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Die Citate aus Walther sind nach der Ausgabe von Wackernagel und Rieger (Giessen 1862) eingetragen : die Anmerkungen müssen also von Wackernagel nach diesem Jahre eingeschrieben sein. Aber die Arbeit geht sicher in frühere Jahre zurück, denn das wesentlichste derselben war bei diesem Eintragen bereits gethan. Aber die Sammlung wurde fort- gesetzt, schwierigere Punkte auf's neue und wiederholt in Er- wsegung gezogen und mit verschiedener Tinte und verschie- dener Schrift sind Zusätze und BerichtigungSb nachgetragen: bald länger, bald kürzer ; viele weiter ausgeführt, sehr häufig blosse Citate hinzugefügt. So kann man das vorliegende Buch mit Recht ein Werk jahrelangen Sammeins und Arbeitens nennen und die Berechtigung des Druckes steht wohl ausser Frage. Aber Bedenken gab es doch. Im Manuscripte finden sich vielfach, namentlich in der Einleitung und den Anmerkungen O ^ p-^r^'-jjß — IV — bloss Schlagworte: ich musste die Sätze erst ergänzen. In den meisten Fällen war das jedoch leicht; fast niemals war ich über den Sinn der Worte im Zweifel, verhältnissmsessig selten auch über die Wahl der Worte. Dass ich überall und immer auch den Ausdruck und die Verbindung gefunden habe, die Wackernagel im Sinne hatte, kann ich allerdings nicht behaupten; dass ich mit eigenen Zusätzen sparsam war, wird man dem Buche ansehen. Hätte W. es zum Drucke fertig gemacht, der Text würde fliessender und abgerundeter sein. Besonders gilt das von den Anmerkungen. Da ging die Kürze W.'s am weitesten und ich habe da am wenigsten gethan die angedeuteten Gedanken zu ergänzen, einmal weil ich die Worte so für verständlich halte (an etwas schwierige Anmerkungen zu den Werken Hartmanns sind wir ja schon gewcehnt) und dann weil ich allzuviel hätte hinzuthun, ja umgestalten müssen, um überall vollständige Sätze herauszubringen. Und es sollte doch W.'s Werk bleiben. Wir verehren in ihm einen der Altmeister unserer Wissenschaft und es ist darum nicht ohne Interesse zu wissen, wie er über den Gegen- stand dachte, wie er die Dichtung, der er ein besonderes Studium gewidmet, vor seinen Zuhoerern interpretirt hat. Da mussten alle Umgestaltungen fern bleiben, da mussten moeg- lichst seine eigenen Worte beibehalten werden. Ich hätte auch gar zu viel umwerfen müssen. Nament- lich die Einleitung fordert zur Umgestaltung förmlich heraus. Da stimmt manches mit W.'s Literaturgeschichte überein. Die Charakteristik der drei grossen Epiker Hartmann, Wolfram, Gottfried ist der in § 61 der LG. gegebenen sehr sehnlich; der Abriss der Metrik, wie er hier gegeben ist, erscheint erst in § 48 der LG. recht begründet und ausgeführt. Das also hätte vielleicht hier wegbleiben können. Anderes erscheint antiquirt. Sicher hätte W. da den neueren Forschungen Rechnung getragen und die Abschnitte über Leben und Werke Hartmanns würden unter seinen Händen eine andere Gestalt erhalten haben. Wie weit aber seine Ansichten durch diese neueren Untersuchungen umgestaltet worden wseren, kann man nicht wissen. So viel WaBrscheinlichkeit die neueren An- sichten über die Heimat Hartmanns für sich haben, Sicherheit herrscht durchaus keine und es ist die Frage, ob W. nicht daran festgehalten hätte, dass Hartmann der Ortenau ent- stammt sei. Auch die Bestimmung der Reihenfolge der Werke Hartmanns hat keine absolute Sicherheit. So musste die Einleitung bleiben, wie W. sie geschrieben hat: alle nöthig scheinenden Zusätze habe ich in eckige Klammern gestellt. Auch in der Abhandlung über die Sage war ein Zweifel mceglich. Auf die Autoritset Virchow's hin waere wohl der Anfang, der die detaillirte Beschreibung des Aussatzes giebt, umzugestalten gewesen. Aber es sind vielleicht auch hier verschiedene Meinungen moeglich und jedenfalls fühlte ich mich auf diesem Gebiete zu sehr fremd, um weitgehende Aenderungen vornehmen zu können und — aufrichtig gesagt, ich wünschte diese Detailbeschreibung der scheusslichen Krank- heit (nur diese) aus dem Buche ganz weg. Durch eine solche wird erst, da die Krankheit selbst glücklicherweise unserer Anschauung entrückt ist, Goethes bekanntes ürtheil über den armen Heinrich gerechtfertigt. Desshalb wollte ich diesen Theil nicht noch vermehren durch Citate oder Auszüge. Wer will, möge sich aus den citirten Werken weitere Belehrung holen. / — VI — Auch dem Texte gegenüber bin ich moeglichst conservativ verfahren. W. hat erst später die Varianten der St. Florianer Bruchstücke eingetragen, aber nicht mehr für den Text alles verwerthet. Ich habe die Varianten, wie sie W. eingetragen hat, unter die Lesarten verwiesen und schon daraus ergeben sich leicht einige Besserungen des Textes. Andere ergeben sich erst, wenn man nach den Bruchstücken unsere vollstän- digen Hss. beurtheilt. Unzweifelhaft ist A die bessere, B über- arbeitet, aber diese Ueberarbeitung enthält doch öfter das Richtige als man früher glaubte. Wenn also bestimmte Gründe gegen A und für B sprechen, ist man genoethigt in diesem das Ursprüngliche zu sehen, resp. nach diesem dasselbe zu suchen. So ergaben sich z. B. die Besserungen von V. 33 und 353. Auch die Verszahl wird durch die Bruchstücke verändert. Die zwei Verse nach 852 hat W. selbst schon für echt anerkannt und herzustellen gesucht (wie ich glaube, nicht glücklich), zwei Verse nach 78 erst als echt erwiesen; ich würde auch noch die vier Verse nach 652 und 662 auf- genommen haben: die Gesammtzahl der Verse betrüge dann 1532. Ob das auch die ursprüngliche Anzahl der Verse ist, kann ich freilich nicht behaupten, denn die Ueberlieferung des Gedichtes ist eben „ ausgezeichnet schlecht, " und so bin ich auch bei W.'s Zählung geblieben und habe auch in den Anmerkungen meine Zusätze durch eckige Klammern getrennt. Nur in einem Falle nicht. W. hat nämlich ursprünglich die ange- zogenen Stellen auch ganz hingeschrieben, die nachgetragenen bloss citirt; ich fühlte mich da veranlasst auch die Verse beizusetzen. In der Abhandlung über die Sage dagegen er- scheinen die nachgetragenen Stellen meist unter dem Strich. Moeglich dass W. manchmal nach diesen Stellen den Text — VII — geändert hätte, aber wer kann das abgrenzen ? Hier ist auch eine Abänderung schwieriger. Die Form ist hier viel voll- endeter, theilweise sogar künstlerisch durchgebildet. Diese Abhandlung, auf breitester Basis aufgebaut, lehrt uns das Gedicht erst recht in seiner Gänze verstehen und würdigen, nachdem die Anmerkungen uns im Verständniss des Einzelnen weiter gebracht haben. Denn ich darf wohl be- haupten, dass nicht bloss Anfänger, für die diese zunsechst bestimmt sind, für die ich z. B. auch die Citate aus den An- merkungen zum Iwein und Erec nachgetragen habe, neues daraus lernen werden. So wird das Buch trotz der Mängel der Form, die nach dem Tode des Verfassers ohne tief ein- schneidende Umgestaltung nicht behoben werden konnten, eine würdige Stelle neben den hervorragendsten commentirten Aus- gaben mhd. Dichtungen einnehmen. W. Toischer. Einleitung. Die Heimath Hartmanns von Aue ist Schwaben, das nicht der einzige, aber doch ein hauptsächlicher Sitz der Dichtkunst des „mittelhochdeutschen" Zeitraumes unserer Litteraturgeschichte war. Dieser Vorrang war gegeben durch das schwaebische Geschlecht der hohenstaufischen Koenige, und er wurde behauptet durch zahlreiche Dichter, deren bedeu- tendster Hartmann ist, und durch mehr als einen fürstlichen Gönner der Dichtkunst. Dass dieses Schwaben die Heimath Hartmanns war, wird nicht bewiesen durch den Beinamen v^ DIZ IST VON DEM ARMEN HEINRICHE. Ein ritter s6 geleret was, daz er an den buochen las, swaz er Aar an geschriben vant: der was Hartman genant; 5 dienstman was er ze Ouwe. er nam im mange schouwe an mislichen buochen: 1. L&nz, 11S2 nter : sturmgiter, "Wolfr. u. a. riter ohne Reim. Hartm. Greg. 1331 ritter : bitter, [s. Benecke und Lachmann zu Iw. 42; Haupt z. Er. 8793]. geleret wohl auch in dem adj. abge- schlossenem Sinne von gelehrt: Kehr. 7584 um ein toiser arzat kom; der was gelert uil wol. Herbort 18451 ein gelarter schulere. ßuol. 260, 4 di biscofe voölten zesamene Tcomen unt ander gelerten (= Geistliche, Walth. S. XVI). Als Particip = unterrichtet: Wig. 276, 12 die (Ele- fanten) künden entwichen unde 8ten, mit strite gegen den tinden gen: sus wären si geleret, Krone 224 wan er so geleret was, daz er die spräche künde. Das nsßchste Merkmal, dass je- mand Unterricht empfangen, war die Kunst des Lesens [„geleret hiess wer lesen konnte** Benecke z. Iw. 21]: Ruol. 77, 7 selbe er den brief las, wände er wole geleret was. [der wol gelerte Tristant an den brieten selber las Heinr. v. Fr. Trist. 1408]. Wolfr. Wilh. 2, 21 swaz an den buochen stet geschriben, des bin ich künstelös bdiben: niht an- ders ich geleret bin, wan, hän ich kunst, die gxt mir sin, Greg. 868 also der gelerte man an stner tavele gelas. j. Tit. 1834 Ein schriber wol geleret, Berth. 404, 21 fg. Da hat er uns rehte mit geflorierten buochstaben an daz antlitze geschriben, — Daz ver- stet ir gelerten Hute wol, aber die ungelerten mügent sin niht versten. Diu zwei ougen daz sint zwei o. Ein H daz ist niht ein rehter buochstabe u, s. w. 2. lesen an wie ^ ,schr%ben an, 8 suochen an, 6. schouwe act. Blick, Anblick; pass. Aussehen, Gestalt. 7. Goth. misso wechselseitig, ahd. missi variu^ ; missi - missen : miden^ mutare. Adj. misselich, mislich verschiedenartig, verschie- den, mannigfach. Nicht allen gleich geläufig, H. sehr: im A. H. [167. 992. 1473]. 44 — dar an begunde er suochen, ob er iht des fände, 10 da mite er swaere stunde möhte senfter machen, und von s6 gewanten Sachen, daz gotes eren töhte und da mite er siqjü möhte 15 gelieben den liuten. nü beginnet er iu diuten 8. hegunde nur umschreibend, wie es oft gebraucht wird, auch von Hartmann; im A. fl. [251. 482. 859. 884. 999. 1208. 1219. 1258. 1451]. Die Thffitigkeit ist mehr in Leben und Bewegung gesetzt, wenn nicht einfach nur deren Aus- übung, Sondern Anfang und Fort- schritt bezeichnet wird. 9. Die Consonantenverbindungen nd, ng, nJc verhindern den Um- laut des u zu ü; die Verba dieser Classe, auf deren Stammvocal mm, nn, oder m und n mit einem an- deren Consonanten folgt, haben da- her nur die Vocale i, a, u [vgl. Weinhold, mhd. Gr. 333]. Dieser und die folgenden Verse sind nachgeahmt imWig. 8, 27 min Jcunst diu was verborgen ie. die wolt ich nu offen hie, ob ich mit mineni munde möchte sware stunde den liuten senfte machen, und von solchen Sachen, daz guot ze hcerene totere. Auch in Ge- danken und Worten hier anklingend Heinr. v. d. Thürlein, Krone 227. 11. senfte das Gegen theil von swcere, leicht , angenehm ; adv. sanfte, Zeitwort senften A. H. [637. 1036]. 12. von =: Gen. Z. 9. gewant beschaffen: sus g. 410, also g. 1268. 13. daz und 14 da mite geht auf iht von so gew. s. : dass es, dass damit; vgl. 202. 411. 443. 498. zu 741. — touc (noch im 17. Jh. taug) tugen (tügen) tohte : Pr. aus Impf. Grund- bedeutung ist wohl: von Statten gehn. Hier entweder nützen, die- nen, wie 551. 889 oder ziemen, angemessen sein, wie 1020. Der- selbe Zweifel auch 330. Hier jedoch eher das letztere; bei der ersteren Bedeutung steht die Person im Dativ, Sache mit ze: Lanzelet 4166 swaz ze den eren tohte, des was diu burc beraten. 15. lieben lieb machen: 347. möhte gelieben. 16. Goth. thiuth (dienlich) gut : diuten, tiuten verständlich ma- chen, ausdeuten, übersetzen; Aus- druck wofür sein, bedeuten; kund thun, erzsehlen; zeigen, deuten. Hier die .erste oder dritte Bedeu- tung. Die Quelle war lateinisch, deshalb ist auch eine Beziehung auf diutisch vorhanden : ver- deutschen. 45 — ein rede, die er geschriben vant. dar umbe hat er sich genant, daz er siner arbeit, 20 die er dar an hat geleit, iht äne lön belibe, und swer nach sinem libe si hoere sagen oder läse, daz er im bitende wese 25 der sele heiles hin ze gote. 21. Die Strassburger Handschrift Niht, die Heidelberger und die von Kölocza Ane Ion iht. 17. rede Erzaehlung oder Lehre in Reimprosa oder Reimpaaren. Etwas unlogisch, denn eigentlich meint er wohl nicht seine Quelle als Eeimprosa, noch weniger, wenn diuten s. y. a. erzählen ist, den Stoff und Gegenstand seiner Er- zählung, sondern sein eigenes Ge- dicht, zu dem er den Stoff oder die Quelle erst gestalten will; ge- nauer also: in einer Rede, was er geschrieben fand. 19. arbeit Bemühung, Arbeit; gewoehnlich Mühsal, Noth. Der Genitiv gebeert zu Ion 21. 20. müssig, wie 419 din triuwe, die du hast; 738 iuwer rivwe, die ir da hdbent umbe mich u. Ö. arbeit legen an : Greg. 3818 Hart- man, der sin arbeit an ditz getihte hat geleit Ja Büchl. 2, 801 ich lege und hän an ^ (die Geliebte) geleit zwäre michel arbeit an libe unde an muote, 21. daz 'iht udgl. einem ne, seltener einem ut non entsprechend. Meist und zuerst im finalen, nicüt in consecutivem Sinne; Ellipse von: zu verhindern, dass. Diese Ellipse niclit mehr so für daz Z. 24. 22. lip mit leben zu belihen : die Existenz,das Existierende ; vgl.unser Leib und Leben, entleiben, nach s. l, wie nach sime lebne. Nib.7,3. [ Wernher v. Elmd, 49 an ein blat gescribe daz man sin gedenke nach sime libe]. 23. sagen, Gegensatz singen; hoeren sagen, lesen hceren Gegen- satz zu selbst lesen, Greg. 3823 die ez hcerent ode lesent, W. Gast 1080 hoern und lesen. 24k. besser bittende: Greg. 3824 daz ir bittende wesent. Häufige, besonders H. beliebte Aufloesung. [z. B. Iw. 4172 als ich des beitende bin; 4906 diu mir ze herzen gende sint], Sie dient zur Verstärkung des besonderen Begriffes; der all- gemeine Zeitbegriff und die Flexion wird durch das Hilfswort aus- gedrückt. Nhd. ist von wcsen gebildet: We- sen, ab- anwesend, gewesen, war. 25. Gen. caus. und Dat. comm.: Iw. 6008 do begunde ouch er ir 46 — man seit, er si sin selbes böte unde erloese sich da mite, swer über des andern schulde bite. heiles hiten. — hin zei Worte zu Gott gesendet, die Hand aus- gestreckt. 26. sui ipsius wie 248 sin sel- bes muot 1070 von ir selber herzen. Noch Hebr. 9, 7 Blut, das er opferte für sein selbst und des Volks Unwissenheit. [Sein eigener Bote sein zrz in seinem eigenen In- teresse handeln ; s. Dr. K. Schmuhi, Beitrag zur Würdigung d. Stiles Hartmanns v- Aue, Programm der Lateinischen Schule in Halle a. S. 1881, S. 16.] 28. über Ausstreckung der be- tenden und segnenden Hand, biten über (bitten für) MS. 2, 157 a. Er sol biten über mich, Rud. v. E. Bari. 370, 36—39. Er sprach ze gote sin gebet über des niuwen küneges leben, daz im got heil geruochte geben, dar nach bat er über al die schar. Sonst für und umbe. So auch in den anderen Stellen , wo eben dieser Spruch vorkommt: Hartm. selbst Greg. 3401 wir haben daz von sime (Gottes) geböte, swer umbe den anderen bite, da Ices er sidi sel- ben mite; Freid. 39, 18 'merket, swer vür den andern bit^, sich selben Iceset er da mite. Auch Hugo V. Trimb. Renner 25 doch toil ich ein büechelin, daz si da bi geden- ken min, minen guoten friunden tihten und mit rimen also berihten, swelche ez lesen oder hceren lesen, die suln miner sele wesen gencedic: wan geschriben stät, swer für des andern schulde bite, stw selbes sele Ices er da mite. — So ist der Eingang des Renner an- klingend an den des A. H. ; so auch der Schluss von Ulr. v. Turh. Wilh. Hie hat daz buoch ein ende, daz ich ze boten sende an si die ez hceren lesen, daz sie mir bittende wesen der sele heiles hin ze gote, so mir kom des todes böte; und das Vater Unser von Heinr. von Krolewitz 4002 ff: der dise rede hat geticht unde in diuschen bericht, der ist Heinrich genant von Krole- wiz uz Missenland, unde durch daz muoz er sich hie nennen, daz ist billich, daz man gedenke stn da la, swer dise rede lesende si, unde daz er im heiles wünsche unde ouh des teiles, swes wir in den Worten gern, daz in got ruche des gewern unde daz er muze teil- haft loerde aller dirre worte kraft unde daz er ir dort vinde Ion unde daz im iuwer bete don muze gar zuo heile komen. Ganz richtig der Ion Z. 21 ver- standen: und 22 ist erklärend. Hartmann selbst — er liebt Wie- derholungen — hat einen sehnlichen Eingang im Iw. und aßhnlich ist der Schluss im Greg. Vielleicht stand dergleichen auch im ErecV der Anfang ist verloren. Iw. 21 ff: ein riter, der g eieret was unde ez an den buochen las, swenner stne stunde niht baz beteenden künde. — 47 — Er las diz selbe msere, 30 wie ein herre wsere ze Swäben gesezzen; an dem enwas vergezzen deheiner der * tugent, die ein ritter in siner jugent 35 ze vollem lobe haben sol. 30. Die Handschriften Wie daz : gebessert von Lachmann. 33. Strassh. ES, Dekeine, HeideTb. t*. Kol, Aller : Lachmann in der Auswahl Dekeiniu der tagende — jagende, bei JSaupt deheine wis der tugent daz er ouch tihtennes pftac (daz man gerne hceren mac, da kert er sinen vliz an ; er was genant Hart- man und was ein Ouwisre), der Uhte ditz mtsre. Hartmann denkt an Leser in ferner Zukunft. — Schluss des Greg.: H, der s«w ar- beit an ditz getihte hat geleit got und iu ze minnen, der gert daran getüinnen ze lone von iu allen daz ir iu lät gevallen, die ez hoerent öde lesent , daz ir bittende wesent, daz im diu scelde ge- schehe daz er iu^h noch gesehe in dem himeliiche. des sendet alle ge- Itche disen guoten sündare (Greg.) ze boten umb unser sware, daz wir in disem eilende ein sceligez ende nemen, als si da namen, des gestiure uns got, amen. Der Un- terschied hesteht darin, dass im Iw. einfache Nennung, im Greg, und A. H. eine zum Inhalt passende Begründung steht: Fürbitte, dass man wisse für wen. In diese Ge- sinnung sind auch die angeführten Nachahmer eingetreten. Vgl. den Schluss von Cynewulfs Juliana Z. 718 fgg. 29. diz, ditze; diz : didaz. der selbe dieser; daz selbe 393. disiu selbe 166. dirre selbe 367. 31. in Suevis. Nib. 325, 1 ez was ein küniginne gesezzen über se. 32 fgg. Anklänge an die Selbst- schilderang Hiobs Cp. 29, 31. 33. dehein mit pron. dem. der. Iw. 375 und jach daz im nie mere dehein der gast wäre komen, von dem er hcete vernomen daz er även- tiure suochte. 3728 sine rou dehein daz guotj daz si an in hete geleit. 4273 ichn hörte da ze hove sagen von iu dehein daz mtsre, daz iuwer iht wcere. Trist. 433, 28 niht durch deheinen den bejac. MSF. 152, 17 sol mich diu werlt also vergän daz ich deheinen den gewalt an minem lieben friunde hän. Vgl. Nib. 131, 3. ein (2«^ frouwe, die er noch nie ge- sach, *Eracl. 1448 welch der tieveh [Trist 258 (s. zu V. 38) an ime brast aller tugende niht, der herre haben solde zeigt, dass die Heidelb. u. Kol. Hs. das ursprüngliche überlie- fern : an dem was niht vergezzen aller der tugende, der (ein) riter in sinei- jugende ze ganzem lobe haben sol.] 48 — man sprach dö niemen also wol in allen den landen, er bete ze sinen banden geburt und dar zuo ricbeit; 40 oucb was sin tugent vil breit, swie ganz sin babe waere, sin burt unwandelbsere und wol den fürsten gelicb, docb was er unnäcb also rieb 36. wol, haz spr, mit Dat. Lan- zelet und bei Uartmann: Lieder 5, 1 [MSF. 206, 20] swes vröide an Quoten wiben stät, der sol in spre- chen wol und wesen undertän u. a. auch^wo*: Lieder 7, 16 [MSF. 208, 4] ich spriche ir niuwan guot u. a. 38 fgg. Nachgeahmt von Gottfr. Trist. 247 fgg. 39. geburt 45. 717; hurt 42. Iw. 2089; — Erec 3810 ich hän geburt noch daz guot, 9600 du^rch daz in lebende was begraben mm jugent unde min geburt. Iw. 1926 nü habent ir schcsne unde jugent, geburt, richeit unde tugent xx.bl, üngeburt A. H. 721. ungeborn Greg. 2405. 2657. 40. Erec 8543 des ist sin ere vil breit wnd ze ganzem lobe er- Tcant über elliu disiu lant, Engelh. 820 wie was so breit ir schcene, ir adel und ir tugent. Kehr. 8074 daz wurden breitiu mcere, Iw, 2904 daz sich iuwer ere breite unde niere. Parz. 123, 18 des wart sin lob von wiben wit, 41. ganz vollständig, vollkom- men: 63. 768. 788. 837. 42. ica'ndel Rückgang, Tausch ; Fehler, Boeses: wandelbare boese. tadelhaft. Iw. 199 in der werlde ist manec man valsch und wandeU beere, der gerne biderbe wcere, wan daz in sin herze enlät, unwandel- beere untadlich, gut: 1172. Iw. 3252 swie manhaft er doch wcere und swie unwanddbcere an libe unde an sinne, 43. fürsten die zunaechst dem Koenige stehen, denen die Wahl desselben zukommt: Herzoge, Land- und Markgrafen. Dem Adel der Fürsten gleich: Erec 288 sin b(srde was vil herlich, einem edeln manne glich, 1320 ir gebaerde was, vü bliuclich, einer mägde gelich, Greg. 2756 sieht und unzefüeret ist din här und din lieh eime gemasten fräze glich, geliehen Erec 2815 daz man begunde geliehen sine^uoistuom Sälomöne, — Eine Nachahmung der StelleWigal. 137, 13. an siner geburt tcas er groz, vil wol der fürsten genöz, Meier. 3247 fgg. er ist von geburte groz, wol aller künige genöz, 44. nach beinahe 1203; unnäch hebt die Annseherung an die Ueber- einstimmung auf, kaum =: nicht. Parz. 224, 27 sin reise unnäch was so groz des tages, do er Ithe- ren schöz. — 49 — 45 der geburt und des guotes 86 der eren und des muotes. Sin name was gar erkennelich: er hiez der herre Heinrich und was von Ouwe geborn. 50 sin herze häte versworn valsch und alle törperheit, und behielt ouch vaste den eit 46. mtiot Kraft des Denkens, Empfindens, Wollens. Im Znsam- menhang hier ist es diejenige Ge- sinnung, die dem blossen Besitze Yon Adel und Beichthnm entge- gengesetzt und zum Ehrenerwerb behilflich ist. Gegensatz dazn guot Iw. 2905 irte iuch etswenne dez guot michel ha/iiier danne der muot, n4 mugt ir mit dem guote volzie- hen dem muote; lip Iw. 5472 wie selten ich daz toip, beide ir muot und ir Itp, immer geprise; wort Iw. 3125 siniu wort diu sint guot: von den scheidet sich der muot; werc Iw. 1505 daz er an ctMen dingen wü volbringen mit den werken ^nen muot; gebärde Iw. 4387 do nam er ir beider war, ir gebcerde und ir muotes n. a. 47. Wig. 31, 8 &r het erworben, daz sin nam von siner tugende was erJsant; vgl. 137, 10 ir namen man erkande in dem lande verre. Aber erkennelich (Wolfr. Wilh. 48, 9) sonst erkennecltch s. v. a. erkennbar; adv, erkenneclichen act. erkennend: Farz. 258, 2 do Par- zival gruoz gein ir sprach, an in si erkenneclichen sach : er was der schcenste übr.elliu lant; da von si in schiere het erkant. Daher besser wohl erkanüich, das öfter im Sinne von erkannt steht: W. Tit. 104, 4 erkantliu mare ; BarL 162, 2 daa erkantltche gewant. [Der Vers hier mnss nach B lanten : ^n name der was erkennelich s. Haapt z. Er. 5500.] 51. valsch Unredlichkeit, Tren- losigkeit. Betrag. törper {dörper — p nd., t assim.) Bauer, bänerisch roher Mensch, törpel Tölpel: vilain im Gegen- satz zu cou>rtois, hövisch, törper^ heit der Gegensatz von hövesch^ heit: bäaerisches Wesen, rohes Benehmen, sittliche Rohheit: Iw. 7121 heten si do gevohten ze rosse mitten swerten, des st niene gerten, daz wcere der armen rosse tot : von diu was in beiden not, daz si die dörperheit vermiten und daz si ze vuoze striten. 52. Welchen Blick wirft das auf die Sittlichkeit des Adels! (Ans Ps. 14, 4. vgl. Mos. m. 19, 12.) vaste adv. zu veste, vgl. harte, ange, sanfte, swäre, dräte, späte, schöne, suoze; spat, fast, schon, fest : 1207 ; Iw. 3470 st hafte zei- nem aste diu pfert beidiu vaste; Greg. 2884 do slief er also vaste. behalten unversehrt erhalten. 4 50 — statte unz an sin ende. äu alle missewende 55 stuont sin %re und sin leben. im was der rehte wünsch gegeben ze werltlichen eren; die künde er wol gemeren mit aller hande reiner tugent. 60 er was ein bluome der jugent, der werlte fröude ein Spiegelglas, stseter triuwe ein adamas, 53. sUßte, nicht State : adv. Acc, wie unser stcets adv. Gen. .54. missewende Wendung ins B(Bse: Unthat, Unglück, Tadel. Hier 1 oder 3 ; auch sonst äne m. häufig. daz an missewende allez dtn (Gottes) werc stdt Erec 5797 Wig. 36, 23 nu gab im got in ^ner jugent Schemen lip und ganze tugent : die behielt er an ^n ende, äne misse- wende lebt er in siner kintheit. 56. wünsch das Vermcegen et- was ausserordentliches zu schaffen, auch personif. (Odhin Oski) [s. J. Grimm Myth. I, 114—118, Nachtr. III, 50 — 55.]; kraft dieses Vermoegens ausgesprochenes Begeh- ren (nhd. abgeschwächt); Inbegriff des Schoensten, Besten, Vollkom- mensten, Ideal : Konrad Alexius 142 im hcete got den wünsch ge- geben ue erweiter dinge; wünsch" leben 393. Iw. 44. Büchl. 2, 79. [vjunschwint Greg. 615 wunsch- spil Er. 8530. — Ueber Wunsch und tounsch bei Hartmann aus- fdhrUch Schmuhl a. a. 0. 25 f.] 59. reine rein ; vollkommen, gut, schoen: 296. 938. 58—60. G. Frau 1474 der mute uz erkorne was ein zil der eren: die künde er wol gemeren mit dller hande tugende. er was ein bluome der jugende. Nun eine Keihe von Metaphern. 60. 656 ein bluome in dime künne, Pilatus 115 (Ma/ria) aller wibe bluome; Walth. 35, 9 [35, 15] d&r DUrnge bluome schinet dur den sne; Parz. 122, 13 aller manne schoene ein bluomen kränz. 60—61. Konr. Engelh. 5303 Dieterich — über dl dn künne ein Spiegel unde ein bluome schein. 5731. du bist der schcenheit ie ge- sin ein Spiegel unde ein bluo- me; Alex. 138 er wart ein spiegel richer tugent und aller erenblu>ome. Reinm. der Alte MS. 1, 182 a der Spiegel miner froiden ist verlorn [= MSF. 168, 12 ndner tounnen spiegel derst verlorn.]'^ Helbl. 10, 4 der engel spiegel schouwe bistü erweltiu küniginne. [der werlte fröude ein sp. = „ein leuchtendes Abbild dessen, was die Welt an Freuden bieten kann** Schmuhl a. a. 0. 19.] 62. Härte des Diamants hervor- gehoben Er. 8427 J^rec im antwur- — 51 — ein ganziu kröne der zuht. er was der nöthaften fluht, 65 ein schilt siner mäge, der milte ein glichiu wäge: , ime enwart über noch gebrast, er truoc den arbeitsamen last 68. Besserung Lachmanns : Heidelb, u. Koh die arbeit als ein last, Strassb, der ersamen last ten began als ein unverzagter man des herze doch vü steete toas und vester danne der adamas ; von dem man solhe kraft seit, und wurde der adamas geleit zwischen zwein bergen stähelin (wie möhte dez wunder grcezer sin?), die zemüele er kleine, e man ez dem steine iender möhte erkiesen an. dannoch hete dirre man ze kekhdt stceteren muot ; da von daz einer slähte bluot disen stein geweichen mac (Bocks- blnt): so künde ouch 6m des tödes slac niht »inen muot betmngen noch üf zageheit bringen. Als Bild der Beständigkeit : Iw. 3257 der tu ein rechter adamas ritterlicher tugende was; MSF. 144, 27 ganzer tugende ein adamas S. ülr. 249 der wären mmne ein adamas. Der adamvl(A ■m'VMafl. der si müg^gewinnen. iru ^ (X4\^ ^o^o(M u4/ dUJ^ dßs sint ir iemer ungenesen, AU Vvu J \ ( lM*C^^ V ^ h^ got welle dan der arzät wesen." 205 D6 sprach der arme Heinrich ^war umbe untrcfestent ir mich? cAiwiv. ja hin ich guotes wol die kraft: .^^^^^^.AA (M^ ir ei^w ellent iuwer meisterschaft jiji ^rt^ und iuwer reht ouch brechen P^t f^ 210 und dar zuo versprechen 200. Besserung Haupts: Strassb, aber; in Heidelb. u, Köl, 188—209 gekürzt, 207. Strassb. Joch 'Vw»'^''^^ ^Vv^-C^--' t^ /VW 193. trüwen, getrüwen unrefl. mit blossem Infinitiv: 1152 ge- truwent ir mim herren sinen ge- sunt wider geben. 194. dingen, gedingen denken; Zuversicht haben, hoffen [s. z. 170 gedinge], 195. aber sprechen erwiedern : 215. 196. 216 tmd wäre der arzenie cUsö. 198. Dazu ist erforderlich : 230. arzenie Heilmittel und Heilkunst; arzatie. — arzeme, arzentuam, Zw. arzenön, von Archigenes, Juvenal Satiren 6, 236. 13, 98. 14, 252. 199. der : vgl. 853. 200. aber, abe, ab. 201. sinne Weisheit 695. 802. Sing, die wisheit und den sin 860. 202. der d. h. daz er : 13 daz = daz ez. 204.Genauer wBsregotenwelledan. 206. untroestenwie 801 unminnen. 207. kraft Menge, Fülle. 209. reht Pflicht: 680. 1450; 858 menschlich reht die Schranken, die der Menschheit durch Gottes Ord- nung gesetzt sind, also auch passiv. brechen von dem Bild der Schranke oder der Fessel hergenommen. 1284 si brach ir zuht unde ir site ; 858 unde menschlich reht zerbrach. 210. versprechen, ver- im Sinne der Fntfemung, der Beseitigung: ablehnen, verreden. — 64 — beidiu min silber und min golt, ich mache iuch mir also holt, daz ir mich harte gerne nert.^ ,,mir wsere der wille unrewert** UM/«^vt^ ^rt/vl 215 sprach der meister aber dö; ^und wsere der arzenle also, daz man si veile funde, oder daz man st kimde mit deheinen dingen erwerben, 220 ich enlieze iuch niht verderben. nu enmac des leider niht sin. da von muoz iu diu helfe min durch alle not sin versaget. ir müestent haben eine maget, 225 diu vollen hibsere 211. Besserung Lachinanns: HSS. Beide; ebenso 275. 224. Strassb. muezent, Heidelb, soldet, Koh scholdet 225. Heidelb^ KoL vriebere, Strassb. erbere: vgl. 447 und 1453. 211. beidiu: 275 beidiu mit stiure und mit bete; 590 beidiu mit bete und mit drö. Neben bei- diu kommt aach die Form beide vor; nbd. beides. 213. nern, ernern Bewirktings- wort zu genesen: heilen, retten, naehren. 214. erwern mit dem Acc. nnd Dat.: wehren, verwehren: 841. — unrewert nicht zu wehren. Kehr. 7099 unregangen: re für er nach einsylbigen Pronomen und Par- tikeln, die auf Yocal oder Liquida ausgehen ; ebenso nach un : erster Anlass dazu war wohl Yocal und r, do rebeizte ist kein Hiatus, er retobte keine misslautende Wiederholung. 223. durch not nothwendiger Weise. 225. volle schw. m. schw. st. f* Fülle, Vollkommenheit, Genüge: adv. den vollen, die vollen, be- en- ze vollen : vollen vollkommen, ge- nug, sehr : 447 vollen htbare, 1177 vollen guot. Die Abweichung der beiden Texte (Vgl. nubiles — nobiles Tolc. Germ. 8) deutet auf Aenderuug eines ungewohnten Ausdrucks : Mbcere. Gehlen hat Hartmann selbst: Erec 5894 du bist vü wol zuo mir gehU ; Iw. 2672 si was unz an die zU niuwan nach wäne wol gehU; 2809 eltche gehU; auch Wigalois 157, 11 swenne sin tohter würde gehU zeinem biderben manne. Das sonst veraltete hibtere noch Lanze- let 4996. In der Heidelberger und Koloczaer Hs. steht vrtebare wie — 65 — und ouch des 1453 vridt statt hträt. (irrten eigent- lich loesen, kaufen, gr. ngCaa^ai^ lat. pretium,) [Scherer zeigte mir, dass vrkbißre hier und 447 zu le- sen ist. 225 erbcere A , vriebere B ; 447 manbere A, (verbere B) : die handschriftliche üeberlieferung führt auf wlcfe^ere an heiden Stellen. Dieses Wort ist hisher ana^ Xeyo- fieyoy. Daraus erkisert sich die Aenderung in A; vriebere kann nicht von B gemacht sein, wie 447 zeigt, wo B selbst ändert, aber auf dasselbe Wort führt. Vgl. 1453 B vrtät, wo auch eine Aenderung von i^tdt in Mrät wahrscheinlicher ist als das umgekehrte. — Dass vridt auch oberdeutsch ist,s.Schm. I^, 817.] Die Strassburger Hs. (Haupt) liest beidemal erbcere, Sie nahm an dem Mbaere Anstoss wegen der 8 Jahre 303 (Heidelb. und Eol. Hs. 12), so dass also nach den. 3 Jahren 351 das Msedchen 11 — 12 Jahre alt ist. Ueberall jedoch wird sie nicht bloss als Kind, sondern auch als Jungfrau bezeichnet (kint = Tochter, Msed- chen) : ich bin ein maget 562 (224. 446) ; als keusche Jungfrau : erbaere gienge darauf um nichts weniger als Mbaere, In Wirklichkeit hat man die frühere Reife der Weiber des Mittelalters in Betracht zu zie- hen: durch die öfters wieder- kehrende rechtliche Festsetzung ist bezeugt, dass Msedchen mit 12 und Knaben mit 14 Jahren zu ihren Tagen gekommen^ d. h. mündig seien; unter 12 Jahren dagegen noch unter ihren Tagen seien : das willen waere, ist also die Grenze der Unmann- barkeit und der Mannbarkeit. J. Grimms RA. 412—415. Weis- thümer 1, 278. Nach longobardi- schem, sächsischem und friesischem Rechte waren die Ehen 12J8ehri- ger gültig und üblich: Weinhold, Deutsche Frauen im Mittelalter 191 [21. 294]. Nach dem Schwaben- spiegel Landrecht 48 durften 14- jaehrige Knaben und 12j8ehrige Msedchen gültige Heirathen ein- gehen. Heinrichs gemahele seihst denkt sich ihren ledigen Stand Z. 748 nur etwa noch zwei, hoechstens 3 Jahre dauernd, also bis zu ihrem 13. oder 14. Jahre. Larie, die Wigalois nach längerem vergeb- lichem Werben Andrer (99, 33) sich zur Gemahlin erwirbt, ist erst 13 Jahre alt: 99, 19. 125, 35. 226, 11. Hildegunde ist, da Wal- ther mit ihr als seiner Geliebten flieht, nach der Didriks Saga 241 zwölQsehrig. In der Alexandersage bei Lamprecht 5118 heisst es von den blumengewachsenen Mssdchen, mit denen die Griechen sich ver- msehlten: rehte alse si haten aldir umbe zvelif jär. Erec 9467 ein kint wol einlif jär alt, das der Liebhaber entführt. Und so ist in Sage und Roman frühe Liebe und Yermsehlung öfters wie ganz selbstverständlich. Aber auch in der Geschichte begegnen die Bei- spiele zahlreich genug. „Gertrud, die Gemahlinn Herzog Heinrichs des Stolzen von Baiern, war erst 14J8ehrig, als sie ihm Heinrich den Loewen gebar ; letzterer heirathete 5 66 tnH tU-t daz sl dea tot durch iuch lite. nu enist ez uiht der Hute site, daz ez iemen gerne tuo. 230 so hoert ouch anders niht dar zuo niwan der maget herzen bluot: daz wfer für iuwer suht guot" Nu erkante der arme Heinrich, daz daz wtere unmügelich, 235 da,z lernen den erwürbe, der gerne für in atärbe. alsuB was im der trSst benomen, . (vv— üf den er dar was komen, und dar nach fär die selben friet 210 Mt er ze siner genist deheiii gedinge m^re. des wart stn berzesgre also kreftec unde gröz, die englische Ecsnigstochter Ma- thilde in deren 12. Jahre." Sttelins "Wärtembergisohe GeBchiehte2,782. Mathilde wurde noch nicht drei' zehnjsihrig mit Heinrich 1. ver- msehlt, Hedwig von Meran ^wälf' JKhrig mit Heinrich (demBGertigen) von Schlesien. Sidonie von Boeh- men vermcelilte Bich im 14. Jahre mit Albrecht von Sachsen. Beatrix, die Tochter Eönig Philipps, wnrde in ihrem zwölften, die heilige EU- mheüi im 13. Jahre vermiehlt. 397. durch cansai , nicht in- Btmmental: om enrentwillen. 228. es? 230. nichts als nnr, bitter irO' niBch : niht anders wan 446. 451 ; 734 wttde enhät niht me verlm^ wan beide sUe mtde Hp. Vgl, MSR 151, 9 fg. 157, 35. 232. guot für wie 720 es e. frumt tugent noch ere für A tat niht mere dan ttngeburt w untugent : Bestimmnng, 237. tröst freudige Zoveraich' die Znversicht anf Heilang , welcher er — 238. «/■mitVerrücknngnndV* körznng des eigentlichen Ansdmc vor Substantiven der Ik'wartai statt vor dem, welches den Gege stand der Erwartnog bezeiehni Correct Büchl. 1, 1115 ich u dehetTter freude ieftwi durch lod äf ander minne; dagegen Er 4371 das hdn ich ander» rü getan uan üf ritterechefte wo» \. durch w&n üf ritterschafl. 239. für vorwärts in der Ze von — an: 686 für dise stitnt, 9! für dise stunde. -V tW,4AXfj-« — 67 — OA/^ daz in des aller meist verdrOz, 245 ob er langer solte leben. nü fuor er heim und begunde geben sin erbe und euch sin varnde guot, Itca^ r/^( «^X«. als in dd sin selbes muot unde wiser rät ISrte, 250 da erz aller beste bekSrte. er begunde bescheidenlichen stn armen früinde liehen und trdst euch frdmede armen, daz sich got erbarmen 255 geruochte über der sele heil; gotes hiusern viel daz ander teil. f Vt/wvn^-v^ fift^. •.-v\. 247. erbe ererbtes Grnndeigen- thum im Gregensatze zu Uhen und varndem gtiote, denn beim Lehen galt eigentlich auch kein Erbrecht, und die Fahrhabe mag jeder Ein- zelne erst persoenlich erwerben [vgl. Iw. 7658]. 250. bekerte anwendete. 976 daz enw€Br niht wol bekeret. bewenden 1441. 251. bescheiden nach Gebühr nnd Umständen handelnd , ver- ständig, klug; einer, der alles wohl zu unterscheiden und jedes an sei- nen Ort zu stellen weiss. Noch Abraham a Santa Clara Judas 6, 447 ein Politicus muss auf der Welt haXb so und halb so sein, wawn er wül fortkommen, und sokhe LetUe seind bescheiden und klug; die können die Segel richten nach dem Wind, Freidanks Be- scheidenheit. BescheidenlkTienüMcli 258, mit Verstand, nach Gebühr, 80 dass er zugleich die natürlichen Ansprüche der Blutsverwandten und das Bedürfniss auch der Nichtver- wandten berücksichtigte. Unser bescheiden schliesst sich an das reflexive Zeitwort an. 255. riMchen, geruochen acht- sam, bedacht, besorgt sein, Rück- sicht nehmen, wünschen: mit Gen. 413. 1361; wollen, wählen, ge- ruhen: mit dem Infinitiv. So hier. Und so wie hier wird es besonders oft gebraucht, wo got das Subjekt ist; auch 1361. Von ruoch, ruoche Acht, Bedacht, Be- sorgung, Sorgfalt, Sorge: ruchlos, 256. gotes hüs Kirche, Erlöster, Spital u. dgl. Valien mit dem Dativ, gewoehn- lich gevallen zufallen, zu Theil werden: 1518 als müez ez uns allen ze jungest gevallen, — Schenkungen des Heinricus de Owe an das Kloster S. Peter auf dem Schwarzwalde curtem suam cum domo et omnibus, quce ibi possidebat. Für die Verdienstlich- keit solcher Vergebungen und Ent- alsus sß tet er sich abe bescheidenlichen s!ner habe 11DZ an ein geriute: 260 dar flöch er die liute. disiu jfemerUche geschibt, diu was stn eines klage nibt: in klageten elliu diu lant, da er inne was erkant, 265 nnd ouch von Mmden landen, die in näcb sage erkanden. Der 6 diz gerinte und der ez dannocb binte, 265. frömdea Besserung Haupts: Strassb. den; tn HeideVi. Kol. 261—266 im$gef<älen. 267. Besserung Ladmanns: Strai fehlt S; Heidelb. Kol. Der daz selbe gereute ävsaernngen nnd toq der Unxobl nnd dem Reichthnm. der Öottes- hänser fiudet sicli ein reott voller nnd bezeichnender Änsdmok dieser Zeitstiminnng in einem Uedichte des 12. Jahrhunderts hei Hutmann (kein Schwabe) von dem heiligen Glauben (Credo) 3194 fgg. LB. 429, 14 fgg. 267. sS hinter dem ersten Worte : 1165 da von SÖ »ot ich disen tot hän für eine süeze not ; alsus not ein Btfirkerea so. RefleiiTes abe tuon mit dem Oen. sich entänssem, entechlagen: 1106. 259. genute: 267. 1443; Iw. 8285 niwoeriute: Waldboden, der dnrcb Änsrenten der Bäume in Ban.and nmgeschaffen worden. 268 Üeberarb. der daz selbe geriute in dem wilden walde biute. Orts- namen wie BUti, Rente, Eent, Baierrent, Gerenth (Erenth), Rütti, GrStli. In Baiern ist Gerent < Name vieler einzeln liegeo' Banernhöfe, deren Besitser dt die Gerentinaier, Kreitmayer, N renther. 260. Gegenstand nnd Ziel Fliehens. 261. Von geschehen: gesch Schicknng, Znfall, ßreignias. 262. sin eines wie rin selbes 263. klagen transitiv: 3 eüt« Umlant. 264. erkennen kennen lern kennen 266. 596. 1380: erkant kannt {bekennen kennen lern kennen). 366. daz ick von sag^iool not erkenne 595; si eng^ub niemens sage danne ir selber ou^ 1392 ; vgl. Altnordisch saga. 268. dannoch d. i. danne no Muuxn nnd bäwen: das Ja bestellen (gruw), wohnen, Wohnt errichten. — 69 — daz was ein frier büman, 270 der vil selten ie gewan dehein gröz ungemach; daz andern büren doch geschach, die wirs geherret wären, und,si die niht verbären ^^^j, 275 beidiü mit stiure und mit bete, swaz dirre gebüre gerne tete, des dühte sinen herren gnuoc; dar zuo er in übertrüoc, daz er dehein arbeit 272. Besserung Haupts: HSS. geburen, gebovren, gebowern 274. Besserung Lachmanns bei Haupt: Strassb, Vnd sin do, Heidelb, Kol, so fii des 269. bÜTfnan Bauer; hier und 367 s. y. a. meier 295, der den Grand nnd Boden eines andern als Päcliter bant (erst 1442 wird es sein eigen): so wird in Süd- dentschland noch das Wort Bau- mann gebraucht ; Ackerknecht : Parz. 119, 2 tV büliute unde ir enken Acker- und Yiehknechte. fri ist von Wichtigkeit für den Ausgang der Geschichte : 1497. 270. selten ie d. h. nie: selten 348. 272. &Mr stm. Haus : Vogelbauer ; gebik', gdmre Mitbewohner, Nach- bar, Dor^^nosse, Bauer : bure, bür Bauer (nicht mit -er von bauen ab- geleitet). 273. wirSf mrser, geherret wie geküniget, geliutet, geUmdet; Infinitiv wir mugen uns niM geherren baz : Meleranz 6634. 274. und si; nach und statt des relativen Pronomens das per- Msnliche [s. Haupt z. Er. 702b]. die bezieht sich auf herre : Iw. 458 er was starke gezan, als ein eber, niht als ein truxn: üzerhalb des mundes tür ragten si im hervür ; Parz. 807, 13 in dem pcUas — der wol gekerzet was, die harte lichte brunnen; Reinmar von Zwe- ter MS. n, 199» swer wol ge- wibet ist und üf ein ander wendet sinen muot, [Vgl. Benecke z. Iw. 458 und Haupt z. Er. 7814.] verbern : wieder das ver- der Ent- fernung, der Beseitigung: nicht haben, unterlassen, verschonen. 275. ^i{«r6 Stütze, Unterstützung, Abgabe. &e^e Bitte; nötbete. Ausser dem Pachtzins waren noch ausser- ordentliche Abgaben zu entrichten. 276. Gen. Dat. fem. Sing, und Gen. Plur. dirre aus disere : Nom. masc. Sing, aus diser. Ebenso disse und ditze aus dises. 278. übertragen mit dem Acc. und Gen. (Nachsatz mit daz) : über- heben, dagegen sicherstellen. — 70 — 280 von frömdem gewalte leit. des was deheiner stn geltch in dem lande also rtch. zno deme zöch sich stn herre^ der arme Heinrich. 285 swaz er in het 6 gespart, wie wol daz nü gedienet wart, und wie schöne er stn gen6z! wan in vil lützel des verdröz, swaz im geschach durch in. 290 er hete die triuwe und euch den sin, daz er vil willecllchen leit den kumber und die arbeit, diu ime ze Itdenne geschach. er schuof ime rtch gemach. 295 Got hete dem meier gegeben nach stner aht ein reinez leben: 285. Strassb. in hette g., Heidelb. Kol. im vor hatte verspart 289. Besserung Haupts: Strassb, Swaz im zno lidende g. ; in Heideib. und Kol. fehlen 287—294. 283. zog sich zurück, begab sich : 789. [vgl. Hanpt. z. Er. 1585] 285. sparn anch mit persoen- lichem Object; schonen. 286. dienen transitiv mit Dienst vergelten; durch Dienst erwerben, verdienen: 384. 288. lützel =L niht: 401. 969. Wie selten 270. 289. zn Theil ward, zufiel: 141. 291. toille guter Wille, Greneigt- heit: tmlUc, mllidkh 900. 1421; adv. gern 1251. 294. gemach m. n. Ruhe, .Be- quemlichkeit, Pflege; Wohnung. Ungemach noch jetzt in dem ab- stracten Sinne. 295. der meier und diu meierin 1437. Lat. maiar der oberste unter den Knechten oder Hoerigen oder Dienern eines Herrn, namentlich in der Landwirthschaft ; einer der fremdes Land als Pächter baut, und persoenlich frei ist, 269. In beiden Bedeutungen wird das Wort noch jetzt gebraucht. Das Wort Meier und allerlei Zusammensetzungen da- mit findet sich als Eigenname sehr häufig — ursprünglich waren es Bauemnamen. Abraham a S. Clara, Judas 4, 326 Hans Oberma'^, Gregor Untermayr und Lenz Mittermayr, drei wolgesessene Bauern. 296. ahte activ Beachtung udgL; passiv Art, Stand,yerhältnis8e udgL reine gut, schoen: 59. — 71 er hete ein wol erbeiten lip und ein wol werbendez wip; dar zuo het er scboeniu kint, 300 diu gar des mannes fröude sint, unde bete, s6 man saget, under den kinden eine maget, ein kint von abte jären. daz künde wol gebären 305 s6 rebte güetlicben: diu wolte nie entwtcben von ir berren einen fuoz; umbe sine bulde und sinen gruoz, so diente si ime alle wege 310 mit ir güetlicben pflege. si was oucb s6 genseme, *i •- -- • j /daz si wol gezseme ze kinde dem riebe an ir wsetlicbe. 803. Heidelb. Kol. Wol von zwelf iaren fV 314. /S^ras85. werliche, Heidelb. mit schöner wetliche oder werliche, Kol. mit schöner wertliche 297. beUen zwingen, führen; leben, leiten, lip beiten: lip erbei- ten [anstrengen; zu sich erbeiten, nSich anstrengen, hemühen, abhär- ten** Belege hei Lexer. erbeiter lip „abgehärteter, an Anstrengung ge- woehnter Körper**.] 298. werben eine Kreislinie be- schreiben: sichnmthun, thsetig sein. 301. 80 man saget, so man seit Bekräftigung dorch Bemfnng auf die Ueberliefdrnng, häufig im £rec, im Greg, und Iw. nirgend. 802—803. kint Tochter, maget. Iw. 4470 ich hän ein tohter, ein kint: daz ist ein harte schceniu mögt. Der Doppelsinn ist hier von Bedeutung. 304. gebären sich benehmen: Gebserde. 305. gHetlich, guotlich adj. s. V. a. guot^ freundlich 310. 349; adv. auch 1491. 307. Vgl ne — pas [Gr. III, 748.] 311. gen(sme schoen: 124. 312. geziemt hätte. 313. Gothisch reiks Kcenig, reiki Reich: ahd. (mhd.) richi beides: Koenig LB. 256, 4 dar scal er vorra demo rihhe az rahhu stan- tan, vor dem Kaiser: der Kaiser das Hoechste auf Erden und oft wird das Wott zur Bezeichnung desselben gebraucht : Walth. 82, 21 [L. 15, 35] Do er den tievd do ge- 72 315 Die andern heten den sin, daz si ze rehter mäze in wol gemiden künden: do flöcli st zallen stunden zuo ime und niender anders war. ^ni^'^u-f 320 si was sin kurzewile gar. ^rvu>t «^rtw^^ st hete gar ir gemüete mit reiner kindes güete an ir herren gewant, daz man st zallen ztten vant 325 under ir herren fuoze. sus wonte diu suoze (^'>n^>xl ir herren ze allen ztten bt. dar zuo liebet er st, swä.mite er ouch mohte; 330 und daz dem kinde tohte ^^^ liL.&jilS^^ ZJL C^ L ^ ^>- ^^^ 'vvw ^ — r f 330. Stra^BhS^xA das kinden wol dohte, Heidelb, Köl, daz der meide tochte schände daz nie heiser haz gestreit J. Grimm, kl. Schriften 1, 336. 314. wät : watltch schoen. Erec 8291 diu -swachest under den w%- ben, diu zierte wol ein riche mit ir watliche, 316. mit Beobachtung des schick- lichen Maasses, so dass sie ihm zwar nicht zu nahe kamen, aber sich auch nicht gar zu auffällig ferne hielten. 318. do Gegensatz: 146. 320. kurze Zeit; Zeitkürzung, Kurzweil. 325. ihrem Herren unten zu Füssen ? Vgl. 88. Beaflor 237, 13 under die meze er im viel. — Aber zu erklaeren aus 462. 326. wonen bleiben , sein: bi oder mite wonen mit Dat. nahe sein, ausharren bei, zugehoeren: 594 mir wont iedoch diu witze M. — suoz neben siieze wie hart neben herte, vast, gäch, swär, war, Tcunt u. s. f. Die einsylbigen For- men sind meist die selteneren. Reim. süeze passiv lieblich, angenehm; activ freundlich. Auch von Men- schen, auch von Gott wird das Wort gebraucht : ersteres hier und 480, letzteres 348 von gotes gebe ein süezer geist; 1360 got — durch sinen süezen list. Oft ist es un- gewiss, ob activ oder passiv. Subst. süeze Süsse, Annehmlichkeit 87.701. 328. lieben transitiv zu Hebe, Freude machen, Freundlichkeit er- weisen: 975 ir hänt uns vil verre geliebet und geeret. [Vgl. Lachmann z. Iw. 4194.] 330. tohte diente oder ange- messen war : 13. Der Plur. kinden würde tohte, also auch möhte for- — 73 — zuo ir kintlichen spil, des gap der herre ir vil. ouch half in s§re, daz diu kint sö lihte ze gewenenne sint. 335 er gewan ir, swaz er veile vant, Spiegel unde härbant, und swaz kinden liep sol sin, gürtel unde vingerlin. mit dienste bräht ers üf die vart, 340 daz si im also heimlich wart, daz er si sin gemahele hiez. diu guote maget in liez V l '. C " 337. HSS. solte, scholde Heiddb. Koh gemale därn. In beiden Texten ist wegen dem ir 331 geändert. Aber z. B. Iw. 2890 ein wtp, die man hat erkant in diso stiBtem muote ; 4615 ein wip , diu sere sorget umb ir ere; Büchl. 2, 518 von etslicheni vnbe, vü siUzer an ir libe, diu etc. Kint männlich: Mose 63, 35 [bei Diemer 90, 36] duo daz chint (Joseph) chom muoder (: bruoder). 331. ir, weil kint weiblich dem Sinne nach. 333. helfen mit dem Acc. nnd (gewcßhnlich) Adv. niht , waz n. dgl. nntzen. Sprüchwort Iw. 3321 nu erzeicte der töre zehant, daz der töre tmd diu kint vil Uhte ze wenenne aint (Kinder nnd Narren sprechen die Wahrheit). Hier ist ans richtigem üefühle der Narr w^gelassen. 335. gemnnen anschaffen, kau- fen 444. 336. härbant Wigamnr 2702. 4926. Bintiska 1, 374. 341. Strassb, immer gemahel, 338. vingerlin Dintiska 1 , 389 fg. 339. üf die vart dahin, so weit : mit komen nnd bringen, 340. heim Hans : heimelich, heim- lich einheimisch y familiaris, ver- traut, geheim. 341. mahelen sprechen (gericht- lich, rechtlich); verloben: Willi- ram HL. 53, 14 in sinemo mahel- tage, dö er imo selbem^ mahelta mit demo mdemen sines heiligen bluotes die ecclesiam, Gemahele Verlobter , Verlobte , Bräutigam, Braut: so hier. Aber auch schon im ahd., da Verloebniss und Ehe- abschluss ursprünglich eins waren (s. Z. f. d. A. 2, 548 fgg.) , hat es die Bedeutung Gatte nnd Gat- tin, wie umgekehrt brüt auch s. V. a. Eheweib. — Gemahele ist der Regel nach schw. (1446). Hier ist es unflectirt: gleichsam angeführter Vocativus. So öfter bei heizen: (s. mhd. Wb. I, 658 fg.) LB. 498, 16 ir heizent mich meister - 74 — CXA^ WWW. beliben selten eine: er dühte si vil reine. 345 swie starke irjäaz geriete ^ • ^ diu kindische mi^te, iedoch geliebte irz aller meist von gotes gebe ein süezer geist. Ii- dienst was sd güetlich. 350 diS d6 der arme Heinrich driu jär da getwelte ol^<\^L^^^^ nnde ime gequelte cL«, r- iSC'wC^*^! \ o. CU. cj 352. Strdssb, Unn in got gequelte, Heidelb, Kol, got vil sere quelte. und herro; Parzival 303, 16 ich heize herre einen man, von dem ich manec urbor hän; Walther 39, 3 [11, 11] daz wir in hiezen herre unde vor im knieten ; Gudrun 564, 3 wan si in da hiezen herre. Suchen- wirth 31, 116 er rait also verre, daz mxin in nimmer haisset herre, Flore 4051 do ich ^ min amie hiez; 4505 die maget man beginnet heizen frouwe; Reinke 1, 7 IFeber- schrift %mde Brunen mit vrunt- liken worden wilkome het. — Eben- so bei nennen: Parz. 280, 9 der sich der rUer rot nante; 397, 6 sin tohter er dö frouwe hiez; W. Wh. 181, 17 man sol mich ein zage mtne kunftUche tage dar nach immer nennen, schelten: Rosen- garten 1739 swie so daz du mich sehntest verzageter Dieterich. Noch Luther, Buch der Richter 6, 24' Da bauete Cfideon daselbst dem Herrn einen Altar und hiess ihn : Der Herr des Friedens. Ev. Lucas 6, 46 Was heisst ihr mich aber Herr Herr (xvgie, xvgis); Ev^ Johannes 13, 13 (wie oben) ihr heisset mich Meister und Herr (gr. Nom., lat. Voc.) ; 1. Petri 3, 6 Wie die Sara Abraham gehorsam war und hiess ihn Herr (xvqiov); Hosea 2, 16 Alsdann wirst du mich heissen mein Mann, und mich niht mehr mein Baal Tieissen. Vgl. auch Kellers Fstnsp. ü, 947. 343. selten = nie. 345. starke sehr, geriete Con- junctiv abhängig von swie. 346. miete Belohnung 644 ; Be- zahlung; Beschenkung: so hier; Be- stechung : und zwar für geschehene und noch erwartete Leistungen. 347« lieben transitiv zu liep,. liep machen: 15. 351. tweln transitiv verzagen, aufhalten; intransitiv zagen, sich aufhalten, weilen. 352. Die Strassburger Hs. führt zunächst auf : unde im got gequelte [so in der 1. Aufl. und bei Haupt]. Besser wird man lesen unde ime gequelte oder unde er ime gequelte, so dass im den lip s. v. a. sich:^ vgl. den Up Nib. 667, 2. öreg. 2510. Echr. 4901 der man wol — 75 — mit grözem jämer den lip, nü saz der meier und sin wtp 355 unde ir tohter, diu maget, von der ich iu % hän gesaget, bt im in ir unmüezekeit und begunden klagen ir herren leit. diu klage tet in michel ndt: 360 wan si vorhten, daz sin tot ^ju^^^^-y^ si s^re solte letzen und vil gar entsetzen twc^^. :^v^ 6ren unde guotes, und daz herters muotes 365 würde ein ander herre. da wint des im der lip gerte; Nib. 806, 2. Walther 95, 9 [L. =: 94, 12 W.] wan ein wunder- aUez mp, diu getroste mir den Up; Nib. 2048, 2. 1090, 4. 1203, 3. 1460, 3. Gudrun 637, 2. Up steht noch müssiger Greg. 724. 1046 nu enlie sin ungetoizzen toip nie geruowen ir Up von tägUcher trage, jämer ist der Schmerz, den man von sich selbst empfindet, Herzeleid, nicht ein von aussen ' her angethaner Schmerz : 875. 911. 930. Und queln wird gewoehnlich, auch von Hartmann so rückbezüg- lich gebraucht: Leid und Klage haben. Erec 8095 wie du queltest amen Up, oh du möhtest wizzen ^ HDcH, vjaz dir hie geschehen soll 6140 dö gehörte er daz vnp mit ruofe guelen ir Up, 8325 tvie dise edelen frouuoen mit jämer qudewt den Up, Wig. 127, 13 war urnbe qüelt ir iuwern Up? waz leides ist iu hie geschehen ? Tristan 81, 19 sus quelte daz vil süeze wip ir jungen schanen suezen lip mit alsd klageUcher not. Mone Altdeutsche Schauspiele 140 daz du so quelst den Üb din. Vgl. auch Gudrun 927, 1 ritter unde meide quelten dö den Up, Ruther 3814 Dar stat rotheres mf vnde quelit den erlichin lif 3842 Bi deme saz rotheres wih vnde qudlite ir lib. Wernher Marienleben 153, 9 [424] harte quelte si ir Up. Und so ist qUfCln noch öfter mit Up verbunden; aber auch einfach mit dem reflexiven Fürworte: Trist. 67, 5 ach süeze mttoter: toie du dich mit klage nu quelst, daz weiz ich wol; Silvester 965 vast unde j(BinerUclie queln sach rmin sich die vil armen, [Es ist wohl zu lesen (mit B 353) und im got ge- quälte mit grözen seren sinen Up,] 359. that ihnen Noethigung an, war nothwendig, sie mussten wohl klagen. 361. laz, lass: letzen hemmen, verhindern, berauben, schädigen. — 76 wCy-^»«. ^ a ■+•*"» < *■* •■»» si gedähten als6 verre, U^ anz dirre selbe büman alsus fragen began. Er sprach , lieber herre min, 370 möht ez mit iuwern hulden sin, ich frägete vil gerne : so vil ze Salerne von arzenien meister ist, wie kumt, daz ir deheines list 375 ze iuwerme ungesunde niht geraten künde? herre, des wundert mich.* dö holte der arme Heinrich tiefen sfift von herzen 380 mit bitterlichem smerzen; mit solher riuwe er d6 sprach, daz ime der süft daz wort zerbrach. 367. Strassb, Bitze daz, Heidelh. Köl, Daz 379. Besserung Haupts: Heidelh, Kol, Einen t. sanfz (snftzj, Strassb, Tieffen siufzen 382. Besserung Haupts: Strassb. siußse; Heidelb, u. Kol. ändern sonst. 366. so lange. Sonst wie verre allein, auch also verre, s.v. a. sehr: 928. 974. 1073 ; also verre 1000.1 112. 370. hulde zu holt, Geneigtheit, Erlanbniss, Ergebenheit: mit iur wem hulden mit eurer Erlanbniss : an iuwern hulden 684. bt iuwern hulden 1138. Dnrch die Form des Plnrals tritt eine Belebung d^s Abs- tractums ein. Meleranz 1932 fg. möht daz in iuwern hulden sin, ich wolt iuch gerne fragen etc. 372. Da, da doch. Iw. 2346. Walther 138, 6 [62, 9]. Beaflor 229, 25 so sere si wären verstricket in irjären mit liebe und mit muote, alhie diu süeze guote M ir lieben Wirte saz, daz si im niht sagete daz. 373. meister Genitiv , Subject ist vil wie aus dem ist hervorgeht. 375. gesunt (adj. sc. lip) 1153. 1495. 377. Eine Nachahmung der Sprechweise niederer Leute? Bone- rius 82, 40 wenn ir singent so gar herlich, so ist iuwer stimme gelich der stimme die min esel hat: so manent ir mich üf der stat an minen esel. herre min , mich wundert, wie daz müge sin, daz iuwer stimme so gelich mis esels ist; daz wundert mich. 379. siufte, siufze; süft 382. 474. u. a. 381. riuwe Betrübniss nicht bloss über selbstgethanes, sondern — 77 — k W'N. ,Ich hän disen schemeliclien spot vil wol gedienet umbe got. 385 wan du saehe wol hie vor, daz höh offen stuont min tor nach werltlicher wünne, und daz niemen in sime künne sinen willen baz hele dan ich; 390 und was daz doch unmügelich : wan ich enhete niht gar. iw o A d6 nam ich sin vil kleine war, der mir daz selbe wunschleben von sinen gnaden hete gegeben. 391. Strassb. niut vil gar, Heidelb, Kol, Minen willen hat ich mit vrowen gar sc->'\v\- --^-^i '■ t ' v\. ..-^' k f\\ *.'!•»*■ ^-\v*.- V Wt--w.- I ^ überhaupt geschehenes. Noch öfter. [477. 501. 1002.] 383. schemelich schämenswerth, schmsehlich , schändlich : scheme- Ikhe not 456. spot Schmach : „Schande und Spott**, [vgl. Iw. 4501 fg. hob ich den lästerlichen spot verdienet iender umbe got,] 384. dienen, gedienen transitiv verdienen : 286. — umbe vor der betheiligten und zurückwirkenden Substanz, bei, gegenüber, von : wir sagen noch „verdienen um**. 386. höhe — Das Bild herge- nommen vom Fallthor einer Burg ? Oder nach Psalm 23, 9 Attollite portcis, principes, vestras, et ele- vamini portee (ßternäles, et in- troibit rex gloria ; Prov. 17, 19 qui exdltat ostium, quaerit ruinam, 387. in Erwartung: 1166 da von so sol ich disen tot hdn für eine siiezenndt nächsus gemssem Um, 391. (vgl. 399) Der Hardegger MS. 2, 135» „Biz guot ist min und teil ez ouch eigenllche hän" daz ist ein wort gemeine und triuget doch vil inanigen man etc. Dietmar der Setzer ebd. 174* lÄp unde guot daz ist von got ein lehen. Herzog Ernst 2 süt dirre werlde freude ist — ein lehen unde unstteter kouf. Frei- dank 74, 19 Ezn hat nietnan eigen- Schaft, niuwan got mit ^ner kraft : lip, sele, ere unde guot, deist dllez lehnen, sme man tuot. Martina 123, 41 fgg. lehenmMn: Nikolaus von Basel S. 16; vgl. Erec 10085 fP. — gar ist nachgestellt wie 320 si was sin kurzemle gar, 392. kleine adj. zum subst. war Acht, Aufmerksamkeit; war nemen nicht: wahrnehmen, sondern Acht haben, kleine s. v. a. keine: adv. kleine s. v. a. nicht: 697 daz ich üfdiz brcede leben ahte harte Meine, Ebenso lützel und selten. U ti 78 — 395 daz herze mir d5 also stuont, als alle werlttOren tuont, den daz saget ir muot, daz si gre unde guot äne got mügen hän. 400 sus troug euch mich min tumber wän, wan ich in Ifitzel ane sach, von des genäden mir geschach vil eren unde guotes. d5 d6 des höhen muotes 405 den höhen portenaer verdröz, die sselden porte er mir beslOz, da knm ich leider niemer in: daz verworhte mir min tumber sin. got hat durch räche an mich geleit 410 ein sus gewante siech eit, die niemen mag erloesen. 396. alle von der Welt be- thoerten. Correcter: als ez allen werlttören tuot 136 daz er der werlte mderstitont, als alle dne glichen tuont; Verrückung des Snbjects in der Vergleichnng : Ruol. 183, 4 daz her allenthalben vor im swant, sam der sunne tuot den sni, 397. 764 anders hat mir min muot verjehen. 398 fg. Walther 8, 17 [8, 14] fgg. diu zwei sint ere und varnde guot, daz dicke einander schaden tuot; daz drite istgotes hui de, der zweier iibergulde, diewolteich gerne in einen schrtn. ja leider des enmac niht dn, daz gu>ot und werltlich ire und gotes hulde mere zesamen in ein herze kommen, 405. Die Strassbnrger Hs. hat hedroz : hedriezen anch (rreg. 2000; hedröz: beslöz ein Reim der Art, wie die von W. Grimm zur öe- schicbte des Reimes 83 fg. be- sprochenen; vgl. 1115. 405 fg. "Geber Der Salden tor s. [Wackernagel] Z. f. d. A. II, 535 ff.; zu den dort angefahrten Stellen noch MSP. 58, 37 stron« im diu porte ist vor verspart, 408. 639 ja toütü aXlez din heil an uns vertoürken wider got, 409. rechen strafen ; räche Strafe öfters so von Gott gebraucht, an mich geleit: ligen an einem eigen sein und sich an ihm zeigen : legen an einem zu eigen geben und an ihm erweisen. 411. erlcesen von der niemand frei machen kann (Elranke erloesen : Greg. 3606). Helj. 2110 (64,14) «Äan is san thiu lefhed losot. Heilen Kranke und Krankheit vgl. So- phokles, Oedipus Tyrannus 813 fg. — 79 — I VA<.% ^« V «> nü versmsehent mich die boesen; die biderben ruochent min niht. swie boese er ist, der mich gesiht, 415 des bohte volgesagen die herzeriuwe und daz klagen? 427. eigentlich merre (inerere) und h^rre. Aber Hartmann ge- braucht herre: verre 365 u. a. — 80 hie vor was ich dtn herre und bin dln dfirftige ntl, ötiv^^v vtM^ 430 min lieber friunt, nä koufest du und mtn gemahele und diu wtp an mir den Swigen Hp, daz du mich säechea bt dir last. des du mich gefräget hast, 435 daz sage ich dir vil gerne. ich kan ze Salerne keinen meister vinden, der sich min underwinden ii tX- cCUc-aj' getörste oder wolte. " 440 mit der genist ich solle 43G. 437. Straggb. Ich kam zao s. Do knnde ich kein m., Heidelb. Kol. ichiL kottde zu %. Einen m. nirgen v. 440. Heidüb. Kol. g, der ich, Strassb. wan do mit iah -v^tXv.— [ ; werre, gewerre; Erec. 5Ö75. 8762. 8832. verre kommt im Er. 36 mal, im Iw, 31 mal vor.] Ebenso ist anch merTe gekürzt Merre gtaamr: 1406 fts enwart nie fröude merre ; meiste grcesste: 709. 1164. 429. dürßige Bettler^ dürfti- gimie. Ebenso arme, blinde, heir lige, sieche, üumbe, tumbe, vAse Q. a. [ygl. Benecke z. Iv. 6403.] 430. koufen erwerben, verdienen wn .' 662 daz kaufest an wns beiden. 436. hon ist gefordert dnrch den pnesentischen Gang, den die Eede bis 444 nimmt. (Nibelnngen 14, 3). Ze Salerne wie 372. 852. nnd 1018. Lachmann, Iwein S. 514 ['505, zu 3873*)] verlangt Z. 436 und 1018 zw» : ieh künde zm Sälerfie und und bereit si(3\ zuo Säieme. Freilich ist ze nicht zn betonen (Warnm aber nicht? Wei- ther 77, 6 armmati ei der werlti (Lachmann [13, 10] gegen die Hss. zuo)\ 27, 13 werben zi der mül (Lachmann [65, 13] gegen die Hes. zuo); Greg. 3619), vielmehr mit Salerne zu verschmelzen: ehsnsc samne oft genng nnd hm Hartmann selbst: Erec 812. 816. 9084. Bnchl, 1, 908; im Zäricher RichtbHef n. a. Zürich, d. h. ze Zürich; Zo- vingen Weiathümer 1, 181. 438. underwinden reflexiv mit demOen.der Sache oderFenion : übet sich nehmen wofür zu sorgen mit Thua oder Leiden, sich annehmen. 439. tar, getar, turren (impf.] den Mnth haben, sich anterstehen; dürfen, rr ist ans rs entstanden: tarste, turst Kühnheit: gr. Sä^aos. 440. Das Substantiv ist in den Adjectivsatz gezogen wie 183; Iir. — 81 miner sühte genesen, daz müeste ein solch sache wesen, die in der werlte nieman mit nihte gewinnen kan. 445 mir wart niht anders da gesaget, wan ich müeste haben eine maget, diu vollen hibsere und euch des willen wsere, daz si den tot durch mich lite 450 und man si zuo dem herzen snite, und mir wsere niht anders guot wan von ir herzen daz bluot. nü ist genuoc unmügelich, daz ir deheiniu durch mich 455 gerne lide den tot. des muozjch schemeliche not tragen unz an min ende. daz mirz got schiere sende!* 446. Besserung Haupts: Strassb, Wan daz ich m. han, Heidelh, KoL ich Bolde haben 447. Strassb, die volle manbere; Heidelb, KoL Die in dem willen were daz si niht verbere: vgl. 225, 6347 wir niüezen rnorne an tu gesehn, der [gesehn den bei Lach- mann; vgl. die Anm.] jämer unz an dise vrist , an nianegem hie geschehen ist; Veldeke MS. 1, 37^ [MSF. 62, 29] so haben ir willen die vögele da singen [«tio xoiyov s. Haupt z. Er. 5414]; Hahns Stricker 13, 32 dem glichet der ungehiure , der tiufel in dem fiure und in der helle hat ^n wesen; Gr. Rudolf 27, 6 in der nacht sie dö wolden sich heben — von der kemmenatin, daz golt sie ZV samene trvgen; Nibelungen 359, 5 für alle di si körnen, di muosen in des jehn. [Man wird mit Haupt nach A lesen müssen wan da mite ich solte ; 183 ist auch einfacher: Er fand da den besten Meister. Dieser . . .] 441. ebenso nhd. eines Kindes genesen. 450. in sie schnitte, um an das Herz zu gelangen: 1092 ich snide dich zem herzen und brich ez le- bende uz dir, 453. gemässigter Ausdruck einer stärker gemeinten Steigerung: 1147 genuoc tiure; 1172 gnuog unwan- delbare; auch Nachstellung des genuoc findet sich wie nhd. 458. vgl. Freidank 156, 3 got schiere uns daz sende. 6 — 82 — ''i ^ - ^ U'i*^ Kiwi ^ C\ lAMiVt - av t^TT Cm-iv uUV- Daz er dem vater hete gesaget, 460 daz erhörte euch diu reine maget : wan ez hete diu vil süeze ir lieben herren füeze stände in ir schözen. man möhte wol genözen 465 ir kintlich gemüete hin ze der engel güete. siner rede nam si war unde marhte si euch gar; si enquam von ir herzen nie, 470 unz man des nahtes släfen gie. dö si zir vater füezen lac und euch ir muoter, so si pflac, und si beide entsliefen, manegen süft tiefen 475 holte 81 von herzen. umbe ir herren smerzen iic^ \iciL. wart ir riuwe also gröz, daz ir ougen regen begöz der släfenden füeze. 480 sus erwahte si diu süeze. ^U^tJu^VlTL 474. Besserung Haupts: Kol. softz, Heidelh, sun£s, Strassb, siufzea 480. So Lachmann; Br, Grimm sus erwache te sie: Strassb, fehlt si, Heidelb. Kol» do erwachten die snzen 460. vgl. nhd. unerhcert. 464. genoz gleich irgend worin; genözen gleich stellen, verglei- chen. 468. merkte sie sich. 472. ländlich einfach, am Fnssende des elterlichen Bettes: 479. 478. 1415 daz im daz lachen begöz der regen von den ougen und oft. [Er. 8320 der ougen regen; 8659 der regen ir von den ougen flöz ; Greg. 42 der ougen regen vloz nider üf die bettewät ; 3311 der ougen flöz regens tm ir wät begöz ; 3501 siner ougen ünde da- zu dann auch A. H. 518. Vgl. Schmuhl a. a. 0. 7]. 480. erwecken erwahte wie decken dahte, merken marhte; — erwachen erwachete erwachte 482. 83 A / , D6 sl der trehene enpfunden, si erwachten und begunden si fragen, waz ir waere und welher hande swsere i- \ c : r 485 Sl als5 stille möhte klagen. nu enwolte si es in niht sagen. und dö ir vater aber tete vil manege drd unde bete, daz si ez ime wolte sagen, 490 Sl sprach „ir möhtent mit mir klagen. waz möht uns me gewerren danne umb unsern herren, daz wir den suln Verliesen und mit ime verkiesen cuv- r : u,. 495 beide guot und §re? wir gewinnen niemer mere deheinen herren als6 guot, der uns tuo, daz er uns tuot.*' Si sprächen „tohter, du hast war. 500 nü frumt uns leider niht ein här unser riuwe und din klage. liebez kint, da von gedage. S c^n 1 /- " •: . t /(.: 481. trähen, trehene, — enp finden (entvinden) nicht mit dem Acc, sondern gleich andern Zeitwörtern, die solch eine geistige oder seeli- sche Thsetigkeit bezeichnen, mit Gen. cans. 483. euphemistische Kürze: was ihr übles geschehen wsere; nhd. was ist dir? 491. werten (zu wirs 9) tr. ver- wirren, intr. mit dem Dat. stoeren, hindern, schaden^ verdriessen. 492. unibe gegenseitige Be- ziehung: in unserm Yerhäitniss zum Herrn; 897 ez möhte in { V umbe ir herren vil harte wol ge^ werren. 494. kiesen waehlen, sehen : ver- kiesen wegsehen und nicht er- wählen ; verachten, verzichten, ver- zeihen. 499. war Substantiv : für war, ze wäre, war haben die Wahrheit gesagt haben, Recht haben; — wahrhaft. ^• 500. Versinnliohung der Ver- neinung; vgl. 1101 geriuwet ez dich häres breit; 1196 si schämte sich niht häres groz, [Anm. zu 1082.] — 84 VtA \ V >* ez ist uns. also leit so dir. leider, nü enmuge wir 505 ime ze keinen staten komen. got der hat in uns benomen: het ez i^men anders getan, der müeste unsern fluoch hän.* Alsus gesweigten si sl dö. Su 510 die naht bleip si unfr^ und morne allen den tac. swes iemen anders pflac, diz enquam von ir herzen nie, unz man des andern nabtes gie 515 slä^fen nach gewonheit. d^ si sich hefe geleit an ir alte bettestat, si bereite aber ein bat mit weinenden ougen: 520 wan si truoc tougen nähe in ir gemüete die aller meisten güete. .-'» V'k » «■* * «v I 6^ C - Ol % ^iV. 505. State passlicher Ort oder Zeitpunkt, gnte Gelegenheit (stunde und State machet diebe) ; Hilfe: ze staten kotnen, auch mit per- soenlichem Snbject. 509. swige sweic : geswetgen Ö55. 591. 511. nwrgene, morne, morgen, morn morgen (heute), und naechst- folgender Tag : morne den tac wie 526. al nicht die Gesammtheit vieler gleichartigen Substantive, sondern eine einzige in der Gesammtheit ihrer Theile: ganz. 515. diu gewonheit, dass sie zu ihrer Eltern Füssen lag: 471 fg.; 517. 517. Stelle im Bett. 518. netzte mit Thrsßnenstroemen die Füsse der Eltern: 478 fg. von sinen trehenen wart ein bat MSF. 131, 7. Winsbecke 64, 1 uz ougen muoste er wangen baden Wins- beckin 17, 10 du muost diu wange üz ougen baden. Winsbecke 73, 4 man sach si dine füeze beuten mit zähem für der Sünden scheiden. 521. eng eingeschlossen , fest und tief: Walther 107, 17 [114, 19] 8Ö hän ich ouch im vil nähen in mim herzen eine stcU gegeben. MSF. 154, 11 und ich die lieben äne mäze minne, näher dan in dem herzen mm. Ulrich von Lich- lenstein, 45, 16 wie nähen ich — 85 — a * s>u die ich von kinde ie vernam. welch kint getete euch ie alsam? 525 des einen si sich gar verwac, ^ geleo^tes morn^ den tac, daz si benagen ir leben umbe ir herren wolte geben. Von dem gedanke wart si d6 530 vil ringes muotes unde frd und hete deheine sorge me. wan ein vorhte tete ir we, s6 siz ir herren sagte, daz er dar an verzagte, ? 535 und swenne siz in allen drin getaete kunt, daz st an in der gehenge niht enfunde, daz mans ir iht gunde. ^^'^ Des wart s6 gröz ir ungehabe, 540 daz ir vater dar abe O-t ^4.v*- \.-. A / I c--^ — ^•^^ C-^ V, f i .1 v-t-\ 532. Besserung Haupts: Strassh. eine vorhte die tet, Heidelb, Kol, eine klage die tet si hcm getragen nu lange in mtnem muote, 523. 584 dun quceme nie in leider loch; 920 ichn gesüme iuch niemer tac, 525. verwegen reflexiv mit Ge- nitiv: sich anf die Glückswage legen, sich wozn entschliessen : nhd. Participinm Perfecti verwegen. [1. betoac nach Hanpt z. Er. 2965.] 526. geleben erlehen. 527. benamen mit Namen, um es ausdrücklich and nachdrück- lich zu sagen, namentlich, vor- . züglich, fürwahr, gewiss : 1248. ^[„Es ist ein Liehlingswort Hartmanns** s. Benecke z. Iw. 154.] 530. ringe leicht. [534 dar an verzagen s. Benecke z. Iw. 1400.] 537. hengen die Zügel hangen lassen, freien Lanf gehen; zu- geben, geschehen lassen: gehenge; verhengen (die. Zügel verhän- gen): Verhängniss göttlicher Zu- 538. gan gestatte: 628 u. ö. 539. gehaben reflexiv sich be- finden und benehmen (gehab dich wohl: vale); gehabe Haltung, Be- nehmen, Aussehn; ungehabe übles GebsBrden, Klage, Leidwesen. — 86 — unde ir muoter wart erwaht als ouch an der vordem naht. st rihten sich üf zuo ir und sprächen »sich, waz wirret dir? 545 du bist vil alwaere, C/ift,^ dAK cic^ ^fv^it^ ^gy^ ^g ^jßlj g5 manege swsere a.^;:- u. w \^ Ivtx ^u^ von solher klage hast an genomen, K ,. ^ der niemen mac zeim ende komen. r war umbe lästü uns niht släfen?* ■i 550 sus begunden si st strafen; waz ir diu klage töhte, die niemen doch enmöhte verenden noch gebüezen? sus wänden st die süezen 555 gesweigen an der selben stunt: d6 was ir wille in vil unkunt. i^M:^ 546. dich] Heidelb. Kol, dir, fehlt Strassb. zem, Heidelb. Köl, zu 548. Strassb. 544. sich lebhafte Anrede und Gegenrede. .545. cUwcere ganz wahrhaft; einfältig, albern: 1169. 546. -^ Hartmann gebraucht im- mer nnd die Anderen gewoehnlich an nemen mit doppeltem Accnsativ, Person von an, Sache von nemen regiert: z. B. Gregorins 901 daz sich der artner man name daz hint an; Iw. 6146 daz sich Me vor wtp noch man neme deheinen gast an; der Genitiv unten 873 durch Attraction. Ebenso wird an- bieten gebraucht: Iw. 5943 und bot si die herber ge an; 6800 do bot in der wirt an stne toMer und sin lant; Nibelungen 523, 1 ir muoter bot ir dienest in vil güetlkhen an, anlegen: Lanzelet | 3755 do leiten si »n an gar sinen harnasch. an-ziehen: Iw. 2873 manec ziuhet sich daz an; 7574 swaz iren ich mich ane züge. Beim Passivum persoenlicher Accusativ: G. Frau 432 wer hat dich ane bräht disen wüln und distn muot ? : Büchl. 1, .541 ais mkh von dir wirt ane bräht; Wig. 179, 18 daz- selbe viur warf si in an: 13 swaz ez wart geworfen an; Iw. 6307 ist iuch diu armuot an ge- bor n, 548. ende und ein ende: hon, geben, nemen, komen ze ; hier s. V. a. verenden 558, beendigen d. h. ihrem Anlass ein Ende machen. 553. baz, bezzer, buoze, büeten, 556. do Gegensatz: 146. — 87 — V-Cv^cXi^t Sus antwurte in diu maget: «als uns min herre hat gesaget, s6 mac man in vil wol ernern. 560 zwäre, ir weit mirz danne wern, so bin ich ze der arzenie guot. ich bin ein maget und hän den muot: e ich in sehe verderben, ich wil e für in sterben.* 565 Von dirre rede wurdens dö trürec unde unfrö 561. Strassb. zuo sinre, Heidelb, Kol, Zn siner arzedie bin ich gut 563. Strassb, sihe; Heidelb, Kol, liezze, 564 wolde 565. Heidelb, Kol, Von dem gedanken wurden do; Strassb, wurden sin do 566. Strassb, Trurig beide vnd, Heidelb, Kol, beide truric 558. mm herre, monsieur : 618. 749. 758. Ebenso min frouwe, tnadaine : von abwesenden und auch in Beziehung auf mehrere Besitzende [wo wir unser erwarten würden]. 560. zwäre Inteijection wie z. B. auch 777 ; Adv. 649. Erec 7447 zwäre sage ich tu daz u. ö. 561. arzenie s. 198. 563. Denselben Fehler haben die Hss. Erec 3175 für in wil ich sterben, e ich in sihe verderben, und Büchl. 1, 1837 ich wcene e wazzer unde walt und diu erde verbrinne — e ich von dir die sinne benim, Jß) verlangt aber den Conjunotiv, des Prsesens wie in der Erzählung des PrsBteritums, z. B. Erec 3991 c im iht gewerre, so wü ich kiesen den tot; Iw. 2230 I des niht ensüle geschehn, ich läze mir e nemen den lip; 4476 zwäre, e verlius ich daz guot und wäge den Itp, e st immer werde Siw wip, Erec 2926 ritter- liche stuont sin muot, e er wip genceme und hin heim hsme; Greg. 1037 «Imw Mnt er werte dem hit- term hunger aMe tage niewan mit sinem bejage, e er daz kint funde Beaflor 33, 13 fg. dem lieben gote ich vergihe, daz ich ml vür dich sterben, e ich dich läze verderben, [Vgl. Bock, Über einige Fälle des Conjunctivs im Mhd. QF, XXVII, 25 fg. die von e ab- hängigen Adverbialsätze der Zeit.] 565. wurdens do. 566. Die Lesart der Strassburger Handschrift ist vielleicht doch bei- zubehalten: Erec 3135 frouwe EnUe wart do beide truric unde unfrö; Einschaltung wie Engel- hard 5574 biz im die friunde beide ab giengen und die dienestman; Häufung wie Iw. 5098 do antwurt er und sin wip beidiu guot unde lip beide in sine gewalt [s. Lach- manns Anm. : auch er hält die Les- art der Strassburger Hs. für richtig.] 88 — Zat^^ YV». %.Mr^ l^iOL V, beide muoter unde vater. sine tohter die bat er, daz si die rede lieze 570 und ir herren gehieze, . daz si geleisten möhte, w wan ir diz niht entöhte. ,, Tohter, du bist ein kint, und dine triuwe die sint 575 ze gröz an disen dingen. du enmaht es niht für bringen, als du uns hie hast verjehen. du hast des tödes niht gesehen. swenn ez dir kumt uf die frist, J.c^-w.^ 580 daz des dehein rät ist, ww n OVKTtA^^i^ L4-- \r^y\/\yyrv/^CA^^ Vv 97 — cC^ U^tt/^ 1'. ^--v^ ov- vil lihte von armuot, ( daz ir mir alsolhez ^uot %^<^L zeinem manne niht mpgent geben, $^ ^^^>/£(ich enmüeze alse swa<|he leben, i^ vz^^ahICTcI 755 daz ich iu lieber wserfe tot. nü swig wir aber den u6t, ( //«, j ■ "l « ^' / l-v »■■ ) l k:Aa Ov^ daz uns niht enwerre! und uns min lieber herre wer und also lange lebe, 760 unz daz man mich zeim manne gebe, der riebe si unde wert: s6 ist geschehen, des ir da gert, und wgenent, mir si wol geschehen. anders hat mir min muot verjehen. 765 wirt er mir liep, daz ist ein not; wirt er mir leit, daz ist der tot. äa^'.K %v^ wan s5 hän ich iemer leit 756. Strassb. verswigen; Heidelh, Kol. swige wir dirre grozen n. i 754. swctche schlecht, gering: 143. 755. wenn ich gestorben wcere : 606. 756. simgen toir, simge wir, — verswigen hat den Acc. und dop- pelten Acc. : Büchlein 1,99 unz ich sA mtnen muot versweic; Iw. 540 daz versunc mich niht; Greg. 2170 dazn hat er nüch niht versteigen; Passiv mit dem Acc. der Person: Erec 4928 daz sol iuch unver- swigen sin; Iw. 4447 ez ist iuch nützer verswigen; Lanzelet 337 daz dich dtn name vnrt verswigen ^9398 des sint si lobes unversmgen). Dagegen stvtgen wird mit dem Ge- nitiv construirt: Erec 7024 dö man der rede gar gesweic; 8390 der künec ein ujüe des gesweic. 757. Und nehmen wir den Fall an, dass: daz conditional. 759. wem w»hren, auch mit persoenlichem Snbject: lebend blei- ben ndgl.; transitiv (758 uns Acc): gleichsam nus mit ebenso fort- währendem Leben aushalten, [s. Benecke zu Iw. 5343.] 76 1 . ivert absolut : von hohem Wer- the,herrlich,ausgezeichnet, vornehm. 763. mir geschihet wol, übele unpersoenlich. 764. 397 den daz saget ir muot, 766. Des er gert, daz ist der tot und verderbet manegen Up, MSF. 178, 29. , 767. wan nicht Begründung (denn) , sondern Bekräftigung: wahrlich; fast nur den LFebergang bezeichnend. Enim, nam, yccg, 7 — 98 — 772. und bin mit ganzer arbeit gescheiden von gemache 770 mit maneger hande sache, diu den wiben wirret /^ und si an fröuden irret, nü setzt mich in den vollen rät, der da niemer zergdt. 775 min gert ein frier büman, dem ich wol mines libes gan. zwäre, dem sult ir mich geben: s6 ist geschaffet wol min leben. Strassb, zuo; Heidelh, AbZ. an 6^ '^ •^ C4^ ^ :u . c 768. ganziu fröude 788. 837: nichts als, voll. 772. irren stören, hindern, Die Strassburger Hs. hat zuo, die Hei- delberger nnd Koloczaer an. Letz- teres ist vorzuziehen. Irren mit dem Genitiv der Sache: z. ß. Warnung 662 waz in ze helle imrretj daz si aller freuden irret; wenn eine Prseposition steht, so steht immer an z. B. Hartmann selbst, Greg. 1027 er hete noch gelernet rm, wan daz er wart girret dran; [Leutold v. Seven 269, 30 rir Lachm. Walth. 52, 7] daz mich, frouwe, an fröiden irret, daz ist iuwer lip. 773. 780 rät in seiner sinnlichen Bedeutung (Hausrath , Vorrath, Geraeth) : Zurüstung, Gersethschaft, Vorrath, Lebensunterhalt und Habe. 774. zergän vergehen 809. 1149. 775. Christus als Bräutigam seiner Gemeinde: biblisch; Hohes Lied. Bräutigam der einzelnen Seele wird Christus zuerst wohl nur genannt nach der Anschauungs- und Ausdrucks weise der Nonnen- kloester, deren Bewohnerinnen an- statt eines irdischen Geliebten dem himmlischen sich widmeten. Der Eintritt in's Kloster galt als Ver- loebniss, der Tod als Vermaehlung. Vgl. z. B. Caesar Heisterbacensis, Dialogus miraculorum IV, 39 In provincia nostra qucedam ex. stitit pu£Ua nubiJis ac formosa divitunique fiUa, Quam cum pa- rentes tradere vellent tnarito, renuit illa dicens: Non nubam alteri viro nisi sponso coelesti domino meo Jesu, Hier ist diese Ausdrncks- weise übertragen auf den Tod einer zwar nicht geistlichen Jungfrau, die aber auch gleich einer geist- lichen auf einen irdLschen Ehe- bund verzichtet. Es ist das zu- rückzuführen auf den geistlichen Verfasser von Hartmanns lateini- scher Urschrift. 776. mich gönne. 778. schaffen, schwach flectirt, ahd. scaffon von scaf GeschafFen- heit, Beschaffenheit , gesetzliche — 99 — f^ '' r im get sin pfiuoc harte wol ; 780 sin hof ist alles rätes vol; da enstirbet ros noch daz rint; da enmüent diu weinenden kint; da enist ze heiz noch ze kalt; da wirt von jären niemen alt: 785 der alte wirt junger; da enist durst noch hunger; da enist deheiner slahte leit: da ist ganziu fröude an arbeit. 781. Strassb, weder ros noch rint; KoL Donen muet ros noch die r. ; Heidelh, Da en mevt ros noch r. Strassh, mügent; Heidelh. KoL Noch die Heidelh. Din ist; Strassh. weder ze heis weder durst n. h.; Strassh. frost 782. Lachmann müejent; 783. Kol. Den ist; 786. Heidelh. KoL Ordnung: schaffen also festsetzen, hestellen, einrichten. 779. pfluoc das hezeichnende Hauptmerkmal des ganzen Acker- baulebens: der pfliwc get kommt öfters vor : er wird gleichsam per- soenlich lebend gedacht. 780. hof ein umschlossener Kaum, zunsechst der beim Hause ; der In- begriff des Besitzes an Grund- stücken und Gebäuden; halb tau- tologisch ist dann die Verbindung Haus und Hof; endlich bedeutet es Herrensitz (mit Ausschluss der Pächter und der Hoerigen); Aufent- haltsort eines Fürsten. 781. Bei unde und noch tritt der Artikel nur zum zweiten Worte: Iw. 3215 heide vreude unde den sin; 6192 cleider unt ter lip; 2555 in enirte ros noch der muot ; 5407 ottch ensparten s* lip noch den muot u. a. [vgl. Haupt z. Er. 8239]. 782. Hartmann gebraucht zu- weilen ne ohne niht : 1096. Hier wegen des Ebenmasses der Kede: vorher und nachher en — noch. Vgl. Walther 124, 7 [55, 5]. müejen beschweren , Verdruss machen. [783. Greg. P. 84 der enhät ze heiz noch ze kalt; Er. 1926 da wart nie halt noch heiz.] 786. durst (nicht firost) mit der Koloczaer und Heidelberger Hs.: vgl. 783. 788. B. Mose 36, 3 [Diemer 45, 8] : so lool den gehornen, der den chan garnen, daz er wart ir genoz , die da sizzent in siner schoz (Abrahams), die nemuot hungir noch durst, hizze noch uro st; die ne horent ge- hage, die sehent niwan genade; da ist urides unde wnne, swaz wir erdenchen chunnen. Vom verlornen Sohne (Karajans Sprach- denkmseler S. 52 fg.): So heizzet i* - * -• ■• - . i' 100 — h ^ •" '■•■ V. -•- ■•^ Vv. - •, c ze dem wil ich mich ziehen 790 und solhen bü fliehen, den daz fiur und der hagel sieht und der wäcabe tweht, ]yA.ü<^^ mit dem man ringet unde ie ranc. swaz man daz jär alse lanc 795 dar üf gearbeiten mac, daz verliuset schiere ein halber tac. den bü den wil ich läzen; er si von mir verwäzen. ir minnent mich: deist billich. 800 nü sihe ich gerne, daz mich iwer minne iht unminne. "»vv^^^ / c.^ vv-t.^ — . ob ir iuch rehter sinne vccÖ/a-.^ an mir verstau kunnent, und ob ir mir gunnent 805 guotes unde eren, sö läzent mich keren 799. Besserung Lachmanns: Straub, das ist; Heidelh, u, KoL kürzen 799 — 806^ 805. Besserung Haupts: Strassb, Beide g. 'H ./ V l *- ■7 «y er si wisen in daz schone para- dise. da ist liep unde lieht, da ist dehein ungenade niht; da ist minne ane nit, urovde ane strit, da ist lip ane tot, genade ane not, dan ist urost noch hungir, dane brennet si div sunne, dane altet nieman: wan si schulen immir iugent han. da ist dehein angist. der engele sanges urovwent sich die menege. da ist aller genaden stcete, 789. wie 283 zuo de^ne zöch sich sin herre, der arme Heinrich. 790. büman 269. bu Bestellung des Feldes ; Land, das man bant und bewohnt ; Wobnnng ; Bau einer solchen; Gebäude. Hier Land, eben- so 797. 791. Zeugma. 794. so lang als es ist, das ganze lange Jahr hindurch. 796. Verliesen zu Grunde rich- ten, verderben. schiere in kurzer Zeit, gleich, bald. büMe schnell. 798. verwäzen 160. 799. billich aus bildeHich: bilde Vorbild: geziemend; recht, insofern man nicht sowohl auf Gesetz und Vertrag als auf Sitte und Umstände Rücksicht nimmt : reht und billich wie lat. iwstum et (squum. 101 — ze unserm herren Jesu Krist, des gnade also stsete ist, daz si niemer zergät, 810 unde ouch zuo mir armen hat also gröze minne als zeiner küneginne. ich sol von minen schulden üz iuwern hulden 815 niemer Komen, wil ez got. ez ist gewisse sin gebot, daz ich iu si undertän, wan ich den lip von iu hän: daz leist ich äne riuwe. 820 ouch sol ich mine triuwe an mir selber niht brechen, ich hörte ie daz sprechen: swer den andern fröuwet s6, daz er selbe wirt unfrö, 825 und swer den andern kroenet- und sich selben hoenet, k^ der triuwen ist ein teil ze vil. gerne ich iu des volgen wil, daz ich iu triuwe leiste, 830 und mir selber doch die meiste, weit ir mir wenden min heil, s6 läz ich iuch vil lihte ein teil dJU^.*-^ c^ f >'-^^ 5ä> i '\ Cii\. ^t•^-* — 102 — e nach mir geweinen, ich enwelle mir erscheinen,- AjL; ^V. Ixr ^Lv^ zwäre, ich enwelle ernern minen herren unde mich. muoter, ja hörte ich dich 845 klagen unde sprechen e, vv. \A^vuv>v 915. 939. ne steht ohne zweite Verneinung beim Comparativ (an- der) und folgendem loan oder niu- wan: Lieder 16, 20 [214, 29] sin git dem l%be lönes me wan trüren ; Büchl. 1, 169 dar an getoinne [1. engmnne) ich danne me, wan daz mir wirt wirs dan e; Iw. 8013 sine weiz von iu — zer werlde mere, wan daz irz der ritter mit- tem lewen sit ; Iw. 7542 nune mac ich anders wan alsä. Greg. 2933 ern het andern gemach, niwan der himel was sm dach. Der Satz mit wan ist weggelassen: Erec 6282 nu enmohte im diu guote vor grö- zem unmuote und vor herzensere geantwurten mere: st sprach — ; Fundgruben 1, 275—277. 916. in triuwen, triuwen, trü- wen, nhd. traun. 920. gesümen hinhalten , auf- halten. [926 =: Iw. 4323, vgl. Iw. 7316.] 927. gendden s. v. a. genäde sagen 693 und 1014; auch mit dem Dat. und Gen. 928. verre sehr: 974. 1073. 929. ervoUeten im oder d'ougen [fast gleich Greg. 2669 ; vgl. Lach- mann z. Iw. 6514]. - 108 — V ^n als du dir lihte hast gedäht. du hast mich des wol innen bräht: 935 möhtestü, du hülfest mir. des gnüeget mich wol von dir. ich erkenne dinen süezen muot; din Wille ist reine unde guot: ich ensol oüch mg von dir gern. 940 du mäht mich des niht wol gewern, daz du da gesprochen hast. die triuwe, die du an mir begast, die sol dir vergelten got. diz wser der lantljute spot, ^ u-. .x^ <> / l. JLl^ 945 swaz ich für dise stunde i (^c Ä arzenlen underwunde, ^ "^ und mich doch niht vervienge, wan als ez doch ergienge. gemahele, du tuost als diu kint, 950 diu da gsehes muotes sint: swaz den kumt in den muot, ez si übel oder guot, 939. Strassb. ouch niut me; Heidelb. Kol. lehn sol an dich niht gern 934. innen bringen Bewirknngs- wort zn innen werden, 936. genüegen genug sein oder dünken, mit dem Dat. oder (Hart- mann) mit dem Acc. und Gen., meist nnpersoenlich. 938. vollkommen, gut, schoen: rein unde guot begegnet öfter. 940. Luther, Ps. 20, 6 der Herr gewißhre dich aller deiner Bitte» von wer Mann: zum Herren machen? 944. lantvolc, — Hut, — r Hute, — man. 'Einwohnerschaft eines Landes , Einwohner ; Einwohner des üeimathlandes , Landsmann, Landsleute. ^n< Heimath: ze lande 1347 ; sin lantliut 1427. 945. für: 239. 946. underwinden üher sich nehmen zu thun oder zu leiden. 947. und da doch; wahrend: 1252; vgl. 1088 unde temporal und conditional: wenn. Nebensatz ist an I^ebensatz beigeordnet, statt untergeordnet. 948. ausser wie es dennoch er- gienge: dennoch d. h. auch wenn ich kein Heilmittel mehr ver- suchte. 109 — dar zuo ist in alles gäch, und geriwet si sere dar nach. 955 gemahele, also tuost ouch du. der rede ist dir ze muote nü: der die von dir nemen wolte, so manz danne enden solte, ■ s6 geriuwez dich vil lihte doch/ 960 und daz si sich ein teil noch baz bedsehte, des bat er. er sprach ^din muoter und din vater, die enmugen din niht wol enbern. ichn sol ouch niht ir leides gern, cU^ii^^ ^u- < 965 die mir ie gnäde täten, a*. -^ r - vyC^U^ swaz si dir beide raten, ' liebiu gemahele, daz tuo.^ hie mite lachete er dar zuo, wan er lutzel sich versach, 970 daz doch sider d6 geschach. Sus sprach er zuo der guoter. der vater und diu muoter 953. Besserung Lachmanns: Stra^sb, allen; Heidelb, Kol, wirt in vil g. 964. Heidelb, KoL ichn wil; Strassb, Ich sol 967. Strassb, Liebe; Heidelb, Kol. Liebes kint des volge dn :A 953. alles gänzlich, gar. 956. mir ist ein dinc ze muote liegt mir im Sinn, wird von mir gewünscht, gewollt; nnperscenlich mir ist ze muote ich bin so nnd so gesinnt oder gestimmt ; mit dem Gen. cans. mir ist eines dinges ze muote ich bin gesinnt, beabsichtige, ich wünsche etwas. So anch bei Hartmann ; 978 statt des Gen. ein Nachsatz mit dae; Beinmar von Zweter MS. 11. 209» dö im der reis ze muote wart; Nibelungen 59, 1 des enist mir niht ze muote. rede Gegenstand der Rede, Sache, Ding: 1458, 1465. 957. der = swer, si quis, wie lat. qui. 959. flittge, flouc, flugen, flüge, I geflogen; riuwe, rou, ruwen, rtuwe, gerouwen. 971. Syntactische Assimilation, die darin besteht, dass das Adjec* tivnm dieselbe Endung erhält wie der Artikel. Anlass ist hier der Reim. Dasselbe begegnet aber auch innerhalb des Verses, z. B. Greg. 1035 dem bitterem hunger. — 110 — sprächen ^lieber herre, ir hänt uns vil verre 975 geliebet unde geeret: daz enwser niht wol bekeret, cxm, c^ tw-em^^^ v^^rUi^ wir engeltenz iu mit guote. , ^ unser tohter ist ze muote, W'"*' daz si den tot durch iuch dol: ol^dic^^ 980 des gunne wir ir harte wol. ez ist hiute der dritte tac, ^vw^^w^cv 4vd tv^vL^r^ daz si uns allez ane lac, i daz wir ir sin gunden: nü hat siz an uns funden. 985 nü läz iuch got mit ir genesen: 5>t. vu*^ii.v>tf. ovv. wir wellen ir durch iuch entwesen/ ^ vtAaUUc.^. k^o im sin gemahele d6 bot "^ für sinen siechtuom ir tot unde man ir ernst ersach, 990 d6 wart dö michel ungemach und jsemerlich gebserde. mislichiu beswserde huop sich dö under in, zwischen dem herren unde in drin. 995 ir vater unde ir muoter die 991. 992. Heidelb. Koh Rvweclich gebere vnd misliche swere; Strassb, Manige misliche beswerde 975. lieben s. 328. 976. beJceren: 250. 977. guot Gutes 1015. 1447, 979. doln ertragen, leiden, dul- den {duU Geduld, zu dol): lat. tuli, gr. raXciü), 982. ällez (s. alles 953) immer- fort, immer: mundartlich auch als, ane ligen angelegentlich bitten (in den Ohren liegen , auf dem Halse liegen). Anliegen. 985. mit instrum. 986. ent' zur Bezeichnung der Trennung. 992. mislich vei'schiedenartig, mannigfach: 7. beswcerde Betrübniss. 994. zwischen obschon sich eins und drei gegenüberstehen. 995. die. Sonst werden zwei Substantive verschiedenen Ge- schlechts, auch Personen, neutral zusammengefasst : wir zwei , st beidiu udgl. ; singularisch theilen- 111 — '^IjÜ CAav erhuoben michel weinen hie: des Weinens tet in michel not umb ir vil lieben kindes tot. nü begunde ouch der herre 1000 gedenken also verre an des kindes triuwe, -*^ und begreif in ouch ein riuwe, l\ daz er sere w^in4 began. und zwtvelte vaste dran, 1005 weder ez bezzer getan möhte sin oder verlän. von vorhten weinde ouch diu maget: si wände, er wäre dran verzaget. sus wären si alle unfrö. 1010 si gerten keines dankes d6. Aai t V der Ausdruck auch 882 enwederz (dgl. noch). Demnach müsste ei- gentlich stehen diu. Aber ebenso: 685 die beide : scheide ; 886 leide : si beide und 1409 weide : beide. Oh es auch anderswo im Reim vorkommt ? Ausserhalb des Reimes begegnet es öfter: die 963. 1438; beide 567. Es hängt das zusam- men mit der auch sonst schon im Mhd. eintretenden Schwächung des tu in ie und e, 997. ein dinc tuot mir not (Noethigung) : 359 diu klage tet in michel not (sie mussten wohl kla- gen); unpersoenlich mir tuot not ^nes dinges wie mir ist not eines dinges. Vgl. mir ist ze muote 956. 1006. weder uter; weder — oder utrum — an. Aber es kommt auch in directer Frage vor: 1064. 1010. Heidelberger und Kolo- czaer Hss. lassen 1007—1010 weg. Aber 1007. 1008 sind nothwendig wegen 994 in drin : 995 vater und muoter, 999 der Tierre, nun 1007 ouch diu maget. 1009. 1010 stehen als Zusammenfassung und Ab- schluss. Die Strassburger Hs. liest 1010 dankes : alle — si — dankes ? Vielleicht keines tanzes ? Tanz ist die oft vorangestellte Aeusse- rung des Frohsinns : man saxih da selten freuden schal, ez wäre bu- hurt oder tanz Parz. 242, 5; was ir freude am tanze groz, Gdwän noch minre hie verdroz 640, 11 ; tanzen unde singen zergät mit sargen gar Walther 75, 13 [124, 22] (vgl. 21, 19 [19, 37]. 17, 23 [25, 10]. 167,12 [114, 36]. MS. II, 139^. Hartmann selbst gebraucht unten 1142 = Greg. 3228 diese launige Wendung, wie er derglei- chen liebt. Vgl. auch Luc. 7, 32. Matth. 11, 17 und über Tänze der Seligen: Basel XIV. Jh. S. 384. Die französische Sprache bezeichnet — 112 — Ze jungest dö bedähte sich ir herre, der arme Heinrich, und begunde sagen in gröze gnäde allen drin 1015 der triuwen und des guotes: diu maget wart riches muotes, daz ers gevolgete gerne; und bereite sich ze Salerne, so er schiereste mohte. 1020 swaz ouch der megde tohte, daz wart vil schiere bereit, schoeniu pfert und richiu kleit, diu si getruoc nie vor der zit: hermin unde samit, eine tiefere Missstimmnng durch Verdruss oder Trauer sprichwört- lich mit dem AuHdrncke „Je n'ai pas le coeur ä la danse et au plaisir,^ [Bech meint, der Vers bedeute vielleicht „sie hatten genug des Leides ** (?) oder es sei tanzes oder sanges zu lesen. Das Mhd. Wh. I, 354» erklärt keines als ab- häng. Gen. von dankes, „keines wollte dem andern nachgeben, im ze danke wesen". — Keine dieser Erklärungen und Emendationen befriedigt. Der Abschnitt ist wohl bei 1009 anzusetzen: vgl. 971. 1049. 1305 u. a. V. 1010 ist zum folgen- den Satze zu ziehen (nach dö ist: zu setzen), das si bezieht sich dann wie ir 1012, in 1013 im Gegensatz zum Herrn auf die Drei (1014); denn dem dat^es gern entspricht doch wohl gnäde sagen 1014.] 1016. rtche freudenreich , be- glückt: von Personen und mit muot verbunden. 1018. ze zugleich Zweck und Raum : für, auf Salerno. Vgl. ich snide dich zem herzen 1092. 450. 1020. tohte brauchbar und schick- lich war, diente und ziemte. 1020 und gar 1026 doch wohl hesser [als niaget] megede oder megde, wie die Strassburger Hs. hat ; Heidelb. Kol. 7}ieide : Erec 1321 einer mägdS gelkh ; Greg. 2302 nach der magde (so Lachmann mit der Vatic. Hs.; die Wiener maget) rate, 1022. pfert: für die Reise, be- stimmt zum Reiten für die Jung- frau; ros bedeutet Streitross und Wagenpferd, pfert ist entstanden aus paraveredys, parafredus, pare- fridus, pharefritj pherfrit, pferft, pferit, pfert. 1023. diu dergleichen wie : 106 1 . 1024. hermin von härm, härme; Stoffadjective auch substantivisch st. n. samit mlat. samitum^TLgvJ^afiirog sechsfsedig. — 113 — 1025 den besten zobel, den man vant, daz was der megde gewant. Nu wer möhte volgesagen die herzeriuwe und daz klagen unde ir muoter grimmez leit 1030 und ouch des vater arbeit? ez wser wol under in beiden ein jsemerlichez scheiden, dO si ir liebez kint von in gefrumten s6 gesundez hin 1035 nimer m§ ze sehenne in den tot, wan daz in senftet ir not diu reine gotes gäete, von der doch daz gemüete ouch dem 'jungen kinde quam, 1040 daz ez den tot gerne nam. ez was äne ir rät komen: da von wart von ir herzen gnomen alliu klage und swsere, wan ez anders wunder wsere, 1045 daz in ir herze niht zerbrach. ^xt^vJu^ze liebe wart ir ungemach, daz si dar nach deheine nOt liten umbe.ir kindes tot. Sus fuor gegen Salerne 1050 froelich unde gerne diu maget mit ir herren. 1031. Strassb. Es enwere; in Heidelb, u. Kol, fehlen 1031. 1032. 1046. Besserung Haupts: Strassb. die liebe; Heidelb. Kol. was in 1025. Attraction des Haupt- satzes an den Nebensatz. 1027. volle — vol — klagen, loben, tuen etc. vollebringen 1066 ; vollekotnen. 1031. Conj. Impf, statt des Plnsquampf. : 1044. 1052. beide: vgl. zwischen 994. 1034, frümen, frumen tr. be- fördern, schicken, machen, thnn: goth. fruma, lat. primus; frumen intr. mit dem Dat. frommen : frum tüchtig, gut. [1046 = Er. 6685.] 8 — 114 — 1>V d.> waz möht ir nü geworren, ^^^^ wiu wan daz der wec s6 verre was, daz si s6 lange genas? c^^- vc^t^ t' v 1055 und do er si vollebrähte hin, als er gedähte, Vrr d^ er sinen meister vant, dö wart ime zehant vil froelichen gesaget, 1060 er hete bräht eine maget, die er in gewinnen hiez; dar zuo er in st sehen liez. Daz dühte in ungelouplich. er sprach ,kint, weder hästü dich ' -^noßö diss willen selbe bedäht? od bistü üf die rede bräht von bete od dines herren drö?* diu maget antwurt im also, 1065. Strasab. Dis 1066. 1067. Strassb. oder 1065—1067; Heidelb, Kol. Dise rede selber an gennmen oder bistu hie zu bekumen Von dines herren dro i\.* 1057. sinen meister d. h. den Arzt, von dem in Beziehung auf ihn der Leser schon früher ver- nommen hat; ebenso 1343 sine maget. 1060. Besser jene: der Neben- satz (falls nicht die s. v. a. qiuüis wie 1023) fordert ein Fronomen demonstrativum. Jener die Hin- weisung auf Bewusstes, Bekanntes, Benanntes: Iw. 2034 mtn herre was biderbe gnuoc: aber jener, der in da sluoc, der muose tiurre sin daner; &ISO jener, derddnider lac, dern möht im niht ee stauen komen; 2558 dö er jenen holden sach, der aUez guot verkerte (Keii) ; Büchl. 2, 535 so ich ir phlegen [H. ich vUgen] wolte und triuten, als ich solte, so kom diu ander guote nie uz minem muote, und nante (ich sprach den Namen) ie jene, der ich da bin, — Unzweifel- hafter ist ein^ in jen>er zu ändern 1187, denn die kemerMte ist doch wohl eins mit dem heimlichen ge- mach 1181; die Ueberarbeitung hat hier auch der, [Wackernagel selbst hat spsßter ein Fragezeichen dazu gesetzt.] 1061. gewinnen herbeischaffen, anschaffen: Heilmittel 202 ; kaufen 835. 1065. diss auch 1253. 1256. Strassb. Hs. dis; die Schreibung diss Nib. 297, 2 B. C. und bei 115 — fr-t/5 C^Ci'^ daz si die selben rsete uJ^t-vou 1070 von ir selber herzen tsete. Des nam in michel wunder, und fuorte si besunder und beswuorji yjLierre, ob ir iht ir herre 1075 die rede bete üz erdröt. er sprach „kint, dir ist n6t, daz du dich beratest baz, und sage dir rehte, umbe waz. ob du den tot liden muost 1080 und daz niht vil gerne tuest, s8 ist din junger lip tot, und &umt uns leider niht ein bröt. nu enhil mich dines willen niht. ich sage dir, wie dir geschiht. VArf^ •-\ y\ i I •■ 1 C M, C- C Herrn, von Fritslar S. 580. Eine Erweiterung oder Umstellung (vgl. dirre für diser Nom. Sing, und dize fär diz) disse Wigal. 52, 37. Klage 651 G. Eine Kürzung aus dides (vgl. diz aus didaz) ditz in Hss. : des Erec 3786 Greg. Marienleg. 197, 69; ditze Greg. Wig. 144, 38. Biss auch in Haupts Erec 3786. 5599. 9621. 1070. rät tiMfi sonst s. v. a. rät geben (ttum oft in der Bedeu- tung geben) : hier rät tuon ein Ausdruck wie not tuon; tot tuon 1216, flehe und bete tuon 1334: Um- schreibung eines einfachen den Be- griff des Substantivs enthaltenden Zeitworts: tot tuon s. v. a. tceten u. s. w. Bat Entschluss: ze rate werden heschliessen. 1072. besimder in's Abgeson- derte hin: abseits. 1077. berqfien refl. (mit Gen.) mit sich zu Käthe gehen^ sich be- denken, sich besinnen. 1078. und sage Ellipse des ich : öfter so vor nachfolgendem ellipti- schem Fragesatz: vgl. neizwä, wten, nhd. geschweige. 1080. Der Arzt hatte gesagt (226 fgg.) diu — des vjtllen wäre, daz si den tot erlite, und dass sie es gerne thun müsse; vgl. 236. 1082. niht ein brot; sehnlich wie 500 niht ein här u. a. nur mehr der Herrensprache angehoerig,' [vgl. Gr. in, 728 ff. und J. Zingerle, Ueber die bildliche Verstärkung der Negation bei mhd. Dichtern, Sitzungsberichte der k. Acad. der Wissenschaften in Wien, phil. bist. XXXIX, 414—477.] 1083. dines willen hängt ab von niht; heln wird mit doppeltem Accusativ verbunden. 116 — 1085 ich ziuhe dich uz rehte bl6z, und Wirt diu schäme harte gröz, die du von schulden danne hast unde nacket vor mir stäst. ich binde dir bein und arme: 1090 ob dich din lip erbarme, so bedenke disen smerzen. ich snide dich zem herzen und brich ez lebende üz dir: fröuweltn, nü sage mir, 1095 wie din muot dar umbe ste. L^ezn geschach kinde als6 we, ^ als dir muoz von mir geschehen, daz ich ez tuon sol unde sehen, da hän ich michel angest zuo: 1100 nü gedenke selbe ouch dar zuo. geriuwet ez dich häres breit, sO hän ich min arbeit unde du den lip verlorn." vil tiure wart si aber besworn, 1093. Strassb. vzer; Heidelh, Kol. von 1092. zerschneide dich nm an das Herz zu gelangen, s. 450. 1094. Die ehrende Anrede ver- ehlichter wie lediger Weiber war frouwe, geringeren Standes fröu- weltn (vgl . nhd. Fränlein !):Walthers Lied an eine nicht vornehme Ge- liebte beginnt Herzeliehez frouwe- lin 100, 19 [49, 25] ; derselbe Be- ginn eines namenlosen Liedes von gleicher Art ebd. 200,21 [Xin, 11]. Im verächtlichen Tone wird fröu- weltn auch gegen Vornehmere ge- braucht: V\rigalois 61, 19 wider die juncfroun er dö sprach „ir sult loizzen, fröuweltn, dirre kleine hunt ist nun." — Hier bedeutet es ein Bauer nmsedchen. 1096. Freiheit der einfachen Verneinung wie 782. 1101. här 500; Genitiv wie 1196 niht häres gröz, 1103. verlorn hat bei arbeit einen anderen Sinn als bei lip : un- nütz thun: bete 1307. arbeit Ver- liesen und verlorn arbeit begegnet überaus oft: verlorene, vergebliche Mühe. 1104. tiure Uten, klagen, ma- nen, beswern grossen Werth worauf legend, mit Dringlichkeit bitten u. s. w., hoch und theuer schwopren. I — 117 — 1105 si erkante sich vil stsete, daz 81 sichs abe taete. Diu maget lachende sprach, wan si sich des wol versach, ir hülfe des tages der töt 1110 üz werltlicher not, »got 16ne iu, lieber herre, daz ir mir also verre hänt die wärheit gesagei--^'C , , entriwen, ich bin 6In teil verzaget: '* 1115 mir ist ein zwivel beschehen. ich wil iu rehte bejehen, wie der zwivel ist getan, K^den ich nü gewunnen hän. /^ch förhte, daz unser arbeit 1120 gar von iuwerr zageheit under wegen belibe^ iwer r^de gezsSme eim wfbe. llu^vtL^ ir sint eines hasen genöz. iwer angest ist ein teil ze groz 1110. Strassb, vzer; in Heidelh, u, Köl, 1107 — 1118 gekürzt, 1115. Strassb, beschehen V ^ '- 1105. sie kannte, wnsste sich: mit Genitiv, prsßdic. 1380 die er erkande der scelden und der giiete; 1135 daz ich mich weste des muotes also veste, 1115. geschehen mit dem Dativ zu Theil werden: ein Zweifel ge- kommen. Besser [als ist zwivel geschehen, wie in der 1 . Auflage stand] wäre ein zmfel beschehen, wie Erec 9174 ob im kein zmvel geschach; die Heidelb. Kol. Hss. haben Einen zwifel ich gewunnen han; beschehen liest die Strassb. Hs. Der Reim ist wie 763. 1116. bßjehen bekennen, beich- ten (bigihtj: spöttischer Rede- ton. 1121, under wegen mitten auf dem Wege, unterwegs: under we- gen bellen nicht zum Ziele ge- langen. [1122. Vgl. Büchl. 2, 484 so zcem mm herze den wtben,] 1123. genözen 464. getwerges, risen genöz klein wie ein Zwerg, gross wie ein Riese; eines tören genöz d. i. ein Thor; eines hasen genöz ein Hase. — 118 — 1125 dar umbe, daz ich sterben sol. deswär, ir bandeint ez niht wol mit iuwer grözen meisterschaft. ich bin ein wip und hän die kraft: geturrent ir mich sniden, 1130 ich getar ez wol erliden. die engesltche arbeit, die ir mir vor hänt geseit, die hän ich wol an iuch vernomen. '"X^^.^yr%A^ ^ zwar, ich enwsere her niht komen, 1135 wan daz ich mich weste des muotes als6 veste, daz ich ez wol mac dulden. mir ist, bi iuwern hulden, diu broede varwe gar benomen IHO und ein muot also vester komen, daz ich als engesltche stän, als ich ze tanze süle gän; wan dehein not sd gröz ist, diu sich in eines tages frist 1H5 an mime libe geenden mac, mich endunke, daz der eine tac genuoc tiure si gegeben umbe daz ewige leben, daz da niemer zergät. 1150 iu enmac, als min muot stät, an mir niht gewerren. getrüwent ir mim herren 1143. Besserung Haupts: Strassb. Wände kein; Heidelb. Kol, Wie groz daz min angest ist der tot sich in einer vrist — mich dnnket 1126. ez handeln es treiben, handeln. 1131. engesÜHch, engeslich Angst erregend; 1141 engesltche Angst empfindend. 1138. mit iuwern htUden mit eurer Erlaubniss 370. 1147. thener genug, nm einen hinreichend d. h. sehr hohen Preis dahingegeben. — 119 — sinen gesunt wider geben und mir daz ewige leben, 1155 durch got, daz tuont enzit: länt sehen, welch meister ir sit. mich reizet vaste dar zuo. ich weiz wol, durch wen ich ez tuo: in des namen ez geschehen sol, 1160 der erkennet dienst harte wol und läts euch ungelönet niht. ich weiz wol, daz er selbe gibt, swer grözen dienst leiste, des lön si ouch der meiste. 1165 da von so sol ich disen t6t hän für eine süezen not nach sus gewissem Idne. liez ich die himelkröne, 1153. Besserung Lachmanns: Strassb, Sine gesunde; in Heidelh. u, Kol, fehlen 1149 — 1154, 1161. Besserung Lachmanns: Strassb. Vnd lat sin onch; Heidelb. Kol. Er let sin 1166. Strassb. a&ze; in Heidelb. u. Kol. fehlen 1165 — 1170. 1 155. durch got elliptischer Zn- mf nnd Aasrnf (ich bitte nm Gottes Willen) : vor Imperativen 1482 nu rät mir alle durch got; vor Fragen; vor Antworten (Er. 7930 durch got, nü saget waz? 7939 mugt ir mirz durch got nü sagen? 7513 we, nein ez, durch got.] 1157. rize, reiz : reizen reizen, locken ; nnpersoenl. verlangen. 1160. erkennen mit Lob oder Dank anerkennen : erkenntlich s. v. a. dankbar. 1161. läts: es ist von Ionen abhängig, anch mit dem Dat. und Gen. wird es verbunden: Walther 119, 18 [121, 14] des tvirt M sel- chen eren ungelönet niht; MSF. 45, 26 daz si dem ungelönet lat; Greg. 1222 der deheiner guottät niemer ungelönet lat ; MSF. (Hart- mann) 205, 8 ich wü ir anders ungefluochet län; ebd. 208, 11 8l — ungevdschet län ; ebd. 208, 3 sl wil mir ungelönet län; Erec 4845 daz man sin tmgespottet lie; Beaflor 80, 17 ^^ ungespottet min; Gott- fried von Neifen 49, 21. [Vgl. Haupt z. Er. 979.] 1162. Wahrscheinlich ein Bezug auf Luc. VI, 35 benefacite et mutuum date, nihil inde sperantes, et erit merces vestra multa. 1168. 1293 muoz ich alsus ver- lorn hän die rtchen himdkröne? „Die Krone der Gerechten", „die — 120 — I f I I [i: - »ih- I s6 het ich alwseren sin, 1170 wan ich doch lihtes künnes bin/ Nu vernam er, daz si wsere gnuog unwandelbsere, und fuorte si wider dan hin zuo dem siechen man 1175 und sprach zuo ir herren ,uns kan daz niht gewerren, iwer maget ensi vollen guot. nü hänt froelichen muot: ich mache iuch schiere gesunt.'' 1180 hin fuort er si zestunt in sin heimlich gemach, da es ir herre niht ensach, und beslöz im vor die tür und warf einen rigel für: 1185 er enwolte in niht sehen län, wie ir ende solte ergän. 1183. Besserung Lachmanns: Strassb. in vor der; Heidelb, Ko Einen rigel warf er für die tnr der arme h einrieb beleip da für Krone des ewigen Lebens** ndgl. [z. B. 2. Tim. 4, 8 Corona justi- UcB, quam reddet mihi Dominum z= o r^g &i>xaioffvvijg (Triq)avog, öV anoöü)ff€i> fjLOi 6 xv^to^]. axiq)avog Kranz als Preis des Siegers im Wettlauf ndgl. Das lat. Corona verstand aber das Mittelalter als den koeniglichen Schmuck, deutsch hröne. Ausdrücklich ist die Bede von koeniglichen Kronen, von gol- denen Kronen u. s. w. Damit stimmen aucb die Darstellungen der bildenden Kunst. [S. DW. V, 2361. 2366 fg.] 1170. lihte auch wertblos, ge- ring: llhtez künne geringe Her- kunft, niederes Greschlecht: ,Ich wsere eine Thoerin, wenn ich, da Bauemkind, mir die Gelegenhe entgehen liesse, eine Koenigin 2 werden.* 1171. vernetnen verstehen, w; noch überoft in Luthers Bibel. 1181. Äciw Gegensatz zu Fremd« heimlich was Andern unzugänglic ist ; in den privatesten Theil sein< Wohnung. 1183. vor besliezen: ebenso vc verbergen, vor ver stein mit dei Dativ. 1184. n^e? Balken: Nibelung€ 612, 4 der edel hünec dö seil vil wol beslöz die türe: starh. rigele zwene warf er balde det füre. — 121 — In siner kemenäten, die er vil wol beraten mit schoener arzenie vant, 1190 er hiez die maget alzehant abe ziehen diu kleit. des was si frö und gemeit: 81 zarte diu kleider in der nät. schiere stuont si äne wät 1195 und wart nacket unde blöz: si schämte sich niht häres gröz. Do si der meister ane sach, in sime herzen er des jach, daz schoener cr§atiure 1187. Strassb, In einer; Heidelb. Kdl, In der 1189. muthung Haupts: Strassb, Mit sinre; Heidelb, Kol, Von guter 1187. lies jener? s. zu 1060. 1 weise auch von Seide oder Ver- von [Das Fragezeichen hat Wackernagel spater zu jener gesetzt, mit Blei- stift ist dann siner darüber ge- schrieben.] kemenäte caminata , heizbares Haus (Eemnat) oder Zimmer, s.v.a. Stube (Bad), Wohngemach, nament- lich der Frauen (Frauenzimmer) ; Schlafgemach (für Kranke, Alte); Kindbette: ze kemenäte gän ; sonst- wie vorbehaltener bequemer Raum: hier Studierstube. 1188. beraten mit rät versehen, ausrüsten. 1192. goth. gamaids gebrech- lich, ahd. gimeit vergeblich, thoe- richt, übermüthig; mhd. freudig, keck; dessen man sich freut: lieb- lich u. s. w. [bei Hartmann nur noch im Er. und 1. Büchl.: s. flaupt z. Er. 12]. 1193. Statt der Knöpfe hatte man Schnüre und Fseden, die theil- Gold waren. Das Ein- und Aus- schnüren (najen) wird oft erwähnt. Man that es sich selbst, das Weib dem Manne, besonders galt es auch als Ehren- und Liebesdienst, den eine Frau der andern oder einem Herren erweist. [Vgl. Mhd. Wb. n, 1, 304a und A. Schulz, das hoefische Leben z. Zeit der Minne- singer I, 189.] 1197. Meleranz 1973 fg. der Jäger dicke an in sach: in sinem herzen er des jach; 5958. Do er Meleranzen sach, in sinem herzen er des jach. 1199. creaUure: sonst findet sich im A. H. kein franzoesisch und es ist deshalb doppelt auf- fällig, dass nicht das lat. creatüre steht. — Es gibt das ein rechtes Beispiel wie Wirnt nachahmt, Wig. 130, Sß dö er den wurm rehte ersach, in sinem herzen er — 122 — 1200 al der werlte waere tiure. gar sere erbarmete si in, daz im daz herze und der sin vil nach was dar an verzaget. nu ersach diu guote maget 1205 einen höhen tisch da stän: da hiez si der meister üf gän. dar üf er st vil vaste bant und begunde nemen in die haut ein. scharpfez mezzer, daz da lac, 1210 des er ze solhen dingen pflac. ez was lang unde breit, wan daz ez so wol niht ensneit, als im wsere liep gewesen. dö si niht solte genesen, 1215 do erbarmete in ir nOt, und wolte ir sanfte tuen den tot. Nu lac da bi in ein harte guot wetzestein: da begunde erz ane strichen 1220 harte müezecltchen, da bt wetzen, daz erhörte, 1221. Besserung Lachnianns: Strassb. Do bi onch w.; Heiddb. KoL Do er daz strichen h. sine vreude gar verstörte des jach, daz so ungehiure de- Keine kreatiure ie gestehe dehein num, 1200. selten, d. h. gar nicht vorhanden. 1203. nach, vil nächj immer mit dem Indicativ Plosqnamper- fecti oder Imperfecti. 1207. vaste fest: 52. 1216. sanfte leicht: 11. Nibe- lungen 882, 2 dö sltwc in (eher) mit dem swerte Kriemhüde man: ez het ein ander jegere so sanfte niht getan : leicht hier für Sieg- fried, dort für das Msedchen. 1217. Iw. 581 ob dem brunne stet ein harte zierlicher stein, under^ sazt mit vieren marmelinen Heren: anch bier ist der zweite Yers ganz gefüllt mit den übrigen Worten. Anders Wirnts Art proclitisch die Worte in den Reim zn setzen, z. B. 137, 16 fgg. guoter bOrge het er dru disiu lac so nahen M \ dem sewe, daz er rehte für \ der frou- wen kemenäten tür sluoc, als ee — 123 — der ir fröude störte, der arme Heinrich, hin für, da er stuont vor der tür, 1225 und erbarmete in vil söre, daz er si niemer mere lebende solte gesehen. nü begunde er suochen unde spehen, unze daz er durch die want 1230 ein loch gände vant, und ersach st durch die schrunden nacket und gebunden. Ir 11p der was vil minneclich. nü sach er si an unde sich 1235 und gewan einen niuwen muot. in dühte dö daz niht guot, des er § gedäht häte, und verkerte vil dräte sin altez gemfiete 1240 in eine niuwe güete. Nü er st alse schoene sach, wider sich selben er d6 sprach 1237. 1238. Strassh, Des er do e gedahte — vil getrabte; in Heidelb, u. Köl, feUen 1233—1240, udnt was, der mdne lüterlichen schein, nü sahen si, wä vor in ein I schiffeltn flöz üf dem se, 1222. Satsverschrankang wie 1340. Parz. 230, 21 in den pcUas kom gegangen, der da wart wol enpfangen, Purziväl der lieht- gevar, von im, der in sanie dar, 1231. schrinden st. v. bersten, sieb spalten. 1238. Dräte für Hartmann, der auch das seltnere adj. drate noch gebrancbt (BücbL 1, 1858 der selbe ist zollen lügenden laz, ze den Un- tugenden dreete), ein Lieblingswort ; 173. 1346. Strassb. Hs. bat ge- trate [daraus ergibt sieb gedräte s. Hanpt z. Er. 5500]; besonders gern wird es wie 173 verbunden mit steigerndem also oder a^s: Greg. 511. 2286. 2301. 3136. Iw. nur 3432; vgl. also holde, als balde (nbd. alsbald) Iw. 3457. Greg. 2345. 1242. sprechen wider Wechsel- seitigkeit, nicht zn, sondern mit, Gesprsecb mit sich selbst. — 124 — ,dü hast ein tumben gedanc, daz du sunder sinen danc 1245 gerst ze lebenne einen tac, wider den niemen niht enmac. du enweist ouch rehte, waz du tuost, Sit du benamen sterben muost, daz du diz lesterliche leben, 1250 daz dir got hat gegeben, niht vil willeclichen treist, unde ouch dar zuo enweist, ob dich diss kindes tot ernert. swaz dir got hat beschert, 1255 daz lä dir allez geschehen. ich enwil diss kindes t5t niht sehen/ Des bewag er sich zehant und begunde bdzen an die want: er hiez sich läzen dar in. 1260 der meister sprach „ich enbin nü niht müezec dar zuo, daz ich iu iht üf tuo.* „nein, meister, gesprechent mich.* 1253. Strassb. dis; Heidelb. Köl. des 1256. Strassb. dis; Heidelb, Köl. dunen macht ires todes niht gesehen 1263. Besse- rung Lachmanns: Strassb, Nein herre meister; in Heidelb. u, Köl, fehlen 1263, 1264, 1244. danc Geneigtheit, Wille : mit danke, dankes freiwillig, gern ; äne, sunder, über, under, wider — danc wider Willen, Undankes. 1248. benamen für wahr: 527. 1249. lasier Schmach, Schimpf: laster unde spot 1351. lasterlich schmaehlich [: 383. 456]. 1252. und da doch^ wsehrend: 947. dar zuo zu dem, nicht einmal. 1254.. beschern zatheilen, ver- hängen: Snhj. immer Gott. 1257. bewegen reflexiv mit dem Genitiv sich seitwärts bewegen: verzichten ; sich auf die Glückswage legen, entschliessen : verwegen 525. 1259. sich , weil lazen pass. verstanden ist, das Snbject also dasselbe bleibt. 1263. 1266. sprechen transitiv, sprechen mit. — 125 „herre, ja enmach ich. 1265 beitent, unz daz diz erge.** „nein, gesprechent mich e.* „nü sagent mirz her durch die want.^ Ja ist ez niht also gewant/ Zehant dö liez er in dar in. 1270 dö gie der arme Heinrich hin, da er die maget gebunden sach. zuo dem meister er dö sprach 9 diz kint ist also wünneclich: zwäre, ja enmach ich 1275 sinen tdt niht gesehen. gotes Wille müeze an mir geschehen: 1264. Strassb, Herre sprach er ioch enmag ich 1266. Strassb, Nein herre meister gesprechent; Heidelb. KoL Neina meister sprechet (KoL besprechet) 1268. Strassb. loch; in Heidelb. u. KoL fehlen 1267. 1268. 1274. Strassb. Zwar ioch; Heidelb. Köl. weizgot nu; alle drei enmag ich 1264. ]Lan hervor- heben, auszeichnen: furonomenes furenomes vorzugsweise, eigentlich gänzlich; mhd. vürnamens, — names u. s. f. ganz und gar, ge- woßhnliche Bekräftigung einer Ver- neinung. 131 — 1365 do erzeigte der heilige Krist, wie liep ime triuwe ist, und schiet si d6 beide von allem ir leide und machete in da zestunt 1370 reine unde wol gesunt. Alsus bezzerte sich der guote herre Heinrich, daz .er üf sinem wege von unsers herren gotes pflege 1375 harte schoene worden was, daz er vil gar genas, als von zweinzec jären. d6 si sus erfröuwet wären, 1366. Strassb, Wie 1. ime trüwe un erbermde ist; Heidelh, KoL wie 1. im trewe ist 1377. HSS. und was als vor 1366. So die Heidelb. und Kol. Hs., unterstützt durch Wigalois 134, 15 zuo zir gesellen was ir gächy daz si den tot mit im da kür: da Met si niht die werlt für genomen gar für eigen, si mohte Ithte erzeigen got ir herze unde ir muot, wand er übel un^ guot er- kennet, e dan ez geschiht ; vor den werken er wol siht, swazdaz mensche tuon wü, Sinem gewalte ist niht ze vil, er reiner got bekande wol, daz ir herze was triuwen vol. wände im triuwe liep ist, do lie er si in kurzer frist vinden ir vil lieben man. Triuwe A.H. 1001. 1015.% Engelhard Eingang 153. 5445. 6465 fgg.; Unten (Amicus) 93. 101; Kistener 3. 1059. 1142 fgg. Die Strassb. Hs. hat triuwe und erbermdevind allerdings kommt hier ausser der Treue der Jung- frau auch das Erbarmen Heinrichs (milte Silvester 1050 fgg. 1158) in Betracht; nur ist erbermde dann in bermde zu bessern : bärmde Er. 5807. — Haupt liest nur erbermde^ die doch auf keinen Fall allein zu nennen ist. 1369. Man würde hier vielleicht das zeitliche do erwarten, die Strassburger Hs. und Haupt lesen wirklich so; die Heidelberger und Kol. Hs. ändern 1369—1386. Es heisst aber immer sonst, auch bei Hartmann immer, da ze stunde: Erec 4943. 6073. 8157. 9624. 9666. Greg. 1038. 2706; da ze- stunt Erec 3349. 3424. Iw. 3429. Greg. 278. 378. 3613 der wart da zestunt von sinem kuniber gesunt. Da hat hier lediglich demonstra- tiven Sinn, den eines demonstra- tiven Fürworts: zu der Stunde. 1377. Die Hss. lesen vor (Vgl. Konr. Troj. 10787 er was an kref- — 132 — do enböt erz beim ze lande 1380 den, die er erkande ' der sselden und der güete, daz si in ir gemüete sines gelückes wseren frö. von schulden muosten si dö 1385 von den genäden fröude hän, die got bäte an ime getan. Sine friunde die besten, die sine kunft westen, die riten unde giengen. ten und an tugent als er vor drizic jären was) : aber 34 und 60 ist von seiner Jugent die Rede und jetzt ist er nur 3 — 4 Jahre älter. Er müsste also in die Kindheit zurückversetzt sein, was hier nicht am Orte ist, wenn schon das an- derswo vorkommt. Inglinga Saga Cp. 29 erzsehlt von einem nordi- schen Koenig Ann (Ön), der seine 9 Söhne nach einander dem Odhin opfert und mit jeder Opferung um 10 Jahre jünger, mit der letzten wie- der ein Jüngling wird. Nur als bild- liche Bezeichnung der neuen Rein- heit (2 Koen. 5, 14 von Naeman „und sein Fleisch ward wieder er- stattet wie ein Fleisch eines jungen Knaben und ward rein"; Kaiser- chronik 7966 von Constantin bei der Taufe ja wart im der Itp sin alse ein niwe gehornez chindelin) ist es auch nicht zu verstehn, denn da würden nicht so die Jahre gezählt sein. Dagegen kommt auch sonst „wie von zwanzig Jahren" zur Bezeichnang von Jugendschoenheit und Kraft vor: Ganz allgemein: «Zwanzig Jahr ein Jüngeling". Froschm. I, 2, 15 Aurum potabile — ein alten verlebten Mann — Machts wider jung, gesund und atark — Als wenn er wer von zwenzig Jahren, Märchen 147. — Von wie oben 303 ein. hint von ahte jdren; Erec 9477 wan wir dö beidiu wären junc von glichen jären ; Büchlein 1, 1483 si sint von minen jären niht, den man der grözen sinne giht; Wal- ther 48, 16 [27, 3] und ist doch von den jären, daz er niht en- wahset mere; Meyer und Mooyer, Altd. Dichtungen, 78» c er (Wein> eins halben järs wirt alt, so wirt er also gestalt, also wcer er von drizic jären. Der Vers aber wird gefüger und nicht ungefüge der Satzbau (vgl. 1221 fgg. 133T fgg.) wenn man liest genas, als (zurück auf schcene 1375) von zweinzec jären, 1379. heim ze lande [: 1347] Beaflor 126, 17 und vuoren heim ze lande, 1381. goth. sels X9*l^^^S' salic gut, wohlgeartet, s(slde Güte, Wohl- geartetheit. — 133 — 1390 durch daz si in enpfiengen, gegen im wol dri tage. si engeloubten niemens sage ' danne ir selber ougen. si kurn diu gotes tougen 1395 an sime schcenen übe. '^ dem meier und sinem wibe, den mac man wol gelouben, man welle si rehtes roliben, daz st da heime niht beliben. 1400 si ist iemer ungeschriben, diu fröude, die st bäten, wan st got bete beraten mit lieber ougen weide: die gäben in dö beide 1405 ir tohter unde ir berre. ez enwart nie fröude merre, danne in beiden was geschehen, dö st bäten gesehen, daz st gesunt wären. 1410 si enwesten wie gebären. ir gruoz wart spähe undersniten 1410. Besserung Lachmanns: Strassb, wie siu g.; Heidelh, Koh kürzen 1406 — 1410, 1411. Strassb, spehe; Heidelb. Köl, Der gruz was vnder sn. 1391. Es war üblich, dem Schei- denden drei Tagereisen weit das Ge- leite zu geben, dem Heimkehrenden ebenso weit entgegen zn kommen, daher anch der bestimmte Artikel Oreg. 3595 «i fuoren engegen im sä — die drte tageweide, d. h. die in solchen Fällen üblichen. [Er. 2896 nnd reit gegen im dri tage; 10011 so Uten sin enphahen engegen im wol drie tage], — wol eine tage- weide Beaflor 109, 39. 1394. tougen wird besonders gern gebraucht von den geheim- nissvollen Wnnderkräften und Wunderthaten Gottes. 1400. ungeschriben wie unge- nesen 187. 1403. Weide der Aagen. Wünne eigentlich Wiesenland. 1410. Meleranz 2943 er enweste wie gebären vor fröuden, 1411. Die richtige Adverbial- form zn dem Adj. spcehe ist nur — 134 — mit vil seltssenen siten: ir herzeliep wart also gröz, daz in daz lachen begöz 1415 der regen von den ougen. diu rede ist äne lougen: 91 kusten ir tohter munt etewaz me dan dristunt. Do enpfiengen st die Swäbe 1420 mit lobelicher gäbe: daz was ir willeclicher gruoz. got weiz wol, den Swäben muoz ieglich biderber man jehen, der si da heime hat gesehen, 1413. Besserwng Haupts: Strassb. herze liebe; Heidelb, Kol. Mit drivalder vrende groz spähe, bestätigt durch Servatius 568 nähe : daz racional was spähe gezieret unde gefuoge. Doch ist nicht zu verschweigen, dass auch spcehe als Adv. mehrfach beglaubigt ist: Nibelungen 1119,4 si fuorten guotiu kleider vil harte spcehe ge- sniten; Tristan 122, 5 tvie spcehe se organieret! und im Reime Lau- gensteins Martina LB. 1, 999, 33 und pfliget so spehe menger hande wehe; und dass Hartmann selbst neben swäre die umlautende Form swcere adverbial gebraucht s. Lach- mann z. Iw. 7300. Ebenso heisst es immer stcete. undersniten. Die Freude der Edeln an sohoenen Kleidern war überaus gross. Wir sehen das aus den vielen Beschreibungen in den Gedichten und in allerhand Bild- lichkeiten der Sprache [s. Wacker- nagel: kl. Seh. I, 192 ff.]. So ist auch das undersnit^ hergenommen von der Sitte verschiedene Stoffe und Farben halb und halb oder neben oder streifenweis durch ein- ander gehn zu lassen, was man teilen , undersniden , parrieren nannte. 1412. auf seltsame Weise: m»t vil willecUchefin site 900. 1416. lougen st. n. und f. Laug- nung: äne lougen unläugbar, wahr. 1418. dristunt dreimal. Yeldeke Aeneis 340, 27 her huste sie wol dristunt an ir minnecMtchen munt von liebe und dorch minne, £rac- lius 3544 er druhte ez (das vinger- lin von der Greliebten) an sinen munt kurzer frist wol dristunt. 1419 fgg. vgl Hiob Cp. 42. Swäp wie Suebus, Sahse wie Saxo. 1421. wilUclich geneigten Wil- lens, freundlich: 900; 1425. — 135 — 1425 daz bezzers willen niene wart. als in an siner heimvart sin lantliut «enphienge, wie ez dar nach ergienge, waz mag ich da von sprechen m§P 1430 wan er. wart rtcher vil dan e des guotes und der eren. daz begunde er allez keren stseteclichen hin ze gote unde warte sime geböte 1435 baz, danne er e taete. des isl sin Sre staete. Der meier und diu meierin, die heten euch vil wol umb in verdienet ere unde guot. 1440 ouch het er niht s6 valschen muot, si hetenz harte wol bewant. er gap in ze eigen daz lant, daz breite geriute, die erde und die liute, 1425. Besserung Haupts: Strassb, wille nie enwart; Heidelb. KoL Daz grozer vreude nie wart 1426. Strassb, ime 1428. Strassb. Vnd wie; Heidelb. KoL 1426—1428 Swie es an iren (KoL irem) heimvart Vurbaz ergienge oder wie sie in enpfiengen {KoL enpfinge) 1425. niene aus niht ne, deshalb Gen. — Gndr. 393,2 da^ er so guoten willen (Geneigtheit, Freandlichkeit) da ze hove gewan. 1434. warten Acht haben, na- mentlich als Diener: aufwarten. Mit dem Genitiv und mit dem Dativ verbunden. 1441. bewant angewendet, bei ihm angebracht : vgl. bekeren 250. 1443. Nicht bloss Gegensatz zn der früheren Beengung durch den Wald. Die breite Ebnung des Bodens ist Erforderniss und Er- gebniss des Ackerbaues: svQvg von aQovga {ccgovga evfßsVa II. IS, 541) ; kipreittd, gebreite Sprachschatz III, 298. Mhd.Wb.I,237a; Ruol.63, 3 manige breite huöbe; Winsbecke 45, 4 si machent breite huoben smal (80, 4 min htu)begelt smal unde breit) 'y Freidank 120, 5 breitiu eigen = Winsbecke 45, 4 WeinholdSpicilegium formularum 8. — 136 1445 da er da siecher üfe lac. siaer gemahelen er do pflac mit guote und mit gemache und mit aller slahte sache als siner frouwen oder baz: 1450 daz reht gebot ime däz. Nu begunden im die wisen raten unde prisen umb elichen hirät. ungesamnet was der rät. 1455 er seite in dö sinen muot: er wolte, diuht ez si guot, nach sinen friunden senden und. die rede mit in enden, swaz si es ime rieten. 1460 biten und gebieten hiez er allenthalben dar, die sines wertes nsemen war. do er si alle dar gewan, beide mäge unde man, 1465 dö tet er in die rede kunt. 1453. Köl. Heidelh, Vmbe eliche (elich) vriat ^wa; in Heidelb, u, Kol. fehlen 1469 — 1462, 1459. Strassh. 1453. hien sich verehlichen : hirät stm. f. Vermaehlung, eigent- lich Znrüstang zur Yerehlichnng. ewe, € Recht, Gesetz: Eheband; elich gesetzmsessig : ehelich. 1454x ungesamnet nneinig: sa- menen vereinigen. 1458. 1465. rede Sache als Ge- genstand des Sprechens: 956. 1459—1462 fehlen Heidelb. und Kol. Hss. ; Strassb. Swa siu es eime: Lachmann und Haapt swar si ime, wohin, zu welchem Weibe sie ihm rathen möchten. Indess ist dieses nicht die erste und haupt- sächliche Frage, sondern, wie Z. 1467 zeigt, ob er heirathen solle. Darum ist die Aenderung vorzu- ziehen, die nseher bei den Buch- staben der Hs. bleibt : Swaz si es ime; es Gen. caus., in der Sache, dazu. 1460. biten die möge, gebieten den man Z. 1464. S. zu Z. 641. 1463. zusammengebracht hatte. 1465. Der Versammlung obliegt Berathung, Beistimmung, Bekräf- tigung, Zeugniss. Tac. Germ. 18 Intersunt parentes et propin-^ 137 — DU sprach ein gemeiner munt, ez waere reht unde zit. hie huop sich ein michel strit an dem rate under in: 1470 dirre riet her, der ander hin, als ie die liute täten, da si da solten raten. D6 ir rät was s6 mislich, dö sprach der arme Heinrich 1475 ^iu ist allen wol kunt, daz ich vor kurzer stunt was vil ungenseme, den liuten widerzaeme. nu enschiuht mich weder man noch wip: 1480 mir hat gegeben gesunden lip unsers herren gebot. nü rät mir alle durch got, von dem ich die genäde hän, die mir got hat getan, 1485 daz ich gesunt worden bin, wie ich^ verschulde wider in." Si sprächen ^nement einön muot, daz im lip unde guot iemer undertsenec si.*' 1490 sin trütgemahele stuont da bi; 1476. Besserung Haupts: Strassb, Vch herren ist; Heidelh. KoL Nu ist euch; ebenso 1493, qui. Beaflor 73, 15 fgg. Der Name jeder rechtlichen, auch einer solchen Versammlung und Bespre- chung ist mahel : mahelen sprechen und verloben, gemahele Verlobte. 1467. dt allein würde es for- dern. 1470. vgl. Cynewulf Elene 547 1475. 1493. Das von der Strass- burger Hs. dargebotene iu herren (zu lesen Herrn ist) dürfte doch der Sprechweise der Zeit ange- messener sein als das nackte iu, 1483. Voranstellung des Adjec- tivsatzes wie 1221. von durch : 1494. 1486. verschulden eine Schuld abtragen, vergelten. — 138 — die er vil gfietltch ane sach. er umbevienc st unde sprach ,iu ist allen wol gesaget, daz ich von dirre guoten maget 1495 minen gesunt wider hän, die ir hie sehent bi mir stän. nü ist si fri, als ich da bin: nü raet mir aller mtn sin, daz ich si ze wtbe neme. 1500 got gebe, daz es iuch wol gezeme: 1500. Strassb. es mir; Heidelb, iz euh wol; KoL ich uch wol 1493 fgg. Erec 6187 ,än dinc ist wol schtn, daz muget ir wol schouwen an dirre frouwen. swä si der ritter habe genomen oder sme si her si komen, si ist bena- men ein edel wip: daz zeigt ir wünneclicher lip, nü sprechet, waz ist iuwer rät? ir wizzet wol wie ez mir stdt, daz ich ane wip bin, nü ratet vaste mir min sin, daz ich si ze wtbe neme, mich dunJcet, daz st wol gezeme ze frouwen üher min lant, ich habe kurze an ir erkantj d ist mir gnuoc wol ge- born, ouch hat si mir erkorn ml- nes herzen rät ze vnbe, nü Ute ich daz ez belibe in iuwerm rate äne haz (vil gerne wil ich immer daz umb iuch verschulden unz ich lebe), dazz iu äne widerstrebe ge- liche wol gevälleJ nü rieten s/i imz alle, 1497. Dass das Msedchen zwar von bäuerischer aber freier Her- kunft war, ist schon früher aus- und nachdrücklieh gesagt: ein frier büman 269; das Msedchen selbst ist sich dessen bewusst und legt Werth darauf: 775 min gert ein frier büman, Heinrich aber war hoßheren Standes, vom Adel. Nach dem vorherrschenden Rechts- brauch war es allerdings eine Missheirath. Die Kinder folgten der ärgeren Hand, sie waren weder Standesgenossen noch Erben des Vaters. Abweichungen in's Mildere, auch nach rechtlichen Festsetzun- gen: Krauts Privatrecht § 57. Hier ist das Ganze zwar sagenhaft, aber auch so ist es ein Beleg der An- sicht , dass auch Abweichungen moeglich waren. 1500. zemen mit dem Acc. und Genitiv angemessen dünken, ge- feUen: Erec 3581 ein ros — des in aller beste gezam; püchl. 1, 268 daz in des välsches wol gezimet, daz er sich dünget riche, so er ein mp beswiche; 1137 so daz — in des wol gezimet, daz er nütze rcete an sich nimet; Iw. 64 mänlich im die vreude nam, der in do aller beste gezam; 3079 in gezimt der arbeit deste baz; 3757 si wünschten vlv- zeclichen, daz si des beidiu zaeme, — 139 — s6 wil ich si ze wibe hän. zwäre, mac daz niht ergän, s6 wil ich sterben äne wip, wan ich ere unde lip 1505 hän von ir schulden, bl unsers herren hulden wil ich iuch biten alle, daz ez iu wol gevalle.'* Nu sprächen si alle geliche, 1510 bede arm und riche, ez W2ßre ein michel fuoge. da wären pfaffen gnuoge: daz in ir vrouwe msme; Greg. 1116 daz der knabe Gregorius mit sinen spilgenözen quam , da st spilnes gezam; Gute Frau 726 vnl iuch des du/rch mich gezemen ; 1421 weit ir (möge unde W/an) mir einen man geben, den kieset, als es iuch gezeme, daz ich in durch iuwern mllen neme. VgL ebd. 2205 von Bleis diu grcevinne, diu ist rieh unde wert, oh ir min Hut ze vrouwen gert , gev eilet si den allen, si muoz ou^h mir gevallen. Also auch Büchl. 2, 411 Sit mir nü dehein list nütze da für ist, ichn müeze mir nemen daz ein under übelen dingen zwein, swie mir dewederez gezeme, so ist reht daz ich daz bezzer neme un- richtig: 1. mich dewederes, Nibe- lungen 1101, 2. 1182, 4. (1185, 2?) 1637, 2. EracHus 85. 1289. 1297. 4451. 4679. 4952. 1509. geliche Adv. verstärkt die Zusammenfassung: alle insge- sammt; auch beide geltche beide- sammt; 1515 sz geliche sie zu- sammen. 1511. fuoge Schicklichkeit. 1512. Pfaffe: ein böser Sinn ist diesem Worte erst durch die Beformation zugekommen, wo die- ser altübliche Titel der Geistlichen der alten Kirche in Gegensatz trat zu den Prädicanten der neuen. Im Mittelalter bedeutet es Geistlicher, Weltgeistlicher, Priester, im Ge- gensatz zu Mönch; lat. jpajpa Vater, Bischof: so auch in goth. Urkun- den; ahd. phaffe Weltgeistlicher. Beaflor 87, 4 der bischof si zesa- men gap. da was manic krumber stap, dö diu hirät geschach. Der geistliche Verfasser von Hartmanns Quelle wird schon ebenso die kirch- liche Trauung als das einzige er- wsehnt haben. Für die Anschau- ung und im Gebrauch der Laien war sie das nicht. Die Vermaeh- lung war eine rein bürgerliche Rechtshandlung, bei den christ- lichen wie einst bei den heidni- schen Germanen und die kirchliche Einsegnung, der man sich allge- mach bequemte, war so sehr etwas nur nachtrsegliches, dass sie häafig 140 die gäben si ime ze wibe. nach süezem lanclibe, 1515 d6 besäzen st geliche daz ewige riebe, als müeze ez uns allen ze jungest gevallen. 1513. Schluss nach Heidelb, u. Kol. Die gaben sie im zu einer [elichen] kone. nach werltUcher wone Wolden sie beide niht. zweier engel zuversihl Schein an in beiden, do sie sich mnsten scheiden. £r hette sie wol beslafen nach werltlichem schafen: Vor gote sichs {HSS, er sichez) getroster {Heidelb. getroste). er tet sie (HSS, sich) in ein kloster Und bevalch sich der vrien gotes mnter sente marien Da bi in einen tum. wie mocht er immer baz getun? Da verdienten sie beide geliche daz vrone himelriche. Daz Ion muez (uns) allen ze jungest gevallen, Daz sie da genamen. des helfe uns got. amen. [Durch siner martir ere. nu en ist der rede niht mere.] erst am Morgen nach dem Beilager geschah. Aber der civilrechtliche Vorgang war schon an und für sich so feierlich, dass auch ihm die T\'eihe und die Kraft nicht abgieng. Wie das zu Heinrichs Zeit in Schwaben geschah, darüber haben wir eine gleichzeitige Aufzeichnung. LB. 1, 365. 1515. besitzen zum Wohnsitz erhalten. (1513 Heidelb. Kol. hone, goth. qvinö^ ahd. quenä^ mhd. kone: yvytj, 1514. wone: ahd. giwona Gewohnheit.) 1518. gevallen zufallen , zu Theil werden; seltener Valien: 256. — 141 — der lön, den si da nämen, 1520 des helfe uns got. amen. 1519. Absoluter Nominativ, wie ganz häufig bei solchem Bau des Satzes. Vgl. den Schluss des Erec 10124 ff.: wan er nach eren lebte und so, daz im got gehte mit väterlichem Idne, nach der werlt kröne, im und sinem wtbe, mit dem ewegen Übe. durch got des bitet alle, daz uns des Ion gevalle, der uns hat ze holden (daz ist golt übergolden) nach disem eilende, hie hat diz getihte ein ende; des Gregorius 3828 ff.: des sendet alle geliche disen guoten sün- dcere ze boten umb unser sware, daz wir in disem, eilende ein sceligez ende nemen, als 8l da nänien, des gestiure uns got, amen, (Heidelb. Kol. getroesten refl. mit Gen. verzichten und Verlust, Ent- behrung verschmerzen: 840. tuom domus, Dom, Domberren- stift in Naßhe und Verbindung mit einem Frauenkloster. Zwiege- schlechtige KloBster vgl. Caesar Heisterb. Dial. Mirac IV, 93 Miles quidam dives et honestus more ecclesiastico ab u^ore sua separatus, ad quandam domum ordinis nostri gratia conversionis venit, Cui omnia sua contulit, tali pacto, ut domus eadem uocori, quoad viveret, certam assignaret pensionem, qtuß in loco religioso vitam promiserat ducere religiosam. Die Gattin, des Geschehenen reuig, macht wiederholt vergebliche Ver- suche den Gatten in Welt und Ehe zurückzuführen.) •♦— Einleitung zu den zwei Beigaben. Abgesehen von Stoffen, welche mit dem von Hartmanns Dichtung im innigsten Zusammenhange stehn, betreten wir mit den beiden Erzsehlungen S. Silvester und Amicus und Amelius ein ganz anderes Gebiet der Litteratur des deutschen Mittelalters. Der Verfasser des ersten ist Hermann von Fritzlar, ein Hesse, der wohl ein Laie, aber doch sehr belesen war. 1343 — 49 verfasste er sein Buch von der Heiligen Leben. Es sind Legenden, geordnet nach der im Kalender gegebenen Reihenfolge der Heiligentage. Er richtet sich dabei auch nicht nach dem bürgerlichen, sondern dem Kirchenjahr, so dass S. Andreas den Anfang macht. Er gibt aber nicht bloss die Legenden, sondern er verwebt allerlei erbauliche Zuthaten darein, nicht gerade immer in Bezug auf den Heiligen, dessen Leben eben behandelt wird, sondern auch sonstwie auf die Zeit, in welche dessen Tag ßlllt. Ein Beispiel ist S. Sil- vester, wo noch Weihnachtsbetrachtungen angeknüpft sind. Sie sind geschöpft aus den Predigten und Schriften der My- stiker seiner Zeit. Bestimmt sind sie zum Lesen oder zum Vorlesen, zur Erbauung Einzelner und kloesterlicher Convente, namentlich für Frauenkloester. Hauptgelegenheit dazu gab die Zeit über Tisch, wo von jeher in allen Kloestem Lesungen vorgeschrieben waren. Als eine solche Tischrede sollte am S. Silvester Tage diese Erzsehlung gelten und zwar am Schluss der CoUazje ( : CoUatio = Malzeit und Vorlesung dabei). — 144 — »Der Seele Trost" ist im 14./15. Jahrhundert entstan- den. Der Verfasser ist unbekannt. Wenn die Handschrift, woraus ich die eine Erzaehlung herausgegeben habe, bei der ursprünglichen Sprachforra bleibt, so stammte der Verfasser vom Niederrhein. Das ganze Werk ist eine Tugendlehre nach den 10 Geboten. Es erstrebt Veranschaulichung ihrer Glau- bens- und Sittenregeln durch mancherlei Erzsehlungen von mehr oder minder legendenhafter Art. Amicus und Amelius dient als Beispiel der Treue. Die Sprache der beiden Erzaehlungen ist nicht hoch- deutsch, sondern mitteldeutsch. Diese Bezeichnung begreift die Mannigfaltigkeit der Mundarten des mittleren Deutsch- lands, räumlich und ihrem Wesen nach in der Mitte zwischen Hochdeutsch und Niederdeutsch und bald zu diesem bald zu jenem mehr hinneigend. Es ist von geschichtlicher Bedeutung für die Entwickelung der jetzigen Schriftsprache. Auch das Obersächsische, woraus zunaechst und hauptsächlich das Nhd. hervorgegangen ist, ist eine md. Mundart, und so finden wir vieles von dem, was bezeichnende Eigenheit des Nhd. ist, schon in diesem älteren Md. vorgebildet und vorbereitet. In folgenden Punkten (ich kann hier nur Hauptpunkte und durchgehende Dinge erwsehnen) weicht die Sprache bei- der Denkmaeler vom Mhd. ab. An Stelle der Diphthonge stehen einfache Längen, ifür ie wie Jcrw, ü für uo wie tun. Der Umlaut von ä ist nicht ce sondern e : were; die andern Vocale und Diphthonge sind nicht umgelautet: töten, sunde^ Jcrü^e, froude, betrüben. Be- züglich der Consonanten tritt namentlich an Stelle von ht cht z. B. hnecht. Darin sind beide übereinstimmend. „Der Seele Trost* hat noch seine mundartlichen Besonderheiten, und zwar ent- hält er mehr Einmischung des Nd. e tritt an die Stelle von i : vertreben, o steht für u : dorch, koste ; ebenso o für ü : konig^ dore ; ö für uo, üe : beroren. Hinter langen Vocalen steht als Beilaut i : rait, broit, huis, guit. Und hiebei ist noch — 145 — eine vorzüglich merkenswerthe Eigenheit hervorzuheben: es findet sich auch drait, hoif, doir = mhd. trat, hof^ tür, es ist also bereits Verlängerung betonter Kürzen eingetreten. Ferner findet sich oft müssige Anhängung eines stummen e : falsche, jare^ betröge. Von Consonanten findet sich s statt js : das udgl.; p statt pf: neppe, Jcempen^ pert; d statt t : daufen, steden. Aber das alles ist nicht mit Gleichmaessig- keit durchgeführt, es ist eine schwebende Mischmundart. So findet sich für bluot bloit und bluit; das i steht keineswegs überall; auch hier wie bei dem Hessen findet sich viel statt vil, aber auch liep^ ja siech statt sich, neben betröge auch mocht; neben neppe auch napf, neben hempe auch Jcemphen u. s. f. Mit den bisherigen Bemerkungen haben wir nur Dinge der Lautlehre ins Auge gefasst. Aber auch in den Worten, die gebraucht werden, zeigen sich mannigfache Abweichungen dieser md. Mundarten vom Hd. jener Zeit, und auch darin Voranfänge des Nhd. Davon werden wir besser in Anmer- kungen zu den einzelnen Stellen handeln. 10 8ANCT SILVESTER. TISCHREDE AUS DEM BUCH VON DER HEILIGEN LEBEN VON HERMANN VON FRITZLAR, r*^ Pfeiffers Deutsche Mystiker des vierzehnten Jahrhunderts Ij 41—44. SANCTE SILVESTERS TAG. Ir sult wizzen, daz dirre babist was arm, und me 4anne zwenzig bebiste vor ime, di warn alle arm. Aber wie her riebe wart, daz bort. (S. 42.) Ein keiser was ÄU Rome, der hiz Constantinus. Der was ein vient krist- ens glouben, und wo her kristine lute begreif, da liz her 5 si toten. Des nachtes, do her lag uf sinem bette, do quam ein engel und brachte ein vaz mit wazzere und schut iz uf in, und her wart zu male uzsetzie. Do sante he noch allen den erzeten, di her gelangen mochte in aller -der werlde, und nimant künde ime gehelfen. Do quamen 10 wise meistere von Erichen lande und sprachen, bete her junger kinde blutes also vil, daz her dinne stunde wan an sinen hals, so solde her gesunt werden. Do liz her vahen alle di kindere, di under muter suge warn, als verre, als her si gereichen mochte mit romescher gewalt, und fürte 15 Sancte wie sancti ; im Text steht ^ente, 1. papa (phaffe) ; aitrom. Nom. 8, auch die Wandlung des p ivl h rom.: pdbes, bäbes; päbest wie probest. An Stelle des stummen e ist noch ein i getreten. 3. her für er ist md. und nd.; 9 he, 4. kristen adj. christianus, Krist davon Kristen ; Christenheit, Christentuom, 5. wo nicht Fragewort, sondern conditional relativ, idncunque : swä aus so wä. Ebenso wird wer u. 8. w. gebraucht, wie im Nhd. — 6 aus ä: noch 9; wonde 151, 6; do 152, 16. 7. vaz Gre&ess; vgl. Kauchfass, Tintenfass. 8. ze male auf einmal, zusam- men, gänzlich, gar sehr (158, 12). 12. da inne zusammengezogen in dinne, wan nur für bis. 14. suc, sügen : Säugung, Säuge- zeit. — 150 — si zu Rome unde wolde si verterben. Di vetere und di mutere der kindere volgeten nach mit grozeme geschreie. Sie rizzen ire kleidere und rouften uz ir har und kratzeten ire wangen, als in den landen site ist. Diz jamer schal 5 über alle di stat zu Rome. Do iz vor den keiser quam, do vregete her, waz deme volke were, daz si also jemer- lichen teten. Do Seiten si ime, daz iz di vetere und di mutere weren der kinder, di man solde toten. Do sprach her „di keisere han ein gesetze getan, wer un- 10 schuldig blut guzet oder kinder tötet, er si di swert ge- zihen mugen, der sul sterben des todes. Diz gesetzede wolle wir halden. Des enwollen di gote nit, daz durch min lebin also vil lute betrubit werden und sterben* und gebot, daz man in di kinder wider gebe und Silbers und 15 goldes dar zu alse vile, daz si mit frouden quemen in ir hus. Dise barmherzikeit behagete gote. Do der keiser lag in sinem bette und ime di uzsetzikeit sere we tet, daz her weder slafen noch ligen noch sitzen mochte, do irschein ime sente Peter und sente Paulus und sprachen „gegruzet 20 sistu, Constantinus! * Do sprach her ^wer ist daz?** Do Seiten si ime „wir sin di forsten von Rome und wollen dich leren, daz du gesunt wirdest. Du salt senden nach deme babiste hi zu Rome: der heizet Silvester; der sal dich gesunt machen.* Do verswunden si, und der keiser 25 wart sere vro unde was doch betrübet, wan her nicht wiste, wo her was, und sante uz in alle laut und gebot, wer in ime brechte, deme wolde her geben gut und ere. 7. Bei Pfeiffer Da 1. Bei dem md. Schwanken zwischen hd. t und nd. d steht öftier auch t wo hd. d, 1—3. mutere, kindere, grozeme, kleidere u.s.f. kein massiges e^sondern es ist nnr nicht apocopiert wie mhd. 4. Groessere Lebhaftigkeit des Gebserdens bei den Südländern. 6. vregen: ahd. freginan; goth. fraihnan. ' 10. er — 6. di = die, diu, 12. wollen Angleichnng des Vocals. 22. sal, Salt: Angleich ung sol, solt. — 151 — Do was seate Silvester wol zwenzig mile von Rome in eime grozen gebirge und erbeitete da mit sinen pfafifen daz ertriche, daz si sich generten. Do quamen des keisers knechte und vregeten in, wi her hize. Do sprach her ^ich heize Silvester.** Do wurden si sere vro und namen 5» in und brachten in deme keisere. Do wende sente Sil- vester, daz her in marteren wolde, und was vro. Der keiser sprach ,mir irschinen hint zwene gote: di Seiten mir, du soldes mich gesunt (S. 43.) machen.* Do hate her eine gemalte tafelen: da stunt sente Peter und sente 10» Paulus ane; und sprach „di zwene, di dir erschin, waren dise also gestalt?* Do sprach her ,ja.* Do sprach Sil- vester ^iz waren nit gote: si sin gotis knechte ; der heizet einer Petrus und der ander Paulus. * Do sprach Silvester zu Constantino ^wiltu gesunt werden, so mus du dri ding 15- tun. Daz erste: du salt an Kristum glouben. Daz andere: du salt dich lazen toufen. Daz dritte: du salt alle di apgote lazen zubrechen, di in Rome sint und in Romer lande." Do sprach Constantinus „an Kristum zu gloubene und mich lazen toufen, daz ist mir licht zu tunne : 20^ aber di edelen apgote, daz ich di laze zubrechen, di unser eidern ane gebetet han, daz ist mir swer zu tune. Doch ist iz mir bezzer, daz ich iz tun, wan daz ich also ge- quellt wurde und stürbe** und gebot bi übe und bi gute, daz man di apgote alle brechen solde, und wer des nit 25 entete bi drin tagen, über den solde gen daz romische ur- teil. Also wart Constantinus getouft von sente Silvestro und vil Romere und herren mit ime. Do diz sin muter gehorte sente Helena, do wart si sere betrübet und sante 10. 11. Petrus und Paulus die Schutzheiligen Roms: Cassio- dor Var. Epist. XI, 13. Wir ha- ben ein lateinisches Lied des 5. Jahrhunderts, das in der ersten Strophe an Rom, in der zweiten an Petrus, in der dritten an Pau- lus gerichtet ist: Niebuhr, Rheini- sches Museum III, 8. 18. abgot eigentlich n. , hier (flex.) m. Der von dem rechten (ihott getrennte, verschiedene Grötze. 20. licht — lihte, wie 22 swer — sware. — 152 — ime einen brif und vil smelicher wort dar inne, also daz her begoukelt were und zoubernisse volgete. Do machte sich Constantinus uf mit sancto Silvestro, und namen mit in heilige lute, di gestetiget und gevestent waren in dem 5 glouben, und füren zu Jerusalem zu sente Helenen. Do nam si di wisesten Juden zu samene, di si vinden mochte, und hilt eine groze disputazien wider sente Silvestern, also daz di Juden namen einen grozen ossen und sprachen ime sulche wort in sin ore, daz her starb. Aber si in- 10 mochten in nit wider lebende gemachen. Do sprach sente Silvester „vile lute kunnen wol toten: aber Kristus kan alleine lebende gemachen** unde sprach „ich gebite dir in dem namen unses herren Jesu Kristi, daz du lebist.*' Und der osse wart gesunt und starg alse vore. Do be- 15 karte sich sente Helena und der Juden vile mit ir, und funden da daz heilige kruze, do lang vone were zu sagende, und sniten iz an dru stucke. Ein teil bleip zu Jerusalem; daz ander teil fürten di meistere gen Constantinopels : wan si waren ouch gewest bi der disputazien; daz dritte teil 20 fürte Constantinus zu Eome mit grozen eren und sente Silvester mit ime. Do gap der keiser uf sine keiserliche gewalt sente Silvestro und vil vor sine fuze und nam di krönen des riches von sinen fuzen und enduchte sich nit wirdig sin si zu nemene von den henden und erloubite 25 den bebisten und den bischoven und den pristeren gut zu 1. smceJielich — smelich. 4. vesten und vestenen; festene 153, 4. vestenunge, 7. disputäzje wie 154, 23 col- lazje, Purgaz u. s. w. 8. .SS für hs: osse» 9. solich sulch; e aus iu, 12. gebite d. i. gebiete, gebiute, 13. unser, er als Nominativ- endung; unser getreue Bundesgott. 14. It, nt — Id, nd : wolde, konde ; rt — rd: horde; ebenso rk — rg: starg; nk — ng: kräng 160, 10; drang 160, 14. bekeren bekärde. c zz c und a ; von (B Bücklant ä: leeren lärte; Anwendung auch auf e: karte, 16. Aus sagenne wird sagende wie aus minner minder; 161, 10 vollkoniend^, 19. schw. Part. Perfecti gewest, 22. vor = vür. — 153 — liabene. Do wart ein stimme gehört über allez ßome : di sprach ,hute ist di galle und di vergift gegozzen in di heiligen (S.44.) kristenheit*. Und wizzet, daz diz ist noch ein wurzele und ein gruntfestene alles kriges zwischen den bebisten und den keisern. Wie Constantinus lebite und stürbe 5 und sante Silvester, da enwil ich nit me vone sprechen. Von deme nuwen gebornen kinde. Man vreget, war umme got nit e mensche wurde, dan er tet. Daz sint vir Sache. Di erste ist umme sunde, di da was in der werlde. Di ander sache was di menie der bosheit der 10 werlde. Di dritte sache was: di heilige drivaldikeit di hate dise zit vor gesatzit. Die virde sache: wer got zu haut mensche worden, do Adam di sunde getan hate, so were von der lenge der zit der werke und der bilde unses herren vergezzen, und weren kalt worden unde uninnig 15 in der lute herzen * daz got di begerunge der propheten gereizete, und di noch geboren suUen werden, erweckete und geinnigete. Do sprichit Paulus „do di fuUede der zit quam, do sante got sinen sun." Ein ander vrage ist, ab die ewige geburt des ewigen 20 wortis in der sele keine kreature zu gründe versten muge. Alse verre, alse dise geburt got an gehört, also ist si un- verstentlich allen kreaturen : aber alse verre, also si frucht- ber ist und nutzber und di sele heliget und einiget mit gote, alse verre ist si verstentlich. 25 9. ist stumme 1. Die Ortsnamen sind Gen. neutrius. 4. kric , kriec eigentlich ein Streit nicht mit Waffen. 7. nüwen Adj. statt des Adv. : sjntactische Angleichnng. 9. aus umhe wird umme. 9. 10. Sünde und Sünden- lust. 15. uninnig nicht im Innersten wohnend. 16.* Und so ward die Geburt verzogen damit . . 18. innigen andächtig machen. 20. ah öbe, ob. 23. 24. fruhtbeere, nutzbare. 24. ei wird zusammengezogen in e: aus heiligen heiigen. Helge, — 154 — Ein ander vrage ist, ab der vater von himelriche sin ewigez wort muge gesprochen in der sele, daz is di sele nit enpfinde oder wizze. Diz merket. Dise lute sint zweierleie. Di einen sint gemeine lute und grobe lute 5 und sint wartende dirre geburte : wan si sint zu uzer und zustrowet und sint doch in der gnade gotis. In disen wirt dicke geborn daz ewige wort, daz si is nicht enwizzen* Iz sind ander lute: di sint vernunftige lute unde sint stet- liche wonde in der inrekeit irre sele und sint beitende und 10 wartende des ewigen wortis. In disen wil der vater sin wort nummer gesprochen sunder ir gefulen und ir bekennen. Nu ist aber ein vrage, ab ein mensche immer in diseme lebene also vollekomen möge werden, daz her ane under- laz gefule der ewigen geburt und si verste. Wizzit, daz 15 vil voUekomenheit ist, di got der sele wol gebin mochte und gerne gebe: aber di sele enheldet sich dar zu nicht und ubit sich dar zu nicht. Dar umme enlidet mensliche krancheit nit, daz der mensche stetecliche gefule unde be- kenne dise geburt. Got mochte ez aber wol der sele geben 20 zu einer sunderlichen gäbe, als man hoffen mag von unser vrowen und von den aposteln, daz si einen steten vorworf heten in irre Vernunft. Nu ende wir dise collazien in der warheit, di wir vor gesprochen han, und bitet got vur mich. AmeN. 2. Ewigen wort 4. gemeine zur grossen tief stehenden Menge gehoerig. gerop, grop dick; ungeschickt, nngebildet. 9. wonde wie sende. ir flectiert. 11. unifner, nummer. fülen, füelen so viel als enpfinden 3. Mit Genitiv 14, wie enpfinden. 17. sl wechselt mit seht (släfen udgl.): menschlich, 20. hoffen s. v. a. wcenen, ge- dingen, versehen; hoffenunge, 21 . vürwurf — ■ vorworf Object. Dass sie Ein — , nur diess eine. 23 fg. Er meint die Wahr- haftigkeit alles Vorgetragenen. AMICU8 UND AMELIÜ8. AUS DER SEELE TROST. Durch Carove in dem Taschenbuch fiir Freunde altdeutscher Zeit und Kunst auf das Jahr 1816, S. 343—348. AMICÜS UND AMELIÜS. Liebes kint, du salt nit ungetruwe sin noch falsche. Wem das du gelobest truwe, dem saltu truwe halden und leisten. Nim ein exempel an zwein gesellen: do von wil ich dir sagen. Zwei kinder worden geboren in eim lande: die hatte 5 got glich gemacht, das niemants eins vor dem andern mocht erkennen. Der ein was eins grefen sone, und der ander was eins ritters sone. Die kinder dauft der babst zu Bome und nante des grefen son Amelius und des rit- ters son Amicus, und der babst gap in zwen neppe, glich 10 gemacht von edelem holze. Und disse zwei kinder gelob- ten getrue geselschaft zu sin; diwil das sie lebten, so sei- den sie sich nit scheiden. Amicus fatter starb, und die ungetruwen heren ent- fremten im alles sins vatter erbe und guit: do enwuste 15 er kein wegk und wanderte zu sins gesellen Amelius. Den 8. Bei Carovi ein 2. Ell. Wem es ist, dass — 6. 160, 6. nieman — niemant (149, 10) niemants mundartlich niemez. Ausgefallene Yerneinnng mit niM, Nichts aas nihtes niht. In der Unterscheidung liegt eine gewisse Bevorzugung dessen, was man herauserkennt, vor dem, wovon man es unterscheidet : er- kennen vor, 7. Statt gräve grefe d. i. greefe. Mlat. (gr.) graphio , der zuerst fränkische Name des Gerichtsvor- sitzers, wie graphia eine ßechts- schrift und grapMarius (greffier) Gerichtsschreiber. Ahd. gräpjo und grävo, mhd. gräve, md. grefe, grebe, 12. getrue Ausfall des w: vgl. 158, 6 gescheen, 17 geseen u. a. 16. Ellipse von ämä; vgl. unser: zu Meiers udgl. — 158 — enfant er nit da heim: wan Amelius was gewandert zu Amicus hus und wolde in drosten. Des enwußte Amicus nit. Also sucht ir einer den andern von steden zu steden wol ein ganz jare. (8. 344,) ünder des qwam er in eins 5 ritters hus: der gab im sin dochter. Dar nach, da die brutschaft gescheen was, do ließ Amicus nit abe, er suchte sin gesellen Amelius. Do begegnet im ein bilgerin: dem gab Amicus sin rock uff das, das er got bede, das er sin gesellen finden mochte, und Amicus bat den bilgerin, ab 10 er Amelius irgent sehe, das er im nach folgen wolde gein Paris. Des selben tages beqwam dem pilgerin Amelius zu mal in bösen snoden kleidern und was an dem antlitz gestalt als Amicus. Do wonte der bilgerin, daß eß Ami- cus were. Do wunderte er sich sere, war sin pert und 15 sin cleider komen were. Da sprach Amelius zu dem bil- gerin „Du umb wanderst vil landes umb: hastu min ge- sellen Amicus irgent geseen?* Da sprach der pilgerin „war umb fragestu mich umb Amicus? du bist doch Ami- cus und gebe mir hude dissen rock und fraget mich umb 20 dinen gesellen Amelius. Da hette du pert und knecht: war sint die nu komen?* Do sprach er „ich bin nit Ami- cus : ich bin im glich an dem antlitz, und ich heiß Ame- lius." Do sprach der pilgerin ,du findest Amicus zu Paris." Und da fant er in, und in wart beiden wal zu müde; sie 25 helsten und kosten sich einander und zogen beid in konig 11. qwam der 6. brütschaft Vermsehlung. 10. tihd. wergin irgendwo: iergen, irgen, irgent, niergen, nirgen, nirgent md. : hd. iender, niender. dus nämlicli demselben zn sa- gen, dass. 12. ze male auf einmal, zu- sammen, gänzlich (149, 8), gar, sehr. 19. frü0? fragen schw. wie wägen : aber es heisst anch fragen^ anch diess wird schw. gebraucht, könnte aber auch wie tragen st. flectiert werden, Impf, früg^ wie es jetzt heisst. Md. wie Goth. 2. p. Impf, mit t [S. Weinhold, mhd. Gr. 357.] Die Aenderung fra- getest wsere grammatisch einfacher, Isege aber den Buchstaben ferner. 24. ahd. wala — wola, wol. — 159 — Karulus hoif. (S. 345.) Der konig entphing sie zu sim hpifgesinde, und sie dienten im also woU, das sie men- liehen liep hatte. Dar nach zu einer zit zoch Amicus heim zu siner husfrauwen und ließ Amelius bliben in des koninges hoif. 5 Do hatte der konig ein dochter: die hatte Amelius liep. Zu einer zit betröge Amelius die bekarunge, das er die Jungfrau wen allein hatte, und det ir gewalt: des was sie sere betrübet. Da was in dem hoife ein grefe: dem was Amelius sunderlichen fruntliche; dem saget Amelius sin 10 heimlichkeit und fraget in raits. Zu eim tage bewiste der grefe untruwe und melte in vor dem konig. Der konig wart zornig und fraget die dochter umb die sach. Sie sprach, der grefe solt das bezugen, und künde das nit gethun. Do sprach der konig „üwer einer sal den an- 15 dern besten zo kemphen.** Disse mere vernam Amicus und zoich hin vor des koniges hoif und fragete Amelius umb die sach, und Amelius bekant iß vor im, das er der Jungfrau wen gewalt hatte getan. Do sprach er „so hastu böse fechten, wan du schuldig bist. Auch wil ich dir ein 20 truwe bewisen: nim min phert, min kleider und min knecht und far hinne zu miner huisfrauwen: sie enkennet dich nit. Ich wil hie vor dich kempen. Ist, das ich sterben, so behalt dir das wip; ist, das mir got hilft, so kome Widder zu mir.^ Das geschach, das Amelius reit 25 zu Amicus hus und zu siner huisfrauwen. und sie ent- phieng in vor iren man, wan er (S, 346.) also geschaffen was als Amicus. ünder des gewan Amicus den kamp. Des abendes, wan sie slafen gingen, so nam Amelius sin swert und leit iß zwischen sie beide, und er sprach zu ir 30 2. im] yn 8. Jungfrau we 9. graffe 17. zoith 22. hiene huisfrane 3. erstarrter Accusativ. 7. bekarunge — hekorunge. kiesen, körn. 20. Aiich doch (auch gleichwohl). 30. Es war Sitte, wenn ein Mann bei einem Weibe schlief, das — 160 — »berorestu mich, e ich wisse, wie iß minem gesellen gee^. iß kost dich din leben. ^ Dar nach qwam im ein bode^ das er komen solde zu sim gesellen. Und er det sin clei- der wider an, und der konig gab im sin dochter. Disse 5 dinge verholten Amicus und Amelius under ine, daß iß- niemants wüste. Dar nach über ein lang zit, da plaget got Amicus,. das er maletsch wart. Da ging sin huisfrauwe mit alle iren frunden und dreibe in uß alle sim gude, und er was 10 kräng und übel gestalt, und kein mensche wolt mit im zu schicken han. Do must er werden ein betteler und ging von huse zu huse umb sin broit, und er enhatte- nit mere von sim gude dan den napf, den im der babst hatt gegeben : dar uß drang und aße er. Do wanderte er 15 zu sins gesellen hus und wolde sehen, ob er in nit kennen wolde. Do qwam er vor sin doir und rief , Gebet dem armen maletschen icht dorch gott. ^ Da hatt Amelius den napph, den im der babst hatte gegeben, vor im uff dem disse stan. Do sprach er zu sim knecht „nim den napph 20 und gip dem armen menschen, was da inne ist, in sinen napph, das er drink, und gib im auch dar zu, das er esse. " Der knecht det also. Do der knecht wider qwam, do sprach er also zu sim heren „Here, der man hatte ein napph: der ist (S. 347.) gestalt glich uwerm napf.* Do 25 der here das* horte, do stund er uff von dem dische und 11. hen 15. zu fehlt , er nicht berühren wollte oder sollte, dass er ein blosses Sehwert zwischen beide legte, so Sigurd, da er für Gnnnar Brynhild gewon- nen hatte, und sonst oft in nordi- scher, deutscher, englischer, fran- zoßsischer, italienischer Sagen- und Mserchendichtung. Aber es war auch in der Wirklichkeit in Ge- brauch, wennschon es als gesetz- liche Vorschrift nirgend vorkommt. 1477 Vermaehlung des Kaisers Max mit Maria von Burgund durch Procuration ; Ludwig, P£alzgraf Ton Yeldenz, beschritt mit Stiefeln und Sporen das Brautbett und legte ein nacktes Schwert zwischen sich und die Braut. 19. disse wie 162, 8 kufiheit. — 161 — drait vor die dore zu dem man und nam in in sine arme und koste in vor sinen munt und sprach ^Amicus, min lieber frunt, bis got und mir wilkome ! Alles, das ich han, das ist din.* Da fraget er, wie er so arm were worden. Do sprach er „nu mich got geplaget hait mit diser sucht, 5 derumb versmahet mich min huisfrauwe und alle mine fnmde und haut mich vertreben." Da sprach Amelius „du Salt bi mir bliben, die wile du lebest.*' Also det Amicus und diente got mit grosser innigkeit. Do wolt unser here volkomende truwe ane in profen, und er sant 10 sinen heiigen engel zu Amicus, und der sprach zu im „Wiltu gesunt werden, so gang zu dim gesellen Amelius und sage im, das er sin zwei kinder dode und besprenge dich mit dem bloide: so wirdestu gesunt.* Da Amicus Amelius das sagete, do wart er beide betrübet und er- 15 fraüet: er was betrübt, wan im swer was sin eigen kinder zu doden, und er was erfraüet, das sin geselle gesunt mocht werden. Eines tages, do sin huisfrauwe in der kirchen was, do ging er in sin kamer, do sin kinder in lagen uff dem bette. Da lachten sie in an. Da sprach 20 er zu in betrubiglichen »Ach, lieben kinder, ir lachent mich an:^ ir wüßt nit, das ich uch doden sah* Und er zoich sin swert uß und doit sin kinder und sprach „0 here Jesu Christ, siech diese martel an und verwisse iß mir nit, wan ich iß thun dorch recht truwe. ** Und er 25 nam das bluit und besprewet Amicus da mide, und Ami- cus wart gesunt, und die frauwe enwist iß nit, das ir kinder doit waren. (S. 348.) Da was Amelius frolich, 10. ym 3. wesefiy icis — bin, bis. wüleTcome wülekomen : ahd. wülikomo. 6. verstmeTien — versmähen. 13. d. h. dich hesprenge, nicht Imperativ, s. 26. 22. wüßt Angleichung aus icizzet. Nhd. wüsste, wi$8Ste. 24. Mhd. vertotz : strafe mich nicht dafür. 26. sprcejen , sprcewen , md. sprewen spritzen, stieben, intr. und transitiv. 11 ~ 162 — das sin gesell gesunt was worden, und doch ging er be- trublich in die kamern, da die kinder inne lagen. Da er sie an sach, da lachten die kinder beide und spielten, und iglichs bete sinen vatter an, und iglichs hatte einen 5 roden strymeln umb den hals als ein syden faden : die be- hielden sie, diwil sie lebten. Da danket Amelius unserm lieben heren und saget disse ding siner huisfrauwen. Do gelobte sie kußheit unserm lieben heren: die wolde sie halden biß in iren doit. Do- die zwen frunde doit waren, do grub man jigli- chem ein grap. Do vil das ein grap ine. Do wolden die lüde wissen, was das bedudet, und gruben das grap ufF und funden da nicht in. Da grub man das ander grab uff: do waren sie beide inne komen zu samen. Und Amicus wip, 15 die in vertreibe, der brach der tufel den hals enzwei. Liebe kint, dis sal dir ein lere sin, und bis getruwe. 10. zwev 11. 10 zwey ynne 4. d. h. hob die Hände zn ihm empor. 4 fgg. Mserchen der Brüder Grimm 126, von der Prinzessin, die Köpfe abnehmen und wieder auf- setzen kann, wobei nichts bemerkt wird, als wie ein rother Faden um den Hals. GoBthe hat das auch im Faust benützt (XU, 219). Sage von Pabst Leo III. beim Monachus S. Galli I, 26 Divino vero nutu conterriti sunt et retracti, ne ocu- los eins eruerent, set rasoriis per medios inciderent. — Innocentiam vero beati Leonis paptB ita dona- tor et restitutor sanitatis appro- havit, ut post illam pcenalem et crudeUssimam incisionem clariores, quam antea fuerint, ei condonaverit oculoSy excepto quod in Signum vir- tutis illius puleherrima cicatrix in niodum fUi tenuissimi turturinas acies niveo candore decorabat, 5. strime Streif, Striemen. 14. vgl. Greg. Tur. de Glor. Confess. Cp. 32 und Hist. Franc. 1, 42 von einem Ehepaar zu Ar- vemi d. h. Clermont, das in Liebe und zugleich in keuscher Enthalt- samkeit lebt ; da sie, das eine bald nach dem andern sterben, und je- des in sein Grab gelegt wird, das eine an der Süd-, das andere an der Nordwand des Kirchhofs, finden sich des Morgens nach dem zweiten Begräbniss die beiden Grseber dicht zusammen : ideirco nunc incol(B duos amantes vocitant et summo vener antur honore. (Gemeint sind die hl. Injuriosus und Scholastica.) Abhandlung. Hartmann sagt Z. 17 ciw rede die er geschriben vant; Z. 29 er las di^ selbe mcere: sein Gedicht beruht also auf üeberlieferung, Sage. Und so war es die Weise der echten Epik und aller guten Epiker, und nur die geringeren in den Zeiten des Verfalls der Poesie gaben ihre eigene Erfindung (Nachahmer Hartmanns). Sache und Verdienst jener war bloss die Erfassung der Thatsachen und des idealischen Ge- haltes und die auf diesem zwiefachen Grund beruhende Dar- stellung. Wir müssen also Hartmanns Gedicht im Verhältniss zu der üeberlieferung betrachten und da haben wir 1. Die allgemeine geschichtliche Grundlage: Aussatz und dessen Heilung wie in der Geschichte; 2. Die sagenhafte Ausbildung und Anwendung dieses geschichtlichen Stoffes: Andere Sagen vom Aussatz und von dessen Heilung; 3. Die Sage vom Armen Heinrich und Hartmanns Dar- stellung derselben. I. Aussatz und dessen Heilung innerhalb der Geschichte. Wir haben da theils thatsächliche Wirklichkeiten zu be- rücksichtigen, theils solche bloss der Meinung, denn auch die letzteren gehoeren zu der geschichtlichen Grundlage. Es ist gerade kein reizender Gegenstand, aber es ist nicht wohl er- — 164 — lässlich und lässt uns auch Blicke thun auf manche anzie- hende Eigenthümlichkeit des Mittelalters. Bekanntlich haben auch die Krankheiten ihre Geschichte und ihre Geographie. Wie bei dem einzelnen Menschen ge- wisse Krankheiten den ganzen Leib ergreifen, zu jeder Lebens- zeit vorkommen, wohl auch das ganze Leben von Anfang bis zu Ende begleiten, andere dagegen auf einzelne Lei bestheile beschränkt sind oder auf einzelne Altersstufen, ebenso ist es bei dem Gesammtleibe der ganzen Menschheit: es gibt Krank- heiten, die überall und zu allen Zeiten vorkommen, Krank- heiten, die örtlich eingegrenzt eine bestimmte Heimath, einen gewissen Sitz haben, Krankheiten, die je nach der wechseln- den Verstimmung dieses Gesammtleibes bloss zeitweise er- scheinen und so lange dauern, bis sie gänzlich verschwinden oder in eine neue Verstimmung, eine neue Krankheit übergehen. Solch ein räumlich und zeitlich begrenztes üebel der Menschheit ist der Aussatz: er hatte seinen bestimmten Aus- gangspunkt im Eaume, erhielt weitere Verpflanzung im Eaum und durch die Zeiten, wurde wieder auf gewisse Länder ein- gegrenzt und hat in anderen sein Ende gefunden. Mit der Veränderung des Raumes und dem Wechsel der Zeit nahm er auch verschiedene Gestaltung an. Es ist eine Hautkrankheit, fürchterlich in ihren Erschei- nungen und ihren Wirkungen, doppelt fürchterlich, weil sie ansteckend ist und sich vererbt. Die Heimath des Aussatzes ist Aegypten, das auch das Mutterland der Pest ist. Äegypti peculiare hoc mdlum Pli- nius H. N. 26, 5. Est elephas morbus, qui propter flumina Niti gignittir Aegypto in media nee prceterea usquam. Lucret. 6, 1112. Dort pflegt sie in ihrer entsetzlichsten Gestalt zu erscheinen und diese heisst Lepra cegyptiaca; elephantiasis (Grroseonim)^ der knollige Aussatz. ^) Ein gelehrter Arzt gibt ^) Hirsch, Handbuch der hist.-geogr. Pathologie, 2 Bde., Erlangen 1860—64, 1, 301 ff. [Nach K. Virchow, die krankhaften Geschwülste, Berlin 1863, 1, 296 ff. ist Elephantiaäs (Arabum) ganz verschieden vom — 165 — davon folgende Beschreibung (Die Sitten, Gebräuche und Krankheiten der alten Hebraeer von Trusen, Breslau 1853, S. 166 fg.): „Nach längere Zeit bestehenden Vorboten, als braunen, dunkeln, unempfindlichen Hautflecken, Anschwellun- gen der Achsel- und Leistendrüsen, Alopecie (Ausfallen der Haare) etc. tritt gewoehnlich ein viertägiges Fieber hinzu, ehe die Elephantiasis erscheint. Mit dem Ausbruche der Krank- heit wird das Ansehen des Kranken durch eine erdfahle, dunkle Gesichtsfarbe fürchterlich entstellt, die Augenlider schwellen oedematoes an (Oedem, Wassergeschwulst, örtliche Haut Wassersucht), werden runzlich und knollig, die wirkliche Form des Auges wird rund, der Blick stier, wild, matt, das Gesicht aufgeschwollen, die Haut an der Stirn gespannt, glän- zend, knollig, die Kopf- und Barthaare sowie die Augenbrau- nen färben (entfilrben?) sich, werden weiss, wollig, fallen aus, und die Sehkraft vermindert sich. Nach mehrjaehrigem Be- stehen der Krankheit bilden sich nun die Knollen in der Haut, daher der Name Elephantiasis. Es erscheinen naemlich an den Ohren, an den Wangen, an den Lippen, an der Stirn und spseter in allen Theilen des Körpers anfänglich kleine, spseter grcessere, unempfindliche, rcethliche, schmutziggelbe Knollen von der Grcesse einer Erbse bis zu der eines Hühner- eies, zwischen denen die Haut rissig wird und Spalten be- kommt. Besonders entstellt wird durch diese Auswüchse der Unterfuss, der mit Einschluss der Zehen so ungeheuer gross wird, dass er einem Elephantenfusse sehr sehnlich sieht. Spseter arten diese Knollen in boesartige, krebshafte Geschwüre aus, die den sj^philitischen sehnein, durch ihr Nichtschmerzen sich aber von diesen unterscheiden. Sie bluten leicht, enthalten schwammige Auswüchse und eine hoechst stinkende Jauche, sie fressen in die Tiefe, ergreifen die Knochen und richten Aussatz, welcher nur durch eine Verwechslung ebenfalls Elephantiasis, spaßt er zum Unterschied E. Graecorum genannt worden ist. Auf die Lepra kommt Virchow 2, 494—531 ausführlich zu sprechen, mehrfach von dem obigen Texte abweichend.] — 166 — oft noch vor dem Tode, der durch Gangrsen (Brand) der Glie- der und allgemeine Cachexie (Beeinträchtigung der Emsehrung) erfolgt, grosse Zerstoerung an.* Von Aegypten kam dieser Aussatz mit den auswandern- den Israeliten zunaechst in den südwestlichen Theil Asiens. Eine altsegyptische üeberlieferung stellt diesen Auszug selbst so dar, als seien die Israeliten, eben weil sie alle aussätzig waren und weil der Koenig das Land von ihnen reinigen wollte, ausgetrieben worden. ^) Die trockene Hitze Vorderasiens war günstiger für die Hautthsetigkeit als die Luft in den feuchten Niederungen Aegyptens. Der Aussatz nahm darum hier auch eine andere, etwas mildere Gestalt an. (3 M. 13 und 14): Lepra mosaica oder Hebrceorum oder Morphcea cdba^ der weisse Aussatz. ^) Eine Beschreibung gibt Trusen a. a. 0. S. 165 fg.: „Oft Jahre lang vor dem wirklichen Ausbruche der Krankheit zeigen sich weisse, gelbliche, unempfindliche, in der Tiefe der Haut lie- gende Flecken, besonders an den Genitalien oder im Gesicht, an der Stirn, an den Gliedern, wobei die Haupthaare zugleich die Farbe der Flecken annehmen. Spseter dringen diese Flecken durchs Zellgewebe bis zu den Muskeln und Knochen, die Haare werden weiss, wollig, gehen aus, es bilden sich harte, gallertartige Geschwülste im Zellgewebe, die Haut wird hart, rauh und rissig, es quillt Lymphe hervor, die grosse Borken bildet, welche sich von Zeit zu Zeit lostrennen und unter welchen oft übelriechende, schwammige Geschwüre sitzen. Spa3terhin schwellen die Nägel auf, krümmen sich, fallen ab, *) Manetho bei Joseph Apion. 1, 26 (Selig Cassel im Weimarer Jahrbuch 1, 425. [Der Aufsatz ist erweitert unter dem Titel erschienen: Die Symbolik des Blutes und der arme Heinrich von Hartmann von Aue. Von D. Paulus Cassei, Berlin 1882. Da findet sich die Stelle S. 159.] Vgl. Müller Hyksos S. 6 fg. [Moderne Geschichtsforschung stellt den Aufenthalt der Juden in Aegypten in Zweifel : s. B. Stade, üesch. des Volkes Israel S. 128. Dagegen H.Brugsch, Deutsche Revue VIII, 48 tf.J 2) Das Talmudische Buch von dem Aussatz: Wagenseils Belehrung der Jüdisch-Teutschen Rede und Schreibart S. 1 ffg. — 167 — es bildet sich Entropium, blutendes Zahnfleisch, verstopfte Nase und starker Speichelfluss. Der Urin ist weiss, dick, fettig, molkig. Stumpfheit der Sinne, grosse Schwäche und Magerkeit, coUikartige Diarrhoeen, Oedem, allgemeine Wasser- sucht und Zehrfieber beschliessen die Leiden der Unglück- lichen.* Ausser den Vorschriften, wie zu verfahren gegen Aussätzige (Levit. 13. 14.) finden sich dafür zahlreiche ge- schichtlich belegende Stellen des alten wie des neuen Testa- mentes: Hiob, der arme Lazarus (Ev. Lucas 16) sind die be- kanntesten. Dieser Aussatz scheint den Juden auch noch lange nach ihrer letzten Zerstreuung besonders eigen geblie- ben zu sein. Dafür spricht die regelmasssig wiederkehrende Verwünschung in den mannigfaltig ihnen vorgeschriebenen Eidesformeln des Mittelalters. Um 1200 LB. 1, 495 Unde ob du unrechte sveris, dais dich di muselsuhi histe, di Naa- mannen lis und Jezi bestunt. Schw. Sp. LR. 215. Von Aegypten kam der Aussatz auch nordwärts nach Griechenland, und er wurde auch hier gemaessigt, aber bei der climatischen Verschiedenheit auf andre Weise, als in Sy- rien und Arabien. Wir haben davon Beschreibungen der alt- franzoesischen Aerzte. Die jetzt sogenannte Lepra Grcecorum^ den schuppichten Aussatz beschreibt Trusen 166: „Oft acht Wochen vor dem Ausbruche desselben geht neben der Tinea ma- ligna^ dem Herpes exedens und der Alopecie ein Tertiairfieber vorher, hierauf breiten sich die fressenden Flechten immer mehr aus, die zwischenliegende Haut wird roth, entzündet, brennend, es bilden sich dicke, trockene, harte Borken, die abfallen um sich wieder aufs Neue zu bilden. Die Nsegel werden dick, spalten sich, der Appetit ist lange Zeit noch gut, aber der Durst heftig, und unter Marasmus und Nerven- zulällen erfolgt der Tod.* Wegen der schuppichten Art des Ausschlags heisst der Aussatz überhaupt dann Xhtpa : Xiizoc, Schuppe. Nach Tansanias 5, 5, 5 hätte die Stadt Lepreiis oder Lepreum in Elis den Namen davon, dass die ersten An- wohner des Landes von der Lepra befallen worden sind. — 168 — In Persieii war sowohl der weisse als der schuppichte Aussatz: Herodot 1, 138 og äv di rcov daTcov Xhzprjv tj Weitere Ausbreitung fand der Aussatz mit den Fort- schritten der Roemischen Weltherrschaft. Unter Pompeius kam er nach Italien. Plinius H. N. 26, 5 nennt bloss die Elephantiasis als aus Aegypten eingeschleppt und Et hie quidem morbus celeriter in Itdlia restmcttis est. Er hat wahr- scheinlich die glücklichen Behandlungen im Sinn, um derent- willen der eben damals in Rom lebende Asclepiades gerühmt wird: Plutarch, Symposiaca problemata 2, 22. Es scheint jedoch die Krankheit nicht gerade so bald wieder erloschen zu sein und auch nicht bloss Elephantiasis gewesen zu sein. Denn von da ab berühren diese Krankheit alle ärztlichen Schriftsteller fort und fort, und die Beschreibungen und die Mittel ergeben, dass alle drei Hauptarten neben einander und in einander verfliessend vorkamen, wie es natürlich war bei der hin und her gehenden Menschenbewegung des Roemer- reiches. Im Mittelalter sodann fand der Aussatz Ausdehnung über ganz Europa bis zu dem äussersten Norden hin. ^) Es war da die Meinung, dass die Pilgerfahrten nach dem Morgen- lande, dass die Kreuzzüge ihn gebracht hätten. Aber in der Weise ist das nicht richtig. Wir haben mehr als ein Zeug- niss schon aus der Zeit und dem Reiche der Karolinger und schon der Merowinger bis zurück schon in das 6. Jahrhundert; schon das Edictum Rotharis (643) weiss, dass der Aussatz unter den Longobarden vorkam. Er war ein Erbe von den Roemern her in den roemischen Provinzen und da ist die Völ- kerwanderung zu berücksichtigen, die die germanischen Stämme auch den tiefsten Süden Europas und den Saum Asiens be- rühren Hess; und ebenso die Juden. Die spseteren Pilger- *) Hensler, Vom abendländischen Aussatze im Mittelalter, Ham- burg 1790. — 169 — fahrten nach Jerusalem und S. Jakob und die Kreuzzüge waren gleichsam nur eine Auffrischung, immer neue Einschlep- pung und gesteigerte Verbreitung. (Widuk. 3, 61.) Wir werden die Bezüge auf das Pilgerwesen kennen lernen. Dass aber unter den germanischen und romanischen Völkern der Aussatz nicht daheim war, und unter jenen noch spseter als unter diesen, ist mehrfach ersichtlich. Es war ein Gemisch der anderswo verschiedenen Krank- heitsformen. ^) Konrad von Würzburg im Engelhard 5150 fgg. beschreibt ihn folgender Massen: „im wurden Mr und ouch der hart dünne und seltscene. sin otigen, als ich wcene, begunden sich ze gilwen, als oh si cezen milwen^ so vielen HZ die huwen drohe, sin varwe^ diu da vor ze lohe was liutscelic unde guot, diu wart noch roeter danne ein hluot und gap vil egebceren scMn. diu lüter süeze stimme sin wart un- mäzen heiser. — an füezen unde an henden wären im die ballen so gänzlich in gevallen^ daz mich sin immer umndert." Unter den deutschen Benennungen herrscht grosse Man- nigfaltigkeit. Zu verschiedenen Zeiten, in verschiedenen Ge- genden, je wie die Krankheit neu kam, wurden neue Aus- drücke dafür gesucht und darunter waren mehrere, ja über- wiegend, von fremdem Ursprung, wsehrend sich, wenn die Krankheit alteinheimisch gewesen wsere, ein einziger allge- mein gangbar würde festgesetzt haben. Diess letztere ist wirklich auch beinahe geschehen, nachdem die Krankheit schon eine Reihe von Jahrhunderten bestanden und sich heimisch gemacht hatte. Vielerlei Worte gab es dafür neben einander in den Anfangszeiten. Gothisch heisst thrutsfill als Subst. Aussatz, Adj. aussätzig, thriutan wehthun (verdriessen) ; alts. häf = goth. hamf, verstümmelt (vom Abfaulen der äusseren Glieder); ags. hreof; ahd. hrüf, w/*lepra, Hob leprosus (Graffs Sprachschatz 4,1155; 6,305), riöbsuhtig (6,142), rwößHepra *) Sprengeis Versuch einer pragmatischen (Teschichte der Arznei- kunde 2, 486. — 170 — (4, 1155 und Schlettstädter Glossen 26, 50, in Haupts Z. f. d. A. 5, 354): Elefantinus morbus i, lepra . que inmodum cutis elefantum . in cute hominum coaceruatur. diutisce riuhet (:riubehb?). Anderswo hriubl Scabies, hruf pustula papula (Blatter), hriuva pestis (Gr. 4, 1155): Ausschlag, Beulen, Ansteckung. ^) Mundartlich ist Rufe oder Riefe = schorfarti- ger Ausschlag und Schorf auf heilenden Wunden (Stalder 2, 289; vgl. Schmeller 3, 62 [^II, 67] Abr. a. S. C. 5, 104). Bei Otfried und Tatian heisst ein Aussätziger homgibruader (Gr. 3, 301): wohl wegen der hornartigen Hautverhärtung. ^ Stadtrecht von Meran vom J. 1317 (Haupts Z. f. d. A. 6, 416) homvdl die dem Absonderungshaus der Aussätzigen zugewie- senen Einkünfte, die Gefälle desselben. Ein weiterer Name hat seinen Anlass in einer Namensverwechslung, die schon früher im Lateinischen stattfand. Die Gelbsucht nämlich heisst regius morbus (oder aurugo) und bei Hieronymus und in einem Briefe des heiligen Bonifacius wird dieser Ausdruck für Aussatz gebraucht: Rettbergs Kirchengeschichte Deutsch- lands 1, 417. So wurde nun auch der deutsche Name Kelo- suht gebraucht: Gr. 6, 141. Regius morbus kelasuht; kele- suht Schlettstädter Glossen 15, 21; gelsuht Sumerlaten 15, 1 ; Regiits i. gelesuht Z. f. d. A. 3, 378. Äurugo^ gelesuht ebd. 369; el&phantum gelesuht Diut. 3, 183; auf den Aussatz über- tragen: morbus elephantinus Gr. 6, 142; elefantia helahesuM Sumerlaten 7, 12. (Regim morbus lancsuht Z. f. d. A. 3, 476; vgl. Gr. 6, 141). Endlich noch ein Fremdwort. Im Latein des Mittelalters kommt der Ausdruck misellus (miser) nicht als medicinische, sondern als gemüthliche Bezeichnung *) In der mittelalterlichen Sammlung zu Basel befindet sich ein doppelseitiger Siegelstempel von Serpentinstein (zweier Pilger) ; auf der einen Seite Albertus de Luckendorp p. s. s. um einen Schild mit einem Herzen; auf der andern ein Schild mit einer alten 4 (-2-), dahinter ein Krückstab (wie im Siegel von S. Jakob an d. Birs), von dem zwei Glocken herunter hangen, Umschrift Jacobus de Lynde, Grub, 2) Reinmar von Zweter bei v. d. Hagen MS. 2, 218^ hornbruoder als Name eines MönchordensV - 171 — vor (s. du Cmige; vgl. ebd. misellinus und Selig Cassel, a. a. 0.472 [Symb. 222]; Notker um 1000 übersetzt leprosus mit misel und rmselohf (Gr. 2, 875) und schon im 9. Jahrhundert begegnet für elephanticus morbus misalsuht Gr. 6, 141. Dieses im Althochdeutschen noch seltenste Wort ist im Mittelhoch- deutschen das geläufigste. Dazu trugen bei die Kreuzzüge, der gesteigerte Einfluss von Seite Frankreichs, Pilgerfahrten durch Frankreich und die Provence nach S. Jacob in Spanien : Lepra misel Voc. opt. 36, 88; Morphea miselglich ebd. 36, 14; miselsiech Ulr. Tristan 553, 30; MisdsuM (z. B. a. Heinr.) miselsühfic; Leprosm misilsuhtiger Gl. Trev. 7, 9. Summ. Heinr. 253. Beziehung auf mischelm, mislm? LB. 1, 500, 34. 40. bemüsden beflecken, beschmieren Gesammt-Abenteuer 1, 215. Grimm Wb. 1, 1463. (= bunt? alts. misllc). Die Aneignung des fremden Ausdrucks wurde vollkommen durch ablautende Aenderung, die in Bezug steht mit masar, knorri- ger Auswuchs im Holz (Gr. 2, 875) und mäsa Narbe, Fleck (Gr. 2, 861): masilsuktig Wernher vom Niederrhein 3, 25. 39, 31. 34; muselsuht LB. 1, 495, 7 (Judeneid); (müselsuht morphea Voc. v. 1429 Schmeller 2, 633 pi, 1671]). Kaiserchronik 5672 muselsuhtic [bei Diemer miselsulitic]. Es ist dies die herrschende Benennung: die Krankheit war jetzt schon ein altgewohntes üebel, so herrscht Ein Name durchaus vor. Nsechstdem erscheint erst mhd. ein entschie- den romanischer Ausdruck. Aus Male aptus (vgl. unpässlich) entstand fr. malade, altfr. nom. m^lats das prsegnant für aus- sätzig gebraucht wird: rnalä^ G. Frau 2631 {PI m^üceze)^ maloz Kistener 721, malätes ülr. von Türheim Tristan 551, 21, malätsch Schwaben-Spiegel 215, 22, mdletsch Amicus und Amelius; ohne s: malait Hagens Reimchronik 434 fgg., malat (maylich) Kellers Erzählungen 155, 24. Gengenbach S. 634. malat Elisab. 7382 u. ö. (s. d. Glossar von Rieger). Voc. v. 1618 (Schm. 2, 564 [^I, 1584]). maljsey elephantia, lepra; Phil, von Sittewald 1, 468 (6. Ges., Höllen-Kinder) der Aussatz und Maltzey. Gleichzeitig ward im Niederländischen, — 172 — auch dort vielleicht unter Mitwirkung des Franzoesischen, ein anderes Fremdwort üblich. Lamms als Aussätziger ward mlat. auch appellativ gebraucht (du Gange), wie noch span. Id^aro, italiänisch lazzarone Bettler; altfr. prov. laeer, ladres Aussätziger (Diez Wb. 201). Mndl. lazers, lasers: Kauslers Denkmailer altndl. Sprache und Litteratur 1, 483; lazerie Aussatz: Horae belg. 2, 96 fg. (Nr. 31) [„die gewoehnliche Benennung der Aussätzigen im Mnl. war: lazerich, lasforus und malcetsch" Hoffmann a. a. 0. 98]. Von noch anderen und zwar wieder deutschen Namen gleich nachher. Schon diese Worte können die Ausbreitung der Krank- heit durch das Europa des Mittelalters und den Gang, wel- chen die Ausbreitung genommen hat, veranschaulichen. Mit dem Ende des Mittelalters beerte auch sie zu wüthen auf, sie wurde abgelcest durch eine andere ansteckende Krankheit, in die sie bei mancher Verwandschaft, die zwischen beiden be- steht, leichtlich übergehen konnte, die Lustseuche. ^) Seitdem besteht sie wohl in ihren früheren und ürsitzen, dem Mor- genland und Aegypten noch fort ; in Europa ist sie, im allge- meinen betrachtet, eine sporadische Seltenheit. Nur an den äussersten Säumen ist sie noch in üeberresten epidemisch haften geblieben: die s. g. Krimische Krankheit, Lepra tau- rica, und die Lepra horealis oder die Radesyge (bcese Seuche) in Schweden und Norwegen, den Faroeer Inseln und Island werden von den Aerzten als Aussatzformen betrachtet. Mit der Beschreibung auch dieser Scheusslichkeiten wollen wu: die Leser verschonen. Lebensweise der Aussätzigen. Das Leben, zu dem die Aussätzigen genoethigt waren, das Verfahren, das gegen sie beobachtet wurde, war ein Ergeb- niss nicht bloss des natürlichen Abscheus und nicht bloss der ») S. Sprengel a. a. 0. 492. 647. — 173 — Furcht, ^) durch Umgang und Berührung angesteckt zu wer- den, sondern auch der ebenso natürlichen und der durch die biblische Ueberlieferung geheiligten Ansicht, dass diese Krank- heit die Strafe sei für eine Gott besonders missfällige Sünde. Mirjam wurde mit dem Aussatze geschlagen wegen auflehnen- der Worte gegen Mose (4 M. 12, 10), Gehasi, der Diener des Elias wegen Geldgier und Betrugs (2 Kcen. 5, 27), Koenig Usia von Juda wegen Ungebserdigkeit gegen die Priester (2 Chr. 26, 19; vgl. 2 Kcen. 15, 5, — s. Cassel a. a. 0. 430 [Symb. 165]). Auch die Perser hegten denselben Glauben: Herodot 1, 138 „und nach ihrer Behauptung hat er das we- gen eines Vergehens gegen die Sonne.* Dieser zusammenwir- kenden Gründe wegen waren die Aussätzigen bei den Persern wie bei den Israeliten gemieden und abgesondert und ausge- stossen. Herodot: „Wo ein Bürger die Lepra oder den weissen Aussatz hat, kommt dieser nicht in die Stadt, noch gesellt er sich zu den andern Personen. — Auch treiben sie jeden Fremden, der davon ergriffen wird, eiligst aus ihrem Lande." Israeliten: Mose 3, 13. 4, 12. Ganz so verfuhr man nun auch und mit der äussersten Strenge im christlichen Mittelalter, und hier um so mehr, als das mosaische Vorbild und die levitischen Vorschriften immer noch für voll verbindlich erachtet wurden. Wo die Aussätzigen den Gesunden zu nahe kamen, wur- den sie mit Härte zurückgetrieben. Karls des Grossen drittes Capitulare von 789, cp. 20 handelt De leprosis^ ut se nmi intermisceant dlio populo, Tristan kommt verkleidet zu Is6t: diu künegm mit jsome sprach „Farams, dm miselsiechen slach: er tvonet mir gar ze nahen M" dar gierigen starker knappen drt und hieeen in balde üz schaben; sie sluogen üf in mit ir stoben: Ulrich von Türheim Tristan 553, 30. Vgl. Sieben ^) Nach dem Renner 238» konnte einer aussätzig werden durch Furcht vor dem Aussatz: Nv schreibt vns meister auicenne Daz einer die vzsatz vorhte so hart, Daz einer vor vorhten vzsetzik wart» — 174 — w. Meister 8565 flf. Kistener 790. ^) Zu Augsburg war im Stadtrecht (1276) S. 47 unter den Obliegenheiten des Hen- kers, er solle alle ftssetzet üe der stat triben, dag si ander den bürgern iht gangen. Zu Calais gieng die bürgerliche Ausschliessung so weit, dass wo einer aussätzig war, fortan die ganze Familie das Bürgerrecht einbüsste (die Krankheit war ansteckend, erblich): Mem. de la Soc. d'hist. de Geneve 1, 102. Sie waren ausgeschlossen vom Gottesdienst der Ge- meinde, und durften nicht mit dieser zusammen das Abend- mal nehmen. Pabst Gregorius IL antwortete auf eine An- frage des heiligen Bonifacius (epist. 24): Leprosis autem, si fideles Ghristiani fuerint^ dominici corporis et sanguinis par- tidpatio tribuatur^ cum sanis autem convivia celebrare prohi- beantur; genauere Bestimmung gab Pabst Zacharias (epist. 76): De his^ qui regio morbo vexantur^ inquisisti, sive homines sive equi sint, quid fadendum sit de iUis — in milder Un- terscheidung zwischen angeborenem und erst spaeter ausgebro- chenem üebel : Si homines ex nativitate auf genere istitis morbi sunt, hi extra civitatem conversari debebunt, eleemosinam vero acdpiendam a populo non vetari. Si autem contigerü mag- num vel parvum non nativitate^ sed superveniente cegritudine vexari, non est projiciendus, sed si possibile est^ curandm, attamen in ecclesia, dum ad communionem venerü, post om- nium suppletionem erit ingressurus ad partidpandum munus, Pferde seien zu verschütten (vgl. die aussätzigen Kleider und Häuser des levitischen Gesetzes). Die Aussätzigen hatten auch einen besonderen Begrsebnissort : Ottocar Cp. 26. Die Vorbilder der letzt angeführten Züge gab das alte Testament. König üsia „ward Verstössen vom Hause des Herrn;* „und sie begruben ihn bei seine Vseter im Acker bei dem Begrsebniss der Koenige: denn sie sprachen: „Er ist aussätzig*." 2 Chr. 26, 21. 23. Ausserdem wird noch berichtet, dass statt ^) Austreibung aus der Stadt s. Ochs 2, 253. Aerztliohe Unter- suchung der als veitsiech verzeichneten: ebd. 453 fg. — 175 — seiner selbst sein Sohn Jotham regiert habe, Usia also auch das Kcenigthum verloren habe: 2 Koen. 15, 5. 2 Chr. 26, 21. Dem sehnlich verfuhr das Mittelalter. Sachsenspiegel LB. 3, 54 „Lamen man noch meselseJcen man noch den, die in des paves ban mit rehte komen is, den ne mut man nicht to honinge kiesen. = Schwaben-Spiegel LR. 102. Geschichtliche Belege vom Verlust einer schon innegehabten Herrschaft sind mir nicht bekannt; vielmehr Beispiele von aussätzigen Fürsten, die nun um so milder gegen andere Aussätzige waren; M6moires et documents publiös par la Society d'histoire et d'archöologie de Geneve 1, 105. Grimm A. H. 165. Chron. Novalic. II, 5. Einem aussätzigen Bischof wird ein Nachfolger bestellt : Adam von Bremen II, 62. üeber Kcenig Balduin von Jerusalem werden wir spseter sprechen. Auch die Sage berichtet solche Fälle. Amicus 160, 8 da ging sin huisfrauwe mit alle iren frunden und dreibe in uß alle sim gude; Dieterich von Bra- bant in Konrads Engelhard 5216 im wart enmlchet mi ge- waU an litUen unde an lande. Beidemal aber ist das nur die be- gleitende Folge einer anderen Härte, die den Aussätzigen zu treffen pflegte, und die noch empfindlicher war als alle die bisher besprochenen Zurückweisungen und Ausschliessungen: die abscheu volle Entfremdung, in die selbst die nsechsten Freunde, selbst die naechsten Verwandten, selbst Weib und Kind sich zurückzuziehen pflegten. (A. Heinr., Engelhard.) Selbst die Familie mochte ihn nicht mehr als ihr angehcerig betrachten und erkennen, und es blieb da nicht bei solch einem bloss gemüthlichen Missverhalten, sondern das hatte auch rechtliche Gestalt und Geltung. Bei den Longobarden verlor, wer aussätzig ward, sofort das Recht der eigenen freien Verfügung über seine Habe: Ed. Roth. 176 Si quis leprosus fiierit effectus^ et cognitum fueritjudidvelpopulo, quia certa sit rei veritas, et expuhm sit a civitoite vel a casa sua, ita ut Salus inhabitety nati sit Uli licentia res suas alienare aut thingare (letztwillig vermachen) cuilibet personce. Bei ihm galt auch kein Erbrecht noch Recht ein Lehen anzutreten: — 176 — SSp. LR. 1, 4 D« meselseke man ne iintveit weder Un noch erve. Hevet Jiet aver tmtvangen er der suke, he behalt it unde erft it als ein ander man; der Schwabenspiegel kennt das nicht, im Süden galt ein menschlicheres Verfehren. Auch in Zürich wollte man den Aussätzigen das Erbrecht entziehen: aber nach Befragung von Geistlichen und Laien wurde festge- setzt, die Aussätzigen sollten nicht das ihnen von Gott aufer- legte üebel in anderer Beziehung entgelten, sondern erbfsehig sein: Urkunde von 1251 für das Siechenhaus von S. Jakob an der Sihl nach Eaumers Geschichte der Hohenstaufen 6, 534. Noch mehr, selbst das Band der Ehe, das sonst mit seltenen und natürlich wohl begründeten Ausnahmen für un- auflceslich galt, wurde durch den Aussatz des einen Gatten geloest: Pippins Capit. V, 157, cp. 16 Si vir leprosm mulierem habeat sanam, si vult ei donare commeatum, ut accipiat virum^ ipsa femina, si vult, accipiat. Similiter et vir. Nach einer Verordnung des Pabstes Alexander III. von 1180 war die Ehe nicht aufzuloesen, wohl aber das Eheverloebniss, worüber eine Verordnung Pabst ürban III. von 1186 (s. C. J. Can, de Con- jugio leprosorum). 1548 erfolgte eine Erkenntniss des Käthes zu Basel, dass von wegen der malet^ey Ehegatten allein zu Bett und Tisch dürfen gescheiden werden: Rechtsquellen von Basel 1, 391. Also der Aussätzige erbt nicht, kann kein Erbe verma- chen und sein Weib darf schon bei seinen Lebzeiten einen andern ehlichen. Dem war allerdings nicht überall so: der A. Heinrich z. B. verfügt unbeschränkt über Hab und Gut. Wo es aber so ist, erscheint somit der Aussätzige als bürger- lich todt (4 Mose 12, 12). In der That heisst es im Edict. Rotharis a. a. 0. (176) quia in eodem die, qua/ndo a domo expulsus est, tamquam mortutts habetur. lamen dum vixerit, de rebus, quas dereliquerit (sein Eigenthum als Verlassenschaft), pro mercedis intuitu nutriatur. ^) Dem wurde von der Kirche ^) Erbe des aussätzig Gewordenen ist sofort und für spseter Er- worbenes nach seinem Tode die Herrschaft. Weisth. 2, 41. — 177 — die entsprechende Form gegeben: sie führte den vom Aussatz befallenen in die Kirche, las über ihn eine Todtenmesse, be- sprengte ihn mit Weihwasser, kurz verrichtete alle Gebräuche, die bei einem Leichenbegängniss üblich waren: Sprengel 2, 492. Grimm A. H. 162 fg. Dieser Tod bei lebendigem Leibe erinnert an ein Wort des älteren Plinius, H. N. 26, 1 sine dolore quidem iUos (morbos) et sine pemide vitce, sed tanta foeditate, ut qucecunque mors prceferenda esset: die Aus- sätzigen des Mittelalters waren todt, noch ehe sie gestorben waren, und wurden um so weniger durch den Tod erloest. Die bisher geschilderten Lebensverhältnisse sind kurz zusammengefasst in einigen Wendungen, die hie und da in Urkunden sich finden, welche die Aussätzigen betreffen: Leprosorum eoctra communionem äliorum hominum degeneium (Mones Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 2, 263) ; leprosi a deo percmsi, qui extra communionem a fade po- puli sunt projeeti (Moehsens Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg 282). Wir lassen zunsechst wei- tere Benennungen zu den früher schon angeführten und er- klserten folgen. An die Spitze können wir hier denjenigen stellen, auf welchen der jetzt bei uns allein gangbare Aus- druck beruht. In dem Briefe des Pabstes Zacharias kommt prcjiciendus vor: so viel wie prqjectus ist: ü^ssetze^ der hinaus- gesetzte, ausgestossene, und zuweilen begegnet das schon im Ahd. (Graffs Sprachsatz 6, 305 [Voc. S. Galli, bei Henning 276 lebrosus uzseajsieoj): üzsazeo^ häufiger und geläufiger im Mhd.: msetze Ulrich von Lichtenstein. Schm. 3, 297 üb- setzet Elisabeth 8052 Büheler 7 w. Meister 8511 fgg. Augs- burger St. ß. 47. Weitere Ableitungen dann: üzsetzic S. Silv. 149, 8 (Engelh. 5149), Kellers Altd. Ged. 224 fg. üzsetziheit. Aussatz als Name der Krankheit scheint im Mittelalter noch nicht vorzukommen {üzsatz fem. Renner 204a Renner 238» ? Aussetzei Schm. 3, 297) ; sonst heisst es alterthümlich und mundartlich s. v. a. Tadel. Vielleicht dass das naheliegende Wort Ausschlag mit bei der neuen Wort- 12 - 178 — umschoepfung gewirkt hat. Gleichartig gebildet, aber seltener im Gebrauch ist ausmerTdg z. B. in Ulm ( JsBger 483). ^) Häu- figer sind Verbindungen und Zusammensetzungen mit siech: Die Aussiechen Regensburg (Schm. 3, 190 [^11, 214]; Acker- siechen (Grimm A. H. 162); Landsiechen (Schm. 3, 190); besonders die siechen an dem velde: (Lachmann Walther 149, 48) Schreiber ürkundeobuch 1, 69. 87; leprosi in campo: ßottweiler ürk. von 1285, Mones Zschr. 2, 263; wssetzigheit uff dem velde Weisthümer 2, 41 ; vdtsieche : noch jetzt ein verwünschendes Schimpfwort; und sundersiech: Keller Er- zsehlungen 154, 27; sundersieche (Jaeger 483; Messmer das Siechenhaus von Bern 4 fg.). Oder bedeutet das Wort sun- dersiech nicht Absonderung, sondern Auszeichnung, Steigerung (besonders)? wie sunder zitter grosses Zittern, sunderfriunt vorzüglicher Freund. Ein anderes mit siech gebildetes Wort scheint in anderer Weise den Begriff zu steigern: Wigalois 59, 8 der was ungenrnne, den Muten widerzosme als der tötsieche man, der von der werlt vnrt getan: einer der un- heilbar ist, der nur den Tod erwarten darf; oder es ist eine Beziehung auf jenen bürgerlichen Tod. Noch aber wird auch, damit wir gleich alle Benennungen nun in Einem Zuge ab- thun, das einfache Wort siech in dem prsegnanten Sinne von sundersiech^ von aussätzig gebraucht, gerade wie das Lateini- sche infvrmus (Beitra3ge der historischen Gesellschaft zu Basel 4, 385. 387) und das Franzoesische malaz eigentlich auch nur s. v. a. krank heisst. Li dieser Bedeutung ge- braucht siech z. B. Ulrich von Türheim Trist. 553, 18 und das Siechenhaus war von Alters her Leprosenhaus und be- stimmt von einem Spital oder Krankenhaus verschieden (Schm. 3, 190); Siechthum wurde ebenso verstanden: Abra- ham a S. Clara, Judas 7, 234 Pfui pfui was für ein tvilder und grauslicher Zustand ist der Aussatz, welchen wir in nnserm Teutschland das Siechthum nennen! Es ist das eine ^) Vgl. eusser ntter, ausser purger: Kellers Erzsehl. 157, 13. — 179 — prsQgnante Bedeutung, denn es ist die Ejankheit aller Krank- heiten: Z. f. d. A. 4, 498 (LB. 1, 1109, 38) wceri ein mensche vns als Sdlomon und stark als Sampson^ schom als Äbsalon, und der mensche aüe die sterki^ alle die unsheit und alle die sehceni verzarti, als ee muglich wcer, in aller der siecheit, die elliu menschen hänt siechen und malMzen: dennoch warn dem himelschen vatter löblicher . das der mensche belibi an sünde, denne das er das alles lüti für sm sünd. Vielleicht ist aber auch diese Benennung eine theils aus Er- barmen, theils aus Scheu entsprungene Milderung, wie viele andere deutsche und volksmaessige Krankheitsnamen nur Eu- phemismen sind, mit denen man der eigentlichen Benennung in eine Allgemeinheit hinein ausweicht. Und so haben wir noch ein paar Namen, die letzten anzuführen, und die sind entschieden von solcher erbarmungsvoller und wohlredender Art. Wir kennen deren schon einen, miseüus, mesel, misel- suht: sehnlich die armen siechen (Jsegers Ulm 483); die ar- men veitsiechen (Zeuss Speier 18); noch öfter die guten Leute, gu^te Hute Nibelungen 1001, 2; Mone 264; die arm>en guoten Hute: Zeuss Speier 17 fg.; die armen Zw^ Weisthümer 4, 288; guotliuthfis Mone 264; Gutleutman Philander von Sittewald 1, 415 (6. Gesicht). — Wie gesagt, sind diese Namen nicht bloss aus Erbarmen, -^sondern eben so wohl aus Scheu in Anwendung gekommen. Auch die Kobolde udgl. Wesen pflegt das Volk aus Furcht und zur Beschwichtigung gute Leute, gute Gesellen, gute Nachbarn zu nennen: J. Grimms Mythologie 425. 468. 492 fg. — Ich wiederhole am Schluss dieser neuen Namenreihe die schon früher ge- machte Bemerkung, dass nur deshalb deren so viele sind, weil die Krankheit keine im deutschen Volk alteinheimische ist, weil sie eingeschleppt und immer von frischem einge- schleppt und erst nach und nach von Ort zu Ort des weiteren ausgebreitet wurde. Die Aussätzigen sind also projecti, mit Scheu und Ab- scheu ausgesetzte, zu einem Leben ausserhalb des Lebens der — 180 — übrigen Welt verurtheilt. Die Art haben wir noch mit einigen Zögen naeher zu schildern. Das Einfachste war, dass der Einzelne eine einzelne Wohnung fernab von den Menschen bezog. 3. M. 13, 46: „Und so lange das Mal an ihm ist, soll er unrein sein, allein wohnen und seine Wohnung soll ausser dem Lager sein*; vgl. 4, 12, 14 fg. Usia wohnte in einem besonderem Hause: 2. Kcen. 15, 5. 2. Chron. 26, 21. Das Edictum Rotharis^ 176: expulsas sit a civitate vel a casa sua, ita ut sohis in- habitet, Dietrich bewohnt ein Haus auf einer Insel in dem Wasser, das unter seiner Burg vorüberfloss: Engelh. 5220 fg» Ein Altndl. Volkslied in Hoffmanns Hör. Belg. 2, 96: Mm ghinc haer daer een huisken maJcen besiden des weechs dl van der Straten. — Da^r in so lach si seven jaer, dat si noch sornie noch mane en sach. Limb. Ch. 1374 (S. 83 fg.): „Zu dieser Zeit, 5 oder 6 Jahre davor, war auf dem Main (Insel?) ein Münch Barfusserordens ; der ward von den Leuten aussätzig und war nicht rein. Der machte die besten Lieder und Reihen in der Welt von Gedicht und Melodeien, dass ihm niemand auf dem Rheinstrom oder in diesen Landen wohl gleichen mochte. Und was er sung, das sungen die Leute alle gern und alle Meister pfiffen und andere Spiel- leute führten den Gesang ^und das Gedicht. Er sung diss Lied: „Ich bin ausgesetzet; Man weiset mich armen vor die Thür. Untreu ich spür Nun zu allen Zeiten.* Item sung er »Mai, Mai, Mai, die wunnigliche Zeit Männiglichen Freude geit Ohn mir. Wer meinte das?* Item sung er „Der Un- treu ist mit mir gespielt.** Deren Lieder und Widergesang machte er gar viel, und war das alles lustiglich zu beeren.*' So war auch das Häuslein des kranken Tristan am See- gestade: Grimm A. H. 166. Wo aber in einem Lande, an einem Orte eine grcessere Anzahl von Aussätzigen war, wohn- ten sie nach dem Triebe der Geselligkeit und bürgerlichen Anordnung beisammen: viere vor dem Thore Jerusalems 2. Koen. 7, 3. Vor dem Zionsthore von Jerusalem ist noch — 181 — jetzt eine ganze Pflanzstätte, ein Dorf von etwa 100 Hütten; sie verheirathen und vermehren sich: Strauss, Sinai und Gol- gatha, Berlin 1848, 234. Ebenso war es im europäischen Mittelalter, dass die Aussätzigen öfters dorfweise zusammen wohnten: Sprengel 491. So abgesondert, rechtlos, besitzlos, hätten sie in ihrem Elend zu Grunde gehen müssen, wenn nicht dem Abscheu der Andern doch wieder das christliche Erbarmen sich beige- sellt hätte. Sie bekamen Almosen. Pabst Zacharias schrieb an Bonifacius ep. 76: extra civitatem conversari debebunt, eleemosinam vero accipiendam a populo non vetan. Sie durften auch auf Almosen gehn. (Amicus 160, 11.) Sie hatten jedoch eine eigenthümliche Art der Kleidung oder Ausrüstung, wo- ran sie zu erkennen waren, womit sie sich meldeten und warnten, dass niemand unvorsichtiger ihnen zu nahe komme und sie berühre. (Schlechte Kleidung: ülr. Tristan 553, 11 er slouf in bcese huderwät ; Kistener 735 dö shuf er in ein gröwes Jcleit.) Sie hatten einen eigenthümlichen Hut und eine Klapper : Kistener 729 eine Meffelöte und ein htiot, die zwei hoßrent mich an; ülr. Tristan 553, 18 er nam eins siechen Maffen (Tristan 3, 80); Mepfer Bühelers 7 w. Mei- ster S. 191; chopffeUn Kellers Altd. Ged. 224, 25; hlepper- Im Gengenbach 364. 634; oder eine Schelle: Horse Belg. 2, Nr. 31, 10 men htterde haer enen gheselle, die haer al door die minne van god soude clinken die lazarische belle^); einen hölzernen Napf zum Essen und Trinken und um das Almosen an Speise darin zu empfangen: Amicus 160, 23fgg. ülr. v. *) Schelle eines durch die Fürbitte des hl. Petrus geheilten Aus- sätzigen auf dem Altar des Petersberges geopfert : Chron. Mont. Ser. 17, 10. [Hoffmann, Hör» Belg. 11, S. 97 fg.: „Die lazerische Belle war ein gewoehnliches ehernes Glöcklein. Wie die Klapper beschaffen war, erfahren wir aus einem alten Vocabularius (Hör. belg. 7, 18) Interfusum, cUpspandere, äidtur instrumentum leprosorum cum duabus vel tribus tabulis, cuitis sonitu excitantur homines ad benefi- aS)S<0*«- Eegister. (Die fettgedruckten Zahlen bezeichnen die Seitenzahl, die übrigen die Anmerkungen zum A. H.) abe tuon refl. m. Gen. 257. ahte 170. 296. al 511. dir est 134. älware 545. allertegelich 669. Amicus und Amelius 157 ff. die Sage 201 fg. äne iverden Sdb, an- nevien, -bieten mit 2 Acc. 546. arbeit 19. 20. Artikel bei unde, noch nur beim zweiten Wort 781. arzenie 198. Aussatz, Arten und Verbreitung 163 ff. Namen dafür in Deutschland 169 ff. 177 ff. Leben der Aussätzigen 172 ff. Mildthaetigkeit Aus- sätzigen gegenüber 181 ff. Heilungsver- suche 189 ff. Sünde als Aussatz der Seele 205 fg. bedriezen 405. begunde umschreibend 8. behalten 52. beidiu, beide 211. benamen 527. bereiten 1344. bern 104. Berns Gründung 5. bescheiden 251. beschern 1254. bestän 746. bewegen 1257. biderbe 413. ' Mlich 799. Mten über- vür- umbe- 28. biten und ge- bieten 641. 1460. flehen und biten 1333. biuwen 268. blic 156. bluome der jugent 60. Blut als Heilmittel 193 ff. 203. bcese 414. breit 40. 1443. brücke des rdtes 70. bü 790. Büchlein 11. büezen 553. büman 269. bür 272. Christns als Bräuti- gam der Seele 775. Constantin und Silve- ster 199 ff. 204 ff. constructio x«r« avvs- aiv 274. 330. Contraction u. Attrac- tion von Haupt- und Adjectivsatz 183. creatiure 18. da ze stunde 1369. danCj äne d, 1244. daz iht = ne 21. dehein mit Pron. dem. 33. der 741. Diamant, Bild der Be- ständigkeit; macht getreu 62. die 155. dichotomische Respon- sion 149. dienen 286. 384. Dietrichs Flucht 74. diss, ditz 1065. diuten 16. dö 146. doln 979. dräte 173. 1238. dristunt küssen 1418. durch 227. durch got 1155. dürftige 429. 15 218 — € mit CoDJ. 563. miec, ein einec 883. Enjambement 1217. enmitten 104. enpfinden m. Gen. 481. entsagen 705. erbe 247. erbeiten 297. ere unde guot 77. 398. erkant 264. erkennelich 47. erlcesen (Kranke) 411. erwern 214. ^an;? 41. gebresten 67. /i€rre 427. Metrische Form der hoefischen Epen 31 ff. vüete 346. mislich 7. niissewende 54. Missheirathen, dabei folgen die Kinder der ärgeren Hand 1497. mitteldeutsche Sprache 144. mitter tag 154. Montpellier 175. muot 46. nach 44. 387. ncBJen 1193. nc ohne zweite Ver- neinung 915. ne-pas 307. nern 213. St Nicolaus 865. nieten 76. niender 147. m/it ctw 6r6*, em Aar 1082. niht wan 230. wö^ werden, wesen 1306; «won 359. 997. Notker Balbulus 90. nü vor Fragen 426; nü erste 418. Pacht, Pächter 269. 275. 295. Particip mit Hilfszeit- wort 24. pfa/fe 1512. Pfeiler 731. pfert und ros 1022. Pleonasmus 20. 419. prisen vür-, über- 80. Pron. pers. für rel. nach und 274. queln 352. Babenschlacht 74. räche 409. rät 580. 645. 773. r. tuon 1070. rede 17. 31. regen der ougen 478. reÄ* brechen 209. 858. Beimprosa 31. reine 59. ncÄc 313. nY^er 1. riuwe 381. Budolf V. Ems 21. rwocÄew 255. Büti, Bütli 259. Sache 105. Sagenbildung 208. SaJerno 180. Sauden tor 405. samit 1024. schaffen 778. schemelich 383. Schenkungen an Got- teshäuser 256. scÄi7i t, mtfe 326. tounsch 56. wwndtfrn 377. -?a^e 1320. £rß auch betont 436. verschmolzen mit dem fg. Wort 436. zemen 1500. £?*?, komen üfdaz - 607. zwanzig Jahre - Jüng- lingsalter 1377. UNIV. OF MICHIOAM, r^ 23 1912