibeltextes sich geltend machenden starken aramäischen Beeinflussung des jungen armenischen Christentums in Zusammenhang stehen, die aus politischen Beweggründen durch die Sassaniden begünstigt nnd durch die Schule Mesrops überwunden wurde. ^) Demgemäß wird durchweg ein Anschluß an sjTische Originale zu imterstellen sein. Eine Bereicherung um unstreitig echtes Gut erfährt die Originalüberlieferung dabei in armenischer Sprache zweifellos ungleich mehr als in griechischer. Doch tragen auch hier den Namen A.s einzelne Stücke mit so augenscheinlichem Un- recht wie ein Dialog zwischen ihm und Ishäq über das Datum der Weihnachts- feier und eine Schrift über die Gründung der ersten Kirchen in Jerusalem. ") Von •weiteren nicbtsjTischen A.-Texten sind einzelne koptische Wiedergabe griechischer lind deshalb nicht günstiger zu beurteilen als die griechische Textüberlieferung selbst.*) Das gleiche gilt wie für eine kirchenslawische,") so auf dem Gebiete des
1) Über den Bestand der hslicheu Überlieferung OpG 1, rUI/CCIII. 2. II XIY. 3, XLIX LH.
') PG 56, 537/42 bzw. 48, 1067/70 stehen unter diesem die /.6/oi über Abrabam nnd Isaak und über das Priestertnm: OpG 2, 312/18. 3, 1/6.
') Vg. JGildemeister, Üb. d. an d. künigl. preuß. Universität Bonn entdeckten neuen Fragmente d. Mncarius (Lpz 1866). Ders., Üb. d. in Bonn entdeckten nenen Fragmente d. M. Zweites Wort (Elberfeld 1867). *) Bruchstücke nachgewiesen von SHaidacher, ZKT 30.
178/83. Die letzte der 9 Ch -Homilien über die Buße (PG 49, 343/50) unter dem Xamen A.s OpG 3, 608/10. Vg. OBardenhewer, Gesch. 3, 340.
") Ishäq <„v Antiocheia"> für den /.dyo:; über die Verklärung Christi. Ag: OpG 2, 41/49. Übss: PZingerle, BKv 1, 235/47, SEuringer, BKv* 37, ISlj^ö. Vg. GBickell, S. Isaaci Antiocheni doct. Syror. op. omnia 1, VIII unter Nr 200. ") SWeber, D. kathol. Kirche in
Armenien (FrbgB 1903) 187. ETer-Minassiantz, D. armen. Kirche in ihren Beziehungen zu d. syr. Kirchen (Lpz 1914) 1/29. JStrzygo wski, D. Baukunst d. Armenier u. Europa (Wien 1918) 668/72.
') Ag: N.TMarr, Texte u. Untersuchungen zur armen.-georg. Philologie (Petersburg 1900. Russisch). Die, bei dem ersteren Ptück iu armenischer Transkription erhaltene Vorlage war zwar in der Tat eine syrische, dürfte aber in Palästina bodenständig gewesen und auch erheblich jünger sein als die Zeit A.s. Vg. CBrockclmann. ZDMG 56, 616 f.
') So das Bruchstück eines koptischen Textes des Mcmrä über die Verklärung unter dem Namen A.s (Ak. 5) bei EA WBudge, PSBA 9, 317/29. Vg. ferner unten S. 49 Ak. 11 von S. 48.
») Bs einer Ag (Moskau 1701): OpG 2. XIV/XIX.
[§ 7 a Ap(h)rem: Übersetzungen. Gesicherte Prosawerke. 37
arabischen für eine im Jahre 980 Ton dem melchitischen Protospathar Abraham, Sohn eines Antiocheners Johannes, gefertigte Übs von rund 50 A.-Stücken asketisch-moraUschen Inhalts. \) Anderes, was auf konfessionell sjTisch-jakobitischem Boden namentlich in Kais-Hss auftritt, läßt eher eine syrische Vorlage erwarten. Auf das Mittelglied einer arabischen dürften äthioi)ische A.-Texte zurückgelien. Lu Abendland konnte eine Weiterübersetzung A. zugeschriebener Texte ins Lateinische zunächst nur aus dem Griechischen erfolgen. -) Zwischen dem Syrer und Isidorus v Sevilla schwankt die hshche Überlieferung hier bezüglich der Zu- weisung einer Predigt „de fine mundi", ") die einen Ansatz um die Wende vom (i zum 7., aber auch einen solchen schon in das ausgehende 4. Jh erfahren hat. *) Im allgemeinen nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Echtheit syrisch nicht erhaltener Stücke um so mehr ab, je mittelbarer der Zusammenhang mit dem Urtext sein müßte, und selbst für die Textkritik erhaltener Originale vermöchten Tochtertexte zweiten und dritten Grades kaum mehr irgend einen Gewinn ab- zuwerfen.
§ 7. Von der literarischen Persönlichkeit Ap(h)rems gibt, was nach Maß- gabe der Überlieferungsverhältnisse als für ihn gesichert gelten kann, ein Bild, dem kaum irgend ein wesentlicher Zug fehlen dürfte. Einen Gebrauch der Prosa auf den Gebieten der Bibelerklärnng und der theologischen Polemik ergänzt ein solcher auf denjenigen, wo nicht geradezu der mündlichen Beredsamkeit, so doch einer mit ihr stilistisch nächstverwandten Abhandlung und des Briefes. Vor allem ist es aber die gebundene Rede, deren er sich für ein ungemein fruchtbares Schaffen bedient. Die sangbare Poesie des Mad(h)rksä wie die nicht sangbare des Mpmrä werden von ihm gepflegt, wobei im Rahmen der ersteren auch eine sijäterhin den Xamen der S6g(h)it(h)a tragende Art akrostichischer Dichtung an ihm einen bahnbrechenden Vertreter hat und unter einer Reihe umfassender Sammlungen gleichartiger oder vermischter poetischer Texte diejenige der sog. Nisibenischen Gedichte eine hervorragende Stellung einnimmt.
a) Als Prosaiker hat sich A. zweifelsohne in nicht wenigen exegetischen Arbeiten betätigt.*) In nestorianischen Kreisen späterer Zeit glaubte man an Erklärungen zum Pentateuch, den sämtlichen ,.f ruberen" und ,.späteren" Propheten des masoretischen Kanons, Dan, Job, dem Psalter, der Chron, dem Diatessaron und den Paulusbriefen. ") Da aber A. selbst sich auf eine von ihm auch in poetischen Formen geübte Exegese bezieht, ') werden durch jenes unmittelbar
') Hss: VtA 67 (J 1325). 68 (J 1329). 463 fj 1635). 625 (J 1715). BrMArnndOr 1 (J 1344). PrAr 135(Ancfonds57). Ox (Codd. ehrist. serm. et litt. arab. espr.) 88 Nicoll-Pnsey (Bodl 571) 60 Uri (Marsh 477). Vg. BrMOr 1.3.32. 1333. 1334. PrAr 136 (Snppl 69). 137 (.\nc fonds 55). 138 (Snppl 67). 139 (Anc fonds 56) P. ßs des Inhalts nach den römischen Hss: BO 1, 149/56, nach der ersten Londoner: Lamy 4, XXXVIII/XL. Der Name des Übersetzers in VtAr 68, das Datum seiner Arbeit in der ersten Pariser Hs. allerdings verbunden mit der unrichtigen Behauptung des Zngmndeliegens syrischer Texte.
») Nachweise einschlägiger Hss: OpG 1, LXXXlf. "jAg: CPCaspari, Briefe, Ab- handlnngen u. Predigten aus d. zwei letzten .Tbh. d. christl. Altertums u. d. Anfang d. Mittel- alters (Cristiania 1890) 208 20. Vg. 429/72. ♦) Er.steres durch den Herausgeber, letzteres durch WBousset, D. Antichrist in d. Überlieferung d. Judentums (Göttingen 1895) 21/5.
'-) ThJLamy, EB 183, 5/25. 161/8. 46.Ö/86. •) ChrS 1, 211. Bei 'Ai bleiben Job, Chron
und die beiden NTlichen Kommentare unerwähnt. '•} OpS 1, lA mit speziellem Bezug auf Gn
38 Sic Literatar bis znm Zeitalter der christologischen Kämpfe. § ^ab:
wohl nur auf Anführungen zweiter und dritter Hand beruhende Zeugnis nicht ohne weiteres entsprechende Prosakomnientare gesichert. Erhalten haben sich im Original solche zu Gn und dem größten Teile von Ex, 'j in armenischer l'bs diejenigen zu der Evangelienhamionie des Tatianos-) und den Paulinen, ^) neben die für das AT armenisch Zitate einer Katene zum ganzen Pentateuch, Jos. Eicht, Sm, Kge und Chron *) und ein Fragment der lob-Erklärung *j treten. Der Bekämpfung der Lehren Manis, Markions und Bardaiskns ist die Prosa A.s in einem umfangreichen Werke ..Gegen die Irrlehren an Hy- patios" *) und in einem solchen ,.an Domnos" ') gewidmet, von welchen das erstere durch eine von den Anfangsbuchstaben seiner 5 BB gebildete Namens- akrostichis urkundlich signiert ist. Eine ausdrückliche Bezeugung durch Philo- xenos*) vereinigt sich mit dem Alter der hslichen Uberliefening für einen langen prosaischen Memrä ..Über unseren Heri-n", in dem eine nicht polemisch orientierte Darlegung der nicänischen Theologie die Form eines begeisterten Preises der Gott- heit und des Erlösuugswerkes Christi annimmt. ®) Nur durch Philoxenos erfahren wir von einer Rede über den Prolog des Jo-Evangeliums.^") Bloße Trümmer haben sich auch von einer Fünfzahl von ,.Reden über das Erbarmen des Aller- höchsten" erhalten. ^^) Von Brieflichem scheinen trotz einer Überlieferung in Hss erst der islamischen Zeit ein Schreiben an Asketen im Gebirge von Edessa'-) und das Bruchstück eines solchen an einen Publios oder Popilios durch die Be- schaffenheit ihrer Evangelienzitate ihre Echtheit zu erweisen.-'*)
') Hss: VtS 110 (6. Jh), von Bruchstücken zu Gu : VtS 120. Äg: OpS 1, 1/115. 194/225. Vg. DGerson, D. Commentarieu d. Ephr. Syruä im Verhältnis zur jiid. Exegese. Monatsschr. f. Gesch. u. Wissensch. d. Judentums 17, 15/32. 64/72. 98/109. 141/9. MTreppner, Ephrem. d. Syrer u. seine Explanatio d. vier ersten Kapp. d. Gen. (Passau 1893).
-) Mechitharistenag 2, 5,260. Übs: JBAucher-GMösinger, S Epbraemi Sj-ri evangelii concordantis expositio (Ven 18761. Dazu J H H i 1 1 . A dissertation on the Gospel Commentary of
5. Ephrem the Syrian (Edinbui'gh 1896) auf Grund einer Nachprüfung der armenischen Hss. Sammlung syrischer Zitate in späterer Literatur: JE Harris, Fragments of the oomment. of Ephrem Syrus npon the Diatessaron (Lo 1895). Vg. über einzelne Stellen J A F i n d 1 a y , The London Qiiarterly Review 1912. 70/92.
') Mechitharistenag 3. Übs: S. Ephr. Syr. Commentarii in epist. D. Pauli nunc prim. ex armen, in lat. serm. a Patribns Mechitharistis translati l Ven 18ä3), der darin enthaltenen Er- klärung eines apokryphen 3. Kor: P Vetter, D. apokryphe dritte Korintherbrief iWien 1894) 80/97. *) Mechitharistenag 1. Vg. danach P deLagarde, Üb. d. Hebräer Ephraims v Edessa zu Gen 1—38, in den AbhdI. GWG 26, 43/46. Auf die hsliche Überlieferung geht zurück AVardanian, Handes Amsorya 26, 544/55.
») Ag: AVardanian. Handels Amsorya 26, 617/26. 666/71.
») ChrS 1, 211. 'Ai. Hss der BB 1 und Anfang von 2: BrM 535 (Add 14374. fol 1/19.
6. Jh), des B 1: 533 (Add 14570. 5/6. Jhl 1». 734 (Add 145S1. 6. Jh), des Restes (der Hs 535): 781 (Add 14 623) als Unterschrift eines Palimpsests. Agg der BB 1 und Anfang von 2: Overbeck 21/73, des Ganzen mit Übs: CW Mitchell, S. Ephraim's prose refutation of Mani, Marcion and Bardaisan (Lo 1912). ^ Hs : BrM 781 als Unterschrift eines Palimpsests. Vg. KatWright 766. Mitchell 1, Preface. Eine Ag ist von letzterem zu erwarten. Eine Stelle aus einem pro- saischen Memrä gegen Bardaisan. die möglicherweise zu diesem Werke gehörte: Brl 27 (Saoh 302. 7/8. Jh) 7». Ag: KatSachau 110 f.
*) Vg. Lamy 1. 145. ») Hss: BrM 533. 2», vielleicht auch Ox 153 (Marsh 711) 25».
K-D^-em 116. IP. Mos 100. 11«. Ag: Lamy 1, 147,274. '<>) Ag seiner Zitate: Lamy 2. 511/6. Vg. Bnrkitt ,i9/65. ") Hss nur mehr zweier: BrM 935 (Add 14e54. 6. Jh) 4» c. " 773 (Add
14614. 8. Jh) 3". 816 (Add 14613. 9,10. Jh) 18». Ag: Overbeck 105/12. '«) Hss: BrM 781
(Add 14623. J 823) 4". 790 (Add 17213 fol 21/H9. 9. Jh) 4». Ag: Overbeck 11331.
") Hs: BrM 7190 Rieh (12. Jh) fol 188/93. Vg. Burkitt 70,'2. Dazu käme noch ein Brief
[§ 7 b Ap[h)rem: Gesicherte Prosawerke. Gattungen seiner Dichtung. 39
b) Von den Diclituua;sgattungen/) deren Pflege ungleich mehr als seine prosaische Schriftstellerei den unsterblichen Nachruhm A.s begründete, werden von ihm selbst '') Mad(h)rasä und Memrä ausdrücklich unterschieden. Der Begriff des JMadihlrhsä (PI: Mad(h)rJise) pflegt mit nur sehr bedingtem Rechte dem- jenigen des Hymnus gleichgesetzt zu werden. Dem Wortsinne nach eine im Kleide der Poesie geführte polemische Erörterung bezeichnend, wird der Name allgemein von sangbaren Dichtungen gebraucht, deren aus Versen bald von gleicher, bald von verschiedener Silbenzahl aufgebaute Langstrophen nach dem Vorbilde responsorischen Psalmengesangs durch einen Einzelnen vorgetragen wurden, während ein Chor nach jeder mit einem unveränderlichen Abgesange ('Onit(h)ä, 'Ünäjä) vom Umfange eines einzigen Verses bis einer ganzen Kurzstrophe einfiel. Auch A. hat die von der Schule Bardaisäns übernommene Gattung noch ganz besonders als wuchtige Waffe im Geisterkampfe theologischer Polemik gebraucht.'*) Er hat in ihr die Zeitereignisse dichterisch verfolgt, die Totenklage angestimmt und zur Buße aufgerufen, durch die Behandlung der verschiedensten religiösen Gegen- stände seinen Zuhörern Belehrung und erbauliche Unterhaltung geboten. Er hat schließlich zweifellos schon selbst sie auch in den Dienst des Kultus gestellt und hier allerdings ist der von Hause' aus didaktische Mad(h)räsä, sich mit lyrischem Schwünge erfüllend, inhaltlich zum Hymnus im abendländischen Sinne geworden, wie er formal das Vorbild für den altbyzantinischen Hymnus, das Kontakion, ab- gegeben hat. *) Das letztere gilt insl)esondere von derjenigen Sonderart, die in der Folgezeit mit dem A. wie den ältesten Hss seiner Dichtungen noch unbe- kannten Namen der Süg(h)it(h)ä (PI: S6g(h)jät(h)ä) bezeichnet wurde.'') Bei dem Vorherrschen eines einfachen metrischen Baues sind für sie eine nur selten
an die Bewohner von Emesa darüber, daß die Getauften keiner Bescbneidung bedürfen, wovon Azz in der Hs BrM 861 (Add 17193. J 874) 23°.
') ABaum stark, Sj-rische u. hellenistische Dichtung. Gotteäminne 3, 570,93. ^) OpS 1, 1 A.
') Dasselbe ist fast gleichzeitig anläßlich des t'bergangs der im syrischen Osten heimischen Hymnendichtnug nach dem Abendlande bei den Lateineru Hilarius und Ambrosius zu beobachten. Vg. HJordan, Gesch. d. altchristl. Literatur (Leipzig 1911) 470.
*j HGrimme, D. Strophenban in d. Gedichten E. des Syrers mit einem Anh. üb. d. Zu- sammenhang zw. syr. u. byzautin. Hymnenform (FrbgSchw 1893). ThWehofcr. SbWAW 154v OVien 1907). PMaas, BZ 19, 285/306.
") Lamy 3, XXII f. AMingana, Narsai doctoris Syri homiliae et carmina (Mosnl 1905) 1, 22f. BKirschner, OC 6, 1/5. ABaumstark, Wissenschaftl. Beilage zur Germanie 1908, 1.37/40. Ders., Weihnachten in syr. Kirchendichtung, Weihuachtsbeilage d. Köln. Volkszeitung 1909, 4/Ö. AdRücker, D. liturg. Poesied. Ostsyrer. Sonderabdruck aus d. dritten Vereinsschrift 1914 d. Görresgesellschaft 19/24. Die Texte liegen meist anonym oder mit schwankender Verfasser- angabe vor. Hss von Gruppen solcher: BrM 773(Addl4614. fol80/127.8. Jh)8<'. 4öO(Addl7141. 8/9. Jh) 7». 8». 17». 26», Ox 136 (Hunt 599. 15. Jh). 11/3». 155 (Marsch 201) fol 305»/ll» einzelner : BrM 781 (Add 14623. J823) 18». VtS 174 (um .1 1600) IV». Eine Überlieferung alter Sog(h)jät h)ä findet femer in liturgi.scben Hss von MCmr? des Nestorianers Narsai (g 16 c) und in verschiedenen Buch- typen des jakobitischen und marouitischen Festbreviers statt. Vg. etwa besonders die jakobitischen Hss BrM 907(Addl711;0. JS93). 306 (Add 14506. ,1898). 310(Add 14.506. fol 119,235. 9/10. .lh)2''. .V8». 11». 12». 324 (.\dd 17.501. 11. Jh) bzw. die Einzelnachweise bei ABaumstark, Festbrevier u. Kirchen- jahr d. syr. .Takobiten (Paderborn 1910) 51/3. 61 f. 68/8. 77/84. Ein Verzeichnis der in den liturgischen Hss des BrM enthaltenen Stücke KatWright 1327 f. Alphabetisches Initienrogister derjenigen einer Reihe von Berliner Hss KatSachau 64 f. 74. 77/80. Agg der in Verbindung mit den Narsai- Wcmre überlieferten Texte: Mingana a. a. 0. 2, 369/411, ihrer Mehrzalil mit iljs: FFeldmann, Syr. Wechsellieder von Karses (Lpz 1896), einzelner: A MS 2, 680/6. FMartin, .JA» 14, 484/92, von Stücken aus jakobitischer Textüberlieferung mit Übs: BKirschner, 0(J 6, 1/69. 7, 254/91 von solchen naronitischer Überlieferung: im Drucke des maronitischen Festbreviers (§ 56a).
40 Cie Literatur bis znm Zeitalter der cbristologiscben Kämpfe. ii <bc]
fehlende Bindung der Langstrophen durch die alphabetische Akrostichis und eine Neigung zu dramatischer Belebung bezeichnend, die in dieser liebenswürdigsten Erscheinung altsyrischer Kirchendichtung nichts Geringeres als die — leider nicht zur weiteren Entwicklung gelangten — Keime eines religiösen Schauspiels erkennen läßt. Eine Einleitung von einer oder mehreren Strophen pflegt in die Situation einzuführen und dann den Körper des Liedes der Monolog einer einzelnen oder ein Dialog verschiedener Personen zu bilden, wobei im lebendigen Vortrage nach Art antiplionisclier Psalraodie der Al)gesang abwechselnd von zwei Halbchören und das die Hauptstrophen füllende Zwiegespräch von einem Paare aus denselben hervortretender Solisten zu Gehör gebraclit worden sein dürfte. Selbst Fälle eines wiederholten Wechsels der redenden Personen kommen vor, ohne daß der Dichter erzählend eingriffe. Wo vereinzelt doch eine fortlaufende Erzählung stattfindet, trägt sie den Charakter etwa einer stai'k von Partien direkter Eede durchzogenen Ballade. Wenn in liturgischer Uljerlieferung. in der zahlreiche alte Stücke der Gattung anonym erhalten sind, der Name auf Teste übertragen wird, die jeder dramatischen Belebung, ja selbst gleichzeitig der alphabetischen Akro- stichis entbehren, erklärt sich dies daraus, daß er an bestimmten Stellen des litur- gischen Gefüges haftete, an welcher von Hause aus ihn wirklich verdienende Stücke zur Verwendung gelangten. Der Memrä (PI: Memre) ist dem allem gegenüber entsprechend dem Wortsinne seines ihn als gesprochene, nicht gesungene ,.ßede" bezeichnenden Namens wesenhaft das, sei es nun didaktische, sei es erzählende Epos des ostaramäischen Schrifttums. Strophische Gliederung fehlt auch ihm nicht unbedingt, wohl aber das in den Bedürfnissen gesanglichen Vortrags wui'zelnde Element eines irgendwie gearteten Refrains. Unverbrüchlich ist auch ein Aufbau aus Versen von gleicher Silbenzahl, wobei neben dem von A. aus- schließlich verwendeten siebensilbigen nur noch das fünf- und das zwölfsilbige Metrum in Betracht kommen. Der Umfang der einzelnen Dichtung ist grund- sätzlich größer als bei Stücken sangbarer Poesie und steigt gelegenthch bis zu mehreren Tausenden von Versen an. Noch enger, als dies bei einzelnen Zyklen A.scher Mad(h)i-kse der Fall ist. schließen sich nicht selten mehrere Memre über denselben Gegenstand zu einer höheren Einheit zusammen, um bei erzählendem Inhalte geradezu den Charakter eines einzigen Gedichtes in mehreren BB an- zunehmen.
c) Mad(li)räse sind weitaus die meisten durch eine Überlieferung in literarischen Hss der vorislamischen Zeit ihre Echtheit verbürgenden Dichtungen A.s. An der Spitze stehen hier die beiden gi'oßen polemischen Sammlungen von öH näherhin der Auseinandersetzung mit Bardaisaniten, Markioniten und Manichäern dienenden Nrn j.gegen die Irrlehren" ') und 80 neben gnostischem Sektentum den Arianismus bekämpfenden Nrn „über den Glauben gegen die Grübler",'^) an die sich eine Folge von weiteren 7 Gedichten „über die Perle"' des Glaubens d. h. über Christus und das Geheimnis der Menschwerdung anschließt.^) „Gegen Julianus" richten sich 4 andere polemische Mad(h)räse, die nach dem Tode des Kaisers (26. 6. 363), aber noch in Nisibis, also im Spätsommer oder Herbst 363 entstanden sind.*) Ungleich reicher an echt dichterischen Werten als diese Erzeugnisse theologischer Streitdichtung ist ein phantasievolles Werk „über das Paradies" und dessen
') Hss: VtS 111 (J 522) 4». BrM 5.37 (Add 12176. 5,6. Jh) 3», JöOfAdd 17141. 8,9. Jh) 16°, von Bruchstücken der Nrn If. 40f. 54/6: 5B6(Addl4574.5/ß. Jh12<'. Ag: OpS 2, 437/560. ») Hss:
VtS 111.3». BrM .537.2° mit teilweise abweichender Trennung der einzelnen Xm), der Nrn 10/2. 14. 21. 23 und 32: ,539 (Add 14571. J 519)9° ni/r. u. Ag: OpS 3, 1/1,50.
») Hss: VtS 111. 3». 113 (6. Jh). BrM 537. 2». Ag: OpS 3, 150/164. Entsprechendes griechisches Stück: OpG 2, 259/79. *) Es: BrM 539. 11». Ag: Overbeck 3/20. Übs:
SEuringer, BKv' 197/233.
[§ 7 c Ap(h)rem: Gattungen seiner Dichtung. Gesicherte Macl(h)räs5. 41
Wonnen in 15 Gesängen.^) zu dem ein den Namen des Dichters als Akrostichis aufweisendes Einzelgedicht vielleicht eine Art poetischen Xachwortes zu bilden bestimmt -war.'-) Xur in unvollständigen literarischen Exemplaren haben sich an denjenigen auf das Geburtsfest Christi,^) über das Fasten/j (das Fest) ..der ungesäuerten (Brote)''.') die Kreuzigung.^) den Friihlingsmonat des Osterfestes.') die Bekenner *) Sammlungen religiöser Festgesänge erhalten, die von vornherein der Verherrhchung der liturgischen Feiern des Kirchenjahrs gedient haben dürften. Zwei zeitgenössische Helden asketischen Lebens sind die Liederzyklen von 15 Xrn auf Abraham Qid(h)ünäjä *) und von 24 Xrn auf Julianos Säb(h)ä ^"J gewidmet. Ver- einzelt stehen ein Hymnus auf die makkabäischen Brüder,^') ein paränetischer Ge- sang von einem an griechische Lyrik erinnernden herben Pessimismus'-) und eine aus Seligpreisungen sich aufbauende Dichtung.*^) Eine Zusammenfassung haben da- gegen Gedichte über Terschiedene religiöse Gegenstände ia zwei Sammlungen von 51 Nm ..über die Jungfräulichkeit und über unseres Herrn Geheimnisse"'*) und von 52 Nrn ,.über die Kirche" gefunden, von welchen die letztere schon im 6. Jh in zwei verschiedenen Rezensionen im Umlaufe war.'^)
') Hss: BrM 539. 10« 450. 15», eines unvollständigen Textes VtS 111. 5». 112 (J. 552) 1«. Ag der Nm 1/12 (teilweise) : OpS 3, 562 98. des Bestes :Overbeck 339/51 . «) Hs : BrM 539 (hinter dem vorigen^ Agg: Ov erbeck: 351 4. L am y 4. 673 80. »j jjgg ^o^ 16 Xrn: BrJI 539. 1» (lückenhaft). VtS 112. 2°. Ag: s. § 8b. *) Hss der Xr 6/10 bzw. 9f. einer also mindestens
10 Xrn starken Sammlung: BrM 539.2°. 542 (Add 14627. 6/7. Jh)l°. Ag: s. ebenda. ») Hss der Xrn If. bzw. 16. 13/21 einer Sammlung von 21 Xrn. BrM 539. 3°. 542. 2°. Ag: Lamy 1, 567,636.
*) Hss der Xrn 4 8 bzw. 13 einer wohl noch gröCeren Sammlung: BrM 539. 4° bzw. 542. 3". Ag: Lamy 1, 637/714.
'J Hs der Nrn 1/4 und des von 5 einer gewiß größeren Sammlung: BrM 542. 4". Ag: Lamy 2, 741/74. ') Hs des Schlusses von Xr 8 und der Xrn 9 12 einer damit abgeschlossenen Sammlung: BrM 748 (Add 14.592. 6/7. Jh) II» 4a. Ag: Lamy 3, 643,86. ») Hs: BrM 748.
U» 4c. Ag: Lamy 3, 749;836. '») Hs: BrM 748 II» 4f. Ag: Lamy 3, 837,'936. ") Hs: BrM 748. U° 4b. Agg: Lamy 3, 685/95. RLBensly- WEBarnes, The fourth Book of Maccabees (Cmbr 1895) 117,24 (XLIV/XLVIII).
'*) Hs: BrM 748 H 2»a. Ag: Lamy 4, 775/84. ") Hs: BrM 748 (Add 14592. 6/7. Jh)
2»b. Ag: Lamy 4, 783/80. Zwei verwandte, aber nicht identische Reihen von Seligpreisnngen griechisch: OpG 1, 282/92. 292/4.
"j Hss: VtS 111. 2». der Xrn 1,10: BrM 450. 11»3«, der Xrn 14. 17. 23: 463 (Add 14505. foll/96. ll.Jh)ll». Agg: IgnERahmani, S. Ephraemi Syri Hymni de virginitate (Beirut 1906), der Xrn 1,10. 14, 17, 23 in lückenhaftem Text: Lamy 2, 773/823, der Nm 9/38. 44,51: Lamy 4, 497,670.
") Hss der Nm 8/51: VtS 111. 1», von Bruchstücken einer in der Reihenfolge der Xrn abweichenden Fassung: BrM 5.36 (Add 14.574. fol 20, 33. 5/6. Jh)l», der Xrn 38. 50. 8/10. 24/31: 539. .5»;"». 8». 9 »ah, der Xr 1 und von Bruchstücken einiger späterer Xrn: 541 (Add 1463.5. fol 16/8. Vor J 555). Bs der ganzen Sammlung nach VtS 111: BO 1. 8692. Agg der Xrn 8f. 12. 19 („Über die Willensfreiheit"): OpS 3, 8.Ö9 67, Xr 11: OpS 3, 61.3,5 (als ,.De div. serm " 11), Xr 23: OpS 3, 450f. (als „Paraen.-* 20), Nrn 25,33: OpS 3, 615,8. 608/12. 624,7. 55.5,61. 620,24. 627,9 (als „De div. serm." 7. 4 f. 11. „Paraeneses" 75f. „De div. serm." 9 f. 12), Xrn ö5/7: OpS 2, 327 f., Nm 38/42 („Über die Wunder Christi") : Lamy 2, 717,30, Xrn 43 f. („Über die Gesetzes- tafeln"): Lamy 2, 729/42, Xm 45 50: OpS 2, 318,28, Nrn 51f.: OpS 3, 603f. 618/20 (als „De div. serm." 2 und 8). Das eine oder das andere der beiden Korpora von Mad(h)räsü vermischten Inhalts dürfte auch einer armenischen Übs von „Antiphonen" A.s zugtundeliegen, von welcher sich in der Hs 902 der Patriarchatsbibliothek zu Etschmiadziu bzw. in einer .-Vbs derselben in der Mechitharistenbibliothek zu Wien die Xrn 17/26. 30,6. 38f. 42/50 vollständig und Teile der Nm 27/9. 37 und 40 erhalten haben. Vg. FDashian, Catalog d. armen. Hss. in d. Mechi- tharistenbibliothek zu Wien (Wien 1895). 137 (des deutschen TeUes).
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42
Die Literatur bis zun Zeitalter der fihriKtnlngiBchen Kämpfe.
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d) Nisibenische Gedichte ("..Mad'h'jrasf ron Nisibis" oder „der Niäbener")') heißt eine dritte urs})rÜD£;Lich 77 Isrn starke Sammlung sangbarer I)ic;Ltiingen vermiscLten Inhalts ") nach der sie eröffnenden in der Biographie A.s =• i erwähntem Folge zeitgeschichtUcher Stücke, die vom Dichter noch in seiner Vaterstadt rer- faßt wurde. Von denselben sind die Nrn 1/3 -während bzw. unmittelbar nach einer Belagerung durch die Perser, die Nisibis als dritte seit dem Tode Kon- stantins d. Gr. im J 350 durchzumachen hatte, die Nm 4,7 und 9 12 unter dem Drucke neuer Kriegsnöte im Frühling 359 und die Nrn 13 '21 zum Preise der vier nisibenischen BB Ja'qöbihi, Bkbü, Wälkges und Abraham in den JJ 359 '63 entstanden. Zwei weitere Gruppen zeitgeschichtlicher Gedichte, die erst ujn 370 abgefaßten Xrn 25 '30 und die unmittelbar nach der t bersiedlung A.s nach Edessa gedichteten Nm 31 '4, haben ein arianisches Schisma im Schöße der edessenischen Gemeinde bzw. den Kampf des Bs Vitus Ton Harrkn gegen das dortige Heidentum zum Gegenstand. Nimmt diese erste Hälfte der Sammlung inhaltlich eine Sonderstellung im Eahmen A.scher MadrhkksB-Dichtung ein. so bildet die zweite ein nicht geringeres formales Interesse dadurch, daß ihre durch- weg in Edessa entstandenen und zu den poetisch wertvollsten Schöpfungen A.s gehörenden Lieder großenteils dem in der Folgezeit mit dem ^^amen der Sög(h)it(h)a belegten Typ angehören oder doch sich nahem. Ersteres gilt Ton einem durch die Krn 52/68 gebildeten geschlossenen Zvklus von Dialogen zwischen Tod und Teufel/) letzteres von den Nm 35/42, die mit hoher dramatischer Kraft die den Beginn des Leidens Christi begleitenden Vorbereitungen der Hölle zum Entscheidungskampfe gegen den Gottessohn, ihre Furcht vor und ihre Ver- zweiflung über ihr Unterhegen in diesem Kampfe schildern, während an den Krn 43 ,'51 und 66/77 zwei Gruppen meist andersartiger Stücke sich, teilweise in polemischer Haltung gegen Bardaisän, Mani und Markion, mit der Auferstehung der Toten und der Xot des Sterbens beschäftigen.
e) Von Memre wird nur ein verhältnismäßig enger Kreis durch eine derjenigen der großen Mad'hlrase-Sammlungen ebenbürtige Überlieferung für A gesichert Den polemischen MadCh'lräse entspricht hier eine Gmppe von ursprünglich 5 gegen die Arianer gerichteten Km ..über den Glauben", die unter dem unmittel- baren Eindruck der Perserbelagerung von Kisibis im J 350 entstanden sind und von jüngerer Textüberlieferung in nur 3 zusammengezogen werden.* "Wenigstens ein Nachhall hat sich neben ihnen von einem gewiß nicht minder echten Memri des siebensübigen Metrums gegen Bardaisän erhalten, der gleichfalls ursprünglich ein Glied eines Zyklus gebildet haben mag.°) Von einer Memre-Folge über die Kirche, deren einzelne Nm durch eine von ihren Anfangsbuchstaben gebildete
') Hbs: BrM 538 (Add 14572. 6. Jh), der Km 15,21. 24/51. 71/3: 450. U» einzehier Nrn und Brnchstücke: 537. 4°. 539. 9" iß.. Ag: GBickell, S. Ephr. Syti Cannina Msibena {hpz 186B). tbss einzelner Nm: PZingerle, BEv 2, 149,'221. AdEücker. B£v= r.7, 239/.H05, in metrischer Nachdichtung: CM acte, Hymnen aus dem Zweistrümeland i Mainz 181^2 1. Über TextverbeBserangen u. sonstige Literatur Eücker 2il. Ak. 1. °t Terioren sind auch in der
besteu Hb die Km 8 und 22 4. ') OpS 3, LT. L am y 2.74. "i Übs in metrischer Kacbdichtnng : CMacke, Gottesminne 3. 37/45. 95 100. 154/6. 216«. 266,70. 379;81. 44S/5. 4957. 543 f. 6104 674 'B.
*) Hbs der Eezension in 5 Km: BrM 742 (Add 12166. fol 1154. 6. Jhil". derjenigen inSKm: VtS 117. igiM/.?». Ag: 0]>S 3, 164,203. Vg. SEnringers ^Torbemerknng" BEv= 374,'9. ») Hbb von Bruchstücken abgesehen von einem Zitate bei PKyriakos i§ 43di: BrM 761. Ca.. 857 (Add 12155. 8. Jh) VI. 9», einzelner Zitate: 862 (Add 17194. J 8861, vielleicht des ganzen Testes: K-Dsem 116.6". Mos 100. 6". Ag der Londoner Berte: Overbeck 132. des K.-Zitate? : Bahmani 2. 129 f. Ein vielmehr zwülfBÜbiger Memrä gesren Bardaisän unter dem Kamen A.b nach einer Hs in Mardin (.T 1609) bei Bahmani. StS 1. llf (9fi.], nach einer solchen des India-Ofüce. AJDnn- cau Jones, JTSt 5. 546 '52.
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Ap(,hTem : Niäibenische Gedichte. Gesicherte Mt-rnre.
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alphabetische Akrostichis zusammengehalten waren, erhalten wir dagegen nur mehr gelegentlich Nachricht.') Gleich den Festgesängen A.s zu gottesdienstlicher Ver- wendung, nämlich zum Vortrage bei Bittprozessionen in Zeit von Regenmangel, bestimmt waren die „Memre des Gebets"','") deren Philoxenos zu Anfang des 6. Jhs eine Sammlung von mindestens 11 Nrn gekannt hat/') während die nesto- rianische Liturgie ihnen in allerdings stark und mehrfach verschieden über- arbeiteter Gestalt im Offizium des sog. Ninivitenfastens dauernde Verwendung gegeben*) und die jakobitische Stücke von ihnen in solcher im Rahmen eines Volio- offiziums zur Erflehung von Regen erhalten hat.') Als echtes Epos erscheint die Gattung in vorteilhaftestem Lichte in einer von reichem dramatischem Leben durchpulsten Dichtting über die Predigt des Jonas in Ninive.*) für die eine frühe hsliche Bezeugung des Originals durch eine griechische Übs ergänzt wird.') Den Charakter metrischer Bußpredigt nimmt der Memrä selbst in drei ..Rüge"- reden an.*) von denen die erste an das 363 über Nisibis hereingebrochene Ver- hängnis der Auslieferung an die Perser anknüpft. Wie hier, so hat endlich die Memre-Dichtung A.s noch mehrfach der zeitgeschichtlichen Mad(hiriise-Poesie der Nisibenischen Gedichte entsprochen. Durch den Abendländer Gennadius wird für ihn poetische Beschäftigung in siebensübigem Metrum mit einem Erdbeben be- zeugt,') durch das im J 358 Xikomedeia zerstört wurde, und man wird dieses Zeugnis auf ein in armenischer Übs zutage tretenden Folge von Memre über die Stadt Nikomedeia" zu beziehen haben,'") von deren Original, neben vereinzelten Bruchstücken'^) dtirch eine spätere Hs wenigstens eine Nr. vollständig erhalten
') ChrS 1, 85.
-) Hss der Xm 8 f., des Anfangs vou Bruchstücken von Nr 10 and von 5 früheren Nrn einer Sammlung: Brll 745 (Add 1716-4. 6. IhiPa/e, von 6 Nrn: VtB 143 (17. Jh) 1". Agar ver- schiedenen Umfangs und Bestandes: Lamy 3. 1114 mit Ergänzungen aus üturgischer Über- Heferung 3. 113 26. 4. 367 462. IgnEEahmani, Bessarione'^ 4. 165 85. 5, 4/13. Ders., 3, vorab lfi6. 100 f.
*■! Vg. Lamy 4, 357 f. ■'j Über die betreffende Eedaktion eines Jaqqirä § 4t) f. Eine
andere liegt nach einer Mosnler Hs bei Lamy 4, 367/462 zugrunde. Entsprechende Texte nach KatMargolionth 5 f. anscheinend für das „Fasten der Jungfrauen" f§ 32h) in der Hs: BrM 2300 fol 133,50 (J 1481 2). Ag: Kahmani 3. von 112 an. Tg. auch das Ofizium des Ninivitenfastens ün BrCh 1, 411,28 bzw. daraus Kahmani 3, 90/110.
*! Ag nach einer , alten" liturgischen Hs im Besitze der uniert-syrischen (?) Thomaskirche inMosul. Ag: Rahmani 3. 76,90. «) Hss: BrM 5{0(Addl4573.6.Jh)l'>. VtS 117. 46». Ag: OpS 2, 359,87. Übs. HBurgess, The Kepentance of Ninive (Lo 1853). •) OpG 3, 561/8
lateinisch nach Yossius.
') Hs zweier, von denen die zweite unvollständig: BrM 540. 2" ab. Ag der ersten: Lamy 2, 335/62. Burkitt 25 Ak. 1 vermutet, kaum mit Recht, in dem jeder Spar einer Bestimmung für gesanglichen Vortrag entbehrenden Stücke eine der verlorenen Nrn der Nisibenischen Ge- dichte. Seine Eingangsworte griechisch an der Spitze eines wesenhaft verschiedenen: OpG 1. 40. Zum zweiten vg. unten S. 50 Ak. 1. Aus einem weiteren wohl sicher echten MenirS „der Buge" stammt ein Zitat in der Hs BrM 771(Addl4536.8. JW folö^r. Ag: Rahmani 2, 132f.
») De vir ill. g 66:
minam etiam Antiochiae elegiaco carmine planxit, co anditoies
imbuens sono. quo Ephrem diaconus Nicomediae lapsas."
'•; Hs; 326 des Jakobsklosters in Jerusalem (12 Jh). Vg. FrMurad, „Offenbarung Johannis in einer alten armen. Cbs." (Jerusalem 1905 6. Armen.) VI. XIV. Ders., „Sechzehn neuentdeckte Hymnen d. hL Ephräm üb. d. Stadt N." in. „Huschardzan. Festschrift aus Anlaß d. huDdertjähr. Bestandes d. Mechitharisten-Kongregation in Wien (Wienl911. Armen.) 203/8. Ag der Nr 14 und teilweise der Nrn 3 und 16 : Huschardzan 206 8.
") In Zitatform bei Ja'qöb.hi b Sakko (§ 50 f.) nnd in einer exegetischen Katene der Hs BrM 852 (Add 12168. 8/9. Jh). Ag : K a h m a n i 2, 20. 27 f.
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42 Die Literatur bis zum Zeitalter der christologischen Kämpfe. S ''de]
d) Kisibeuisclie Gedichte f..Madih)rkse von Nisibis"' oder ,.der Nisibener") *) heißt eine dritte ursprünglich 77 Nrn starke Sammlung sangbarer Dichtungen vermischten Inhalts -) nach der sie eröffnenden in der Biographie A.s"i erwähnten Folge zeitgeschichtlicher Stücke, die vom Dichter noch in seiner Vaterstadt ver- faßt wurde. Von denselben sind die Nrn 1/3 während bzw. unmittelbar nach einer Belagerung durch die Perser, die Nisibis als dritte seit dem Tode Kon- stantins d. Gr. im J 350 durchzumachen hatte, die Nrn 4/7 und 9 12 unter dem Drucke neuer Kriegsnöte im Frühhng 359 und die Nrn 13'21 zum Preise der vier nisibenischen BB Ja'qöbih), Bäbi'i, Wäläges und Abraham in den JJ 359 63 entstanden. Zwei weitere Gruppen zeitgeschichtlicher Gedichte, die erst um 370 abgefaßten Nrn 25;30 und die unmittelbar nach der Übersiedlung A.s nach Edessa gedichteten Nrn 31/4, haben ein arianisches Schisma im Schöße der edessenischen Gemeinde bzw. den Kampf des Bs Vitus von Harrän gegen das dortige Heidentum zum Gegenstand. Nimmt diese erste Hälfte der Sammlung inhaltlich eine Sonderstellung im Kahmen A.scher Mad(h)räse-Dichtung ein, so bildet die zweite ein nicht geringeres formales Interesse dadurch, daß ihre durch- weg in Edessa entstandenen und zu den poetisch wertvollsten Schöpfungen A.s gehörenden Lieder großenteils dem in der Folgezeit mit dem Namen der Süg(h)it(h)ä belegten Typ angehören oder doch sich nähern. Ersteres gilt von einem durch die Nrn 52/68 gebildeten geschlossenen Zyklus von Dialogen zwischen Tod und Teufel,^) letzteres von den Nrn 35/42, die mit hoher dramatischer Kraft die den Beginn des Leidens Christi begleitenden Vorbereitungen der Hölle zum Entscheidungskampfe gegen den Gottessohn, ihre Furcht vor und ihre Ver- zweiflung über ihr Unterliegen in diesem Kampfe schildern, während an den Nrn 43 51 und 66/77 zwei Gruppen meist andersartiger Stücke sich, teilweise in polemischer Haltung gegen Bardaisän, Mani und Markion, mit der Auferstehung der Toten und der Not des Sterbens beschäftigen.
e) Von Menire wird nur ein verhältnismäßig enger Kreis durch eine derjenigen der großen Mad(h)räse-Samnilungen ebenbürtige Überlieferung für A. gesichert. Den polemischen Mad(h)räse entspricht hier eine Gruppe von ursprünglich 5 gegen die Arianer gerichteten Nrn ..über den Glauben", die unter dem unmittel- baren Eindruck der Perserbelagerung von Nisibis im J 350 entstanden sind und von jüngerer Textüberlieferung in nur 3 zusammengezogen werden.*) Wenigstens ein Nachhall hat sich neben ihnen von einem gewiß nicht minder echten Memrä des siebensilbigen Metrums gegen Bardaisän erhalten, der gleichfalls ursprünglich ein Glied eines Zyklus gebildet haben mag.°) Von einer Memre-Folge über die Kirche, deren einzelne Nrn durch eine von ihren Anfangsbuchstaben gebildete
') Hsä: BrM 538 (Add 14572. 6. Jh). der Nm 15,21. 24 51. 71/3: 450. 14» einzelner Nrn und Bruchstücke: 537. 4°. 539. 9" iß. Ag: GBickell, S. Ephr. Sjri Carmina Nisibena (Lpz 1866). Übss einzelner Nrn: PZingerle, BKv 2, 149/221. AdRücker, BKv* 37, 239/305, in metrischer Nachdichtung: CMaeke, Hymnen aus dem Zweiströmeland (Mainz 1882). Über Textverbesserangen u. sonstige Literatur Rücke r 241. Ak. 1. -) Verloren sind auch in der
besten Hs die Nm 8 und 22 '4. ') OpS 3, LV. Lamy2,74. ") Übs in metrischer Nachdichtung: CMaeke, Gottesniinne 3. 37/45. 95/100. 154/6. 216/8. 266/70. 379,8!. 4435. 495 7. 543 f. 6104 674 8.
*) Hss der Rezension in 5 Nrn: BrM 742 (Add 12166. fol 1/151. 6. JbU«, derjenigen in 3 Nrn: VtS 117. 191° 1/3». Ag: OpS 3, 16420.1. Vg. SEuringers „Vorbemerkung'- BKv- 374/9. ») Hss von Bruchstücken abgesehen von einem Zitate bei PKyriakos (§ 43d): BrM 781. 6''a. 857(Add 12155. 8. Jh) VI. 9«, einzelner Zitate: 862 (Add 17194. J 886), vielleicht des ganzen Textes: N-Dsem 116.60. Mos 100. 6°. Ag der Londoner Reste: 0 verbeck 132. des K.-Zitates: Rahmani 2, 129f. Ein vielmehr zwölfsilbiger Mümrii gegen Bardaisän unter dem Namen A.s nach einer Hs in Mardiü (J 1609) bei Rahmaui. StS 1, llf (9ff.), nach einer solchen des Jndia-Oftice. AJDun- can Jones, JTSt 5, 546/52.
[§ 7 e Ap(h)rem : Nisibenische Gedichte. Gesicherte Mernre. 43
alphabetische Akrostichis zusammengehalten waren, erhalten wir dagegen nur mehr gelegentlich Nachricht.*) Gleich den Festgesängen A.s zu gottesdienstlicher Ver- wendung, nämlich zum Vortrage Ijei Bittprozessionen in Zeit von Regenmangel, bestimmt waren die „Memre des Gebets'', ■^) deren Philoxenos zu Anfang des 6. Jhs eine Sammlung von mindestens 11 Nrn gekannt hat,") während die nesto- rianische Liturgie ihnen in allerdings stark und mehrfach verschieden über- arbeiteter Gestalt im Offizium des sog. Ninivitenfastens dauernde Verwendung gegeben'') und die jakobitische Stücke von ihnen in solcher im Rahmen eines Volio- offiziums zur Erfleliung von Regen erhalten hat.^) Als echtes Epos erscheint die Gattung in vorteilhaftestem Lichte in einer von reichem dramatischem Leben durchpulsten Dichtung über die Predigt des Jonas in Ninive.*) für die eine frühe hsliche Bezeugung des Originals durch eine griechische Übs ergänzt wird.') Den Charakter metrischer Bußpredigt nimmt der Memrä selbst in drei ,.Rüge"- reden an,*) von denen die erste an das 363 über Nisibis hereingebrochene Ver- hängnis der Auslieferung an die Perser anknüpft. Wie hier, so hat endlich die Memre-Dichtung A.s noch mehrfach der zeitgeschichtlichen Mad(h)r;i5e-Poesie der Nisibenischen Gedichte entsprochen. Durch den Abendländer Gennadius wird für ihn poetische Beschäftigung in siebensilbigem Metrum mit einem Erdbeben be- zeugt,") durch das im J 358 Nikojnedeia zerstört wurde, und man wird dieses Zeugnis auf ein in armenischer Übs zutage tretenden Folge von Memre über die Stadt Nikomedeia" zu beziehen haben,'") von deren Original, neben vereinzelten Bruchstücken**) durch eine spätere Hs wenigstens eine Nr. vollständig erhalten
«) ChrS 1, 85.
-) Hss der Nrn 8 f., des Anfangs von Bruchstücken von Nr 10 und von 5 früheren Nrn einer Sammlung: BrM 745 (Addl7164. 6. JhjPa/e, von 6 Nrn: VtB 143 (17. Jh) 1». Agg ver- schiedenen Umfangs und Bestandes: Lamy 3, 1/114 mit Ergänzungen aus liturgischer Über- lieferung 3, 113/26. 4, 367/462. IgnERahmani, Bessarione^ 4, 165/85. 5, 4/13. Ders., 3, vorab 1/76. 100 f.
') Vg. Lamy 4, .357 f. *) Über die betreffende Eedaktion eines Jaqqirä § 46 f. Eine
andere liegt nach einer Mosuler Hs bei Lamy 4, 367/462 zugrunde. Entsprechende Texte nach KatMargnliouth 5f. anscheinend für das „Fasten der Jungfrauen" (g 32h) in der Hs: BrM 2300 foI133/50 (J 1481 2). Ag: Eahmani 3, von 112 an. Yg. auch das Ofizium des Ninivitenfastens im BrCh 1, 411/28 bzw. daraus Rahmani 3, 90/110.
*) Ag nach einer „alten" liturgischen Hs im Besitze der uniert-syrischen (?) Thomaskirche inMosnI. Ag: Rahm ani 3, 76/90. «) Hss: BrM 510(Äddl4573.6.Jh)l°. VtS 117. 46». Ag: OpS 2, 359/87. Übs. HBurgess, The Repentance of Ninive (Lo 1853). ") OpG 3, 561/8
lateinisch nach Yossins.
') Hs zweier, von denen die zweite unvollständig: BrM 540. 2° ab. Ag der ersten: Lamy 2, 33.5/62. Burkitt 25 Ak. 1 vermutet, kaum mit Recht, in dem jeder Spur einer Bestimmung für gesanglichen Vortrag entbehrenden Stücke eine der verlorenen Nrn der Nisibenischen Ge- dichte. Seine Eingangsworte griechisch an der Spitze eines wesenhaft verschiedenen: OpG 1, 40. Zum zweiten vg. unten S. 50 Ak. 1. Ans einem weiteren wohl sicher echten Memrä „der Rüge" stammt ein Zitat in der Hs BrM 771(Addl4o36.a Jh) fol6''r. Ag: Rahmani 2, 132 f.
") De vir ill. § 66: „. . . rninam etiam Antiochiae elegiaco carmine planxit, co auditores imbnens sono, quo Ephrem diaconus Nicomediae lapsas.''
"•) Hs: 326 des Jakobsklosters in Jerusalem (12 Jh). Vg. FrMurad, „Offenbarung Johannis in einer alten armen. Übs." (Jerusalem 1905,6. Armen.) VI. XIV. Ders., „Sechzehn neuentdeckte Hymnen d. hl. Ephriim üb. d. Stadt N." in. „Huschardzan. Festschrift aus Anlaß d. hundcrtjähr. Bestandes d. Mechitharisten-Kongregation in Wien (WienlOU. Armen.) 203/8. Ag der Nr 14 und teilweise der Nrn 3 uud 16: Huschardzan 206 8.
") In Zitatform bei Ja'qf)b(h] b Sakko (ij 50 f.) und in einer exegetischen Katene der Hs BrM 852 (Add 12168. 8/9. Jh). Ag: Rahmani 2, 20. 27 f.
44 Die Literatur bis zum Zeitalter der christolugischen Kämpfe. § 8 a]
ist.*) Eine Reihe von mindestens 13 Memre auf die dritte und wohl eine solche auch auf die vierte Belagerung von Nisibis wird wenigstens durch zwei Original- fragmente kenntlich. ")
§ 8. AVas in minder zuverlässiger Beglaubigung unter dem Namen Ai)(h)rems erscheint, braucht deshalb keineswegs ohne weiteres geradezu als unecht zu gelten. Tatsächlich Unechtem steht schon in Prosa in seiner Echtheit nur mehr oder weniger Zweifelhaftes oder bloß in seiner vorliegenden Gestalt zu kritischen Be- denken Veranlassung Bietendes gegenüber. Mancher echte Mad(h)räsä A.s mag sich ferner auch in ausschließlich liturgischer Uberfieferung erhalten haben und das Bild seiner M e m r ä-Dichtung eine Vervollständigung auf Grund von Stücken erfahren können, die in Hss erst späterer Zeit auftauchen. Mindestens Bruchstücke echter Mad(h)räs5 haben sich sogar in der mit dem Xamen des Qälä verknüpften Schicht liturgischer Gesangsteste und in den sog. „Leitern", solche wohl vor allem echter Memre in manchem als Bä'üt{h)ä bezeichneten Liede der Liturgie erhalten. Nur die Aussonderung des Echten wird hier überall wohl für immer fast unübersteiglichen Sch^vierigkeiten begegnen, während aller- dings auch nicht weniges zweifellos Unechte als solches sofort in die Augen springt. Problematisch bleibt vorerst auch der tatsächliche Umfang des Zusammen- hangs ein er gleichfalls dem Memra näher stehenden poetischen Gattung der Tesbohtä mit A.
a) Li Prosa scheinen Homilien (Türgäme) üher Themen aus Gn und Ex, auf den Anfang der Fastenzeit imd die Herabkunft des HI. Geistes^) in einer alten Textüberlieferung erst von späterer Hand auf A. zurückgeführt zu werden und tatsächlich nicht syrische, sondern Wiedergabe giüechischer Originale zu sein, für die auf die Autorschaft auch des Basileios und Chr^-sostomos gei'aten wurde.*) Ersteres gilt auch von solchen über Lk 7, 36 50 und 2, 22 32. während eine über die Buße sich nicht über die islamische Zeit hinauf verfolgen läßt.*) Die angeblich aus A. geschöpfte Erklärung vor allem von Rieht. Sm, Kge und den Propheten mit Einschluß der Klgl bzw. auch des Pentateuchs und der BB Jos und Job, die in einem Gesamtbestande von 5600 Scholien ein jakobitischer Katenenkom- mentar des 9. Jhs aufweist,*) bietet für ihre Echtheit im einzelnen mindestens eine völlige Gewähr schon deshalb nicht, weil sich vielfach der Umfang des für
1) „Über die Stadt N., die Auferstehung und dieWUlensfreiheit." Hs: BrM 822 (Add 17185. 10/1. Jh) 14". Ag : E a h m a n i 2. 21/6.
*) In der Hs Bril 862 fol440r (aus Nr 13 der „dritten Eingeschlossenen", was füglich nur Ton dritter feindlicher „Einschließung" von Nisibis verstanden werden kann) bzw. bei Iwannis V Därä (§ 44 e) „üb. d. Auferstehung" B 4 (aus einem allerdings nicht numerierten „JI. über die vierte Einschließung von N."). Ag: Hahmani 2, 114. 131 f.
») Hs: BrM 534 (Add 171 89. fol 1,16. 5,6. Jh). Agg: Overbeck 74/104. derjenigen über das Fasten auch Lamy 2, 707/18.
*) Burkitt 74/9. ») Hss: BrM 935. 4'>a/b bzw. 745 (Add 17164. 9. Jh) 3». Zwei prosaische „Memre" A.s auch: Seert 109 (J 1609) XIV».
") Über die Hss vg. § 44 j. Agg: OpS 1, 308/567. 2. 20,315 bzw. 1. 116,19,3. 226,307. 2, 1.19 mit Ergänzung: Lamy 2, 105,310. Vg. Ders., Les commentaires de Saint Epbrem snr le pro- .phete Zacharie, RB 6, 380,95. 535/46. 7, 89/97.
[§ 8ab Ap(h)rem: Zweifelhafte Prosatexte und Mad(h)räsF. 4ö
A. in Anspruch genommenen nicht genau bestimmen läßt.') Erst durch einen Vergleich mit der echten Gn- und Ex-Erklärung aufzuhellen wäre, mit wie vielem Recht oder Unrecht ein arabischer Pentateuchkommentar A. als Hauptquelle für sich in Anspruch nimmt.'') Zu kümmerlich, um eine Beurteilung der Echt- heitsfrage zu ermöglichen, sind Azz aus einem asketischen ..B der Sentenzen" (K dih)ere'jüneV') das gleich einem ähnlich schattenhaft bleibenden Werke mit Gesprächen zwischen A. und einem Schüler,') in der vollends kritisch unsicheren Masse des unter seinem Namen griechisch überlieferten asketischen Schrifttums sich mit nichts identifizieren läßt. Im Original ^j und in griechischer Übs ") erhalten ist dagegen eine Prosabiographie des Ab(h)rähära Qid(h)ünajä, deren Ab- fassung durch A. positiven Bedenken von durchschlagender Kraft unterliegt.') Gewiß zu Unrecht mit ihm in Verbindung gebracht wurde auch eine Rezension biographischer Nachrichten über die zwölf Apostel,*) die übereinstimmend bei jakobitischen und nestorianischen Schriftstellern des zweiten Jahrtausends nach- wirkt.»)
b) Von Mad(h)riise imter dem Namen A.s liegt eine Folge von 18 Nrn., die sich teils in der Form paränetischer Rede oder betrachtenden Selbstgespräches, teils in derjenigen hymnischen Gebets mit dem Bußgedanken beschäftigen, in wohl schon pseudoliterarischer Überlieferung vor.'") Die liturgische erfolgt vor allem in verschiedenen dem kirchlichen Tagzeitengebet des jakobitischen und maroni- tischen Ritus dienenden Bucht}-pen und in deren Begi-äbnisliturgie teils noch immer in geschlossenen Reihen gegenständlich zusammengehöriger Stücke, teils so daß das einzelne Lied an seinem Platze organisch dem Gesamtrahmen für der eine bestimmte liturgische Feier erforderlichen Texte eingefügt erscheint. Nach Um- fang und Bestand wechselnde Reihen ersterer Art konkurrieren mit den Resten der betreffenden älteren literarischen Sammlungen für die beiden Gruppen der Weihnachts- und Fastengesänge, was in besonders lehrreicher Weise Eigenart und Wirkung liturgischer Textübex'üeferung zu verfolgen gestattet.'') Von den
') ßurkitt a. a. 0. 869. ^j Hss: Os 5 (Hunt 112. 12. Jh). 125 (BoiUOr .^4. 15. Jh).
126/7 (Marsh 440. 1. 3. J 1488). Vielleicht identisch mit einer in Arab 230 (J 1528) zu Leyden, 235 (.1 1550) zu München und JerMkl 11* (J 1552) vorliegenden Pentateuchkatene unter deren Autoritäten A. gleichfalls die am häutigsten zitierte ist. Ag der letzteren zu Gm : PdeLagarde, Materialien zur Kritik u. Gesell, d. Pentateuchs 2 (Lpz 1867) 3/182. ') Hss: BrM 785(Add
12167. J 875,6:1 XVI". S06(Add 14613. 9/10, Jh) 5." 15°. Vg. noch „Maximes de Saint Ephrem sur la crainte de Dieu": Seert 109 (J 1609) V. *) Hs von Bruchstücken: BrM 935. 4''c.<i'. £'. Vg. Overbeck S. XVI. Andere '£ptorija6ie xcd dnoxpiaeis: OpG 2, 377/94. "j Hss: BrM 936 (Add 14644. 5/6. Jh). 942 (Add 12160. fol 109/85) 1° (6. Jh). Or 4404 (19. Jh) fol 57v»ff. Pr 234(Anc fonds 143. 13. Jh)l'\ 20. 235 (Aue fonds 144. 13. Jh)2''. 326 (ganz jung) 8°. Urm 186 (J 1891). 179 (19.Jh). Agg: Lamy, AB 10. 10/49. Hymni et serm. 4, 1/84. PBedjan, AMS 6, 465/94.
•) OpG 2, 11/20.
') Die älteste Hs bietet den Text anonym. Daß dann allerdings schon BrM 942 ihn A. zuschreibt, beweist deshalb verhältnismäßig wenig, weü diesem hier auch der Abschnitt der <I>il6lhoi larooia des Theodoretos über Johannes Sabas beigelegt wird. *) Hs des Anfangs unter dem
Namen A.s in der syrischen Kirche von Bet(h) S5b(h)irinä im Tür 'Ab(h)din (9. Jh). Ag: ABarsaum, CSCO Ser. III. 14, 21 f. ») Vg. FHaase, Neutestamentl. Äbhandl. 9r/iri, 60/5.
'») Hs: Vt.S 93 (9. Jh) 4». Ag: OpS 3, 412 5. 453/5. 415/37. 451/3. 437/40. 447/.50. 470/.3. 450f. 443/7 fals „Paraeneses" 5. 22. 6/14. 21. 15f. 19. 17. 20. 18). Dazu mindestens eine verwandte Nr: BrM 4J0('.\ddl7141. 8/9. Jh)5'' und einige nicht näher bezeichnete „hymnes": Seert 115 (14. Jh) 1». 87 (J 1609) 10°. 109 (J 1609) XIV°.
") Hss: BrM 306 (Add 14515. J 893) .3°. 3l0(Addl4.i06. folll9/235. 9/10.Jh)4°. 311 (Addl4511. 10.Jh)3'>. 312(Addl4512. 10.Jh)l». 325 (Add 14.509. 11. Jh) 6°. 451 (Addl452ü.8/9. Jh)l»a bzw. 310. 10»]. 312. 7°. 463(Addl4506.foll/96. ll.Jh)9». Agg des gesamten Materials.: OpS 2, 396/437
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Die Literatur bis zum Zeitalter der ehristologisehen Känip:
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nur in solcher vorliegenden Epiphaniehymnen (Mad(h)rase diliT'l t(li) denhä) war die Mehrzahl ursprünglich bestimmt, bei der feierlichen Taufspedung doch wohl eher der Osternacht zu erklingen, und ist auf den 6. Januar erst übertragen worden, als dieser, zum ausschließlichen Fest der Jordantaufe g'.tempelt, früher an ihm als dem gemeinsamen Fest der Geburt und der Taufi des Herrn ge- sungene Lieder auf die erstere an die junge selbständige Gebrtsfeier des 25. Dezember hatte abtreten müssen.^) Um ursprüngliche Festgesäge auf die Ge- burt Christi handelt es sich auch bei den Marienliedern,") die ne eine Samm- lung von 15 Nrn auf die Märtyrer insgesamt ") und von 5 .auf üe 40 Märtyrer von Sebaste ^) gleichfalls ausschließlich eine liturgische Übereferung haben. Auch für die ,.Mad(h)rJise der Verstorbenen" ist ihre liturgischc/erwendung von entscheidender Bedeutung, nicht zum Vorteil der Gruppe, in die Stücke von zweifelhafter Echtheit und bloße Exzerpte aus einzelnen Nrn de „Nisibenischen Gedichte" Eingang gefunden haben.*) Vollends nur durch die i der Echtheits- frage naturgemäß die geringste Gewähr bietende zweite Art lurgischer Über- lieferung erhalten sind im jakobi tischen Ritus nicht wenige weitie Festgesänge.*) Des Kunstmittels der alphabetischen Akrostichis bedienen sich inige Tagzeiten- lieder,') die denn auch geradezu als S6g(h)jät(h)5 bezeichnet as maronitische Ferialbrevier neben einer Masse anderen hymnischen Gebetstoffes auf A. zurück- führt, während vereinzelte ihm beigelegte S6g(h)jäthä auch anderäxts auftreten.®)
(13 Nrn) 3, 599/602 (= „Serm. de div. 1"). Lamy 2, 429/515 (8 schon in pS 2 stehende u. 2 weitere Nrn) bzw. Lamy 2, 643/708.
') Hss: BrM4.50. 2». 451. 3». 300. 8». 310. 9°. 312. 4». Ag: Lamy 1.1/144. Taufgesänge der berührten Art sind hier die Nrn 3;13. Nr 2 ist die Nr 13 der Weihnac;slieder der Op.S 1, ein ursprünglicher auf Magieranbetung und Jordantaufe gehender Festhymnu-auf den 6. Januar, 14 f. sind die anderwärts anch ohne den Nameu A.s überlieferten S6g(h jäth über Christas und Johannes den Täufer bzw. Maria und die Magier. Vg. auch Burkitt 67/y.
^) Hss: BrM 306. 4». 311. 4«. 312. 2°. 463. 2». Ag: Lamy 2, 510/642. ) Hs: BrM 463. 5". Ag: Lamy 3, 69.Ö/750. ■') Hs: BrM 463. 10°. Ag: Lamy 3, 937/.58.
") Hss: VtS 92 (J 823) 3» (37 Nrn) und wohl einer pseudoliterarischf Überlieferung: 93 (9.Jh) 10° (11 Nrn, von denen 3 neu). 13° (9 Nrn), einer vereinzelten Nr: :rM 170 (Add 17109. J873/4)4o (= OpS 3, 296/8). Schon die zweite Art liturgischer Überliefeing findet statt in BrM 453(Add 17207. 8/9. Jh) 10°, einem geradezu A. zugeschriebenen Begrjnisritnal mit 19 meist akrostichischen Hymnen, und 513 (Add 17130. J 876/7). Über die ingeren Exemplare jakobitischer und maronitischer Begräbnisliturgie vg. unter c. Ag von VtS 2 Nr 1/14. 16/37 in OpS 3, 225,395 (als „Funebres canones" 1. 44. 43. 36. 42. 41. 40. 39. 38. 6: 34 f. 37. 32. 58/61. 18f. 54. 21f. 8. 23/7. 2 4. 13. 17. hi\ von VtS 93. 10» 4. 11. 13° 1/4. 6/9: tenda (als „Funebr. can." 65. 29. 45/8. 14. 50/2).
°) Die Beschreibung der Hss in den Katalogen ermöglicht hier leiderceine durchgängige Nachprüfung der Zuweisungen an A., welche die Ag des syrisch-antiochejschen Festbreviers (Brev. iuxta rit. Eccl. Antiochenae Syrorum. Mosnl 1886/96) bietet. Anonm überliefert sind Mad(h)räse auf die Apostel Petrus, Paulus und Thomas, von denen dort einJne Strophen unter dem Namen A.s stehen, in BrM 450. 19»/21«. Ag: Lamy 4, 681/706. Zwiscln A., Bälai (§ lOf) und J3'q6b(h) v Serüg(h) (§ 24 c) schwankt die Zuweisung bei einem einen J^nolog des Apostels enthaltenden Stück auf den reuigen Petrus. Hss: BrM 748(Addl7190. J893)IUg/. Pr 161(Anc fonds51. 10/ll.Jh)fol20. Ag: Lamy 4, 737/46. Das gesamte übrige Materi der Festbrevierag ebenda 679/82. 705/36. 745/76.
') Ag: OpS 3, 485 f. 511 f. 515. 534 f. 537 f. 539 f. 541/4 (als „Paraen.es" 33. 48. 50. 64.
67. 69. 71 f.).
') Hierher gehört wohl die ganze übrige Masse des OpS 3. 463/54 (als „Paraeneses" 25 73) Gedruckten. Vg. Burkitt 19. Darunter sind weitere Stücke mit phabetischer Akro- stichis die Nrn 25/8 und 49. In nestorianischer Überlieferung ausdrücklich r andere Verfasser
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c) Der i Textüberliefc wiederkehre) sorischem oi; der trinitari> verbunden z, Fortfiihrunt; die Gottesnil Auferstehuu_ späterhin ai; Umfange en sprünglicbeu Strecken ein i das eine Eri: möglicht. A maronitisch ei: eine Erweii. Strophen für genize) des hängen der L tischen Feri:. sänge früher war.") Entsp
bezeugt werdei Ferialbrevierä
9) Hss: i: dnrch das hoh> Mönehsregeln i
1) ABai 413/32. 540/5>5. rituals: Brll ' 918 (Add 14717, fonds 100. 17. 37 (J 1626/27\ kirche zu ilosrJ 20 (J 1815). 22 Qäle VtS 92. 1 SOf. 82/5). Der Exemplaren de Festbrevier u.
*) Hss d . 67 (J 1563). 71 (Anc fonds 42. J 1644/5). Jer.M: 16. Jh). 50 (Hl 154 (Sach 155. Anhänge fehli (Add 17241. 14 Sarfah 1902, . Jät.32). Vg. A
5) Hs: J des Paradieses
i •. (PI : Qäle) ist ein von vornherein ausschließlich der liturgischen
angehörendes Gebilde aus Sti'ophen, die. eines regelmäßig
^bgesanges entbehrend, vielmehr bestimmt sind, selbst in respon-
tiphonischem Vortrage mit Psalmversen, bzw. den beiden Hälften
Doxologie („Ehre sei dem Vater" usw. ,.Von nun an" usw.)
den. Eine vielfach zu beobachtende Erscheinung ist dabei die
äser Grundstrophen durch eine Reihe von Zusatzstrophen auf
die Apostel, Älartyrer, Verstorbenen, die Buße, das Kreuz, die
Zweifellos sind zum Gebrauche in diesem Liturgischen Gefüge
exte neu geschaffen, ebenso zweifellos aber in nicht geringem
Strophen alter Denkmäler sangbarer Dichtung aus ihrem ur-
mmenhange ausgebrochen worden, so daß in den Qäle auf weiten
is Material von Mad(h)räse- und Soglhljäthä-Bruchstücken vorliegt,
ig der Literarischen und sonstigen liturgischen Überlieferung er-
cküch werden mit A. im nestorianischen wie im jakobitischen und
is die Qäle der Begräbnisliturgie in Verbindung gebracht.'-) Selbst
der berührten Art nicht aufweisend, haben diese einzelne
„allgemeinen" oder ,.Vigilien-" und die ..apokryphen Qäle" iQ.
. jitischen Nachtoffiziums geliefert,'') die ihren Platz in den An-
Gazzä (..Schatzhaus") betitelten endgültigen Gestalt des jakobi-
iers finden,*) nachdem der einschlägige Stoff liturgischer Ge-
mem Pardaisä („Paradies") genannten Buchtyp vereinigt worden
itaend liegen die Verhältnisse nicht nur auf dem Boden des
.Vrn 39. 51. 62f. Vg. Bnrkitt 12/5. Über Hss und Agg des maronitischen Ja.
\i 50. 170a. 813(Addl4611. 10. Jh)ll». Ox 153 (Marsh 711) 3°. 9«. Ag des ersten :• der Hs empfohlenen Stückes: OpS 3, 4603 (als „Paraenesis" 24), asketische (ihabetischer Akrostichis aus einer Mosnler Hs: Rahmani, StS 1, 9f. (8f). ark, Psalmeuvortrag u. Kirchendichtung d. Orients, Gottesminue 7, 290 305. i2. -) 'Ai. Ältere Hanpths: VtS 92, 1". Hss des jakobitischen Begräbnis- id 14525. fol 1/10. 9/10. Jh). 915 (Add 14502. 12. Jh). 916 (Add 17131. 12. Jh). 38. 13. Jh). 7182 Eich (15. Jh). Pr 122 (Anc fonds 56. 15. Jh). 121 (Anc 123 (Anc fonds 101. 17. Jh). 124 (Anc fonds 99. 17. Jh). VtS 60 (13. Jh).
• 29 (15. Jh). 98 (J 1868. Abs einer Vorlage des 13. Jhs in einer Thomas- . 73iMarsh 708. 15. Jh) l''/3». 74 (Bod. Or. 12. J 1581/2). JerMkl 21 (18,9. Jh). 15 6). Über das maronitische § 56 a, über das ne^^torianische g 16 d. Ag der 12/18. 21 f. 27/31: OpS 3, 313/44. 346/59 (als „Funebr. canones"' 66/71. 72/9. Schuß der Ag dürfte anf abweichender Abteilung beruhen oder aus jüngeren »nitischen Begräbnisritus stammen. *) Vg. über diese A Baumstark,
•njahr d. syr. Jakobiten 149 f.
m mit den Anhängen : VtS 324 (13. Jh). 68 (spätestens J 1464/5). 69 (J 1547). Jh). 70 (J 1674). VtB 158 (15. Jh). Pr 149 (Anc fonds 72. J 1465/6). 145
' vB.) 147 (Anc fonds 39. 16. Jh). 148 (Suppl 15. J 1614/5). 146 (Anc fonds 40. (15. Jh). 26 (J 1654). 28 (J 1856). Ox 49 (Marsh 479. J 1544/5). 48 (Poe 333. 4. J 1654), nur der Anhänge : BrM 470 (Add 14 716. fol 79/166. 13. Jh). Brl .). Pr 151 (Anc fonds 107). 152 (Anc fonds 82). JerMkl 29 (18,9. Jh). Die 'ge Defekts derselben in den noch dem 13. Jh angehörenden Hss : BrM 392 5 1720. foll/Ul. 17250). Ag: für den unierten „syrisch-antiochenischen" Eitus ssiger als die älteren römischen der JJ 1696, 1787, 1853 (Vg. Nestle, iistark, D.„syr.-antioch."Ferialbrevier, Katholik 82, 401,27. 538/50. 83,43/54. )9 (Add 17232. J 1209/10). Vg. auch die häufige Melodieangabe: „im Tone
46 I)ie Literatur bis znm Zeitalter der chriatologischcn Kämpfe. § 8b]
nur in solcher vorliegenden Epiphaniehymnen fMad(h)rkse dfTi)ebet(h) denhä) war die Mehrzahl ursprünglich bestimmt, bei der feierlichen Taufspcndung doch wohl eher der Usternacht zu erklingen, und ist auf den 6. Januar erst übertragen worden, als dieser, zum ausschließlichen Fest der Jordantaufe gestempelt, früher an ihm als dem gemeinsamen Fest der Geburt und der Taufe des Herrn ge- sungene Lieder auf die erstere an die junge selbständige Geburtsfeier des 25. Dezember hatte abtreten müssen.*) Um ursprüngliche Festgesänge auf die Ge- burt Christi handelt es sich auch bei den Marienliedern, '•') die wie eine Samm- lung von 15 Nrn auf die Märtyrer insgesamt ") und von 5 .auf die 40 Märtyrer von Sebaste ^) gleichfalls ausschließlich eine Liturgische Überlieferung haben. Auch für die ,,Mad(h)rkse der Verstorbenen" ist ihre liturgische Verwendung von entscheidender Bedeutung, nicht zum Vorteil der Gruppe, in die Stücke von zweifelhafter Echtheit und bloße Exzerpte aus einzelnen Nrn der ..Nisibenischen Gedichte"' Eingang gefunden haben.*) Vollends nur durch die in der Echtheits- frage naturgemäß die geringste Gewähr bietende zweite Art liturgischer Über- lieferung erhalten sind im jakobitischen Ritus nicht wenige weitere Festgesänge.*) Des Kunstmittels der alphabetischen Akrostichis bedienen sich einige Tagzeiten- lieder,") die denn auch geradezu als S6g(h)jät(h ä bezeichnet das maronitische Ferialbrevier neben einer Masse anderen hymnischen Gebetstoffes*) auf A. zurück- führt, während vereinzelte ihm beigelegte S6g(h)jäthä auch anderwärts auftreten.*)
(13 Nrn) 3, 599/602 (= „Serm. de div. 1"). Lamy 2, 429/515 (8 schon in OpS 2 stehende u. 2 weitere Nrn) bzw. Lamy 2, 643/708.
') Hss: BrM450. 2». 451. 3°. 300. 8». 310. 9°. 312. 4». Ag: Lamy 1, 1 144. Taufgesänge der berührten Art sind hier die Nrn 3/13. Nr 2 ist die Nr 13 der Weihnaehtslieder der OpS 1, ein ursprünglicher auf Magieranbetnng und Jordantaufe gehender Festhymnus auf den 6. Januar, 14 f. sind die anderwärts auch ohne den Namen A.s überlieferten Sög(h jäthä über Christus und Johannes den Täufer bzw. Maria und die Magier. Vg. auch Burkitt 67/9.
«) Hss: BrM 306. 4°. 311. 4°. 312. 2°. 403. 2°. Ag: Lamy 2, 510,642. ^) Hs: BrM 463. S». Ag: Lamy 3, 69.5/750. *) Hs: BrM 463. 10°. Ag: Lamy 3, 937/58.
') Hss: VtS 92 (J 823) 3» (37 Nrn) und wohl einer pseudoliterarischen Überliefernntr: 93 (9.Jh) lO» (11 Nrn, von denen 3 neu). 13» (9 Nrn), einer vereinzelten Nr: BrM 170(Add 17109. J 87.3/4) 4° (=OpS 3, 296/8). Schon die zweite Art liturgischer Überlieferung findet statt in BrM 453(Add 17207. S/9. Jh) 10°, einem geradezu A. zugeschriebenen Begräbnisritnal mit 19 meist akrostichischen Hymnen, und 513 (Add 17130. J 876/7). Über die jüngeren Exemplare jakobitischer und maronitischer Begräbnisliturgie vg. unter c. Ag von VtS 92 Nr 1/14. 16/37 in OpS 3, 225 395 (als „Funebres canones" 1. 44. 43. ,86. 42. 41. 40. 39. 38. 62. 34 f. 37. .32. 58/61. 18f. 54. 21 f. 8. 23/7. 24- 13. 17. 5f.\ von VtS 93. 10° 4. 11. 13» 1/4. 6;9: ebenda (als „Funebr. can.» 65. 29. 45/8. 14. 50/2).
") Die Beschreibung der Hss in den Katalog